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Full text of “Die Fortschritte der Physik”

Full text of “Die Fortschritte der Physik


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I 





Die 



Fortschritte der Physik 

!■ Jahre 1856. 



Dargestelll 



Ton 



der physil^alischeD Geseilsehaft zn Berlin. 



XII. Jahrgang. 

Redigirt von Dr. A. Krönig. 



— »*<i^t$i<'*<-t— 



OB e r I i n. 
Druck und Verlag von Georg Reimer. 
1859. 



^cUOXS.W 






Vorwort. 

iiei einer Darstellung der Fortschritte der Physik kann 
entweder das historische oder das rein wissenschailliche 
Interesse mehr in den Vordergrund gestellt werden. Jenes 
geschieht in Jahresberichten, dieses in Repertorien. Der 
Jahresbericht soll hauptsächlich mittheilen, wer etwas filr 
den Fortschritt der Physik geleistet hat, in welchen Arbei- 
ten and zu welcher Zeit dies geschehn ist, und wo die be- 
treffenden Arbeiten zu finden sind. Das Repertorium da- 
gegen hat hauptsächlich zu zeigen, was die Wissenschaft 
gewonnen hat, und betrachtet Verfasser, Titel der Aufsätze, 
Jahreszahlen und Quellen mehr als Nebensachen. 

Dieser Auffassungsweise der Aufgabe des Jahresberichts 
gemäfs habe ich dahin gestrebt, jede einzelne physikalische 
Mittheilung in ihrer Individualität bestehen zu lassen, ein 
Zusammenfassen verschiedener Aufsätze, welche ähnliche 
Gegenstände behandeln, möglichst zu vermeiden, die vom 
Verfasser gewählte Ueberschrift jedes Aufsatzes unverändert 
mitzQtbeilen und von allen Stellen von Zeitschriften, in 
welchen der Aufsatz vollständig oder mehr oder weniger 



IV Vorwort. 

verändert wiedergegeben ist, die Anfangs- und Endseilen- 
zahlen anzuführen. Die Bearbeiter von Auszügen oder Be- 
richten sind hierbei nicht genannt. Eine übersichtliche 
Zusammenstellung der Arbeiten giebt der „Inhalt**, in wel- 
chem die Ueberschriflen aller Aufsätze in deutscher Sprache, 
sonst aber möglichst unverändert, enthalten sind. 

Ich bemerke nebenbei, dafs eine von der British Asso- 
ciation gewählte Commission, bestehend aus den Herren 
A. Caylby, R. Gbant und 6. G. Stokbs, über die Abfassung 
eines Verzeichnisses aller seit 1800 erschienenen mathemati- 
schen und physikalischen Arbeilen ganz ähnliche Principien 
wie die eben ausgesprochenen aufgestellt hat (Rep. of 
Brit. Assoc. 1856. 1. p. 463-464). 

Was die Frage betrifll, welche Mittheilungen überhaupt 
aufzunehmen waren, so habe ich meine eigene Kritik mög- 
lichst beschränken zu müssen geglaubt. Ich habe sie nur 
auf die Auswahl der zu berücksichtigenden Zeitschriften 
sich erstrecken lassen und dabei diejenigen ausgeschlossen, 
welche lediglich die Aufgabe populärer Belehrung verfol- 
gen. Es soll mithin der Jahresbericht zugleich ein voll- 
ständiges Register über den gesammten physikalischen Inhalt 
der überhaupt berücksichtigten Zeitschriften bilden. 

Wenn hiernach auch die geringfügigsten Notizen von 
der Aufnahme in den Jahresbericht nicht ausgeschlossen 
worden sind, so habe ich doch das Vorhandensein irgend 
eines Inhalts, mag dieser nun auf Thatsachen, auf theore- 
tische Auffassungen oder auf die Geschichte der Wissen- 
schaft sich beziehen, als Bedingung der Aufnahme gestellt. 
Demgemäfs sind namentlich blofse Ueberschriften von Auf-- 



Vorwort. Y 

sitzen mit Ausnahme des seltenen Falles, dafs aus der 
Ueberschrifl selbst irgend ein Inhalt zu entnehmen ist, nicht 
mitgetheilt worden. Denn wenn manche wissenschaftliche 
Gesellschaften durch ihre Statuten gezwungen sind, die Titel 
aller ihnen überreichten Abhandlungen drucken zu lassen, so 
scheint doch die weitere Reproduclioo dieser Titel im All- 
gemeinen überflüssig zu sein. 

Um eine möglichst vollkommene Zuverlässigkeit aller 
gemachten Angaben zu erreichen, habe ich auf Citate, die 
nur aus anderen Zeitschriften entlehnt sind, wenig Rücksicht 
genommen. Namentlich ist das erste Citat zu jedem Auf- 
satz dasjenige vom ältesten Datum, welches dem betreffen- 
den Berichterstalter oder mir vorgelegen hat. War der 
Aufsatz aus einer nicht gesehenen Zeitschrift in die gese- 
hene übergegangen, so folgt als zweites Citat das auf die 
nicht gesehene Zeitschrift bezügliche. Bei den übrigen 
Citaten hat die Reihenfolge keine besondere Bedeutung. 
Die entlehnten Citate sind daran zu erkennen, dafs nur der 
Band und die Anfangsseitenzahl, nicht aber die Endseiten- 
zahl angegeben ist. 

In Beziehung auf die Frage, in welchen Jahrgang 
irgend ein Aufsatz aufzunehmen war, habe ich als maafs- 
gebend die Jahreszahl des Erscheinens derjenigen gesehe- 
nen Zeitschrift betrachtet, welche den Aufsatz zuerst ge- 
bracht hat. Hierbei erwächst hin und wieder eine nicht 
zu beseitigende Unsicherheit daraus, dafs der Titel eines 
fertigen Bandes und die Titel der einzelnen Lieferungen 
desselben bisweilen eine verschiedene Jahreszahl tragen. 
Ich habe mich zwar im Allgemeinen nach der Jahreszahl 



VI Vorwort* 

der Lieferungen gerichtet; wo mir aber nur der fertige 
Band vorgelegen hat, war dies natürlich nicht möglich. 

Titel und andere Personalnachrichten sind nicht mit- 
getbeilt. 

Von Aufsätzen technischen Inhalts sind in früheren 
Jahrgängen hin und wieder die Ueberschrilten verzeichnet 
worden, in dem vorliegenden Bande jedoch nicht mehr. 

Berlin am 6. April 1859. 

Dr. A. Krönig. 



Erklärang der Citate. 



Ein Kreuz (f) bedeatet, dass der BerichteretAtter den oilifteii Abdmck 
neehcdeMB, em gtenchen (*), dan der BeriektenrUtter eieli tob d«r MoMgMt 
dfe Citotft «benengt hat 

Eine eingeklammerte (araUsohe) Zahl Tor der (rttmieehen) Baadaahl be- 
Hüdmet, wekher Beihe (Felge» Serie) eiaer Zeitoehiift der belieitade Band 
angehört, 

ZettsoMUmiy tob weloben fftr jedes Jahr ein Band eneheiat) lind »aoh 
diner Jabieaaahl ottiK, welehe von der Jakreaaahl dee BtaobeiiieM manobmal 
Terschieden ist. 

JSine ZMf wdobe swfaoben der (römiaohen) Bandaabl oder der (arabiacbeB) 
Jabreaaahl md den (Anfangs* tmd End-) BeiteBiableB stelrt, bedeatet die Ter- 
icbiedenen Abibeilvagen (Hefte, NunuBem, Lieforangen u. s. w.) des betreffsB» 
deB BandBB oder Jabigangee. Eine »weite Abflieünng ist immer tob der airei- 
ten nenen PagiainiBg an gereohnet. Wenn sieh also die Paginiraag eiaar 
sweiten AbibeUnng an die der ersten ansdUiesst, se ist die Angabe der uraiten 
Abtb«üiing feitgelaasdn. 

Der im Folgenden mitgetbeilte Titel jeder Zeitsehiift ist der des erlten 
nach 185^ erMbienen«! Bandes. 

Manoke n&beve Angaben «bar die ettirton Zeitsdtriilen sind in fladea im 
BerL Ber. 1862. [^.Yia-XXIV lud 1854. p.X-XIL 



AIA. «. Bevl. Ah. bedeutet: Abbaadliuigen der Röniglioben Akademie der 

WisseBsebaften an Berlin ans dem Jabre 1855. Berlin 1856. 4. 
Abb. d. bihBi. des. bedeutet: Abhandlungen der Königlichen böhmischen Qe- 

eeflsoliall dar Wissensehaften. (5) IX. tob den Jahren 1864-1956. Prag 

1867. gr. 4. 
Abk. d. Leips. «es. bedentet: Abhandlungen der Königlieh sAcbsisohen 6e- 

•aBsdhatl der WissensebsAeB. T. («■ Abhandlungen der mathemattscfa-phy- 

Bischen Glasse. IH.) Lelpsig 1867. Lex.-8. 
AM« A aalatr» des. tm Halle bedeutet: Abbandlungen der Baturforsohendeo 

Gesellscbaft su Halle. 1865. HI. Halle 1886. gr. 4. 



VIII Erklärang der Citate. 

Akh. d, umiurh. «m. ku NOraMrv bedeutet: Abhatidliiiigea der iiAtarhisto* 

rischen Oesellscliaft zu Nürnberg. I. Nürnberg 1858. 8. 
Acte See. ecieBt. IJpeal. bedeutet: Nora acta Begiae Bocietatia ioientiarani 

Upsaliensifl. (3) IL No. 1. Upsalae 1856. 4. 
Ami. d. chlm. bedeutet: Annales de cbimie et de pbysique, par Cheyreul, 

DuMJLB, Pelouzx, BoussivaAULT, Bbohault, de Sknabmoht. Arec iine 

rerue des traraux de cbimie et de pbysique publik h T^tranger, par 

WoBTz et Vbbdbt. (3) XLVI. Paris 1866. 8. 
Ann. d. l'ekaerT. 4. Bmx. bedeutet: Annales de robsenratoire Boyal de Brozelles, 

par A. QuETELBT. XI. Bruxelles 1857. gr. 4. 
Ann. d. mlnes bedeutet: Annales des mines. M^oires. (5) IX. Paris 1856. 8. 
Abb. d, MOBchB. Stemw. bedeutet: Annalen der Königliöhen Sternwarte bei 

Manchen, ron J. Laxoitt. {%) OL Mindbeii 1857. 8, 
Abb. d, peBto et chaosa. bedeutet: Annales des ponts et cbanss^. H^moires 

et documents relatifs ä Tart des constmotions et au serrioe de ring^nienr. 

(3) .XI. Paris 1856. 8. 
Jkwmh* d. FlMkim. bedeutet: ArduT der Pbarmacie, eine Zeitschrift des allge- 
meinen deutschen Apothekerrereins (Abtheilung Norddsatsofaland) , tob 

L. Blby. (2) LXXXY. Hannorer 1866. 8. 
Areh. C ac. phya. bedeutet: Bibliotb^que uniTerselle de Gen^e. ArohiTes 

des Sciences physiques et naturelles. XXXI. Qen^ye 1856. 8. 
Arek« f. ArtUL 09. bedeutet: Arohir fOr die Offiaiere der Kl^niglioh preussi- 

sohen Aiiillerie und des Ingenieurcorpsi von Fbox, NEuxAinr, Otto. XXXIX. 

Berlin 1856. 8. 
Areli. r. OphthAlm. bedeutet: ArohiT für Ophthalmologie, tob F. Aalt, 

F. G. Dohdbbb und A. v. Gbaefe. IL No. 2. Berlin 1856. 8. 
Aste. Na«lur. bedeutet: Astronomiscbe Naohriohten, begrflndet tob H.€. Sorv- 

macheb, herausgegeben Ton G. A. F« Pbtebs. XLU. Altona 1866. gr. 4. 
AiheB. bedeutet: The Athenaeum , Journal of literature, sdenoe, and the fine 

arte. For the year 1856. London 1866. gr. 4. 
Atti de* BBOTi LiBcei bedeutet: Atti dell* Accademia PontiAcia de^ nuori 

LinceL VI. Borna 1855. gr. 4. 
Ber. d, FrelbBry. Clea. bedeutet: Berichte über die Yerhaadlungen der Gesell- 
schaft ifir Bef&rdemng der Naturwissenschaften au Freiburg Im Breisgau, 

Ton Maieb, Eckbb und Müelleb. I. Freiburg i. B. 1858. 8. 
Berl. astr. Beeb. bedeutet: Astronomisehe Beobachtungen auf der Königlichen 

Sternwarte zu Berlin, Ton J. F. Ebckb. IY. Berlin 1857. Folk». 
Berl. Ber. bedeutet: Die Fortschritte der Physik im Jahre 1863, von A. Kadvio. 

IX. Berlin 1866. 8. 
Berl. MaBBlafter. bedeutet: Monatsberichte der Königliöhen pceussischen 

Akademie der Wissenschaften lu Berlin. Aus dem Jahre 1856. Berlin 

1856. 8. 
Bell Areh. bedeutet: Archir des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in 

Meklenburg. X., Ton £. Boll. Neubvandenburg 1866. 
Brlx Z. S. bedeutet: Zeitschrift des deutsch-östemMiisohen TekgraphmTCMiaSi 

Ton P. W. Beiz. III. Berlin 1866. 4. 



ErUäroog der Citate. IX 

B. C Bna. bodetttet: BiületiiiB de TAcad^mie Royale des scienoes, des 
lettres et des beanz-arts de Belgiqne. XXIII. No. 1. Bmxelles 1856. 8. 

d. Bntt. €n. C M. bedeutet: Acad^mie Royale des scienoes, des lettres 
et des beanx-arts de Belgiqne. BoUetiiis des s^ances de la Classe des 
Sciences. 1855. Bnucelles 1856. 8. 

«. 1. See. «*eii€. bedeutet: Bulletin de la Bod^t^ d^encourageoAent pour 
IHndustrie nationale, par Gombes et Pblioot. LV. «■ (2) III. Paris 

1856. 4. 
d. 1» See. s^H. bedeutet: Bulletin de la Beeilte giJologiqne de France. 

(2) Xni. 1855 k 1856. Paris 1856. 8. 

d. 1. See. Taai. bedeutet: Bulletin des s^anoes de la Boeitft^ Taudoise 
des BCiences naturelles. V. 1866 et 1857* Lausanne 1858. 8* 
Bull. d. BAioral. C ÜMcea bedeutet: Bulletin de la Boci^t^ Imperiale des 
natondistes de Mosoon. XXGL Annde 1856. No. 1>2. Moseou 1856. 8. 

4. 8«. P^ bedeutet: Bulletin de la Classe pbysico-matb^matique de 
TAcad^mie Imperiale de St.-P^tersbourg. XV. St-P^tersbourg et Leipaig 

1857. gr. 4. 
■• C. Bl. bedeutet: Cbemiscbes Centralblatt für 1856. (2) I. Leipzig. 8. 

bedeutet: Tbe obemioal Gazette, or Journal of practica] chemistry 
in all its applications to pbannacy, arts and manufactures, by W. Fbjlitcxs. 
XIY. 1856. London. 8. 

bedeutet: U nuoTo'dmento, Oiomale di fisica, di chimica e scienze 
alfini, da G. Mattbuooi e R, Pibia. Anno 11. Tomo III. Torino e Pisa 
1856. 8. 

itfa MUia. bedeutet: Gompte-rendu annuel adress^ k B. Bxc. 
M. DE Brock, ministre des flnances, par le directeur de robservatoire 
physique central A. T. Küpppxb. 1855. BuppHment aux An^ales de 
robsenratoire pbysique central, pour Tann^ 1854. Bt-P^tersbourg 1856. 
gr. 4. 

bedeutet: Cosmos, rcTue encydopddique bebdomadaire des progr^ des 
sciences et de leurs applications aux arts et k l*industrie, fbnd^ par 
B. R« DB MoxFOBT, n$dig^e par Hoiobo. VIII. Paris. 8. 
C M. bedeutet: Comptes rendus bebdomadaires des s^ances de TAcad^mie des 

sciences. XLII. Paris 1856. 4. 
Grelle J. bedeutet: Journal Ittr die reine und angewandte Matbematik, Ton 
A. L. Cbxlle. LI. Berlin 1866. 4. 

ler J. bedeutet: Polytedhnisöhee Journal, ron E. M. Dixolxb. GXXXIX. 
1856. Stuttgart und Augsburg. 8. 

J. bedeutet: Tbe Edinburgh new pbilosopbical Journal, exbibiting a 
view of tbe progressire disooTcries and tbe improTements in tbe sciences 
and tbe arts, by T. Ahdbbsox, W. Jabi>ihe, J. H. Balpoüb, H. D. Rooebb. 
(2) UL Edinburgh 1856. 8. 
E4lB%. TruM. bedeutet: Transactions of tbe Royal Bociety of Edinburgh. 
XXL Edinburgh 1857. gr. 4. 

t J. bedeutet: Journal fQr praktische Ghemie, Ton O. L. Ebdmakn und 
G. WsxTBXB. LXVII. Leipzig 1856. 8. 



X Erklärung der GiUte. 

Ermaii Anh. b«d6atet: Arohir fOr wissenschaftlifihe Kunde Ton Budaad, «nm 

A. Ebuak. XV. Beriin 1656. 8. 
«• 4ell* kt. JL«mkard» bedeutet: Giomale dell' Imperiale B«flle fatitato harn" 

bardo di sciensw, lettere ed arti e biblioteca italiana. VIII. Milaiio 1656. 

gr. 4. 
«•«Uli«. Abliu bedeutet: iüihandlnngen der Königlichen OeaellMluift der Wia- 

eensobaften su GÖttingen. VI. Gtöttingen 1856. gr. 4. 
GUiUn«. Nachr. bedeutet: Nachrichten von der Gkorg-Augusta-Uniyerritllt und 

der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften su Göttingen« Vom Jahn 

1856. Göttingen 1856. 16. 
ilreenwieh Oha. bedeutet: Astronomical and magnetical and meteerologioal 

obserrations made at the Boyal obsenratery, Greenwioh, in Üie year 1854, 

hy G. B. Any. London 1856. gr. 4. 
OraiiOTi Artitu bedeutet: ArchiT für Mathematik und Physik mit besonderer 

Bftcksiöbt auf die Bedürihisse der Lehrer an höheren UnterrichtsanftaltMi, 

von J. A. GamnsBT. XXVL Grei&wald 1856. 8. 
Gumprech« SB, 8. bedeutet: Zeitschrift für allgemeine Erdkunde. YI. Berlin 

1866. 8. 
Bento u. t. Pfeafer bedeutet: Zeitschrift für rationelle Medidn, Ton J. Hbile 

und C. T. Ffbufsk. (S) VIII. Leipzig und Heidelberg 1857« 8. 
Jahrb. d. ge«l. Belchsanst. bedeutet: Jahrbuch der Kaiserlich -Königlichen 

geologisohen Beichsanstalt. YII. 1856. Wien. Lex .-8. 
Jahvesher. 4. Franhftirt. Ver. bedeutet: Jahresbericht des physikalischen 

Vereins zu Frankfurt am Main für das Rechnungsjahr 1855-1856. 8. 
JahTMher. 4. aehlea. Ges. bedeutet: Jahiesberioht der schlesiBehen GeseHsokaft 

für Taterl&ndische Gultur für 1856. XXXIY. Breslau. 4. 
J. 4. Vi^, palyi. bedeutet: Journal de Piieole Imperiale polytachniqne, Ga- 
bler 36. Tome KXL Paris 1856. 4. 
Iiwi. bedeutet: L'Institut, Journal universel des sciences et des Boci^t^s sayantes 

en France et k T^tranger. Plrami^re section. Scieiices math^matiiiues, 

physiques et naturelles. XXIV. Paris. Folio. 
J. «r ehem. Sac. bedeutet: The quarterly Journal of the chemical Society of 

London, by B. G. Brodib, T. Graham, A. W. Hopmann, J. STBiniovsE. 

YIU. London 1856. 8. 
J. af feal. Sac. bedeutet: The quarterly Journal of the geologioal Booiety of 

London. XII. 1856. London 1856. 8. 
Irlsl» Trans, bedeutet: The transactions of the Boyal irish Academy. XXilL 

No. 1. Dublin 1856. 4. 
Kanst- fin Ietiarha4e bedeutet: Allgemeene konst* en letterbode Toor het jaar 

1856. LXYIII mg (2) IIL Haariem en s* GrsTenhage. 4. 
Krii. X, 9. bedeutet: Kritische Zeitschrift für Chemie, Physik und Mathe- 
matik, herausgegeben in Heidelberg Ton A. Kekul^, G« LewInsteih, 

F. EisBNLOHu, M. Gabtos. 1858. Erlangen 1858. 8. 
I^ipa. Ber. bedeutet: Berichte über die Verhandlungen der Königlich sftehsi- 

soken Gesellschaft der Wissenschaften lu Leipaig. llaiheBiatisch<>pbyaiieha 

Classe. YII. 1855. Leipsig. 8. 



firkläruDg der Citate. XI 

▼. V—mhmr^ wu Bmbii bedeutet: Keue« Jahrbuch ftlr Mineralogie, Geognene, 

Geologie und Petr^actenknnde, Ton K, C. t. Leonhard und H. G. Bkonn. 

1866. 8tat%art 1856. 8* 
Llelbls Ann. bedeutet: Annalen der Chemie tmd Fharmacie, Ton F. Wöbleb, 

J. LiEBie nnd H. Kopp. XCYII. Leipzig and Heidelberg 1856* 8. 
I«leuTl11e J. bedeutet: Journal de math^matiques pures et appliqu^es ou recueil 

menfluel de m^moires sur les diverses parties des math^matiques, par 

J. LiouTiLLE. (2) I. 1856. Paris 1856. 4. 
Liter. Gas. bedeutet : The literary Gazette and Journal of archaeology, sciencei 

and art, for the year 1856. London 1856. gr. 4. 
Heelu Ha«, bedeutet: The mechanics^ Magazine, by B. A. Brooman. LXIV. 

London 1856. 8. 

eeiir. d. l'Ae. 4. Beif. bedeutet: M^moires couronn^ et m^moires des 

SATants Strängen, pubU^s par rAcaddmie Royale des sciences, dis lettres 

et des beaux-arts de Belgique. XXYIL 1855-1856. Bruzelles 1866. 4. 
4» Bru. bedeutet : M^noires de TAead^mie Royale des seiesHces , des 

lettres et des beaux-arts de Belgique. XXX. Bruzelles 1857. 4. 
Mem. 4» TAc. 4L, ae. bedeutet: M^moires de TAead^mie des seienoee de Tln- 

sütut Imperial de Fimnce. XXYU. No. 1. Paris 1856. 4. 
M^Bi. d. 1. iSec. 4. Cherbenrg bedeutet: M^moires de la HodM Lnp^riale 

des soiences naturelles de Cherbourg, par A. Ls Jolis. IT. Paris et Cher* 

bourg 1866. 8. 
X^Bi. d. 1. See. 4L, Lleire bedeutet: M^moires de la Sooi^t^ Royale des soiences 

de Li^. XI. Li^e 1858. 8. 
JMn. 4. eaT. ^tr. bedeutet: Mtooixes pr^ent^ par divers saTants k TAca- 

d^mie des soiences de Tlnstitut de France. XIV. Paris 1856. 4. 
X^n. 4. saT. ^4r. 4L St» P^i. bedeutet: M^moires des savants ^trangers. M^ 

moires pr^ent^s ä TAcad^mie Imperiale des scienees de St-F^tersbourg 

par divers savants et lus dans ses assembl^es. Tu. Bt-P^tersbo«rg 1854. 

gr. 4. 
Ji^Bi. 4L 0«. Hi. bedeutet: M^moires de rAoad^mie Imperiale des scienoes 

de Saint -P^tersbourg. Seiences mathdmatiques, physiques et naturelles. 

Premiere partie. Bdences math^matiques et physiques. (6) YI. Saint- 

P^tersbourg 1857. gr. 4. 
Xen. ef astr. See. bedeutet: Memoirs of the Royal astronomioal Society. 

XXIV. for 1854-1855. London 1856. gr. 4. 
Mem. ef Baach. See. bedeutet: Memoirs of the literary and philosophical So- 
ciety of Manchester. (2) XIII. London 1856. 8. 
McMer. 4eir Aec. di Itfayell bedeutet: Memorie della Reale Aocademia delle 

seienze dal 1852 in avanti. I. per gli anni 1852, 1853, 1854. Napoli 1857. 

gr. 4. 
Xesner. 4eir Aee. 41 Teriae bedeutet: Memorie della Reale Accademia delle 

sdenze di Torino. (2) XYI. Torino 1857. gc 4. 
mtUh. 4. luilai«. Cto«. In Be» bedeutet: Mitiheilungen der Batucfersolmiden 

Gesellschaft in Bern aus dem Jahre 1856. Bern 1856. 8. 



XII Erklärung der Citate. 

MeniUy B«ticM bedeutet: MontUy notices of the Boyal artronomical Society, 
from NoTember 1855 to Joly 1856. XVI. London 1856. 8. 

MlUler Areh, bedeutet: Arohiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaft- 
liche Medicin, Ton J. Mülleb. Jahrgang 1856. Berlin. 8. 

Slllnclui. Abh. bedeutet: Abhandlungen der mathematisch-physikalisohen Classe 
der Königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften. VIII. No. 1. 
München 1867. 4. 

XttiichB. sei. Abb. bedeutet: Gelehrte Anzeigen, herausgegeben von Mitglie- 
dern der Königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften. XLII. Ja- 
nuar bis Juni 1856. München. 4. 

IV, Jahrb. f. Phann. bedeutet: Neues Jahrbuch für Pharmacie und yerwandte 
Fftcher, eine Zeitschrift des aUgemeinen deutschen Apothekerrereins (Ab- 
theilung Büddeutschland), von G. F. Walz und F. L. Wiitckleb. Y. Speyer 
1856. 8. 

NjtllacasiB bedeutet: Nyt Magazin for Natunridenskabeme, Ted G. Lahobbbo. 
IX. Christiania 1857. 8. 

•fVars. af F^riundl. bedeutet: Öfrersigt af Kongl. Vetenskaps-Akademiens 
förhandlingar. ZIL 1855. Btockholm 1856. 8. 

OT«ra« mww Farhamdl. bedeutet: Oversigt oTor det Kgl. danske Videnskabemes 
ßelskabs Forhandlinger og dets Medlemmers Arbeider i Aaret 1856, af 
G. FoBCHHAMMER. KjöbenhaYn. 8. 

Petcnna»« Mittti. bedeutet: Mittheilungen aus J. Pebtbss* geogr^hischer 
Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesammtgebiete der 
Geographie, Yon A. Pbtsbicabii. 1856. Gotha. 4. 

Phil. Ma«. bedeutet: The London, Edinburgh, and Dublin philosophical Ma- 
gazine and Journal of sdence, by D. Bbbwsteb, R. Tatlob, B. Kane, 
W. Fbahcis, J. Ttndall. (4) XI. January-June, 1856. London. 8. 

Phil. Trans, bedeutet: Philosophical transacttons of the Royal Society of Lon- 
don. For the year 1856. CXLYI. London 1856. gr. 4. 

Pagg. Abb. bedeutet: Annalen der Physik und Chemie, herausgegeben zu Ber- 
lin Ton J. G. PoooEiTDOBFF. XCVII. Leipzig 1856. 8. 

Paly«. C. Bl. bedeutet: Polytechnisches Centralblatt, unter Ifitwirkung Ton 
J. A* HüLSSE und W. Stein herausgegeben Ton G. H. £. Scbnedebxamn 
und E. T. Böttcheb. XXII. fBr das Jahr 1856 ^ (2) X. Leipzig. 4. 

Prae. af EdlBh. 0ec. bedeutet: Proceedings of the Royal Society of Edin- 
burgh, in. December 1850 to April 1857. Edinburgh ;i857. 8. 

Prae. af Bay. Sac. bedeutet: Proceedings of the Royal Society of London from 
Feb. 28, 1854 to Dec. 20, 1855 inclusiye. Yll. London 1856. 8. 

Qu. J. af math. bedeutet: The quarterly Journal of pure isnd applied mathe- 
matics, by J. J. Sylvebteb, N. M. Fbbbebs, G. G. Stokes, A. Catlet, 
M. Hbbmite. I. London 1857. 8. 

Badcilffe Obs. bedeutet: Astronomical and meteorological obserrations made 
at the Raddiffe obserratory, Oxford, in the year 1854, by M. J. Jobrsoh. 
XV. Oxford 1856. gr. 8. 

Bawile. «i Ni^aU bedeutet: Rendiconto della Sodetk Reale Borbonica. Acea- 
demia deUe sdenze. (8) V. 1856. NapoU 1856. 4. 



Erklärung der Gitate. XIII 

•r pa«. toT. bedeutet: The repertory of patent inrentions. (S) XXVIL 
London 1856. 8. 

Bep. ar Brii. Aasac. bedeutet: Beport of tbe XXVth meedng of tbe british 
Association for the adyancement of scienoe, held at Glasgow in Septem* 
ber 1855. London 1856. 8« 

Sehrif«. 4. des. f. Nainrw. sv Harbin« bedeutet: Schriften der Gesellschaft 
cur Beförderung der gesammten Naturwissenschaften au Marburg. Ylir. 
1857. 8. 

Schrift. 4. naiurf. fSaa. in Danais bedeutet: Neueste Schriften der naturfor- 
sehenden Gesellschaft in Danaig. Y» Danzig 18S6. 4. 

flilllman J. bedeutet: The american Journal of sdence and arts, by B. Silli- 
MAH, B. BiLJAUAv jun.y J. D. Dana, A. Gbay, L. Asassiz, W. Gibbs. 
(2) XXI. New Haren. 8. 

Cantrib. bedeutet: SiciTHsokiAN contributionB to knowledge« VUI. 
Washington 1856. gr. 4. 

lap. bedeutet: Smxthbohian Beport 1855. Xth annual report of 
the board of the regents of the Smithsokiak Institution, showing the Ope- 
rations, ezpenditnres, and condition of the Institution, up to January 1, 
1856, and the proceedings of the board up to Karoh 22, 1856. Washing- 
ton 1856. gr. 8. 

0«. Lenla Trans, bedeutet: The transaotions of the Academy of sdience of 
St. Louis. I. St. Louis 1857. 8. 

TacahL 4. IVatorf. in Wien bedeutet: Tageblatt der XXXII. Yersammlung 
deutscher Naturforscher und Aente in Wien im Jahre 1856, von Hyutl 

und SCHBÖTTEB. gT. 4. 

Tarialini Ann. bedeutet: Annali di scienze matematiöhe e fisiche, da B. Tob- 
TOLiHi. VII. Borna 1856. 8. 

▼avh. 4. natarf. Oes. In Basel bedeutet: Verhandlungen der naturforschenden 
Gesellschaft in Basel. I. Basel 1857. 8. 

Vertu 4. naSnrlLi Yar. 4. Bhelnl. bedeutet: Verhandlungen des naturhistori- 
schen Vereines der preussischen Bheinlande und Westphalens. XIII. ms (2) III., 
Ton Büdob. Bonn 1856. 8. 

▼erii. 4. Prealiarf . Ter. bedeutet: Verhandlungen des Vereins fOr Naturkunde 
zu Presburg. f. 1856, von G. A. Kobnhubbb. Presburg. 8. 

▼arii. 4. WOrsb. das. bedeutet: Verhandlungen der physlkalisoh-medicinischen 
Gesellschaft in Würzburg. VI. Würzburg 1856. 8. 

Terti. B. Bafar4. 4. Oewerlbflaisaaa bedeutet: Verhandlungen des Vereins zur 
Beförderung des Gewerbfleisses in Preussen, von Schobabth. XXXV. Ber- 
lin 1856. 4. 

Tetenak. Ali. Han4linaar bedeutet: Eongl. Vetenskaps-Akademiens handlingar 
för är 1854. Stockholm 1856. 8. 

▼14analu Salak. 0iurift. bedeutet: Det Eongelike danske Videnskabemes 
Selskabs Skrifter. Naturridenskabelig og mathematisk Afdeling. (5) IV. 
^dbenham 1856. 8. 



XIV ErkläruDg der Citate. 

¥ler«rdt Areh. bedoutet: AxchiT für phygiologiMihe Htilkwide, antor Mitwir- 
kung von W. GBiEsiNaEBy W. Bober und C. A. Wühdeblicb heraoBgege- 
ben SU Tübingen von K. YiEBOftDT. 1856. Stuttgart 8. 

Wien. Ber. bedeutet: Sitzungsbericbte der mathematiBch-natnrwiflMiischaitlichen 
Glasse der Eaiserlicben Akademie der WIsBensdhafteiL Xym. Wien 
1856. 8. 

WiMft. Oenluielir« bedeutet: Denkscbriften der KaiaerUchen Akademie der Wia- 
senschaften. Mathematisch-naturwisBenachaftlicbe Claase, XI« Wien 1856. 
gr. 4, 

Wair SB. S. bedeutet: YiertejahrB0chrift der naturforsohenden Geaelladiaft in 
Zürich, Ton R. Wolf« L Zürich 1856. 8. 

WOrttenOb. Jalir«ah. bedeutet: Jahreshefte des Vereins für Taterlftndisohe Na- 
turkunde in Württemberg, von H. v. Mohl, T. Plixnimoes, W« Mbhzkl, 
F. Krauss. XII. Stuttgart 1856. 8. 

Z. (9. d. ga«I. Ges. bedeutet: Zeitschrift der deutschen geologisohen Oesell- 
schaft. Yin. 1856. Berlin 1856. 8. 

Z. S. f. £rdk« bedeutet: Zeitschrift für allgemeine Erdkunde, mit Unterstütsung 
der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin herausgegeben ron K. Nsümann. 
(2) I. Berlin 1856« 8. 

Z. H. r. Math, bedeutet: Zeitschrift für Mathematik und Physik, Ton O. Schlö- 
uiLCH und B. WiTZBOHEL. I. Leipzig 1856. 8. 

Z. 8. f. Natorw. bedeutet: Zeitschrift für die gesammten Naturwissenschaften, 
herausgegeben Ton dem naturwissenschaftlichen Vereine fOx Sachsen und 
Thüringen in Halle, redigirt von C. Giebel und W. Heiktz. VII. Ber- 
lin 1866. 8. 



Nachrichten fiber die physikalische Gesellschaft. 

Im Laufe des Jahres 1858 wurden folgende neue Mit^ieder 
in die Gesellacbaft aufgenommen: 

Dr. R. ScHLAoiNTWEiT» Df. KüHNB, Mechaniker Löttio, 
Dr. RöTHiGi Hr. Cochius, Dr. G. Quincke, Dr. 0. Hagen, 
Dr. LifiBB. 

Ausgeschieden sind: 

Hauptmann Collmamk, Lieut. Lbmmbr, Gouvemeor Schnei- 
der, Hr. Mbhlis, Dt. R.Hagen (f), Hauptmann v. Böraibs, so 
dafs am Ende des Jahres 1858 Mitgikder der Gesellschaft waren: 



Hr. Dr. Aronhold. 

— Artopb in Elberfeld. 

— Prof.' Dr. Bbbr in Bonn. 

— Prof. Dr. Beetz in Erlangen. 

— Oberlehrer Dr. Bertram. 

— Prof. Dr. Beyrich* 

— Prof. Dr. duBois*Rbyiiond. 

— Dr. Brix. 

— Prof. Dr. Brücke in Wien. 

— Prof. Dr. Brvnnbr in Wien. 

— Gymnasiallehrer BuRCKHARDT 
ia Basel 

— Prof. Dr. Buys-Ballot in 
Utrecht 

— Prof. Dr. Clausius in Zürich. 

— Prof. Dr. Clbbsch in Karls- 
ruhe. 

— Cocmvs. 



Hr. Prof. Dr. D' Arrest in Kopen- 
hagen. 

— Oberlehrer Dr. Dellmann in 
Kreusnach. 

— Oberlehrer Dr. Dub. 

— Dr. Dumas. 

— Dr. Erdmann. 

— Prof. Dr. Erman. 

— Dr. Ewald. 

— Prof. Dr. V. Feilitzsch in 
Greifswald. 

— Prof. Dr. FiCK in Zürich. 

— Dr. Flohr. 

— Dr. Förster. 

— Dr. Franz. 

— Dr. FribdlÄndbr. 

— Director Dr. Grossmann in 
SchweidnitK. 



XTI 



Nachrichten aber die physikalische Gesellschaft. 



Hr. Mechaniker Grüel. 

— Dr. 0. Hagen. 

— TelegraphenfabricanlHALSKE. 

— Prof. Dr. Hbintz in Halle. 

— Prof. Dr. Helmholtz in 
Heidelberg. 

— Apotheker Herz. 

— Dr. d^Hbureuse. 

— Dr. Heusser in Brasilien. 

— Dr. Jochmann. 

— Dr. Jungk. 

— Prof. Dr. G. Karsten in Kiel. 

— Prof. Dr. Kirchhoff in Hei- 
delberg. 

— V. KiREEWsKY in Rufsiand. 

— Prof. Dr. Knoblauch in HaUe. 

— Dr. Kremers in Bonn. 

— Oberlehrer Dr. Krönio. 

— Dr. Kuhns. 

— Prof. Dr. Kuhn in München. 

— Prof. Dr. Lamont in München. 

— Dr. Lasch in Cöpenik. 

— Dr. Liebe. 

— Dr. Lieberkühn. 

— Lomax in Copenik. 

» Oberlehrer Dr. Luchter- 
handt. 

— Prof. Dr. Ludwig m Wien. 

— Mechaniker Lüttig. 

— Lieut Meyer. 

— Hauptmann v. Morozowicz. 

— Papierfabricant Müller. 

— Dr. Neumann in Halle. 

— LieuL Oesterheld. 

— Dr. Paalzow. 

— General Palm. 



Hr. Dr. Pflüger. 

— Dr. PiTSCHNER. 

— Dr. Pringsheim. 

— Prof. Dr. QuETELET in Brüssel 

— Geh. Med.-Rath Dr. Quincke. 

— Dr. G. Quincke. 

— Prof. Dr. Radickb in Bonn. 

— Prof. Dr. Robber. 

— Dr. RöTHio. 

— Rohrbbck. 

— Dr. Roth. 

— Dr. V. RussDORp. 

— Prof. Dr. Schbllbach. 

— Dr. A. ScHLAOtNTWBiT in 
Indien. 

— Dr. H. SCHLAGINTWEIT. 

— Dr. R. SCHLAGINTWEIT. 

— Telegraphenfabricant Sie- 
mens. 

— soltmann. 

— Dr. SONNBNSCHRIN. 

— Splitgerber. 

— Dr. Spörbr in Anklam. 

— Dr. Strahl. , 

— Prof. Dr. Tyndall in London. 

— Dr. Vbttin. 

— Prof. Dr. ViRCHOw. 

— Dr. Vögeli am Bodensee. 

— Prof. Dr. Wbierstrass. 

— Weingarten. 

— Oberlehrer Dr. Weissenborn. 

— Prof. Dr. Werther in Kö- 
nigsberg. 

— Prof. Dr. WiEDEMANN in Basel. 

— Dr. WiLHELMY. 

— Dr. WüLLNER in Marburg. 



Im vierzehnten Jahre des Bestehens der physikalischen Ge- 
sellschaft wurden folgende Originaluntersuchungen von 

Mitgliedern in den Sitzungen vorgetragen: 
1858. 

22. Jan. Bmx. Notiz über wahrgenommene Einwirkung der Erd- 
beben im December 1857 auf die Galvanometer der 
Telegraphenanlagen . 
5. Febr. YsTTiir. Ueber die Bewegung der Luft in der Zone der 

Passate und die Bahn dec Wirbelstürme daselbst. 
19. Febr, Siemens. Ueber die Abnahme der Leitungsfahigkeit der 
Metalle mit der Temperatur. Nachweis, dafs kein Mi- 
nimum eintritt. 
5. März. WÜLiNBa. Ueber die Spannkraft des Dampfes aus wässe- 
rigen Salzlösungen. 
19. März. WiJLLNBR. Nachweis, dafs die Temperatur der Dämpfe aus 
siedenden Salzlosungen der Temperatur der Flüssigkeit 
gleich ist. 
RoBBKR. Einfacher Beweis, dals die Ketten einer galvani- 
schen Batterie am zweckmälsigsten gleich viel Elemente 
enthalten. 

Ueber die magnetisirende Wirkung einer galvanischen 

Spirale. 
30. ApriL Paalzow. Ueber einige Bewegungserscheinungen unter dem 

Einflüsse des galvanischen Stromes. 
27. Mai. YiTTiir. Ueber das Vorherrschen der südwestlichen Winde 
in der gemäfsigten Zone. 
AaoNHOLD. Elementare Ableitung der Schallgeschwindigkeit. 
11. Juni. WÜI.LNBR. Ueber die Spannkraft des W'asserdampfs aus 
Losungen von Salzen, insbesondere aus solchen von 
Salzgemischen. 
Fortschr. d. Phjs. XU. b 



XVIlI Nachrichten über die physikalische Gesellschaft. 

22. Oct. DuB. Ueber die Yertheiluog des Magnetismus in Eisen- 
Stangen, die der ganzen Länge nach mit elektromagne- 
tischen Spiralen bedeckt sind. 
RoEBKR. Ueber die Entwickelung des Cometenschweifes. 
5. Not. Siemens. Ueber eine neue Combination der DAiriBLL'schen 

Zelle. 
19. Nov. KaÖMie. Ueber die Diffusion der Gase. 

3. Dec. JocHMAKir. Beiträge zur Theorie der Gase. 
17. Dec. G. Quincke. Ueber eine neue Erzeugung constanter elek- 
trisdier Ströme. 
DuB. Ueber den Einflufs der Gröfse der Berührungsfläche 
zwischen Magnet und Anker auf die Tragkraft der 
Elektromagnete. 

1859. 

' 7. Jan. G. Quincke. Ueber die Uebereinstimmung der Theorie 
der Capillaritätserscheinungen mit dem Experiment. 



Verzeichoirs der im Jahre 1858 für die physikalische 
Gesellschaft eingegangenen Geschenke. 

N. H. Abkl. OeuTres completes r^digeea par B. Holmbob, I, II. 

Christiaoia 1839. 
Auch. Die Lichterscheinungen auf dem Kraterplateaa des Vesuvs im 

Jahre 1857. Besuch des Kraterbodens von Stromboli am 25. Juli 

1856. (Z. S. d. geoK Ges.) 

J. AuiNi, lieber das Gift der Salamandra maculata. (Verh, d. k. k. 

zoologisch-botanischen Ges. in Wien.) 
Alinaoach der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Yiil. 1858. 

Wien. 
Aonaaire de TAcademie Royale des sciences» des lettres et des beaux- 

arts de Belgique. XXIV. Bruxelles 1858. 
Aanual report of the board of regents of the Smithsokian Institution 

for 1855, 1854, 1855, 1856. .Washington 1854-1857. 
A. AmvBTSBV. Phjsikalske Meddelelser. Unirersitets-Program for 2det 

Semester 1858. Christiania 1858. 
L. C. M. AuBBBT. Beiträge cur lateinischen Grammatik. I. Christia- 
nia 1856. 
A. D. Bachb. Report of the Superintendent of the coast survoj, showing 

the progress of the survey during the year 1856. Washington 1856. 
JJ.Babtbb« Die Verbindungen der preufsischen und russischen Drei- 

ecksketten bei Thom und Tarnowitz. Berlin 1857. 
W. Bbbts. Ueber die elektromagnetische Wirkung VoLTA'scher Strome 

Terschiedener Quellen. (Poee. Ann.) 
Berichte über die Verhandlungen der Königlich sächsischen Gesellschaft 

der Wissenscliaften zu Leipzig. Mathematisch -physische Classe. 

1857. n, III; 1858. I. Leipzig 1858. 

J.BotsoiA. Ueber die mechanische Theorie der Elektrolyse. (Poee. 

Ann.) 
— — Het behoud van arbeids?ermogen in den gahanischen stroom. 
Leyden 1858. 

b* 



2x Eingegangene Geschenke. 

Bebwstia et Zanteobscri. Nouvelle analyse du spectre solaire. (La 
lumiere.) 

P. W. Brix. Zeitschrift des deutsch-osterreicliischen Telegraphen Vereins. 
1867. No. 10- 1858. No. 8. Berlin 1857, 1858. 

J. A. Bboun. Report on the observatories of the Rajah of Trevancore 
at Trevandrum and on the Agustier peak of the western Ghats. 
Trevandnim 1857. 

£• Brücke. Untersuchungen über den Bau der Muskelfasern mit Hülfe 
des polarisirten Lichtes. Wien 1858. (Wien. Denkschr.) 

Bulletin de la Classe physico - mathemaftique de l'Academie Imperiale 
des Sciences de Saint- Petersbourg. XVL St.-Petersbourg et 
Leipzig 1858. 

Bulletins des seances de la Classe des sciences de FAcademie Royale 
des sciences, des lettres et des beaux-arts de Belgique. Annee 
1857. Bruxelles 1858. 

R. Claubivs. Ueber die mittlere Länge der Wege, welche bei der 
Molecularbewegung gasförmiger Körper von den einzelnen Mole- 
cülen zurückgelegt werden; nebst einigen anderen Bemerkungen 
über die mechanische Wärmetheorie. (Poee. Ann.) 

Comptes rendus hebdomädaires des seances de l'Academie des sciences. 
XLÜI, XLIV. Paris 1856, 1857. 

H. Datt. Six discourses delivered before the Royal Society at their 
anniversary meetings, on the award of the Royal and Coplbt 
medals, preceded by an address to the Society, on the progress 
and prospects of science. London 1827. 

Denkmünze auf Professor Dr. Christoph Hamsteen 1856. 

Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Mathe- 
matisch-naturwissenschaftliche Classe. XIV. Wien 1858. 

J. Dalton. A new system of chemical philosophy. Part-l. Second 
edition London 1842. — Part II. London 1810. — Part L of 
Vol. IL London 1827. 

Meteorological observations and essays. Second edition. Lon- 
don 1834. 

J. DüB. Ueber die Beziehungen des im Eisenkern der Elektroroagnete 
erregten Magnetismus ' zu den Dimensionen ^des Magnetkernes. 
(Poee. Ann.) 

•^ — Ueber die Abhängigkeit der Tragkraft von der Gröfse der 
Berührungsfläche zwischen Magnet und Anker. (Poee. Ann.) 

E. Edlund. Berättelse om framstegen i fysik under Ir 1852. Stock- 
holm 1857. 



EiDgegangene Geschenke. XXI 

C. M. EiiLioT. On the lunar atmospheric tide at Singapore. (PhiL 
Trans.) 

G. FoRCHHAMMXB. Oversigt over det Kgl. danske Videnskabernes 
Selakabs Forhandlinger og dets Medlemmers Arbeider i Aaret 1856; 
i Aaret 1857. Kjobenhavn. 

Forhandlinger ved de skandinaviske Naturforskeres fjerde Mode, i Chri« 
stiania den 11-18 Juli 1847. Christiania 1647. 

Portegneise oTer de Foreläsninger, der skulle holdes Ted detKongelige 
Fabdbaiks Universitet. Christiania 1856, 1857. 

Gelehrte Anzeigen, herausgegeben von Mitgliedern 3er Königlich baye- 
rischen Akademie der Wissenschaften. XLIV, XLV. Januar bis 
Joni, Juli bis December 1857. München. 

C. GiSBBL und W. Heintz. Zeitschrift für die gesammten Naturwissen- 
schaften, herausgegeben Ton dem naturwissenschaftlichen Vereine 
für Sachsen und Thüringen in Halle. X, XI. Berlin 1857, 1858. 

W. 6. Hahkbi*. Elektrische Untersuchungen. Dritte Abhandlung. Ueber 
Blektricitätserregong zwischen Metallen und erhitzten Salzen. Leip- 
zig 1858. (Abh. d. Leipz. Ges.) 

P. A. Habbbn. Theorie der Sonnenfinsternisse und verwandten Er- 
scheinungen. Leipzig 1858. (Abh. d. Leipz, Ges.) 

J. HiHBT. Meteorology in its correction with agriculture. Washington 
1858* (Agricultural report of the United States patent oflfice.) 

G, A. HiBMT. Recherches sur Tequivalent mecanique de la chaleur, 
presentees.a la Societe de physique de Berlin. Colmar et Paris 
1858. 

J. C. HÖBBTB. Observations sur les phenomenes d'erosion en Norvege. 
Christiania 1857. 

Jahrbuch der Kaiserlich - Königlichen geologischen Reichsanstalt. 1857. 
No. 3, 4; 1858.. No. 2. Wien. 

Jahresbericht des physikalischen Vereines zu Frankfurt am Main für das 
Rechnungsjahr 1856-1857. 

JoLLT. Ueber die Physik der Molecularkräfte. München 1857. 

T. G. T. Kabajan. Festrede bei der feierlichen Uebemahme des ehe- 
maligen Universitätsgebändes durch die Kaiserliche Akademie der 
Wissenschaften, gehalten am 29. October 1857. Wien. 

T, Kjbbou. Besvarelse af den af det akademiske CoUegium d. 
23de Mai 1854 fremsatte Prisopgave No. 6: „Att underkaste de 
fortkjellige Theorier, der ere fremsatte om Dannelsesmaaden af 
de uskiktede Bjegarter i Christianias Overgangsformation, en vi- 
denskabelig Proveise, samt veie dem mod hinanden*'. 



2^11 EingegaDgene €»escbeDke. 

KvoBLAUCH. Versuche um zu eraiittelny ob hei verschiedenen Holzarten 
ein gewisser ZusammenhaDg zwischen den an ihnen beobachteten 
physikalischen Eigenschaften , z.B. Wärmeleitungserscheinungen, 
Klangrerhältnissen, und ihren Structurverhältnissen erkennbar sei. 
(Abb. d. naturf. Ges. zu Halle.) 

Kongliga svenska fregatten Eugenies resa omkring jorden under befäl 
af C. A. YineiH Iren 1851 - 1853. Yetenskapliga iakttagelser 
utgifna af K. svenska Yetenskaps* Akademien. Fjsik. I« Hjdro* 
grafi och meteorologie. Stockholm 1858. 

Koogliga STenska Yetenskaps-Akademiens handlingar. (2) I. No. 2. för 
är 1856. Stockholm 1858. 

G. A. KöBNHVBEB. Yerhandlungen des Yereins für Naturkunde zu 
Presburg. 1857. No.2. Presburg. 

K. Kbeil. Jahrbücher der k. k« Centralanstalt für Meteorologie und 
Erdmagnetismus. Y. Jahrgang 1853. Wien 1858. 

W.KÜHifB. Beiträge zur Lehre Tom Icterus. Berlin 1858. (Yib^bow Arch.) 

C. Kuhn. Ueber die Benützung von elektrischen und YoLTA'schen Ap- 
paraten zum Zünden Yon Sprengladungen und Minenofen. 
(DueiiKB J.) 

Ueber die Eigenthumlichkeiten des Witterungsganges im Jahre 

1867 zu München und auf dem Hohenpeifsenberg und einige 
charakteristische Unterschiede der meteorologischen Yerhältnisse 
dieser beiden Punkte. (Münchn. gel. Anz.) 

A. T. KuPfviR. Compte-rendu annuel de Tobservatoire physique cen- 
tral. Annee 1856. St.-Peter8bourg 1857. 

J. Lamont. Annalen der Königlichen Sternwarte bei Münclien. (2) 
Ylll, IX. München 1855, 1857. 

Resultate aus den an der Königlichen Sternwarte veranatalteten 

meteorologischen Untersuchnogen, nebst Andeutungen über den 
Einflufs des Klimas von München auf die Geiundheitsverhältnisse 
der Bewohner. München 1857. (Münchn. Abh.) 

A. Lb JoiiIs. Memoires de la Societe Imperiale des sciences naturelles 
de Cherbourg. lY. Paris et Cherbourg 1856, 

G. T. LiBBiG. Discussion of some meteorological obserratlons made 
at Parisnath hill. 

Memoirs of the literarj and philosophical Society of Manchester. (2) 
XI Y. London 1857. 

Memorie della Reale Accademia delle scienze dal 1852 in avanti. I. 
No.3 per TauDo 1854; II. per gli anni 1855, 1856, 1857. Na- 
poli 1857. 



Eiogegangene Geschenke. XXIII 

MoBatsberieiite der Königlichen preufsischen Akademie der Wissenschaf- 
ten za Berlin. 1857 Nov.- 1858 Oct. Berlin 1858. 

C. NsüMANK. Explicare tentatur^ quomodo fiat, ut lucis planum pola- 
risationis per vires electricas vel magneticas declinetur. Disser- 
tatio inauguralis. Halis Saxonum 1858. 

J. M. Norman. Quelques observations de morphologie vegetale faites 
au jardin botanique de Christiania. Christiania 1857. 

Nova acta Regiae Societatis scientiarum Upsaliensis. (3) 1; II. No. 1. 
Upsalae 1855, 1856. 

Obseirations des phenomenes periodiques. (Mem. d. Brux. XXXI.) 

Öfversigt af Kongl. Yetenskaps-Akademiens förhandlingar. XIV för 1857. 
Stockholm 1858. 

Pbilosophical trantactions of the Royal Society of London for the year 
1857. CXLVII. London J858. 

PfliPSON. Ueber die Phosphorescenz bei den Mineralien, Pflanzen und 
Tbieren. Aus dem Französischen bearbeitet und mit den neue- 
sten Erfahrungen bereichert von J. Müller. Berlin 1858. 

J. Platsav. Recherches experimentales et theoriques sur les figures 
d'equilibre d*une masse liquide sans pesanteur. Quatri^me serie. 
(M^m. d. Brux.) 

Proceedingsofthe Royal Society of London. YIIL No.27> IX. No. 28-31. 

QüiHCKB. Ueber eine neue Erzeugung galvanischer Ströme. (Berl. 
Monatsber.) 

Reodiconto della Reale Accademia delle scienze del Marzo 1856 a tutto 
11 1857. Anno V e VI. Napoli 1857. 

Report of the commissioner of patents. Arts and manufactures. 1854. 
I, 11; 1855. T, 11. Washington 1855, 1857. 

Report on the adjudication of the Coplbt, Rümford and Royal medals ; 
and appointment of the Bakkrian, Croonian and Fairchild 
lectures. London 1834. 

i. Roth. Litteratur über den Vesuv, besonders der Ausbrüche. Berlin 1 857. 

M. Sars. Bidrag til Kundskaben om Middelhavets Littoral -Fauna, 
Reisebemärkninger fra Italien. (Nyt Magazin.) 

M. Sars og T. Kjerulf. Nyt Magazin for Naturvidenskaberne. X. 
No. 1-3. Christiania 1857, 1858. 

A., H. and R. Schlagintwkit. Reports on the proceedings of the 
officers engaged in the magnetic survey of India. 1855-1857. 

C. F. Schoknbrin. Mittheilungen über metallische Superoxyde. Mün- 
chen 1857. (Münchn. Abh.) 



jXir Eingegangene Geschenke. 

Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Ma- 
thematisch-naturwissenschaftliche Classe. 1857. No.5-9, 1858. 
No. 1-14. Wien 1857, 1868. 

The Royal Society, 30th November, 1857. 

Transactions of the Acfademy ofscience of St. Louis. I. No. 1. St. Louis 
1857. 

Voss. Inversio vesicae urinariae og luxationes femorum congenitae hos 
samme Individ. Christiania 1857. 

Yoyage aytour du monde sur la fregate suedoise TEugenie, execute 
pendant les annees 1851-1853, sous le commandement de C. A. 
ViRGiir. Observations scientifiques publiees par l'Academie Royale 
des sciences a Stockholm. Physique. L Hydrographie et meteo- 
rologie. Stockholm 1858. 

J. Warner. Studies in organic morphology. Philadelphia 1857. 

R. Wolf. Yierteljahrsschrift der naturforschenden Gesellschaft in Zü- 
rich. 1867. No. 1-4, 1858. No. 1-2. Zürich 1857, 1858. 

A. WÜLLNBR. Versuche über die Spannkraft des Wasserdampfes aus 
wässerigen Salzlösungen. (Po66. Ann.) 

— — Versuche über die Spannkraft der Dämpfe aus Lösungen von 
Salzgemischen. Marburg 1858. 

F. Zantxdeschi. De mutationibus, quae contingunt in spectro solari 
fixo. München 1857. (Münchn. Abh.) 

Apparato per ia comunicazione del moto. (Wien. Ber.) 

Risultamenti ottenuti da un giroscopio. (Wien Ber.) 

Ricerche sulle leggi della capillaritä. (Atti dell* Istituto Veneto.) 

Nouveau spectrometre. (La lumiere.) 

De la Vision stereoscopique, des images et des couleurs com- 

plementaires. (La lumiere.) 

Zantxdeschi e BoRLixtcTTo. Des irradiations chimiques au point de 
vue de la Photographie. (La lumiere.) ^ 



Inhal t). 



Erster Abschnitt 

Allgemeine Physik. 



Seite 



]. Molecularphysik. 

H. KoFP. Ueber die specifischen Volume stickstofflialtiger Ver- 

bindangen 3 

— — Beiträge zur Stöcbiometrie der physikalischen Eigenschaf- 
ten chemischer Verbindungen. Fortsetzung .... 3 

M. Berthilot. Bemerkungen über einige physikalische Eigen- 
schaften der zusammengesetzten Körper .... 5 

DKI.AF088I. Ueber ein Mittel zur synthetischen Losung mehre- 
rer Hauptfragen der Krystallographie 10 

Ueber die Structur der Krystalle' und deren Beziehungen 

zu ihren physikalischen und chemischen Eigenschaften . .10 

Lktmebik« Versuch einer allgemeinen Erklärung der Hemiedrie 11 

Ueber die Frage« inwieweit bei der Aufstellung der Kry- 

stallsysteme auf die Hemiedrie Rücksicht zu nehmen ist .12 

M. L. Fbaitkbkhiim. Ueber die Anordnung der Molecüle im 
Krystall 12 

L. Pastküb. Ueber das Wachsen der Krystalle und über die 
Ursachen des Auftretens der secundären Formen . . .19 

DB 8bvabmont. Resultate analoger Untersuchungen. . . 21 

G1.AI8HVI1. Ueber die Aehnlichkeit der Form von Schnee- und 
Kampherkrystallen unter gewissen Bedingungen • . .21 

*) Ueber die mit einem Sternchen (*) bezeichneten Aufsätze ist kein 
Bericht erstattet. 



XXVI Inhalt 

Seite 
*C. S. C. Detillk. Ueber die Modificationen des Schwefels un- 
ter dem Einflufs der Wärme und der Auflösungsmittel . . 22 
MiTSCHERLiCH. Ueber die rothe Färbung des Schwefels • . 22 
G. Magnus. Ueber die allotropischen Zustände des Schwefels 22 

E. Baudhimont. Neue Beobachtung über den weichen Schwefel 23 

F. WÖHLKR und H. S. C. Detille. Ueber das Bor • . .24 
Heeren und Karmarsch. Ueber das Aluminium . • .24 
*A. Schefczik. Ueber die Bewegung schwimmender Krystalle eini- 
ger organischen Säuren 25 

Ueber das Vorkommen fetter Oele auf der Oberfläche 

der Flüsse 25 

2. Adhäsion. 

H.M.Witt. Ueber die eigenthümliche Fähigkeit poröser Stofle 
(des Sandes und der Kohle), Körper aus ihrer Lösung in 
Wasser abzuscheiden 26 

3. Capillarität. 

A. PopOFF. Notiz über die Theorie der Capillarität . . .27 
A. Davidoff. Bemerkung über die Notiz von Popoff . . 27 
F. Zantedeschi. Ueber die Gesetze der Capillarität . . 29 
C. Wolf. Ueber die Temperatur, bei welcher Flüssigkeiten die 
sie enthaltenden Gefäfse nicht mehr benetzen . . .29 

E. Desains. Ueber die Capillaritätserscheinungen . . .30 
M. L. Frankenheim. Ueber den Einflufs der Temperaturver- 
änderungen auf die Capillaritätsphänomene am Quecksilber . 40 

4. Diffusion. 

* T. Graham. Ueber Osmose 41 

F. Beilstein. Ueber die Diflusion von Flüssigkeiten . .41 
C. Ludwig. Diffusion zwischen ungleich erwärmten Orten gleich 

zusammengesetzter Lösungen 44 

Y. Wittich. Ueber Eiweifsdiflnsion. Vorläufige Mittheiluugen • 45 
J. Jamin. Ueber die Endosmose der Gase / . .46 

W. Schmidt. Versuche über die Filtratiönsgeschwindigkeit ver- 
schiedener Flüssigkeiten durch thierische Membran • . 47 
J. Harzer. Beiträge zur Lehre von der Endosmose • • »50 

5. Dichtigkeit. 

H. KoFP. Untersuchungen über das speciflsche Gewicht , die 
Ausdehnung durch . die Wärme und den Siedepunkt einiger 
Flüssigkeiten • • • • • • • • • •• 53 



Inhalt. XXVH 

Seite 
P. KasMiM. Ueber die Cootractionen , welche die Mischung 

▼erachiedener wäfsriger Salzlösungen begleiten . . .54 

B. SriWAET* Ueber einige Gesetze der gegenseitigen Einwir* 
kung TOD Schwefelsäure und Wasser 57 

A. Ebmam und P. Hbetbr. Ueber Messungen der permanenten 
Ausdehnung, die das Gufseisen durch Erhitzen erleidet, und 
die dabei gebrauchten Mittel zur Bestimmung hoher Tempe- 
raturen 59 

R. KoHLmAüscH. Notiz über Rbsnaült^s Bestimmung des Ge- 
wichts Ton einem, Liter Luft und über die Dichtigkeit des 

Wassers bei Null 61 

HaBEKii. Ueber die Bestimmung der Dichte des Scbiefspulfers 61 
J. Natahsov. Ueber die Anwendung einer Modification ^er 
GAT-LüaaAC*schen Dampfdichtenbestimmungsmethode bei Sub- 
stanzen mit hohem Siedepunkt 63 

G» JiMzacH. Ueber die Bestimmung der specifischen Gewichte 63 
A. RiiMONDi. Ueber ein neues Verfahren zur Bestimmung 
des specifischen Gewichts fester Körper Tennittelst der ge- 
wöhnlichen Wage 64 

C. Einr. Prioritdtsreclamationy bezuglich auf die Erfindung eines 

Verfahrens zur Bestimmung des specifischen Gewichts fester 
Körper durch Hrn. Aübketin ^ 64 

Babiwbt. Bemerkungen über denselben Gegenstand • . 64 

EcKPBLDT und DvBOis. Apparat zur Bestimmung specifischer 
Gewichte .65 

F. ZAVTBDBacmi. Differentialdichtigkeitsmesser für einige Flüs- 
sigkeiten 66 

Haobv. Ueber die Ausdehnung des destillirten Wassers unter 

Terscfaiedenen Wärmegraden 66 

. Maafs ond Messen. 

W. H. MiLLiE. Ueber die Construction des neuen Normalpfun- 
des und der Copieen desselben von Platin, und über die 
Vergleichung des Normalpfundes mit dem Kilogramm des 
archi?es 70 

AiAT. Bemerkungen über gewisse bisher unbeachtet gebliebene 
FäUe der Pertonalgleichung, nebst Zahlenangaben • • 75 

E. Sang. Normalgewicht • 76 

C. A. HmtCML. Das bequemste Maafs- und Gewichtssystem, 
gegrindol auf den natürlichen Schritt des Menschen • 76 



XXVIII Inhalti 

Seite 
E. Samg, Ueber die türkischen Gewichte uod Maafse • . 77 
H. Mackworth. Ueber die Metra •••... 77 
BoMNEFiLLB. BeschteibuDg eines an der gewöhnlichen Canal- 
wage angebrachten Apparates, um dieselbe als Neigungsmes- 
ser gebrauchen zu können ..••••• 77 
M. H. Jacobi« Die galvanische Pendeluhr • • • .78 

R. Arendt. Ueber eine Methode zum Calibriren -der Quetsch- 

habnbüretten 80 

San6. Mittel zur Beobachtung kleiner Theile der Secunde . 81 
KÄPFBLiN. Neues Instrument zum Wägen • . • .82 

Mater. Patentgefällmesser 82 

* Taupinard. Neues Yeifahren zur Messung von Entfernungen 

vermittelst der Geschwindigkeit des Schalles • • .83 

'^G. B. AiRT. Etalons der englischen Maafse . • • .83 
*GLOE8£if£R. Ueber eine wichtige Vervollkommnung der Chro- 

noskope. / • • • .83 

*J. SiLTBETBR. Federwageu 83 

*J. Stanlbt. Verbesserungen an Wagen • . • • .83 
'^G. Hamilton. Verbesserungen an Wagen • • • .83 
*R« Grant. Ueber den Ursprung der im siebzehnten Jahrhun- 
dert gemachten Versuche zur Herstellung eines unveränder- 
lichen Normalmaafses nach physikalischen Principien • • 83 
* Shbepshanks. Wiederherstellung von Gewichts- und Maals* 

etalons .83 

7. Mechanik. 
^C. Stähblin. Die Lehre der Messung von Kräften mittelst 

der Bifilarsuspension ....•.•• 84 
W. Matzka. Ein neuer Beweis des Kräfteparallelogramms . • 84 
Raabe. Anwendung der imaginären Zahl zur Darstellung des 

Satzes des Parallelogramms, wie des Parallepipedons der Kräfte 84 
J. T. Grates. Ueber das Polyeder der Kräfte . * .85 
Hatwaro. Ueber eine directe Methode, Geschwindigkeiten, Be- 
schleunigungen und alle ähnliche Gröfsen in Bezug auf be- 
wegliche Axen zu schätzen, nebst Anwendungen • . .85 

A. M1NDIN6. Ueber einige Lehrsätze der Statik • .85 
O. ScHXÖMiLCH. Die X)berfläche des, dreiaxigen Ellipsoids und 

deren Schwerpunkt . • 86 

B. Santini. Sätze über die Anziehung, welche gewisse Ober- 
flächen und Körper auf einen Punkt ihrer Axe ausüben • 87 



Inhalt. XXIX 

Seite 
H. Rksal* Ueber die geometrischen Eigenschaften der Bewe- 
gung eines festen Systems von Punkten . - . .87 

OsTEoeaADSKT. lieber die allgemeine Theorie des Stofses . 87 
J. BtnTRAMD. Betrachtungen aber eine Abhandlung von Ostro- 

eaAJDSKT. • • 87 

A. Caucht, Bemerkungen über denselben Gegenstand • • 87 
J. BtRTAAMD. Beweis eines Lehrsatzes von Stürm • . .87 
A. Cavcbt. Ueber die plötzlichen Geschwindigkeitsänderungen 

in einem Systeme materieller Punkte 87 

DuHAMBii. Bemerkungen über die Notiz von Caucht • • 87 

Caucht. Erwiederung 87 

Sk»uin. • Lehrsatz von Sturm über die verlorenen lebendigen 

Kräfte 87 

Duhamel. Bemerkungen über einen Lehrsatz der Mechanik • 88 
A. Caucht. Erwiederung auf die letzten Bemerkungen von 

Duhamel 88 

Duhamel. Erwiederung hierauf ...... 88 

PoMCBLET. Allgemeine Betrachtungen über das Problem des 

Stofses 88 

AfoRiN. Bemerkungen über die vorliegende Streitfrage . • 88 
A. Caucht. Ueber einige Sätze der rationalen Mechanik. . 88 
Duhamel. Erklärung, dafs er bei seiner früheren Meinung ver- 
bleibt . . . . , 88 

PoNCEiBT. Betrachtungen über die obige Notiz von Caucht • 88 

F. MoioNO. Die Streitfrage über die Formeln und Gesetze des 
Stofses elastischer Körper 88 

LiouTiLLB. Merkwürdiger Ausdruck für diejenige Gröfse, welche 
bei der Bewegung eines Systems Ton materiellen Punkten, die 
auf beliebige Weise mit einander verbunden sind, in Folge 
des Princips der kleinsten Wirkung zu einem Minimum wird 90 

G. Mainardi. Ueber die Integrale, welche mehreren mechani- 
schen Problemen gemeinsam sind • 92 

F. Brioschi. Erwiderung auf Mainaroi's Aufsatz . . 92 
J. Bertramd. Erwiderung auf Mainaroi's Aufsatz . • . 92 

G. MAiiTARni. Zu seiner Notiz über die Integrale, welche meh- 
reren mechanischen Problemen gemeinsam sind • . .93 

A. Catlbt. Zur Theorie der elliptischen Bewegung • . 94 
J. Liou¥iLLE# Ueber einen besonderen Fall des Problems der 
drei Körper . • ■ • .94 



MX Infc«^** 

Seite 
J. Challis. Ueber dai Problem der drei Korper • « . 95 

Steichbn. Ueber einige Schwierigkeiten der phjtiscken Mechanik 95 
BuADiN. Ueber die Berechnung des Effects der Mnichinen • 96 
Mahistex. Ueber das conische Pendel oder den Centrifugal- 

regulator »96 

RssAL. yeber die Oscillationen der an elastischen Platten auf- 
gehängten Pendel fester Chronometer 97 

M. P. 'TcH^BTCBBW. Theorie der unter dem Namen der Pa- 
rallelogramme bekannten Mechanismen . • ^ .97 
Baesse. Bemerkungen über die WATT'sche Curre • • « 98 
AZZABBI.LI. Ueber die Bewegung des Doppelkegels auf awet 

convergirenden geraden Linien 99 

G. Maimaroi. Ueber das Gleicligewicht einer Tollkommen bieg- 
samen Oberfläche. •••,•••• 99 

Ueber das Seilpoljgon .••••.. 99 

Ueber Tautochronen 99 

Ueber die Bewegungsgleichungen für ein unveränder- 
liches System • • 99 

J. J. Stlyester. Bemerkung über die Wurfbewegung • • 99 
J. A. Galbraith. Allgemeine £onstruction für die gröfste Wurf- 
weite im luftleeren Raum • . • • • .100 
J. J. STLTBaTBR, Ueber Galbraith*b Construction der Wurf- 
weite .101 

W. J. M. Rankivb. Ueber die Stabilität der lockeren Brde . 101 

Ueber die mathematische Theorie der Stabilität der 

Erde und der Bauwerke 106 

E. Sebnitz. Beiträge zur Mechanik des Pfluges • • »107 
James. Ueber die Abweichung des Bleiloths bei Arthar*8 Seat 

und die Dichtigkeit der Erde . • . . « . 107 

' Ueber die Gestalt , Gröfse und mittlere Dichtigkeit der 

Erde nach der trigonometrischen Aufnahme von Grofsbrittaa- 
nien und Irland ••••••••« 108 

G. B. AiRT. Bericht über die PendelTersucbe im HartonkoUen- 

bergwerk zur Bestimmung der mittleren Dichtigkeit der Erde 109 

Supplement zu dem ,, Bericht über die Pendel versuche 

im Hartonkohlenbergwerk", enthaltend einen Bericht über 
Versuche zur Bestimmung der Correction für die Tempera» 

tur des Pendels ' • • 113 

Stores. Zusatz • • .114 



Inhalt. XIXI 

Seite 
S. HAU6HT0K. Ueber die Dichtigkeit der Erde nach Aiat's 

Versuclien im Hartonkohlenbergwerke 114 

DiDioN. . Ueber die Gesetze des Luftwiderstandes bei grofser 

Geschwindigkeit der Geschosse . • . . .114 

W. H. T. Routrot. Bemerkungen und Untersuchungen über 

einige Gegenstände dw Ballistik 115 

FoucAULT'sche Versuche. 

*DB Gaakti. Ueber Versuche, welche dem FovcAULT'schen 

analog gewesen sein sollen 116 

B. Samtimi. Ueber die Centrifugalkraft der Erde> insofern sie 

die Richtung der Schwere modificirt. Formeln und Ver- 
suche 116 

MoNTiGVT. Elliptische Oscillationen des ruhenden Pendels . 116 
Panisktti. Versuche über die Oscillationen des ruhenden 

Pendels , 118 

PoARo.^ Tägliche Oscillationen des Pendels . . • .119 
AiiTHva. Die fortschreitende Bewegung der Erde, bewiesen 

durch die Versuche Panisbtti's 120 

V. PüisxiTZ. Ueber die Veränderungen der Schwere an Punk- 
ten der Erdoberfläche, welche wenig von einander entfernt 
sind, and über einige daraus zu ziehende Folgerungen . 120 

C. HoLTZMANK. Das F.oüCAULT*sche Pendel . . . .122 
Blum. Ueber die Bedeutung und die Theorie des Foucault'- 

sehen Versuches • • .124 

LoTTNKii. Zur Theorie des FoucAULT'schen PendeWersuchs . 124 
J. A. Grümbat. Elementare Theorie des Pendehersuchs Ton 

FoucAULTy aus neuen Gesichtspunkten dargestellt . .125 
AsBB. Ueber den Pendehersuch zum Beweise der Drehung der 

Erde 126 

T. W* BvRR. Beschreibung eines Apparats zur mechanischen 

Nachbiidong der Präcession 127 

R. Grant. Ueber die mechsmische Nachbildung der Präcession 128 
'G. Hahiltoit. Notiz über die mechanische Nachbildung der 

Präcession 129 

Orahh. Der FoucAüLT*sche Versuch 129 

W. Gäatatt. Elementare Betrachtungen über die drehende 

Bewegung 129 

E. S« Smbli;. Ueber die Planetenstorungen . . • • 130 
Zamtbdbsühi. Versuche mit einem Gyroskop • • • .130 



XXXII Inhalt, 

Seit« 
H. Tkllkampf. Versuch zur BegrÜDdung einer möglichst ein- 
fachen Theorie und Erklärung der Kreiselbewegung • .131 
E. BoüH. Ueber die relativen Bewegungen • « • «132 
QucT. Ueber die relativen Bewegungen . . • . .138 
J. BsaTRANo. Ueber das FoucAULT^sche Gyroskop . • 133 
J. C. Maxwxll. Ueber einen djnami^hen Kreisel zur Beob- 
achtung der Bewegung eines Systems von unveränderlicher 
Form um einen festen Punkt, nebst Bemerkungen über die 
Bewegung der Erde . . • 134 

Physiologische Mechanik. 
'^Girauo-Teitlon. Ueber das Princip des Mechanismus zum 

Schwimmen der Fische und zum Fliegen der Vögel • .137 

8. Hydromechanik. 

* Magnus. Ueber die Bewegung der Flüssigkeiten • • .137 

C. GiAAULT. Ueber die Bedingungsgleichungen für die an der 
Oberfläche einer bewegten Flüssigkeitsmasse befindlichen 
Theilchen 137 

CT. Mktbr. Ueber den vollen Ausflufs des Wassers aus Roh- 
ren beim Durchgang durch Verengungen, und den bei dem 
plötzlichen Ueberspringen zu dem gröfsern Querschnitt statt- 
findenden Arbeits Verlust 138 

R. Hoffe. Bestimmung der Bewegung von Rotationskörpern in 

einer incompressibelen Flüssigkeit . . '. • .139 

W« S. Okelt. Beweis der Continuitätsgleichung • • • 140 

Clebbch. Ueber die Bewegung eines Ellipsoids in einer tropf- 
baren Flüssigkeit 140 

J. PI.ATEAU. Experimentelle und theoretische Untersuchungen 
über die Gleichgewichtsüguren einer gewichtlosen Flüssig- 
keit. Dritte Reihe. Theorie des Einflusses vibratorischer Be- 
vregungen auf Flüssigkeitsstrahlen, die sich aus kreisrunden 
OefFnungen ergiefsen . • ^ 142 

H. Maus. Bericht über die Abhandlung von Plateau: Expe- 
rimentaluntersuchungen über die Gleichgewichtsflguren einer 
gewichtlosen Flüssigkeit. Dritte Reihe • • .142 

J. Plateau. Ueber die neueren Theorieen der aus kreisrun- 
den Oeffmingea sich ergief senden Flüssigkeitsstrahlen . 143 

HAeSN. Ueber den Einflnfs der Temperatur auf die Bewegung 

des Wassers in Röhren . . • • • • .. 145 



Infialt. XXXIII 

Seite 
J. Haatihg. Ueber kleine Wirbelbewegungen in Gemischen von 

Wasser and fluchtigen Flüssigkeiten 149 

Popow. Ueber die Gesetze der Schwingungen von Flüssigkei- 
ten in cjlindriscben Gefäfsen 150 

BiiAsciULiinf. Bestimmung der Gleichgewichtslagen schwim- 
mender Korper 150 

WiTzscHBi.. Die neuern hydraulischen Untersuchungen . .151 
*6. ]|Iaina&di. Ueber die Bewegungen eines in einer Flüssig- 
keit schwimmenden Halbellipsoids 151 

9. Aeromechanik« 

^SoKDHAirss. Ueber die Form von aus runden OefTnungen tre- 
tenden Luftstromen ..152 

T. Tat«. Ueber eine neue doppelt wirkende LufYpumpe mit 
einem Cjlinder 152 

Ueber einige Abänderungen der neuen doppelt wirken- 
den Luftpumpe mit einem Cylinder 152 

J. J. Sji.BBAMA]f N jun. Anwendungen eines neuen Hahnsystems 

bei Yerdünnungs- und Verdichtungsluftpumpen . . .152 

W. D. CnoTrifB. Ueber die Geschwindigkeit der durch den 
Waflserdampf der Atmosphäre veranlafsten Luftströmungen 
in vertjcalen Röhren 153 

W. E. WooDBEinoB. Ueber die Messung des Pulverdampf- 
druckes zu praktischen Zwecken 153 

*C. Gabitssi. Ueber die Richtbarkeit der Luftballons .154 

*SiKMBN. Verbesserte Luftpumpe 154 

*J. GuiLLBT. Beschreibung eines Spirometers . . . 154 

*B. ScHNiFF. Ueber ein neues Spirometer von aufserordent- 

licher Empfindlichkeit und Einfachheit . • . .154 

10. Rlasticität fester Körper. 

Bamcalam. Ueber die Molecularkräfte 154 

OB Saint- Vbnant. Widerstand fester Körper . . • .156 

Ueber die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Schalles • 159 

Ueber die Folgerungen > welche für die Theorie des 

Lichtes aus der allgemeinen Elasticitätslehre hervorgehen . 164 

Ueber die Torsion der Prismen , nebst Betraditungen 

über die Biegung, sowie über das innere Gleichgewicht ela- 
stischer Körper im Allgemeinen, und praktische Formeln zur 
Berechnung des Widerstandes gegen verschiedene gleichzei- 
tige Wurkungen 165 

FortMkr. d. Phjs. XII. C 



XXXIV Inh«'*- 

Seite 
OB SADiT-VEiiAMT. Ueber die Biegung elastischer Prismen und 

über die durch ungleichförmige Biegung hervorgebrachten 
Gleitungen und Krümmungen der ebenen Querschnitte . 165 
A. T. KuFFFBR. Ueber den Einflufs der Temperatur auf die 

Elasticität der festen Körper und insbesondere der Metalle 166 

MoAiM« Widerstand der Materialien 168 

W. Bbll. Ueber die Starke von Schmiede- und Gufseisen . 170 
J. Henry. Ueber die Prüfung von Baumaterialien und über den 
bei der Erweiterung des Capitols der Vereinigten Staaten 

benutzten Marmor 170 

H. Tbllkampf. Die Theorie der Hängebrücken, mit besonde- 
rer Rücksicht auf deren Anwendung bearbeitet . . . 170 
O. ScHLÖMiiiCH. Die gleichgespannte Kettenbrückenlinie . .171 
AüTBMHEiMER. Zur Theorie der Torsion cylindrischer Wellen 173 

F. W, Nbwman. Ueber Hängebrücken 176 

J. M. C. DiTHAMEi.. Ueher die Bewegung der verschiedenen 

Punkte einer sich abkühlenden cylindrischen Stange . .177 
W. Thomson. Elemente einer mathematischen Theorie der 

Elasticität 177 

E, Sav6. Theorie der freien Vibrationen einer linearen Reihe 

elastischer Körper • . • . . . . .177 
W. Bender. Mittheilungen über Versuche mit Mac Connell'- 

sehen Hoblaxen .• . .178 

Felten und Güilleaumb. Patentirte Seilerei in Köln . .178 

Fallproben an Gufsstahlazen 178 

C. R. Bornemank. Notiz über J. Jones' Versuche über den 

Kraftbedarf zum Lochen von Kesselblechen . . . 178 
A. C. Benoit-Duportaii.. Berechnung der Axendimensionen 

für Eisenbahnwagen 179 

P. BoiLEAU. Notiz über die Elasticität des vulcanisirten Kaut- 
schuks 179 

H. R. Storbr und C. Stooder. Ueber Guttapercharöhren • 180 

*N. Feroola. Ueber Stöfse 180 

'*'G. Mainaroi. Gleichgewicht eines elastischen Fadens • . 180 
^R. Mallett. Ueber die physikalischen Bedingungen bei ar- 
tilleristischen Constructionen, und über einige bisher uner- 
klärt gebliebene Ursachen des Zerspringen« von Kanonen . 180 
* H. Rbsal. Ueber die vibratorische Bewegung der Treibstangen 180 
*JoüRATSKi. Ueber den Widerstand eines Prismas und eines 



Inhalt, XXXV 

Seite 
auf Holz und Eisenbtedi za8aiiinenge»elzteo Korpers gegen 

eine auf der Längenricbtung senkrechte Kraft . . . iso 
*A. W, VoLKMANK. Versuche über Muskelreizbarkeit . . J80 
11. Veränderungen des Aggregatzustandes. A. Ge- 
frieren, Erstarren. 
11. B» Schmelzen. 
11. C. Auflösung. 
Hohe. Ueber die Bedingungen der Unluslichkeit der Körper. 181 

F. Pfaif. Einige Versuche über die Losliehkeitsverhfiltnisse von 

Sakgemengen • . • . 181 

H. LoBinraL. Beobachtungen über die Ueber&ättigung der Salz- 
lösungen. Sechste Abhandlung 182 

P. Kabhbr8. Ueber die LösHchkeitscurven einiger Salzatoine 
und die Siedepunkte gesättigter Salzlosungen . . .185 

üeber die Modification der mittleren Eigenschaft . .187 

üeber die Modification der mittleren Volumina einiger 

Salzatome und deren Losungen 188 

r. Haueb. Apparat zur Bestimmung der LöslicbkeitsverliMltnisse 
von Salzen bei höheren Temperaturen «... 189 
11. D. Condensation. 
ii, E« Absorption. 
L. Cariijs. Nachweisung des Absorptionsgesetzes für Aramo- 

niakgas 190 

G. HAmLKT. Ueber den Zustand, in welchem der beim Athmen 
durch das Blut absorbirte Sauerstoff sich befindet . .193 

11. F. Sieden, Verdampfen. 
A. W. HoFMAMN und F. B. Dupfa. Ueber das Bromtitan . 194 
H. KoFF. Ueber die Siedepunkte entsprechender Brom- und 
Chlorverbindungen und die Formeln der Silicium* und Ti- 
tanverbindungen 195 

Sachs. Versuche über Verdunstungsphänomene in Pflanzen . 195 
11. G. Lbiobnfaost* scher Versuch. 
^BuvF. Ueber die Theorie des LsiDBNFRosT*schen Versuchs • 196 
BouTiOMT. Rotation der Korper im spbäroidalen Zustande . 196 

A. CiMA. Ueber eine eigenthümliche Erscheinung beim Fallen 

ron Tropfen auf die Oberfläche einer gleichartigen oder 
ungleichartigen Flüssigkeit 196 

B. Bisio. Ueber eiaen Aufsatz von A. Cima • . • 198 



XXXrt Inlialt. 

Zweiter Abschnitt. 

Akustik. 

Seite 

12. Physikalische Akustik. 

J. LioüYiLLE. Ueber zwei Abhandlungen yon Poisson . 201 
A. MA.880N. Experimentaluntersuchuugen über die Bewegung 
der elastischen Flüssigkeiten. Neue Theorie der Blase- 
instrumente 202 

Hblmholtz. Ueber die CombinationstÖne .... 203 
WsATHKiM. Bemerkungen in Betreif einer Notiz Ton Zabsmi- 

NKR über die Schwingungsbewegung der Luft in Pfeifen • 217 
C. Hajech. Ueber die Brechung des Schalls .... 217 
LiBSAjous. Ueber die optische Untersuchung von Schwingungs- 

bewegungen • 221 

Duhamel. Ueber die Reibung als Ursache schwingender Be- 
wegungen . . 234 

T. Remtz und A. Wolf. Versuche über die Unterscheidung difFe- 

renter Schallstärken 238 

No^AK. Ueber Petrina's elektrische Harmonika . . • 240 
J. S. C. ScHWEieoER. Ueber Magnetismus in akustischer Be- 
ziehung 240 

NÖRREMBER6. Akustische Interferenzrohre .... 241 

13. Physiologische Akustik. 

*A. Geioel. Zur Lehre vom amphorischen Wiederhall . . 242 



Dritter Absclinitt. 

Optik. 

14. Theoretische Optik. 

*C. F. Gauss. Dioptrische Untersuchungen .... 775 

*A. Bratais. Notiz über Dioptrik 775 

* Erklärung eines merkwürdigen Falles der Lichtbrechung 

nach der Undulationstbeorie 775 

GBRLiire. Ueber eine mechanische Vorrichtung zur Darstellung 

der Wellenbewegung 775 

Weibrstrass. Ueber eine geometrische Constructiony wodurch 

man den Weg eines Lichtstrahls durch ein System von bre- 



Inhalt. XXXTII 

Seite 
cbendeii sphärischen Flächen in aller Strenge verfolgen 

kann 775 

A. Catlbt. Ueber das Oval von Dsscartbs .... 776 

Ueber Brennlinien 776 

Challu. Theorie der Mischfarben nach dem Undulationssystem 777 
G. G; Stokbs. Bemerkungen über den Aufsatz von Challis: 

„Theorie der Mischfarben" 779 

dbSbharmont« Ueber die Doppelbrechung .... 779 
P. Zech. Ueber die Ringsysteme der zweiaxigen Krjstalle . 785 
A.Bbbr. Graphische Darstellung der Amplituden- undPhasen- 

veriiäitnisse bei der Reflexion geradlinig polarisirten Lichtes 786 
J. Gaailich. Brechung und Reflexion des Lichtes an Zwillings- 
flächen optisch eiuaxiger Krjstalle 787 

B. Po'fv^Ki.i.. Ueber den Beweis der FAKSMEX.'8cIien Formeln 
für die Spiegelung und Brechung des Lichts und über deren 
Anwendungen 789 

C. A. H. HoLTZMAHN. Das polarisirte Licht schwingt in der 
Polarisationsebene . • . . . . . .791 

A. T. ETTiifGSHAüSBir. Ueber die neueren Formeln für das an 
einfach brechenden Medien reflectirte und gebrochene Licht 793 

Baktov. Mathematische Theorie der Wirkungen einer einfachen 
Linse in ihrer Anwendung als Objectiv der Camera obscura 
und als Brillenglas 802 

Ueber die Krümmung der Focalflächen in dem Falle 

eines aus beliebig vielen einander berührenden Linsen zu- 
sammengesetzten Objectivsy welches in seinem geometri- 
schen Mittelpunkt von sehr dünnen Strahlenbändeln durch- 
laufen wird 804 

Maxtvell. Ueber die elementare Theorie der optischen In- 
stramente . . 805 

P. Balcstaieai. Ueber neue praktisch ausgeführte Methoden 
zur vollkommenen Aufhebung der sphärischen Aberration, 
wodurch die Helligkeit und die Vergröfserungskraft der 
Fernrohre unbegränzt zu vermehren und die Linsenbilder 
im Allgemeinen aufserordentlich zu vervollkommnen sind . 806 

*Qi7VT. Ueber die Beugung des Lichtes im Falle einer sehr 

engen Spalte und eines undurchsichtigen Fadens . .810 

*Ghallib. Ueber die Veränderung der Lichtstrahlen, nebst 

einer Erwiederung auf die Bemerkungen von Stokes . . 810 



MXTIII ^^^^ 

Seite 
*H. HE SmfULWiHosr. Ueber ei» von H. Solbu. yorgesehlage- 

lies Mittel um zu erkennen, ob eine Bergkry«tailplatte der 

optischen Axe parallel oder dagegen geneigt ist . . .810 

* Ueber die totale Reflexion an der Auüsenfläclie dop- 
peltbrechender Krjstalle 810 

*W. Thobmon. Mechanische Veranscbaaltchuiig der Wirkung 
durchsiclaiger Kofper, welche unter magnetischem fiinflufs 
oder von selbst die Polarisationsebene des Lichtes drehen . 810 

*P. ZscH. Die Eigenschaften der Wellenflädien der zweiaxi- 

gen Krystalle, mittels der höheren Geometrie abgeleitet . 810 

* A. BaATAiB. Kurze Zusammenstellung der GAUss'schen For- 
meln über die Theorie der Femrohre and über ihre An- 
wendung zum Beweise der Eigenschaften des Ocularringes 810 

*L. Skidkl. Ueber die Entwicklang der Glieder dritter Ord- 
nung, welche den Weg eines aufserhalb der Ebene der Axe 
gelegenen Lichtstrahls durch ein System brechender Medien 
bestimmen 810 

15. Lichtentwicklung und Phosphorescenz« Literatur . 245 

16. Spiegelung und Brechung des Lichtes. 
Metirbtbik. Ueber ein Instrument zur Bestimmung des Bre- 

chungs- und Zerstreu ungs vermögen« Yerscliiedener Medien« 246 
MÖBics. Neue Methode Kry stallformen darzustellen . • 246 

17. Interferenz des Lichtes. 

J. Jamin. Beschreibung eines neuen Untersuchungsapparates, 

welcher auf Interferenzerscheinungen beruht . . . 247 

CARRin«. Darstellung dünner durchscheinender Platten aus 
Harzlösungen, und aber ein vermittelst derselben dargestell- 
tes Papier mit changirenden Farben 248 

H. Meter. Ueber einige Beugungserscheinungen . • • 248 

Serge oe Birkine. Eigenthömliches Aussehen des Sehattens 
eines Stabes, der von einer in der Richtung der Sonne ge- 
henden Person getragen wird 249 

EiSEMLOHR. Apparat zur Erzeugung der NRtvToif'sdien Far- 
benringe 249 

18. Spectrum. Absorption des Lichtes. Objective 
Farben. 

^SroKEg. Ueber die Veränderung der Brechbarkeit des Lich- 
tes. Zweite Abhandlung 250 

^Anostr^'m. Das prismatische Spectrum des elektrischen Fankens 250 



Itthalf. 



XXXiX 



Seite 
*A. SiccHi. Ueber die Farben der Sterne • • • . 250 

CRe«xBB. Pbotographisdie Uatertucbungen über ^^as Sonnen- 
spectrum. Camera obscura zur Darstellung des Spectrums 

und Anwendungen derselben 250 

J. Müller. Ueber die Photographie des Spectrums . . 251 
W. fiisKHLOBA. Die brechbarsten oder unsichtbaren Lichtstrah- 
len im Beugungsspectrum und ihre Wellenlänge . . .251 

Die Wellenlänge der brechbarsten und der auf Jodsilber 

chemisch wirkenden Strahlen 254 

Fürst Salm-Borstmah. Untersuchung des grünen Stoffes wah- 
rer Infusorien 255 

Ueber die Fluorescenz eines Stoffes in der Rinde von 

Fraxinus excelsior . 255 

Fluorescenz des Aesculetins ...... 255 

Beobachtungen über Fluorescenz 256 

BÖTT«BE. Ueber die Fluorescenz des Kaliumplatincyanürs . 256 

Einfachste Bereitungsweise des Kaliumplatincyanürs zu 

Yersaebea über Fluorescenz 256 

C. H. L. T. Babo und J. Müller. Die Fluorescenz erregende 

Eigenschaft der Flamme des Schwefelkohlenstoffs . • 257 
Sbcchi. Ueber die durch elektrisches Licht erregte Fluorescenz 257 

GaAiKtiOH. Ueber Doppelfluorescenz 257 

OsAirif. Beitrag zur Lehre von der Fluorescenz . » . 257 

Beitrag zur Fluorescenz 257 

J. H. Gladstohb. Ueber Fluorescenz 258 

Ueber einige .dichromatische Erscheinungen bei Lösun» 

gen und über Mittel zur Darstellung derselben . • . 258 

Yersttche über die gegenseitige Zersetzung der Salze • 258 

B. WiTzscHBL. Die Erscheinungen der Fluorescenz oder der 

innern Dispersion 258 

J. C. Maxwbll. Ueber die Theorie der zusammengesetzten 
Farben mit Bezug auf die Mischung von blauem und gel- 
bem Licht 259 

W« SwAB. Neue Methode zur Beobachtung der Sternspectra 259 
F. Zabtbobbchi. Beschreibung eines Spectrometers und der 
mit demselben angestellten Versuche^ betreffend die Verän- 
derungen des Sonnenspectrums 259 

W. SwAB. Ueber das Spectrum der Flammen der Kohlen* 
waaserstoffverbindungen ••••.•• 260 



XL Inhalt. 

Seite 

19. Geschwindigkeit des Lichtes. 

J. Jamin. Ueber die Geschwindigkeit des Lichtes im Wasser 

bei verschiedenen Temperaturen 262 

20. Photometrie. 

L. DE LiMBNCiT und SiCAKTAN. Lucimeter .... 264 
M. Ponton. Ueber das Sonnenlicht, nebst Beschreibung eines 

einfachen Photometers 264 

H. Wild. Ueber ein neues Photometer und Polarimeter, nebst 

einigen damit angestellten Beobachtungen . . • • 264 
Maobini. Ueber das photometrische System Ton D. Cksa- 

BiANCHi 267 

* C. LANGBEAe. Ueber die Einrichtung und den Gebrauch von 

BüN8EN*s Photometer 267 

21. Polarisation. Optische Eigenschaften von Kry- 

st allen. 
^Stokes. Ueber die metallische Reflexion an verschiedenen 

nicht metallischen Körpern 267 

W. Haidinobb. Ein optisch-mineralogisches Aufschraubegonio- 
meter . • • . • 267 

P. Desains. Beschreibung eines neuen Polarisationsapparats . 268 

G. H. O. VoLGEB. Der Asterismus • 269 

F. T. KoBELL. Stauroskopische Beobachtungen und über ein 

Complementärstauroskop 270 

— — Stauroskopische Beobachtungen und über Pleochroismus 270 
H. Mabbach. Ueber die Enantiomorphie und die optischen Ei- 
genschaften von Krjstallea des tesseralen Systems . . 271 

Neue Beobachtung über das Wachsen von Krystallen • 273 

W. RoLLMANN. Ergebnisse optischer Untersuchungen an Be- 

lemniten 273 

22. Circularpolarisation. 

DuBBVNFAUT. Ueber die Weinsteinsäure 273 

Ueber den Milchzucker. * 275 

Pasteub. Ueber den Milchzucker 277 

BioT. Ueber den Gebrauch des Wortes Glukose . • . 279 
A. Bi&CHAMJp. Ueber die Veränderung des Drehungs Vermögens 

des Stärkezuckers 281 

Dubbunfaüt. Ueber das veränderliche Drehungsvermogen des 

Krümelzuckers der Trauben 281 

A. BiicHAMP. Ueber die Ursache der Aenderung des Drehungs- 



tnhalt. jL, 

Seite 
Vermögens des Starkezuckers und über die Wahrscheinlich- 
keit der Existenz von zwei Arten amorpher Glukose . . 281 

DoBEVNFAUT. Uober das Inulin 286 

J. JiANJKAN. Ueber das ätherische Oel des Krappweingeistes 288 
BiOT. Bemerkungen zu dieser Mittheilung .... 288 
J. JiANJKAK. Ueber den Borneokampher aus dem Krapp Wein- 
geist 288 

BicHAMF. Ueber die Zersetzungsproducte des Stärkmehls und 
der Cellulose unter der Einwirkung der Alkalien, des Chlor- 
zinks und der Sfiuren 289 

L. Pastbvr* Isomorphie von Korpern, die die Polarisations- 
ebene des Lichtes drehen, mit anderen isomeren, nicht dre- 
henden Korpern 291 

E. RoBi^UET. Ueber das Diabetometer zur Bestimmung des 

Zuckers im diabetischen Harne 293 

DüBAüirvAüT« Ueber den umgewandelten Zucker . . 294 

J.J. FoHi.. Ueber die Verwendbarkeit des Mitschkrlich sehen 
Polarisationssaccharometers zu chemisch technischen Proben 297 
23. Physiologische Optik. 
W. B. RooKRt. Beobachtungen über binocuiares Sehen . . 300 
D. BRK^WflTm. Ueber die Theorie des binocularen Sehens von 

ROBKRS 301 

J. J. Ojtfbl. Notizen aber Stereoskopie, insbesondere über 
eine einfache, vergrofserode Modification des Stereoskops 

ohoe Spiegel und Gläser 301 

Fatb. Ueber eine neue Art des Stereoskops .... 302 
ZiirKi.Li. Neue Methode die Bilder im Relief zu sehen . 302 

H. Goi.o8CHBni>T. Ueber das stereoskopische Sehen . . 303 
H. Mbtui. Beitrag zur Lehre von der Schätzung der Entfer- 
nung aus der Convergenz der Augenaxen .... 303 
h M. HissKMKA. Ueber die Anfertigung der stereoskopischen 

Bilder 303 

LuoKOL. Stereoskopischer Versuch 304 

SuTToir. Ueber die Theorie des Stereoskops .... 304 
HklmhoIiTz. Ueber die Erklärung der stereoskopischen Er- 
scheinung des Glanzes 304 

A. Clavdbt. Ueber verschiedene Brechungserscheinungen durch 
Halblinsen oder Prismen, und die dadurch hervorgebrachten 
Anomalieen bei der Betrachtung stereoskopischisr Bilder . 305 



XIII labalt» 

Seite 
D. Bmbwstka. Prioritatsreclamation • . . • . 306 

Wheatbtomb. Erwiederung aaf die Beliaupttingen von D. 

Brbwstka 306 

CA8TOEANI. Ophthalmoskop 306 

A. Wkbeb. lieber die scheinbare Umkehning des Erhabenen 

und Vertieften 306 

J. P. Maunoir. Ueber die Accommodation des Auges für rer- 

schiedene Entfemangen 307 

Baetoit. Accommodation des Auges für verschiedene Entfer- 
nungen durch mechanischen Druck auf den Augapfel • • 307 

GooDSiR. Die neueren Entdeckungen über die Accommodation 

des Auges zum deutlichen Sehen 307 

A. FiCK. Einige Versuche über die chromatische Abweichung 

des menschlichen Auges 308 

H. Mbtbr. Ueber den Einflufs der Aufmerksamkeit auf die 
Bildung des Gesichtsfeldes überhaupt und des gemeinschaft- 
lichen Gesichtsfeldes beider Augen im Besondern . • 309 

Ueber die Strahlen, die ein leuchtender Punkt im Auge 

erzeugt 310 

Ueber Beugungserscheinungen . • • . . 310 

Sbovin. Subjective Farben 311 

J. J. Oppel. Neue Beobachtungen und Versuche über eine 
eigenthümliche, noch wenig bekannte Reactionsthätigkeit des 
menschlichen Auges • . . . . • • .312 

A. T. Gaaefb. Ueber Myopia in distans, nebst Betrachtungen 

über das Sehen jenseits der Granzen unserer Accommodation 312 

G. Wilson. Untersuchungen über Farbenblindheit, nebst einem 
Anhang über die Gefahren der Anwendung von farbigen 
Signalen auf Eisenbahnen und zur See • • • • 314 

W. Pole. Ueber Farbenblindheit 314 

J. Ttxdall. Ueber ein merkwürdiges Beispiel von Farben- 
blindheit 315 

J. G. Maxwell* Ueber die ungleiche Empfindlichkeit des Fe* 

ramen centrale für Licht von verschiedener Farbe .315 

G. Wilson. Ueber den Durchgang der chemischen Strahlen 
durch das Auge und das Verhalten derselben gegen den 
gelben Fleck der Netzhaut 316 

H. MiTLLEB. Anatomische und physiologische Untersuchungen 

über die Retina des Menschen und der Wirbelthiere • .317 



Iiüijik. xmi 

Seite 
C. RoueiT. Aoatomuche und physiologische UjitersucliiiBgeD 

aber den kreisförmigen Muskel. Accominodationsapparat 
des Auges bei den Vögeln, den wichtigsten Säugethieren und 

dem Menschen 317 

H. M#LUR« Privrit&tsreclamatiott in Betreff einer kürzlich ge- 
machten Mittheilung über die Accommodation des Auges . 317 
C. RovecT. Erwiederung auf die Ton Mijllsh in Betreff der 
Abhandlung über den Accommodatioosapparat des Auges er- 
hobene Prioritätsreelamation 317 

AmiBRT und Förbter. Ueber den Raurasinn der Netzhaut 318 
F. DüJARDiN. Bemerkungen über einige Verhältnisse des Seh- 
apparats der Iflsecten .318 

E. B. S1&9UARD. Ueber die Wirkung einiger Theile des Son- 

nenspectrums aaf die Iris 319 

^TtndaiiL. Ueber das Stereoskop 319 

* — — Die Erfindung des Stereoskops 319 

*D. Brbwbivr. Das Stereoskop 319 

*G. Mkibbmbr. Die Lehre von den Bewegungen des Auges . 319 
*W. ZBBVNnBR» Ueber die Beleuchtung des inneren Auges 

durch beterocentrische Glasspiegel 319 

24, Chemische Wirkungen des Lichtes. 
R. BüMSEN und H. E. Roscob. Photocbemische Untersuchungen. 
Zweite Abhandlung. Maafsbestimraung der chemischen Wir- 
kungen des Lichtes 320 

W. C. Wittwbr. Ueber die Einwirkung des Lichts auf Chlor- 
wasser 326 

RoVBSisv. Ueber das photographische Jodblei .... 327 
Zahtbokschi und Borlimetto. Ueber die Verschiedenheit der 
Wirkungen tob Licht und Wurme auf Chiorsiiber und Jod- 
silber 328 

— — Ueber die chemischen Strahlen und über die Nothwen- 
digkett, den Brennpunkt derselben mit dem Brennpunkte 
der wärmenden und leuchtenden Strahlen nicht zusammen- 
fallen zu lassen 329 

.' Ueber die Gränzen der Empfindlichkeit der photogra- 
phischen Substanzen ; über den Einflnfs der Oberfiächen bei 
den heliographischen Erscheinungen; über deren chemische 
Beschaffenheit; über Verbesserungen der Heliographie . 330 
^MAeNBS-LaHBNs. Ueber den Einflufs des Lichts und der 



jiiXf lobalt* 

Seit« 
Wärme auf den reinen Aether in Berührong mit der 

Luft 331 

*X. Lamdeekr. Ueber die desoxydirende Wirkung der Son- 
nenstrahlen auf Eisenlosungen 331 

^Daubemt. Ueber die Einwirkung des Lichts auf das Keimen 
der Samen 331 

* Einwirkung des Lichts auf das Wurzelwachsthum der Pflanzen 331 
Wissenschaftliche Anwendungen der Photographie« 

* W. Crookes. Beschreibung des Wachspapierprocesses zu den 

photometeorographischen Registrirungen auf dem Radcufvb- 
Observatorium 331 

'^Sbccri. Ueber Photographieen des Mondes • .' . . 331 
25. Optische Apparate. 

J. LiBBie. Ueber Versilberung und Vergoldung von Glas • 332 

J. LÖWE. Ueber die nasse Versilberung des Glases auf kal- 
tem Wege 333 

J. Petit JE AN. Verbessertes Verfahren zur Versilberung , Ver- 
goldung und Verplatinirung des Glases .... 333 

y* RoeisTBR. Ueber die Anwendung ebener Spiegel zum Te- 
legraphiren 333 

Maetiit de Brettes. Prioritätsreclamation, betreffend das Te- 
legraphensystem des Hrn. Lbbevrrb 334 

J. Imrat. Distanzmesser 334 

K.Koristka. Ueber eine neue Methode^ Höhenwinkel mittelst 

Reflexion zu messen 335 

W. £. Metford. Verbesserter Theodolith .... 336 

Le Molt und Robert. Flüssigkeitslinsen und galvanisch er- 
zeugte Reflectoren 336 

PoRRo. Fernrohr Napoleon III 336 

K. y. LiTTROW. Ueber lichte Faden im dunkeln Felde bei 

Meridianinstrumenten 337 

A. Reslhuber. Ueber Stamffbr's Lichtpunktmikrometer im 
Fernrohre des Meridiankreises der Sternwarte zu Krems- 
münster 338 

S. Stamffer. Zusatz zu Torstehender Abhandlung . . . 338 

E. Brücke. Objectträger aus Canarienglas .... 338 
J. Skdlaczek. Beschreibung eines einfachen neuen Handmi- 
kroskops mit Flüssigkeitslinse 339 

F. H. Wemham. Ueber die Oeffoung der Objectivlinsen • • 339 



fnhalt. XLV 

Seite 

J. W. Bailet. BemerkuQgen zu ▼orstehendem Aufsatz . . 339 

0. N. RooD. lieber gewisse Anwendungen des zusammenge- 
setzten MiJcroskeps 339 

d'Al^ükh. Zur Mikroskopie 340 

^PiSTT. Einige Bemerkungen über Fernrohre. • . • 340 
*Stomkt. lieber einen Collimator zur vollkommneren Einstel- 
lung Ton Spiegelteleskopen 340 



Vierter Abschnitt. 

Wärmelehre. 

26. Theorie der Wärme. 

*H. Hklmholtz. lieber die Wechselwirkung der Naturkräfte 343 

*R. CK.AU8IU8. lieber eine veränderte Form des zweiten Haupt- 
satzes der mechanischen Wärmetheorie .... 343 

*A. Mobitz. Verbesserung eines Fehlers in der Tafel Ton 
RzeHAULT über die elastische Kraft des Wasserdampfes • 343 

^MoRiK. Bericlit über die Apparate zur Heizung ohne Brenn- 
material vermittelst einer verlorenen oder nicht angewand- 
ten Kraft 343 

*C. P. Smtth. lieber Brechung in der Sonnenatmosphäre . 343 

A. T. BAin»6AiiTMEa. Von der Umwandlung der Wärme in 
Elektricität 343 

lieber den Einflufs, den die neueren Arbeiten über 

Wärme auf unsere Grundbegri£fe üben müssen • • . 344 

— — Das mechanische Aequivalent der Wärme und seine Be- 
deutung in den Naturwissenschaften 344 

F.RtBCH. Sehr kurz gefafste Recapitulation der algebraischen 
Untersuchungen verschiedener Schriftsteller über die Theo- 
rie der mechanischen Wärmewirkungen «... 345 

W. R. Gaotb. Wechselbeziehung der Naturkräfte. Dritte Auf- 
lage, in das Franzosische übersetzt von Mojono, mit An- 
merkungen vom älteren Siguin 345 

J. PiTTBB. Ueber die Entstehung der inneren Erdwärme . 346 

Ueber die Entstehung der Wärme und des Lichts der 

Sonne, der Planeten und der Sterne 346 

W. R* Qboti. Versuche zum Nachweise der scheinbaren Ver- 
wandlung von Elektricität in mechanische Kraft . . . 347 



XLVI Inhalt. 

Seite 
W. R. GnoTi. Schlüsse aus der Uomögliehkeit eines Perpe- 
tuum mobile 347 

R. Hoppe. Ueber die Wärme als Aequivalent der Arbeit • 348 
R. Clausius. Notiz über den Zusamroenhang zwischen dem 
Satze von der Aequivalenz von Wärme und Arbeit und dem 
Verhalten der permanenten Gase . . • • . 548 
W. J. M. Ranxi»e. Ueber Wärme als Aequivalest von 

Arbeit 348 

R. Clausiüs. Ueber die Entdeckung der wahren Form von 

Carnot's Function • . • .' • • • • 349 
W. Thomson. Ueber die Entdeckung der wahren Form von 

Cabnot's Function 349 

J. P. Joule und W. Thomson. Ueber die Wärme Wirkungen 

bewegter Flüssigkeiten. Drei Abhandlungen . . . 350 
A. KaÖNiG. Grundzüge einer Theorie der Gase . . ' . 352 
A. A. Harkison. Ueber die Theorie der Wärme • . . 355 
R. Clausiüs. Ueber die Anwendung der mechanischen Wäme- 

theorie auf die Dampfmaschine 355 

J. P. JouLi. Ueber Clausiüs *s Anwendung der mecluinischen 

Wärmetheorie auf die Dampfmaschine .... 356 
Clausiüs. Erwiederung auf eine Notiz von Joule . . • 356 
L. M. P. CosTK. Ueber die Beziehung awischen Temperatur 

und Spannung des Dampfes 356 

Lbgrand. Ueber die latente Wärme der Dämpfe . . • 357 
y. Setolitz. Relation zwischen der Wärmecapaeität, Tempe- 
ratur und Dichtigkeit der Gase, insoweit sie dem Mariottk'*- 
schen Gesetz unterworfen sind; Anwendung dieser Relation 
auf die Schichten der atmosphärischen Luft und auf baro* 
metrische Höhenmessung, sowie Bestimmung der mittleren 

Hohe der Atmosphäre 357 

Ueber die Temperatorabnahme in den Luftschichten . 357 

Die Hypothese: Die Wärme, ein Prodoct aus Tempe* 

ratur und mechanischer Kraft, und die Theorie der Aequi- 
valenz von Wärme und Arbeit • 357 

G. Plarr. Berechnung der Sonnenwärme, welche ein Punkt 
der Erdoberfläche empfängt, mit Berncksichtigiing der Ab- 
sorption in der Atmosphäre. ...... 358 

Frick. Ueber einen neuen Apparat für die Spannung des Was- 
serdampfes im lufterfullten Räume . . . • • 359 



Inhalt« XI VII 

Seite 
T. Babo. Ueber die Spannkraft des über Salzlösungen befind- 
lichen Wasserdampfes 359 

A. WuLLirsE. Ueber den Einflufs des Procentgehaltes auf die 

Spannkraft der Dämpfe aus wässerigen Salzlösungen . . 360 
Calorische Maschinen. 

*£rics80N. Neue Luftmascliiue 361 

*B. Chbvbrtof. Ueber die calorische Maschine und über be- 
wegende Kraft im Allgemeinen ...... 361 

*J. Ramsbottom. Die calorische Maschine .... 361 

^Pascal. Maschinen mit gemischten Dämpfen .... 361 

*C. W. SiBMEirs. Die regenerirende Dampfmaschine . . 361 

27. Wärmeerscheinungen bei chemischen Processen. 
^MrrscHBBLiCH. Ueber die Wärme, welche frei wird, wenn die 

Krjstalle des Schwefels, die durch Schmelzen erhalten wer- 
den, in die andere Form übergehen 362 

T. WooDB. Ueber die Existenz multipler Wärmemengen oder 
äquivalenter Yolumenänderungen in Folge bestimmter che- 
mischer oder sonstiger Zustandsänderungen . . . 362 

J. P. JOUI.B. Ueber die Wärmeabsorption bei chemischen Zer- 

Setzungen • . 363 

T. Woods. Die Wärmeabsorption bei der Zersetzung . . 363 

DuBAiTHFAUT. Ueber die Erzeugung von Wärme und mecha- 
nischer Arbeit durch die weinige Gährung .... 364 

C. W. SiBMBMS. Verbessertes Verfahren um Wasser und an- 
dere Körper abzukühlen und gefrieren zu lassen • . 365 

28. Physiologische Wärmeerscheinungen. 

29. Wärmeleitung. 

"^T. Hblmbrsbm. Versuche die relative Wärmeleitungsfahigkeit 

einiger Felsarten zu ermitteln 366 

Bbatramd. Theorem, betreffend die Bedingung für das Tem- 

peraturgleicbgewicht in einem homogenen Körper . 366 

DuHAMBL. Ueber die Bewegung der Wärme in einem System 

von Punkten 367 

H. J. GouiLLAVD. Ueber die Wärmeleitungsfähigkeit der Metalle 370 
Faankbbhbim. Ueber die Wärmeleitungsfahigkeit des Quecksilbers 372 
JiLBZHow» Ueber die Wärmeleitungsfähigkeit des Erdbodens . 373 

30. Specifische und gebundene Wärme. 

Gebrüder Abpolt. Ueber ein Mittel zur Bestimmung hoher 
Temperaturgrade 373 



XLVIII Inhalt. 

Seite 
*BÖTT6ER. Festfrieren einer von aufsen mit Wasser benetzten 

Kupferschale, in welcher eip Tropfen Schwefelkohlenstoff 

rasch verdampft wird 374 

31. Strahlende Wärme. 

"^WiLHELMT. Ueber die Diathennasie des Glases bei verschie- 
dener Temperatur 374 

P. Desainb. Durchgang der Wärme durch Flüssigkeiten. Be- 
ziehungen zwisclien ihrer Durchsichtigkeit und Diather- 
manität . • 374 

Elisha Foote. Ueber die Wärme der Sonnenstrahlen . . 375 

EuNiCE Foote. Ueber die Wärmewirkung der Sonnenstrahlen 

unter verschiedenen Umständen 375 

P. Smttv.- Intensität der Wärmestrahlung der Himmels- 
körper 376 

PouiLLBT. Der Aktinograph, ein Instrument zur Bestimmung 
der Zeitpunkte der Dauer des Erscheinens und Yerschwin- 
dens der Sonne 376 



Fünfter AbschniU. 

Elektricitätslehre. 

32. Allgemeine Theorie der Elektricität. 

W. S. Hareis. Ueber das Gesetz der elektrischen und magne- 
tischen Kraft 381 

W. Hetzer. Bemerkungen zu dem Experiment von H. Rbinbch 382 
Maxwell. Ueber Faeadat's Kraftlinien .... 382 

Ueber eine Methode zur Construcdon der theoretischen 

Form von Faradat*s Kraftlinien ohne Rechnung . • 383 

33. Reibungselektricität. A. Erregung. 

E. BEC9ÜEREL. Ueber die Erregung der Elektricität durch 

Reibung 383 

P. L. RuxE. Von der Elektricitätserregung, welche man beob- 
achtet» wenn eine Flüssigkeit den sphäroidalen Zustand 

verläfst 384 

33. Reibungselektricität. B. Influenz. 

^Mellomi. Untersuchungen über elektrische Vertheilung . 385 

Beer. Allgemeine Methode zur Bestimmung der elektrisclien 

und magnetischen Induction 385 



Inhalt XLIX 

Seite 
Biit. Ueber die «ueceMiTea Eotladuagen zweier sph^viickea 

Coadacrorea währead der Aaaäheruag • • . 385 

W. Sk HAaais«. Ueber die qu^atitative Messupg statische« Elek** 

tricität uad aber etaige aeae £r$cheiaaagea elektrischer Kraft 387 - 
A« N»BUB. Ueber das Grundpriacip der elektrostatischea la- 

ductioa . .389 

HxaiiAMi.. Ueber M^LLovi*! aeue Theorie der elektrostatischen 

laductioa 392 

R. Fbuoi. Bemerkuagea aber die Erklärvag eiaiger aeverea 

elektrostatischen. Versuche 393 

Fabadat ubiI RiBSB« Ueber die Wirkung der Nichtleiter bei 

der elektrischea ladaetioa • • • • • • • 393 

Voi.viCBi.1.1. Ueber die elektrostatische laduction. Dritte Mit- 

theiluag 397 

A. Fuchs. Ueber das Verhaltea eiaes feinen SpringbruBaeas 

iaoerhalb eiaer elektrischea Atmosphäre • . « • 398 
33. ReibuagselektricitHt. C. Eatiaduagserscheiauagea. 
S. Habbib. Ueber eia aUgemeiaes Gesets der elektrischea Bat* 

ladung 398 

P. Ribss. Ueber das Gesetz der elektrischea Entladung . 398 
W. S. Habbis. Ueber eiaige Eatiaduagserscheiauagea • . 398 
P« Ribss« Ueber eia Gesetz für die elektrische Wurme . . 398 
S. Habhis. Ueber das RiBss'sche Gesetz für die elektrische 

Wärme 398 

P« Ribss« Ueber den Eiafiufs der Leituag eiaes elektrischen 

Stromes auf die Art «einer Entladung . . • • • 401 

Ueber die elektrischen Pausen 406 

V. M« S. TAB DBB WiLLiazN. Uebor das geschichtete Licht im 

elektrischen Ei 408 

Ueber die Schichtung des elektrischea Lichtes « • 408 

J. C. PoaeBMivoBPF. Elektroskopbche Beautzung des elektri- 
schea Eies ... • 409 

A. MAeisTBis. Entzüaduag foa Bohrlocliera durch den elek- 
trischen Fuakea . • • • 410 

33* D. laductjonsströme durch Reibungselektrieitäl. 
K. W»KirocaBNHA9»B* Ueber die gemehisame Wirkung zweier 

elektrischer Ströme . • • • • • • .410 

Ueber die Wirkung eines Btseadrahtbundels auf den 

elektrischen Strom 412 

ForUchr. d. Phys. XII. d 



1^ Inhak« 

Seite 
S. MARiAMüit« Uebe^ die magaetoelektrostaHsche Inditetion •. 41 ä 

R^ Fiuci. Ueber die Gesetze der iDdactieaMMme der Lei- 
dener Flasche 4 a . 413 

3d. E* Apparate zur Reibnngselektricität. 

J. M. GAueAiir. Ueber ein Klektroskop mit doppelter GMh* 

densation . ■ . ..*.••• • « 414 

J. TaeRB. Neue Elektrisirmasdliine * . • . • «415 

33. F» Pyroelektricität. 

J. M« Gavoaiit. Notic «ber die elektrischen Eigenschaften des 

Turmalins 415 

^ -^ Notiz über die filektricität der TurmaKne. Beziehong 
zwischen der entwickelten Elektricitätsmenge und derfirkal« 
tungsgescäwindtgkeit 415 

«^ -^ Dritte Notiz, über die Elektricität der Turmaline b * 415 

34. Thermoelektricitftt. 

W. Thobuon. Ueber die Stellung des Ahnninitrais in der 

thermoelektrischen Reibe « • • » • .418 

G, Gofti. Ueber die SieUung de9 AluminiunM in der thermo- 
elektrischen Reihe 1 418 

W. RoLLMAim« Uetier eine neue tliermoelektrische Säule . 4t 9 

M. DoNOTAir. Ueber Galfanometerablenkungen durch Reibung 

undBerührong von Metallen unter verstliiedenen Umständen 419 

R, Faahz. Thermoelektrisclie Ersclieinimgen an gleichartigen 

Metallen • . • . • « 420 

W« Thomson. Ueber die elektrodynamischen Eigenschaften der 

Metalle • . ^ . . • «423 

-*- — Ueber die elektrischen Eigenschaften des magoetisirten 

Eisens 4 423 

35. Galvanismus. A. Theorie. 

*A. DE LA RiTi. Ueber die Gleichzeitigkeit der Entstehung 
?on Spannungselektricitit und von chemischer Wirkung in 
der gaWanischen Kette. . 438 

E. BicqüBniL. Untersuchungen über die Entwickelnng der 
Elektricität in den VoLTA'schea Säulen. Erste Abtbeilung. 
Elektromotorische Kraft 438 

J. M* Gauoaiit^ Ueber die elektromotorische Krarfr der SAu- 

len mit amalgamirten Metallen . . . . . , . 439 

R. Adsb. Uebet hydroelekiristhe Ströme mit einem einaigen 

Metall 440 



Inhalt. y 

Seite 
G. WiKDKMANN. Ueber die Bewegung der Flüssigkeiten im 

Kreise der geschlossenen gaUaniscIieQ Säule und ihr6 Be- 
ziehungen zar Elektrolyse 441 

TAN Breda und Loobmait. Ueber die Fortführung von Flüs*- 

sigkeiten durch poröse Scheidewände . « . . < 447 

i. MÜLLKA. Bericht üb^r die neuesten Fortschritte der Fhystk 448 
35* B. Galvanische Leitung. 

A. Sa-vtblikw. Ueber die galvanische I^eitangsföhigk^it der 
Flüssigkeiten * 449 

A. Ermait. Bemerkung über den Ausdruck der Stromstärke in 
aogenannten NebenschÜefsungen der galvanischen Kette « 449 

J. C. PoeeENDORFF. Elektricitätsleitung des Aluminiums . • 452 

A. ÜATTHiEsaEN. Ueber die galvanische Leitungsfähigk^k dei* 

Metalle der Alkalien und der alkalischen Erden • • « 452 

C. MATTEircot. Ueber einen Apparat zum Nachweise und zur 
Messung der verschiedenen Leitungsfähigkeit des krfstal* 
lisirten Wismuths 454 

C. DsapRETz. Einige Versudie über die Frage: Kann der Strom 

der Säule das Wasser durchlaufen, ohne es zu zersetzen t 455 

A. DK LA Rite« Bemerkungen über diese Mittlieiiung • 455 

TAH Brs»a und LoeEMAH. Untersuchungen über die Frage^ 
ob der Strom der Säule das Wasser durchlaufen kans, ohne 
ea zu eersetzen • 455 

L. SoRET. Ueber die elektrochemische Zersetzung des Was- 
•ers, wenn es bei den Ersclieinungen der elektrostatiscb«» 
Yertheilung als Leiter dient 456 

GiHTL. Ueber die Entstehung des elektrischen Stromes • • 457 
35« C. Galvanische Ladung und Passivität. 

DV Boia^RztMOED. Ueber Polarisation an der Gränze ungleich- 
artiger Elektrolyte * . 458 

Ueber die innere Polarisation poröser, mk Elektrolyten 

getränkter Halbleiter • • . ^ 458 

35. D. Galvanisches Licht. 

F. Zamtedeschi. Ueber die Dreliungsbewegung des Tolta*« 

sehen Lichtbogens « . . 460 

Laca88A«nk und Thibb«. Regolator für das elektrisdie Lieht 461 

A. Sbcchi. Untersuchungen über das elektrische Licht « . 462 

Ueber einige Ltchterecbeinungen a» der galvanischen Säule 462 

Ueber elektrische Leuchtthurme 462 

d* 



I.II Inhalt 

Seite 
35. E. Elektrochemie. 

J. C. o*Almbida. Zersetzung Ton wässerigen Salzlösungen . 466 
W* HiTTOAF. üeber die Wanderung der Ionen während der 

Elektrolyse 467 

Magnus. Elektrolytische Untersuchungen. Erster Theil • . • 470 

A. Gbutrbr. Elektrolytische Versuche *...•• 475 

A. Matthiessem. Einige Bemerkungen über Barium . • 477 

F. GuTHRifc. Elektrolytische Versuche 477 

W, Beetz. Zur Theorie der NoBiLi'schen Farbenringe • • 477 

TAN DER Willigen. Ozonbildung 478 

A. HouEKAU. Untersuchungen über den Sauerstoff im Status 

nascens « . 478 

M. Baumert. Zur Ozonfrage 478 

G. OsANN. Weitere Versuche, welche die Verschiedenheit des 
galvanisch ausgeschiedenen WasserstofFgases gegen das ge- 
wöhnlich dargestellte darthun 479 

Den OzonwasserstofF betreffend . • • . . 479 

Neue Versuche über die verschiedenen Zustände des 

Wasserstoffs 479 

Neue Thatsachen, den Ozonwasserstoff betreffend . 479 

R. BÖTT6ER. Ueber das Zerplatzen des galvanisch nieder- 
geschlagenen Antimons 479 

Phipson. Ueber die Anwendung der elektrochemischen Theorie 

auf die Erklärung der katalytischen Kraft .... 480 
Jacobi. Ueber die elektrolytische Zersetzung der organischen 

Säuren und des schwefelsauren Natrons . • • . 480 
33. F. Galvanische Apparate. 

G. Mathiot. Beschreibung einer constanten galvanischen Säule 480 
Smeb. Methode, Platin- oder Silberpiatten mit Platinschwarz 

zu überziehen 481 

G. E. DBRiite. Verbesserungen an galvanischen Batterieen 481 
MAeRiNi, Modification der Bunsen 'sehen Kette . . • 482 
C. Bbroeat. Verbesserung der Zink-Kohlenbatterie • . 482 
Ob ANN. Die Kohlenbatterie in verbesserter Form • . • 483 
F. Sblmi. Kette mit dreifachem Contact .... 483 
V. DoAT. Ueber eine neue Einrichtung der constanten galva- 
nischen Säule 484 

•I* Rbgitaüld. Bestimmung der elektromotorischen Kraft der 

DoAT'schen und einiger ähnlichen Ketten .... 484 



Inhalt. Ulf 

Seite 
Do AT. Vervollkommnung seiner Sänle . . . . 484 

Lacassaghk und Thikrs. Neue YoLTA'sche Batterie . 485 
Jbdlik. Modifieation der BvirsKir'schen Batterie . . . 485 
J. L. und L. Whveler. Ueber eine YoLTA'sche Säule mit Gas- 
kohle und Salpetersäure 486 

T. DU MoNGXL. Neue Anordnung der Säulen .... 486 
Crvbkll. Betrachtangen und Versuche über die galvanische 
Kette; vorläufige Mittheiiung über Elemente mit drei Flüs- 
sigkeiten 486 

W. Stmons. Ueber eine neue Form der Gasbatterie • . 487 

V. PisARB. Princip eines Rheostaten 487 

LACA8»A6itB und Thibrs. Elektrometrischer Regulator oder 

Stromausgleicher 487 

BoRELLi. Ersatz der mit Seide besponnenen Eupferdrähte für 

Multiplicatorwindungen 488 

Wkrmbr Siemens. Ueber den Vorschlag des Hrn. Bonklli 
die übersponnenen Kupferdrähte für Eiektromagnete durch 
Papierbänder mit metarMischen Linien zu ersetzen . • 488 

PiALLAT. Elektromagnetische Spiralen 488 

W. Brix« Bemerkungen zu den vorstehenden Aufsätzen . 488 

Favtii.. Construction der Eiektromagnete .... 490 
Werner Siemens. Elektromagnetrollen aus Kupferblech und 

Seidenband 490 

36. Elektrophjsiologie. Literatur 490 

37. Elektrodynamik. 

G. Quincke. Ueber die Verbreitung eines elektrischen Stro- 
mes in Metallplatten 493 

Mohr« Eine neue Form des Galvanometers .... 495 

W. Zknoer. Ueber die Anwendung von Multiplicatoren als ' 
Mefstnstrumente continuhrlicher Ströme in einer abgeändert 
ten Construction . ' 496 

B. KoHLRAUSGH Und W. Weber. Elektrodynamische Maafs- 
bestimmungen, insbesondere Zurückfahrung der Strominten- 
sitJItsmessungen auf mechanisches Maafs .... 496 

R. Kohlrausch. Ueber die elektrischen Vorgänge bei der 

Elektrolyse 502 

E. O. W. Whitehousb. Ist das Gesetz der Quadrate auf die 
Fortpflanzung der Signale in untermeeriscben Leitungen an- 
wendbar oder nicht? 503 



lY Inhalt, 

Seite 
W. Thomson, Der amerikajiMclie Telegraph .... 503 

W. Whitshovsi. Der atlantische Telegraph . • , . 503 

38* Galvaoische loduction und Magnetoelektricität« 

R. Fiu<». Ueber da« LvNx'sche Gesete und über einige neue 

Versuche von Matteucci über die VoLTA-Induction . • 506 
Laboadk« Doppelt wirkender Unterbrecher und Terstbiedene 

Yitrbesseruogen am RuHMKonirr'scben Apparat • • • 509 
P. L. RiJKS. Ueber die Schlagweite des RuHMKOftFF^schen 

Apparats 511 

Halskk. Stromunterbrecher 512 

£. Stöhrer. Ueber einen verbesserten Inductionsapparat • 513 
J. N. Heardsr. Ueber eine neue Einrichtung der Induetionsspirale 515 
ۥ A. Bentlbt. Ueber eine verbesserte Construction von Rvhm- 

korff's InductionsroUe 515 

F. W. Hbidbnrbich. Der elektromagnetiscJie Apparat mit gleidi* 

laufenden Inductionsströmen zweiter Ordnung , . .515 
L* FoucAULT. Notiz über die Anwendung der Inductionsappa* 

rate; Wirkung der zusammengesetzten Maschinen • .516 
Neuer Unterbrecher für die zusammengesetzten Induc* 

tionsapparate • • &16 

•^ Notiz über die Anwendung der Inductionsapparale; 

Quecksilberunterbrecher •....»« 516 

Inductionsapparate « « .516 

J. H. KoosEir. Ueber die Ladung der Leidener Batterie durch 

elektromagnetische Induction 518 

J. N. Hearder. Ueber eine kräftige Gestalt der Inductions- 

spirale und über einige neue statische und Wärmewirkuogen 

des Inductionsstromes 520 

J. M, GAU9AIN. Zweite Notiz über das elektrische Ventil« 

Antwort auf die Bemerkungen des Hrn. Riess • . , 522 
F, RiESB. Bemerkung in Betreff einer Notiz' des Hm« GAveAin 522 

Pausenerscheinung am Inductionsapparat . . , 522 

Groye. Das geschichtete Aussehen der elektrischen Entladung 

in verdünnten Gasen und Dämpfen, namentlich im Plios* 

phordampf 523 

h C. PoGOBNnoRFF. Ncue Anwendung des Inductionsliehtes • 523 
Ueber eine neue Art von Tonerregung durch den elek- 
trischen Strom ..•.#.... 524 
A. Masson. Ueber die Induction , 525 



vr 

Seite 
C. MAVTBuesi. Ueber de« «lektrkchan Zustaad, w^cfactin 

einer vor oiDem Magoet rotireoden MetalUcheibe indocirt wird 527 
F. P. Ls Rovx* Uefoer die Magtteioelektriecheii Masdbiiieti . S27 
^McüBsiKes. • EDtwickehmg tini Gasen dunth den RvmxMivf*- 

sdieB Apparat , . 529 

39. ElektroBBgnetiSflias* 

*J. MÜLLBR. Ueber die MagnettiimDg von fiiaenstäbeA durdi 
4eo galvaiiischeo Strom . . . 530 

* Ueber den Sättigungspunkt der Elektromagnete . • 530 

Lkvz. Ueber die. Proportionalität der StraoMtärke arit den 

erregten Eiektromagnetitmus • . ^ . • . 530 

L. L. Flbubt. Ueber die Tragkraft und die Anziehungskraft 
der Magnete 531 

P. D. MAMiAifiiii. Ueber die Zunahme der Anziehungskraft 
eiwer elektromagnetischen Spirale > wenn sie von einer Ei- 
seBvftkve umgeben ivt 531 

Anwendung^en des Elektrottiagnetisinus su astrono- 

mischten und geodätischen Zwecke». Litisratur . 532 

Elektromagnetieche Maschinen. Lkeratur . • • 532 

Fernere Anwendungen des Elektromagnetismus» Li- 
teratur . • . ... • . . . . . 532 

40. Eisenmagnetismus» 

P. D. MAniAiriifi« Ueber eiftige Arten von künstlieheil amir^ 
ten Mikgnetea und ober einige Magnetistrungsmethodeii . 533 

P. CAMtnoH. Ueber die Anfertigung und Magnetlsirung von 

Stahlmagneten • . . . . • . . 536 

K. A. Houieiisii. Untersucliungen über den Einfhifs det Tem- 
peratur auf den Magnetismus . . . » . . 536 

L. Dmroun. Uebet die Temperattireorrectlon bei den et^- 

magnetischen Beobbchttmgen 537 

C« B. Gbbibi. Uebev den Magnetismus der Eisenerze . . 539 

41. Para-' und Diamagnetismus. 

*TiiroAi.ft. U«ber die Anordnung der Kraft in paramagneli- 
Bclien und diamagnetischen Körpern . . - . • .541 

*M. Pbbabat. Ueber gewisse magnetische Wirkungen und 

Affectionen . . • '. . . 541 

Lamv» Udber den Magoetismo« und die eiektriscfae Leitungs- 

fahigkeit des Kaliums und Natriums 541 

F. Rbiob. Ueber die diamagnetisehe WMung • • • M4 



I.VI UkäkU 

Saita 
W. TacMMii. Ueber die Wecbselwirkuiig düamafoedscher 

TheUchen 545 

J. Ttmdall* Ueber das Verhäknifs |der diamagatlndieB Po«^ 

laiilät »u der kryetaUmagiietisolien Wirkung • 545 

W. .Thomson. . Brief über die krystallmagoetiacheii EncbeiiMiiigeii 545 
YiBDBT. Notiz über die optischen Eigeoschafteo durebaichtiger 

'Körper unter dem Einflufs des Magnetiainus • * . 547 
G. CooAzzA. ßetrachtuflgen über, die Möglichkeit der Existenz 
eines magnetischen Mediums in den von ponderabler Ma- 
terie leeren Räuoien 549 



Sechster Abschnitt. 
Physik der Erde. 

42. Meteorologische Optik. Theoretisches* Literatur . 553 
Beobachtungen zur meteorologischen Optik» Litetalur. 

A. Regenbogen, Ringe» Höfe 554 

B. Luftspiegelung • • . • • . * . . 554 

C. Vermischte Beobachtungen 554 

D. Sternschnuppen, Feuermeteore, Meteorsteine . • 554 

£, Nordlicht, Zodiakallicht 558 

F. Sonnen -> und Mondbeobachtungen . • • . 559 

43. Atmosphärische Elektricität. A. Luftelektricität. 
W. G. Ha]«kbl« Elektrische Untersuchungen« Ernte Abhand- 
lung. Ueber die Messung der atmosphärischen Elektrieität 
nach absolutem Maafse ... • • » . • 560 

W. Thom»ov. Ueber Dbllmamii's Methode sur J9teobacht«ng 

der atmosphärischen Elektricität .••«.. 575 

E. RoBCKaaiiAUBBiT. Yerbesserungen der Elektroskope zu« Beob- 

achtung der atmosphärischen Elektricität .... 577 

QuBTBL^T. Die Elektricität der Luft auf deta Meere • • 577 

Bec^übrbl, Auszug aus einer Abhandlung über einige der 
hau|>tsäcbiichsten Ursachen der atmosphärisdiea Eleklrickät . 577 

Ueber die Elektricität der Luft und der Erde, und über 

die cliemisciien Producte langsamer Einwirkungen mit oder 
ohne Einflufs elektrischer KräAe . . . * • . 577 

H. ScoüTBTiTBK. Ueber die atmosphärische Elektricil&t und 
über die Bildung der wasserigen Meteore • • • . 580 

Atmosphärisches Ozon. Literatur .*•.•• 580 



Inhalt. LYll 

Seite 

43. AttfiospbärifteheElektricitat. B. Wolkienelektriettät 

J. S€Rjrin>SB. Ueber einige elektrische Meteore . 582 

MoBSTA. Uel>er ein paar in Chili beobachtete Lichtphänomene 584 
A. Post. Ueber Fälle ton Donner ohne Blitz, beobachtet in 
Hafanna fom 15. Juli 1850 bis zum 11. Juli 1851 her mehr 

oder weniger wolkigem Himmel 585 

Raili/ABjk Beschreibong einiger vor Kurzem stattgehabter Gewitter 586 

J. Nabiitth. • Ueber die Form des Blitze 586 

S. MASTBBMAif. Beobachtungen über Donner und Blitz . . 587 
L. Flbubt. Ueber die Zahl der Gewitter in Cherbourg. . 588 
DuBBAV DB LA Mali»b. Beobachtungen, nach denen die Catalpa 

leichter vom Blitz getroffen wird als andere Bäume • . 588 
^CASSBLMAirir. Merkwürdiger Blitzschlag . • • . 588 
Raillahd. Ueber Blitze ohne Donner und Donner ohne Blitze 589 
A.PoBT.- Ueber den Ursprung und die Natur der BKtze ohne 
Donner und der Donner ohne Blitze, und Bemerkung über 

eine Notiz von Raiblard 590 

W. S. Rabbis. Sdiiffbrüche durch Blitzschläge . .590 
Lbbz. Auf wie viele Quadratfufse der Oberfläche eines Daches 
mnf« bei der Constraction eines Blitzableiters ein Leiter 
zur £rde angebracht werden? 592 

44. Erdmagnetismus. 

E. Sabibb. Uebet periodische Gesetze in den mittleren Wir- 
kungen der grofseren magnetisclien Störungen. No. III . 592 

Ueber den Einflofs des Mondes auf die tägliche Varia- 
tion des Magnetismus in Toronto 594 

Hanbtbbit. Die Veränderungen der magnetischen Intensität in 

einigen Punkten des nördlichen Europa .... 595 

K. Kbbul« Erste Ergebnisse der magnetischen Beobachtungen 

in Wien . 596 

Lamobt. Ueber die Anwendung des galvanischen Stromes bei 

Bestimmung der absoluten magnetischen Jnclination • 597 

GooioN und LiAiB. Bestimmung der magnetischen Elemente 

auf der Kaiserlichen Sternwarte in Paris «... 597 

Lavwmm* Notiz über vier Beobachtungen der magnetischen 
Declisationi gemacht in Paris im Jahre t854 auf den Aufsen- 
werken der Festung. Vergleichung dieser Beobachtungen 
mit verschiedenen Dedinationsbestittmungen vom Jahre 1855 
auf der Kaiserüchen Sternwarte . . . . 597 



LYiii . iQbalt* 

Saite 
Lc ViAtiSii. Bemerkungen über eine Abhandlttog von Laooibr SW 

LAaeiER. Erwiederung auf die Bemerkungen von Lx Vnwinii 598 

Notiz über vier Beobachtungen der magnetiscben De* 

clination» gemacht in Paris im Jahre 1854 auf den Auben- 
werken der Festung. Yergleichung dieser Beobachtungen 
mit verschiedenen Declinationsbeatimmungen vom Jahre 1866 
auf der Kaiserlichen Sternwarte und in der Umgebung von 

Paris i 598 

Le YBRRiEa. Erwiederung gegen LaveiM . • • • 598 

Ueber die verschiedene Richtung der Magnetnadel an 

verschiedenen Punkten der Terrasse der Kaiserliohen £tern-» 

warte zu Parts • . • ^98 

J. Mathieu. Bemerkungen über die vorliegende Streitfenge . 598 
£. Lausibü» Notiz ober einen Plan zur Erforschung de« Brd- 

magneüsmos 598 

Hanstbiv. Entgegnung 598 

Mahmoup. Gegenwärtiger Zustand der Elemente des Erdmagne** 

tismus in Paris und seinen Umgebungen . • • . 600 
Le Ybhaibr. Resultate magnetischer Beobachtungen anf der 
Kaiserlichen Sternwarte zu Paris mit selfostregistrirendcn 

Instrumenten, eingerichtet von Liaib 601 

A. o^Abbadib. Inclination der Magnetnadel » » • » 60$ 
E. QmcTBLBT. Ueber den Magnetismus der Erde im nord* 

liehen Deutschland und in Holland • • • . . 603 
Mahisoud. Ueber den gegenwartigen Zustand der isoklinischen 
und der isodjnamischen Linien in GroGsbrittannien, Hoilasd, 
Belgien und Frankreich . . • • . . • 603 
J. Lamomt. Magnetische Ortsbestimmungen, ausg^föhrt an ver* 
schiedenen Punkten des Königreichs Bayern und an einigen 

auswärtigen Stationen. 11 604 

*E. QoBTBLBT. Inclination und Declination der Magnetnadel • 606 
"^ Sabine. Abrifs der Geschichte und der Theorie des Erd«* 

magnetismus « 606 

* J. E- Wabbbrg. Resultate von Beobachtungen ober die magne- 
tische Declination an der schwedischen Käste and am Wenersee 606 
*J. DB ui RoOBB PoMCii. Yerändening der magnetischen De* 

clination und Inclination in Reikiavik 606 

^Lamont. Inclination der Magnetnadel in Brüssel . • • 606 
*T. KiiKiVSoaOBN. .Neuer Yariations« und ABtmntkaleompafs . 606 



Inhalt« ux 

Seite 
*L. F. Kamtc. Vther die HorizoataliDtensttät de« ErdmagM* 

tismn* in St. Nicolas und in ZermaU 606 

*E. LiAis. Einfioft der Tortion auf die Bestimmungen der 
magnetischen DecHnation 607 

* — — Ueber die Bestimmung des Schwerpunktes eines 

Magnetstabes 607 

45. Meteorologie. A. Mechanische Hülfsmittel für die 
Meteorologie (Apparate). 

J. Wklbh. Ueber die Construction eines Normalbarometers, 
nebst Beschreibung des Apparats und des Verfahrens zur 
Beriehtigsng der Barometer auf dem ObserTatoriaro zo Kew 607 

Taüpshot. Ueber die Anfertigung ^on Barometern und das 

Aoftkochen des Quecksilbers in der Luttleere . . .610 

Grbsit. Normalbarometer 611 

F. RoiTAiiDa. Photographischer Barograph und Thermograph. 
Apparate zur photographischen Registrirung der Barometer- 
und Thermometerstände . • . . 611 

B. Stswaat. BeschreiboDg eines Instruments zur Registrirong 

von TemperatuFYeränderungen 611 

Wblsh* Anweisoag aur Oradnirung von Thermobarometem 612 

Nborstti und Zambra. Quecksilberminimumthermometer . 613 

J. Phillips. Ueber eine neue Yerfertigung^weise selbsiregi-» 

strireoder Maximamtherroometer . « . .614 

K. T. SoKKLAa. Ein Condensationsbygrometer . .614 

VooBL Jon. and G. RBiaCHAvaa, Ueber dn Atmidometer neuer 

Construction . 615 

HamiBSBr. Ueber ein Instrument zur Beobachtung verticaler 

Luftstroorangen • . .615 

A. F. OsLBB. Ueber die im Herbst 1651 auf dem Observato- 
rium zu Liverpool aufgestellten selbstregistrirenden Anemo- 
meter und Regenmesser^ nebst einer Uebersicht der Auf« 
Zeichnungen ans den Jahren 1852^ 1853, 1854 und 1855 • 616 

R. Bbcklbt. Ueber ein Modell eines selbstregistrirenden Ane- 
mometers • . • . • 617 

Taupbiiot. Anemometer oder Instmmente zur Erkennung und 

Registrirung der Geschwindigkeit und Richtung des Windes 618 

J. Sallebon. Elektrischer Anemometrograpb, Apparat aur Re- 
gistrirung von Windrichtiing und Geschwindigkeit . .619 

GUTOT. Vorschriften der fibamsoiriAif Institution sur Aiiatel» 



iX Inhalt 

Seita 
laog meteorologischer Beobachtungen für die erste dasse 

der Beobachter 620 

"^Caaliiii. Vorlegung verschiedener Documente über die Con- 
struction des Barometers des technologischen Cabinets, nebst 
Andeutungen über die Formel zur Hohenmessung • . 620 

*LiAi8. Temperatur der Luft 620 

*T. nu MoNCBL. Anemometer mit continuirlichen Angaben • 620 
*L. L. Fleurt. lieber die Correction der Angaben des Plu- 
viometers 620 

45. Meteorologie. B. Temperatun 
A. Erman. Beiträge sur Klimatologie des russischen Reiches* 

V. Das Klima von Tobolsk. Fortsetzung .... 620 
F. Hbnrici. Ueber den Einflufs der Bodennähe auf die An- 
zeigen der im Freien aufgehängten Thermometer . . 631 
K. FaiTSCH. Ueber die Vorausbestimmung der Lufttemperatur 

aus dem Verhalten des Barometers 632 

K. G. ZiMMBaMANN. Mittheüungen zur Bestätigung des ton 
FaiTsCH gelieferten Nachweises einer seculären Aenderung 

der Lufttemperatur 634 

*H. W. DoTB. Ueber das Klima von Nordamerika • . . 636 

Einige Bemerkungen über die Temperatur der Polar* 

gegenden 641 

— — Ueber die Extreme der Temperatur auf der Erde . 641 

— — Ueber das Klima des preußischen Staates . • • 642 

— ^- Darstellung der Wärmeerscheinungen durch fünftägige 
Mittel von 1782 bis 1855, mit besonderer Berücksichtigung 
strenger Winter 644 

R. ScHLAßiNTWBiT. Die meteorologischen Verhältnisse von Leh 646 

Hbnnbbst. Ueber Isothermen 646 

Lloyd. Bemerkungen über die Beschaffenheit der im Jahre 
1851 in Irland angestellten gleichzeitigen meteorologischen 
Beobachtungen und der daraus abgeleiteten Resultate • 646 
W. D. Chownb. Ueber den Einflufs der künstlichen WaroM** 

quellen auf die Atmosphäre von London . . , • 648 
Plantamoua. Ueber die Temperatur von Genf nach den Ton 
1836 bis 1855 auf dem Observatorium angestellten zwan« 

zigjährigen Beobachtungen 649 

HoFKiMS. Ueber die äofsere Temperator der Erde und der 
übrigen Planeten des Sonnensjrstems 649 



Inhalt. t^^l 

Seite 

*S« M. Daaob. Notiz über Sabiitc's periodische und nicht pe- 
riodische Temperaturveränderungen in Toronto « . • 649 

^Ueber die jetzige so aufserordentlich milde Temperatur. . 649 
45. Meteorologie. C. Temperatur und Vegetation. 

K. FaiTsCH. Yegetationsverhältnisse in Oesterreich im Jahre 1 855 650 

J. L. Hoi»UBT. Yegetationsbeobachtungeo zu Presburg während 

des Jahres 1856 650 

^Registrirung periodischer Phänomene 650 

45. Meteorologie. D. Luftdruck. 

45. Meteorologie. £. Barometrische Höhenmessung. 

K. Krbii.. Ueber die Bestimmung der Seehohe aus dem beob- 
achteten Luftdrucke . • • 651 

Baktcb. Ueber eine neue Formel zum Hohenmessen mit dem 

Barometer . • • 657 

M. C. Dopv. Tafeln zur Reduction vöu Barometerbeobach- 
tungen auf ein anderes Niveau und zur Bestimmung von 
Höhenunterschieden aus Barometerbeobachtungen . . 667 

H. PooLB. Beobachtungen mit dem Aneroidbarometer und dem 
Thermometer auf einer Reise durch Palästina und längs der 
Kästen des todten Meeres im October und November 1855 669 

*F. Cablimi. Andeutungen aber die Formel zur Bestimmung 
Ton Hohen vermittelst des Barometers . • . . 671 

*Y. T. Zbfhabotioh. Barometrische Höhenmessungen . . 671 

^G. A. Kobnhübkb. Barometrische Höhenmessnngen in den 

Karpatben 671 

45. Meteorologie. F. Wind. 

Labtigub. Beobachtungen über Stürme und Windstöfse in 
dem Theile des mittelländischen Meeres zwischen den Kü- 
sten von Frankreich und Algier 671 

E. J. LowB. Stärke des Windes im Juli und August 1855 nach 

den Bestimmungen des „atmosphärischen Aufzeichners*' auf 

dem Observatorium zu Beeston 673 

Tatlob. Ueber Wasserhosen . 673 

F. A. OsLBB. Nachträglicher Bericht aber die Luftströmungen 

in Liverpool 673 

T. Dobbon. Ueber den Sturm von Balaklava und über die Er- 
klärung von Barometerschwankungen 674 

Ergebnisse- der Wissenschaft und der Erfahrung über Winde 

und Meeresströmungen auf einigen Theilen des Oceans . 674 



LXII Inlialt. 

Seite 
*R. RvsssLL. Bemerkuog^A über den Sturm vojd 6. uad 7.Fe» 

bruar 1856 • * • « 681 

*F. W. Kasgki. Gewitter und Sturm am 11. Avgust 1856 . 681 

^Liiyiic. Die Monsune des indischen Meeres • .« • • 681 
*A. Parisu* Ueber die Entstehung und die Bahnen der Wir- 

belstörme 681 

*A. CHaiSTLijEB. Wasserhose auf der Tolense im Jahre 1828 681 

*V. ▼. Graefe. Ueber Orcane 681 

45. Meteorologie. G. Hygrometrie« 
45. Meteorologie. H. Wolken, Nebel. 
T. B. Butler. Die Philosophie des Wetters und Führer bei 

Witterungsänderungen . • • 681 

*J. FouRRBT. Ueber das Gefrieren der Dampfblaschen und 

über die Eisnadeln » • 682 

^KüFFFSR, Ueber die wahrscheinlichen Ursachen der an der 

Decke des Concertsaales • beobachteten Nebelbildung . * 682 
45. Meteorologie. J« Regen, Hagel, Schnee« 

C. Martirs. Ueber die Regenmenge zu Montpellier vom 11- 

bis zum 20. März 1856 682 

Cabamca. Pluviometrische Beobachtungen in Havanna vom 

1. Januar 1855 bis zum 1. Januar 1856 . . < . 683 
A.Brown« Ueber die Regenmenge zu Arbroath . . * 684 
Wbssblowsrt. Regen- und Schneemenge in Rufslaod • . 684 
Argblamdbr. Ueber die Regenmenge des Monates Mai 1856 685 
Mar9üart. Ueber Hagelkugeln von M ünchen- Gladbach • « 685 
NÖ06BRATH. Ueber Hagelkugeln des Jahres 1822 . • ^ 685 
Ueber Hagelkugeln 685 

F. HooHSTBTTBR. Hagelwetter 686 

Alix. Aufserordentlicher Hagelfall am 26. December 1855 • 686 

P. Harting. Ueber den Hagel 687 

G. BmsT. Merkwürdige Hagelwetter an Indien vom März 1851 

bis zum Mai 1855 .690 

L. Witte. Gewitter mit Hagel am 12« Mai 1856 in Aschers- 
leben 691 

A. DE Campaonb. Abbrechen von Zweigen und Wipfeln durch 
die Wirkung des Windes auf die mit einer Eiskruste über- 
zogenen Bäume • • • • 691 

CHAMJPienT; Chantrbav. Wirkungen der Eiskruste auf die 
Bäume in einem Theil« von Poitou und der Yendee < • 691 



Inliait. LXlli 

Seite 
*R. €iAAviEB. De(>er ein merkwürdiges Hagelwetter In North 

Staffordskire .692 

^P. BiRON. Ueber Meteorologie 692 

* Hagelwetter in Girilford Count^^, N. C 692 

*L. L. Ft^üRT. Resaltate von Beobachtangen aus dem Jahre 1856 

über die Regenmenge bei Tage und bei Nacht in Cherboorg 692 
^MihLLBR; Notizen über den SchneefalMm Februar 1855 . 692 

» Die Regenmenge zu Preiburg in den Jahren 1854 und 1855 692 

'^O. W. Morris; J. Hikrt. Bemerkungen über die Menge des 

Regens in Terschiedenen Hohen 692 

45. Meteorologie. K. Aligemeine Beobachtungen. 
Havrt. Curvenkarte über die Erscheinungen der Atmosphäre 

aaf dem atlantischen Meere <!{93 

TcBiHAYCfiBfF. Klimatologische Studien über Kleinasien . 693 
K. Krril. Jahrbücher der k. k. Centralanstalt für Meteorolo- 
gie und Erdmagnetismus. lY. Jahrgang 1852 . . . 697 
A. T. KvrtFXR. Meteorologische and magnetische Beobachtangen 700 

Annalen des russischen physikalischen Centralobserva- 

foriums 700 

CoMDo^oüRiB. Beobachtungen in Chios Yom I.September 1855 

bis zirm 31. August 1856 702 

H. und Rs ScHLAGiMTwciT. Zusammenstellung einiger wissen- 
schaftlioheA Resultate auf einer Reise Ton Ladak nach dem 

östlichen Ttirkestan 703 

H. ScRLAenrrwcit. Reise nach Sikkim und Assam, April bis 

December 1855 704 

X. LawdRRKR. lieber die meteorologischen Erscheinungen in 

Griechenland im Allgemeinen • 707 

G. BaryIiRTT. Beobachtungen über die verschiedenen Klimate 

Califomiens 708 

H. GiBBoMS. Das Klima too San Francisco im Jahre 1855 . 710 
E. YmAW. Ueber das Klima von Torqaaj und South Devon 712 
G. A. KoRKttUBCR. Die klimatischen Verhältnisse zu Pres- 
borg während des Jahres 1856. Meteorologische Monats- 
berichte 712 

Meteorologische Beobaditungen in Holland und in den hollän- 
dischen Colonieen, und Abweichungen der Temperatur und 
des Luftdrucks an vielen Orten in Europa . • .712 
Fernere Literator 716 



IfXlV Inhalt« 

Seite 
45. Meteorologie« L. Eigenthümlicbe Erscbeiuupgeii. 

Literatur • • 718 

45. Meteorologie. M. AUgemeioe Theorie. 

F. Vbttin. Meteorologische Untersuchuogen • • • .718 
*A. DB Canoolle. Ueber die nach der Ansicht Vaillant*» 

10 Algier anzustellenden vereinfachten meteorologischen Beob- 
achtungen 723 

46. Physikalische Geographie. A. Allgemeine Ver- 

hältnisse des Erdkorpers. 

G. Bblli. Ansichten über die Consistenz und Dichtigkeit der 
festen Erdkruste uod einige damit in Verbindung stehende 
Erscheinungen • • 723 

H. Hbnnbsbt. Ueber die physikalische Structur der Erde • 725 

RozBT. Ueber die Unregelmäfsigkeiteu der Structur des Erd- 
körpers • • 726 

46« Physikalische Geographie. B. Meere und Seeen. 

Cmazallon. Ueber die Bewegung der verschiedenen Wellen, 

aus denen die Fluth besteht. • 726 

C. Marbtt. Ueber die Ursachen, in Folge deren die Zeit der 
Aenderung vom Fiuth- zum Ebbestrom und die Zeit des 
Hochwassers nicht zusammenfällt •«•... 726 

Die Ebbe und Fiuth in der Ostsee .,,... 727 

Hagbn. Ueber die Fiuth- und Bodenverhältnisse des preufsi- 

schen Jadegebietes 727 

S. Havghtom. Discussion der von der Königlich iriseben Aka- 
demie von 1850 bis 1851 veranlafsten Fluthbeobachtungen« 
Erste Abtheilung. Die täglichen Sonnen- und Mpndfluthen 
an den irischen Kästen ••..••• 728 

A. D. Bache. Die Fluthen an der Westküste der Vereinigten 

Staaten. Fluthen in der Bay von San Francisco in Californien 728 

— — Zusammenstellung der täglichen Ungleichheit der 
Fluthen in San Diego, San Francisco und Astoria, an der 
Küste der Vereinigten Staaten am stillen Meere, aus Beob- 
achtungen der Küstenvermessung 728 

Vorläufige Bestinimung der Linien gleidier Fluthzeit an 

der atlantischen Küste der Vereinigten Staaten , nach den 
Fluthbeobachtungen der Küstenvermessung • • • • 729 
— Annähernde Bestimmung der Linien gleicher Fluthzeit 
an den Küsten des stillen Meeres der Vereinigten Staaten, 



Inhalt. i^y 

Seite 
«ach 3eobachtuDgen der ^ÜKtenTermessung der Vereinigten 

Staaten 729 

A. D. Bacre. Flutbbeobachtungen an der Küste der Vereinigten 
Staaten im Golf von Mexico mit typischen Curven der ver- 
schiedenen Stationen, und Zerlegung derselben in die Cur* 
ven der täglichen und halbtägigen Fiuthen • . • , 729 

H. DoTX. Ueber die Gestalt der Fluthlinien an den amerika- 
nischen und europäischen Küsten 730 

CHETALI.IBB. Ueber die Fiuthen von Neu-Schottland « . 731 

F. M. Kellst. Untersuchungen durch das Atratotlial nach dem 731 
stillen Meere zur Auffindung d^s Weges für einen Canal » 731 

L. H. GuLicx. . Die Fiuthen in Ponape oder Ascension im stil- 
len Ocean 732 

L. F|.BüRT. Qaz-de-maree 733 

A. D. Bache. Ueber die Vertheilung der Temperatur im und 
am Golfstrom an der Küste der Vereinigten Staaten , aus 
Beobachtungen der Kustenvermessung 733 

H. DoTx. Ueber die Wärme des Golfstromes nach den Ergeh- 
nitaen der amerikanischen Kästenaufnahme unter A. D. Bache 733 

Woodall. Barometrische und thermometrische Beobachtungen 
i9 Scarborough 733 

A. D, Bache. Erdbebenwellen an der Westküste der Vereinig- 
ten Staaten am 23. und 25. December 1854 . • . 734 

C« RiTTBE. Ueber die durch das amerikanische Dampfschiff 
Arctic unter Befehl Berrtmam s ausgeführte Sondirung des 
atlantischen Oceans zwischen Newfoundland und Irland im 
Sommer 1856 734 

A. PETEBMAMir. Die Tiefemessungen im atlantischen Ocean 
zur Anlage eines submarinen Telegraphen zvrischen Europa 
und Amerika 734 

Mavmt. Ueber die Sondirungen auf dem Telegraphenplateau 735 . 

Das Telegraphenplateau des nordatlantischen Oceans • 735 

T. SrnATT. Meerestiefenmesser 736 

Babotet. Ueber einen am 26. Juni von der kaiserlichen Jacht 
„la Reine Hortense** ausgeworfenen und am 15. Juli an den 
Orcaden gefundenen Holzblock ...... 736 

Prinz Napoli&on. Notiz, die in einem während seiner Reise 

nach dem Norden ausgeworfenen Bolzblock enthalten war • 736 

IftMiNeBRi Die arktische Strömung um Grönland . . . 736 

Fortschr. d. Fbjs. XII. e 



LXyi Inoaltt 

Seite 

K. T. Baer. Caspische Stadien • 737 

DoYE. Neuere Arbeiten über das caspische Meer, den Urmia* 

und Vansee 738 

H. Abich. Vergleichende chemiselie Untersuchungen der Wa«* 

ser des caspischen Meeres, Urmia- und Vansees . • 738 
E. KiRBEYSKT. Bemerkungen auf einer Reise in den central«- 

asiatischen Steppen 739 

BouflsiNGAUL-r. Ueber den Wechsel in der Zusammensetzung 

des Wassers des todten Meeres 739 

W. P. Blake. Ueber das Terhältnifs der Verdampfang der 

Tulareseeen in Californien 740 

A. Yersiit. Ueber die Seichen des Genfer Sees . . . 740 
J. F. J. Schmidt. Zweiter Bericht über das Aufsteigen einer 

Torfinsei im See yon Cleveetz oder Beei . * - * . 74t 
A. Ersmaitk. Wasserstand im MAlarsee ond in der Ostiee . 741 
*E. LiAifl. Apparat zum Schöpfen yon Meerwasser aus bekannten 

Tiefen 9 um dessen SaYzgehaU und Dichtigkeit zo onter- 

suchen * 741 

*Kopp. Beobacirtungen über das Niveau des Sees von NeuchMel 741 
^Darbstb. Ueber die Thierehen und organiseheir Kmpet, 

welche die See roth färben < « 741 

*Farbenwecbsei der See 741 

46. Physikalische Geographie. C* Quellen. 
RoTUREAv. Ueber die Thermen von Nauheim (Kurfurstenthum 

Hessen). Ursprung des Koch^alze^ und der Kohlensäure 

derselben. Neue Theorie über ihr Emporsteigen . . 742 
R. Allan. Zustand der Haukedairgeysir in Island in JuK iSbSf 742 
C. Bruhmbr il. Zweijährige Beobachtungen über die Tempe^ 

ratur des Wassers in Ziehbrunnen 742 

J. RossiOMON. Ueber die Zusammensetzung der in «inev Hohle 

bei dem Dorfe la Yirtud sich bildenden gefärbten PKissig-* 

keit, welche unter dem Namen der Blot^eile (Rio de saogre) 

bekannt ist, nahe bei Choluteca (Centralamerika) « • 743 
RozET. Artesischer Brunnen in Tamerna (Algier) . . • 743 

Artesischer Brunnen in Sidy-Rasched 743 

J. F. J. Schmidt. Ueber Quellentemperature» bei Gväfenberg 743 
*F. HocHftTBVTBR. Ueber die Lage der Karlsbader Theitnen 
in zwei parallelen Quellenzngen auf zwei parallelen Ge* 
birgsspaiten • 4 . 744 



LXTH 

Seite 
*G(^L« Vefuchlitge cur Verhätung der sogenannten Spru^e^ 

ausbräche « « . . * 744 

*F. Haktmam cmd A. Moüst^ii • Ueber die Qoellen von Pfäfen, 

Canton St. Gallen 744 

*S. Glatz. Deber weniger bekannte Heilquellen de» Presburger 

Regierongsbexirkes •••«••*. 744 
* Mineralquellen und Yulcane in Californien * « • • 744 
^Dblbms, Hjdrognipbisdi« Karte der unterirdischeit Wasser 

der Stadt Paris . .744 

* Wasaerläofe unter der Stadt Paris .... 744 

*DE ViL&BivAüYS-'F&Avoao. Ueber die unterirdischen Wasser der 

Prorrenee • . ^ 744 

*A. B^miL Uebev einige Quellen in Gainfahrn • . 744 

*D. CAimi&t« Ueber die Quellen des Wassers der tiefen 

BmHien Im Kalk unter London . . . . . 744 

46. Pbysik»lisehe Geographie. D. Flüsse. 
6. A. KoJurHV»BR. Wassentattd der Dcmau nm Pegel zu Presbarg 

im Jahrs IS56 745 

J. MteHKftr dtvdle» nber die DonausehiüYahrt . . . 745 

A. FvGHs^ BisbiMiing aal PliMsen .«#... 745 
C. W. Wnm. Die Entstehung de» Grundeises • .746 

T. S. Paryin. Tabelle über das Zufrieren und Aufgehen des 

IMfiems^ippi • « . . ^ . « .746 

A. P. YtLETon^ Das Zufrieren der unteren Donau . . . 746 
Tbusk. Ueber die Anschwemmungen der Flüsse im Mittel- 

meerbeeken, besonders der Rhone 746 

G. ▼• ÜBiiinnimv. Ueber das langsame Emporsteigen der Ufer 

des baltischen Meeres und die Wirkung der Wellen ond des 

Eises auf dieselben . « 747 

^ Wasserhohe des Mains in Frankfurt 748 

*T. BvaLiii» Ueber die BeaiehoDgen der Stremgebiete und Was- 
serscheiden zu den Gebirgen ...... 748 

*RozBT« Mittel um die Wildbäehe xn zwingen dem Ackerbau 

einen Theil ihre» Raubes zurückzugeben , « • . 748 
*E. LoBfBARDiifi. Ueber die grofse Wassermenge der lombar» 

ittMAetf Flüsse vo« dl. October bis 2. November 1855 . 748 
^HÜBBi. Notizen über die Wasserstands- und Eisvethältaisse 

der Elbe htt Mfttz 1855 748 



VXftli Inhalti 

Seite 
*FABas. Zusammenhang zwischen den Ueberschwemmungen 

Frankreichs und dem afrikanischen Sirocco . • • • 748 

"^LatauJe. Notiz über Infiltrationscanäie zur Verhütung von 

Ueberschwemmungen 748 

*Dau88e. Notiz über Ueberschwemmungen • • • . 748 

*i>B Fahayst. Ueber die in Holland angewandten Mittel gegen 
die Ueberschwemmungen •••.••• 748 

*L. L. YALLiiB. Ueber Ueberschwemmungen und über den Gen-* 

fer See . . • 748 

*J. FouRNiT. Ueber die Gestalt und die Bedeutung des Bek- 

kens Ton Burgund bei den Ueberschwemmungen von Lyon 748 

*T. DoBBoir. Ueber die Ursachen grofser Ueberschwemmungen 748 

*G. Catlkt. Vorläufige Bemerkungen über die letzten verhee- 
renden Ueberschwemmungen in Frankreich zur Veranlassung 
localer Untersuchungen, welche die wirksamsten und wohl- 
feilsten Mittel zur Linderung oder Verhütung solcher Un- 
glücksfälle in Zukunft ergeben würden . • • • 748 
46. Physikalische Geographie. £.. Bodentemperatun 

W. Thomson. Ueber die Anwendung von Beobachtungen der 
Bodentemperator zu geologischen Altersbestimmungen. . 749 

C. P. Smtth. Ueber die Constanz der Bestrahlung, durch die 
Sonne 749 

Malagutx und Dueochbe. Ueber die thermischen Eigenschaf- 
ten verschiedener Bodenarten •••.«« 750 
46. Physikalische Geographie. F. Vulcane und Erd- 
beben. 

G. P. ScEOPE. Ueber die Bildung der Kratere und die Ursache 
des Flusses der Laven 750 

C. S. C. Deyille. , Ueber die Producte der Vulcane Süd- 

italiens • 751 

Ueber die Zusammensetzung und die Vertheilung der 

Fumarolen bei dem Vesuvausbruch vom 1. Mai 1855 . • 751 

Ueber die Emanationen der Vulcane. Erste Abhandlung 752 

— "^ Fünfter Brief über die Ausbruchserscheinungen des Ve- 
suvs und Süditaliens • • • 752 

BoENBMAim. Ueber den gegenwärtigen Zustand der activen 

Vulcane Italiens 752,756,757 

J. F. J. Schmidt. Die Eruption des Vesuv im Mai 1855 • • 754 

F. D. G. Die hervortretendsten Naturerscheinungen im König- 



Inhalt. LXix 

Seite 
reich Neapel im Jahre 1855, nebst Notizen über die Aus^ 

brüche des Yesuvs von 1779 bis jetzt 755 

*A. S. Pabear. ITeber den letzten Ausbnieh des Yesuvs . 756 

*F« D. Hartlamd/ Der Vesuv und seine Ausbrüche • • 756 

*Thätigkeit des Vesuvs 756 

* G» Casta VCCI. Kurze Nachricht über den Ausbruch des Ve- 

suvf im Mai 1855 756 

€. S. C. Detillk. Achtter Brief über die vulcanischen Erschei- 
nungen in Süditalien • . 756 

Biot; de QuATREMkess; E. de Beaumont. Bemerkungen bei 

Gelegenheit dieser Mittheilungen •••••• 756 

C. S. €• Detille. Siebenter Brief über die vulcanischen Er« 

scheinungen in Süditalien 757 

T. CoAN. Ueber Kilauea 758 

Ausbruch des MIauna Loa 758 

Ueber den letzten Ausbruch des Mauna Loa • . 758 

Ueber den Ausbruch auf Hawaii • • . . • 758 

W. Miller. Ueber den letzten Ausbruch des Mauna Loa auf 

Hawaii 758 

' Weitere Nachricht über den letzten Ausbruch des Mauna 

Loa auf Hawaii 758 

Ueber einen vulcanischen Ausbruch auf den Sandwichinseln • 759 

F. A. Weld. Der vulcanische Ausbruch auf Hawaii 1855 und 1856 759 
J. D, Daka. Der vulcanische Ausbruch des Mauna Loa • . 759 
T. CoAw. U)eber die Vulcanausbruche auf Hawaii . * . . 762 

J. M. GiLLiss. Antuco 762 

Unterseeischer Vulcan bei Formosa • • • • . . 763 
C. S. C; Deville. Neunter' Brief über die Tulcanischen Er- 
scheinungen in Süditalien 763 

BoreemAhn. Beobachtungen auf der Insel Vulcano . . 763 

G. S. C. Detille. Zehnter und letzter Brief über die vulca- 
nischen Erscheinungen in Süditalien • . . • • 764 

G. GuisteARDt. Ueber die Nerobäder . • • • « 764 

C. S. G. Detille. Zweiter Brief über Emanationen in Sicilien 765 
A. Perret. Ueber die Vulcane und Solfataren auf der Insel 

Java, nach den neuen holländischen Beobachtungen . . 766 
Vebollot« Zusammenstellung der in Gonstantinopel in iiinf" 

zehn Jahren (von 1841 bis 1855) bemerkten Erdbeben . 766 

W. P. Blake. Erdbeben in Galifornien 766 



txx Inhalt. 

Seite 
J. B. Taask. Ueber Erdbeben in Califomien , • .766 

J. M. G1LLI88. Ueber da« Erdbeben in Chile am 2. April 1851 767 

Gavdrt. Ueber die Brdbeben, welche im Augu9t 1853 die Stadt 

Theben zenterten 768 

J. G. Sawkiits. Hebung in den Südseeinseln, • • 768 

A. PfauvT. Ueber die Erdbeben im Jahre 1855» mit Nachträgen 

zu den früheren Verzeichnissen. Erste Abtheilang. Nachträge 769 
A. Fatak. Ueber die Erdbeben de« Jahres 1855 * • ,769 
P. YiROf.LOT.. Verzeichnifs der Erdbeben im türkischen Reiche 

im Jahre 1855 • • • , • 41 • » » 770 
R. Edmomds. Ueber einen Erdstofs am dO. Mai 1855 und über 

eine aafserordentliche Bewegung der See am 6» Juni 185S in 

Penzance,. nebst Bemerkungen über die Ursache der letzteren 770 
PI Paost. Leichte Schwankungen des Bodens in Nisza, nach 

.Pendelbeobachtungen 771 

P. A. KiHLBSAe« Erdbeben in Sselenginsk • • 9 . 771 
AucAPiTAiNK. Ueber das Erdbeben in Algier fem 21. bis zum 

25. August 1856 772 

Gaultiib Dl Claubbt. Ueber die Wirkungen der Erdstofae 

am 21. und 22. August 1856 in Algerien .... 772 
Fouanet; Paost. Erdbeben am 21. und 22. August 1856 . 772 
Erdbeben in Algier, auf dem Meer und in Frankreich , • 773 
Gaultiia Dl C1.AITAAT. Ueber die Erdstofse in Philippe?iUe > 773 
E. Matia; Ueber das Erdbeben in Aegjpten am 12. October 

1856 . . , 773 

T. N11MAM8. Bericht über das Erdbeben zu Cairo am 12. Oc- 
tober 1856 • .773 

Campbbi.1.. Erdstofs in Rhodos 774 

H. HoFMBisTBA. Chronik der in der Schweiz beobachteten 

Naturersclieinungen • » . 774 

'''Lukas, Yerzeidinifs der 1855 in Oesterreich stattgehabten 

Erdbeben 774 

*J. Hin AT. Circular über Erdbeben 774 

Namen- und Sachregister • • • 810 

Yerzeichnifs der Herren« welche für den vorliegenden Band 
Berichte geliefert haben 826 



Erster Abschnitt. 

Allgemeine Physik. 



rortsehr. iL Fbjt. XII. 



l. Afoleenlarphysik. 



B. Kopp. Ueber die specifischen Volume sticksloflThalliger 

VerbinduQgeD. Liwie Ann. XCVIl. 374-376t ; Chem. C. Bl. 1856. 
p. 449- 450; Silliman J. (2) XXII. 108-108. 

— — Beiträge zur Slöchiomelrie der physikalischen Ei- 
genschaften chemischer Verbindungen. Forlselzung. Liibio 
Ann. C. 19-38+; Arch. d. sc. pliy». XXXIII. 237-239; Cliem. C. Bl. 
1856. p. 916-922. 

Der zuerst angeführte Aufsatz des Hrn. Kopp enthält nur 
eine kurze Mittheilung über die Berechnung der specifischen Vo- 
Imne flüssiger Slickstoffverbindungen bei ihrem Siedpunk!^ wäh- 
rend die betreffenden Einaelnheiten in der ausführlicheren zweiten 
Jirbeit enthalten sind; wir gehen dal^er sogleich auf die Bericht- 
frstattifDg über letztere ein. 

Die io Rede stehende Berechnung wurde nach den aus frü- 
heren Arbeiten des Verfassers« deren in diesen Berichten Erwäh- 
nung gethan ist '), bekannten Principien ausgeführt, konnte aber 
erst jetzt auf die Stickstoffverbindungen ausgedehnt werden, nach« 
dem für eine gi:öfsere Reihe derselben (Anilin, salpetersaures 
Acthyl, NitrfbenzoJ, Cyanmethjl, Cyanphenyl, Schwefelcyan- 
ipethyii Seqföl) die zur Berechnung der specifischen Gewichte 
beim Siedpunki erforderliche Kennlnifs der Wärmeausdehnungs* 
Verhältnisse, gröfstentheils durch die Untersuchungen des Ver- 
fpfs^rs gf^wonnen war. Für andere analoge Stickstoffverbindungen 

') Berl. Ber. 1855. p. 9. 



4 !• Molecalarphjfiiu 

wurde die durch mehrfache Erfahrungen als sulässig erkannte 
Voraussetzung gemacht, dafs ihre Wärmeausdehnung dieselbe sei, 
wodurch man sich von der Wahrheit wenigstens nicht weit enl* 
fernen konnte. Auch bei diesen Berechnungen erwies sich die 
Nolhwendigkeit der Annahme, auf welche die G£BHAiiDT*sche 
Typentheorie führt, dafs ein und dasselbe Element in verschie- 
denen Verbindungsklassen eine verschiedene Stellung einnimmt 
und je nach dieser auch mit einem verschiedenen Werth seines 
specifischen Volums in die Rechnung eingeführt werden mufs. 
Für die Volume von C, H, und S wurden die früher ') gewähl- 
ten Zahlen beibehalten; das specifische Volum des Stickstoffs 
wurde in den flüchtigen Basen s= 2,3, das von C,N in den Cyan- 
Verbindungen = 28, das von NO^ in den Nitroverbindungen s 33 
angenommen. 

Wie früher beim Brom ergab sich hier auch für Cyan und 
für Unlersalpetersäure im freien Zustande dasselbe specifische 
Volum beim Siedpunkte, wie es bei der Berechnung in den Ver- 
bindungen angenommen werden mufsle; verhielte es sieb ebenso 
auch beim freien Stickstoff, so könnte man aus dessen specifischem 
Volum in Verbindungen (2,3) das specifische Gewicht des flüssi- 
gen Stickstoffs beim Siedpunkte berechnen; man findet dasselbe 

14 
SS 2t-:t = 6; danach würde der Stickstoff wenigstens in Besiebmig 

auf sein specifisches Gewicht den Metalien nahe stehen. 

Auch für die Stickstoffverbindungen ergaben sich innerhalb 
gewisser Gruppen die bereits bei anderen Verbindungsklassen 
nachgewiesenen Regelmäfsigkeiten , nämlich: dafs sich gleiche 
Aequivalentmengen von Wasserstoff und Kohlenstoff ohne Ver- 
änderung des specifischen Volums vertreten können, ferner dafii 
einer Zusammensetzurfgsdifferenz von xC^H, eine Differenz des 
specifischen Volums um x . 22 entspricht. Für Verbindungen aus 
verschiedenen Gruppen findet aber eine derartige Uebereinstim- 
mung auch hier nicht statt. Diese Gruppen werden jedoch nicht 
durch Verbindungen von gleichem chemischem Charakter gebil- 
det, so dafs etwa alle Säuren, alle Alkohole oder Aetherarten in 
dieselbe Gruppe gehörten; vielmehr fallen die Gruppen, innerhalb 
') BerK Der. 1855. p. 12. 



B.Kcr9» BcftniL0T. 5 

welcher eine solche Beziehung b wischen den specifischen Völu- 
men sich su erkennen giebl, Eusammen mit den Typen von 
Gerhardt, während die SiedpunkisregehnäfsigkeUen bedingt wer- 
den von verwandtem chemischem Charakter. Die angerohrten 
Regelmilsigkeilen in der Betnehung der speci£scfaen Volume zu 
dnander können daher benulil werden, um die Frage zu ent- 
scheiden, welchem Tjrpus eine bestimmte chemische Verbindung 
bcsgesShlt werden mfisse. Von dieser für die systematische An- 
ordnung in der organischen Chemie wichtigen Anwendung seiner 
Berechnungen theiit der Verfasser mehrere Beispiele mit. 

Die Berechnung der specifischen Volume aus den Volumen 
der Beotandtlieile wird für drei Gruppen der Stickstoffverbindun- 
gen ausgeführt, für das Ammoniak und die davon abzuleitenden 
Verbindungen, für die Cyanverbindungen und für die Nitroverbin- 
dangen« Die Rechnung ergab in allen Fällen ein mit dem Er- 
gebmfs der Beobachtung übereinstimmende» Resultat; nur bei der 
BlattSQure war die Differenz auffallend grofs (berechnet 33,5, 
beobaditei 39,1). Wegen der Zusammenstellung der beobachte^ 
len Siedponkle^ specifischen Gewichte, Wärmeausdebnungen und 
specifischen Volume für sämmtlidte hier in Betracht kommende 
Verbindungen^ vi'elche in ^roÜBer Vollständigkeit gegeben wird, 
mftsae» wir, da sie anderweitig bekannten Untersuchungen ent* 
nommcD sind, auf das Original verweisen. H^i. 



M. Bbrtrblot. Remarques sur quelques propri^t^s physiques 

des Corps COnjUgUÖS. Ado. d. cbim. (3) XLYIII. 322 -347t. 

Hr. Bbrthblot giebt den Untersuchungen über den Zusam* 
menhang swischen den physikalischen Eigenschaften und der 
chemisch«! Zusammensetsong der Verbindungen, welche bereits 
von anderen Gelehrten, namentlich von Kopp mit grofsem Erfolg 
bearbeitet worden sind, eine weitere Ausdehnung, indem er nach«* 
weist, dals sich diese Beziehungen auch bei anderen als den bis* 
her in Betracht gesogenen Verbindungsklassen wiederfinden, wenn 
man nur aufser den sich beim Zusammenwirken der erzeugenden 
Kdrper bu einer neuen Verbindung vereinigenden auch die sich 
aasscbfiden^eQ Atonacfmplexe berücksichtigt, dafs ferner ein der« 



.19 i* M«ti^alar|lh5«ift. 

artiger Zusammenbatig «wnchan dem physfikaKicheii Veriuilteii 
der Factoren und der Producie niehl allein besttgüdi der SnS- 
punkte und sp^ifischen Volume^ sondern auch bevüglieh ondenA* 
physikalischer Eigenschaften, namentlich der speoifischen Wärmb, 
VerbrennungsWärme und Breobungscoefficienten atatiftidet. Der 
aligemeine Grundsate, von welchem der Verfasser sieh ieileH läial» 
ist folgender. Werni eme chemische Verbindung entsteht aus den 
Zusammenwirken erzeugender Körp'er, unler Ausscheidung gt^ 
wisser Atomoomplexe, so ist der Werth, durch weichen eine b«* 
stimmte physikalische Eigenschaft der gebildeten Verimidnn^ 
gemessen wird, angenähert gleich der Summe und Dif erenz der 
dem erseugenden und ausgeschiedenen Complexe räknmmendeB 
entsprechenden Werthe und kann nach dieaem Princip durdi 
Redinong gefunden werden» Die Annäherung, welche die Be- 
rechnung verglichen mit den Resultaten der Beobachtung ergiebl, 
wird um so gröfser sein, je geringer die ins Spiel tretenden» die 
physikalische Wirksamkeit modificirenden Affinitätskräfte v^nven^ 
danach ist anzunehmen, dafs diese Art der Berechnung yorzufja*' 
weise bei organischen Verbindungeh zulässig sein wird» Uebrii- 
gens macht Hr. Behthblot wiederholt darauf aufmeriisanit deii 
man von diesem, wie von den auf das DuLONo-PETiT'sdie Gesett 
gegründeten Bereehiiungen, nur Annäherungen zu erwarten «liabn; 
er hält dieselben zunächst nur für empirisch begründet und äbrer 
praktischen Brauchbarkeit wegen beachtungswerth, während das zu 
Grunde liegende wahre Gesetz durch Nebeneinflüsse, welche das 
physikalische Verhallen modifictren (Molecularstructur^ Tempera* 
tur, beim Siedpunkte namentlich der Luftdruck) und von denen 
man sich bis jetzt noch nicht unabhängig su machen wisse, 
modificirt werden. Nach diesen allgemeinen Hinweieungen wol» 
len wir dem Verfasser, soweit als thunlicb^ ins Einzelne folgen» 

Berechnung der Siedpunkte. Der Verfasaer verweilt 
hier zunächst bei einigen Speciallallen, in denen 4em oben ange^ 
führter allgemeiner Grundsatz zur Geltung kommt. Die auf«- 
gestellten Sätze, welche immer durch zahlreiche Reehenbeispiidn 
belegt werden, sind folgende, . . 

a) Die Differenz zwischen dem Siedpunkte eines saueratnffif' 
hftlUgen Atomcomplexea A und dem Sydpnnirifl deqmig^ viek 



Bnimi.o¥. 7 

alomigen Verbindung, welche hei der Vereinigung von A mit 
I Ae<{Qlvaleni einer monqbasisch^ii Sälire oder eines Maibgcli 
Rftfpera, Sf urdir Abfldteilkiiig von I Aequitiitient Wasser ent- 
Hellt, hi für verschiedene analoge Atomcomplexe J, A', A" etc. 
bei unverändert bleibendem iS angenähert dieselbe, etwn s^ if jj^fe, 
worin a die m^hr oder weniger grofse Abweichung der Berech- 
nung von der Beobachtung bedeutet, bei flüissigen organischen 
VerUndungen aber, wie erwähnt, im Allgemeinen gering bleibt. 

b) V^rbittdien sich di^ analogen AtomcompleKe A^ A JP el«. 
ttü 2 Aequivalenten Säure unter Auescheidung von 4 Aequivalen» 
ten Wasser^ oder mit 3 Aequivaleaten Säure unter Auscheidong 
von 6 Ae<fuivalenten Wasser, so werden die entsprechenden Sie^ 
putoktsdiffereBsien « 2ti/+« und respective seb 3^+a. 

Hr. BaaTBatOT geht bei der Vergleichung gewöhnlich vou 
dem SiedfAinkt <F) des Alkohols und von dem Siedpunkt </) im 
Aethera avs, welcher durch Vereinigung mit der betreffendet) 
Siur^ gebildet worden ist; dann berechnet sich der Siedpunkt («) 
eintr vielatamigen Verbindung, die unter Ausscheidung von %n 
Aaqui valente Wasser entstanden ist, aus dem Siedpunkt (E) des sauer- 
ktofllialligen Atemeonsflexes A im Allgemeineo nach der Farmel: 

Um daa SaehveAältniCi klar au wachen , wollen wir einige Bei- 

s p ieh anfuhren. 

n« 1. 

Siedpmikt des Alkohols (r,£r.Q.) »78' 

- Aüylethyläihers (C,H^0^^C^U,0^-2H 0) ^ 62,5 

Siedpunkt des Allylalkohols ((7,0,0.) » 103° 

- AHylälhers {C,n,0^--C,H,0^—2H0) = 86» 
86= 103 -15,5 ±a, o = — lA 

« = 2. 
Siedpunkt des Alkohols (C, 11,0,) ='16' 

- Essigälhers ^C^H^ 0, + C,Ä,0, — 2H0) . . = 74 

Siedpunkt des Glykols (C,1I,0,) = 195* 

- doppelte^gsaurenGtykol8((y',JI,0,-f2C,fl,0,— 4110) 

«fetSS* 



3 1. Molecolarphysik. 

Siedpunkt des Alkohols (C,H,0.) ««78' 

. Aüylethyläthers(C,ll,0,+fig,Qt-2fl O) ^ 62,5 

F--/^« 15,5* 
Siedpunkt des Glycerios (C^HM - 2^^" 

- Triallylin8((;fl,0,+3C.fl.O,— 6flO) = 232' 
232 = 280—3.15,5+«, o == — 3,5, 

c) Werden einem Atomeompiex 2 Aequivalenle Wasser cnt- 
BOgen, so erniedrigt sich der Siedpunkt um 100 bis 1 10*; ebenso 
ist der Siedpunkt einer Verbindung, weiche sieh aus 2 Factoren 
unter Abscheidung von 2 Aequivalenten Wasser bildet, um 100 
bis 120* geringer als die Summe der Siedpuokte beidier. 

Die Verknüpfung dieser Sätze führt tur Anstellung verwickel- 
terer Berechnungen, weiche ebenfalls wenigstens angenäherte 
Ueberemstimmung mit den Beobachtungen erg^en. Endlich ge- 
langt der Verfasser noch zur Au&tellung eines aUgemeinsten 
Salzes, welcher alle andere in sich sehliefst; dieser lautet: der 
Siedpunkt einer vieiatomigen Verbindung, welche aus der Ver- 
einigung zweier anderen unter Abscheidung eines Alomcompiexes 
entsteht, ist gleich der Summe der Siedpunkte der erzeugenden 
Factoren vermindert um den Siedpunkt des ausgetretenen Com- 
plexes. Bezeichnet man, wie oben, mit a die Difierene zwischen 
Beobachtung und Berechnung, so ist a für manche Verbindunga- 
klassen angenähert constant; so ist namentlich, wenn man die Ae- 
therarten betrachtet als entstanden aus der Vereinigung des AI- 
.kohols mit den entsprechenden Säuren unter Ausscheidung von 
Wasser, für diese a nahezu constant = 20. 

Berechnung der specifischen Volume. Auch hierbei 
geht Hr. Berthelot von seinem allgemeinen Princip aus; nach 
diesem mufs, wenn v, v', e;" die specifischen Volume der beiden 
erzeugenden und des ausgeschiedenen Factors, V das specifische 
Volum der entstandenen vieiatomigen Verbindung bedeutet, im 
Fall schwacher Affinitäten, wie man sie bei organischen Körpern 
annehmen darf^ die GleichuVig 

worin a kleine Werthe hat, zulässig sein. Es werden zahlreiche 
Beispiele mitgetheilt, bei deneh sich dies bestätigt; so ist 



BcETliBLOT« 9 

für Alkohol V =r 62,2, 

- Essigsäure v' ss 63,5, 
. Wadser t/'= 18,8, 

- Essigäther r=i 107,4, 

107,4 = 62,2+63,5^ 18,8 + a, a = —0,5. 

Berechnung der specifischen Wärme. Die Zahl der 
für diese Berechnung brauchbaren Beispiele ist noch sehr gering ; 
doch be&lätigt sich auch hier, dafs man nach demselben Princip, 
im Fall schwacher Affinitäten bei der Bildung, die specifische 
Warme einer Verbindung aus der specifischen Wärme der erzeu- 
genden und bei der Vereinigung ausgeschiedenen Atomcomplexe 
angenähert berechnen kann. 

Pur die Berechnung der Verbrennungswärme werden 
die Resultate der Untersuchungen von Favre und Silbermann 
benutzt. Das bei der Vereinigung der erzeugenden Körper aus- 
geschiedene Wasser wird, da es bereits vollkommen verbrannt 
ist, unberücksichtigt bleiben müssen« Im Uebrigen bestätigt sieh 
der allgemeine Grandsata auch hier, natürlich immer nur bei 
organischer Verbindung, deren Vereinigung sich unter dem wenig 
modificirend^n Cinflufs schwacher Affinitäten, daher hei geringer 
Wärmeentwicklung vollzieht 

Die Brechungscoefficienten flüssiger organischer Ver- 
Undang stehen ebenfalls, wie die Brechungscoefficienten von 
llischuDgen der Gase und der Flüssigkeiten, in einer nahen Be- 
siehung zu den Brechungscoefficienten der B^estandtheile. Nennt 

man da» Product -j(»' — 1)> worin P, d und n Atomgewicht, 
specifisches Gewicht und Brechungscoefficient, das specifische 
Brechungsvermögen einer Substanz, so ist nach Hrn. Berthblot 
das specifische Brechungsvermögen einer vielatomigen Verbindung 
gleich der Summe und Differenz der bei der Bildung zusammen- 
getretenen und ausgeschiedenen Atomcomplexe. Es werden zahl- 
reiche Beispiele angeführt, bei denen das Resultat dieser Berech- 
nung mit den unmittelbar beobachteten Werthen in angenäherter 
Uebereinstimmung ist. Wl. 



lO 1* Molecnlarphysik. 

Dblapossb. Note stir un moyeh de rö^oudre synlh^lique- 
naeüt plusieurs des principales qiieslions de cristallogra- 
phie. C. R. XL»n. 32-33t. 

Hr* Delafossb hat sich immer die Krystalle gedacht als ge- 
bildet durch ein System von Molecülen, welche zu einem Netz 
mit parallelepipedischen Maschen angeordnet sind. Aus .dieser 
netzförmigen Anordnung der Molecüle gehen unmittelbar die bei- 
den Grundsätze der Krystallographie hervor, nämlich das Ratio- 
nalitälsgesetz und das Zonengeselz. Diese beiden wichtigen Ge- 
setze in ihrer ganzen Aligemeinheit darzustellen und auf eiiie 
einfache und elementare Art zu beweisen, war der Zwecl^ des 
Hrn. Delafossb in einer der französischen Akademie überreichten 
Notiz, welcher diese kurzen Bemerkungen zur Einleitung dienen. 

in. 



Deiafossr. Memoire sor la stracture de6 oristaux ei ses 
rapporis avec les propriöt6s physiquea et . chifHiqueSw 

C. R. XLUI. 95d-962t; lost. 1856. p. 403-404. 

Hr. DcLAFOssfe: giebt eine kurze Inhaitsanzeige von dem erstell 
Theil einer gröCseren Arbeit, in welcher er, von der ürunthiiAicfal 
der netzförmigen Anordnung der Molecüle aasgehend, und auf 
seine eigenen Untersuchungen wie auf die von Bi^avais, weMift 
denselben Ausgangspunkt haben, Bezug nehmend, die PhinonieM 
des Isomorphismus behandelt. 

Er berührt zunächst die Frage, ob IsomorphiamtfS nur statt* 
£nden könne bei Verbindungen von analoger Zusammensetsungs- 
formel» oder auch, ohne dafs eine solche Uebereinstimmung statt» 
findet, bei angenähert gleichen) Volum des zusammengesetzten 
Molecüls. — ^ Cr findet ferner, dafs das Molecularvolum in einem 
Krystall gleich ist dem Volum des £lementarparalIelepipedons 
seines Netzes, und gelangt dadurch auf einem kürzeren und ein- 
facheren Wege zu den wichtigsten Resultaten der gelehrten Unter* 
suchung von Bbavais. Danach sind z.B. in jedem Krystallsyslem 
mehrere Modificationen des Molecularnetzes möglich (im regel- 
mäfsigen System drei), ohne data das System der Kanten und 
Flächen verändert wird. 



' A4Hi M^ B^zfehüiigeii ie wischen «den I^ckli]gkeHen imd Köl- 
schen* den Winkeln der zusammengesetzten Körper und den^ 
ihrer Bestandtheile werden betrachtet. Es ergiebt sich, dafs der 
Isomorphismus der ersteren nicht immer durch den Isomorphismus 
der ielttereA bringt wird, sondern oft erst aus der Vereinigung 
der ttolecüie hervorgeht. Es wird als wichtig hervorgehoben, 
dafs ein partieller Isomorphismus vorkomme, bei welchem nur in 
«ler Z^tiä d*s FüiMbmentftLprismM vollkommoiie U^bereinstim- 
jmnig herrscht, dagegen anöden Ehdeii der Krystalle Verichie- 
detihejfceii auftreten. Wi. 



Luther». Essai d*une explication gänei^ale de Th^mi^drie« 

C. R- ,XUU. 1042-1046t; In«r. 1856. p. 426-427. 

Sehott DELAVOSsfe hat den gelungenen Versuch gemacht die 
Heoiiedrte luritekaufiihren auf die Symmetriebedingungen durch 
BiBrBeksichtigung des physikalisehen Charakters. Krystalle, weldie 
dieselbe äöfsere form besttten , können doch innerlich durch 
Siruetiir und' phyftrbahiiches Verhalten sehr verschieden sein. 
IM^ee B«lr«ditung hat den genannten Gelehrten m caner befrie- 
liigenden Herleitung der hemiedrisehen Bildungen am Dorazit ge- 
fdhrl; WMiget gliipeUicIi war deraefbe. in seinen späteren Unter- 
iQcllB*g€PH Aber andere hemiedrisehe KryatallCi Hr. LsymbrAIs 
MU weitere ii^oiiseqüen^en aus dem erwähnten Grundgedanken 
dt^ttn ond^ens^lben namentlich zu einer Reform in der Classi- 
ficatioji^ der Krystallsysteme verwerthen. In dem vorliegenden 
ersten Aufsatz beschäftigt er sich zunächst mit einer Herleitung 
der hemiedrischen Gestalten und stellt zu dem Ende den folgen- 
den Grundsalz auf. Ein jedes hemiedrisches Polyeder ist gebildet 
aus Molecülen derjenigen körperlichen Gestalt, welche man auf 
die irinfsiehste Weise ous den vorkommenden henniedrischen Flächen 
cobstmiren bann. Avf die ferneren Einzelheiten, welche au^ 
■cMieMich der Krystallogr^ble angehören^ kann hier nicht näher 
•bgegangen %verden; nur tnag erwähnt werden^ dafs Hr. Leymbris 
lfiDf4»«ieoalare^Griihdge8talten, nämlich: das Tetraeder, Pcntagoil- 
d#dekae<ler^ 4aaRhefaibofeder, die IrianguUhre Pyramide mit gleich* 
iieiliggr fiabis^ das SphcM^dev^ desM» Seiten ^teiobtohenUife 



v|2 f. Holecqlaiphjdk. 

Dreiecke sind, cur Erklirung der wichtigeleo hemiedrisclien Bil- 
diingen annimint. IT». 



A. LsTMF.RiB. Sar la part qu'il paratirait raisoDoable de faire 
ä i'h^mi^drie dans le lableau des systemes cristalUns. 

C. R. XUIl. 1183-1 186t; Intt. 1857. p,2-3. 
Der Verfasser weist nach dem Vorgange von Dblafossb 
darauf hin, dafs die deutschen Krystallographen bei Aufstellung 
ihrer Systeme zu ausschliefslich von einem geometrischen Ge- 
sichtspunkte ausgegangen sind, indem sie nur die Form, nicht 
die Slructur und die anderen physikalischen Eigenschaften der 
Krystalle beachtet haben. Deshalb haben auch die hemiedrischen 
Gestalten, welche durch letztere bedingt werden, nur zu geringe 
Berücksichtigung in ihren Systemen gefunden. Wenn dagegen 
Delafossb vorschlug jede Hemiedrie tum Ausgangspunkt eines 
neuen Krystallsystems zu -nehmen und dekngemäfs 16 Systeme 
oder Arlln aufstellte, so will Hr. Lbymbrib den Einflufs der he- 
miedrischen Bildungen auf die systematische Anordnung der 
Krystalle mehr beschränken. Nur die in seinem zuvor bespro- 
chenen Aufsatz hervorgehobenen fünf Haupifalle der Hemiedrie 
sollen zur Grundlage von eben so viel Unterabiheiittogen inner- 
halb der betreffenden Systeme gemacht werden, in welchen sie 
zwar nach der Identität der Axen ihre Stellen finden, aber durch 
die abweichende moleculare Grundgestali eine Ausnahme bilden. 

Wi. 



M* L. Franirniieim. Ueber die Anordnung der Molecüle im 

Krystall. Poee. Ann. XCVII. 337-382t. 
Hr. Frankbmhbim hat schon vor längerer Zeit, zuerst in Cbellb 
J. VIII. 172, den Versuch gemacht zu einer analytischen Be- 
handlung der Krystallographie, wodurch es möglich werden sollte, 
die Gesetze derselben abzuleiten aus den oberstra Principien der 
Moleeularslructur und der Krystallbildung» In dem vorlegenden 
Aufsatz gelangen diese früheren Bestrebungen gewissermaften 
tum Abschlufs. Wir können die Einzelheiten im Auszug meki 



«•cde^^fc«», ftttesen Ulli viebMbr darauf bescbrinkeD» die Leter 
HD Al%6iiMineii ttil den eingeMblagenen Gang und d«n enieiien 
Resultaten bekannt xu macben. 

Das Wesen des Kryalalls sucht Hr. FRANccMHaiH darin , dafs 
die MolecQle» welche der Sita sind von nach Intensilät und Rieh« 
tuog unUrscbtedeAen Kräften, in demselben so gelagert sind, dafii 
diese Kräfte bei allen gleich sind nach parallelen Richtungen; 
daher wird, wenn innerhalb eines Krystalls eine gerade Linie 
swei Molecöle verbindeti jede andere, ihr parallele, von einem 
MoJecül ausgebende Linie in gleichem Abstände ebenfalls ein 
Molecol treffen« Eine solche Linie^ auf welcher sich bis zur 
Grinse des Krystalls die Molecüle in gleichen Intervallen folgeui 
nennt der Verfasser Molecularlinien. 

Nach dieser Auffassung sind die Molecüle; aus deren Ver* 
einigung su einem Ganzen der Krystall hervorgeht, im Räume 
netzartig vertheill; diese netzartige Anordnung der Molecüle ist 
sogar die wesentliche Grundbedingung der Krystallbildung. Es 
fragt sich nun, wie vielerlei Haupimodificationen der netzartigen 
Molecularanordnung vorkommen können. 

Betrachtet man zunächst nur die Molecüle in einer, durch 
drei nicht in derselben Linie liegende Molecüle gelegten Ebene und 
wählt in dieser swei Molecularlinien zu Axen, so ist sowohl der 
Ort jedes einseinen Moleculs als auch die Lage jeder Molecular- 
Urne bestimmt durch Coordinateni welche jederzeit Vielfache der 
Molecularintervalle der entsprechenden Axen sein müssen. Es 
soll nun untersucht werden, wie vielerlei wesentlich verschiedene 
Weisen der netzförmigen Anordnung der Molecüle in der Ebene 
mdgltch sind. Zunächst wird es erforderlich sein Molecularlinien 
van specifischem Charakter su Axen zu wählen, um die wichtig«^ 
Sien und zweckmäfsigsten Bestimmnngsgleiehungen zu erhalten. 
Zu diesem Zwecke bieten sich vor allen diejenigen dar, welche 
die Ebene so in Parallelogramme theilen, dafs weder innerhalb, 
noch auf die' Seitenlinien Molecüle fallen, diese vielmehr alle auf 
den Durchschnittspunkten liegen. Unter den so entstandenen 
Parallelogrammen, welchen noch andere merkwürdige Eigen- 
schaften zukommen, zeichnen sich diejenigen (eins, in gewissen 
Fallea drei) besonders aus, deren Seiten die kleinsten Intervalle 



fj| . i« MMfttlarpipiihir . 

<1m Syttcmt siniL Für eiiMii gflwuRMn Wcrlli AN:Wi«fc«b Um 
dit Diagonale die«Br Paraildogramaia 4tt wae« Säte gUiak 
werden.  ' 

Zwei Malemlariinieti, deren Lage gegen 4a« ganae S^tem 
von Moiecülen übereinatimint, sind congruent. In dar Ebena reicht 
aa aur Coagruena aweier lloleeuhrlinien bin» dab ihre laUrvalla 
gldch sind* Die Molecularanordnuagen unleracheidan «ith jiuft 
wcaenltieh nach dem Symmetriegasefaiy welchea m ihnen herradkit 
dieses aber wird bedingt durch die Ansaht der uäler ehiander 
congrueaten MoleeularNnien. Hr. FaANKBMiffiiH erörierl nun nähe^ 
wie viele in solcher Weise unlertchiedene Moiecularaaordnongeif 
ia der Ebene möglich sind. Es kommen namiich entweder ioa 
Allgemeinen alle Molecularlinien paarweise vor, oder es sind iaa 
Allgemeinen je vier oder je sechs Molecularlinien congruent^ wo- 
bei jedoch in besonderen Fallen je zwei autammenfalien. Hj^-; 
nach giebt es in der Ebene fünf Stellungen der Molecüle: dii^ 
telragonale, die hexagonale, die rectanguläre» die rhombische und 
die rhomboidische. Je nach der Wahl der Axen werden di^ 
Ausdrücke für die einzelnen Molecüle mehr oder weniger einfach 
(normale oder anormale) indem bald die geaammte Reibe der 
Molecüle durch Coerficienten, welche ganae Zahlen sind, hesttfnml 
werden kann, bald nicht. 

Es wird sodann zUr Betrachtung der MoleoulaFanordoung 
im Raum übergegangen. Die Axen werden ao gewäMti dafs aie 
aelber Molecularlinien sind und überdies alle Molecüle auf Eck- 
punkte der Parallelepipeda fallen, welche durch Durchkreusimg 
der den Axen parallelen Molecularlinien entatehen. Sind dio 
kleinsten Molecularintervalle Seiten dieser Parallelepipeda, so nenitl 
man letztere Eleipentarparallelepipeda. Im Allgemeinen ist k^iiM 
Molaeutarlinie der andern congruent; die Congrueoa im Raum^ 
wird noch nicht bedingt durch eine Symmetrie in dar Ebene/ 
alao nicht durch Gleichheit der Intervalle. Eine aoiche Anordnung^ 
b^i welcher keine Gongruena zwischen zwei Molecularlinien staU-«' 
$ndet, wird als triUiniaches Molecularsystem be^eiobnet. -^ Die 
Fälle, wo ein paiirweises Vorkommen der l^iole(:ularHnien *t- i^ji 
g^wis^en Ausn^hmeur solche Moiecubrlinien ^lUangaüd» 4'« Anr 
^mal Y<^rkommen — r bilden dea monoMini#che t^y^tep». — ßei 



Anfmfhwg ^^r. ^$)^>[« St^üC^o von Sja^ietria w?r4ien %n^r^ 
^^JWV^ Syifteaie ()^r Mo|ecularanordnuiig belrachtet, bei deneq 
eine Mo}^<^fir|iiiie fich von allen übrigen unler9chei4et; diese wird 
ipmii^r ^w hxti gfi^e^KPfo^« r~ Vier congruente Moleci}larlinieQ» 
wpa die Axe so geordnet, daCs die dem Scheitel nächsten Molen 
^iile ein Rechteck bilden, kennzeichnen das isoklinische System, -r- 
a^ (lexagQnalen System sind entweder drei oder sechs oder zwölf 
qpngruente Mq|ecularlinien um die Axe gruppirt, so dafs die dem) 
Scheitel nächsten Molecüle ein gleichseitiges Dreieck oder eiQ 
r^gelmäl^iges Sechseck oder ein Zwölfeck mit abwechselnd giei- 
ch^ Seiten bilden. — Wenn die. dem Scheitel nächsten, auf vier 
congruenten Molecularlinien liegenden Nolecule ein Quadrat bildei}| 
so entsteht das tetragonale System. — Ist endlich jede Molecular? 
Itnie wenigstens einer andern congruent, giebt es also keine eiik* 
zelne ausgezeichnete Axe, so ergiebt sich die Anordnung, welche 
als lesserale3 System bezeichnet wird; in diesem sirid 24 Mole? 
cularlinien congruent, deren Anzahl in gewissen Fällen durpb 
Zusammenfallen fiuf 12, 6, ^'oder 3 reducirt wird. 

Somit ist nun darge^ban, d^fi^ W^ s^chs Molecularsyst^mf» 
Dpöglich sind bei einer netzartigen Anordnung der Molecüle io^ 
Räume; dies ist aber, wie schon pb^n hervorgehoben wurd^i 
nach der Ansicht des Verfassers die einzige, welche mit dein 
Pripcip der Krystallbildung vereinbar istj somit ist durch uqsere 
Betrachtung da^ Gebiet der in Krystallen möglichen Molecular- 
Anordnungen umschrieben. Innerhalb dieser Molecularsysteme 
i§t nun die gröfste individuelle Mannigfaltigkeit der Anordnung 
möglich durch Verschiedenheiten in der Gröfse der Winkel un^ 
der Intervalle; ^ber es lassen sic^i auch noch Unterschiede voja 
allgemeinerem Charakter auffinden ^^ deren man sich zur Aufstel«- 
liHtg von Unterabtheilungen innerhalb des Systems bedienen kann. 
Qehl qaan pämlich von der Betrachtung einer Molecularschicht 
auufa SP kann die Stellung der ftlolecüle in der benachbarten 
Schicht, obwohl diese nach demselben Plan angeordnet sind, doch 
gegeQ jene verschieden. sein. DenL| man sich nämlich die Mole- 
cök i^f letzteren Schicht vertical projicirt auf erstere, so fallen 
diefi^ Projectipi^en entweder auf die Mpleciile oder in die CentrSi 
od«r anf die Seiten d^r Par^llelogramq^^, Die Betrachtunjg; dieser 



IS 1. Iffoleeorarpfij^ik. 

Stellungen fahrt auf hShere Stufen der Symmetrie. Im triklini» 
nisclien Systeme kommt ein solcher Unterschied der Stellungen 
nicht vor, wohl aber mehrfach in den anderen Systemen. Der 
Verfasser weist mit einer ausführlichen Erörterung, auf welche 
hier nicht weiter eingegangen werden kann^ nach, dafs es 14 ver* 
schiedene, von der Wahl der Axen unabhängige Stellungen der 
&lolecüie giebt; von diesen gehören einendem triklinischen, zwei 
dem monoklinischen, 4 dem isoklinischen und dem tetragonalen, 
2 dem hexagonalen und 3 dem tesseralen Systeme an. 

Die vorsiehenden, aus der Moleculartheorie gezogenen Fol- 
gerungen lassen sich nun zwar durch directe Beobachtung nicht 
bestätigen, aber es Gndet eine entschiedene Uebereinstimmung 
zwischen denselben und den Gesetzen der Krystallographie statt 
Zunächst entsprechen die sechs möglichen Systeme der Molecular- 
anordhung den sechs nachweislich vorkommenden krystallographi- 
schen Systemen ; dies läfst uns erwarten, dafs sich auch die Unter- 
abtheilungen in den Anordnungsweisen der Molecüle bei den 
Kryslallen wieder finden werden. Die Beobachtung ergiebt, dafs 
in jedem der Krystallsysteme (mit Ausnahme des triklinischen) 
dich die einzelnen Krystallgattungen durch die Lage der Spal- 
tungsflächen und durch die Ausbildung in einer Weise unter- 
scheiden, welche durch das Verhältnifs und die Lage der Axen 
nicht erklärt wird. Hauy sah sich durch diese Wahrnehmung 
zur Aufstellung seiner Grundformen veranlafst; dadurch wird aber 
nur eine zusammenfassende Benennung des Thatsächlichen, nicht 
ein Nachweis seiner Grundbedingungen gegeben. Zu letzterem 
Ende müfste ein Zusammenhang dieser Unterschiede der Krystall- 
bildung mit den möglichen Verschiedenheiten der molecularen 
Anordnung nachgewiesen werden. Aber schon in seiner Cohä- 
sionslehre stellte Hr. Frankbnhei&i, bewogen durch seine Beob- 
achtungen der Gestalt und des physikalischen Verhaltens der 
Kryslalle, 14 Krystallfamilien auf (eigentlich 15; von diesen kön- 
nen aber 2 mit einander vereinigt werden); es bietet sich nun 
sofort die Vermuthung dar, dafs diese 14 Familieu der oben an* 
geführten Unterabiheilung der Molecularsysteme, deren Zahl die- 
selbe ist, entsprechen werden. Es kommt darauf an, diese Ueber- 
einstimmung näher nachzuweisen; zu dem Ende wird zunächst 



ih Lftge i» M^teenkii^ciMilen xa den RrysttfHfltfchen altert 
Hier Meten «ch cwei m^gUcbe Annahmen dar: die Molecular» 
fiNien siod entweder den Krystallkanlen oder den Normalen der 
Plidien parallel. Afan wird diejenige Annahme vorziehen, naeh 
weldier die -Reihe der am häufigsten vorkommenden' Flächen 
ddreh die einfachsten Und kleinsten Zarhlen ausgedrückt werden 
kann. £s Ififet «ich aber eeigen, dafs die Ausbitdmig der Krystalie 
in der efuraehsten Geslait erseheint, wenn die Normakn zu deii 
KrystallflSchen, den Meleeulariinien^ und zwar denjenigen, dererl 
htervalte die kleinsten, parallel angenommen werden. — Herr 
FftANKBNHBiic hat, wio bei dieser Gelegenheit erwähnt werden 
mag, bereils in einem früheren Aufsatz *) nachgewiesen, dafs man 
bei einer passenden Wahl der Axen an aHen Kryställen dieselbe 
FlädieoaiMbildung wiederfindet, dafs nämlich an allen die gleich«- 
bezeichneten, und zwar, wenn der Aasdruck sich auf die Nor- 
malen stt den Flächen bezieht, die durch die einfachsten Zahlen 
MszaAr&cken^len Flächen am häufigsten und am ausgebildelsten 
vurkommen. 

Aber nicht allein die aufs^re Gestalt wird bedingt durch die 
Anordming der integrirenden Molecüle; vielmehr gilt dies in noch 
MierMI Maa&e bezüglich der physikalischen Eigenschaften der 
Krystalie. Im KrystatI ist der Werth der in Wirksamkeit treten^ 
den KiSfte, also auch des phjrsikalischen Verhaltens, abhängig 
ten der Rtchtnng. Das Gesetz dieser Abhängigkeit ist zwar noch 
nidii bekannt; so viel aber steht fest, dafs bei Körpern von glei« 
eher Krystallform die Intensität der physischen Wirksamkeit, wenn 
aoch ihre absoluten Werlhe verschieden sind, sich doch mit der 
ftiehtung iki gleichem Verhaltnifs verändert; darin liegt schon 
eine BestäÜgung der obigen Annahme. In Anwendung der letz- 
teren auf einen specieMen Fall mufs man auch erwarten, dafs 
die Lage der Flächen leichtester Spaltfoarkeit, welche als Minima 
der Feflftigkeit zu betrachten sihd, in gleicher Weise wie di^ 
KrystallgeStalt von der Mofecularanordnung bedingt wird, daher 
auch jener entsprechen und namentlich bei isomorphen Krystallen 
dieselbe sein mufs. Hr. Frankbnhbim bemüht sich darzutbun, 
dafs letzteres in der That der Fall sei, scheinbare Abweichungen 

•) Poe«. Ann. XCV. 347. 
Foftfchr. d. Pbyt. XII. 2 



jiur «M einer V<rww«ii$lung von AbflefeUkronge« 4*4 VW^raehüln^ 
fläibe« fiitl Spa)iiitigfA«rileii KervOrgeiieii. D^rftslfee fiibri fernfT 
4ardi B^f^u^abinc auf st^UrsiühfO iki^piMle ibHi Bftvvei«, dafr !4i* 
iSpaltungrfUicjMtfi im ArllgemeinvH vm «# bof^er sitid, je Uciiaer 
4ie lolervulle der Molecularlinieni wt 4enw sie eetlkr«i|hl etfehtoj; 
4alier smi im guUn Spaltang^fläcbeti aiich vorlugtiiiieiae f f l^llr 
4kiilär f «4 den Kry^UUnxetl» ^w^lche iMtst oi«! Am 5l{ilieQirfar|jimi 
Ueinaier Inlervetle KuaeflUinenfaUc«). Dw Bereffanifig i4er» veff> 
achiedenen Moleoularlinien sukofQmenden ImervdUe kk den (euneft- 
nen KryslalUyaUmea eigiebt ßich kicht pus dt> ihre J«ag« »I 
den Coordinaienaxea beaiimmettdeti Aitsdröck^ii» Ur^ FiuWfM* 
li«iM führt diese Berechnung in den verachiedeiiea KryaMlsjrirtir 
m^n durch, wob^ wir ihca ins Ginsteine nicht Mgw k^tmm^ und 
zeigt dann in vielen speciellen Fällen» lUfa die bf)$l40 Spaliingai- 
flächen jederzeit aenkrecbt au ilenjenigen MoleciiliWinW« auR«etM% 
deren lolervaUe den kleimten Werlh besilaen« ()ab4i wind lUr 
gleich auch die Fiäebenauabildimg h^kk$kMgi mki 4iu)gf4ba% 
dafs diese demselben Gesetz folgt, dafs also vorzugsweiae di^|f>> 
nigen Fliehen auftreten, wekiie %^ den MoleMl^rliniaii mit ^lein- 
ftea Intervallen senkrecht ajnd» Die BHr^Mshtang dier Sfp#lhNigif 
flächen sowohl wie der FUiehepdusbiidung diant aUo d^f ^irrgiiMifct 
ZMr Bestätigung» wonach diese Vorl^oinuiMses ^v^kch^ te ibffef 
Mannigfaltigkeit 4ur AuisleJJuBg v^recbiedener iryslallpgf^phisQlMr 
Gi-undfonnen Veranlassung gegeben bähen, |nit der canUeulaf«« 
Anordnung in Zusamoienhang g<ebracbt und wi dar^ UaJlplv 
mpdificotionen auriickgefübrt werden künufin« 

Obwohl nun die wesenüicben Vorkonrnwiiaae m den Krjh» 
stallen üus der Uolecularibevrie! ihre Erl^lärung fnd^, ao nHt^ 
Hr. F«A3iKEKH&iii» wie er schliefaUch bemerki» dennoch nicht dif 
krystallographischen Gesetze als einen empirischen Ißew^eia fSr 
deren {lichügkeit anzunehmen ^ weil die GrsabeifiiUBgen der Her 
oiiedrie oüt derselben nur durch Annahm/e j^nderer, vi|l| 4m 
Stellung der Molecüle unabhMog^?r Kräfte in UebereinatiiiiiiNing 
KU bringen sind. Wi 



«9 

L1F4«ncüii.' iSttifdW ßdr*fe% rtodefe d'öccröissöme« d€fs crl* 
staox et sur f tb causes .des ?ari«liotis de tears /onties 
seMmtiatTM. C. tL XLIU. 705-7961; Aim. d. cliim, (S) XLI3C. 
S^Shh Mt I8&6. |>«a6S*a67; Cora»» IX. 4G$-46»* OaMoto JV!» 
461«^S3, V. ITChlT«; Poes. Aon. G. 157-162. 

Die einzelnen Individuen ein un<i dfrseiben Kfystailspecies 
IHMi Wkufmllteli iDil ^ehr vetsobiedenefi seotitidfiren Flächen auf. 
DM W4rtini«liiiiUbg«fi in <t»r Natur, n««MnHkA das Vdrkmnmeff 
ben ättMiHirflSchen an den Kry»talien det^elben Fan<lor(«) 
«Ulli absfcMüdi af»ge«ieilte Veisuohe iass«n vernttilheni 
iafi daa Aukraten dieier Pidehen iMdingt wird dunch die begtei*- 
Wnden UmsUiiid« fder Kryslaititalioii , vonugsweise dureh da» 
ViH'hMidiSRif i» geWiis««^ freinder Bestatidlheii« in der Mutlerlauge. 
Hn PiflWiW k'ai tfhra ifrülver d«räuf aiifiiierksdno gemadiC, dafs 
dfti dopp«iläpf«i«a<ire Aminoniafc) wei^h«s in Auflösung die Pola- 
ria«liotiwl»i9M des Liehte dreht, aus r«iner Losung nicht faemie'^ 
itisiA ktyUMfUrt, wühmnd am efner mit den Z«rsettung!3pn>duc^ 
Im ^w'tSaiaea durch WDriM verunreinigten FRissrgkeit Krystalle 
tau hetfiiedfftidheit Fliehen anichiefsen^ Llifst man hemiedrisch« 
B#]nitalfe akh in reiner Mutterlauge vergrMiem, so üfberwachsen 
Aa lifMbdtisdiaii FJächen, ah wären sie durch ekie künstliche 
f^eNUhsneiottg des Krjstalis entsianden; der Krysiali bildet sich 
tk tinmn Irottflitohigeii om. Omgekehri entstehen an einem sich 
in liar onretnefi AufUtsung vergröbernden vollfläehigen Krjstall 
dia ImBiedriechan PücHen. 

^iacll der Ansieht des Hm. Pastsou rufen die fremden Sub-» 
slflMtä 4ie SÜdtnig der sacuRdireit und, in unserem Fall, der 
baadiedrisdian Fiäidien hervor, iiideili sie das Wachslhumverhält« 
aüb dii Krystatls nach verschiedenen Richtungen verändern, d. h. 
indm ftie dareh ihre Gegenwart bewirken, dafs sieh in der Zeit- 
aUieil nach -besfimmteii Richflonge» mehr, nacii andern weniger 
IMaoftie anlagern als ifl der reinen Auflösung. Um diese Ansicht 
Aardi «fbe» Versuch au prüfen, wisrde ein sehr regelmäfsig aus- 
gabildeter, nicht heaaiedrischer Krjsiall des doppeiläpfeisaureri 
AamaniaAl Meh der Spaliunpabane in «wei Hälften getheil^ 
dia eina iWfle m reine > dw andere in fkaeh erwähnter Weise 
dksfittsüng gekgt. In beidoi ichwach übersättigten 



20 !• Moleeolaffihjsik. 

AuflSstifigen vergrSÜBerte sich der Kryätair; aber fai der enttreif 
entwickelte er sdch ohne hemiedrische Flächen, und «imr in 
Breite etwas 6chheller als in Länge, in der nnreineb AiilBMing 
dagegen hatte sich der'Krystall hemiedrisch aasgdbitdet; dabei 
war sein Wachsthutn nach der Länge bedeutend (bis zu 10 mal) 
gröfser als nach der Breite. 

Zur weiteren Bestätigung deraelbea AufTassüD^ dienteli wdi 
die Vorgänge, welche sich hei Einfiihrong absiditlich hifscIiSdigt 
ter Krystaile in gesattigte Auflösungen wahnaehaien laati»« 
Wurde ein KrysUU des «ben erwähnten Sabes durch Abfeiieil 
oder Abspalten der ZuschärCuagen und Ecken vecanderli dann ii 
eine reine gesättigte Auflösung gelegt und einer um wenige fit ad0 
niedrigeren Temperatur ausgesetal, so steihe sieh di(S regeimäli^g# 
Gestalt durch schnelles Wadisthum, ia einer vam Verfasser aorgt 
fältig beobachieten und näher beschriebenen Weue, an den her 
schädigten Stellen in kurter Zeit wieder her. Untersiichi maH 
aber den Krystall, bevor seine WiederheratelUing beendigt ist» la^ 
nimmt man neue secundäre Flächen, namentlich anch hemiedriseha 
wahr; diese treten ako, wie es scheint, auf in Folge 4ea' be» 
schleunigten Wachstfaums. — Wurde ein Krystall des ^oppellr 
äpfelsauren Ammoniaks an den Seiten mit Streifen BlataUpa^er 
beklebt, an den Enden verslömoiiek, dann in die reine geaSlli^ 
Auflösung und in eine niedrigere Temperatur gebradU,: ao enl*. 
standen unter diesen Bedingungen des nach der Breite geMnder- 
ten, nach der Länge beschleunigten Waehsthums hemiedrischA 
Flächen. — Diese Erfahrungen über die künstliehe Hervorrufung 
hemiedrischer Flächen benutzte Hr. Pastbua, um sich AubcUufa 
zu verschaffen über die Entstehung gewisser Aoomalieen, Welehd 
bei den Krystallen des Quarzes beobachtet werden. — Da der 
Quarz selbst nur schwierig und nicht ohne verändernde Eisradr« 
kungen verflüssigt werden kann, so wurde stati seiner der ibm 
in kryslallographischer Hinsicht, namentlich durch das Vorkom» 
men rechts und links hemiedrischer Flächen an versehiedeneft 
Individuen, sehr nahe stehende ameiaensaure Slronlian zu dea 
Versuchen benutzt, welche darlhalen, dafs alle beim Quan rm^ 
kommenden anomalen Verhältnisse, namenilieh das Aünrelen link» 
hemiedrischer Flächen an von Natur redils heottedrisehcn imthn?* 



DM Skn^tifdnmr, GlaiSbir. 2) 

f , Miwit auck das V^rkommeB beider HeniedrieeD 
«üdMiiselbett.liiiksoiierrecbUdi^ehendtn Kryslall, kiinslUch hervor- 
ganifen werden können. Man ist daher au der Annahme berechligt, 
daCi auch beim Krystaiiisiren des Quarzes ähnliche äufsere Einflüsse 
die Eolatekung der fra^idien Bildungen veranlafst haben. Wl . 



D8 Sknarho:«?. Resultats qu il a oblenus daos des recherches 
aoalogues. C. R. XLIir, 799-800t; Ckaenio IVb 4)4*454; Poee. 
Aan. C. 162-164. 
Hr. DB Sbnarmont theiit in Bezugnahme auf den vorstehend 
erwähnten Aufeats von PAST£ua mit^ dafs er sich ebenfalls mit 
ähnlichen Untersuchungen beschäftigt habe, um den Einflufs au 
ermittelni welchen Anwendung künstlicher Mittel, Abspalten der 
Kanten und Ecken, theiiweises Ueberzielien mit Firnifs, Talg oder 
Wachs auf die Ausbildung der Krystalle in gesättigten Lösungen 
haben. Er sei iudels zu allgememcn Resultaten in Bezug auf die- 
sen Einflufs nicht gelangt, da die Vorgänge hier oiTenbar das selu* 
complexe Resultat des Zusammenwirkens mehrerer Kräfte waren. 
Auch die Zusammensetzung der Mutterlauge kann zuweilen so- 
wohl die äufsere geometrische Gestalt als auch die innere Structur 
der Krystalle modificiren; so erscheint das Oktaeder in manchen 
Fällen aus dreieckigen wachsenden, in anderen aus viereckigen ab- 
Dtbmeoden, den Würfelflächen parallelen Platten entalanden. Wu 



Glaishkr. On the similarity of form in snow and campbor under 
ceriain condttlons of cryslallization. Athen. 1856. p. I4i-i4it. 
Kampher schiefst bei schneller Krystallisalion in hexagonalen 
Krystailen an; erfolgt .die Kryslallisntion langsam — am besten 
wenn einer Auflösung von Kampher in Weingeist Ammoniak- 
flfissigkett hinzugesetzt wird — so entstehen baumartig verästelte 
Kryslailgruppen, welche dem Laub der Farrnkräuler gleichen und 
die gröfste Aehnlichkeit mit den ICrystallbilJungen des Schnees 
zeigen. An diese Notiz schliefeen sich noch einige Bemerkungen 
Ober den Verlauf der Krystallisation und die dabei wahrgenom- 
onen^D Bewegungen. Wi. 



ff I. Moiet^OMphftik. 

C S. C DtntLB. EhsB modificalioM d« so«ft^ Mi» Tii 

de la cbaleur et des disflolvaoto. Aul <k cbtoL <^) JiLYii» 
94-1 la. Siehe Beri. Der« ia52« p.7. 



MmcBERLictt. Ueber die rolhe Färbvsg des Schw^felfti 

Erdmaitn J. LXVir. 369-371t; Cbem. C. Bl. 1856. p. 353-364; 
LiKBie Ann. Cl. 53-60; Arch. d. sc. pliys. XXXIJ. 232-233; Poljt. 
C. Bf. 1856. 757-758; Z. S. f. Math. 1856. 1. p. 379-380; Arch. d. 
Pbarm. (2) XCI. 320-321. 

Schwefel, mit Fetten bis cum Dickflüssigwerden des Schwe- 
fels erhitzt, geht mit diesen eine Verbindung von sehr intensiver 
Färbung ein; diese ist bei 1 Theil Talg auf 3000 Theile Schwe* 
fei tief rubinrolh, kryslallisirt auch prismatisch mit rubinrotber 
Farbe; bei gröfserem Fettgehalt sieht der Schwefel ganz schwant 
aus; schon die Berührung mit der Hand bewirkt, dafs der Schwe- 
fel roth wird. Hr. Mitscherlich konnte, wenn er jede Verunrei- 
nigung mit Fett sorgfältig vermied, die von Magnus*) beim wie- 
derholten Umschmelzen des Schwefels erhaltene schwarze und 
braune Modification desselben nicht darstellen und vermuthet dar 
her, dafs dieser schwarze Schwefel nicht allotropisch modificirl, 
sondern nur durch Fett verunreinigt sei. WL 



6. Magncs. Deber die allotropischen Zustände des Schwefbis! 

Po66. Ann. XCIX. 145-151t; Lkbig Ann. CI. 60-63; Phil. Mag. 
(4) XII. 526-530; Cosioos IX. 446-447; Chem. G. BL 1856. p.902- 
905; Z. S. f. Math. 1856. 1. p. 380-382; £rdmlaiivJ.LXXII. 48-49; 
N. Jahrb. f. Pharm. VII. 191-191; Arch. d. Pharm. (2) XCI. 176-175. 

Hr. Magnus hat gefunden, dafs nicht nur die Fette, aondem 
auch viele andere Substanzen^ namentlich Stearinsäure, Paraffin^ 
Wachs, in geringerem Grade auch Zucker, Stärke etc., mit Schwe»» 
fei erhitzt, denselben roth färben. — Wiederholt umgeschmolzeneiT 
Schwefel kann, wenn auch alle Verunreinigung durch Berührung 
mit fettigen Händen vermieden istj durch hineinfallende Slaub- 
theilchen eine rolhe Färbung angenommen babeq. •— Wenn nuQ 
aber auch der durch wiederholtes Umschmelzen erbaltfliie rothe 

•) Berl. Ber. 1854. p. 10. 



C* S. C. DiriLLK. Mm^mimviou. XAeiivt. Baudeimokt. £( 

md MkwaMle S^DViefel sdUe Färbung Armdeo BetuiMchtiAgei 
iwrdalAl, dicM ^her nkrbt ida Kennekheti einer beAonderen 
lll»UHfoatieii betraelilet werden darf^ so findet Hr. Magnus doch 
die EnUtehung einer tofi dem unlöslichen verschiedenen allotro* 
pen Modificalion beim schnellen Abkühlen des bis auf 300^ er- 
hifsfefl SchweM* besläligt. So behandelter Schwefel ist iheii- 
wels in SchwefeKoMenstöff onlOslich geworden; der fösliche An* 
theit besteht ans swei verschiedenen Modiflcalionen; beim Ver* 
dampfen schreiben Anfangs oktaedrische Krystalie an; zulefst 
schehlcC sich eine krflmirche Masse ab, welche in Schwefellcohlen« 
Stoff nicht wieder airfKlsticIt und durch dies Verhallen als beson** 
der« Madificaifon charakterisirl ist. «^ Uei lin^^tn^em Liegen des 
schnefl gekühlten , weichen Schwefels verwandelt' sieh der darin 
Äitliihllene krtirndiche Schwefel alirnSKg in eine der berilen ande- 
ren Modificationen, afso entweder in unISslichen oder in Idsüchert 
kr^lslHisirenden ScttwefeL Die Biegsamkeft des weichen Schwe* 
td9 wird wahrsdieltiUch durch die Anwesenheit dieaer krimilichen 
Ihiritficätion beengt. WL 

I I. i P m  tt n i 

E, ßAODftiMOKT. Observation nouvelle ßur le spufre mou. 
C. R. XLll. 808-809; Esomanw J. LXIX. 253-254; Cbem. Gas. 
1856, p. 206-206. 

Rr. Baudrimont fand, dafs Stücke weichen Schwefels, in einer 
verschlossenen Glasröhre mit Terpenlhinöl {ibergossen, sich nach 
einiger Zeit pn der Oberfläche mit kleinen oklaedrischen Kry« 
slalfen bedecken, welche auch die Wand der Köhre bekleiden« 
Er vermulhete, dafs der gelöste weiche Schwefel sich in der 
Auflösung allmälig in oktaedrischen Schwefel umwandle, dafs aber 
der letztere wenfger IdsKch sei und sich deshalb ausscheide. — 
In der That ergab sich, dafs bei 15* dieselbe Menge Terpenlhinöl 
auf 100 Theile gewöhnlichen Schwefel 162 Theill» weichen Schwe* 
fei auflöst; bei 100* war das Verhältnifs der Löslichkeit nur wie 
tOO : 120^ wahrscheinlich weil in dieser Temperatur schon die 
Verwandlung des weichen Schwefels in gewöhnlichen Schwefel 
beginnt. fTi. 



^j| . i, MoIeG(»laq[»lij8ik* 

R WOhlkr et H. S. C DEvitLK. Du bore. G. ft.«XLItf* 10^1<M$ 
Gosmos IX. (Jd4-6i37; Inst. 1856. )». 425-42e; LiXBM Ann, CK Sf^ 

. .118t; Ciinento^V. 464-467;. Plill. Mag. (4) }[Jlt 1^73-275 ; .Eu^ffiMP 
J. LXX. 344-348; GJiem. G. BK 1857. p. 289-29J; Diii«i.n J. 
CXLIIf, 27J-274; Cliem. Gaz. 1857. p. 161-163. 

Es gelang den Verfassern zuerst das in der Reihe der che« 
Qiisch^n Elemente zwischen KohlcnstoIT und Silicium s^eheod^ 
Bor, welches man bisher nur im ao^orphen Zustande gekrant 
haltei ebenfalls in gut charaklerisirten Fornien darzustellen; und 
zwar kommt dasselbe nach ihren ßecbachtungen in Anaio{;ie mit 
dem Kohlenstoff ia /Irei verschiedenen Modtiicationen vor: 

1) Krystallisirtes oder diamantartiges Bor wird durch 
Zusammenschmelzen der Borsäure mit Aluminium dargestellt. 
Die Krystalle sind durchsichtig, wahrscheinlich farblos^ wenn 
vollkommen rein, an Glanz, Lichtbrechungsvermögen und Härte 
dem Diainant zunächststehend. Die Krystallform konnte an den 
ziemlich groljseni aber aus zahlreichen kleinen Individuen beste* 
henden Krystallen noch nicht bestimmt werden j, ist aber naob 
dem Verhalten gegen polarisirles'LicIU wahrscheinlich nicht re- 
gulär. — Das Bor ist von allen Elementen dasjenige, welches 
am schwersten von chemischen Agenlien angegriffen wird. 

2) Graphitartiges Bor bleibt in röthlichen, oft hexago- 
oalen Blätlchen zurück nach dem Auflösen einer Legirung von 
Bor und Aluminium in Säuren. 

3) Amorphes Bor, eine hell chocoladenbraune Substanz 
mit den bereits von Berzelius und anderen beschriebenen Eigen- 
schaften. Wu 

Hberrn und Karmarsch, lieber das Aluminium« Gliem. G. DL 
1856. p. 327-331; Mitth. d. Iiannor. Gew. Ver. 1855. p.337; Z. S. 
f. Math. 1856. 1. p. 122-125; Pol^t, C. BI.1856. p. 483-488; Dihgi.kb 
J. CXXXIX. 207-212t; Z. S. f. Naturw. VIII. 214-214. 

Die Verfasser haben ausführliche Untersuchungen über das 
chemische und physikalische Verhalten eines in Paris bereiteten 
Aluminiums angestellt; da dasselbe aber einen Eisengehalt voa 
4,6 Procent zu erkennen gab| so sind die erhaltenen, nur für eisen- 
halliges Aluminium gültigen Resultate von geringerem wissen- 



WoBLSB a. H. 8. C. DBTiLirBft Hbbam n. Kaamaascb. SenreziE. f§ 

schafllichen Interesse. Bemerkenswerlh war die bedeutende Fe« 
stigkeil bei dem geringen spiQciflscIien Gewidbt (2,73 bis 2,79); 
auch verdient Erwähnung, dafs verdünnte Salpetersäure nur sehr 
geringe, concentrirle Salpetersäure sowohl kalt als warm gar keine 
Wirkng aasiä^te. Hr; Hberm sucht den Grmd hiervon in eiAeli 
Piwsivwerden des iklumininms nach Art des Eisens, in hShetem 
Orade als bei diesem eintretend. Wt. 



A.SCUPCZ1K. Ueber die Bewegung scbwimmeudeirK^talle 
einiger organischen Säuren. Cbem. C BU J856. p. 836-837; 

PJiil. Mag. (4) Xlir. 149-151; Arch. d. sc. phjs, XtiY. 229-230; 
Cosmos X. J71-172. Siebe Berl. Ber. 1855. p.15. 
— — lieber das Vorkommen fetter Oele auf der Ober- 
dache der Flüsse. Jahrb. d. geol. Reichsanst. 1856. p.95-97t. 

Mitten auf vom Winde gekräuselten Wasseroberflächen beob^ 
achtet man häufig scharf begräntte Stellen von ruhigemi spiegeliH 
dem Ansehen. Hr. Schbfczijb: vermuthete, dafs diese von einer 
dünnen Oelschicbt bedeckt sein möchleni welche, indem sie die 
Reibung der bewegten Luft gegen die Wasserfläche verminderti 
nach einer bekannten Erfahrung letztere gegen die Milbewegung 
durch die darüber fortstreichenden Luftschichten schützt» — um 
das Vorhandensein solcher Oelschichten , welche von bewohnten 
Orten am Ufer durch ausgegossenes Spülwasser etc. auf den Flufs 
gelangen können, nachzuweisen, benutzt Hr. Schbpceik die von 
ihm beobachtete Thatsache'), dafs die kreisenden Bewegungen 
der Benzoesäure auf mit einer Fetthaut überzogenem Wasser nicht 
eintreten I in der That bleiben diese ebenfalls aus auf den erwähn*» 
ten spiegelnden Stellen. — Ein Tropfen Olivenöl auf ein stehen« 
des Wasser gebracht, verbreitete sich über eine Fläche von 4 bi^ 
5 Quadratklafter und schützte dieselbe gegen die Einwirkung des 
Windes; auch rolirten die Krystalle der Benzoesäure nicht auf 
dieaer mi^ einer düqnen Oelhaut überzogenen Stelle^ so dals da« 
in Natur beobachtete Verhalten hier künstlich hervorgerufen wer*- 
den konnie. WL 

•) Berl. Qer> 1855» p. 15. / 



18 t. AdhSflo«. Wrrr. 

t. Adh&Bioii. 



B. M. WiiT. On « pecQliar power pasiesMd by |MMtiM 
»aditt (sand aod eharcoal) of reaoving matler from «Ot 

lutifH in water. Phil. Mag. (4) Xkl 23- 34t & Z. S. f« N«Uirtr. 
Till. 215-216; Erdmann J. LXX. 134-139; Cosroos IX. 476-476; 
SiLLiMAN J. (2) XXIV. 157-158; Polyt. C. BL 1857. p. 460-463. 

Hr. Witt hat, sowohl im grofseren MaafsaAabe in den An* 
Blaften zu Chelsea und Kingston, in welchen das für den Gebrauch 
Voll London bestimmte Wasser gereinigt wird, als auch im (Clei- 
nen.in seinem Laboratorium, vergleichende Versuche angestellt 
über die Anwendbarkeit von Sand und Kohle zur Reinigung bin- 
durchfiltrirenden . Wassers. Beide besafsen die Fähigkeit, nicht 
blofs im Wasser suspendirte Substanzen, sondern auch aufgelöste 
Saite daraus zu entfernen, wobei also die chemische Action iet 
Salzes und seines Lösungsmittels auf einander durch eine phys2« 
kaiische Einwirkung (iberwunden wurde. — Da die organischen 
Verunreinigungen des Wassers besonders nachtheitig für die Ge- 
sundheit sind, so wurde die Wirksamkeit beider Reinigungsolinel 
in Beziehung auf diese besonders untersucht. Hier zeigte sich 
die Kohle bei weitem wirksamer als der Sand, welcher bei ge- 
ringerer Verunreinigung darch organische Substanzen dem Hin- 
durchfiTtrfirenden Wasser nichts davon zu entziehen vermochtei 
Hrst b#i Anwesenheit gröfserer Mengen eine reinigende Wirkung 
ausObte, die aber immer sehr hinter derjenigen der Kohle turück> 
blieb. — Ueberhaupt stieg die Wirksamkeit beider Mittel zur 
Entfernung aller verunreinigenden Substanzen innerhafb einer ge- 
wissen Critnze mit dem Procentgehalt der letsfteren im Wasser; 
es zeigte sich aber der Unterschied, dafs beim Sand die GVSTse 
Her reinigenden Wirkung zunahm mit dem Verlauf der Fütratfon ; 
beT der Kohle dagegen fand diese Zunahme nur statt bis tum 
Abfäur einer gewissen Zeit; spater trat Abnahme ein. So ergab 
sich durch Untersuchung der abgelaufenen Flüssigkeit bei einem 
Versuch mit Kohle nach 240stündiger Fil^atkrii eina Abttahme 
▼PH 16^ Procent der Venmreifiigiiiigen; aach 376 StundeD 



3. CapiUarill«»^ P#rQnr. Da^tidow. ff 

btlmg 4h9$ ^fcMhM WM noch 13^(»Plroc«t mABmfmhm§ 
im Stmim als B^'wigfmff^MiMi war die Abnahm* der VWrittirai»* 
Wf/m^m im Filtfat dach a4(lMtüniliger FikratioB m %&16 f^m 
etat, Mtk 376 Mtmdeti n» M2e Prootnt ITj. 



8. Capillarität 



A. PopoFP. No(e concernant la (h^orie de Vaotioa c^illaire. 

QulK d. natural, d« Mo$coij 1856. 1. p. 463-465t* 
A. Davidoff. Remarque relalive k la DOte de M. Popoff, 
Bull. d. natural, d. Moscou 1856. 1, p.465<467t* 

Die BemerkMugen des Hrn. Popopp beliehen sicJi auf den im 
Berl. Ben 1855. p. 20 besprochenen Aufsatz des Hmi DaviqqpPii 
worin dieser die Theorie der Capillaritatsphänomeiie bebaiideK^ 
Hr. Popopp meint, der genannte Verfasser habe nar den Zrweek 
eehabti die Frage bu beantworten, ob die DichtigkeitsveränderuD|| 
an der Oberfläche der Flüssigkeiten wesentlich sei wm Ginlreten 
der Capillaritätsphänoniene ; dies sei aber bereits von Poisscm^ ger> 
nügend nach^e>viesen. — Ueberdies wird eine Unklarheit gerOgt, 
deren sich Hr. Davidopp bei Integration einer von ihm abgelei- 
teten Gleichung schuldig gemacht habe. 

Hierauf erwiedert Hr. Davidoff» dafs seine Absicht vielmehr 
gewesen sei, die Theorie der Capiilaritälspbänomenei unter Be.« 
rBcksichtiguag aller obwaltenden Umstände, aus den Principien 
der anal^ischen Alechanik absuleilen, dafs er auf die Theorie yo^ 
PoissoN diejenige Methode habe anwenden wollen, welche Gav^ii 
auf die Theorie von Laplack umgewendet habe. . Im Verlauf 
seiner Entwicklungen s^i dann auch die ojien erwähnte Frage be^ 
rfihrt worden. — PoissoN sei, obschon er bewiesen, daCs bei 
conatanter Dichte an der Oberfläche der Flüssigkeiten* die Capillar- 
yhänomene niqht eintreten können, dennoch mit der Anpahme eine^ 
aolcbea Dichtigkeitsveränderung su denselben Formeln gekommen 
wie LiJPLAcn obm diMilbeii» • MiMjm uod^ BaMnuMuli^eii 



tt 3. CapttlaiMt. 

hmä^ m^Agetmäm, Ms die Bemerkimgen vm PwtMR -filM' 
dm Einlkirt der^y^ränderiiehen Obcrflächcndiehfce auf die CapSlIir« 
pblhiociietie imgeoaa seien, und «war Uegi dies naok BcmmAMi 
darin^ dafs von ihm die von Laimlacb «nd Gauss gebükreiid be^ 
röcksichligle UnzusainmendrüclLbarkeit der Flüssigkeilen aufser 
Acht gelassen ist. — Der Vorwurf der UnklarhSt beruht Seitens 
des Hm. Popopf auf einem Mifsverständnifs, welches Hr. Davidopf 
durch eine nähere Auseinandersetzung zu beseitigen sucht. fFi. 



F. Zantedesgui. Ricerche sulle leggi della capillarilä. Aeti deir 
Ist. Yenefo (3) I. 3-31. 

Hr. Zantedbschi giebt zuvörderst eine Uebersicht oller der<^ 
fenigen experimentellen und theoretischen Untersuchungen, deren 
Gegenstand die Capillaritätsphänomene gewesen sind. Cr macht 
dabei namcnllich auf die auch bereits von Brunner *) hervor- 
gerufenen Verdienste von Montanari aufmerksam, welcher in sei* 
ner Schrift: Pensieri fisico-malematici (1667) eine grofse Mengei 
von Thatsachen zusammengestellt hat, die ihre Erklärung aus der 
Capillarerhebung der Flüssigkeiten Gnden. — - MontanAri hat auch 
bereits vor Gay-Lussac den Salz aufgestellt, dafs die Capillarhöhe 
des Wassers in verschiedenen Röhren umgekehrt proportional sei 
dem Röhrendurchmesser. — Hr. Zantbdbschi bespricht dann be- 
sonders ausführlich die bekannten Versuche von Simon (Berl. Ber. 
1850, 51. p. 25), aus denen hervorgeht, dafs das erwähnte Gesetz 
der Abhängigkeit der Capillarhöhe vom Röhrendurchmessei' nur 
innerhalb gewisser Gränzen güllig ist. 

Am Schlufs dieser geschichtlichen Notizen theilt der Ver- 
fasser sodann ^eine eigenen, zur Prüfung eben dieses Gesetzes 
unternommenen Untersuchungen mit, ohne jedoch näher auf eine 
Beschreibung seines Verfahrens einzugehen, indem er nur angiebt, 
dafs seine Resultate durch gleichzeitiges Eintauchen von Röhren 
Verschiedenen Durchmessers, die zu einem System verbuhden 
waren, erhalten sind. — Diese Resultate, welche zti denselben 
Folgerungen führen wie die Beobachtungen von Smoti, und zwar 



^.PoM» An. LXSL 481; Beil. Ber. i64». p. t«. 



I. CWow. 



ßowM ttt 4m Ccpühreiiiebiihg der PiaMigitMiai bb MOt Ar 
di* (C«ffllar<kpr«isiM»-ide8 Queduilber«^ sind foig«nde> 

Capill<ir(fepr«8mon des ' 

QueeksUbmiMi ^l«^ ' 

io MiHimetein 



CBpillarerhcbung des 
Wassers bei 4-19*. 


Wut». CtjOf 
dwcluM«fMr eritebaog 
Sil Millimeteni 


9 


1,0 


8 


1,7 


7 


2,5 


6 


3 


5 


4,5 


4 


6 


3 


6,5 


2 


8,3 


1 


17 


0.9 


22,2 


0.8 


24,5 


0,7 


27 


0,6 


30,2 


0.5 


35 


0,4 


40 


0,3 


42,3 


0,2 


61,3 


0,1 


103,5 



8 


0,4 


7 


0,5 


6 


0,(5 


5 


0,76 


4 


1.15 


3 


1.75 


2 


2,75 


1 


6,5 


0,9 


7,26 


0,8 


8,5 


0,7 


9,5 


0,6 


11 


0,5 


12,75 


0,4 


15 


0,3 


19 


0,2 


'26,25 


0,1 


27,75 


0,07 


29. 



WL 



C. Wolf. Note sur la tempöralure a la^uelle les liquides 
G^sseht de mouiltcr les vases qui les contieonent. CR« 

XLII. ^68-969t; Cosmos Vlll. 557-557; Poos. Ann, XCVnr. 643- 
(H4; IiMt. 1856. p. 191-191 ;ArcIi. d. sc. phjs. XXXft. 217-219; 
Cittealo IV. 292-29i; Z. S. f. Math. ]856k 1. p. 383-382. 

Es hl eine bekannte Ttratsache, dafs die Capiliarerhebong 
der FJfisstgkeiten abnimint mit sunehmender Temperatur; man hat 
$lb€r nitmüh cmiersueht, ob die Pluasigkeiten in Temperaiured 
flfeer flir^m Siedpunkt vielteicht ihr Verhallen su den fiöhrenwan^ 
AiriigeA umkehren, so dafs die Erhebung in eine Depression über^ 
geht. Die aus den Beobachtungen in «nÜilerer^TolKporätur 



lAgeh M rteii F«nli«fti v#o Biimlin» <) UmI «ri^rw HvwfcefiÜkrMMN^ 
da sie von mmtt gewkseii OraiiM An <bcMi Wasier lifi U6% 
beim Mker bei 191* li^end) negative VVerlhe ahnehaoen. — 
Hr. Wot.r mchit diese Frage beim Aeiher M b^anMvar Mi, indem 
er in ein dickwandige« Aellier enlhaltetidei Oiasrobr ein Capillar^ 
rShrchen einfübrie» dann ziisehmoiz und im Oelbade erhitzte. 
Bei etwa 190* verschwand die Capiliarerbt bung; dabei wurde die 
AetheroberflÄehe eben; man mufste annehmen, dafs der Aelher 
die Glaswand nicht mehr benutzte. Bei' fortschreitender Erwär- 
mung trat Depression der Flüssigkeit einj die OberfMiche wurde 
convex; bei 200* endlich ging, wie schon Cagniard- Latour an* 
gegeben hat, die ganze Aethermenge in den dampffoi'migen Zu- 
stand über/ Hr. Wolf hall es für möglicbi dafs auch das Queck- 
silber in sehr niedrigen Tcpiperaturen, wenn es noch flüssig bliebe/ 
das Glas heeeizen und sich im Capillarrei|r erhebef möchte. 

Wi. 

E. Dksairs. Memoire sur les ph^nomeoes capilUires. C. R. 
XLIII. 1077-1081; lost. 1856. p. 437-438^ Poeo. Ana. C. 336-340; 
Ardi. d. sc. pbys. XXXIV. 146-146; Ana. d. chim. (3) LI. 385-444t. 

*Hr. Dbsains hat seine sämmtlichen, theils theoretischen, theils 
experimentellen Untersuchungen über Capillarilät in einer aus* 
führlichen Abhandlung veröffentlicht, welche in aechs Capitel 
serfällt Der Inhalt derselben ist in der tCürze folgender. 

Tm ersten Capitel soll gezeigt werden, weshalb und unter 
welchen Bedingungen die belannle Capillargleichung, welche die 
Erhebung z irgend eines Punktes der gekrümmten Flüssigkeita^ 
oberflSche darstellt als Function der Hauplkrümmun^sbalbmeaser 
B und Bf dieses Punktes, unverändert dieselbe bleibt, man mag die 
Dichtigkeitaveränderung an der Oberfläche berücksichtigen oder 
nicht. — Diese Gleichung wffd zunächst tn gewöhnlkcker Weise 
ab!|;eteil^t, indeoi die Summe der Druck- und Zugkräfte, welche 
den in Rede stehenden Punkt aollicitiren, s= gesetzt wird. Be^ 
seichnet man mit gf das specifische Gewicht der Flüssigkeit, wil 
^ ihre Dxdkit an dem Oberfläcbenpunki^ voe wekfaem nun 4m«p% 
gehtj mit U cjn dreifaches Integ|ral beziiglich auf den fanse« 



lUmn nmkm ^. gilkf&mtiUn OtNetflMk imdikr T-giniigi 
«jktw» «n 4»Q FNtBiU, «o«riw auf die gaMB J4iinga 4«r ^itnaab it 
dc««ett40, a» 4rhfitl die Clei«Jning roJg««d« F«m: . • 

<■> ••••• -fa+^> ' 

Der Ausdruck H enlhäU uüer dem Inlegralzeichen den Faeior 
^''y womit die in verschiedenen Pjani^len der Normale verschie* 
4üii Dtehl« disr Flüiiigk^itJitMttfhiiei mrd. VMtiiicbMasIgt^MMi 
^ber difi Ver{ind«rlidbkeit der Uichtti so wird f 9:f (f^ iq^ ooMtmft 
fmd teb^nfalis «er ^ Jrona lolao. vor das klegrattcichtti f «elit^ mfl^ 
hi^Umfü' geatmmtn H'iQrden; dann gahidie fifaklraäg ttbtir k 

^^ ^= V^-Ä+Ä^^ 

Wenn die Summe der ?ec|pr/6ken Werlke der beiden Haupi- 
krümmungshatboiessei' nach einer* bekannten Formel durch die 
Coordipaten des belra^hteien Punktes ausgedrückt ^frd« so erhäJ^ 
man die Gleichung der capillaren Oberfläche; es Tragt sidi' nun, 
tthler Mrrfdien Bedlngutigen letÄtcr e Gleichung dieselbe fbrdk 
erhalten werde, man mög« Voit deM Ausdnldt (t) tdknr von (2) 

ausgegangen sein. In (2) ist dHa Product ^— eine conatante, 

*f 
von jenen Goor4>iiMi(«n unabhängige GrSfee; soll die etVb1utt( 

Gleichheit der Form beslaheOi ,so fnufs auch in (1) das entspre*- 

chende Product Consta nt sein; dies ^rd aber der Fall sein, wenn 

^ Rir alf^Piifikle det ObeHlache denselbien WeMh erhSlt OtiA 

tugleMh' f" CB (^i>(9)f d« h. Wtnn sich dre Dicfjte auf den Nt^rtf^a^ 

len aller Oberflächenpunkfce naoh deDn6eR)en Gesetz ändert Wird 

si«if Amm ßadu^ungen genügt, &# MeiiH ih Vissimdeflithkeit 

dar Dichi^ an der OberQ^cha der FlüasigkniUn ohm fiinflufs aitf 

die For«i dar (^apiUaiigleicbw^ 

lo) Aweiteti Capitel werden die iiir affeilüTedit alehoMb 
ajlindriacbe QapiUarr^ibren mit kreislörniigf«» OueTsthiMt ^Hi^ti 
f fftlgermwfen aua der allgemeinen Theoii# geKognit tiid «it «dM 
ftMib»fffatMg»reai4tai^ dea Verfasierp verglichene' 

Ea wird auecst nai^ewifisenr dala diur Winkel m» wiildkM 
die Tangente an einem yoa der ßQhrenwand um mehr als deo 
Radius der molecularen Wirksamkeit entfernten Punkt der DdnMik 



MtaJttoeorVe 4fer eJipHf^reh Oberfiäche mit «iner der Gyttndenix* 
P^irtUklm mftehti dertetbe i$t für dieselbe Fliissigkeil ttnd Röhren* 
Substanz bei verschiedener RöhrenweRe. Zu dem Ende wird 
ausgegangen von dem Ausdruck Kr das Volum der gehobenen 
Flüssigkeit 

mmM f dtr Abstand eines beliebigen Punktes auf der Oopiikir* 
imrve von der Axe, r aber nieht der gante Radin« der Röhre ist» 
aondem dieser Radius, vermindert um dett Abstand, aof welühc« 
«ich die. hei Ableitwig der Grundgleiehui^ veriMehlässigt« tnole* 
eulare Wirksamkeit der Röhrensubstatiz erstreckt Führt man in 
die Gleichung 

für ('o'+'Mr) ^^" bekannten durch die Coordinaten und deren 

DiOerenlialquotienten ausgedrückten Werth ein und set^t, den so 
erhaltenen Ausdruck für z in die Form 

ßntzdU 
MO verwandelt sich diese durch leichte Umbildungen in 
a*n /rf.fcosd, 

fworin d der Winkel der Tangente an die Curva im Punkte, des* 
sen Alenabstand s /, mit einer zur W^nd Parallelen» tfuthin 

V s» a^Ttr cos u?. 
Ein «weiter Ausdruck für das gehobene Volum wh-d erhal* 
len, indem nach dem Vorgang von Laplacb die hebende und 
tragende Wirkung der Röhrenwand analysirt wird. Es vird 
dnreh eine einfache Betrachtung dargelhan, dafs die tragende Wir- 
kung F eines Elementes des Rohrenquerschnitts unabhängig ist 
^oci dem^ Radius des letzteren; danach ist för eine cyHndrische 
Capillarröhre vom Radius r das Gewicht der Flüssigkeit» weiche 
«9n der ganzen Wand gehoben und getragen wird, 

P«pjrF = 2rfrF, 
MgUeb 



B. DstAIMS. , 33 

"IrnF = QQu^nr cos tt?, cos u: = — = — , 

wodurch obiger SaU erwiesen ist. 

Es soll nun femer die Capillarerhebung in einem Rohr von 
bekanntem Radius berechnet und das Resultat der Rechnung mit 
der Beobachtung verglichen werden. Die Capillarerhebung wird 
gemessen durch den Abstand h einer horizontalen Tangirungs*» 
ebene an die gekrümmte Oberfläche vom Flussigkeitsniveau. Im 
Taogiruiigspunkty welcher auf der' Axe des Cylinders liegt, ist 
B SS R* etwa == b; mithin verwandelt sich die allgemeine Ca<- 
piUai^leichung in 

A- '*' 

Wenn die Gleichung der capillaren Oberfläche integrirt, milhin b^ 
berechnet werden könnte für beliebige Werlhe von r, so bedürfte 
es nur der experimentellen Bestimmung eines Werllies h^ für den 
Röhrendurchmesser 2r^, um für jeden beliebigen Radius tx die 
zugehörige Capillarerhebung (unter übrigens gleichen Umständen 
der Temperatur etc.) zu finden durch die Gleichung 

Da die genaue Berechnung nicht ausführbar ist, so mufs 

man sich mit Annäherungen begnügen. Bei sehr engen Röhren, 

bei welchen das Volum des Meniscus vernachlässigt werden 

kann, ist 

V = 7ir% 
also 

2F 
2nrF = ifr*hog, b = , 

mithin h dem Radius umgekehrt proportional. — Ist bei wachsen- 
der Röhren weite diese VernacMässigung nicht mehr zulässig, so 
muls ein anderer Weg eingeschlagen werden, um zu einer Annä- 
herung zu gelangen. Hr. Desains erinnert an die verschiedenen 
Versuche, die zu dem Ende gemacht sind: von Laplacb, welcher 
annimmt, dafs die Capillarcurve ein Kreisbogen, und zwar für 
benetzende Flüssigkeiten, für welche w ^ 0, ein Halbkreis sei, 
und unter dieser Annahme das Volum des Meniscus leicht be- 
rechnen kann; von Poisson, welcher die Gleichung des Kreises 

Fonicfar. d. l'hjB. XII. 3 



34 3. Capillaritat. 

durch Hinzufugung einer Variabeln der wahren Gleichung der 
Capillarcurve mehr anzunähern suchte, und endlich von Haobn *), 
der durch eine im Fall weiterer Röhren ofifenbar zulässigere An- 
nahme den senkrechten Durchschnitt der . Capillaroberfläche 
nicht auf den Kreis, sondern auf die Bllipse zurückführt Von 
demselben Gedanken ausgehend entwickelt Hr. Dbsains Formein, 
weiche» wenn die Constante n^ und der ebenfalls constante Win* 
kel w gegeben sind, sowohl zur Bestimmung von h als auch von 
a als Functionen des Radius r genügen, worin a die kleine Axe 
der elliptischen Capillarcurve. — Diese Formeln nehmen in dem 
für benetzende l^lüssigkeiteo eintretenden Fall, wo u? = 0, fol- 
gende einfache Gestalt an : 

dann ist die Capillarcurve gleich der halben Ellipse und a zu- 
gleich der Pfeil des Meniscus. Hr. Dcsains stellte nun Versuche 
an, bei denen die Capillarerhebung des Wassers in sorgfältig ge- 
reinigten Glasröhren von genau' beslimnitera Radius mittelst des 
Kathetometers gemessen wurde. Auf die Einzelnheiten des Ver- 
fahrens kann hier nicht eingegangen werden; die bei verschiede- 
ner Temperatur erhaltenen Resultate waren folgende: 

r t . h ' 

0,620«"» 0* 24,48«»»' 

0,620 20 23,68 

2,627 11 4,977 

4,639 8 2,163 

Die Constante a* war, bei 8,5®, bei welcher Temperatur die Beob- 
achtungen von Gay-Lussac angestellt waren, bestimmt, = 15,11"»""; 
daher mufslen die angegebenen Resultate, um mit der Berech- 
nung verglichen zu werden, auf dieselbe Temperatur reducirt 
werden. Diese Reduction wurde nach der aus den beiden ersten 
Ablesungen entnommenen Formel Ai = k^{l — 0,00163f) ausge- 
führt (Brunner*) gab die Gleichung A< = A^ (1— 0,00186/)). Bei 
der Vergleichung der so reducirten Werthe, sowie auch der 
durch die GAY-LussAc'schen Beobachtungen gefundenen mit den 

') Berl. Ber. 1845. p.l4. 
') Bern Ber. 1846. p. 14. 



E. DxsAiivB. 35 

nach den drei Annäherungsformeln von Laplacb, Poisson und 
Haoen berechneten ergab sich, dafs die HAOBN*8che Formel der 
Beobachlung am besten entspricht. 

Es werden ferner in diesem Capitel Versuche mitgetheilt, 
welche mit sehr engen Glasröhren (von 0,201"™ und 0,074"" 
Querschniltsradius) angestellt wurden. Es kam darauf an zu er- 
mitteln, ob auch die Resultate dieser Versuche genau wieder- 
gegeben werden konnten durch Formeln, bei deren Ableitung die 
moleculare Wirksamkeit der Röhrensubstanz vernachlässigt war, 
da der Verfasser daraus einen Schlufs auf die äufserste GrSnze 
der Molecularwirkung ziehen zu können meinte. Da es mithin 
erforderlich war bei den Bestimmungen mit der gröfsten Sorgfalt 
und Schärfe zu verfahren, so wurden zuvor die Röhren einem 
genauen Studium unterzogen; es wurde ihre conische Verengung 
ausgemiltelt und deren Einflufs auf die Capillarerhebung theore- 
tisch abgeleitet. Ist (p der Winkel an der Spitze des Conus, so 
geht, wie näher nachgewiesen wird, die Annäherungsformel Ober in 

A = — cos q>. 

Ferner wurde die UnregelmSfsigkeit des Querschnitts, wel- 
cher sich vom Kreise abweichend, vielmehr elliptisch zeigte, be- 
rücksichtigt; das Axenverhältnifs der Ellipse wurde durch sorg- 
ßltige Messungen bestimmt und demnächst die Formel abgeleitet, 
welche die capillare Erhebung in elliptischen Cylindern als Func- 
tion der Dimensionen des Querschnitts darstellt. Als solche er> 
giebt sieh unter Anwendung der LAPLACB*schen Annäherung die 
Gleichung 



Hm 3' 
worin 

r* = a/J, m =5 — , 
^ a 

S die Summe einer nach den ganzen Potenzen der Exeentricität 
einer Ellipse, deren Halbaxen a und ß sind, fortschreitenden un- 
endlichen Reihe. Diese Formel wurde zur Berechnung von r 
aus den beobachteten, auf die Temperatur von 8,6^ redueirten 
Werthen von h benutzt und ergab dann folgende mit den direet 
gemessenen sehr nahe übereinstimmende Werthe: 

3^ 



3Q 3. CapUlaritüt. 

h t r bereelioet r beobaciitet 

76,0016««" 8^* 0,201««" 0,1995«" 

206,969 8,5 0,074 0,0733 

Die Reduclion wegen der Temperatur wurde nach der aus den 
Beobachtungen selbst abgeleiteten Formel 

A/ = A,(i— 0,00185/) 
ausgeführt. In Folge dieser nahen Uebereinslimmung zwischen 
Theorie und Beobachtung auch' bei Anwendung von Röhren eines 
Querschnitts, dessen kleinste Axe =0,06««, gelangt der Verfasser 
zu deoi Schlufs, dafs der Radius der molecularen Wirkungssphäre 
noch im Vergleich mit dieser sehr geringen Gröfse zu vernach- 
lässigen sein müsse. Aus der Gleichung für die Capillarerhebung 
in elliptischen Röhren ergiebt sich, dafs die Flüssigkeit in letz- 
teren ^elwas höher ansteigt als in Röhren mit kreisförmigem 
Querschnitt von gleichem Umfang. 

Hr. J)bsains hat ferner Messungen angestellt zur Bestimmung 
des Pfeils der Capillarcurven in Röhren verschiedener Weite. Die 
beobachteten Werthe sind sodann, zur Prüfung der Theorie, mit 
den aus der theoretisch abgeleiteten Formel berechneten vergli- 
chen worden. Die Höhe des Pfeils wurde mit dem Kathetometer 
gemessen; diese Messungen wurden bei einer Röhre von 0,620«« 
Radius bei Temperaturen, die von 0''bi8 51'' variirten, ausgeführt 
und ergaben immer denselben Werlh, nämlich im Mittel 0,589«*», 
schwankend zwischen 0,58 und 0,60««; danach scheint die Krüm* 
mung der capillaren Oberfläche von der Temperatur unabhängig 
zu sein (was nach den Beobachtungen von WoLr für ein gröfse- 
res Temperaturintervall nicht richtig sein kann); die Berechnung 
anlangend, so wurde für engere Röhren die nach Hagbn^s Vor- 
gang für den Pfeil abgeleitete Formel 

_ 3aV 
^ "" 3a*+r» 
als diejenige erkannt, welche sich den beobachteten Werlhen am 
besten anschlofs. Für weitere Röhren wurde eine von Laplacb 
gegebene Annäherungsformel benutzL Folgendes ist eine Zusam- 
menstellung der bei verschiedenem Radius der Röhren beobach- 
teten und berechneten Oberflächenpfeile: 





B. 


DuAm«. 




«•Am der 




Berechneter 




Itöhre 


Pfeil 


Pfeil 




0,620»» 


0,589»" 


0,617»" 


nach Haoen 


2,627 


•2,218 


2,280 


-' • - 


4,639 


3,021 


3,145 


- 


5,960 


3,577 


3,644 


Lapla 


7,830 


■^3,858 


3,854 


- 


17,500 


4,126 


4,116 


- 



37 



Iin nächsirolgenden Abschnitt macht der Verfasser darauf 
aufmerksam, dafs man bei Abmessung von Gasvolumen in ge- 
iheilten Glasröhren über Wasser oder Quecksilber auf die Krüm- 
mung der Oberfläche Rücksicht zu nehmen habe. Hat man bis 
EU dem Theilstrich abgelesen, welcher der horizontalen Tangirungs- 
ebene an die gekrümmte Oberfläche entspricht, so ist für das 
Volum des Meniscus beim Wasser eine Länge /,von der Messung 
in Abzug zu bringen, weiche gegeben wird durch die Formel 

woraus 

/ = ±-A. 
r 

Nach dieser Formel ist eine Tabelle berechnet, welche für ver- 
schiedene Röhrenweiten (2r) die in Abzug zu bringenden Gröfsen / 
angiebt. Um zu ermitteln, ob diese Correctionstabelle auch für 
andere Gase als atmosphärische Luft anwendbar sei, wurde der 
Pfeil des Meniscus in ein und derselben Röhre bestimmt, als sich 
Luft oder Wasserstoff oder Kohlensäure über dem Wasser be- 
fand; in allen drei Fällen wurde derselbe Werlh gefunden. 

Im dritten Capitel wird die Erhebung des Wassers an 
Glasplatten betrachtet. Die Höhe A, bis zu welcher sich das 
Wasser zwischen zwei parallelen Platten im Abstand d erhebt« 
wird aus der von Laplacb hergeleiteten Formel 

berechnet. Die Resultate dieser Berechnung stimmen unter Be- 
rücksichtigung des Temperatureinflusses, und wenn a' für 8,5^ 
=s 15,11'""^ angenommen wird, sowohl mit den Beobachtungen 
von Gay-Lussac als auch mit den von Hrn. Desains bei einem 
Plaitenabstand = 0,84*"*" angestellten genau überetn. — Der 



38 3. CapiUarität. 

Ausdruck fär die Erhebung des Wassers an einer einleben Glas- 
platte kann, wie Laplace gezeigt hat, mit Leichtigkeit aus der 
allgemeinen Formel abgeleitet werden. Es ergiebt sich für die 
Ordinate der Capillarcurve unmittelbar neben der Platte der Werth 
2 = o, bei 8,5® also z = 3,887"". Die durch Beobachtung ge- 
fundene Höhe der Erhebung war nach der Reduction auf dieselbe 
Temperatur z = 3,826. Da man aber bei diesen Versuchen eine 
allmälige Erniedrigung des Wasserstandes mit der Zeit wahrnahm, 
so kommt noch eine kleine Correction hinzu (= 0,023), welche 
für den Moment des Eintauchens die Uebereinstimmung zwischen 
Theorie und Erfahrung noch befriedigender macht. 
Die für conische Röhren abgeleitete Formel 

Ä =■ ^ cos q> 

r ^ 

läfst sich fär klehie Werthe von g> auch auf Platten anwenden, 
welche unter d^m Winkel 2q> gegen einander geneigt sind. Ist 
R der Radius des Durchschnitts eines conischen Rohrs im Niveau 
der Flüssigkeit, während r den Radius des Rohrs in der Höhe k 
über dem Niveau bezeichnet, so hat man noch eine zweite 
Gleichung 

Aus der Verbindung beider Gleichungen findet man einen Aus- 
druck für h als Function von £, g> und a Dieser wird iifiaginär 
für eine gewisse Beziehung zwischen letzteren Gröfsen; dann giebt 
es keine Gleichgewichtslage der Flüssigkeit im Rohr, dieselbe 
erhebt sich bis zum oberen Ende. Ist aber jR* > 4a* sin 9), so 
erhält h zwei mögliche reelle Werthe; es giebt zwei Gleichge- 
wichtslagen der aufsteigenden Flüssigkeit, von denen die eine dem 
labilen, die andere dem stabilen Gleichgewicht entspricht. 

Im vierten Capitel beschäftigt sich der Verfasser mit den- 
jenigen Flüssigkeiten, welche das Glas nicht benetzen, also mit 
dem Verhalten des Quecksilbers. — Die Theorie wird angewen- 
det auf die Beobachtungen von Dangbr^), welcher für Röhren 
verschiedener Weite das Volum und den Pfeil der Quecksilber- 
kuppe bestimmt haL Zur Berechnung des Pfeils in weiteren 
*) Berl. fier. 164& p.l6. 



E. Desains. 30 

Röhren wurde die vorerwähnte Annäheruugsformel von Laplacb 
benutzt; für engere Röhren wurde eine ebenfaUs von LArLACB 
suerst angegebene^ spater von Bravais verbesserte Methode der 
Berechnung durch Quadratur angewendet. — Das Voium der 
Quecksilberkuppe wurde berechnet nach der Formel 

worin a der Pfeil, / aber gleich der Höhe eines üylinders vom 
Querschnitt r*7r, dessen Voluui gleich ist dem zwischen der 
Quecksilberoberfläche und der horizontalen Tangirungsebene an 
dieselbe enthaltenen Raum. Man findet / durch die Gleichung 

I — . ^* cos to . 
~ r 
Die beiden Constanten a* und to haben hier die analoge Bedeu* 
tung wie beim Wasser, scheinen aber nach der verschiedenen 
Beschaffenheit des zu den Versuchen verwendeten Quecksilbers 
etwas von einander abweichende Werlhe annehmen zu können. — 
Die für / berechneten Zahlen stimmten am besten überein mit 
den Angaben von Danger, wenn a* = 6,7144, to = 37" 52' 33" 
genommen wurde; die Uebereinstimmung war dann, wie sich aus 
der mitgelheilten Tabelle ergiebt, so vollständig, dafs man die 
Beobachtungen als eine Bestätigung der Theorie betrachten darf. 
Laplacb und Bouvard machten die Annahme a* = 6,5, to = 43,12"; 
PoissoN dagegen leitete aus den Versuchen von Gay-Lussac den 
VVerth für a" = 6,526 und für u? = 45" SV ab. Brav Ais hat 
durch directe Messungen in verschiedenen Barometern noch grö- 
fsere Schwankungen in den Werthen von u? nachgewiesen* — 
Die Tabelle der Werthe von l kann, ebenso wie dies bereits 
oben bezüglich des Wassers angedeutet ist, dazu dienen um an 
der Bestimmung des Volums eines über Quecksilber in i^iner 
MeCsröhre aufgefangenen Gases die erforderliche Correction für 
die Concavität der Oberfläche anzubringen; es mufs hier die durch 
Ablesung gefundene Länge um l vergröfsert werden* 

Im fünften Oapitel wird die Theorie geprüft durch Ver- 
gleichung der Beobachtung mit dem Ergebnifs einer theoretisch 
abgeleiteten Formel, welche die Höhe eines Quecksilbertropfens 
auf Glas als Function seines Radius r darstellt. Die Formel ist 
unter der Voraussetzung grofser Werthe von r hergeleitet und 



40 3. Capillaritfif. Fbaükkhhbim. 

darf daher auf kleine Tropren nicht aogewendel werden. Die 
von dem Verfasser durch Beobachtung gefundenen Weiihe siimm* 
ten mit den unter der Voraussetzung a* s 6,870, to ^ 41^36^90^' 
sehr nahe überein. — Die Höhe eines QuecicsiUierlropfens ver- 
mindert sich allmälig, wobei zugleich das Quecksilber seine Flfis*» 
sigkeit verliert; letztere wird durch Erschütterung zwar wieder- 
hergestellt, aber die Höhe des Tropfens erreicht ihren früheren 
Werth nicht wieder. 

Im sechsten Capilel wird von der Bestimmung der bei- 
den Constanten a* und w für Quecksilber gehandelt. Dazu rei» 
eben zwei Beobachtungen aus: zuerst die Messung der Höhe eines 
Tropfens von sehr grofsem Radius, welche gegeben wird durch 

die Gleichung 

K* = a*(l + cosa?), 

sodann die Bestimmung der Depression des Quecksilbers an der 

Wand eines Gefälses, für welche die Formel lautet 

^'• = fl»(l — sinio). 

Aus zwei derartigen Beobachtungen, welche von Hrn. Desaims 

angestellt wurden, fand derselbe die seiner Berechnung der 

Tropfenhöhen zu Grunde gelegten Werthe der beiden in Rede 

stehenden Constanten. FFi. 



M. L Frankenheht. Ueber den Eioflufs der Temperaturverän- 
deruDgeo auf die Capillaritätsphänomeoe am Quecksilber. 

Tagebl. d. Naturf. io Wien p. 35-35t; Arch. d. sc. pliyg. XXXIIL 
118-118; Liter. Gaz. 1857. p. 45-45; N. Jahrb. f. Pharm. VII. 33-33. 

Hr. Franebnhbim hat schon früher die Beobachtung gemacht 
und veröffentlicht*), dafs die Capillardepression des Quecksilbers 
in Glasröhren mit steigender Temperatur zunimmt. Er fügt jetst 
dieser Thatsache noch die Bemerkung hinzu, dafs dies Verhalten 
nicht nur dann eintritt, wenn sich ein luftleerer Raum, sondern 
auch wenn sich Kohlensäure oder Wasserstoffgas über dem Queck- 
silber befinden. Wi, 
•) Berl. Ber. 1848. p. 18. 



4. DifFuiion. Graham. Bbilstkin. 41 

4. D i f f u 8 i o n. 



T. Gkabav. lieber Osmose. Arch. d. Phahn. (2) LXXXVIII. 

320-327. Siehe Berl. Der. 1854. p.l4. 
F. Bbilstbin. Ueber die Diffusion von Flüssigkeiten. Liuie 

Ann. XCIX. 165-197. 

Hr. Bbilstbin nimmt die bekannte Untersuchung Graham"» 
über Diffusion der Salze , deren a.uch im Berl. Ber. 1854. p. 14 
Erwähnung gethan ist, zum Ausgangspunkt der Betrachtung. Er 
fuhrt an, dafs Graham, zu ^em allgemeinen Resultat gelangte, die 
in der Zeileinheit diffundirende Salzmenge sei verschieden für 
verschiedene Salze, für dasselbe Salz aber caeteris paribus dem 
Salzgehalt der Auflösung proportional, wenigstens so lange nicht 
mehr als 4 bis 5 Theile Salz in 100 Theilen Wasser gelöst sind. — 
Diesen Satz unterwarf der Verfasser aufs Neue einer experi- 
mentellen Prüfung, weil er die GRAHAH'schen Versuche aus näher 
angeführten Gründen nicht geeignet hielt zuverlässige quantitative 
Bestimmungen zu geben, auf deren Grundlage allgemeine Gesetze 
aufgestellt werden könnten. Es lag dies theils an dem von Gra- 
ham angewendeten Verfahren, theils auch daran, dafs derselbe 
den Vorgang nicht einer eingehenden Analyse unterwarf, welche 
ihm zur Herleitung einer mathematischen Formel hätte verhelfen 
können. In beiden Beziehungen schlug Hr. Bbilstbin, unter 
JoLLY^s Anleitung, andere Wege ein. 

Der einfache Apparat, mit welchem er arbeitete, dessen Be- 
Schreibung sich ohne Abbildungen nicht wohl geben läfst und 
daher im Original nachgesehen werden mufs, war so eingerichtet, 
dafs der Concentrationsgrad der Flüssigkeit im Diffusionsgläschen 
sich zwar von Moment zu Moment änderte, aber doch in jedem 
Moment im ganzen Gefäfs derselbe war; ferner wurde die Menge 
des äufseren Wassers so grols genommen, dafs dasselbe während 
der ganzen Operation als rein betrachtet, d. h. der aufgenommene 
Salzgehalt vernachlässigt werden konnte. Nach Beendigung des 
Versuchs wurde der Inhalt des im Wasserreservoir aufgehängten, 



42 4. DifFusion. 

nahe b^^' Wasser fassenden Diffusionsgläschens entleert und sein 

Salzgehall durch Abdampfen bestimmt; darau9 ergab sich, mit 

welchem Concentrationsgrade p' die Auflösung, welche im Beginn 

des Versuchs die Concentration p hatte, nach Ablauf der Zeit i 

zurückblieb; die Einheit des Concentrationsgrades oder der Lö^ 

sungsdichtigkeit wurde einer Flüssigkeit beigelegt, welche auf 

100 Theile Wasser l Theil Salz enthielt. 

Um nun das erwähnte Gesetz über den Zusammenhang des 

Concentrationsgrades und der Diffusibilität zu prüfen, wurde 

unter Annahme desselben eine Formel abgeleitet, welche die 

diffundirte Salzmenge als Function der Zeit darstellte. Für ein 

Salz, dessen Diffusionscoefficient a, gilt nach unserem Gesetz die 

Gleichung 

dx = afpidtf 

wenn dx die im Zeitelement dt aus der Mündung vom Quer* 
schnitt f des Diffusionsgefäfses, welches eine Lösung vom Con- 
centrationsgrade p^ enthält, austretende Salzmenge ist, unter der 
Voraussetzung, dafs sich aufserhalb reines Wasser befindet. 
Daraus leitet man durch geeignete Substitutionen ab 

worin M die anfanglich im Diffusionsgläschen enthaltene Salz- 
menge^ Q^ das Gewicht der p^ procentigen Lösung. Diese Glei- 
chung giebt durch Integration 

Dabei begeht aber Hr. Beilstbin den Fehler, Q^y welches doch 
offenbar eine mit x veränderliche Gröfse ist, als constant zu be* 
trachten, und gleich dem am Schlüsse des Versuchs gefundenen 
Gewichte der Salzauflösung im Diffusionsgläschen zu setzen. — 

In diesem Ausdruck wird nun für M sein Werth .Jff, — und für 

IW-f-p 

^ substituirt — , worin p^ Q und « Concentrationsgrad, absolu- 

tes und spedfisches Gewicht der Auflösung im Diffusionsgläschen 
vor dem Versuch bedeuten; dann erhält man eine Formel, die 
der Kürze wegen bezeichnet werden mag 



Bbil^tbin. 43 

worin A das Votum des Diffusionsgläschens, 5 aber aus den 

BeobachUingsdaten berechnet werden kann. 

Für dasselbe Salz und unier Anwendung desselben Apparats 

SU den bei constanler Temperatur angestellten Versuchen (die 

Diffunbilitat steigt nämlich, wie schon Graham fand, mit der 

i l A 

Temperatur) mufs der Quotient -^ = -7-77^ constant bleiben, 

wenn das DiffusionsgeseU, welches bei Herleitung der Formel 
SU Grunde gelegt wurde, richtig sein soll. Die Versuche zeigten 
geringe Abweichungen, wie aus folgender Zusammenstellung her- 
vorgeht. 

Salpeterlösung. 



p= 2 


t = 24 Stunden 


■W = 57.1 




f = 48 


- 


^ = 66,6 


p= 4 


t= 24 


- 


^ = 54.6 




i= 48 


- 


|- = 65,6 


p = 10 


t= 24 


- 


|- = 61,6 




1= 48 


- 


1 = 61,9. 


Lösung des doppeltcli 


iromsauren Kalis. 


p = 2 # = 


24 Stunden 


t 

S 


= :mr'''' 


t = 


48 - ■ 


i 

S 


= 72,3 


p = 4 # = 


24 


t 

1 


= 69,4 


« = 48 - ^ - =70,9. 
AvM^h bei den anderen Sahen, mit denen Venoehe bei ver> 

Dauer angealellt wurden, ceigten sieh äimliehe Schwankungen in 



44 ^ 4. Diffusion. 

dem Werthe von -^; danach mufs man vermuthen, dafs das in 

Rede siehende Diffusionsgeseis nur angenäherte Gülligkeil habe. 
Indessen hall es Hr. Bbilstein für mögiieh, dafs die sich erge- 
benden Abweichungen durch unbeachlet gebliebene Fehlerquellen 
des Verfahrens herbeigeführt sind; vielleicht hat man dieselben 
aus dem bei Ableitung der Formel begangenen Irrthum eu er<^ 
klären. 

Die Resultate der mit verschiedenen Salzen ausgeführten 
Versuchsreihen können nun auch dazu dienen um für dieselben 

t l A , 

aus dem Ausdruck -jr = — 'ttut— f die relativen Werthe der 
6 a lüü./ 

Diffusionscoefficienten a zu berechnen. Nimmt man für Chlor* 

kalium a =: 1 , so ergeben sich für die Diffusionscoefficienten 

sämmtlicher untersuci^ter Salze folgende Zahlen: 

Chlorkalium a = l 

Salpeter a == 0,9487 

Chlornatrium a == 0,8.337 

Doppellchromsaures Kali . , a = 0,7453 

Kohlensaures Kali . . . . a = 0,7371 

Schwefelsaures Kali . . . a = 0,6987 

Kohlensaures Natron . . . a = 0,5436 

Schwefelsaures Natron . . er = 0,5369 

Magnesia . . a =s 0,3857 

Kupferoxyd . a = 0,3440. 

Diese Werthe gellen für 6^ C. ; wie sich dieselben mit der 

Temperatur wachsend verändern, ist noch nichl ermittelt worden. 

Wi. 



C. Ludwig. Diffusion zwischen ungleich erwärmten Orten 
gleich zusammengesetzter Lösungen. Wien. Ber. XX. 5a9-539t* 

Zwei Retorten H und B, mit einer 8,98 Procent wasser- 
freien schwefelsauren Natrons enthaltenden Auflösung gefüllt, 
communicirten durch ihre, in horizontaler Lage über einander 
geschobenen Hälse, deren Verbindungsstelle durch umgelegtes 
Kaulschuk und Verkittung dicht gemacht war. Gs wurde min 



LuDWie. V. Wittich. ^ 45 

7 mal 24 Stunden Fang A in kochendem Wasser, B in schmel* 
xendeiu Eise erhallen. Dann war in B Salz herau^krystallisirl ; der 
Salzgehalt war in A auf 4,31 Procent, in B auf 4,75 Procent ge- 
sunken. — Hr. Ludwig erklärt diesen Vorgang durch Diffusion 
zwischen der warmen und kalten Flüssigkeit und schliefst daraus, 
dafa die gröfsere Lösungsfahigkeit des warmen Wassers nicht 
durch eine gesleigerte Verwandtschaft bedingt werde. Er weist 
zugleich auf die Analogieen zwischen der Verbreitung des Salzes 
im Ldsungsmiltel und der Verdunstung hin. Wi > 



V. Wittich. Ueber Eiweifsdiffusion. Vorläufige Millheilungen. 
MÜLLza Arch. 1856. p. 286-31 Of. 

MiALHB hatte behauptet, dafs Eiweifs absolut nicht diffusibel 
sei, ein Verhallen, das nur durch einen abnormen Zustand der 
trennenden Membran oder durch Umwandlung des Albumins in 
eine diffusible Modification eine Aenderung erleiden könne. — 
Der Verfasser vermnthete dagegen, dafs, ebenso wie nach frühe- 
ren Untersuchungen die Löslichkeit, auch die Diffusibilität des 
Albumins durch Gegenwart löslicher Salze bedingt sei. 

Bei den Versuchen, welche derselbe zur Prüfung dieser An» 
sieht anstellt, bediente er sich des gehörig gereinigten Schalen- 
häutcbens vom Hühnerei, welches sich als jsehr brauchbar erwies. 
Die beiden Flächen des Häutchens zeigten, obwohl sich vor dem 
Mikroskop kein Unterschied wahrnehmen liefs, ein verschiedenes 
Verhalten. Es drang nämlieh bei einem Filtrirversuche von der 
natürlichen Innenseite des Häutchens her weniger Wasser durch 
dasselbe, als wenn die natürliche Aufsenseile mit dem Wasser 
io Berührung stand. — Die unter Berücksichtigung dieses Um- 
standes mit Eihäutchen oder auch mit Stücken des menschlichen 
Amnions als schliefsende Membran angestellten Experimente führ- 
ten alle zu dem Resultat, dafs in gleicher Zeit um so mehr Al- 
bumin durch die Membran ging, je gröfser unter übrigens gleichen 
Bedingungen der Salzgehalt der äufseren Flüssigkeit war; indessen 
ergab sich, ebenso wie für die Zunahme der Löslichkeit des Ei* 
weiises mit dem Salzgehali, für diese Zunahme der Diffusibilität 



j|g 4. Diffusion. 

eine Gräme; slieg der Concetitrationsgrad der äufgeren Salsidsung 
über diesen Gränzwerth, so nahm die austretende Eiweifsmenge 
ab. Wurde aufsen reines Wasser angewendet, so war der Ei* 
weifsstrom um so stärker, je geringer dessen Menge, weil dasselbe 
durch Diffusion der im Eiweirs enthaltenen Salze ebenfalls in eine 
sehwache Salzlösung überging, die dann durch ihren Salzgehall 
die Eiweirsdiffusion erst einleitete, aber um so concentrirter, mit- 
hin für diesen Zweck um so wirksamer sein muüsle, je weniger 
Wasser vorhanden war. ~ Ob der Einflufs verschiedener Salze 
auf die Diffusion des Eiweifses verschieden sei, konnte bis jelzt 
nicht entschieden werden. WL 



L Janin. Note sur Tendosmose des gaz. C. R. XLIll. 234- 

2361; Ins^ 1856. p. 266-266; Poee. Ann. XCIX. 327-329; Cosmos 
IX. 129-130; Phil. Mag. (4) XII. 325-327; Arch. d. sc. phys. XXXIII. 
61-62; Cimento IV. 289-291. 

Durch eine zufällige Beobachtung von Ijöbereinbr, welcher 
Wasserstoffgas in einer gesprungenen Glasglocke über Wasser 
aufbewahrte, ist man bekanntlich zuerst auf den Vorgang der 
Gasdiffusion aufmerksam geworden. — Graham hat später nach- 
gewiesen (durch seine Untersuchungen über Gasdiffusion, welche 
Hr. Jamin übrigens gar nicht erwähnt), dafs die diffundirenden 
Gasmengen sich umgekehrt wie die Quadratwurzeln der Dichtig- 
keiten verhalten; wenn daher ein leichteres und ein schwereres 
Gas durch Diffusion einander ersetzen, so mufs von erslerem, 
dem leichter diffundirenden mehr austreten als von letzterem 
eintritt. — Hr. Jamin schlägt ein einfaches Verfahren vor, um 
dies Verhalten sichtbar zu machen. Die poröse Zelle einer 
BuNSBN'sdhen Kette wird mit einem eingekitteten Stöpsel ver* 
schlössen, durch welche zwei Röhren gehen, die eine, mit einem 
Hahn versehen, zum Einleiten des Gases, die andere 3 Meter 
lang, an beiden Enden offen, unter Wasser tauchend. Man füllt 
die Zelle des vertical gestellten Apparats mit Wasserstoff; so wie 
der Hahn geschlossen wird, steigt in Folge des Diffusionsauslau» 
sches, bei welchem viel mehr Wasserstoff aus* als atmoaphärisclie 



Jamin. W. Schmidt. 47 

Luft dntriU, das Wasser in deui längeren Rohr in die Höhe, und 
zwar wurde eine Steigung bis auf 2,5**> erhalten. Wi. 



W. Schmidt. Versuche über die Fiiirationsgeschwindigkeil 
verschiedener Flüssigkeiten durch Ihierische Membran. 
Poee. Add. XCIX. 337-388. 
Bei den Untersuchungen über Endosmose vermeidet man 
sur Erzielung reinerer Resultate die DrucLdifferenz zu beiden 
Seiten der Membran; von den so ermittelten Thatsachen und 
Gesetzen macht man dann Anwendung zur Erklärung der Vor- 
gänge in den Organismen. In letzteren sind aber Fälle nicht 
selten, wo Säftebewegung durch Druckdifferenzen unterstützt wird; 
es ist also auch für die Physiologie von Interesse, das Verhalten 
bei der Filtration von Flüssigkeiten durch thierische Membranen 
in Folge mechanischen Druckes kennen zu lernen. — Bei der- 
artigen Filtrationen kommt zweierlei in Betracht: ein etwaiger 
Concentrationsuntersehied zwischen dem Filtrat und der ursprüng- 
lichen Flüssigkeit, und die Abhängigkeit der Filtrationsgeschwin* 
digkeii von den Bedingungen des Versuchs. Der Verfasser hat 
nur den zweiten Punkt ausführlich behandelt, und zwar zuerst 
den Einflufs der Temperatur, sodann den des Druckes, endlich 
den Einflufs der chemischen Beschaffenheit der Flüssigkeit zu 
eraiitteln gesucht. 

Dem Bericht über seine eigene Arbeit schickt Hr. Schmidt 
eine kurze Notiz über verwandte Untersuchungen voran, welche 
sich hauptsächlich auf die Bewegung von Flüssigkeiten in Cb" 
pillarrohren beziehen; unter diesen sind die von Poisbuille für 
den vorliegenden Gegenstand am wichtigsten. — Poisbuille hatte, 
nachdem er zuVor den Einfluls der Temperatur auf die Bewe- 
gung des Wassers durch Capiilarröhren, sodann die Geschwin- 
digkeit, mit welcher Auflösungen verschiedener Substanzen durch 
aokhe Röhren fliefsen, ermittelt, in einer spätem Arbeit auch die 
Bewegung von Flüssigkeilen durch die Capillargefäfse todter und 
lebender Thiere untersucht, und in Betreff der letzteren gefunden, 
dafii dieselben Substanzen» welche, in Wasser gelöst, dessen Be* 
wegung durch capillare Glasröhren verzögern oder beschleunigen, 



48 4. Diffusion. 

wenigstens qualitativ die entsprechende Wirkung besQglich der 
organischen Capillargefäfse ausüben. 

Die Versuche des Verfassers wurden so angestellt, dafs die 
Membran (ani brauchbarsten erwies sich Herzbeutel vom Rind) 
über eine Zinnplalle von 70*"'" Durchmesser gespannt wurde; der 
Raum zwischen Membran und Platte communicirte durch eine 
Oeflhung in letzterer mittelst eines Kautschukschlauchs mit einer 
MARiOTTB'schen Flasche, die mit der betreffenden Flüssigkeit ge- 
füllt war; die Druckhdhe wurde durch den Stand der Flasche 
bestimmt. Besondere Vorsicht wurde darauf verwendet zu den 
Versuchen derselben Reihe die Membran in vergleichbaren Zu- 
standen zu verwenden ; namentlich war dabei die Erfahrungsthai- 
sache zu berücksichtigen, dafs die Permeabilität derselben sich 
im Verlauf des Hindurchgangs von Flüssigkeiten bedeutend 
erhöht. 

Zum Behuf der Beobachtungen über den Einflufs der Tem- 
peratur auf die Geschwindigkeit des Filtrirens wurde das in der 
MARiOTTB*schen Flasche enthaltene Wasser auf verschiedene Tem- 
peraturen gebracht; man liefs eine Zeitlang Wasser abflieisen, 
bevor die Beobachtung begann, um dem ganzen* Apparat eine 
möglichst gleichmäfsige Temperatur zu geben; die Temperatur der 
Membran wurde nach gewissen Annahmen aus der Temperalor 
der Flüssigkeit und der umgebenden Luft bestimmt. Die bei 
verschiedenen Temperaturen der Membran, aber bei gleichem 
Druck, in der Zeiteinheit abgeflossenen Gewichtsmengen Wasser 
wurden direct bestimmt; damit waren also auch die abgeflossenen 
Volumina bekannt. Zur Berechnung der letzteren als Funetioti 
der Temperatur zeigte sich die auch von Poisbuillb angewen- 
dete Interpolationsformel 

und zwar mit demselben Werth der Constanten brauchbar. Daraus 
konnte geschlossen werden, dafs mit Erhöhung der Temperatur 
eine Beschleunigung der Filtration durch thierische Membrane« 
eintritt, und zwar nach dem von Poisbuillb für den Hindurcb- 
gang durch gläserne Capillarröhren ermittelten Gesetze. Bei 
allen Reductionen späterer Versucbsresuitate auf gleiche Tempe- 
ratur wurde daher auch die PoissuiLLB'sche Formel gebraucht 



W. SeHMiDT. 49 

Einfittf» d«8 Drueks auf die Filiratiensgesohwindigkeit. 

PoiSBUiLL« halte gefunden, dafß die Geschwindigkeit des Hin- 
durchgangs durch Capillarrohren, von einem gewissen Yerhältnifs 
der Länge zum Durchmesser ab, dem Druck proportional, für 
kleinere Längen langsamer wächst als der Druck. — Bei den 
Versuchen des Verfassers nahm die Geschwindigkeit des Durch- 
gangs für reines Wasser etwas schneller zu als der Druck. Es 
fand sich, dafs der Druck P und die Abflufsmenge für die Stunde 
Q verbunden sind durch eine Gleichung der Form 

(? = ÄP-a, 
worin a und b Constante, die für jede Versuchsreihe besondere 
Werthe erhallen. Nach dieser Formel würde für eine Druckhöhe 

P<:-T- ein Hindurchdringen der Flüssigkeit durch die Membran 

Überhaupi nicht stattfinden, 

Filtration der Auflösungen verschiedener Salze. 
Zur Cmiittelang der Volume aus dem Gewicht der abgelau- 
fenen Flüssigkeit bedurfte man der Keilntnib des specifischen Ge-* 
wichls; es fragte sich, ob man statt des letzteren das specifisehe 
Gewicht der ursprängliehen Flüssigkeit anwenden könnei oder ob 
£ese ba den» Hindurchgang dnrch die Membran in ihrer Con^ 
eentralaen verändert wofden sei. Bei Versuchen, die in dieser 
Btsebung angestellt wurden mit Glaubersalslösung, Salpeter- und 
Kechsabdesungy setgte sich eine geringe Zunahme im specifischeii 
Gewicht ^urch aufgenommene organische Substens aus der 



Die Versuche zur Ermittelung der Fikralionsgesohwindigkeil 
vecscfaiede&er Safauiuflösungen wurden bei Druckhöhen angestellt) 
die dem spezifischen Gewicht der Flüssigkeiten umgekehrt pro« 
poitional waren ; die Resultate wurden nach der PoisiwiLLB^sehen 
Fermel aul ein und dieselbe Normaltemperatur reducirt. Es wur^ 
den salpdersaures Kdi» salpetersaures Nairen, Glaubersalz und 
CUometrinm in Auftösnngen von verschiedenem Preeentgehalt 
der Sakf zu den Versuchen angewendet; die gefundenen Werthe 
wnsden ven dem Verfasser zur DarsteUung vdn Curven benutzt, 
indem fiir jedes Salz die Saliprocente der Lösungen als Absetssen» 
Fortsclir. d. Piijt. IUI. 4 



8^ 4. Diffdsioii. 

die Fiitratiootfgeschwiudigk^Hten aJs Ordir^len aufgeiragtn wiiN 
den. — Diese Curven nähern sich mit wachsendem Procenlg^hall 
bei allen untersuchten Salzen Anfangs (etwa bis zur Abscisae.ö) 
der Abscissenlinie; von da ab wird ihr Lauf für verschiedene $aUe 
sehr verschieden; bei Kalisalpeter und Glaubersalz wächst die 
Filtrationsgeschwindigkeit mit fernerer Zunahme des ProcenU 
gehaltes; sie sinkt bei Natronsalpeter und Chlornatrium. — Auch 
PoiSBUiLLB hatte bei seinen an Gla3capillarröhren angestelltea 
Versuchen gefunden, dafs Kalisalpeter den Ausflufs beschleunigt 
Natronsalpeter und Chlornalrium denselben verzögern; letzteres 
fand aber nach Poisbuillb, wenigstens innerhalb der von ihm 
angewendeten Gränze der Concentration, aucii beim Glaubersalz 
statt. Wi. 



J. Harzer. Beiträge zur Lehre von der Rndosmose. Vierordt 
Arcli. 1856. p.194-247t. 

Die Absicht des Verfassers bei den ausgedehnten Versuchs- 
reihen, welche er nüttbeilt, war einerseits liarauf gerichlet die 
Affinität verschiedener äalae sum Wasser zu ermitteln > anderer- 
seits« im Hinblick auf die Unlersucbungen von Jolly, die Wasser- 
mengen, die hei dem endosmoüichen Austausch fiir die £ioiml 
des austretenden Sabes durch die Membran gehen, uote^ ver- 
schiedenen Umständen zu l^estimme», für welehe Mengen JoLLt 
bekanntiich unter der Voraussetzung ihres Constantbleibeos de« 
Namen der endosmotischen Aequivaiente eingeführt bat. 

Zum Behuf der endosmolischen Versuche kam es wnSoiisi 
darauf an, eine gieiehm£fsige und dauerhafte Membran amtnmit- 
teln; als solche erwies sich das Perioardium dtt Rindes» wetehes 
sich in mit ^igen Tropfen $enfdl vermischtem Wasser lai^b 
unverändert aufbewahren liefs. — In den mit der Monbran üImn^ 
sogenen Glaseylinderi welcher zur Vermeidung des Verdampfongs« 
verlusies in geeigneter Weise durcfa eiaen Kark versehlbssen war, 
Wurden die meist trocken angewendeten Salse mgdihri, umd 
der so vorgerichtete Apparat ia einem G^äCs, wefebes löO Cobiki- 
centimeter deslilUrtes Wasser entbleit, so aufgebangt, dafs. duwh 
beliebige Senkung jede VerseUedenheit des Urucfces inneriialk 



uBiA. dtttscfludb 4eia«lbeD vermiedcaft wtt^deo kMnte. -^.Keigie 
sieh « d«r iiaeii je 12 Stunden e»iferni^n äufi^eren Flüssigkeit 
keine Spur mebr ven eusgeireieoem Selae, eo wurde der Versuch 
bepmdet oed das eiagedrungeoe Wasser durch Wägung ermit(eit« 

Es soUte ittiiächsl untersucht werden » ob bei Anwendung 
versehiedeneF Membranen voiv ungktcher Dichtheit und Affinität 
som W«eser elwa verschiedene Werfhe des emlosmotischen Aequi* 
vslents erhfüteii^ werden. Versuche » welche der Verfasser mit 
RinderUase, Fischblafte und Rinderpericardium anstellte, gaben so- 
wohl uitter sich als auch verglichen mit denen von Jolly (mit 
Schwemsblase) un^d Olechnowicz (mit Collodiummembran) für 
das eodospiotische Aequivalent seiner Reihe von Salzen sehr von 
einander abweichende Werthe 

War die Membran (Rinderpericardium) zuvor durch Einwir- 
kung chemischer Miticl, z. B. durch verdünnte Kali&üssigkeit oder 
OxalaäureauflösUng verändert, so zeigte sich eine Zunahme des 
endosmotischen Aequivalents für Chlornatrium ; di^se war beson- 
ders auffallend bei vorgängiger Behandlung mit Gerbsäure oder 
ChrotDsiureauflfiiai^. 

Es wurden nun Bestimmungen des endosmotischen Aequi- 
valents verschiedener Salze für ein und dieselbe Membran (Rinder- 
pericardiuni) nuchder oben angedeuteten. MeÜM^d^ aüsg^tuhrt. 
Die gefundenen Zahlen haben swar keine ai^OMinei Bedeutung, 
da sie wegen ihrer veränderlichen Natur (auch je nach der Menge 
des angewendeten Salzes und des im Aubeiigefäla befiodlichen 
Was^m schein!^ nach einigen Versuchen des Verlasaers» dsfs Ver- 
haltnib der g6gen einander ausgetauschten Quanta vji»r^ieden 
aussulaüen) als Aequivalente nicht zu betrachten siqd; wir glau- 
ben inlefs an einer späteren Stelle eine ZuMuiNn^nsteUung der- 
selben geben M sollen, da sie wenigslens für einen speoiellen 
Fall Auskunft dittuber verschaffen, wie sieh die beim Austreten 
der Gewichtseinheit des Salzes aufgenomme&en Wasaermengen 
mit dessen chelaischer Beschaffenheit ändern. 

B|lie zweite Reihe von Versuchen wurch angesieUt um die 
Affinaliil der Süit !zum Wasser zu ermitteln. Als Ausdruck die- 
ser Affinität wurde das Vermögen der Salze Wasser aus der Luft 
anzuaiehen, ihre Hygroskopicität, betrachtet. — In etnetti leicht 

4' 



58t 



4« Difibiion. 



verschlossenen, 500 Ctibikeentiiiielar {iaesen4eii Obsgefibe/ 
Boden mit Wasser bedeckt war, wurden drei» gleiche Gemcbia* 
mengen des xu uniersuchenden Salzes (2»') enthaltende, Glaa- 
cylinder passend aufgestellt; die Gewichtaaunahme wurde v«a. 
Woche SU Woche für alle drei beatimnii, während die Tempe« 
ratur möglichst consiant erhalten war (von 17' bis 20*). Die bei 
diesen Versuchen nach drei Wochen von den nebenstehend be- 
nannten Salaen aufgenommenen Wassermengen in Proeeaten, so- 
wie auch die für Rinderpericardium bestimmten endosmotischen 
Aequivalente sind in nachfolgender Tabelle zusammengeatellt« 

Endosmotisches 
AequivaleDt 

Kohlensaures Natron (wasserfrei) . 32,788 

Phosphorsaures - 27,915 

Kalihydrat 26,603^ 

Kohlensaures Kali ...... 19,531 

Schwefelsaure Magnesia .... 16^27 

Ammoniak . . . 11,203 

Natron (wasserfrei) 8^866 

Mannit 7,122 

Neutrales chromsaures Kali . . . 6,208 

Chlorcalcium 5,889 

Neutrales schwefelsaures Kalt • . 5,295 

Chlorkalium 3^1 

Chlorammonium 3,882 

Chlornatrium 3»710 

CUorbarium 3^382 

Weinsäure 2,915 

Saures schwefelsaures Kali . . . 2,815 

Salpetersaures Natron 2,644 

Ammoniak . . . 2,496 

Saures chromsaures Kali. • . . 2,268 

Harnstoff 1,551 

Salpetersaures Kali . . . . «^ . 1,854 

Schwefeisaurehydrat 1,194 

Jodkaliuni 1,128 

CraUossäure 1,101 



Wasser io 
ProceDlea 

73,7 
4,2 

113,4 

30^7 
38,3 



111,2 
22,3 

31y8 

41,3 

40,6 
13,3 
51,0 



16(^1 



5« Diditigkeit« H.Kof». 53 

Aus diesen' Ergebnissen zieht der Verfasser den Schlufs, dafs 
bei porösen Membranen (bei dichlen Membranen soll das Gegen- 
theil staUfinden) die endosmoliachen Aequivalenfe steh umgekehrt 
verhalten wie die Affinitäten der Salse zum Wasser. — Schliefs- 
lieh werden noch einige Beobachtungsreihen mitgetheilt, bei de- 
nen während des ganzen Verlaufs der Endosmose von Zeit zu 
Zeil das Verhältiiifo zwischen ausgetretener gelöster Substanz und 
eingetretenem Wasser bestimmt wurde. Für Salze ergab sich 
hier angenäherte Proportionalität zwischen den gleichzeitig ein- 
und ausgetretenen Quanlis in verschiedenen Perioden des Ver- 
suchs; dagegen wurde bei Oxalsäure und Schwefelsäure in den 
späteren Perioden des Vorgangs nur ein Austreten der Säure 
beobachtet, welchem kein Eintreten, bei der Oxalsäure sogar 
ebenfalls ein Austreten von Wasser entsprach. Wi. 



&. Dichtigkeit. 



H. Kopp. Untersuchungen über das specifische Gewicht, die 
Ausdehnung durch die Wärme und den Siedepunkt einiger 

Flüssigkeiten. L»sio Ann. XCYIII. 367-376t; Chem. C. Bl. 
1856. p. 609-611. 

Diese Arbeit ist eine Fortsetzung der im Berl. Ber. 1855. 
p. 41 besprochenen Untersuchung desselben Verfassers, und zwar 
erstreckt sieh dieselbe nur auf Stickstoifverbindfingen, für welche 
es bisher an Bestimmungen der bezüglichen Werthe noch ganz 
fehlte. Die erhaltenen Resultate waren folgende. 

1) Salpetersaures Aethyl C^H^NO,. Spec. Gewicht be 
0« s 1,1322. 

Siedepunkt in der Flüssigkeit im Mittel 86,5^ 

im Dampf 86^3*. 

Formel zur Berechnung des Volums bei 1^: 

r e» 1 4*0,001 129 Of +0,000004 791M*--0,000000 0164191*. 



54 ^' Diohligkek. ' 

2) NitrobeBael C,,H,NO,. Spec; Gew. Ui 0* == 1,2002. 

Siedepunkt in der Flümgkeii 219^'. 
F « 1 + 0,000826 3i + 0,000000 522491 * -f 0,000000 001377 9i 

3) Anilin C,,H,N. Spcc. Gew. bei 0« = 1,0361. 

Siedepunkt in der Flüssigkeit 185^ 
im Dampf . . . 184,8«. 
r = 1 4-0,000817 31 +'0,000000 9I910;*+ 0,000000 000627 84l». 

4) Cyanmethyl C,H,N. Spec. Gew. bei 0' = 0,8347. 

Siedepunkt in der Flüssigkeit 70*. 

im Dampf. . . 70,9nis72,l* 
F= 1+0,001211 8f + 0,000001 7780(*4- 0,000000 Ol 5322e«, 

5) Cyaophenyl C,,H,N. Spec. Gew. bei 0* == 1,0*230. 

Siedepunkt in der Flüssigkeit 190,8^ 
im Dampf . . . 190,6^ 
F= 1+0,000933 8«— 0,000000 30722f »4-0,000000 005796 Or». 

6) Senföl CgH.NS,. Spec. Gew. bei 0« == 1,0282. 

Siedepunkt in der Flüssigkeit 150^ 
im Dampf . . . 150,7«. 
r = 1 + 0,001071 3< + 0,000000 082701<»+ 0,000000 007356 9|». 

Wi. 



P. Krbmbrs. Uebcr die Contractionen, welche die Mischung 
verschiedener wässriger Salzlösungen begleUen. Pogg. 

Aon. XCVIII. 58-76i; Cosino» IX. 26-27. 

Dieser AufiBaUt ist eine Fortselsung des im Beri. Ber. 1855. 
p. 37 besprochenen. 

Wenn zwei Salze zugleich in Auflösung vorhanden sind, so 
bleiben entweder beide unverändert und getrirnnt, oder «ie ver- 
einigen sich als solche zu einem Doppelsalz, welches nach dem 
Abdampfen krystallisirt, oder sie lauschen ihre Bestandtheile gegen 
einander aus, ohne sich jedoch zu einem Doppelsalz xu vereini«- 
gen. Hr. Rrbmers unterauchte zuerst die Contraclionen, welche 
im letzteren J'alie eintreten. Es sind hier drei Momente der 
Contraction zu unterscheiden und gesondert lu betrachten. Es 
kasa Gontraotion erfolgen 1) doreh den Avatiiiiieb der BeaUind- 



58 

theife, also dureb die ßUdmig der neuen Saliatome, 2) dtirch den 
Uekergang der neuen Saisatome in Auflöaung, 3) dureh die inni* 
gete VereuMguag dieser neuen Salsalome oder ihrer Lösungen. — 
Die Coniraciion ad 1) kann direct beatimnii werden , indeoi man 
die Sunune der Vohmie beider Saisatouie vor und nach dem 
AuaUraadi vergleieht Hr. KaufEMs hat sehen in einem früheren 
AttCuti^') nae^peudesen, dafs hierbei in den meisten Fallen eine 
Contraetion staUfindeU 

DieCootractionad 2) läfst sieh nicht direct, sondern nur als 
INfferena der tiesammleontraetion 1) und 2) weniger der Con- 
traction 1) finden. Die älteren Versuche des Hm. Kbbmbrs bie* 
ien daa Material sur Berechnung der Geaammtcontraction in roeh« 
reren Fällen^ für welche die Contradion ad 1) ebenfalls bekannt 
ist Als Beispiel dieser Berechnung diene folgendes. 

Es ist das Volum ^er Auflösung 
von 10 Atomen KBr in 100 Theilen Wasser » & s 103,64 

- 10 - ^NaCl - 100 - =et/ = 101,80, 
also 

dagegen das Volum der Auflösung 
von 10 Atomen KCl in 100 Theiien Wasser ^v^^ 102,90 

- 10 . NaBr - 100 - = v = 102,49, 

also 

v^ + t?', = m = 205,39, 

mithin die Gesamuilcontraction beim Austausch der Bestandtheile 

in den beiden gelösten Salzen 

-»^-^ = 0.(««4. 

Eine solche Gesammlcontraction findet in allen Fällen der 
Wechselzersetzuog statt, und zwar zeigt sie sich um so gröfser, 
je gröfser das Gewicht oder die Anzahl der ausgetauschten Atome 
ist, bleibt aber immer zurück hinter der für sich bestimmten 
Contradion ad 1); daher ist es nicht möglich auf diesem Wege 
zu einer gesonderten Bestimmung der Contraction ad 2) zu ge» 
langen. 

Um die Contradion ad 3) für sich, getrennt von den beiden 

Beri. Bar. 1M3« p. 143. 



6« 5. . WofciÄglDeit. 

ad I) und 2) kennen %n lernen, mufiAen Lösungen nni einander 
gemischt werden, in denen das Eintreten eines solchen Aus* 
tausches von Sakbeatandtheilen nicht mehr stattfinden konnie* 
Es dienten dasu folgernde Salzgrvppen: KONO^ und NaCl, KCS 
und NaCl, NaCl und NaONO,, und iwar wurden die beiden Sake 
a und b in verschiedenen Verhältmsaen: 1 Alom a mit 2 Alomen b, 
2 Atome a mit 3 Atomen b, 3 Atome a mit 2 Atomen b, 4 Atome 
a mit 1 Atom b, gemischt; diese Mischungen wurden in bekannt 
ten Gewichtsverhältnissen Wasser gelöst und Dichtigkeit und 
VeJum der Lösungen bestimmt. Die direct gefundenen Werthe 
wurden sur Verseichnung von Curven benutzt und mittelst die- 
ser durch graphische Interpolation das Volum der Auftösung eines 
Gemenges der Sake a und b nach einem bestimmten Verhällüik 
in 200 Theikn Wasser gefunden. Das so aus den Versuchen 
abgeleitete Volum der Salzlösung nennt der Verfaaser das modi- 
(icirte Volum (m) und vergleicht es mit dem hypothetischen Vo- 
lum (h), welches gleich ist der Summe der aus früheren Ver* 
suchen bekannten Volume der Auflösung jedes einseben Sakea 

h m 

in 100 Theilen Wasser. Die Contraction ist dann ss — - — und 

n 

kann durch eine leichte Rechnung gefunden werden. — Es wer- 
den Tabellen mitgelheilt, welche die Werthe dieser Contraction 
für die Auflösungen von Mischungen der angeführten Sakpaare 
nach verschiedenen Verhältnissen angeben; aus diesen Tabellen 
leitet der Verfasser folgendes allgemeine Resultat ab. 

Bei der Mischung der Lösungen zweier sich nicht zersetzen* 
den Sake findet ein Minimum der Contraction statt, wenn die 
Concentrationsgrade gleich sind, d. h. wenn die Anzahl der ge« 
lösten Salzatome in beiden Lösungen gleich ist. Die Contraction 
wächst mit zunehmendem Concentrationsunterschied; bleibt aber 
bei zunehmender Concentration beider Lösungen der Concentra- 
tionsunterschied unverändert, so nimmt die Contraction stetig ab« 

Von den Lösungen solcher Sake, die sich zu einem Doppel- 
salz vereinigen, wurden untersucht die des neutralen weinstein- 
sauren Kalis und des entsprechenden Natronsakes« In einer Ta- 
belle, welche im Original (p. 73) nachzusehen ist, werden die 
specifischen Gewichte und die Volume der Auflösungen verschie- 



dener GewichUmeitgeii dieser Salse und ihrer Mischung mit- 
gclheiU. — Ebenso wie dies früher geschehen, werden die Con- 
Iractionen berechnel, welche bei Vermischung von Lösungen 
desselben Salses Terschiedenen Concenirationsgrades eintreten; 
endKch wird auch eine Zusammenstellung gegeben derjenigen 
C^nlradionen, weleho die Mischung von Auflösungen beider 
Salse, die sich suna Doppelsala vereinigen, begleiten. Diese Con- 
tractionen waren b^ Mischung gleicher Concentralionsgrade aber 
Bichl bedeutendery als sie sich früher für Satae ergaben, die sich 
niehl tu krjslalliairenden üoppelsaUen vereinigen. Hr. Krbmbbs 
vermathet daher» dafe auch im vorliegenden Fall die Vereinigung 
der beiden Salae erst im Moment der krystallinischen Ausschei* 
düng des Deppelsalaes eintreten möge. 

Er macht scMieMich darauf aufmerksam, dafs es von In- 
teresse sein wurde 9 die Contractionen au ermitteln, welche bei 
Vermischttng von Aidösungen solcher Substanzen stattfinden, die 
aich XU oii^efaeii Salaen verbinden. Wi. 



B. Stswart. On certain laws observed in ihe mutual action 
of sulphuric add and waler. Rep. of Brit. A«soc. 1855. 2. 

p« 70-71; Proc of Ediab. Soc. III. 482-485f; Edinb. J. (2) Yl. 
J55-155. 

Das specifisebe Gewicht der Mischungen von Schwefelsäure 
und Waaser ist bereits von älteren Chemikern % namentlich von 
Uns, neuerdiags aueh von Binbau*) bestimmt worden; Hr. Stc- 
WART hat diesen G^ens4and aufs Neue bearbeitet, nimmt aber 
bei aeinen Mitlheiluogen nur auf die Angaben von Urb, nicht auf 
Ale neueren von Binbau Rücksicht. Er fand eine gute Uebereia« 
stiaMDung seiner eigenen Beobachtungen mit denen von Urb für 
4ie niederen Goncentratiopsgrade, dagegen Abweichungen für 
concentrirtere Mischungen. Seine eigenen Resultate sind in fol- 
gender Tabelle susammengeatelli, bei weicher aber eine Angabe 
der Teoiperatm* vertnilat wird, bei der das specifische Gewiehl 
wurde. 



*) Gmblih Handb. d. Cbem. I. 626. 
') BerL Ber. 1849. p. 29. 



M 





5. 


AicMgfceit. 




SO,HO (flÜMige 


SdiweMtiure) 


S|wcGMrMbt 


100 Procenl 




1,8485 


88,6 






1,8041 


48,0 






1,3737 


47,5 






1,3688 


47,0 






1,3643 


45,8 






1,3637 


28,0 






1,2083. 


27,0 




' 


1,1954 


26,6 






1,1925 


26^0 






1,1874 


25>0 






1,1795 


21,0 






1,1481 


20,0 






1,1405 


19,0 






.1,1329 



Beim Mischen der Säure mit Waseer findel bekatmltich Oontrats 

, ,, j «7 .. , beobaehtele» spec. Gew. 

lion stall, deren Werlh c= 1— 7, wenn q = r r — : — 7^ 

' ' ' berechnetes spec. Gew. 

der Mischung. 

Bei Berechnung des specifischen Gewtehts kann imn nun 
aber von verschiedenen Anfongspunklen ausgehen, indem man die 
011 untersuchende Mischung betrachlet entweder als entstanden 
aus Vereinigung der reinen Säure mit Wasser oder einer Säure 
vMi bekanntem Wassergehalt und specifischem Gewicht entweder 
mit reiner Säure oder mit Wasser. Je nachdem man den Aut- 
gangspunkt anders wähK, erhält man aueh verschiedene Werthe 
der Contraction für die bu untersuchende Mischong. Constniirl 
man sich Linien, deren Abscissen dem SSturegehal^ deren Ordi^ 
naten der Contraction der Mischung ^ropottiimal sind, so erhäft 
man Curven, deren Lage je nach dem gewählten AusgangtpwilLt 
verschieden ist. Geht man bei Berechnung des hypothetischeü 
specifischen Gewichts von der reinen Säure aus, so giebt die 
Curve ein Maximum der Contraction an für 73 Proeent SSiire^ 
gehalt, d.h. für die Mischung SO^HO + SHO. Für gewisse an«> 
dere Ausgangspunkte ergiebt sich aus der Curve etn Maximon 
der Contraction bei 84 bis 85 Procent entsprechend der MiachuDg 
SO,HO + HO. 



D^r Ausgaogspuiiki mag aber wie immer gewählt sein, so 
seigeil aich doch für allci bestimmten Verbindmigen aus Wasser 
and Säure an den mgebörigen Stellen der Curv^ gewisse Eigen- 
tbÜBilichkeiten, die nur. für bestimmte Ausgangspunkte zw Maxi*- 
mk oder Minimis werden* Dies bestätigte sich aufser den bereits 
angeführten Misehungen noeb bei den Verbindungen von SO^HO 
aal 5, 7, 8, 11, 1% 15 HO. — ßs wird noch angeführt, da(s die 
von Lanobbrg aufgestellte Formel zur Berechnung des Maxi« 
mums der Oontraction ') hiermit zwar nicht übereinstijnmt, doch 
sei dies woU daraus zu ericiären, daCs derselbe zur Ableitung sei- 
ner Formel die nicht ganz richtigen Versuche von Urb benutzt 
habe. Wi. 



A. EavAif und' P. Hbrtkr. Ueber Messungen der permanen- 
ten Ausdehnung, die das Gufseisen durch Erhitzen erleidet, 
und die dabei gebrauchten Mittel zur Bestimmung hoher 
TemperatureD. Po«o. Ann. XCVii. 489-499t. 

Es ist eine bereits diitrefa anderweitige Beobachkingen ') be* 
kannte Thatsache, dafs Gufseisen durdi Erhitzen über Rothgluth 
sem Volum bkUiend vergrößert; doch fehlte es bis jetzt noch an 
genauen quantitativen Bestimmungen der eintretenden Velum- 
sunahme. Die Verfasser haben messende Versuche hierüber an* 
gestellt Es wurde einentheils die lineare Ausdehnung durch den 
Comparator» anderntheils» zur Controlle, oder beim grofsblättrigen 
Spiegeleisen y weil dasselbe wegen seiner Härte in die geeignete 
Form nicht gebracht werden konnte, durch specifische Gewichts- 
bestimmungen die cubische Ausdehnung ermittelt. — Die Tem* 
peratur, welcher der Eisencylinder ausgesetzt gewesen war, kannte 
man aus den Angaben eines Platinpyrometers, Letzteres bestand 
aus einer Kugel mit e^gem Ansatzrohr^ welches noch während 
sich der Apparat im Innern des erhitzten Ofens befand, durch einen 
Hahn geschlossen werden' konnte. Nach dem Erkalten wurde 
der Hahn unter Wasser geöffnet; aus der Mengte des. eingedrun- 
genen Wassers konnte, wie man leicht einsieht, die Temperatur, 

BerL Ber. 1849. p.224. 

«) BerL Ber. 1854. p. 30 und 1855. p. 46. 



60 



5. Dichtigkeit. 



welcher die Platinkugel ausgesettt gewesen war, berechnet werden. 
Die betreffenden Formeln werden mitgelheilt und cur Bereclmong 
einiger Beispiele benultt. — Nach sweisländigem Glfihen dea 
Eisens in einer »ur Verhütung der Oxydation mit ausgegtähtem 
Magnesiapulver gefüllten BGchse, die sich wieder in einem ^oCik 
eisernen Kasten befand, wurde sowohl die erreichte Temperatur 
mittelst des Pyrometers als auch die bleibend eingetretene Volum- 
vergröfserung durch Messung oder Wägung bestimmt; folgende 
Resultate wurden erhalten: 

LioearaittdehnQBg 
Cylinder L durch die erste Glüfaung bei 901'' 0,004967 
. zweite - - 960»(?) 0,002118 

- dritte - . 800 ^ 0,001393 
durch die drei Glühungen 0,008478 

Cylinder II. durch die erste Gliihung bei 960<'(?) 0,008121 

- zweite - - 800' 0,001573 



durch die zwei Gliihuiigen (^009694 

Spiegeleisen durch die erste Glükuag bei 960''(?) 0|000795 
- zweite - - 600' 0,000319 



durch die zwei Glühungeii 0,001114 

Dabei ist die Länge des Cylinders vor dem ersten Gltthen zur 
Einheit genommen. — Diese Werthe zeigen eine schnelle Ab* 
nähme der bleibenden Ausdehnung durch successive Glühungen; 
nimmt man an, dafs diese Abnahme dem Gesetz einer geometri- 
schen Reihe folgt, so berechnet sich ihr Gesammtwerth für das 
graue Roheisen auf 0,0100, für das äpiegeleisen auf 0,0013. Da 
die Ausdehnung beim Spiegeleisen bedeutend kleiner war als 
bei dem Roheisen von grofsem Graphitgehalt,' so sind die Ver« 
fasser der Meinung, dafs namentlich dem Vorhandensein des 
letzteren das Eintreten des Vorgangs zuzuschreiben sei. Uebri- 
gens werden von anderen Beobachtern (Prinsigp, Brix, Schmollik) 
bedeutend grSfsere Werthe für die bleibende Ausdehnung des 
Eisens angegeben. Wi. 



R* KoBuiAMC*. Notiz über Rccnault*« BedtimmuDg des Ge« 
wiehls voD emem Liter Luft nnd über die Dichtigkeit des 
Wassers bei Null. Fwb. Ajw. xcvrii. i78-i8it; z, s. f. Na- 

turw« Ylll. 213-213. 
ScboD froher hat Lasch *) auf eine» Rechenfehler aufmerk* 
flam gemacht, welcher sich in Regnault's Bestimmung des Ge- 
wichts P von einem Liter Luft eingeschlichen hat und zu einer 
kleinen Correction der aufgestellten Zahl nöthigt. Hr. Kohlrausch 
bebt di^egen hervor, daüs Kbgnault bei der Ermittelung des 
VoluoM seines zu den Versuchen angewendeten Ballons die von 
PuuwK für die Dichtigkeit des Wassers von 0° angegebene Zahl 
0,99981 (die Dichte beim Maximum = 1 gesetzt) zur Reduction 
benutzt hat; indessen ergiebt sich sowohl aus den Beobachtun- 
gen von HXllström und Kopp als auch aus Rbonai;lt*s eigenen 
WagUBgen übereinstimmend ein gröfserer Werth der Dichte bei 
0% nämlich 0,999876 & Führt man letztere Zahl in die Rechnung 
eiAi so gleicht sich der von Lasch wahrgenommene Rechenfehler 
wieder aiis> und man erhält denselben Werth für P wie HbonaulTi 
uberhaiq^t aber sur Berechnung des Gewichts von 1 Liter Luft 
b« der Breite ^ und der Höhe a über dem Meer den Ausdruck 

f= 1,292753.- ^-^-^^^f^<^^^», 

1 + ^ 

worin il, der mittlere Erdradius, ss öSßeiSl'", zugleich aber die 
Temperatur 0^ und der Barometerstand 760"*'° vorausgesetzt ist. 
Hiemach wird für das mittlere Deutschland bei 51^ Breite und 
60« Höhe über dem Meer P s 1,293425«% so dals trockene Luft 
von 0* und bei 760">" Druck 773,14 mal leichter ist als Wasser 
im Maximum der Dichte. Wu 



Uaber die Beetimmoog der Dichte des Schie&pulvers. 
Cbeav €. Dl. IdSS. p. 627-637; MUtli. d. Gew. Ver. f. Hannover 
1856^. p. 168-178; DiMezia J. CXLI. 279-292t; Poljt. C. BL 
1856. p. 1118-1127. 
Zar Bestimmung des relativen speeifiscljen Gewichts des 
Sehiefrpulvers — wobei nur das Volum der Pulverkörner berück- 
'} Berl. Ber. 1852. p. 43. 



02 §. BicMglteli/ 

sichligt, der fBÜ Laft erfliike Zwiscbetiraiim also Ton de» !T o4 
lum des Pulvers in Abxog gebracht wird ^^ btilutale man biaher 
die Methode der Einsehütlung in wasserfreien Aikohdl, itidem 
man dirccl die Ansleigung des Alkohols in dem geiheiiten- Mefs* 
röhrchen beobachtete. Aus dem absoluleh Gewicht di^aes Alko- 
holvolums und des Schiefspulvers wurde das specifisehe Gewkht 
des letzleren in bekannter Weise berechnet. — Dies Verfahren 
ist aber ungenau, weil dabei die in die Pulverkörner aelbat ein- 
dringende Aikohohnenge, welche bei verschiedenen Puiverao^ien 
sehr verschieden, namentlich beim polirlen Pulver immer geringer 
ist, unberüeksichligl bleibt, das speciGsche Gewicht also imitiep 
zu hoch gefunden wird. — Um diesen Fehler bu vermeiden Imk 
stimmt Hr. Heeren zuvor die Menge Alkohol, welche von d«n 
betreffenden Pulverkörnem aufgesogen werden kann. Es wufd« 
dann ein Gläschen mit eingeriebenem Glasstöpsel zuerst mit AI« 
kohol gefüllt, sodann, nachdem durch Eintragung des Pulvers ein 
Theil des Alkohols verdrängt war, gewogen. Ist b das Gewicht 
des trocknen Pulvers, c das Gewicht des mit Alkohol gelränkleiii 
a das Gewicht des Glases mit Alkohol, d das Gewicht dea Qk^ 
ses mit Alkohol und getränktem Pulver, e das spelriische Gewicht 
des Alkohols, dann ist das relative specifisehe Gewicht des Pulvers 

a--c — a 
Der Verfasser erwähnt noch eine auffallenden Wahrnehmung^ 
die er bei diesen Versuchen gemacht hat. Wurde das Pulver in 
ein mit Alkohol gefülltes Gläschen geschüttet, letzleres dann so- 
fort mit einem fein durchbohrten Glasstöpsel geschlossen, so drang 
Alkohol durch den Canal im Stöpsel, etwa bis zu | vom Volum 
des Pulvers. Man konnte vermuthen, dafs die vom Pulver ver«- 
dichtete Luft bei der Alkoholabsorption ausgetrieben wurde; aber 
dieser Vorgang (ri^t auch ein, wenn das Pidver mvor warm vm^ 
ter die Luftpumpe gebracht und die adhärirende Luft durch 
Auspumpen entfernt war. Wt. 



NamhüM. Jkv%icu. 03 

J. Natansoh. Ueber die Anwendung einer Modlfication der 
Gay- LussAc'schen ßampfdiclUenbeslimmungsmethode bei 
Substanzen mit hohem Siedepunkt. LisBie Ann. CXVlll. 
30l-307t; Arcli. d. 8c phjs. XXXIIl. 139-140. 

Dies Verfahren war darauf berechnet das Quecksilber in dem 
graduirten Cylinder, in welchen das Gläschen mit der zu unter- 
suchenden Substanz eingeführt wird, von oben her bis zu der 
erforderlichen Temperatur, eini^je Grade über den Siedpunkt der- 
selben, zu erhitzen. Zu dem Ende war der innere Glascylinder 
von drei Bfechcylindern umgeben; den Zwischenraum zwischen 
dem ersten, eng am Glase anliegenden, und dem zweiten bildete 
ein Luftbad, in welchem die Temperatur durch von oben ein- 
gefQhrte Thermometer gemessen wurde. Zwischen den zweiten 
und den drillen, welcher mit Zuglöchern versehen war, wurden 
glühende Kohlen gebracht. Bei der Berechnung mufste die Aus- 
dehnung des Glases und des Quecksilbers, überdies aueh die 
Spannung der Quecksilberdämpfe berücksichtigt werden. Da 
letztere für die verschiedenen Temperaturen nicht mit Sicherheit 
bekannt ist, so wurde sie für eine jede Dichtigkeilsbestimmung 
zuvor durch einen Vorversuch, bei welchem der Raum über dem 
Quecksilber nur Luft enthielt, besonders ermittelt. Mit diesem 
Apparat wurde die Dampfdicbte dea Avetylamins, des Naphtalins 
und des Anilins bestimmt. WL 



G. Jkhzsch. Heber die Bestimmung der specifischen Gewichte. 
Poes. Ann. XCIX, 151-1 53t. 

Dat Wesmtlichje der von Hm. Jbnzsch zur Beaiimmung des 
specifiaehen Gewichts fetter Körper angewendeten Methode be- 
steht darin, dafs man ein mit hohlem Glasstöpsel versehenes 
Pläschchen zuerst mit destillirtem Wasser gefüllt unter Wasser 
auskocht und darauf bis i^ erkalten läfst, sodann heraushebt und 
GowMit bestktiait. Dasselbe Verfahren wird wiederholt, 
OMn 4ie tmfmt gmN>gcae Snbalaiw, deren specifiaehes 
Gewicbi eraitteli werden aoU, in das zur Hälfte mit Waaaer 
gcfilke QMmchea gebracht h«l. Die beiden GewichAabestiinaiungeii 



S4 S. Dichtig;#. 

geben die Data sur AuamiUelung des geauchiw spedfiadbai» 
Gewichtes. Wi. 



A. Raimondi. Note sur un nouveau proc^d^ poar obtenir 
les densit^s des corps solides au moyen de la balänce 

^ ordinaire. C. R. XLIil. 4ö7-438t; Poee. Adii. XCIX. 639-640; 
Inst. 1856. p. 311-311; Cosmos IX. 304-304; Cimento IV. 149-150; 
DiNGLU J. CXLIl. 21-22; Z. S. f. JMatli. 1857. 1. p. 340-341. 

Der VorscUag, welchen Hr. Raimondi zur DichtigkeitsbesUm- 
muDg fester Körper macht, besteht in Folgenden^ Wenn man in 
ein GePafs mit Flüssigkeit vom specifischen Gewicht D, welchea 
auf einer Wage ins Gleichgewicht gebracht ist, den an einem 
Seidenfaden von zu vernachlässigendem Gewicht aufgehängten 
Körper taucht, dessen absolutes Gewicht in Luft = P ist, so 
verliert dieser bekanntlich so viel von seinem Gewicht, als die 
Flüssigkeit wiegt, welche er verdrängt. Dieser Verlust, weicher 
SS p sei, mufs die Schale der Wage belasten; soll daher da» 
Gleichgewicht wieder hergestellt werden, so mufs das Gewicht p 
auf der Gegenseite hinzugefügt werden. Man sieht leicht, djifs 
das specifische Gewicht des Körpers J gefunden wird durch die 
Formel 

worin d die Dichte der Luft. Wi. 



C. Emy. R^clamalioo en faveur de M. AoaBRTiN de la priorit^ 
dinveulion pour un proc^dö servaut ä trouver 1^ density 
des Corps solides. C. R. XLIil. 618-620t; Poee. kam. XCIX. 
641-641; Innt 1856. p. 343-343; DimolbeJ. CXLIL 103-10&; P^ljt. 
C. Bl. 1857. p. 823-825. 

Babinbt. Remarques k Toccasion de cetle commuoicalion, 

C. R. XLIIL 620-620t. 



Hr. Emy macht darauf aufmerksam, 4Blb das 
Verfahren, welches RAiBtoviDi «ir BeatioMming des tpraifinchia 
Gewichts fester Körper vorgesehlagen hat, bereite im Jahre IMft 
von Hrn. Aubsktin angegeben sei und seil der Zeil aiiek im der 



- 



Raixorw. Emt. Bai* (ACT. EeKFiLDV a. Dobouu 05 

GmA^t^giOmtm m Strafsinirg) w#icb# <kr GtMonte ak Dirw- 
tor leitet, »ur BesUmmimg der Diditigkeit der GeachöUrobre ao- 
gewendctt werde. Ueber die Einselnheiten des Verfahrene tei 
dk^ew BeeliQuainigeo werden nähere Mittheilungen gemacht 

Auch Hr. Babinvt bestätigt, dals die geoaonte Methode «im 
erwäbnjten Zweck von französischen Artillerieofficieren seit län- 
gerer Zeit in Anwendung gebracht werde. Wi, 



EcKPKLDT and Dosois. Apparatus for taking specific gravity. 

SiLLiMAM J.(2)XXII.294-296tj Proc. of Amer. pLil. Soc. VI. 193. 
Nach der Entdeckung der californisehen Goldminen wurden 
die Verfasser, als Beamte des Prüfungsamtes der Münzci häufig 
um Beslimmung des Goldgehaltes gefundener Erze ersucht; dies 
veranlafste sie zur Aufsuchung eines möglichst einfachen und 
schnell ausführbaren Verfahrens zur Ausmiltelung des specifischen 
Gewichts fester Körper. — Am geeignetsten zeigte sich eine Me- 
thode, bei ^yelcher die von dem festen Körper verdrängte Flüs- 
sigkeit entfernt und direct gewogen wird. Die nach diesem Princip 
angestellten Versuche wurden mit den in der vorliegenden Notiz 
näher beschriebenen Apparaten ausgeführt. — Zinngefäfse ver- 
schiedener Grölse, je nach der Beschaffenheit der zu untersuchen- 
den Probestücke, sind an der Seite mit einer gekrümmten Aus- 
flufsrdhre versehen. Das schnabelförmige Ende der letzteren, an 
welchem ein Drahtstückchen befestigt ist, um das Abfliefsen der 
Flüssigkeit zu erleichtern, verengt sich bis auf x'v ZoU und liegt 
überdies um ein Gewisses unter der Mündung des Gefäfses. Beim 
Versuch wird das genau horizontal und fest aufgestellte Gefafs 
mit Flüssigkeit gefüllt, dann der feste Körper hineingebracht, die 
abffiefsende Flüssigkeit wird aufgefangen und gewogen. Das 
speci6sehe Gewicht des Körpers wird dann einfach gefunden, in- 
dem man das Product aus dem specifischen Gewicht der Flüssig- 
keil la das absolute Gewicht des Körpers durch das Gewicht dir 
abgeflossenen Flüssigkeit dividirt. — Die Genauigkeit dieses Ver- 
fahrens ist um so gröfser, je geringer das Gewicht des letzten 
sidb aUftsettden Tropfens der angewendeten Flüssigkeit. Die 
V^cCssaec wurden hierdurch vetwlufiit, das TropJ(eng^wicht ver- 

FwtMlr. 4. Pkys. XIL 6 



g|S ' 5. Dichtigkeit. 

^«hiedeMr notiigle^ileii ttt ermillritfi; sie Uniet^y dafe^tMWvÄ* 
9er, dem^A specifisches Gewicht sehr nahe gleich dem des de^- 
Krteii Walsers iet, vdn allen PiiiMigleiteii die leieiHeSten Tropfcki 
giebt (I tV^pfen defiiiflirtes Wasser weg kn Maffittmn '^ Graiii, 
eili Tropfen Seifenwaseer ^ Gratn). Sie empfehlen dasselbe da- 
her vorzGigsweise f&r die betreffende MetiKide der DiehtigiLeita» 
beatimmungen. Wi. 



Er Zartkdeschi. Del densiscopio diflerenziaie di alcuni 11- 
qaidL Wien. Ber. XIX. 237-239t. 

Hr. Zantbdbschi bereitete sich nach dem Vorgang von Pla- 
TBAU eine Mischung von AN^ohol und Wasser, in welcher eine 
Oelkugel sich schwimmend erhält; diese Flüssigkeit brachte er in 
ein Glasgerdfs mit starken Wänden, welches oben durch einen 
gut schliefsenden Stempel, der durch eine Schraube nach innen 
getrieben werden konnte, geschlossen war. — Sobald die Schraube 
in Wirkung gesetzt wurde, bis zu einem Druck von etwa vier 
Atmosphären, stieg die Oelkugel in der Flüssigkeit empor, obgleich, 
wie durch hydroslatische Wägungen nachgewiesen werden konnte, 
das ganze Gefäfs durch diesen innern Druck erweitert war. Dies 
beweist, dafs beide Flüssigkeiten, und zwar die Alkohotmischung 
in höherem Grade als das Oel, durch den erlittenen Druck von 
vier Atmosphären comprimirt wurden. Weil der Apparat diesen* 
Unterschied der Compression wahrnehmbar machte, nannte ihn 
Hr. ZANTBDBsctO Diffcrentialdichtigkeitsmesser. Auch bei Tempe- 
raturveränderungen setzte sich die schwimmende Oelkugel in Be- 
wegung, wie dies bei der Verschiedenheit der Wärmeausdehnung 
der Flüssigkeiten nicht anders zu erwarten war. Wl, 



Saqrsn. U^er die Ausdehnung des destiliirten Wassers 
unter verschiedenen Wärmegraden. Abb« d. Berl. Akad. 18S5. 
2- p.l-28t. 

Hr. Raobn hat dfe Aosdehnung de« Waasera mä «Mthaiaii- 
der Temperalmr dUrefr hydrosüliaGbe WSgvngM an 



ZAHTIIMtlCin. Ha^ev. (17 

ifid«tt er du Gevriefil des dorch eine untergetradite 
StaalKigri hti verchied^aen TemperatHren vitrdräiiglen Wassers 
eraüMske. Za diesmi Versttdien bedinfle er, Mtber eimr gMattim/ 
■Ü geii^fMAeli V#rrrdiiungen Tersehenen Wage; eines soi^Qllig 
eorrtgarlai Tti^nMneiers und der Kenianifs des Auadehnungs;» 
e^ttSmeuUtn des Glases, ans welctieni die Glaskugel geblaasn. 
War. — Bei dein Thermometer wurden die Ungenauigkeüetr der 
Scale, wegen der eonieolien Envisitening, durch Calibrtren bericb- 
Hgl, die effardef liehen Carrectiimen wegen der ungleichen Er*- 
wlimiiung des Quecksilbers In Kugel und Röhre angebracht. Da* 
b« bedanerl Hr. Haobw,. dafe' die Verfertiger dieser Instrumenle* 
die Theile der Scale häufig nieht gleich Idng Machen , um die 
Brweiteritng des Ralvs sclxm angenÜiert durch Verkiirzmg der 
Grade ausmgieiolien, wodurch sie aber die Arbeit einer genauef» 
B^fMitigung eriefawereti. 

Die Aesdehneng des Gfeses, aus wtlehem die Kugel verter« 
tif^l wer, wnrde an einer dickwandigen ftdhre von fast d FtA' 
LJsige ^eet bestimafti« Diese war so aufg^atellt, dafe sie eidi. 
an eiMtti finde frei ausdehnen konnte; an beiden Enden waren 
HapiersUeifMi anfgeUeiii; in Anssehnitlen derselben hingen an 
st äh t e rn e n Ringen sor Veirminderong der Beweglicbkeit in Was-^ 
ser tauchende Lothe, deren Entfernung durch passend angelüraebte^ 
Mikrometer von unverändesiiciieni Ahstnnd gweaseft wurde. 
Das Rohr wiu-de durch einen faindurdifliefsenden Wasserstrahl 
aaf. eise cönsienle Temperatur gebracbiy. die an oinem, in seiner^ 
Mute heindliehe» ThennoMater abgehsen wenden kennte. Bie 
Linge ileeAetes ffir «e Temperafenr t kemile naeh der F«nel. 

|=± a+W (von 1,6* bis 61,0»), 



« ^ 493,40443, b = 0,004554 1, 

in angeniherler UehereinaliaMnttng berechnet werden (deraua der 
AundehMmgstmflicienl a » 0^000009 28). Die Ahweicfaun^n er* 
kürten aicb deraua, dafs die dicken GlaswÜnde nicht gana gleioh-' 
wäUg erwämal sein moebten. €ist dttimeres Glasrohr gnb ber 
denteÜen VeiVaiiren Resuttate, die eich e«waehen 1,^ nikd.SO,«« 
ndl der PdmbmI 

It^ 69MlM84«40ii86 H 

5* 



fm 5. DiditigUit. 

(d«r«tis a SS 0|000008 766) in guter Ueb^in«liiBS»^ M^^, 
In diesem, wie auch im vorigen Falle, wurden die Abw^ichiHif^ 
nicht merklich geringer bei Hinsufugung eines dritten Gliedes ur 
Interpolationsformel; danach hatte sich also die Annahme von 
HÄJLLSTRöif» wonach sich Glas in höherer Temperatur zunehmend 
ausdehnen soll, nichl bestätigt. Zu den hydrostatischen Wägun- 
gen wurde eine Glaskugel von 2,5 Zoll Durchmesser angewendet 
die sumw Theil mit Schrot gefüllt war, um sie bis au :ei«er pae« 
senden Tiefe einsinken su lassen. Es war eine besondere Vor^ 
riehtung angewendet um bei allen Versuchen ein gleich liefea 
Eintauchen zu eraieleo, damit das Volum des eingetauehlen Auf« 
hängedrahtes immer dasselbe bliebe. 

Die Mitte der Thermometerkugel stand der Mitte der Glaa- 
kugel gegenüber; es wurde abwechselnd bei steigender und hm 
sinkender Temperatur beobachtet. Das Umschlagen der Wage 
trat unterhalb 60^ in beiden Fällen genau bei gleicher Tempera- 
tur ein, über 50* aber bei steigender Erwärmung in etwas nie^ 
drigerer Temperatur, als wenn bei sinkender Temperi^ttr beeb* 
achtet wurde; dies erklärt sieh tum Theil aus einem Zurfickr 
bleiben des Thermometers in der Erwärmung gegen die Glas- 
kugel, tum TheH aber auch aus Strömungen in der erwärmten 
FiOasigkeit 

Das Volum der Glaskugel bei i^ war 

Vi^ F,(l +0,000027 641); 
das Gewicht emes gleichen Wasservolums wurde durah die We* 
gung direet gegeben; man hatte also die Data tur ^reehming 
des specüschen Gewichts und der Ausdehnung des Wassers bei 
verschiedenen Temperaturen. Zu diesen Bestimmungen wurdai 
125 Beobachtungen, welche aus 192 Ablesungen abgeleitet w»- 
reUi benutat. Mitteist deren wurde zunächst eine graphische Dar- 
atelluflg ensgelilhrt, welche den Zusammenhang «wiadien Tem.*' 
pesatur und Gewicht des verdrängten Wassers durch eine Curve 
veranschaulichte, die ihren ScbeÜel nahe bei 4* (nach einer. ge* 
neueren Bestimmung, au welch«* nur die BeoJ^htungen swisdmi 
0* und 8" benuUt wurden» bei 3^8698'*) hatte und einer Parabd 
nicht unähnlich war; doch war der kurxe Schenkel Meiler ab- 
fallend. Es wurde eine interpolattonsfermel aufgesucht, welche 



sich den Ordinaten der Curve möglichst nahe anschlofs ; als solche 
leigte sich brauchbar die Gleichung 

worin y und e das Gewicht des verdrängten Wassers beim Ma- 
ximum der Dichte und bei der Temperatur t, r = 0,032479, 
i as 0,000520 97. Mit Hälfe der durch diese Formel tur c ge- 
fundenen Werthe konnte nun Dichte und Volum des Wassers 
für jede beliebige Temperatur berechnet werden. Eine solche 
Berechnung, Temperatur und Volum beim Dichligkeitsmaximum 
= 1 gesetzt, hat der Verfasser für jeden Grad im Intervall von 
0* bis ItN)* ausgeführt und deren Resultate in einer Tabelle zu- 
sammengestellt; aus dieser wollen wir nur die Angaben fiir die 
Volume von 10^ zu lO* mittheilen, damit man diese mit den von 
anderen Beobachtern und nach anderen Methoden gefundenen 
Werthen vergleichen könne; das Volum beim Maximum der 
Dichte = 1 gesetzt, ist 



für 0« 


das Vo 


lum 1,000127 


- 10 


- 


1,000269 


. 20 


- 


1,001721 


. 30 


- 


1,004250 


- 40 


- 


1,007711 


- 50 


• 


1,011994 


- 60 


- 


1,017009 


- 70 


- 


1,022675 


- 80 


- 


1,028932 


- 90 


- 


1,035715 


- 100 


- 


1,042969. 



Danach dehnt sich das Wasser von seinem Gefrierpunkt bis zum 
Siedepunkt um 0,042839 seines Volums aus, was mit der An- 
gabe von Kopp (0,042986) nahe übereinstimmt. Wi. 



f]f^ 6. Maafs uikI Messen. 

6« Maafe imd MeMtn« 



W. H. MiLjLKii. Od the construction of the new impefial 
Standard pound, and iU copies of plaiinmp; aDd od th« 
conuparif^on of tbc imperial Standard pound . with . the 
kilografuoie des archives. Proc. oi' Roy. Soc Vill. 87-J03, 
144-146; Phil. Mag. (4) XII. 540-552t, Xlll. 194- 195t; PIhI. Trau«. 
1856. p.753-946i. 

in England war von früheren Zeiten her neben dfm Troy- 
pfund die Libra inercatoria, für welche sich später die Beneonuiig 
Pfund Avoirdupoids findet, als Gewichtseinheit im Gebrauch, f«)r 
beide wurden im Schatzamt Standards oder Normi^lexempUire auf- 
bewahrt. — Im Jahre 1768 wurde zur Festsetzung dpr NorfDtl<- 
gewichte ein Comitee erwählt; dieses schlug Vor, dab das Trojh* 
pfund die Einheit oder die Norm bilden sollte nach welcher das 
Pfund Avoirdupoids und alle anderen Gewichtsstücke zu reguli* 
ren wären« Es wurden nun drei Troypfunde ajustirt und von 
diesen dasjenige, welches als eigentliches Standardgewicht dienen 
sollte, dem Secretär des Hauses der Gemeinen zur Aufbewahrung 
übergeben. — Eine 1818 erwählte Comnussion zur Abgabe eines 
Gutachtens über eine neue Kegulirung der Maafs- und Gewichts- 
Verhältnisse, in welcher sich unter anderen Wollaston, T. Young 
und Kater befanden^ empfahl, dafs man das Standardgewicht von 
1758 unverändert beibehalten solle, dafs 252,468 solcher Grains, 
deren das Troypfund 6760 enthielt, gleich sein sollten dem Ge- 
wicht von 1 Cubikzoll Wasser in Luft von 62^ F. uQd 30 Zplf 
Quecksilberdruck, dafs das Pfund Avoirdupoids gleich 7000 Troy^ 
grains angenommen werden solle. Nach der vorerwähnt^ Be- 
ziehung zum Gewicht des Wassers sollte das Troypfund, im Fall 
das deponirte Normalgewichtstück verloren gegangen wäre, wie- 
derhergestellt werden. — Diese Vorschläge der Commission wur- 
den durch eine Parlamentsacte zum Gesetz erhoben. — Das 
Standardpfund wurde 1825 von Katbr mit fünf anderen Troy- 
pfunden aus Kanonenmetall, 1828 von Nbhus mit vier Troypfun- 
den, von denen zwei aus Platin, auf das Sorgfältigste verglichen. 



Beim BrMii 4er PartmwiUihiwiMr gk^ ihmi m Jahre. ISU 
die SUuider«llrey|pleed verioveii; aiedl alle eti4ern daiethel en^ 
bewakrUn NeraMknaafae imd GQvmlile wurde« mUeeder ver« 
nidilei oder deeb durch Beachädigeeg mihrattcUMir. loa Jehre 
ISaa Mwde eiM C^OMUseieii ee daran WiederharateUeng nnwuini 
Dieee apraeb sieb suhäehiit eetechieden gegeo die in dar Perl»» 
anaolaaMe aalhtKene BeetinMaung aus, daa Gewichl eieea Onkik« 
aatfa Waamr bei der WiederheraleUtilig daa Standatda m fiaapda 
all legen. Die besten Angai^en» welche et» den in veraebiadetian 
Landern eeagafiibrleR Arbeiten entnoaMnen aind» geben dieae 
GvMae wa f^ ihrea Wertbea veceebieden (die ai^jiithan Beeb- 
aehtongen geben naeh HwmM 366,542 Doh^ die geterrajehieahen 
Beobachtungen nur 368,237 Doli, ^vo 22504,86 Dali «» i Ktte- 
gWBMa); dag ^ a n lasaen aiek Wagungan airf t^^^^U daa Gemchts 
gaae» auafihreft; daher aei es viel aweeh mä h %ei % die bhI de« 
veriwaa gefangeami Standavd früher veiag iieh a n e a und ntch vevt 
handenan Gewiehle an deaaen Wtederherstettung ea banniaan 
Welle iten aiA an den finde auf daa Gawiaht dea C e b iha al li 
Wnwer biieielMe» an aei 4n 28e»ttMl fp'ltfMrer Fehler in dar Be-r 
itiinitwing au befürehten« --^ Uebenfoa achfaig die Caawiwian 
aef»daa Pfund Aveivdafieida ant' Nennalgenrirhbiiinhatl anaundl^ 
aiM» mal ^ daa im Lende aUain gebrenehliehe sei, daa Trey- 
gewiallt ebar für Geld, fittber «nd Edelataine beiadiehaiten. 

Dieae VeraaUi^f wurden adejpM und eodiicliiai «Mire 1842 
eine anit deren AualtthriH« beeufttagle .CattnunMnn emannl» 
Dem Veriaaaer wurde die Leitung dorpenigen Arbeilei».abart|«- 
gen, wakbedie WiederfaersleUuiq; der Gevrie h toein h eit aunt Zuweek 
haHan; deraeibe arsiafttei in dem verUeganden Memoir einnn ene- 
Abvliefaen Berinfal öher daa eingeseUagene Verbhreik 

£a miede daaut .be§aiinen> die ven Katbu und Nnaua int 
d» varlaranr gegenganen StMidenl yergti ohanan lreyfiande itn- 
tar sieh «et veigUaehen« Die- au <hn Wü^ndgan henntate^ anber* 
ofdairtliek aargßiltig gearbeitete Wage,< weiche ven ftuHiear ver<> 
fertigt war und bei einer Belastung ȟ aw^ iUlegreHUn nur 
einen wahrathtMiiahan Eahkr wn ^uu^.m KUegramaa ^ab^ 
ward adtlnhrKak besehneben» Bei den Wägungen iLans die ven 
Gsanea eaitpfohinia MMhede der .d^i|>ellen Vf'ig^ium Anwendung. 



72 ^« Maaf« Qtt4 Messen. 

Um die Abnutenig 4m GewMile «hirdi Berähimig su vcitniii- 
dem^ wurden dieselben in letehlen; peseend eenslniirtoii, berwag^ 
lieben Sebalsii abweefasekid am finkeii imd aoi raebteaAm dee 
Wegebalkens aofgehängt; überdies kein eine Gieriebhing xur A»«* 
>mwtaig, welche es gestallte &eeii Wecheri eiMHifiihren, ohne 
den Glaskasten der Ws^e m Moen. Der Enifliifa der Temper»- 
lurreranderungen machle sieh in <ler Weise gellend, deii die 
Empfindliebkeil 4er Wage abnafan mit sttßehnienderBfwänniHig; 
andi wnrde eine Correciien dadureh bedingt, dafe die beiden 
Arme sich mit waefaaender Tanperetiir ungleich anadehat^i. -«* 
Um die CrgebniaBe der Wäguagen ▼ergleicfaber «i machen, w«r» 
den eie auf Luft ven derselben Dichte (t » 65,«6'' F., b ^ 28,76 ee|;l. 
Zell> redocirt 

Sei der Vei:gleichung der eo erhekenen 6ewichladiffereiiMn 
d«r einaelnen Trojrpliinde mit den Ergebnissen der eben enge* 
fahrten illeren Wägungen überaengte man sieh davon, defo dte 
Phitiiiggwichle in der i&Wisehenaeit kmn% merkbare, die Meeahig» 
gewtebie durch d^ Einflab der Luft eine liemlieh erhebfiehe 
Veränderung eriitten betleo; man kam daher au dem Sehtufa, dafii 
die Wiederherstellung des Standards allein auf 4i» Vergleidimig 
mft jenen Plettnlroypfttnden gegründet werden ^Airfe. Beaeiehifel 
man dann mit U das Gewicht dee verleren g^angenen Slandarda, 
mit Sp das Oewteht dee bei SoflunacHnR aufbe w a hrl en Plalin* 
Iroypfundes, so war da« EnAresulUit d^ ganaen Vergleichung 
U » SH-^0063 Grains, bei 65,66« F. und 29,75^' engl. (« 18^7* V. 
und 756,64'"^) in Luft gewogen. Hieraus soifce iran die Oe- 
wichlsdifimrena swiechen U und i^ im luftleeren Raum, äbo die 
Düerena ihrer absoluten Gewichte gefunden werden. Zu <tom 
Ende war ee erforderlioh das apeeifiaobe Gewiehl der Subatans 
beider Gewichisalücke bei 0« gegen Wasser vom Maximum der 
Dkhte and den Auadebnuogscoeffiewnlen derselben durch Wirme 
lu kennen; femer bedurfte man einer Formel cur Beredmung dee 
abeoluten Gewichts der atmesphSriachen Luft am Beebachtung»* 
ort irr der geegraghischen Breite X nnd in der MeereshShe z, ae* 
wie behufs der i^ecifischen Qewichtabertimmungen der Kenninila 
der Wihrmeauaddinung des Wassers. Der Verfasser grebl aua- 
fährlich an, welchen Quellen die für dtetfe vermiedenen CoMlanten 



lb&i.Bji. 73 

gwlEte n Werihe enlneimneR wordm; audi mne Myrgfiillige Be* 
MbrtfiNflig der smr Beitkniiiuiig des Luftdnicks und der Tempe^ 
rftior amgBmeftekitm Instruaiente wird ualgelheitt. — Hier erwübs 
«ber eine Schwierigkeit ras dem Umstoody dafo das Volum it$ 
verlöre» gegangesen Noniia^;ewiehi6 oder das specifisdie Ge^ 
wkkA des MeüingSy aus welehem dasselbe verfertigt war, niete 
war. Da indefs noch swei andere, mit dem verloren 
gieiehaeitig von Harris angefertigte Trefypfunde vor- 
waren, so lag die Vermuthung nahe, dais an allen dreien 
dieaolhe Motallmischnng verwendet sei. Das Volum des «inen 
dieser Oewieblüstikeke ( F) wurde durch hydrostatisehe Wägangon 
gleieh dem Volon von 706,638 Grab Wasser vom Maximum der 
IKehte gefanden. Das andere Troypfund war swar auch noth 
vorhaiidoii; jedoeh gestattete der Besüaer nicht, dafis eine Wä» 
gUBg unter Wasser damit vorgenommen wurde; Hr. Millir sah 
sieh daher genStUgt die Bestimmung seines Volums mittelal des 
von Say erfundenen, von ihm seHber mit Verbesserungen beaehrio- 
honen ') Siereometers vonunehmen; dabei fand sich sein Vohim 
nur gloieh dem Volum von 683,66 Grain Wasser im Maximum der 
Dichte; später wurde es, nachdem daa Gewichlstüdc vm der 
Commission angekauft war, durch hydrostatische Wägungen gleich 
de« Voktra^von 666,66 Grain Wasser gefunden. Bei so geringer 
Uehereinstiaimnng zwio^en dem Volum der beiden noch vorhan- 
denen E^eiiqdafre war kein sicherer Schlufs auf das Volum des 
verl<Aren gegangenen au machen; da indeb nach einer nach dem 
Origmal entworfenen, noch vorhandenen Zeichnung die Geatak 
und OrSise desselben mit dem oben als V beieiehneten sehr nahe 
ftbereinstiBimend gewesen ta sein s^en, so blieb man hei der 
AvHahme stehen, dafe das q»ecifiaehe Gewicht beider überein^ 
summend » 8,1JM)84 gewesm sei. 'Hiernach beredinete sich das 
ibsaiute Gewicht des Standardtroypfundes verglichen mit'i^ iistk 

luftleoren Ranm 

C7 » «/i4-0,52956 Grain. 

NMb dem Voracblag der Commisaiqn sollte nun ein Pfund 

A?«irilp|Näds SS 7000 Grain Troy als neues Normalgewicht herge- 

stdÜ werdeo* Es wurden au dem Ende füpf Gewichtsitücke. wa 

•> Phil. Mag. ¥.203. 



74 ^* Maallr UBil Messen. 

Pialin verfertigt, deren (jewiefat dem gCMnnteii mögüchsl ntkm 
kam; das specifische Gewicht derseUHio wurde aergfUlig Welimmt» 
Zur Berichtigung dieser Gefwicbte mit Hvlfe ve« Spf d ee t en Ver-* 
hiknifii zum verloren gegangenen Standard jeiat bekamil wmv 
bedurfte man noch genau ajustirter ünterab thcilunge» der Oe^ 
vAcbtseinheit; es wurde am a^eckmäbigalen beliutdeB, diejel^gca 
Gewicbtstüeke anfertigen tu lassen, deren Werth die Rciheirfrilge 
der bei der Verwandlung von ^^ in einen Ketleabrueh wfir«« 
tenden Quotienten darsteUt; es wird geseigt, wie diese sieh auf 
eine bequeme Weise durch einander beriebiigen lassen. Gmge 
dieser Gewichte zeigten bei den Wägungeu auiidtende Sebwan* 
kungen des Wertbes; es ergab sich, dab diese durch eitte in dkm 
Pkilan enthaltene hygroskopische Substam^ veranbirst wunden, 
welche durch Erhitsen und Ausaiehen mit Wasser entfsnit wer« 
dM konnte. 

Dasjenige dieser Platingewichte, welches schfiefidich als neuen 
Nermalgewieht für England adeplirt wurde, wog 7000,00003 Gros, 
v#n denen 5760 gleich dem verloren gegangenen Steodard sind. 
Da früher angestellte Vergleichungen des engfoehen und franiö* 
sischen Gewichls, bei denen nur Copieen des fransMsehen Nor- 
fliialkilogramros benutst worden waren, den Werth des lelalereD 
swisehen ld432,295und 15434,91 Grain schwMkend ergebeu hatten, 
so erschien es «weckmäfsig eine Vergleiehung des neuen Standanl 
mit dem Kilogramm des archives {Jl) selbst vomehmen cu las» 
sen. -^ Diese Vergleiehung wurde dadurch ersehweri, deb A ver 
seiner Ajuatirung niemals unter Wasier gewogen, sein Völusn 
mid spedfisches Gewicht also niekt bekannt war. Da eine aoleh« 
Wägung jetst nicht mehr vorgenommen werden durfte, so mufete 
man sich wieder zur Volumbeatimmuag des Stereometers bodieaen; 
hierbei ergeh sieh Vol. von A =s VoL von 759,197 Grain- Waaaer. 
Nach directm Messungen von Olotsbm und StcMibil, die erai 
später sur Kennlnifs der Commission kamen, wäre VoL von 
A « Vol. von 751,014 Grain (48,665$'«) Wasser; ietsteiem Werth 
wurde der Votzug gegeben. Das Resultat der unternommenen 
Bestimmung war: Das Kilogramm des archives ^^s 15483^34974 
Grain, von denen 70U0 gleich dem neuen englischen Standard sind. 

Stbinhbil hatte bereits vorgeschlagen, den Quar«, weil er 



M gmher U#rlQ. fiüuf iit di« voUkomoMDsle Politur amiitieh«^ 
m»t übtrdie» lucbi hygyoafc^^wggh iat ttod iinii ▲uMHih»« der 
FlMMHve yw keMHMT cbemifebeii V^rUttdung angegrÜKn wini 
•nr Miwijgiing vra Normalgewiciiten %u b^nutüeo. Nur dii$ 
geringe specifische Gewicht des Quartes (es wurde bei 1.8^ 
^ 2fi49Q09 giegeo Wa«Ber vom Meicinum der Üichie i^efonden) 
beeilllräpli^g^ 9ein^ Breuchbaiieit für dieaen Zweck» indein 
dadurch eine^ grelle GeMuigkeit in den tieaUnunungen, welehe 
die Beschaffenheit der verdrängten Luft betreffen» ncUtiig gemacht 
^d. Di# Cemmjaaipn fand ea^ aweckinäbig ein aokhes Quarz- 
pfund.ebenfalla anfertigen und mit dem Standard genau verglei» 
eben SU lassen. — Außerdem wurden noch 30 secundäre Stau: 
dardgewichte aus Messing angefertigt, welche aber durch Ver» 
goldung entweder mittelst Amalgam oder auf galvanischem Wege 
gegen den Einflufs der Luft geschützt wurden. Es wurde für 
alle das specifische Gewicht durch hydrostatische Wägungen er- 
mittelt und demnächst ihre Differenz gegen das PlatiQstandard- 
gewicht genau festgestellt. 

Mittelst der früheren Daten konnte der Werlh des Normal- 
handeispfundes , d. h. eines Gewichtes aus demselben Metall wie 
das verloren gegangene Standardtroypfund (7, welches, in Luft 
von IS,?** C. und 755,64«'" Druck gewogen, = ^ V ist, durch 
Zurückführung auf das neue Normalpfund bestimmt werden. Auch 
mit diesem durch Rechnung gefundenen Normalhandelsgewicht 
wurden die secundären Standardgewichle verglichen und für 
jedes die Differenzen angegeben. Wi. 



AiiY. Remarks on certnin cases of personal eqiiaiion vvhich 
^peiu- tQ bave hitberto ei»caped notice, accoi^anied 

witb a table of resuU;». Monthij ootices XYl. 6-JO; Co^iBos 

Ylll. 189-190t. 
Hr^ iam thtilt mit, Hr. Swapsiums habe entdeckt» dafiy 
wenn man in den Focus zweier Mikroskope, welche mil Mikro«' 
oMtervMridlliiiig veiaebeo sind, die Theüsiriche ^nea Maafastabes 
bringe, und wenn es sich nun darum handelt, die beweglichen 
Fäden des Mikrometers mit den BUdtfP iKoer Tbeililiiche' mir 



76 ^« Maafc dnd HeiseB. 

Coinddenz m bringen, daCi dann verBchiedene Beobadiler die 
MikremeterfSilen veiMbieden einilelkm. Anf selehe Weise enU 
tlünde also bei der nEiikronieirisehen Vergleichang sweier Strich* 
maarsstSbe ein Irrthum, der verschieden sei bei verschiedeReB 
Beobachtern. 

Aehnliches habe auch Hr. Dvnkin bemerkt » als die beiden 
Striche mit demselben Mikroskop betrachtet wurden, und es 
sich darum lumdelte, das Intervall swischen swei naheliegenden 
Theilen ei^es getheilten Kreises tu messen. 

Die Ursache dieser Erscheinung sei hoch nidit völlig auf^ 
geklärt, r. 



E. Sang. Normalgewicht. Dimglbr j. CXXXiX. 397-397t; Civil 

engin. J. 1856 Febr. p. 66. 

Dieses besteht aus einer Quantität Quecksilber, welches sich 
in einer starken Glaskugel befindet, deren Hals durch Schmelsen 
geschlossen ist. Als wichtigste Eigehlhümlichkeit wird angege- 
ben, dafs bei einer Abnutzung durch häufigen Gebrauch, über- 
haupt bei einer Verminderung seines Gewichts nothwendig eine 
Aenderung des specifischen Gewichts entstehen mufs, so dab 
man jederzeit durch Vergleichung des specifischen Gewichts die- 
ses Pfundes mit seinem ursprünglichen specifischen Gewichte die 
Daten zur Berechnung des Gewichtsverlustes erhalten kann. 

r. 



C. A. Hknsghrl. Das bequemste Mdafs- und Gewichtssystem, 
gegründet auf den natürlichen Schritt des Menschen. 

Z. S. f. Math. 1856. 2. p.32-33t; KsmcI 1865. 
Der Verfasser geht davon aus, dafs der Schritt des Menschen 
das natürlichste und jedermann geläufigste Maafis sei, welches des- 
halb als Einheit dem gesammten Maafssystem zu Grunde gelegt 
werden müsse. Die Oröfse eines Schrittes bestimmt er m 0,8* 
und bashrt hierauf sein System. 

1 Schritt « 10 Neufufs « 100 Neusott ^ 1000 Nwlittien, 
5 Sehritt 8 1 Ruthe, 
1000 Schritt 8 iNeomeile, 



IMO QittMbaiaelNsIt » 1 Aeker, 

1 Ntttfhfimil » dem Oewidite von l NeucilUkfiiCi WuMcr. 

r. 



E. Sang. Od the lurkish weigbts aod measores« Proc of 
Edinb. Soc. III. 349-349i-; Edinb. J. (2) III. 342-342. 

Eine V«rgkiehung das törki^eben Oka mit dem Imperial« 
grai&geimehi ergiebi ' 

1 Oka » 19^307 Grains» 
ao dab 18 Cairtar, jedes au 44 Oka, ao viel wiegen aU 1 Tenna 
1 Pfund. 

Die L8i^ des tiirkieehen Arabeen wird im Mittel gefunden 
^ 29,946 ZoU. V. 



H. Mackwortb. On the metra. Rep. of BHt. Assoc. 1855. 2. 

p. 207-208t. 

Metra nennt der Verfasser ein portatives Instrument in Form 
einer Buchse von 2{ Zoll Länge und 1^ Zoll Dicke, welches 
eine Men^e von Mefsapparaten in sich schliest, wie sie Bergleute, 
Techniker, Geologen, Reisende etc. nöthig haben. 

Man kann es gebrauchen um das Streichen der Schichten, 
um die Neigung von Ebenen zu bestimmen, ferner aum Feld- 
mesaen, als Goniometer. Desgleichen befindet sich am Instrument 
ein Thermometer, ein Anemometer, ein Fernrohr, endlich eine 
Tabelle, welche die. gebräuchlichsten Constanten enthält. K 



BoaanfiLLB. Beschreibung eines an der gewiöhnlichen Ca- 
naiwage angebrachten Apparates, um dieselbe als Nei* 
gongsmesser gebrauchen zu können. DmolkrJ. CXL. 176- 
178t; Genie iadiiAtr. 1856 Janv. p. 33; Pol jt. C. Bl. 1856. p. 596-598. 

Ein Ring, der mit Klemmschrauben mk einer der beiden 
l,2fi9' von einander entüeRttea Fiolen befestigt ist, trägt awei ge- 
sihttte SWngan vnn je awai I>ecineier Länge. Jede de rs elbe n 
kann mittelst eines Getriebes in vetUiMÜer Biphtu^ganf- imd 



78 ^ Mmfr and MetBe«« 

abbewegt und eingestellt werden. •«» Die eine 9l«ilgie m M in 
UnnderCstel nml Tansdncblcl der Canaiwagenlänge gellieilt, und 
die Theilung geht vom Nullpunkt an sowohl auf- als abwärts. 
In der anderen Stange n befinden sich unter einander eine Reihe 
kleiner horizontaler Löcher, durch deren eines beim Visiren eine 
Nadel gesteckt wird. Der Gebrauch ist nun folgender. 

Gesetzt es sei die Neigung für den Meter zwischen zwei 
INinkteii A tmd B fcu bestimnien, «e setii tarn die Onralwiige auf 
der Station A hin, in der Richtung von A nach B. Men üeMf 
nun den Nullpunkt der Stange m in gieteher Höhe mit der Was- 
sereberfläehe der Fielen; denn steckt man die Lette AH der Mife- 
senkrecht in den Boden, und rückt die Mire so hoch, dib *ie 
gleiche H5he mit der Wasseroberflfiehe in beiden Fielen hat. 
Alsdann stellt man die Mire in derselben Höhe über dem Beden an 
den Punkt B auf, und rückt nun die Stange n so lange herunter 
oder herauf^ bis die Mire, die Wasseroberfläche der zweiten Fioie 
und die Nadel, welche in eins der Löcher der Stange n gesteckt 
worden, in einer Visirungslinie liegen. Die Anzahl von Hundert- 
steln und Tausendsteln der Theilung, die zwischen dem Nullpunkt 
auf m und der Nadel der Stange n liegt, drückt alsdann das ver- 
langte Gefälle aus. Je nachdem die Nadel über oder unter 
dem Nullpunkt der Stange m steht, ist das GefSlle natürlicli ab- 
wärts oder aufwärts. 

Auch umgekehrt kann man eine Ebene von bestimmter Nei- 
gung ausstecken. Man stellt alsdann die Stange n mit der Nadel" 
so, dafs zwischen letzterer und dem Nullpunkt auf der Stange m 
sich so viel Tausendstel befinden, als die Neigung betragen soIl| 
bringt nun die Mire auf den «weilen Punkt, und stellt sie so auf, 
dafs sie in der Visirungslinie liegt, die durch die Nadel und die 
Wasserfläche der zweiten Fiele geht. V, 



M. H. Iacosi. Die galvanische Pendeluhr. Bull. d. St. p^t. XV. 
8^d2tr Dinun ^ GXLiV. 252-ja69. 
Ihn (ten Gang der Uhr zu unteiiHrfton, tiiid cwei «lekti^ 
MHigMiisehe Systeme^ jedes mit seiner besondieren QMnaLL^aeheo 
Säule verbiMMleii» in Tbätigkeit. 



JÄOdBI. 79 

Der BkktMittlagiicil des eiMii.6ydtM)8^iBt mit ikai Ulirwerk 
in fester Verbindung , und die Bewegung des d|na gehöriipeife 
Ankers bewirkt während jeder Pendetosciliation ein Portschieben 
des Sieigrades um einen Zahn. 

Das Oeffnen der zu diesem System gehörigen Säule geschieht 
dadurch, dali» ein an der Pendelstange befestigtes stählernes fiäd- 
cheiiy wenn das Pendel durch die Verticale kommt, einen Hebel 
stivM v^D j»iner.«ieliMisclwi Untarlsg« eaKernt Die KeUe wird 
wiederum geschlossen, sobald das Pendel um eia Gewisses dift 
V«tieaks ökaKschritAen, iuden aiadasiti <Us BMcbea den Bebel 
verlälst, der nun wiederum mit seiiNir Uoteriage in metaUisciwt 
fimÜMDg ifitt. 

Bie (farck. die iSchtieiiMing des Siromes bedingte» Ansiehiiitg 
rs bewirkt dkM Vo«geben eiMs äperrhakens, durch 
i4tetSteigra4 um tiaen Zahn vorgeseh^en wird; die Oeff- 
ifer iUite brmgj^ ein Zmiicigßhan des letzteren hervor^ die 
ecfelgeiide Scbtielsiiiig ein VorgeJMi des Sperrhakens 
tnd fdrfcstfhiäbep des Steigrades um eiaen Zahn, u. s. f. 

.Gfai swetttfs SyfAevSk mit &w<ei fileklroinagneten ist an der 
P«irfelstan^ befestigt und .sehwiogt mit ihr hin und her. Es 
mit einer, besonderen 3suk in Verbindung und dient dazu, 
&a Aaker in Bewegung m setzen, der als Bascüle wirkt und 
Mt seinem Uebergewiehl abwechsefed plötzlich nach der einen 
edor der anderen Seite ninüberiallt, um so dem Pendel den 
Mr Uftterhfikiing seiner Bewegung erforderlichen Impuk zu 
geben. 

Die dfmsm Syistem siiigekörig#n zwei Slekiromagoete wer- 
dett abwechselnd in und a^ifser Tbätigkeit gesetzt durch die Be- 
spqpongen des ^eigr^desi indem bei je4em Vnrschrcpten dessfl-* 
bell um emen Zahn ebwechselad durch den einen und den w^ 
4are» filektremi^net der elektrische Strom geleitet wird. 

h dieser Weise wird dex Gang des Pendels nur durch eii9i 
periodisch wirkendes Ueberge wicht unterhalten, und da die An-* 
Ziehung zwisch^ Anker und Hufeisen, sowie die vorkommenden 
Stfifias.sieb {jenseitig aufbeben, .so ist das aur Erh^Uui^ der 
Itbondigen KiaO aagewandte Pdncip auf .seiaen einfachsten Aai^-? 
drodk. ftiirldwefahrt. 



gO 6. Maaf« und MeBten. 

Die BMchmbimg iw Apparates vmA y^wipo^M^ iarch 
beigefügte K^pferlafelo. f. 



. 



B. AtRNPT. üeber eine Metbo4e zum Galibrirep der Quetech- 
hahnbüretten. Chem. C. Bl. 1856. p. 865-869t; Polyt. C. Bh 1857. 
p. 194-196. 

Das CaUbriren geschieht empirisehy iiiid swar aoffdgeiMta 
emfache Weise. 

Siae MoffiR*8che Bikelte AB, etwa 7»" weit» wid i5(P^ Img, 
ist aenkreeht an einem Stativ befestigt 

Sie sieht mittelst eines Kautschukrohres mit «ner wiler ihr 
b^ndtrcben, gleichfalls senkrecht stehenden Giasrftfare BC in 
Verbkidong, deren unteres Ende mit eiMiii Kork 
verschlossen ist» welcher swei OeAim^^ Im*. 
In der einen Oeffiaung steckt ein Rohr CD; mm 
Theil desselben wird durch einen Guornnscfafameli 
gebildet^ und kann durch eitlen Quetadbhahn E 
verschlossen oder geöffnet werden, in der an- 
deren Oeffnung steckt din Rohr, welches durch 
einen ebenfalls mit einem Quetschhafan ver-> 
schliefebaren Gummischlauch communicirt nril 
J^, dem zu calibrirenden Rohre GM; letstere isi mt 
fj==J^ demselben Gestell senkrecht befestigt, jedMli 
-^y^ so, dafs sie tiefer steht als die suerst erwähale 

Bürette. 
Oben an der Bürette, bei A, ist ein Gummisdüauch tum 
Ansaugen befestigt. Man ersieht hieraus» dafs man, wenn der 
Hahn bei F geschlossen, der bei B geöffnet ist, leicht durch 
Saugen an dem Schlauch bei A Wasser aus dem Becherglase 1 
in die Bürette hinaufsteigen, und demnSchst, wenn £ geschlosaea, 
und P geöffnet wird, in da's zu calibrirende Rohr QU Obertreten 
lassen kann. ' 

Man füllt nun das Rohr AB durch Saugen an dem KaoU 
schukrohre bei A aus dem untergestellten Becherglase «iemlieh 
voll bis a mit destillirtem Wasser von 17i^ markirt den Punkt m 
entfernt das Glas und läfst durch Oeffnen des Quetschhahnea B 






itt dar gtihM UMites SfliiMtoii 1«» Waanr SMUifeii, «wUrf 
smi den Wasserstand afceraials (bei b) und erhält so da» HlaCi 
fiir alle noch folgenden Theilungen. 

Mift füllt nun andi die su criibrirende Rllbre «il und ent- 
leert sie iNriederam bis e (die dasu nMnge Ftfissigkeit hebt tbm 
dttPch SatigeB^ aus dem Becfaerglase, nad tiM sie diireh OefitMiag 
des QiMtselifaabnes F naeh GH übertreten). Der Punkt (der 
Piakt der Soele) wird merkirt. (MiMbMr Vf^^ fam 
dnreh Saugen an ^ das Wasser in Aß auf m liMigielilllj 
i»d ttiit mm die FlfissigiteilssMile mb nack GH «beatcelsiV «e. t 

Die se ethali^nen Punkt« e, ef u* s. w. auf GH misseii dMl^ 
»ach htm Gebmucb genau ein CuUkcentioieter Ftttssigkeit an^ 
geben. 

Es werden weiterhin sum Beweise der Genauigkeit dieasr 
Methode noch einige GewiebtsbesHtnmungep erwähnt, welche 
dweb Ausmigui^ oMhrerer oaeh der besehriebenen Methode an-* 
geiertigter Büretteu erhaUeh wunkftr Dtonack betrage» die Feh^ 
1er mß über 0,2 Preeeot» bei sohwaren Salaiösungen 0^002 Preeent 

r. 



Sano. Moyen d'observer ies petites fractiops de secoudß. 

Bull. d. i. Soc. d'enc. 1856« p. 59-59; Fract. mech. J. Vlli; PeijU 
C. Bl. 1856. p. 568-568; DiNOLca J. CXL. 234-234; Z. S. f. Naterw. 
TU. 549-549; Z. S. f. Math. 1856. 1. p.322-322t. 

Das vom Hrn. Sang vorgeschlagene Princip der Beobachtung 
ist dem des Verniers analog, wozu ein Chronometer dient , wel- 
ehes bei seinem normalen Gmge imierhaih' ebes- und deseelhetf 
Zeitraumes einen Schlag mehr oder weniger als ein gewMwIiehes 
Chronometer macht, 

Vernuttelst dieser Vorrichtung lassen siph t}ruchthe||e einer 
Secunde genau beobachten, und es kann^ weil die Etnthejlu^g 
eitle beliebige ist, die Schärfe der Bieobachtungen so weit |;etrier 
kfia werdeut als das GehSr es gestattet f. 



r«iMhr. 4 Phii. HL 6 



U 6. JMk^ 

Kimuii. A MW «mgbing tnainMidL lfoak.ifif«IiPY^4Sit. 

1856, No. 134. p.226. 

010 hyibofltttttahe W«g« des Iirn.iUMM.Ui heraU «urdeiii* 
mAmiii RriMi(i wie NicaoLsoii't Arfi#raeier. Sie btttohi «m 
ipw iml Uft gaföttUii, w dUao üeiieii iuMiolit vMwhbaattM» 
Buefase, wdehe in emem WMnigyfifai «• Jtolk 

I MiwioMMM spielL Sie ut «Hi 9Mi ventfberlM SliiliiiMh 
(Oft ytjMlien, wekiie «ch ««rtical über den W> w e ny iigd.€rit 
MMft UM« an den Eadte eitM hwiiMlri« QaemUhee MHÜil 
Md. EiM an der Mille dieses Qnemtabe» befortigto atange 
laigl JW(A WagtsehabPy ven denen me das Oeeriekl loai Em^ 
laudien des Schwimmers, die andere den «u wägenden Kiep^i» 



Ver dem Wägen k4wiNMilitel man den featen PmkA, auf 
eben die fitahldrähte aiek einsleUen; dann vird der m 
Kiqier auf die hienn bestiaHDie SclMle gekgli und 
a ndaaan Sohale a^ viel Gewichl ferlgenoiMMin, bis das Inalr«- 
ment auf seine ursprüngliche Einiauchungstiefe aurückgekehrt ist. 
Die weggenommenen Gewichleergeben das Resultat der Wägung. 

Eine Wage, deren Wassergefäfs 0,4 Meter Höhe, 0,3 Meier 
Dm^messer liatle, trägt etwa 10 Kilogramm und giebt das Ge- 
wicht bis auf 2 Gramman. Ein anderes Instrument, welches eine 
Belastung von 90 Kilogramm trug, j^ab d^s Gewicht bif |iuf 
6 Deeigramm an. V. 



Maint P«tm%«ailmeaMi Peijrt. a m. 1856. p.8d»-9Mt; 
y i üaeia . ^tg«- BagUMüeg 18116. No.1. p.l^ 

Ein Stab von etwa 5 Fuls Lange, wie er gerade anfgefon« 
den oder geschnitten werden kann, ist, nachdem er unten tuge- 
apNil und in den Boden eingesteckt worden, das Stativ des 6e- 
fiittmeasers. 

Hl dasselbe wird oben eine mit einer Hobschranbe versebene 
Gabel eingeschroben, welche eine senkrecht iind frei gleich einem 
Loth herunterhangende und unten deshalb noch mit einem Gewicht 
beschwerte Stange trägt. Mit dieser Stange fest verbunden 



ist ein geiheilter Veiti«alkreis asgebrachl und afi demfielben dreh- 
bar ein zweiter, ebenfalls geiheilter Verlicalkreis in fester Ver- 
bindung mit einem kleinen Visirfernrohr. Indem man nach einrai 
Punkt das Fernrohr hinrichtet, dreht sich der an dem Femrohr 
befestigte kleinere Kreis an dein grofseren, dessen Nullpunkt durch 
die lolhrecht hängende Stange^mnmer in einer bestimmten Lage 
erhalten wird, und man kann dann an der Theilung die GrÖfae 
ilM^^ WtoiMAi dMeaeti , welche ^as Fernrohr mü der lothr^teli 
Üinii^ ina^ilv' 

Die Theilung ist sugleich so eingerichtet, dafs man das 6e- 
BHe «der ditH Sldgung uottitlelbiir in Precenten angegeben &idet. 
kU Sttitiv kann man stall des suerat erwähnten Stabe» au grö-* 
faer^r BeqnenaKehkek sieh eines besonders dasu eingeriditetea 
SpwierstMkes mit Aussieherohr bedienen. F, 



Fernere Literatur. 

TASPfHAM. Noovelle maniere de mesurer las distances au 

moyeb de la viU^sse da son. c. R. XLll. i]d2-ii32. 
G. B. AisT. £la)oDs des mesures anglaises. Bull. d. Brux. XSHI. 

1. p.' 474-47* (CL d. bc. 1856. p. 144-1 4i). 

Globsbucr. Note sur un perfectionäement iß^orlMt des 

chronOSCOpes. C. R. XLlll. 814-816; last. 1856. p.387-387; 
Cosmos IX. 499-504. 

J. SiLTBSTB«. Spring balances. Mech, Mag. LXIY. lo-ii. 

L StASMur» )«iprovements io weigMog macbines. llech. Mag. 

LXIV. 289-3Ö1. 

G. Hamilton. Improvements in apparalus for weigbiog. 

Repert. of pat inv. (Sf) XXVIIL 388-390. 
ß. Grant. Note on ibe origin of the altempts inade in the 

sevenleenth Century to rfeiive from physical principles 

an invariable Standard of measure. Monthlj notlces XT. 36-39. 
SasBPSBANKS. Restoring the Standards of weigbt and tenglh. 

«ronthly riotices XV. 135-138. ' 



^ 7. Mec|ia«ik. 

7. M e c h a n i k« 



C. Stähklin. Die Lehre der Messung von Kräften miUelst 
der ßißlarsuspension. Z. S. f. Math. 1856. 2. p. 87-99. Siehe 
Berl. Ber. 1853. p. 54. 

W. Maizka. Ein neuer Beweis des KraftepMalleiogrtttoia. 

Abh. d. hohm. Ges. (5) iX. 7. p.l-llf; Z. S. f. Mutii* ifiM. %i 
p. 110-1 12t, J857. 1. p.201-208t. 

Einem elf Quartseiien fällenden Beweiae des KrSfteparalle* 
logramms kann man nieht föglioh mil Hrn. Matska den V^nUg 
d<H- Kürte einräumen; indeasen läCsi er sich, wie das Refetat 
von ScHLÖMiLCH (Z. S. L Math. 1866. 2. p. 110) seigt, wesenlKoll 
zusammenziehen; er fallt aber» wie Schlömilch gleichfalls be* 
merkt^ mit dem DuHAMBL*schen Beweise fast zusammen. In der 
Z. S. f. Math. 1857. I. p. 201 beklagt steh Hr. Matzka, dafs 
$i^L>öifii(CH in scfinem Referate das Wort Coordinaten nichl ge- 
braucht habe, auf dessen Anwendung er wonderlicherweise 
grobes Gewicht legt. Die, persönlich gehaltene, Gegenbeoier- 
kung ScHLÖaiiLCH*s pafst weder nach ihrem Inhalt noch nach 
ihrer Farm für wissenschaftliche Zeitschriften. 8U 



Raabe. Anwendung der imaginären Zahl zur Darstellung 
des Satzes des Paratietogramins, wie des Plaralleto^fpe- 
dons der Kräfte. Wolf Z. S. 1856. p,223-232t. 

Der Zweck dieses in der Versammlung der Zürcher natur- 
fprschenden Gesellschaft gehaltenen Vortrages ist die Erläuter 
rung des Kräfteparallelogramms mittelst der GAUSs*schen Inter- 
pretation der imaginären Einheit. Der Verfasser erläutert Anfangt 
s^r elementare Begriffe Und setzt schliefslich eine Bekanntschaft 
mit denjenigen Sätzen der Mathematik voraua, mittelst welcher 
die gegebene Darstellung des KräfteparaUelogramms von seibat 
einleuchtet Bi. 



ÜATnu« Raabs. 6aatbs. Hatwaad. MiHBiir». g5 

J. t. Gravbs. On the polybedron of force&. Ailieo. i856. p. 1094- 

1094t; Rep. of Brit Asioc. 185«. 2. p. 1-1. 

Wenn die Krlfte» welche ekien Punkt imgreife», ifara' GtMm 
Btteh doreb ^ Fliehen eines Polyeders bestiiubl tind, auf -deneli 
ihre Ribhiungen senkreeht sieben, se ist der Punkt i(u Okich* 
gewiehl. Diesen Saum theilt Hr. Gbavbs mity weil er ihn bisher 
■irgeade . nmng/mpf eehsn gefunden hat« Der Sets scheint ans «her 
eMMss^s in der Meeheoik niebt recht brnuebbar su eein, und 
andererseits so sieh von s^st sn verstehen, dafs jeder, der in 
den Fall käme ihn su benulsen, ihn sogleich finden würde. 

Bi. 



Hatward. On a direct method of estimating veloeities, acce- 
ierafltoDS, and all similar magniludes with respeel to 'ates 
moveable in any manner in space, with appÜcatioM. 
Phil. Maf. (4) XII. 397-39»t* 

Enthalt die Inhaltsangabe einer Abhandlung, welche in der 
Caibbridge Phitosopbical Society gelesen ist. Bi. 



A. MiNDiRG. lieber einige Lehrsätze der Slalik. Grunbrt Arch. 

XXVII. 214-223+. 
Die erste Bemerkung enthält einefi neuen und inl^ressanten 
Beweis des von Chasles im Jahre 1828 pubiicirten. Salzes: 
j^Wie auch ein System von Kräften, die einen f^s^i^ ^örfer an- 
greifen, auf awei Kräfte reducirl sein möge, so ist immer daf- 
jenige Tetraeder von constantem Inhalt, welches diese beiden 
Kräfte su gegenüberliegenden Kanten hat*^ (vgl. IMöbius in Crisllb 
J. IV. I79t). 

Bekanntlich lassen sich die Kräfte nur auf eine Weise so 
auf eine Resultante und ein Kräflepaar surückführen, dafs die 
Ebene des Paares auf der Resultante senkrecht steht. Dabei ist 
der Wciih Üi dieses (kleinsten) Paares leicht zu finden,* Wenh 
man die Reduetion auf irgend eine Resultante Jl und das zuge- 
hörige Paar 6 gemacht hat. ScUielst nämlich die Axe des Paa- 



96 . : '^*- Mecjiaiiik* 

res G mit der Resultante den Winkel ^ ein, so ist das Paar 
Jf s 6 cos fp. Die Resultante ist aber immer S, so dafs 

RG cos 9 
mam Ceosftanle für jedes Kräftcsysfeem ist. Hr. Mikdow hat nun 
WiB€i^, «Ms iax aedhale Tiieti ditMr Contftanten fkbh dem 
Wertk r daa CHiiM.BS*schen Tetrstders isi. 

S«Mi nämKeh AB WNi CD die bddm Kräfte, auf «e -4ts 
&ymimm rdkidrt ist, J und C ikre Apgw ü ip Mhte y und CAjdie 
iUsulftMAe wn COt «nd der nach C »«ri^Ml llUaft ^W, «r lü 

und 

2 Dreieck ABC ^ G. 

Die Axe des Paares 6 steht auf der Ebene ABC senkrecht; der 

Winkel 9) zwischen ihr und €E ist also auch der Winkel, wel«- 

dwk die sor Gruadfläahe ABC gehörige Höhe dea Tetraeders 

ABCD mit CB einsehlielat. Dies Tetraeder ABCD läfirt sich 

ienMr dwrcb dua Tetraeder ABDE ersetzen, weil die Lini» DE 

der Ebene ABC parallel ist; von diesem ist Cficos^ die Höhe; 

agätbin ist 

r» ABCDzri ABCB^ ^AMC.CE.cQ^fy »iilGcos^». 

Die zweite Bemerkung bespricht die Unbestimmtheit und 
geringe Brauchbarkeit der Reduction eines Kräftesystems auf 
swei Kräfte, sowie den Vorzug, den die Reduction auf eine Re- 
sultante und ein Paar vor ihr hat, enthält aber nichts, was sich 
nicht schon in Poinsot's Eiemens de Statique oder dessen Theorie 
nouvelle de la Rotation des corps fahde. ' 

Die dritte Bemerkung enthält einen vereinfachten Beweis 
eines Hm. Minding zugehörigen Satzes, welcher zuerst in Crbllb* 
J. XV. 3D publieirt worden ist. Bf. 



0. ScBLöiiLCB. Die Oberfläche des dreiaxigen Eilipsoids und 
deren Schwerpunkt. 2. s. f. Math. 1856. 1. p. 376-379t, 

Zurückführung der betreffenden zweifachen Integrale auf einr 
btshfi ohne Benutaui^g der Theorie der Gammafunotioiiien. . Bt 



B. Sasitini. Teoremi intorno all* aUrazione di alcune supet- 
ficie, e solidi omogenei sopra uii punto maleriale situato 

sul lorö aSSe. Tobtolihi Ann. 1856. p. 293-302t- 



Der VetÜMMr berteiiMt die Awdnuigtiii waWie mm. Km 
felsMe, eim KegeMKiche, oder die entapveeliend« KSrper mä 
eioen Punkt der Axe «ueOben. Er wmdeii «eb in dar Eoriei- 
iMg, defii dieM FiUe IroU der sieb leicbt deriiieleRdM eiiiMM 
Reeuitale iioeb niebl bebendeli seie»; ea iei aber ebe» ^Mbaib 
lÜiebandelD. ^. 



E RasAL. M^motie sur les propriöf^s göom^triques da mou- 
vemeot d*on Systeme intariable. c. K. XLlll. ifrrs-'ieTrf. 

Be ward«! ebNge Theoreme lailgelheUl» die rieh auC die 
Relationen beliehen, welehe awischen den BeeeUeunif (in^in ver* 
lebiedener Punkte deatelben festen System« bestehen. Bf. 



OnttmkmmY. Memoire anr la Ib^orie gdo^ate de M^ per- 
eoaaion. mäk d4.St.nt UY. l60-atf; Mem. d* Sl.Pet. (6> VL 
267-303t- 

J. BaaTBANo. ObservatioHs snr im Dvfemoire de M. Osrao- 

MAMsr. c. a. xuii. wtö-i(mii lost. ias6. y. 457*437« 
▲iC^iMii. iUiBarqaf§ aor le mörne st^et aikXUlU aaaa^ 

J. ftuiraiMu Dteofiatratioo d^uo Ihöor^ioe de M; Svm, 

C. R. XUII* J 106-1 not; lost 1656. p. 446-446. 

A» Cascot. Note sur les varjationa broaqaes de vite^sea 
daos un ayaleme de points matöriels. q. R^ XUil. ii^^-: 

1139t > lest 1856. p. 454-455. 

DoBAiiBL. ObservalioDS aar la liote de M. Caocbt. c. R. 

XUII. Il65-1166t. 
CaOCHT. R6pODSe. C. R. XLIII. 1166-1167t; Cosmoi X. 11-12. 

SaciJiK. Theoreme de Sturm sur les pertes de forces vives. 
€oai04 Hb «99»fa7t^ 



>)DiiiiAKSi. Observatioos Taites aa sujel dun thtoreme de 

m^canique. C. R. XLIV. 3-6t 
A. Caggby. R^poose aux dernieres observalions de M. Dv- 

RAMBL. C. R. XLIV. 80-8I+; Inst. 1857. p, 17-17. 

flüHAüEL. R6ponse ä M. Caichy. C. R. XLIV. 81 -82t. 
PbNCßLBT. Observalions g6n6rales sur la questton relativ* 

aa cboc. C. R. XLIV. d2-89t; Inst. 1857. p.25-%. 
MoRiN. Remarques relatives ä cette disciTssion. C. RiXLlV. 

89-91+; Inst. 1857; p. 28-28. 

A. Caucht. Sur quelques proposftions de liol^canique ratföiT^ 

nelle. c. R, XLIV. ioi-io4t. 
DuHAHKL. D^claralion qu*il persiste daus FopinioD quil a 
^ pröc^demmeot sontenue. c. R. XLIV. 104-I04t. 
PofiCBLKT. R^flexiofi& sur la pr6c^deDle note de M. Cadcht. 

C. R. XLIV. 104-107t. 

R MoiGNo. Discussion relative aox fortmiles eC aifx lois du 
choc des corps äiastiques. ComoB X. 95*ioit. 

Hr. OsTROGRADSKY hat eine Abhandlung über die allgemeine 
Theorie des Stofses veröffentlicht. Das darin gelöste Problem 
läfst «ch etwa so aussprechen: 

Man denke sich ein System nniterieUer Punkte m^mt^mf^ » . •» 
welche unter sich auf beliebige, dureb Gleichmigen oder Un- 
gleichungen 

L^O, L, ^0, ... 

ausdrüekbare, ml der Zeit veränderliche Weise verbunden sind. 
Nach Verlauf einer Zeit f, für welche man die Gesebwittdigkeitiii 
/9,/9'/^... und die Oerter der Punkte kennte wirken auf diese 
wSbrend einer sehr kurzen Zeit % Stofskräfte ein, welche an 4tn^ 
selben als vollkommen frei gedachten Punkten der Richtung und 
ßrSbe nach gegebene Geschwindigkeiten u^ u', u*' . . . erseugen^ 
worden, und es treten gleichzeitig plötslich gegebene Aenderuo« 
gen der Verbindungen des Systems ein. Man soll die Geschwin- 
digkeüea <;, t/, v"... bestimmen, welche am Ende jener Zeil t 
die einseinen Punkte des Systems besitsen« 

Der Verfasser geht, nach einigen allgemeinen Betrachtungen 

Dieser Aufsats und die iblgesden gehor^ «bm MiiK MJff.. se« 



aber die, viituelleii Verröckuiigeii einet SysleiM iw 9n§ßwmgien 

Art,, von einer Gleichang aasj die er in einer früheren Abhend- 

1mg (Mem. de ^U Pa IIL 565) aii%e»ieUi hat, uii4 die im 

Wesentlichen nur eine Modification der LAGSAMn^scheii Gnmd- 

gleichong der Dynamik ist Unter der Annahme, dade wilhrend 

dkr Zeit t dic^.Lage des Systems sieh a}e unverteder(jeh aneehen 

läfst, kann man diese. Gleichung einmal nach der Zeit ■•iirifthai 

den Gränsen t und i + t integriim, und gelangt dadurch su der 

am BeatioMMing d#r Unbekannten nötlugen Ansahl van Qiei* 

chungen» weiche von linearer Form sind und vemitteiet . einer 

sehr eleganten Auflöaungsweise /die Werthe der gesuchten Ge- 

achwindigkeiten geben. Von den gefundenen Endformeln .macht 

der Verfasser endlich noch eine Anwendung zur Vergleichung 

der lebendigen Kraft des Systems vor und nach dem Stofse und 

gelangt dadurch au dem Theoreme, dafs durch das Auftreten der 

neuen Verbindungen und die äufseren Stofskräfte unter gewissen 

Bedingungen, welche beispielsweise stets erfiilit sind, wenn die 

Gl^luingen 

L^O, L, ^0 etc. 

die Zeit nicht enthalten, ein Verlust an lebendiger Kraft eintritt, 

der genau der lebendigen Kraft gleich ist, welche das System 

haben wGrde, wenn jede)* der Punkte desselben die durch den 

-Stofs verlorenen Geschwindigkeiten allein besäfse. 

Das CARNOT'sche Princip folgt aus diesem Theorem, wenn 

man die äufseren Stofskräfte wegdenkt und die Stöfse nur durch 

die piStslich eintretende Verbindung je zweier Punkte des Systems 

zu einem entstehen lafst. 

Hr. OsTROGRADSKT hat durch dies Theorem Anlafs zu einem 

heftigen Streite in der Pariser Akademie zwischen den Herren 

Caucht, Bbrtrand, Duhamel und PoNCfiLRT gegeben, der sich 

um eine PrioritSlsfrage zwischen Cauchy, Duhambl und Sturm 

drehte, von denen der erste im Jahre 1829, der zweite im Jahre 

1832, der dritte im Jahre 1841 verwandte, mehr oder weniger 

allgemeine I aber simmtlich mit dem OsTROORAOsKY'schen nicht 

identische Theoreme aufgestellt haben. Nähere Angaben darüber 

wurden hier nicht angemessen sein. Ds. 



LioovntJK. fitprcfssion femarqoable de Id qudDtil^ qai, dan^ 
le moatemeot d'u» Systeme de pokits tnat^riels ä liatsons 
qtieicofK|ae8, edt qo miDiaiom en vertu du principe 4ela 
moindre adfon. G. R. XLff. Il46-ii54t; Lyöütii.ijc X IM«. 

Wenn in «ineni Probietn« der Meehanik «ht hlegral der 
I gh md t y it Kräfte 

(I) 2mv^^2iO^M) 

fgü, eo maCi nach den» Prmdip der kfeinaten AdtoM die ertle 
Vatialien deg htegralea 

(2) fsmvdä 

▼erachwioden, wenn man die Bedingungsgldcbung (1) l>ei dar 
Variation feslhält Da ds =s vdi, und wegen (1) 

Smds* 



^-ii 



2(£/+Ä) 
iüy 80 kann man dem Integral (1) auch die Form 

(3) yV[2{ü+Ä)JmrfaT 

geben. Drfickt man mit Hülfe der endlichen Bedinguogagleichun« 
gen des Problems die Coordinaten der beweglichen Punkte durch 
die unabhängigen Variabeien a,ßty.>.. aus, und bestimmt diese 
mittelst der Integralgleichungen des Problems alle als FunctieneB 
einer einzigen a, so wird die Function unter dem Integralaei- 
eben (3) eine Function vi>n und von Functionen dieser Va* 
riabelen a; der angerührte Sats sagt dann» dass diese Funetioneii 
ß,y*^'. so bestimmt sind, dafs jede Vertauachung derselben mil 
beliebigen anderen den Werth des Integrales vergröisem würde. 
Nach diesen Erläuterungen läfst sich nun der von Um» 
LiowiLLB in der vorliegenden Note ausgesprochene Gedanke so 
wiedergeben: Mögen für ß^y*.. Functionen von a gaaetat wer- 
den, welche man will, so wird sich die wesentlich positive 
Function 

2(V+K)Smd8* 

stets als eilte Summe von Quadraten darstellen lassen; von diesen 
Quadraten wird das eine das Quadrat eines vollständigen Diffie- 
renüales einer Function von t^yß^y... sein; die übrigen aber 
werden verschwinden für den Palt, dafs die dem PreUem eiit- 



•prcchendev Fimdkiiien ym^ a für ß^y,., «tngetitii twrdui, so 

dafs dann dii« Integral (3) sich auf /dO reducirt, woraus (wegen 

der fetten Grinsen) von selbst folgt, dafs die Variation dea Inte- 
grales verschwindet. 

Die Rechnung gestaltet sich hiernach folgendermafsen. 

Imds^ 
läfst sich stets auf die Form bringen 

^ {Päa^Odß+Rdy+...r + {P,da+Q,ilß + R,dr+,..r+ ... 
oder abgekorat 

(4) Jmrfa»8=r + JJ-f JJ+ .... 

Es sei nun 

(5> . . . 2(r+j:) = «•+»:+»:+•••. 

wo die Ansahl der Quadrate (5) eben so grofe ist wie die An- 
mM der Quadrate (4); dann ist 

= («/+».«. +».i;+ ..,)'+K~«./)'+K/- W+ .... 

BoUwm 









9{ 7. Midauäk. 

= 2(ü+i:). 

Eine vollständige Lösung 6 dieser Gleichung (7) liefert 
schitefslich die beabsichtigte interessante Transformation. 

Es bleibt dann noch su beweisen, dafs in der That die dy- 
namischen Differentialgleichungen das Verschwinden der Aus- 
drücke 

nly — njt nlji — »i' • . . 
oder die Richtigkeit der Gleichungen 

n n^ • «, 
bediiigen. Hr. Liouvillb bemerkt über dieselben, dafs sie,, zu- 
sammen mit dem Integral der lebendigen Kräfte, die von Hahil« 
ton sogenannten Zwtschenintegrale des Problemes bilden. Bt. 



G. Mainardi. Sugli integrali comuDi a molti problwii <ll 

meccanica. G. deli' Ist. Lombarde VlU. 525-32at. 
F. BaioscBi. Sugli integraif comudi a molli prublemi di 

dinamica. G. deir Ist. Lombardo VIII. 413-mi8t. 

J. Bbrtrard. Note sur ies iiit^graies commanes ä ptusieurs 
problemes de mec^nique. C. R. XLin. 839-8öit. 

Hr. Bertrand hatte geseigt (Berl. Ber. 1852. p. 54f), dafs 
es nur zwei Integrale gäbe, welche mehreren mechanischen Pro- 
blemen, die sich auf die Bewegung eines Punktes in der Ebc^ 
beliehen, gemeinsam sein kpnnen. Hr. Mainar^i findet nun eine 
andere Form für ein solches gemeinsamee Integral| er erkennt swar, 
dafs sich das erste der von Hrn. Bertrand gefundenen integrale 
aus dem seinigen alseih spcfcieller Fall ableitep lasse, behauptet 
aber, dafs in dem seinigen noch andere enthUten seien, unter 
denen wiederum das zweite BBRTRAND*sche sich nicht befinde. 
BertrandV Lösung wäre also. eihera<Hts niehl allgeaieiiS wadeifitt^ 
seit« faladi. Die Herren Dkimo» imd BmTRAm weiscü ^ 
Uarielitfgktit bdder Behai^limgeii nack, kfdpin sie seigeor dafii 
•ich auch das zweite BBRTiiAND*a€be klegralupttti 



Maivakiii. Bsvoüaik Wmrmkmp. Mawaabi. 93 

idi€ti ableiten laise, und sonst in dem IcMeren kekies entbal- 
tea sei Bf, 



G* MAfMiipf, Lelt^ra relattva alia sUa oota ao gli ioiagriili 
comopia moU prol>lecQi di iBeceaiiica. a deir ist. h^m^ 

bwrdm^ VIII. 472-472t. . 

In diesem Briefe will Hr. Mainardi einen thats^chlichen Be- 
was dafür liefern, dafs Bbrtrand nicht die allgemeinste Form 
för die, mahreren acieekamscheti Problemen gemeimamen Integrale 
gefunden habe. Er führt nämlich eins an, welches niehtin Bfta- 
isuap*8 Form enthaUen sein soll. Es ist folgendes* In den 
Pr^biameAi von weichen hier allein die Rede ist» ist die Ge- 
schwindigkeit eine Function des Ortes, läfst sich also nach' ge« 
schehener Integralion, da dann der Ort von der Länge der durch- 
laufenen Bahn abhängt, auch als eine Function dieser Länge 
ausdrücken; und mithin wird sich auch die Projeclion der Ge- 
schwindigkeit auf eine beliebige gerade Linie ebenfalls als, eine 
Function der Projeclion dieser Länge auf dieselbe Gerade aus- 
drücken lassen. Die Gleichung nun,, welche dies leistet, soll ein 
dritter Fall eines gemeinsamen Integrales sein. In der Thal ist 
sie aber in der Regel gar kein Integral des Problems, wenn man 
das Wort in dem ^inne nimmt, wie es hier zu nehmen ist; in 
demjenigen F'alle aber, wo sie eins wird, fallt es mit der Mo- 
menteDgleichung (also einem specieiien Falle des BttRTBANO^scheu 
Integrales) zusammen. Denn offenbar müfste diese Gleichung 
ie Form haben 

ajr' -|- by' — f {as -f Äy) = consl, ' 

und die Function f würde im Allgemeinen einige der Integra- 
tionsconslaDlen , %. B. die Anfangsgeschwindigkeiten enthalten, 
vas g0|(an dei Begriff des Integrales ist Hätten sich di^se 
Constanten herausgehoben, so dafs die Gleichung wirklich ein 
hiegfral wäre, so müfste die Gleichung 



ojr'-f ^a cdttü, «-r+*r«o 

foigeD, d. h. die beschleuq^gend« Kraft bliebe steU senkrecht 
gegia die «cigtnoiMMne Linie, und lings dieeer wäl<e ^m Ge^ 
Bc l w »i i Hitgkrit consUml; dtfm idi das infegral Mauiardi*» aber 
dasselbe wie die Moonentengieiehung. Bi. 



A.CATIAY. N4>te OQ theory of eUiplic motaoit l4uLHai.(4) 
U. d25*428t. 

WenB man sich der gewöhnlichen Bezeichnungen btdi sa t, 
so erhät man in der elKplischen Bewegung eines Planeten für 
das Integral 

den Ausdruck 

V = »fl* (u — u^ -f ^ ^>° ** — ^ "" •^o)- 
Hr. Caylbt verificirt nun auf eine kurze und geschickte 
Weise, dab dieser Ausdruck die Eigenschaften einer von Ha- 
milton sogenannten charakteristischen Function hat, wenn man 
die Variabein u und die Constanten ii^, e, n, a als Functionen 
von r, r^f Oy 0^ und H ansieht, welche durch die Gleichungen 
r s a(l — ecosM), r^ =? a(l — ecosii^), 

• ^ cosM — e ^ cos 11^ — e ' 

n{i — i^) = «— «0 — ^(sinw— sin«o)» 






J. LiooviLLK. Memoire sur nn cas particulier du proM^me 

des troiS COrpS. Lioütil!.! J. I859. p. 248v2«4t. 

La PtAcn hat bekanntlich behauptet, dafs wir auf der Erde 
stets VoUmonil babw kamOen^ wena dfe £i|tiein«qgen des Mon- 
des und der Erde von der Sonne Al^angs in ein gewisses Vcr* 
hillnifs (101 : 100 ungefähr) gstafaeto uMrdei» 'wisef»,' iMi üb 



Caxux. LioonMUk 4kM^iiii»* Snionir. q§h 

GtiibiiipiryJimliiB hmi» WcMifirp^r jjriifcfallg 4m Virtililirffa 
echdlUii bittm* 

Pie iNir^ta im J(ahr^ 1943 ¥«r: 4«r AUdiM^ goUteo« AIh 

9ihlilVUu|g iiM^fim wriclitig irt, ak di^ «nfMiowaMi« AMf^U 
Dung i0$f drei ansiehenden Centra (Sonne, Mond und Erde) Mw. 
StabiJiUU besitzt; vielmehr wird die geringale Abweichung dea 
Mondes von der Verbindungslinie der Erde mil der Sonne, welehe 
ii| FtigW irgend «iMr Störung aintrelien könoie, dui«h dio At« 
traction swiachen den drei WeltkSrpem sofort vormakrl werden. 
Dieser Beweis gelingt mittelst einer Substitution, welche die 
Differentialgleichungen mit variabelea Coefficienten , die sich bei 
der Rechnung ergeben, in solche mit constanten Coefficienten 
verwandelt Dieselbe Substitution wird in einem Anhange auch 
sur 'Ableitung einer von Jacobi (C. R. III. 61) gegebenen Formel 
b^ut^t Bt 



J.CtfAttis. On tbe problem ofthreeboiKes. froc.ofRoj.Soe. 

VIIL ♦17-I19t; Pliil. Tran». 1856. p.523-54Öt. 

Der Verfasser giebt eine Methode zur näheruogsweisen Lö- 
sung des Problems der drei Körper, welche sich sowohl auf die 
Bewegung des Mondes als auf die eines Maneten -anwenden lafst 
und dadurch sich von den früheren unterscheidet, dafs die Form 
4it Riili«» imMio den Radiua ve«ter, die Liftgo «nddiefreile 
9lß FmniAufmßt de» Mi g*be», direct duMh dia ämdym adkat 
aM* iBi. 



Stkicrbn. Examen de quelques difßcult^s de la m^canique 
pbysique. Ciucu*a h hl 272-327+. 

Ilii OndagUBg «d AdUtoo^g dar Sdwiarigkeitas, weitke 
Hr. Stbichbn erhebt, wörde einen hier «biift ^eslatMüi Raum 
in Anspruch nehmen. Hr. Stbichem bestreitet die Gültigkeit der 
bdumnten sechs Bediogungsgleichuogen für das Gleichgewicht 
emes festen Körpers in solchen Fallen, wo unter den wirksamen 
Kräften auch Widerstände fester Oberflächen befalst sind, die 



M • > 7. IfeehMÜL 

Mlcr b«9bii4«pen Annahmen «ach negativ MtMten kannten* 
Man pflegt dann gewöhnlich gewisse UngleichheiMi den Bediü* 
gongen des Gleiehgewicbts hmsuMiüBgen; Hn Stbicbmi will in 
diesem Falle aber öberhaupl ven anderen Prinetpien auagehen, fthr 
weiche indessen ein iilarer Ausdruck in der Abhandlung nicht su 
finden ist Bt. 



BimDiK. Sor le caicut des eflfeU des maehines. C. IL XLII. 

9*l2t; Inst. 1856. p. 24-34. 

Der berühmte Ingenieur erinnert daran, dals er auerst (Jbunu 
d. Mines Annee i8i5f) das Princip von der Erhaltung der lej>en- 
digen Kräfte auf die EiTectberechnung der Maschinen angewandt 
habe; er findet sich veranlagt au bemerken, dafs die betreffende 
Gleichung ihre Gültigkeit auch dann behalte, wenn in der Ma- 
schine gewisse bewegliche Punkte genöthigt sind auf gleichfalls 
beweglichen Flächen ku bleiben, vorausgesetzt, dafs man die vir- 
tuellen Geschwindigkeiten absolut, nicht in Besug auf die beweg- 
lichen Flächen, verstehe« Bi. 



MAHisTttfi. Memoire $ur le pendula conique, ou rägulateur 
ä force centrifuge. C. R. XLII. 387-39(>f; Imt. 1866. p. 89-90. 

Die Theorie des Centrifugalregiilators mit Rüeksiefat auf die 
Cenirifugalkraft der Stangen, welche die Kugeln tragen^ ist schon 
SU £oden in Poncelbt*s Traite de M^canique appliqude aox ma* 
chines. Li^ge 1845. 1. 83t. ^^^^ ^'^^^ daher nicht recht ein, 
wie die Abhandlung von Hrn. Mahistrb, welche dasselbe behan- 
delt, in den C. R. noch einmal auszugsweise mitgetheilt werden 
konnte, noch weniger aber, weshalb sich Hr. Mahistrb auf beson- 
dre von ilun bowieocne Theoreme beruft, um die Cenliyugdkrafl 
dor Stangen su beroetmen. ßi. 



Kmal. Rechereties sor >a loi des osciHattoiis da pendole 
h sospeiisiaD ä lames dee cbronam^tres fixes. CR. XLil. 

500- »ff. 

Nach dieser Notis sind die Sciiwingungea der beseichneten 
Pendel iBdehron und von der Dauer 



2tt 



1/ ''^ 



m dieser Formel bedeutel P das Gewicht des Pendels; J sein 
TrSgheitsmoaienl in Besug auf die Horizontale, welche in der 
Mute swisehen den elastischen Platten in der H8he üegl, ^o die 
Platten eingeklemmt sind; / die Entfernung dieser Axe vom 
Schwerpunkt des Pendels; e die Länge der Platte; fg die Summe 
der Trägheitsmomente der Normalschnitte der Platten, von denen 
tin jedes in Bezug auf eine Gerade genommen ist, welche durch 
den Schwerpunkt der Platte parallel ihren langen Seiten geht; 
B den EiasticitätscöefBcienten des Stahls. Bf, 



M. P. TcBisTCBBw. Theorie des m^canismes connus sous 
le DOm de paraliölogramtnes. Mem. d. sav. etr. d. St. Pet. 
VII, 537- 568t. 

Der Verfasser geht von der folgenden Bemerkung aus. Ge- 
wMinlieh bestimmt man die Länge der Lenkstange und ihreo 
DreJ^onkt so, dafs die Richtung der Kolbenstange im Anfang, 
ift der Mitte und am Ende des Hubes vertical wird. Dabei sind 
die Sdten des Parallelogramms willkürlich angenommen, und der 
Daoipfcyljnder ist so gestellt, dafs die Verlängerung der Kolben* 
Stange durch die Mitte des Shius versus des vom Ende des Ba- 
ianciers beschriebenen Kreisbogens geht. Offenbar besteht aber 
die Aufgabe darin, die Verhältnisse so zu wählen, dafs die gröfste, 
waltend des ganzen Spieles eintretende Abweichung der Kol- 
benstange von der Verticalen möglichst klein bleibt. Fär diesen 
Zweck ist die angegebene SteUung der Kolbenstange nicht die 
gänsiigste. Der Verfasser sagt, dafs nach seiner Theorie die 
«Nif*; d. Pk|s. XIL 7 



^i ' ' ' "7; lÖechanffe. ^ ^ .' ^' f^ 

Kolbenstange dem Centrum des Balaiicrers, je na^eh dem Dimeti«- 
sionen des Parallelogramms, mehr oder weniger gen&heH werden 
und ihr« Richtung in den meisten Fällen nicht durch die MHte 
des Sinu« versus geben miisse. In deol v^n >am«s Watt imge- 
nommenen Falle z. B., wo die Seile des ParaUelagramins gteicK 
dem halben Arm des Bj^hnciers ist, leducirt man die Gränse der 
Abweichung der Kolbenstange von ihrer Normalrichtung auf die 
Hälfte, wenn man sie dem.Cenlrum ies Balanciers mehr nähert, 
und zwar mufs ihr^ RidvTurig den ^inus versus im Verhältnifs 
VM Zwei xu Dr^i theilen. Bei dieser Stellung ist die Kolben- 
ataoge im ersten und dritte? Viertel des Kolbenhubes vertical. 

Der vorliegende erste Tbeil der Abhandlung enthält nun 
aoch keine specielle Theorie des Parallelogramms, sondern jeine 
B^bundlui^^ ^er folgenden allgeijneineren Frage. Wenn man eine 
Function fiß:} nach Potenzen veno.* — a entwickelt, so giebi die 
Simune. der ersten Glieder ein Polynom, welche» unter allen 
Polynomen desselben Grades sich dem Werthe /'(x) in der Nach- 
barsfbaft von or = a am nächsten anschmiegt. Man ninunt ge* 
wohnlich dieses Polynom für den angenäherten Werth von/'Cx), 
wenn man für f (je) eine ganze Function substituiren will. In- 
dessen ist ein anderes Polynom vorzuziehen, wenn man nicht 
die Absicht hat, sich dem VVer(he/(j:') in der Nachbarschaft Von 
X SS a möglichst zu nähern, sondern die (i ranzen aller Abweichun- 
gen von fix), welche in dem gegebenen Intervall von a: = a — A 
bis x^ a-^-h vorkommen können, möglichst klein zu maehim. Der 
Verfasser bestimmt nun die Modificationen, die man an dem ef«l» 
genannten Polynom anbrmgen mufs für den Fall, dafs Anur klmiifll. 

Die geistvolle Behandlung dieses aufserhalb der Oranzen tficN 
ser Bcffiehte liegenden Themas führt atich zu intereasanttn algc^ 
braischen Sätzen. IM. 

Bbkssk. Remarques sur la courbe de Watt. lost. 1856. p.ö-ef. 

In der vorliegenden NeJia werden Näherun^sforoiela mitge- 

tlieiit zur BerMkaung der Abweicbung . der Kolbenstange v.oip 

der Vertiealen, waldie aich jiidit avawgswciise wi«de||^al|/ei| 



Baissk. Azxaakj.1,1« BlAiirAAoi. Siltbstsr. 0^ 

AcsiAMiju. Uoto da doppio coiio ioogo dne dkettrici 
r«|litoee poste in pi^pi vertioali tra loro cQoveirgeQti 
TontoM» Ana« 1856. p. 317-3d4t. 

Der Wttksmr bereobnel 4i» geradt Linie, welche der 
Sehwer^uakl des Dapf dJ^egek bes^reibi, die Dauer der Bewe» 
gusg u. a. w. ettf cjne einfache Weite, ehoe %m beseadera in* 
Aeaiilitateo au gehiegan ^ die trcatieh auch niehl au 
wamo; Bti 



G. Maikabdi. ^ Equllfbrio di ona superfieie flessibile, inesten- 
Slbite. O. deM* Ist. Lofiibardo VW. ;i04-.W7t. 

— — Eqnilibrio di im poligono fbnicoiare. o. deW ist. 
Lombardo VI«. 31 1-31 3t. 

— — So le linee taulochrone. G. deW hx. Lombardo viff. 
314-314t. 

— — Eqaazioni del molo di nn sistema tnveriabile. Q. deir 

Ist. LettbMrde Vlif. 315-990t. 
Die Bemerkungen, welche in diesen Abhandlungen enthalten 
9(ind, beziehen sich meist auf die mathematische Behandfungs* 
weise der betreffenden Probleme und bieten für die Portschritte 
der Physik kein wesentliches Interesse. Bi. 



J. J, Sylybstbr. A trifle od projectiles. Phil. Mag. (4) xr. 450-453t. 

Eine elementare Lösung der Aufgabe: von einem Punkt^ der 
eineu bestimmten Abstand von einer schiefen Ebene hat, eine 
fi^g/A so zu werfen, dafs sie in möglichst grofser Entfernung auf 
die schiefe Ebene trifft. Obgleich die ganze Behandlung kein 
besonderes Interesse erregt, so nöthigt uns doch der Name des 
Hrn« Sv^vesTER, eben dies (Jrlheil durch eieige — allgemein 
Qckanntes enthaltende — Bemerkungen zu begründen. 

Der V^{asser erhalt die nölhigen Data zur Berechnung des 
Elevationswinkels durch folgenden öatz. Ist A der Ausgangspunkt 
dfr Geschosse^ C der gesuchte Treffpunkt auf der schiefen Ebene, 
CO eine Verlieale, welche die Wurfrichtung in D schneidet» so 
i$l AC^CU. 

7* 



'^00 '^* ÜechaDik. 

Dieser Sato wird darch Betrachtungen bewiesen, die tn den 
Zusammenhang der Verhaltnisse keine rechte Einsicht gewahren. 
Es würde weder mehr Vorkenntnisse noch mehr Rechnung er- 
fordert haben, wenn der Verfasser bewiesen halle, dafs die Gränce 
der von A aus niil der gegebenen AnfangsgeschwindtgkeH er<- 
reichbaren Punkte eine Parabel ist, deren Brennpunkt in A Kegl» 
und deren Parameter gleich der doppelten sur Anfangsgeaehwin* 
digkeit gehörigen Fallhöhe ist. Natürlich liefert der Durehschnll 
dieser Parabel mit der schiefen Ebene die gesuchte Wurfweite. 
Reifst dieser Punkt wieder C, so mufs die Tangente an die 
Gränaparabel im Punkte € auch Tangente an die gesuchte Wurf- 
linie sein; mithin muts der Brennpunkt der letsteren in der gera- 
den Linie CA liegen; da nun AD Tangente an dieselbe Wurflinie 
tat, so folgt die Gleichheit der Wmkel CAD und ADC daraus, 
dab DC der Axe der Wurflinie parallel ist. 

Die Construetion der Wurfrichtung, welche Hr. Stlvbstbr 
am Schluls für den Fall giebt, dafs die Ebene horiaontal ist, er* 
scheint viel zu complicirt; die Gränaparabel giebt auf der Stelle 
eine so einfache Construetion, daCs es nicht recht begreiflich ist, 
wie der Verfasser sie übersehen konnte. Bt 



J. A. Galbraitii. A general construetion for finding the maxi* 
mum ränge of projectiles in vacuo Phil. Mag. (4) XL 538-54ot. 

Die von dem Verfasser angegebene interessante Construetion 
ist folgende. Es sei B ein Punkt oberhalb einer schiefen Ebene, 
r ein Punkt auf der schiefen Ebene, welcher durch ein Wucf- 
geschofs erreicht werden soll, dem die zur Fallhöhe h gehörige 
Anfangsgeschwindigkeit zukommt. Es soll die Wurfrichtung be- 
stimmt werden. Man ziehe durch B eine Verticale BH nach 
oben, so dafs BH ss 4A, ferner durch B ein Loth auf die schiefe 
Ebene jBP|, verlängere BP^ über B und begränze es in B^ 
durch eine durch H gelegte Horizontale. Ueber H^P^ construire 
man einen Halbkreis, schneide denselben mittelst einer durch B 
gelegten Parallele zur schiefen Ebene in 0> halbire BH^ ip 0, 
construire um mit OQ einen Kreis, ziehe endlich durch r die 
Verticale, welche den Kreis um in i und i^ ichneidet; di^ 



flilditiingeo Ar ttod #1, sind dann die geniehtea WurflidiltiDgem 
Sie faUm in ein« BwaHnaen, wenn «tie Verlieale den Kreb be* 
rübrt» und (tiee» Vertieale giebi dann in ihrem DurefascbaHtapunkt 
mit der aehiefini Ebene die.gröfsU Wurfweite. 

Der Beweis wird von dem Verlasser geemetrieeh geführt, 
iet.abei' aueh durch Aeehonng ieichl an finden* Bi. 



J. J. Sylvesteb. Od tiALDHAiTH*» coostruction for tbe ränge 

of projectiles. Phil. Mag. (4) Xri. 1]2-J]4t. 

Hr. Stlvbstbr ist so erfreut aber die oben mitgetheilte 
Censtroction des Hrn. Galbaaith, da(s er sogleich eine Reihe 
von Namen für die in der Aulgabe vorkommenden Punkte, Li- 
nien o. s. w. verschlägt, in einem Postscriptilm findet er es sogar 
der Möbe werth^ die Gleichung des GALmiAiTH*sehen Kreises auf* 
austeilen. Bt 



W. J. M. Raniinb. On the stabiiity of loose eartb. Proc. of 
Roy. So€. VUI. 185-]87t; PliiL Mag. (4) Xlll. 292-293; Pbil. Tram. 
1857. p.9-27t. 

Der Zweck des Verfassers ist: die mathematische Theorie 
der Stabilität eines Aggregats von Körnern, iwiechen denen keine 
Adhäsion, sondern nur Reibung stattfindet, aus folgendem Princip 
absttleiten. 

Der Widerstand gegen die Verschiebung längs einer gege* 
benen Ebene ist gleich dem Product ^us dem Normaldruck in 
eine (die Beschaffenheit der Masse constituirende) Constante, den 
R eibungscoefficienlen. 

Diese Constante setzt der Verfasser in üblicher Weise gleich 
der Tangente eines Winkels g> (des Winkels der Ruhe oder des 
Reibungswinkels), so dafs^ wenn F den Betrag jenes Widerstan- 
des, P den Normaldruck für die quadratische Einlieit bedeuten, 

F^tHgff 

ist, . Hinrana folgt dann, dab der Winkel 0, welchen die Richtung 



(f fi 7. üiftdumik. 

des T^ltoUruck* H g*gM irgend ^ne durdi die Masse gctegle 
Gheae ndt d^ren Normale emmTfalterst, kleiner als ffr bleiben mvls. 

Wsüer enil^uit der Verfasser aus der Theorie der Elaeii^ 
citäi die Relationen swisehen den Drnekkräften, welohe e«f die 
BbMeBelecntfile ▼•» versebiedeiier Riekiung wirken, die durch 
einen beliebigen Punkt der Masse gslegt wsrde» ktanen, vm 
s. B. den Sats von der Existenz dreier Hauptaxen des Drucks 
u. s. w. Diese Relationen vereinfachen sich, wenn man nur solche 
Ebenen betrachtet, welche senkrecht auf der Eb^ne des gröfsten 
und kleinsten Drucks stehen. Auf diese beschränkt der Verfasser 
die Betrachtung, weil in den vorliegenden Problemen die Ebene 
4es gröCsten und kJeinsien Drucks ^(ets bekatmt isi Er enl- 
wiekeit daher «uersi die hierher gehörigen vereinfachten Fermeln* 
Eilt Thdl derselben liefert dann in Verbindung mit dem an die 
SpiUe der Abhandlung gesteUlen Prineip eifte Reihe von Säteen 
übsf die Stabilität der lockeren Erde. Von dieseft Sätsen tbeileft 
wir den ersten mit: 

in jedem Punkt einer lockeren Erdmasse ist das Verhältnifii 
der Differenz des gröfsten und kleinsten Drucks zu ihrer Summe 
kleiner als der Sinus des Reibungswiokels. 

Dieser Sats folgt aus den genannten Formeln folgender- 
mafsen. Ist Px der Betrag des gröfsten, Py der des kleinsten 
Drucks» 

die Neigung des resultirenden Drucks gegen eine Ebene» deren 
Normale den Winkel tp mit der Richtung des gröfsten JDrucks 
einschliefst, so ist das Maximum S von 6 

© = arc sm -jg . 

0« A«n # überhaupt kleiner als ^ 4>leiben nnifs, se hat man 

sin ö ae ^ < sjn y> 

was der Satz ist. 

Es folgt ferner aus diesen Formeln Coulomb's Bestimmung 
dis» Sruifaflkclieii. Für diese ist nftmÜcli # fleich MDem Ma^ 



immi ^; es mufs deshalb ,die Normale dieser Ebenen mit der 
Axe des grölsten Drucks 4w Winket 

einschlrefsen; nüithih schliefst diese Ebene* selbst mit der Richtung 
des grdbten Drucks den- Winkel 






ein, was Coulomb für den Fall gefunden hat, dafs di^ BiobtuOf 
des gröfsten Drucks vert&pal ist. 

Die Bedingungsgleichungen für das innere Gleichgewicht 
einer leiten Masse reduciren sieh für den Fall, dafs die Ebene 
des gröfsten und kleinsten Drucks in jedem Punkte vertical ist» 
und also eine horizontale Richlung existirt, längs welcher die 
Druckverhaltnisse constant bleiben, auf ' 



= 6, 



d^i dy, , 
Hier emd die x^ vertical und die ^ Ji^rj^mt«! m der ßbene 4m 
f^itkm w4 kieinsten Draeks § esählt« und G bedeutet das >6e* 
wicht der cubischetn filiftfoeit der Vkwm* 

Um nun die Gleichung für llie FlÜehen von constantemHo- 
rizont»ldruck absuleiten, iransforniiri der Verfasser diese Diffe- 
vMlialgleiehuAgeii, ind^m er die Mafese in £leaien(e theüt :"i) diir«k 
Verticalebenen^ welche durch die Richtung» dee grlfekui und 
kleinsten Drucks güheji; ^ dur«h Vertiealeheneo« die fmf den 
ersten senkrecht stehen; 3) duErck cylindrische Flächen, welche 
mf ^den errten fijrsttn» ven V^rtipelebeiieli senkreekt stehen ufid 
dictelhiii itt ftokhen Curvea sciiMideo» defa der resultif ende Draek 
(ilu) auf ein Element dies«r Fliehe nwüeal, uad derOrimk {fij^ 
auf ein vertif^les Element aus dem zweiten <$yflem parallel dieser 
Curve ist. (^ flann « die jt Coordii^^Jte des Bunktes» in welchem 
eine dieser Curven die verticale a;Axe schneidet, 



104 7. 'Midiiivlk. 

80 worden die GleicligewichMbodifigiHigea ' 

: di + 1^ ""V 

d.R cos 9^ 

3 — =0. 

da 

Es ist also 

dx 
Rvcosdj- = JPa), 

Uftd folglich wird die erste dieser Gleichungen, wenn ontfii oodb 

eo8 

Mlsl, 

Beseicbnet man ferner mit 



tf''F(a)dü 



den ganzen horisontalen Druck der festen Masse, von der Ober» 
fiüehe aus gerechnet ins su dei^ betrachteten Flache, so kMn dio 
leUte Gleichung auch so geschrieben werden: 
. Gx—X d^x 



und dies ist dann itie Differentialgleichung einer Fläche von ^ 
stantem HorizootaMmefc. 

IKese Gleichung wird Hneär in Besug auf jt, wenn 
X Ä F{H) 
ist 9 d. h. wenn die Flächen von gleichem HoriBontoldruck auch 
Flächen von gleichem Verticaldrack sind; dann kann das Integral 
ft. B. in der Fornr geschrieben werden 

u. s. w. 

Für die Anwendung dieser Gleichungen auf das vorliegende 
Problem kommt es nun xunächst auf die Bestimmung der Refai« 



Iten, X s Jf(B)^ BWMch«R dem horisontalen und dem verliealen 
Druck an. Diese erhiit Hr. Rankinb miitelst einer — wohi nicht 
recbl b€f[riindeUn ~ Benrtjuwg; des MoeeLtv'wsbeff Prine^M voa 
IMnelen WidersUsde. Dasselbe ]&tsi sich folgendermafseD aus» 
iprechen. TheUi man die Kräfte, welche in einer fesleii Masse 
eioaiider das Gleichgewicht halten, in zwei Klassen, activ« und 
pasaiye, die sich tu einander ^e Ursache und Wirkung verhaK 
ICH) so sind die passiven Kräfte die kleinsten unter allen, welche 
in Stan^ «ind die activen aufzuheben, ohne die physikalischen 
Bedingungen zu verletzen, denen die Masse unterworfen ist In 
einer Masse lockerer Erde sind die activen Kräfte die verticalen 
Pressungen, welche von dem Gewicht der einzelnen Theile her- 
röhren, die passiven sind die zu diesen conjugirten Pressungen, 
durch welche die Masse verhindert wird aus einander tu gehen.« 
Die letzteren sind also so kl^n, als es die Bedingungen des in* 
Bereu Gleichgewichts und das aufgestellte Princip der Stabilität 
uwr immer gestatten. 

Die oben erwähnten Sätze liefern aber für den kleinsten 
Werlh VM Av, welcher m emem gegebenen Werth von Jl« ge- 
hireii kaim, 

K R CO« 6 — y^[cos* e — cos* y] 
. ^"^ "" "cos « + /[cos« ö - cos* y] ' 
oder da 

Hu SS X cos 0f 

Jl^ cos ö = ^* 



-r- = J^COS' 



äx' 

, COS g — /[cos' e— cos'y] 
cos -f- |^[co8* — cos'jp] ' 
und dies ist die gesuchte Relation. 

Die Rechnungen lassen sich nun zu Ende führen, wenn die 
freie OberlBäche eine Ebene ist. Dann ist die Function / in der 
Gleichung (A) von der Form 

wo x^ die' verticalen Coordinaten der freien Oberfläche bedeuten; 
und di« Gleichung (A) wird 



^ h. 4Ü» geMebiw ObsrlliohM von gUteheoi V •cti«al4riick Wi4 
Kbenm» lüe dw freieo OberaSch« panitiel sift4;.jm44«r ^gtmk 
4rti0k »1 glei«h dem Gewicht einea Erdpmed«'« von 4n' Ü9kf 
jr^;r9; feroer üt dMa 

Ig «9 ^ SS eonet» 
abo weh 

, ^ cos ö — /Fcos* fl — cos* flp . , 

cos $ -f yjcos* ö — cos* g>] 
elso 

— = ÄJT = *G(j:— j7o); 

der gaMc Herizontaldruck von der Oberfläche bie w der Tm(f 

jr-^jT^j ist 

« = 2-*2G' 

und also 

MÜ HfilA» dieser Formeln ist es nan Mclil 4en DmeL •iBe^&l^ 
nuisse mit ebener Oberfläche gegen eine FuUermauer«! beuten 
raen; dies fuhrt dör Verfasser au& 

Für den Fall i^iner beliebigen Oberfläche giebt der Verfasser 
eine angenäherte geometrische Construeiioa ttr die iFlächen von 
gleichem Druck; schliefslich bestimmt «r noch das Maximum der 
Belastung, welcher eine Erdmasse mit ebener Oberfläche auage* 
setzt werden kann. Bt. 



W. J. M. Rankinb. On the malhemalical Iheory pf Ihe stabi- 
lily Ol earlhwork aud masonry. Proc. of Roy. Soc. VllL 

. 60-61+; Phil. Mag. (4) XU. 468-470; Inst. 1857. p, 46-46. 

Diese Notiz enthält eine Ankündigung der oben besproche- 
nen Abhandlung upd die Ausführung eines Beiapiels zu dem 
folgenden „Princip für die Transformation von Bauconstruqtio- 
nen*". Wenn eine Construclion von constantem Querschnitt im 
Gleichgewicht ist unter eineairSjrstem ^H>n Kräften, die durch gerade 
Linien in der Ebene des Querschnitts dargestellt sind, so ist ^^f^^ 



RAHKimr. Bmtrthrz. Jambs. |0f 

)«de tMMlre CoDMrMÜAn, 4eren Quersdinitt eiM iMÜMM l^iiral- 
Müii arMteM Frojeelion d^ ersten QuersctmHt« Buf irf^ewi ete« 
JKUmi kif im Gleiehge^iehl unter etnem System von KHMm, 
^nMh^ dte Prt^jeelioMri der gegebenen Kräfte sind. tt. 



R. Sirt w i g. Beiträge zur Meehanilf (!es Pfluges. Crklls J. 

tJB. f52-l74+. • 

Der Verfasser sieht den Pflug als einen cylindrischen Keil 
an, welcher senkrecht ^egen die Generatrii: der Cylinderfläche 
unter ein unvollkommen biegsames Prisma, aus (thonhaltiger) 
Erde so geschoben wird, dafs das Prisma gebogen, und, indeo» 
es sich der Cylinderfläche anschmiegt, auf dieselbe hinaufgescho- 
ben wird« Die biersu erforderliche Arbeit wird berechne^. Bt, 



Oo ^ MIeolion ot the plumb-tine at Aithur^s Sem 
4km «neao speoifio gravfty #f tde eaitk, ^ot. ef itey. 

FlH. 4ö-4]ri; l^t. at Edtob. 8oe. IH. M4-3W; Edittb. J. (t) 
lY« 145-146; PliU. Mag. (4) XII. 314-3H»; InM- li857. p. 14*14; PUL 
Tran«. 1856. p. 591-606+. 

Hr. Jambs zeigt an, dafs die Rechnungen, welche die Trian* 
gftbilLmt CMJibriMuMiUM, die^MMtwig der Mcruliaabogttn und^ie 
DmtiwniuMg «tor Gestalt 4«r Erde erfordern, iroUeMkl seien., und 
ei» Bericht über 4ie Gesammtheit 4er betreffiendeti Operationen 
sMi unter der Presse befinde. 

Nachdem durch diese Rechnungen das wahrscheinlichste 
a j ^iitr sijl iMli&iRtt %ar, ergab sich auf mehreren trigeiMnnetri- 
«die» HauplelBtienm eine beträehtliehe Ablenkung dee Bleilethes; 
«ftd üist bei j^ler fitatiön sebeint die Ursache damen in der Cen« 
figuratien des benachbarten Terrains tu liegen. Dte AbhiAuiig 
aof Arthur*s Seat bei Edinburgh beträgt 0,26^', und auf dem 
Observatorium bei Edinburgh 5,63'' nach Süden. Die grofse 
ve«i Forthbusen gebildete Mulde im Norden und die Pentland 
Hüla 19) 3fiden schei«M (wt dieee Abkyakueg eineii gtnii^enden 
OimJ abiugeben. Hn Jambs hol indessen dett Setfag dieser 



44Nt 7. IMMaUu 

diesen Zweck woäebit die AUracUoB, welelic AHlhttr'« S«(a4 i^ttirt 
aimbi, durch a8lr0noaii8che BeobaehUingeD an drei StatiMW 
(nördiicfa und südlicb von Arthur*« Seat und auf densariban) ga* 
messen. Aus dieser und dem mittleren specifischen Gewicht des 
Berges (2,75) ergab sich als mittlere Dichtigkeit der Erde 0^16 % 
Sodann Wurde der Effect, welchen die Pentiand Hilla auaubeiii 
und der (vi^ geringere) des Forthbusens bestimmt Siearraiehen 
zusammen nicht den durch die Beobachtungen gelieferten Betrag. 
Es ist aber wahrscheinlich, dafs die Differenz ihren Grund in dem 
hohen specifischen Gewicht der piulonischen Felsarten hat, die 
sich bis XU einer grofsen Tiefe unter der Erdoberfläche in den 
Pentiand Hills finden. Diese Rechnungen ergeben unter anderm 
auch, daOs die (astronomische) Breite von Arthur^sSeat mit dem 
Wasserstande im Forthbusen um 0,02'' variiren kann. Die Rech- 
nungen aind von Hrn. Clarkb ausgeführt. 

Hr. Jambs bemerkt y dafs er den Arthur's Saat nicht recfal 
geeignel für die Bestimmung der Dichtigkeit der Erde hahaL 
Dagegen bat Macculloch den Stack Momitain in Sirtfaarlandahire 
empfohlen. An demselben hoffte Hr. Jaitts in dam toSehaten 
Jahre die betreffenden Operationen auasuftthren. Bt 



hmw. On the tigure, dimeosions, and mean specüc gra- 
vity of the earth, as derlved from tbe ordnanee (rigono^ 
metrical survey of Greai Britaio and Irelaod. Proc.ofa<^« 

Soc. YUl. l]l-JI6t; Pliil. Mag. (4) XML 129-132] latt 1867« 
p. 83-83; Phil. Trao«. 1856. p,607-626t; Cosmo« X, 171-171. 

Nach einigen historischen NoHsen des Hrn* Jamoa 6b«r die 
engtische Triangulation folgt ein Bericht van ÜLAacs aber dia 
trigonometrischen Operationen und deren Bereclmang. Die haufiU 
aäehliebaten Resultate sind: 

') Die Beobachtungen am Scliehallien ergaben (nach HuTToa) 5,0 
Die Beobachtungen mit Kugeln von Cavendish (corrigirt 

▼on Bailt) . ; . . . 5,«7 ' 

Die Beobacbtoagafl mit Kugelo von Rates 5»44 

Die Beabachtaagen von Aiat 64M« 



Jamm. Aibt. 409 

1) Dm SphSrdld, welches sich der Oberflache von Grofs- 
hrülannien am nächsten anschiiefst, hat zu Halbaxen: 

a = 20 926249 Fufs; .. , „ a-* 1 

» = 20 856337 - ^'^P'*"™« nT" = 299;^' 

2) Das Sphäroid, welches sich aus aiien vorhandenen Grad • 
oiOMUftgen ergiebt, häl sa Halbaxen : 

' •«20 924W3 Fufs; .. , „ 1 

4 «20854731 - ^'^P'^'^**"« Ssjö?- 

Von den hier benutiten FuTsen gehen auf eine Toise 6345438. 

Br. 



6. B. km. Account oF pendulum experiroents undertaken in 
the Harten Colliery for the purpose of determining Ihe 
mean density of the eartb. Proc. of Roy.Soc vin. 13-1 8t; 

Phil. Traas. 1856. p.297-a42t; Poee. Ann. XC VII. 599-605; Silli- 
MAM J. (2) XXI. 359-364; Proc. of Roy. lost. V. 17; Pbil. Mag. 
(4) XII. 228-231; Arch. d. sc. plij«. XXXV. 15-29; Montlily ootices 
XV. 46-46, 125-126. 

Wir erhalten hier ^inen voUatandigen Bericht über Aiav^a 
groÜNirtige Operatioaen zur Bestimmung der Dichtigkeit der Erde. 
Eine allgemeine Besehreibung derselben ist' gegeben im Berl. 
Ber. 1854. p. 48 f. Wir heben daher aus der vorliegenden Ab- 
handlung, als von besonderem Interesse, nur die Rechtfertigung 
der Methode heraus. Sie bei^uht auf folgenden Reflexionen. 
Nimmt man zunächst an, die Erde bestehe aua einem Kern mit 
der mittleren Dichtigkeit D, der von einer Kugelfläche mit dem 
Radius Jl begränzt ist, die durch .die untere Pendelstation geht, 
und aus einer äuCseren Schale von der Dichtigkeit d und der 
Dicke r, die von einer Kugelflache begränzt ist, weiche durch 
die obere Pendelstalion geht, so ist die Schwere 6 auf der un- 
teren Station proportional 

die Schwere g auf der oberen proportional 



(49 7- M^dtanik. 

oder, wenn man die höheren Potenzen von -^ vernachlässigt, 



Hieraus folgt 
und also 



l> *^ 3c*¥""^3c 3A 



Macht man nun mit Hrn. Airy die Annahme, dafs ein Fehler in 

der Bestimmung von -jj nur au« einer falschen Beobachtung der 

Petidelschiäge herrühren könne , aus der dann ein Fehler in der 

Bestimmung von j; folgen wOrde, so hat man zur Schätzung 

des Fehlers von D die Gleichung 

d 

oder 

ÖD B R .g 

Irrte mh nnn «ler Beobachter beim Zählen der StMige des 
Seeundenpendels um ^ Schlag m einem Tage, so wäre 



^^Tc'i 



— ist ungefähr 16000, 



,9 _ 1 



^-. 



also beträgt der zu erwartende Fehler ungefähr ^ vom Ganzen. 
Diesen Fehler hält Hr. Airy für kleiner als diejenigen^ welchen 
die sonstigen Methoden ausgesetzt sind. 

Wir haben nun zunächst zu zeigen, wie diese Reflexionen 
durch die Resultate des Versaihp in unerwarteter Weise einge- 
schränkt worden sind. Auf die umständlich beschriebene Ablei- 

G 

tung des Verhältnisses — aus den Pendelbeobachiungen können 

wir dabei nicht eingehen; sie ergeben 



Awir. (ff 

- = 1,000051 85 + 0,000000 19, 
9 ~ 

iIb^ der wwJirirh^kJicIw Fehler nur den iefanlett Tbeil dei 
mgeneinlneaen bdnigt. Etegefen wurde eine bieber niebl 
heilhbeiehligte PeMerqiieUe ven gröfatar Bedentwig. Die niU* 
leee IWn^enitor «kr eberen SMion war nämficb um 7,13® F. 
niedriger als die der unteren ; es inufste also an die Penddbeekr 
adHuageü eine CerreeHon wegen der TetnperaUirdüti^nMe an- 
gehi'uht werden^ EHe Unsichetheii des daMi btmiisien Ceeffi« 
cieMed itfl bei der Berecbnung des obigen wahrseb^niiehen 
BiUew «iehi in Aneehtag gebracht. Hr. Airy ha/L dieeen CiHif* 
SiieBUii nachträglich duneh besondere Beobacfaliiiigeii faaeiiinnMHi 
iaMMi» walciie im Obeervatortuni ven Green wich mit denaelbe« 
Pi»dehi angeetelU und (im unten angeführten Supplemeiit) be« 
«hrieban aind* Danaeb ist es wahraeheiniith, daia der genannte 
Csittsiinl um ^ veroMkrt werden muis. Ba wird dann 

- = 1,000054 29. 

teeb diese Cemedien iet naeb Hm. Amv noch niebt gmm sicher« 
Ee Ueibt nbo, werni wür «bn Werth l>00Q0o4 29 mit dem fr«*» 
heres 1,000061 86 ¥er^eiehen, eine Unaicherheit in dar Bestim- 

mung von '— , aus der für 8 ~ etwa ^jru^^ folgen würde, und 

hieraus würde sich lufolge der ersten Rechnung 

*?- JL 

II "" »8 

ergebm. in itr That ist die in dem vorliegenden Beriebl gege* 
bene Zahl för die Diohtigiieit der Erde 

O» 6,566 
vmA die im Supplement gegebene 

wm 6,809. 
Be M mm «weMen« «u aeigen, in welcher Wmse Uhr. fkmn die 
ffetfvnen, w^he der Bereehnmg der Attraktion au (irande Ka* 
gen, gegenüber den vorhandenen Unnegelmälsigbeiten' der Ef4- 
oberAlche reehtfefügt, respeeüve modificirt. 

Gegen die Annahme eines Kerns und die Berechnung des 
tott ihm «fusgelblen Ellecta UMat sieb nichts Weaentliefaea ein- 



1 10 7. MtdiilDik. 

wenden; denn Unregelmüfaigkriten, weiche sieh iH grSfrerer F«nM 
von der Pendelstation 4)efinden , haben hierauf oinen veracbwto* 
dend Meinen Einflub. Eine hoiuiogene oad regdiBafng begdMl» 
Schale aber, wie sie vorausgesetzt wurde, exiatirt in der. Thal 
niebt. Hr. AiR¥ seigt nun, dafs es genügt wenn in der tmditkmk 
Umgebung der Station eine solche Schale anaÜwoMi vorhiiH 
den ist. 

Der Effect der supponirten Schale baetekt ninlich ni dar 
Vermehrung der verticalen Attraction auf der oberen Station um 
4f$ed. Nimmt man nun an, es befinde sich «wischen den beUfen 
horisontalen Ebenen, die durch die obere und die untere Statioo 
gelegt werden können, eine Erdschicht von der Diektigfceit Jj 
und erstrecke sich nach allen horisontalen Rtehtungen ina ünaad 
Kche^ so wurde, wie sich leicht berechnen lälst, dieae ErdadHcht 
denselben Effect hervorbringen wie jene Schale, insofern mm 
die Schwere auf der oberen Station vermebrt und auf der unttran 
vermindert, so dafs die dadurch zwischen beiden hervorgebrachte 
Differenz wieder 4ncd ist. Erstreckt sich die Schicht nur auf 
12 Gruben tiefen (in horizontaler Richtung), ao briogi aio seh— 
|{ dieses Effects hervor. Es kommt also nur auf das Vofha»* 
densein der Schale in der Nähe an, und Unregeimäfaigkdtea der 
Erdoberfläche, welche sich weiter ala etwa 12 Grubentiofen voai 
.Beobachlungsorte vorfinden, haben keinen EinfluCi auf den Aoa* 
fall des Versuchs. 

Die Erhebungen und Senkungen des Bodens in diesem Um- 
kreis erstreckten sich in verticaler Kichtung nicht auf ^ der 
Qmbentiefe. Es konnte also aDgenommen werden, dafs sie aiah 
nur auf der Oberfläche der Schale befinden und auf die Schwer« 
an der oberen Station keinen Einfluls ausübten. Dagegen hatten 
Senkungen den Effect auf die untere Station, dafis sie die (An- 
fangs berechnete) Schwere vermehrten, während Erhöhungen aie 
vernmiderten. In dieser Weise sind die UnregdotSbigkeitm in 
der Nähe der Station und ebenso der Eiofiufs der Abdachung 
des Landes nach der Seeaeite ftu in Rechnung gesogen; ihr 
ganzer Effect ist (mit entgegengesetatem Zeichen) als Venneh« 
rung der Schwere oben berechnet 

Wenn oMin nun ala Längeneinheit die Tiefe dea Schachtea 



1266^ (Mgl.) MmiMil, 00 wird der Erdradma, wekher HartM 
entapridii, 

die AUraction unten 

^RDzs^ 6962511, 

die Ansiehung def Kerns oben 

(69626— |fr)D, 
der Effect der Schale 

4.nd « l%566366i/, 
der Effect der Ungleichheiten 

- 0,44799 rf. 
Mithin hat man 

6 _ 69625D 

If^ (09625 - 8,3776) D + 12,5216if 

» 1-1-0,000120 32-0,000179 84 ^. 
Am den Pendelbeebachtungen ergab sich 

— « 1,000051 85 + 0,000000 19. 
Atta diesen beiden Gleiehongen folgt also 

-^= 2,6266+0,0073. , 

Das ttüHere spedfisehe Gewichl der durcbsunkenen SchiehtM 
wurde auf 2,5 bestionBit, und hieraus 

D »t 6,566 + 0,0182. Bi. 



G. B. AisY. Supplemeot to the „Account of pendulnm ex- 
pertments undertaken in the Harton Colliery", being an 
account of experimentd undertaken to deteraiioe the 
correction for the temperature of the pendulum. Proc.of 
Roy. 8oG. VUI. 58-6at; Phil. Traos. 1856. p. 343-352ts Pbil. Mag, 
(4) XU. 4§7-468; last. 1857. p.ai-32. 
Der Zweck und das Resultat dieses Supplements sind im 

AnEsttg des vorstehenden Referats angegel»en. Bt. 



FwiMkr. 4 Pl^ XU. 8 



{f /| 4. 7. Mechanik. 

Stökks. Äddendam. Wiii. Trans*, f 858. p: a53-35St. 

Die AiRY'sche Berechnung der Attractionen, welchen das 
untere und obere Pendel unterworfen sind^ nimoil keine Rück- 
sicht auf die Cenlrifugalkrafi und die EUipticität der Erde. Hr. 
Stokes giebt die Berechnung des Factors, mit welchem das 
Verhällnifs der beiden Attractionen (wekhes Airy angiebl) mtil* 
tiplicirt werden mufs; er ist 1,00012 und ändert den Werth 
D = 6,566 in 6,565, war also mit vollem Recht von Äiry ver- 
nachlässigt. Bi, 

S. Haugbton. On tbe deoeiiy of the earth, de<iuced from 
the experimeots of Mr.. Airt, io Harton eoai^pit. Phil. 
Mag. (4) XII, 50-6lt; Z. S. f. Math. 1857. 1. p. 68-70; Poes. 
Ann.XClX. 332-a34; In«t 1856. p. 3^2-392; Silliman J. (2) XXIV. 

158-158. 

Eine elementare Berechnung der Dichtigkeit der Erde aus 
dem Verhältnifs der Schwere an der Oberfläche und an dem 
Grunde der Kohlengrube von Harton, welches Airy gefunden 
hat. Die Dichtigkeit der ganzen Erde ist bekanntlich nach dieser 
Berechnungsweise proportional der' Dichtigkeit der Kugelschale, 
welchift Von der Erde dbroh eine Kugelfläche übgeschiiiiUo wird, 
die durch den Grund der Kohlengrube geht. Diese setsi der 
Verfasser gleich der mittleren Dichtigkeit der aus Festland und 
Meer zusammengesetzten Massen, welche eine solche Kugelfläche 
von der Erde wirklich abschneidet, und findet dafür die Zahl 
2,059. Danach wird die Dichtigkeit der Erde 5,489. Natürlich 
ist diese kleiner als Airy's Zahl, welcher für die Dichtigkeit der 
Schale 2^5 angenommen hat. ßt. 



DiDioN. Des lois de la rösislance de Tair siir les projecti- 
ies anki^g de grandes v4tesses. C. R. XLU. t048-^i05it; 
DiMLiR J. CXLL 275-278; Poljt. C QL 1856. p. Il66-i170t; 
Z. S. f. Math. 1857. i. p. 199-201. 

PiOBERT hatte nach den in Metz angestellten Versuchen für 
den Luftwiderstand einen Ausdruck von der Form 



aufgesieiU; hier bedeuten a und 6 Rrfahrungscoefficienten^ v die 
Getch windigkeit, r den Radius der Geschosse, Wenn nun die 
Ceefficienten aus Hutton's Versuchen abgeleitet wurden, so ergab 
sÄ^b swar für b derselbe Werlh wie aus den IVIet%er Versucbes, 
aber a Gel grfiiCier aus. Da qun von Hutto]^ Kugeln von klei- 
nem Caliber angewandt waren, in Metz dagegen Kugeln von 
grobem I so entstand dje Frage., ob der Coiefficient a etwa vom 
Caliber abhänge. Diese Frage soll die Abhandlung, von welcher 
in den C. R. ein kurzer Auszug gegeben ist, entscheiden. 

Hr. DipioN hat für diesen Zweck alle Versuche von Neuem 
diseuiirty und Correclionen an die Beobachtungen angebracht, 
welche den Stofs der Pulvergase gegen das ballistische Pendel 
und die Neigung der Flugbahn beim Anschlagen der Geschosse 
gegen dasselbe berücksichtigen. Danach mufs die Frage verneint 
werd€i|> u9d es ergeben die Metzer Versuche die Werthe 

a = 0,0260 

* = 0,0025 
und Hutton's Versuche 

a » 0,0268 
für den Meier, die Secunde und das Kilogramm aU Binhetten. 
Die unbedeutende Differenz kann aus der unvollkommenen Auf- 
Ungung des HuTTOi^'schen ballistischen Pendels erklärt worden. 
Es gilt daher die obige Formel für alle Caliber und Geschwm- 
di|^ten. Bt. 

■II LI 

W. H. ▼. RdtvROT. Bemerkungen und Untersuchungen ttber 
einige Gegeustande der BalMsfik. Z. S. f. Math. id56. i. 

p, 825-356+. 
Diese Abhandlung enthält die Berechnung einer Flugbahn 
unter Voraussetzung eines Luftwiderstandes , der nicht blofs aus 
einer nach der Tangente der liahn gerichteten Componente, son- 
dern auch aus einer darauf senkrechten Componente besteht. Für 
die letztere wird ein von Otto gegebener Ausdruck angenommen. 
Vier in den Jahren 1854 und 1856 ausgeführte Versuche wer- 
den mit den Rechnungsresultaten verglichen und scheinen die 
Kxislenz der zweiten Componente zu bestätigen. Bf. 

8* 



4^6 7. Hechaiiik. Foüo.4in.Y*8flli6 Vertuclie. 

FoocAüLT'sche Versuche. 
DE Grantk. Exp^rieoces supposöes analogaes ä celle de 

M. FoüCALLT. C. R. XLII. 810-810. Siebe BerL Ber. 1850, 51. p. 151. 



B, Santini. Sulla forza centriftiga lerrestre in quanto sturba 
la direzione della gravitä. Formole e sperlenze. Toe- 

^oLiNi Aon. 1856. p. 445-453t. 
„In Besug auf die (im Vacuum) fallenden Körper ist es klar, 
dafs sie durch die Centrifugalkrafl mit gleichförmig beschleunigter 
Bewegung nach Süden getrieben werden^. Dieser Satz ist aus- 
reichend, um die Vermuthung zu erwecken, dals Hr. Santimi 
seiner Aufgabe, die sädliche Abweichung der im lufterföllten 
Räume fallenden Körper zu erklaren, nicht gewachsen ist. Die 
Vermuthung wird durch das gänzliche Stillschweigen über die 
Versuche von Gugliblmini, Benzbnbbrg, Rbich, bestärkt, welche 
doch eine solche Abweichung ergaben. Auch von La Place*s 
oder Gausses Rechnungen kommt nichts vor. Dagegen werden 
Fall versuche referirt, die mit einem hölzernen Cylinder auf eiqe 
Fallhöhe von 5,2"* angestellt sind, und dabei die enorme mittlere 
Abwi^ichung von 6,6"^ nach Süden ergeben haben, während 
dabei abwechselnd eine östliche oder auch eine westliche Abwei- 
chung beobachtet wurde! Die Erklärung der südlichen Abweichung 
wird im Luftwiderstand gesucht, welcher, die Fallieit des Kör-> 
pers vermehrend, zugleich (nach obigem Satz) der Centrifugalr 
kraft eine längere Zeit gestattet auf den fallenden Körper einzu- 
wirken und dadurch vom Bleilolh zu entfernen ; im Vacuum würde 
es keine südliche Abweichung geben. (Man vergleiche BerL Ber. 
1847. p. 33.) Bt. 

MoNTiGNT. Osciilations elKptiques du pendule en repos. 

Cosmos VIII. 13-15t. 
Hr. MoNTiGNY sagt in einem Briefe an Moiono, dafs er sich 
eigentlich vorgenommen habe, ihm die Besehreibung eines Appa- 
rates zu geben, mittelst dessen man die sehr kleinen eOiptiscben 
Schwingungen des ruhenden Pendels während 24 Stunden er- 
kennen könne. Die Ankündigung indeis, dafs PAiaaBTTi diese 



SjiirTiiit. MMTievT. 1t7 

SchwiogiingeD bereita beolNiebtel habe und aciiie Resultate tu 
vtrdifnUicheD tm Begrifa alehe, halte ihn zurück; nur so vi«l 
weile er bemerken, dab der neue Apparat in einem Pendel von 
gewShnüdier LSnge, hdchstens einem Meter bestehe, welches am 
BodiB eines Sehaehtes, oder am Ende einer Galerie aufgehängt 
werde, und dessen Ablenkung, gleichviel in welchem Asimutb, zu 
jeder Tagesseit beobachtet werden könne. Der Beobachter ge- 
wahre hierbei, wenn er am oberen Ende des Schachtes oder dem 
dem Pendel entgegen stehenden Ende der Galerie sich befinde, 
die Ablenkungen in einer Gröfse, als wenn sie einem Pendel von 
der doppelten Länge seiner Entfernung von dem benutzten ent- 
sprächen. 

Die Ursache dieser täglich periodischen Variation der Rich- 
tung der Schwere sucht Hr. Montigny zunächst in der durch die 
tägliche Rotation der Erde, verbunden mit ihrem Fortrücken in 
ihrer Bahn, hervorgebrachten Aenderung der resultirenden Anzie- 
hung, binerhalb jener Periode ändert sich die Entfernung jedes 
Punktes zu Sonne und Mond, mithin die Stärke ihrer störenden 
Anziehung auf die Pendelkugel; innerhalb jener Periode ist auch 
die der fortrückenden Bewegung entsprechende partielle Cen- 
trifugalkraft mit jener Entfernung veränderlich. Beide Arten von 
Störung nnd aber in ihren Wirkungen zusammen so überaus 
versehwindend, dafs sie aliein jene täglichen elliptischen Ablen- 
fcmigen des Pendels nicht hervorzubringen vermögen. Hr. Mon- 
TiOMT greift daher zu einer anderen Erklärung, die sich wohl 
aoCsleUen, aber schwerlich je wird erweisen lassen. Er meint 
nämbch, dafs die flüssige feurige Masse, die wir uns im Innern 
der Erde denken, durch die Anziehung von Sonne und Mond eine 
Art Ebbe und Pluth erfahre, die in ihr wenigstens das Bestreben 
herverbringe, nach der Seite der Anaiehung hin sich zu verdich- 
ten ^ viflleiebi sei hiermit aoeh an jener Seite eh)e Form voran- 
derrnig der festen Erdkruste verbunden, und beides zusammen 
erzeuge dann in täglichen Perioden jene Ablenkung des ruhenden 
Pendfda. 

Beebaehtangen n^ABBADin's, bei denen sich eine Bewegung 
der Luftblase in Libellen zeigte, haben eine andere, ganz einfache 
ond von loealen Ursachen abhängige Erklärung gefunden; ebenso 



f 4 g 7. Mechamkv F^mcAvvw-mk^ Versuche. 

Lfiv'flcher BeqbaohkiDgen vM RectfüCCMmMn fandoti^ (dab die 
DifferttMH 4«j* kUUrn, Bwisokea rai 12 Stuadeft. von ^mmdm 
entfemte» Stornen genoann«», moaftltich periojii<iie%Sdiwi»lwn- 
gen mnerhaifa eines Jabret. eaigten» diese einer . ScJwwntnüg iRH 
Gaage der benuisteii Uhr sugesdirieb». 

Hr. MeNTtowv glaubt danach» dafs beide todMWMgen ^ne^ 
leicht gleichen ÜMachen als die AbleiikiiQg des.P^dele ihr £ii^ 
•Iahen mi verdanken haben könnten^ < i^,ilf. 



Panisbtti'. ExperieDces sur les oscillalions du pendute im- 
mobile. Cosmo« VIII. 505-504t. 

Hr, Panisbtti giebi folgendes beobachtete ReauUat. 



Linge des 

benatxten 

ftnddt 


Zahl der Sdiwin- 

gungen in 

5 Miimien ZeH 


Amplitude der SchwiocangOD, 

gemessen mit einem Mikrometer, 

weldietTtTÜUlimisrcrii 


1» 


297 


^■'>" «: 0,000036« 


4 


148 


^v « 0^000146 


9 


103 


^ ^Qjmm 


16 


7h 


4M ««,000580. 



Die iliohtiing der SehwiagUBgen war immer van Oai naah 
W^t (durah Süd oder Nard?); das Faotum ist eine nncndhehe 
Anaahl Hai, bei Tag and Nacht» bei jeder Teaifieraftiir, bei jaihr 
Baschafenbek der Atmosphäre und tratx alier nur möghdHm 
Vorsichlnmafsregeln gegen ErsiohüUiermgan baabaahlet worden. 

Zur grdfseren Garantie gegen letalere Mb Hr. PamsiTTi die 
Spitie des Pendek in ein Bad van Queckailbar taudbitti, w«icfaai, 
wenn das Pendel voUkamnen in Ruhe ww*, diMh man an 4^ 
«mtoran Wand der Sehaie angebMcbtan Hahn 4«tieert wiihk Wa 
daa Pendel frei hing. Alabald begannen die SchvängMgan , aiw 
reichten indefs ihre grMrfte Ansplitede erst naah eiaer halben 
SCMde. 

Hr. Panisbtti bedauert, bei den beschränkten "-Hiimittirtti 
eines fieminars der Provina, die Versncba rachl weiter aüMaickein 
fttt ktinnen ; und ob Bruno achlägt var» dieselben, uns gewiii alle 
fi'i^Mdiüttenw^gefi zu vermeideii, so ansuateUan, dafii jMn ein fi^ 



iii» AiH'QMclttilher mii^daü 9^ea Mneftfichaditcs schwingen 
Im^, iHid iiar«h:fi«Aexi«» mn ^eit mk ekmn gmgtteton i^- 
«bei^ ApfUHratedie S<^hwufHnf;en bMbachlf^ 

Utibrigtw inhw die-RMultale niehU jb^ den vra Montmmy 
iwhaapfwittt ponedbebeD eUipüachen Sclmngtingeß ^oppm, urie 
er in «einem Briefe an Moigno glaubt (siehe oben p. 116); #s 
ist von keiner Periodiciiat hier die Rede; die Ansah! der Schwin- 
gungen gebt einfach, wie es das Gesetz will, der Quadrat- 
wurzel au^. den Längen uo^gekehrt proportional, die Anplituden 
hingegen den Längen direct proportional^ was auf einen gleichen 
Ausschlagswinkel hinweist; es scheinen trotz aller Vorsicht hi^r 
einfach Erschütterungen als Ursache der kleinen Bewegungen 
vorzuliegen. Eine Notiz über die Beobachtungen des Hrn. Pa» 
NiSBTTi findet sich übrigens bereits im BerL ßer. 1855. p. 80. 

V. M. 



PoRRo. OscillatioDS diuroes du pendula Cosmos VWI. 578-679t. 

Panisetti hatte den Wunsch ausgesprochen, seine Beobach- 
tungen an Schwingungen eines ruhenden Pendels möchten von 
anderen mit bessern Mitteln wiederholt werden. Hr. Porro sagt 
sehr richtig 9 dafs die Art und Weise, die de^ Bruno vorschlägt,- 
ihm den Zweck nicht zu erfüllen scheine, üie Bewegung eines 
Pendels, dessen unterer Theil aus einem Gefäfs mit Quecksilber 
bestände, würde sich «durch die Trägheit des Quecksilbers und 
die aiete Veränderung seiner Oberfläche so compUciren, dafs sehr 
baM seine Unbrauchbarkeit für diesen Zweck sich darstellte. 

Hr. Porro will ein einfaches Pendel beibehalten, seine 
Schwingungen aber mittelst eines kleinen optischen Instrumentes 
beobachten, das seine Dienste bereits beim FoucAULT'schen Pendel- 
versuch gelhan hat. Der Hauptsache nach ist über dem Auf- 
bia^epUttU ein Prisma angcfaracbi, welches so gesdwilten ist, 
darfs es die krummlinige Bewegung in zwei auf einander recht- 
winklige Bewegungen «eriegt» die, in einem Fernrohr betrachtet, 
nicht allein die Oröfse der OsciHationeti, sondern auch die rela- 
^mm ßböite «Icr CeAipmpeftleii in «wei hceAknoitoo Richtungen 
«b4 iiitf dttiitb d^s AftinMb de« SdimaDgusgen erkfi^pmen ksMii. 



130 '^* MeeliMMfc. Fo««Aini.T'«dM Vertaelie. 

Wenn Hrn. Pouo mchi wie Noiitioiiy nMb Mi4ere 
achiungeo von Paiqsbtti ak die in d«r vorher gegebenen Nefte 
Bu Gebote geelenden heben, eo inde der Uatefieiohwie hier 
noeh einnei erklären, defe er su der Benewimg: „tagliehe 
SehwioguagA*', die auf dne Periodidlet hindeiileii wSfde^ 
Grund sieht e. M. 



Artbor. Le fnouvement de IraDslation de lä terra d^montrö 
par tes exp^riences de M. Parisbtti. Cosmos IX. 638-639t. 

Der unkerseichnete Berichterstatter hat bei den Versuchen 
Pani8Btti*8 bereits erklärt, wie er dieselben einfach als Folgen 
von Erschütterungen ansehen mufs ; weder Periodicität noch sonst 
ein Gesets liegt darin, aufser den beiden angedeuteten, dafs bei 
verschiedenen Pendeln die Ansahl der Schwingungen umgekehrt 
den Wurzeln aus den Pendellängen, und die Ausschlagsweiten 
den Längen direct proportional sind. 

Hr. Arthur hat diese beiden auch herausgefunden, baut aber 
avf der Bemerkung Panisbtti's weiter, dafs die Schwingungen 
stets von Ost nach West gegangen wären. Die tägliche Rotation 
der Erde reicht zur Erklärung nicht aus; in der Notiz heifat es 
aber, Hr. Arthur glaube bewiesen zu haben, dafs dieselben und 
ihre conslante Richtung eine Folge der Umdrehung der Erde um 
die Sonne seien, und umgekehrt einen Beweis dafür abgäben, 
wie der FoucAULT^sche Pendeiversuch für die tägliche Rotation. 

MoiGNo entschuldigt sich, dafs er den Beweis nicht gleich- 
zeilig gäbe, damit, dafs er die Figuren noch night zum Drucke 
fertig habe, däfs er aber auch nebenbei über die Richtigkeit der 
Beobachtungen Panisbtti*s Zweifel empfinde, die er erst aufge- 
klärt zu sehen wünschte. v. M. 



y. PoisBux. Memoire sur les variations de ia pesaBiear dans 
ane pelite 6tendue de Ia sorface terreetre, et siir qaelifoies 
effets qui en räsullent. c. R. XLll. 683 -685t ; Ins^- 1356. 
p. 149-150; Cosmos VIU. 469-471; Cimeoto lü. 276-278. 

Hr. PuisBUx si^t in seinem Ansauge des Mbnoirs, dafii man 
sieh allerdmgs für gewCbnlicfa bei BetfBohtiwg relativer Bewe- 



I— gm idmF«rer- K6rp0r daüH begnägM küfme, dk Axen» auf 
vnULt mam dfis« betMil, ab fe«t im Räume /" Mngegen jene 
S0r|iOT dweb Kvftike mg^riflen «imusehM, die proportional ihreti 
parallel unler sich aind und mit den AlKen beetimnite 
Winkel MIden. Wette man indeüi die Untersuchungen 
genau fMireii, dann naÖBse man von jener einfachen Vorstdkmg 
abgeben; die mit der Erde in der Tbat sich drehenden Axen 
sind dsMi aar ak fest su betracfalen, wenn man an. jedem Pmikte 
liaprte Kräfte als wirkend annimmt, die von der Stellung des 
Punktes und seiner Gesehwindigkeit abhängen (siehe im Referat 
fiberdtti Attfsats von Bour (p. 132) die Bemerkungen über die Ne* 
Üiode von CoaiOLis). Nur hierdurch gelangt man beispielsweise 
mr Eridärnng des Pendelversuchs von Foucault. 

Außerdem aber ist nicht nur die Schwere von swei, wenn 
aneh noch so wenig von einander entfernten Punkten in Grobe 
nnd Riehtung verschieden, sondern sie erleidet auch noch eine 
Veränderung durch die stets wechselnde Form, welche der flös- 
mge Tbeil unserer Erde wegen der Ebbe und Fluth annimmt, 
aome diireb die Amiehungen von Sonne imd Mond, die mit der 
Zeit und der Lage des angesogenen Punktes variiren. 

Wenn diese Veränderungen der Schwere auch noch so un- 
bedeutend sind, so meint Hr. Puisbvx, habe es ihm dennoch in- 
teressant geschienen, die dadurch hervorgebrachten Modificationen 
der Bedingungsgleiehungen für das Gleichgewicht schwerer Kör- 
per wa untersuchen, und diejenigen Fälle näher zu betrachten, 
wo sich die Wirkungen dieser Veränderungen leicht angeben lassen 
und eine experimentelle Bestätigung des gefundenen Resultats 
noch möglich erscheint, um so mehr, als der Ausdruck -der Va- 
riation der Schwere innerhalb einer geringen Ausdehnung^ wie 
er ihn in seinem Memoir gebci eine sehr einfache Form annehme. 

Hr. PuiSBVx specificirt dann folgende Fälle näher. 

1) Wenn man ein in der Meridianebene bewegbares, mit 
einem heriMotalen Faden im Brennpunkt des Oculars versehenes 
Femrohr gegen dile darunter stehende Schale mit Quecksilber 
so richtet, dafs das reiedirte Bild des Fadens das directe deckt, 
nnd nwnr in awei Li^^en, das eine Mal dicht über dem Boden, 
das aweüe Mal 1000 Meter höher, so bilden beide Lagen des 



4*22 7. MecbiHii|u Foii0Mii««'sclie Vennche. 

Fernr^ftbit unter der geegn^phwurbw Breite vm*4&^ mifc« 
einen Wiokel von 0,17"; d^r Grund hierin Utfgi Jo deviangliinliM 
Richtung der Schwere in beiden H»hen, eleo der liwkt^ßmlMim 
der> NiveeuAäehen. 

2) Ein homogener, an einem Ende «ufgebXngter 
bildet ieine ganz strenge gerade Linie, vielwahr »nnhriu 
Bogen einer Paratiel, deren Farameter. mit ckr. gMgraplMi 
Brette wechselt, aber uAabhängig vpn der Natur und IiÄnge daa 
Faden» iat. 

3) Ein feater Körper, der iioi (dne vertasak Axe dinhbar 
iet, iat atreng genoosunen nicht in einem indifferenten Gleiohg«^ 
wiebtaauatand; er sucht sich vielmehr nach bestMMiten Riehtiisi^ 
gen au orientireo, die nicht mit der Zeit we<^seln. .2auB ßeispiel 
eine um die Verticale ihres Sohw^puniUs bewegUehe. Fahne, 
welche von derselben in awei symmetriache Theile aerlegt mmi, 
iat nur im Gleichgewicht, labil im Meridian, atabil ioa ernten 
Vertical. 

4) Dieselbe Analyse giebt endlich die Gleichgefwiehtaatet- 
liingan eines nach allen Richtungen um seinen Sehwerpimkt bn- 
wegiichen festen Körpers. Sie aeigt aum Beißpiel, dala eitt in 
seinem Schwerpunkt aufgehängter BaUuen (tige) dannnh strebt, 
sich in die Ueridianabene au begeben« und swar ae, dab tr mit 
der Vefticale emen (kleinen Winkel macht, der für die Bosite'Veci 
45^ ungefähr 6 Minuten ist. In unserer Halbkugel weicht dte 
untere Seite des Balkens gegen Norden aus. v. AL 



C. UoLTzaiAN.N. Das FoucAULT'scbe Pendel. W^iitieiab. /nhijüj^ 
1855. p. 108-121 1. , 
Hn HoLTZMANii, dem die Arbeiten van CLausm (Berl ^Bnr. 
1850, 51. p. 124) und ven Hamwn (Berl. Ber. iW3. p. 67) be- 
kannt sind, nicht aber die von Binbt und anderen, giebt noch 
eine analytiacbe Entwicklung der Gesetae der PendeibewegaBg 
unter dem Einflufs der Drehung der Erde, und es führen seine Ent- 
wicklungen im Anfange au den von Binnr (Berl. Ber. IttO, 64* 
p. W6) auersi auf dieses Problem angewandten nU^ameiaeB,^.!»** 
raits von Poisson gegebenen <jletehiingen, in denen aneh' er-^dte 



' ' , H^LniiAirN. Igg 

Glieder weglärdl. 

Von da an gebt dif £nit>«icUuD£ ihrjen gan« eigenen Weg ; 
das Resultat derselben ist, unter der Annahme sehr Meiner Schwin- 
gungen: 

1) däli, v(renn mi Anfange der Bewegung kein seitficher 
AnitoGs erfolgte, also die anfängliche Winkelgeschwindigkeit A 
der Pendelebene gleich — cusin/Owar, wo 6i die Winkelgeschwin* 
diglE^it der Krde und ß die geographische Breite d^ ßeobadi- 
tmigsortes, dann di« -Scbwingnngeebeney in M^lehfßr das Pendel 
beaiändig verharrt, mit der constanten Gescbwind^k^t — n»sin/0 
sieb drehe, und 

< ; 2) wenn dies iiieht der Fall sei, nur die Ebene der i^öjbten 
Eiongationen des Pendels jene gleichförmige Drehung zeige, wäh- 
FMid die Horizentaiprojection des Pendels von dieser beweglichen 
Ebene an Räume beschreibt, die der Zeit prQ|pi>rtiönal sind (wie 
es beim ruhig aufgehängten conisch schwingenden Pendel statt- 
findet für eine ruhende Ebene), d. h. in Bezug auf eine in der 
stets sich ändernden Ebene der gröfsten Eiongationen liegende 
Linie als grofse Axe eine Ellipse durchläuft. 

Beide Gesetze sind die bekannten, wie sie zuerst Binbt gab. 

Endlieh giebt Hr. Holtzmann noch den Einflufs an, den die 
Greise des anfänglichen Ausschlagswinkels d^ hat, wenn er zwar 
klein, aber nicht, wie in den vorigen Untersuchungen, unendlich 
Hein ist; dieser Einflufs ist nämlich ein Fortschreiten der- Apsi« 
depiinie der Schwingungsellipse, welches, wenn d^ den Aus- 
scUägawinkel am £nde der kleinen Axe bezeichnet, wie d^ am 
Ende der gr#fsen; 

Nennt n^n a und b die Halbaxen der Ellipse, / die Länge des 

ab 
P#ad«l% so ist (^ annüherixl s= j, 0^ s: j und dsis Fortsebrieilen 

am Am4x9a^y den anek bcveita Atnv, GbADsafi, G^^aRAiru, 
MtfiwmN^ CaaHM Mnd andjM-<e g^eben bsiben (aiebe in Berl. B^er- 
ÜM^diidif beliw99nd«n^f«itt^)i'die:D^ab|ing der&^^ 



^84 '^* Mechanik. F«90Avi.Y'sche Tenache. 

ebeiie, d. h. der Eben«, die dureb die grfiblM Afww eichlDte 
geht, ist somil in diesem Falle 

welches sich — casin j9 um so mehr nähert, je kleiner 6, d. h. am 
je weniger elliptisch die Schwingungen sind, und je grö(ser I, .die 
Länge des Pendels, ist. v» jlf,. 

ütw. Ueber die Bedeutaog nod die Theorie des Feecakutr"- 
sehen Versuchs. Wörttemb. Jabresh. 1856. p.di*d^. 

Der Artikel ist eine einfache Erzählung des ersten Fou» 
CAULT'schen Versuches und seiner Bedeutung als des verzugtieh- 
sten Beweises für die Axendrehung der Erde. v. M. 



LoTTNBR. Zur Theorie des FocCACLT'scheQ Pendelversuchs. 

CiiSLLB J. LH. 52-58t; Programm d. Bealschiile zu Lippstadt 1855. 

Hr. LoTTNER untersucht die GrÖfse des Fehlers, den man 
begeht, wenn man das Gesetz der Drehung der Pendelschwin- 
gungsebene in seiner einfachsten Gestalt nimmt, d. h. wenn man 
es so ausspricht, dafs die Drehung dieser Ebene proportional dem 
Sinus der geographischen Breite und der Zeit sei. 

Indem er sein angewandtes Coordinatensystem schliefslich 
so reducirt, dals er Polarcoordinaten im Horizont erhält, und g> 
den Winkel zwischen der Projection der Schwingungsebene und 

dem Meridian bezeichnet, entwickelt er den Ausdruck von ^. 

Am Pol findet sich, indem die Breite &» 90* ist, 

wo CO die Winkelgeschwindigkeit der Erde, ^ = co . #; am Pol also 
ist das Gesetz streng richtig. Am Aequator zeigt der Ausdrudi 

von "^r»^^^^^ ^^^ ^^^^ constant, das Gesetz also richtig iai, 
wenn die verticale Geschwindigkeit des Pendels und das Quadrat 
der Umdrehungsgeschwindigkeil der Erde in der BnlEemung I, 
multiplicirt mit dem Product der beiden CMrdiBalen das achwki» 
geadan Punktes in der horiaonlalen Bbene^ vamadiUsaigl wird« 



Arne Lovrirn* GMwn»» fSfi 



Ib B«n^ auf irgmd witn aiideni Paab tfwiichM Pal «id 
Aaqoator Mfct Mh daa Resultat ia folgen^r Forai aM^röekao^ 
Die Aairfarung in dar Oeaehwiadigkait dar Drehimg der Sebwia*. 
gottgaabaoa Wahrend einer voUea PeiidelschwioguDg (die nmk 
dem gewMuiKehen Ausdruck des Gesettes NoH wäre) verhitt 
sieli cur Aetiderimg des Drehungswinkels während dieser Zelt, 
wfo sich der vierte Theil der am Beobachtungsorie staithabendett 
auf dm Horiaaiit projieirten Centrifugalkraft, multipJicirt mil dam 
h i< J»otu der Danc^r der Sekwingirog in den Cesinus dea Dr»- 
hmigsvmbris, zw halben Lunge dea Pendetaassehlages verhak; 

Wegen des Casintis .des Drehungswinkels, dar van 0^ kia 
Wäf pasitiv. oder negativ sein kann, iat diese Aenderung in dar 
Gaaehwindagkait des Drehungawiakels bald veraSgarnd, bald he* 
sddaimigendy campensirt sieh aber bei einer vollen Umdrehung 
der Penddebmle. Hr. LoTTNca hat nicht veraueht, den van ihm 
g^ehfSiswi Avdroak mit dem Resultat veradriadaner Varsudie 
alt vergWahan« die alle darauf hinaus gehen, dafs die Geschwin- 
digkeit dar Drehni^ der Pendeiebene im Meridian kleiner sei als 
senkrecht dazu (Duvoob, Wartmanm und Marionac; BerL.Ber. 
1650^ &i. p. 136, 137). t;. M. 



h A. fiacuRBaT. Elementare Theiorie des Peudelversucbs von 
.FooCAOLT, aus neuen Gesichtspunkteu dargestellt. Gnvaaav 

Areh. XXVII. 224-244t. 
Hr. Grunbrt, der sich sowohl mit den von anderen gege- 
benen elementaren Beweisen des FoucAULT^schen Versuches als 
mit seinen eigenen bisher gegebenen Beiträgen dazu nicht be- 
feiaifigl arklürty giabt eiue neue Herleitung, deren Gang in Kur- 
aam folgender ist. 

Vmt den aUgameinen Pritieipien ausgehend, 
1) dafa die Schwingungsabene durch die Schwerkraft ganfi* 
tMgl wird, fortwSla'end durch den Afitlelpnnkt der Erde 
>- au gehen, 
• ^ abap vesasSga der Trägheit das Bastrab» hat, ihre Lage 
iat Raama mdkt au varaadam, aich aaibst im Rauaie im* 
aMT paMlhri lu bleiben, 



a^bi uA t&t die Ji#atkniiiMg dtr Lag« 4fr Inlmriiipwifcfiiiirnf 
dm Pendels in jedtm Zeitmol^ieRt dea feigeittte ge#iMtiii^# 
Pnncip. Die Scbwiogungsebeite dea Ptedeis Dknpt in jnkemZtiH^ 
niMDent eise sdehe Lege im Reunie en.diA ^ dvrth dei^ 
Mittelpunkt der £r<te geht und die ihre in stetiger Felge «nniittel- 
bar vorhergehende Lage daretellende Gbene unter deiil Ueinaton 
Wfaikel schneidet. Um nun dieser LegenbeaHmarang dtfr Scbwm« 
{ifongsekene einen Ansdruck in analytischen Fornnfai^ au gebtn^ 
vard «lerst das bei dieser Uirtersuehung sur Geltung iodHMnde 
Princip der Stetigkeit aufgegeben, und auvBrderst folgendoa g«H 
metriache Problem gelöst* 

Durdi euien gegebenen Punkt auf der uo» ihre A&e Mh 
drehenden Erde, bei einer bestioiBiten Lage deraefi^en ist eine 
u^leich durch den Mittelpunkt gehende Ebene von gegebeiMr 
Liege gelegt Wenn nun vermöge der Drehung der Erde der iä 
Rede alehende Punkt in eine andere beUebige Lage yibnmwagin 
ist, so soll man die Lage einer durch deneelben und deö Mittel« 
punkt der Erde gehenden Ebene bestimmen, weiche mit dw er^ 
fiteren Ebene den kleinsten Winkel einschbefst. 

Nachdem so die Lage beider Ebenen gegen einander ba» 
stimmt ist, geht Hr. Grunbrt zu dem Gränswerthe der Lage 
der Ebene in zwei unendlich nahen Stellungen über und findet, 
dafs für diese Grenze sich das bekannte PoucAULT^sche Gesetz de4 
Sintis der geographischen Breite ergiebt. v. JH. 



AsHB. On tbe pendulum experimetit for jllustrfitivg ib# 
rotation of tbe earlh. Monthlj noUces XV« 93-93t' 

In der kurzen Note beiiat es nur, dafii nach eioigfe» taiaij^ 
sehen Untersuchungen der Autor eine Beschreibung des Pendda 
gäbe, das von ihm bei den Versnchen angewandt wardeni die er 
«a Quebeck angesteili habe; aua dieser. Bescbreibuäg iat daa em- 
sige Erwähnenswerthe, dala die Versuche weniger befriedigend 
ausfielen, wenn das Pendel aus einem Stahldralil, ek wenn es 
ans einem Kupferdraht bestand, der nur .m seiaMa.obem Theile 
an der Anfbängeikdle der beasem Bafea^ung vn^en.' an ein 
Endchen Stahldraht angelöthet war, indem. hehn S*iJildMbt durch 



H^t.rrArr/ee e/.M^i^ Jff. 



W 'i>r/e /?Z 




ikf Imhie Äwfnaliftie' der Sehwlfigafigen hi der Nttie tSneiülMr 
KSrper SMrungeü eintnilefL t^. M. 



T; W; B«ui. DescnpUon of an appardlas for tbe niechanical 

. in^ttod of pneeessioo. M^nthly notket XV. 164-16et. 

Pflr ünterrirfilsÄwecke hatte Hr. Bürr den Wunsch gehabi, 
einen Apparat hefiastellen, der die Erscheinung der PrSceissron 
in in die Augen fallender Weise darthüe; ein klemes Instrument, 
Welches AtKiNsoN kurt and wenig klar in den Monthty notieed I. 
43 beschreibt, hat ihm zur Richtschnnr gedient, den in beiste- 
hender Zeichnung in der Aufsicht und dem Durchschnitt abge- 
bfldeten Apparat zu conslruiren. 

fir Gesteht In einer kleinen, die Erde darstellenden Kugel, 
ilüs deren Nordpol eine kleine Stahlaxe hervorsteht, und deren 
Aequator sich in eine breite melaliene Scheibe erweitert. Die 
Kugel ist in einem Punkte ihres Innern unterstützt, bis zu dem 
ehe Äxe von einem Untergestell aufsteigt, welches einen hori- 
zontalen g^theilten Kreis tragt, der die Ekliptik vorstellt, und das 
Oatize fst so genau balancirt, dafs im ruhenden Zustande EkKplik 
tmd Aequator zusammenfallen. 

Wenn nun ein kleines Gewicht an die Aequatorseheibe be- 
festigt wird, um die Anziehung von Sonne und Mond darzustel- 
len, oder was dasselbe ist, wenn die Axe der Kugel geneigt wird, 
und die Kugel in aehnelle Relation versetzt» so zeigt sich eine 
geringe Bewegung der aus dem Nordpol der Kugel hervorste- 
iiendeir Aire um den Pol der Ekliptik in einer Kegelfläche, und 
tfWlH* in einer der Drehung der Erde entgegengesetzten Richtung, 
«ireduPeh eine gldefagerickt^te Bewegung der At^uinoclialpunkle, 
der Schtfittpunkl« von Aequator und Ekliptik hervorgebracht wird. 
Der Verfasser bemerkt noch, dafs bei aufmerksamer Betrachtung 
fIMI gewalM^ werde, wie die Endaxe keinen genauen Kreis um 
40fl Bei der ßUiptik besdireibe, vielmehr noch kleine Sehwan* 
tongen maehev die der Notation ähnlick seien. . 

tti BeflUg auf den Apparat ATKUfsoK*« bemerkt Hr. Bonn noch^ 
iMä 4eM^« naeh der Besehi^ibung noch anderen Zwecken zu 
diehi n'^'Htietrte m^ der aeinige, daher noch anderweitige Ein«' 



tf 8 7. Mechanik. FoocAVLV^seiie Yertache. 

ricbtongen an demselben aBgebrndii seiett ; der eeinige^ eliWeU 
die mechanischen Ursachen der dargelhaaen ErsdieiDiuig mdil 
mit denen in der Wirklichkeit übereinstimmten^ gebe die Bnchei« 
nung selbst doch in sehr befriedigender Weise wieder. 

Zu dem in der Thal sehr hübsehea Af^araf sei dem uoler^ 
zeichneten Berichtersiailer die Bemerkung erlaabt, dafii in im^ 
That zwei störende Ursachen vorhanden sind, deren Felgen sich 
mit Präcession und Nutation vergleichen lassen. 

Ein kleines Gewicht an der Aequatorebene vertheiit die Mas- 
sen ungleich in Bezug auf die Rotaüonsaxe, und bringt Cenlri* 
fugalkräfte hervor, der^n Resultante nicht mehr durch den Uater* 
sliitaungspunkt, den Mittelpunkt der Kugel, geht. 

Iiidem die Kugel aber unten ausgehöhlt ist, um auf die Amm 
gestellt zu werden, hat sie im oberen Theile mehr Masse als im 
unteren; Schwerpunkt und Mittelpunkt fallen also nicht zusammen, 
und aus dieser Einrichtung folgt abermals me Resultante der 
Centrifugalkräfte, die nicht durch den Mittelpmikt geht Eine 
blolse Neigung der Axe, ohne Gewicht am Aequator, bringt also 
schon die Erscheinung der Präcession (wie Hr. Brau auch be^ 
merkt) hervor; das kleine Gewicht ist die zweite st6re9de Uiw 
Sache, es führt noch die Nutation hinein, und daher ,die UeiMB 
Schwankungen bei der Kreisbewegung des Endes der Erdnxe. 

v.M. 

R. GsANT. Note on the mechanical Imitation of precesstoflu 

Monthlj noticea XY. 166-168t. 
Auf Anlais der Mittheilung Burb's sagt Hr. Gmakt, dafii im 
Edinh. J. ein Aufsatz von Elliot (Berl. Ber. 1865. p. 79) stiiii4ib 
der die Beschreibung eines Apparates enthtekei welcber dens 
AriuifBON's vollkommen gliche, obwohl Eluot niebls von jenem 
gewufst zu haben scheine. 

Hr. GgANT giebt an, dafs im Allgemeinen der Af^erat aiieh 
mit dem Bvrr^s übereinstimme; die Hauptversehiedoiheil hegt 
darin, dafs man mittelst einer diveh eine Sdiraube au bewirke»» 
den Verschiebung der durch den Nerdpol der Erde gehenden 
Axe den Unterstütsungspunkt im hknern der Kogel r^Atgm^ moA 
so ihn aum Schwerpunkt in verschiedene Lagen bringen 



GftAHT, Hamiltoh. 0«AN]r. Gkatatt. 429 

hat hierdiifeb daa Mitte), die Präcesmon, welche sich zeigt, 
lirenn die Kugel bei schief liegender %q rotirt, schndier oder 
iMgMmw EU macheiiy sogar in der Richtung uniuikehren, wenn 
BMB den Uaterstüttungspunkt auf die eine und dann auf die «in- 
dere Seite des Schwerpunkts bringt. 

Eluot sagt an einer andern Stelle jenes Artikels, dafs, wenn 
man aufserdem durch ein kleines Gewicht die eine Seite der 
Kugel leicht beschwere, man aufser der Präcession eine Nutation 
bekomme, indem die einfache conische Bewegung der Axe kleine 
Seitenschwingungen wie die Erdaxe mache. Es sind hier also 
jene beiden störenden Ursachen richtig bemerkt, auf welche der 
Unterzeichnete mn Schlüsse seines Berichts über den Aufsata 
Burh's aufmerksam machte. t;. M, 



& ÜAüfiifoN. Note in reterence lo the mechanical imitation 

Of precession. Montliiy notiees XY. 194-194t. 
Hr. Hamilton sagt, dafs er sich bereits 1842 einen solchen 
Apparat nach 'einem Modell Elliot^s habe anfertigen lassen; nach 
dem Aussehen des Modells meine er, müsse dasselbe schon viele 
Jahre** früher eonstruirt worden sein. t;. M. 



OsAiiR. Der FoucAULfsche Versuch. Verh. d. Würzb. Ge». VII. 
126- 128t. 
Die Mittheilung des Hrn. Osann ist eine höchst populäre 
Ersählung des Gesetzes der Drehung der Pendelschwingungs- 
ebene. V. M. 



W. GiAVATT. Elementary considerations on the subject of 

rotatory molion. Proc. of Roy. Soc VIII. 76- 77t; Pliil. Mag, 
(4) XII. 477-478. 

In dem kurzen Auszüge heifst es nur, dafs, nachdem der 

Verfasser «lerst allgemein die Gesetae der Rotation und der Zu-^ 

aamraenaetsung von Rotationen um verschiedene Axen betrachtet 

habe» er dieselben auf den Kreisel, auf die Ablenkung fallender 

rortKhr. <t Phys. XU. 9 



430 "^^ Medianik« GoocAVLT'tdie Yetwicfae. 

Körper in Folge dex Ekehung der Erde, auf dila^Milliehe äbwi^ 
chung in der Rickiung des Meridians gescMend^er GculchiMM^ 
endlich auf das auf der rotirendeii E)r4e sckwingande Poiuidi aar 
wende. Außerdem heifat es, hake der Yerfiiaser aaiiui AmicIrtM 
darch Vorzeigung eines Apparales erlaulert» dessen Besekreihuftg 
indels ohne Figuren nickt mögliek sei. v» M. 



E. S. Snelu Od planetary disturbaaces. Smithson. BLep. Id55u 

p. 175-190t. 

Die Vorlesung des Hrn. Snell ist eine exp^ri|neni#U4 B^ 
weisfüfarung des aligenieanen Priaeipsy dafs alU rotirenden Kprp^v 
während ihrer sonstigen Bewegung den PairaUelian»U8; iikrer H.o- 
tationsebene bewahren und dafs, wo dies nicht der Fall ist, eine 
zweite Rotationsbewegung als störende Kraft hinzutreten mufs, 
die sich milr dier ersten nach den bekannten Gesetzen zufiaaioien* 
setzt. Er benutzt dazu das Rotaskop von Johnson (aieke Berl. 
Ber. 1855. p, 82). 

Die üauptanwendung der gezeigten ErscheinilAgen. nci^^kfc er 
dann in bekannter WeisQ auf die Drehung der Erda:^^ uxp 4«# 
Pol der Ekliptik (Voreilen der X^g- und Nächtlichen), upd dw 
Zurückweichen der Knotenlinien der Mondbahn. t;. ilf. 



Zantedrschi. Risultamenti ollenuti da un giroscopio. Wien. 
Ber. XXII. 25 J -255t. 

Hr. Zantedeschi hat sich in Paris ein Gyroskop machen 
lassen, ui)d zwar hat dasselbe genau die Form der FsssBL^^chen 
Rotationsmaschine. Er machte damit einige Versuche, die natür- 
lich so ausfielen, wie sie jedem anderen auch sich ergeben haben 
würden; anstatt dieselben, aber in bekannter Weiae duroh die. Zu* 
sammensetzung der Rotationen (Berl. Ber. 1653i p. 74, 76) zu 
erklären, nimmt er eine Hypothese zu Hülfe, deren Unhakbarkeit 
allein genügen würde, das Un^r^icb^nde der, ganzen. Erklärung 
darzuüiun» wenn nicht obenein die richtige schon gegeben-, ymt^ 

v.M. 



H* XKLfcCAWP. V^rach mr BegrüaduDg einer möglichst eio- 
fachen Theorie und Erklärung der Kreiselbewegung. 
Fi^^ Ann. XCVIII. 558-570t. 

Hr. Ta&tiLAjiPF eattivickirfi unter der Annahme, daCi eia Kf 01* 
sei lict «iser Wiidie%e8ebTvnidfglieH V seiner dreh«iKl«n Bewe- 
gung, einer Winkelgeschwindfgkeit -^ sdner m einer verti«aten 
Ebene sich senkenden, gegen den FTorizonC um den Winkel a geneig- 
iett Axe, eine drille Vinkelgeschwindigkeil -^ einer horizonlaien 

Drdbsng un» seinen fest«» DrehptHiki besitze» die Momente der 
KgSftcfflfiiro, wtiebe 

1) die Axe in der verticalen Ebene wieder su heben sich 
btstieben, 

2) die Horiftontaldrcliiiiig ß des ganften Kreisela %u besehleu- 
nigeAji und 

3) die ftolalionflgeachwiadigkeii V dea Bdnges au veraög^em 
auciien. 

Wird das ersle Kräftepaar von dem von der Schwere her- 
räbrenden« welehea die Axe zn senken sucht, in Absug gebraehl, 
ae^ U^bi das resulturende Paar ia Bezug auf die Bewegung der 
Axe IB. der verticalen Ebene, weiches je nach del^ Werthen von 
V' und ß aia Resttiiat «in Senken, Heben oder eine« Stillstand 
der Axe sur Folge habea kami« 

Ist der Wertb- diese» Paares ein solcher, dafs ein langsames 
Sinken der Axe eintrilt, dann trkl ein Augenblick ein^, wo die 

iflBriner besdkletMiigte Winkelbewegung -£ in horizontaler Rich- 
tung, das aufwärts wirkende Kräflepaar so grofs machen würde, 
dafs ein ferneres Sinken nicht mehr stattfände, wenn nicht indefs 
die Winkelgeschwindigkeit V auch abgenommen hätte, was 
wiederum ein Verkleinern des aufwärts wirkenden Paares änd 
weiteres Sinken der Axe zur Folge hat, die nach und nach sich 
iniimer mehr gegen den Horizont neigt. 

Hr. Tellkampp macht seine theoretischen Entwickelungert an 
einem Instrument, das einige Aehnlichkeit mit der FEssEL^schen 
Rotationsmaschine hat. v. M. 



9* 



)|32 7. Mechanik. FoiKiAULT'sche Vewacfce. 

E. Bohr. Memoire sur les moavements relatifs. C. R. XLII. 

383-386+; Inst. 1856. p. 89-89. 
In dem in den C. R. gegebenen Auszuge des ringereichien 
Memoirs sagt Hr. Bour, dafs er keine Theorie der relativen Be* 
wegung geben wolle, die volkländig in den schönen allgemeineii 
Formeln von Lagranob läge. Er will aus jenen Formeln ia 
neuer Art die darin so zu sagen in latentem Zustande liegende 
Theorie der relativen Bewegung zur äufseren Erscheinung brin- 
gen; er will etwas Aehnliches thun wie Cobiolis» der ein- für 
allemal den Ausdruck derjenigen Glieder gab^ die bei der rdali« 
ven Bewegung in die Differentialgleichungen neu eintreten. Es 
ist bekannt, wie Coriolis jene Glieder als die Componenten 
zweier neuen eingebildeten Kräfte betrachtet, mit deren Hülfe 
man dann die relative Bewegung wie eine absolute behandeln kann. . 

Hr. BouR sagt, dafs er zu seinem Resultate gelange, wenn 
er anstatt der Geschwindigkeiten Hül/svariabeln einführe, die von 
jenen lineare Functionen sind. Um dann die relativen Bewegun- 
gen auf absolute zurückzuführen, habe er nur nöthig der Func- 
tion der Kräfte noch Glieder hinzuzufügen, die nicht von jenen 
Geschwindigkeiten, sondern nur von den relativen Coordinaten 
und der Zeit abhingen. Dieser Umstand mache den wesentlich« 
sten Unterschied aus zwischen seinen Gleichungen und denen, zu 
welchen man auf dem von Coriolis angegebenen Wege gelangt; 
seine Gleichungen seien leicht auf die von Hamilton angegebene 
Form zu bringen, und man könne dann auf sie alle Sätze der 
analytischen Mechanik anwenden^ namentKch den» defS| weni^. 
nian die Hälfte der Integrale für ein bestimmtes Problem gefun- 
den habe, und diese Integrale gewissen von Liouvillb specificir- 
ten Bedingungen entsprächen, dann eine einfache Quadratur die 
Beendigung der Aufgabe ermögliche. 

Als Inhalt des Memoirs giebt Hr. Bour an, dafs im ersten 
Theile er die analytische Theorie der relativen Bewegungen gebe, 
im spätem aber zu Anwendungen übergehe; unter diesen ist zu- 
nächst die Rotation eines freien Körpers um seinen Schwerpunkt, 
dann die relative Bewegung der Geschosse im leeren Räume, 
und endlich die Aufgabe, die allein einige Schwierigkeit im Calcül 
machci nämlich: 



BovA. QüBT. BvRTAAmt 133 

die BitwBgimg eines Umdrehohgakörpers zu beetimmen, dessen 
Axe geswuDgeii ist auf der Oberfläche eines geraden Ke- 
gels zu bleiben, dessen Lage zur Erde eine unveränder- 
liche jsl. 
Aus diesen letzteren Untersuchungen könne man dann alle 
Erscheinungen des FoucAULT'scfaen Gyroskops leicht ableiten. 

v.M. 



QüRT. Note sur les mouvements relatifs. c. R. XLU. 519-522t. 
Hr. QuBT hat 1852 mehrere Abhandlungen über relative Be- 
wegung der Körper der Akademie eingereicht, (siehe Berl. Ber. 
1852. p. 102), in denen er auf zwei verschiedenen Wegen zur 
Losung d€f8 Problems jener Bewegung gekommen. Eine jener 
Abhandlungen, oder vielmehr die darin befolgte Methoden ist 
seitdem vollständig im LiouviLLB'schen J. (siehe Berl. Ber. 1853« 
p. 69) bekannt gemacht worden-, die zweite ist in den der 
Akademie eingereichten Aufsätzen aber nur im Speciellen auf den 
Fall der Rotation . eines freien Körpers angewandt. Die Arbeit 
von BouR giebt ihm Veranlassung auch von seiner zweiten Me- 
thode das Allgemeine der Akademie vorzulegen. Sie besteht im 
Wesentlichen darin, dafs die relative Bewegung auf die cor- 
respondirende Aufgabe der absoluten Bewegung durch eine pas- 
sende Wahl zweier Axensysteme zurückgeführt wird, von denen 
das eine im Räume fest, das zweite mit der Erde beweglich ist. 
Als specrelle Anwendung dieser Methode giebt Hr. Qubt noch 
die LSaung des Problems fallender Körper, aus deren Resultaten 
leicht der Ausdruck der östlichen Abweichung folgt v. M. 



J. BeaTKANt». Note sur le gyroscope de M. Foucaclt. C. R. 

XUI. 1021 -1024t; Inst. 1856. p. 207-207; Liouville J. 1856. p.379- 
382; Phil. Mag. (4) XIU. 31-33. 

Hr. Bertrand giebt, da ihm von dem PoucAULT*schen zwei- 
ten Versuche nur analytische Behandlungen zu Gesicht gekom^ 
men sind, eine einfache^ auf geometrische Anschauungen basirte 
Erklärung durch die Kräftepaare Poinsot^s. 



434 "^^ MecbMiik. PovOAVLT'sdle Versuche. 

Es ist inilefs auf demselben Wege in d«r Thm eine schöne 
Ableitung der Erscheinungen des FoucAULT'schen Gyroskops 
von G. P. W. Babhr gegeben (siehe Berl. Ber. 1855. p.84), die 
ein weiteres Eingehen auf den Aufsatz des Hr. Bertrand un- 
nöthig macht. 

Die beiden Hauptsätze, zu denen er gelangt, sind übrigens: 

1) Die Axe des Gyroskops kann, wenn sie gezwungen wird 
innerhalb einer festen Ebene P zu bleiben, nur im Gleichgewicht, 
also in Ruhe. sein, wenn sie mit der Projection einer der Erdaxe 
parallelen Linie auf dieser Ebene zusammenfällt. 

2) Bei allen Bewegungen der Axe des Gyroskops ist das Mo- 
ment des beschleunigenden Kräftepaares proportional dem Sinus der 
Entfernung der momentanen Lage der Axe von ihrer Gleichgewichts- 
lage, woraus hervorgehl, dafs das Gesetz der Oscillationen um 
die Gleichgewichtslage das des einfachen Pendels ist, und dafs 
die Dauer derselben der Quadratwurzel aus dem Sinus des Win- 
keis zwischen der Erdaxe und der festen Ebene P proportional ist. 

Die Vernachlässigung des (Jmstandes, dafs die momentane 
Rotationsaxe nicht strenge mit der Axe des Gyroskops zusam- 
menfällt, giebt, wenn auch fast genau richtige Resultate, doch 
immerhin nur solche, welche etwas von den strengen Resultaten 
der Analyse abweichen. v. M, 



J. C. Maxwbll. On a dynamical top for exhibiting the phe- 
nomena* of the motion of a System of invariable form 
about a fixed point, witb some snggestions ,a8 to the 

earth's motion. Athen. 1856. p. f 056-1066; last. ]85§. p. 346-346; 
Rep. ofBrit As«oc. 1856. 2. p. 27-28; Edinb. Trans. XXI. 559-570t; 
Proc. of Ediob. Soc. III. 503-504; Edinb. J. (2) VI. 161-161. 

Hr. Maxwsll hat zur Erläuterung der Gesetse der Rotation 
fester Körper einen Kreisel construirt, als dessen EigenlhümJich- 
keit besonders die Einrichtung hervortritt, mittelst deren er die 
Natur der Bewegung des Kreisels sichtbar macht. In denn Auf- 
satze selbst giebt er zuerst einen kurzen Abrifs der Geaetse der 
Ratatien, so weit diese zur Erklärung der KreiselbeweguDg nöthig 
sind; er leitet dieselben aus zwei GruiMlpriDcipien ab: 



FirrUcArüte i^J%Mf^Ay Xff. 



Xu Seife /Xf, 




MAXyrt^t,. 435 

I) au» der Bestiildigkeif dies anföngliehen Winkelniont^te« 

in Grobe und Riditong) und 
3) aufl der Erhaitong der im System vorhandenen lebendigen 
Kraft. 
Zur Grlttärung des ersten Principes sei hinsugefügt, dafs 
unter Winkeltnoment eines Elementes in Bezug auf eine Axe das 
Produkt ans seiner Masse, seiner Geschivindigkeit in der zur Axd 
senkrechten Ebene und seiner Entfernung von jener Axe ver* 
standen wird^ Es folgt hieraus, da6, wenn ein System von un- 
Tferüirferiicher Form um eine Axe rotirt, also die Winkel- 
geschwindigkeit aller Theile dieselbe ist, dann das Winkelmoment 
des ganzen Körpers gieich ist der Winkelgeschwindigkeit um jene 
Axe^ multiplieirt mil dem Trägheitsmomente um dieselbe. 

G^en die unveränderliche Axe des anfänglichen Winkel- 
momentes (bei Poinsot die Axe du couple d'impulsion) wird dann 
die Lage der Axe der wirklichen Rotation (Axe instantani^) be« 

StHBttit. 

Dann folgt die Beschreibung des Kreisels. 

Der Körper desselben ist ein^ Art Oldeke, € ein hohler Ke- 
glA iron Messing, II ein damit tusammetihängender schwerer Ring. 
Seehs Schrauben mit schweren Köpfen, i:, p, z, jt', y, z', wirken 
b#tisoiftal in den Ring hinein, imd drei ähnliche I, m, n vertical 
und in gMeben Zwischenräumen. 

AS ist die Spindel des Instruments, SS eine Schraube von 
MetefKg) die in den obern Theil des KegeU € hinein greift. B 
ist eine eylindriiciie messingene Matter, die an der Axe auf- und 
ab^ilrts bewegt werden, an jeder Stelle aber hiit der Nufs b 
befestigt werden kanm. 

Das untere Ende dc^r Axe ist eine feine Stahlspitze, die iti 
eifier kleinen Achalschale ISufk, welche auf dem obern Ende des 
Pfeüere P sittt. 

Dttreh die neun horizontal und vertical wirkenden Schrauben, 
ein weiteres Hinein- oder Herausschrauben der Axe SS, und eine 
Veränd€fraiig der Lage der Mutter B lassen sich die Trägheits- 
ritoiliente des kislrumenfä iu Bezug auf verschiedene Axen ftt 
ihren relativen Gröfsen, sowie die Lage des Unterstützungspunk*^ 
M g^ctt den Sehwa^punkt ändern, was zu einer g^ofsen Viel- 



f 36 7. Mechanik. FoocAVbT^scbe Versuche. 

seitigkeit der Anwe^ung .bei d^n Versuchen ßhrl. Für diese 
Versuii^he wird dann am obern Eode der Spindel eine Scheibe 
befestigt, die in Secioren von verschiedenen lebhaften Farben 
eingetheilt, und auf der aufserdein starke concentrische Ringe ge- 
zogen sind; sie dienl dazu, die Bewegung der nMunenlanen Ro- 
tationsaxe zu veranschaulichen, indem n»an die Lag« derselben 
durch die Farbe des stillstehenden Theils der Scheibe und den. 
durch diesen gehenden Ring leicht bestimmen, durch die Ver-> 
änderung der Farbe, verbunden mit der Bewegung der Ringe» 
dann aber den Gang der Axe in einer gewissen Zeit veriUgen 
kann. 

Die beobachteten Erscheinungen sind nun: 

1) Die momentane Rotationsaxe beschreibt eine geschlossene 
Curve und kehrt zu ihrer anfanglichen Lage im Körper zuräck. 

2) Durch Veränderung der verficalen Schrauben kann man 
die Axe iea Kreisels in den Mittelpunkt dieser Curve bringen; 
sie ist dann eine der Hauplaxen des Instruments (gröfste oder 
kleinste). 

3) Durch Veränderung der Mutter auf der Axe kann man 
bewirken, dafs die o^omentane Rotationsaxe entweder in dersel- 
ben Richtung wie die Rotation des ganzen Kreisels , oder ent* 
gegengesetzt sich bewegt. Im ersten Falle ist die Axe des In- 
struments die Hauptaxe, welcher das gröfste Trägheitsmomeni 
entspricht. 

4) Bleibt die Axe des Instruments die Axe des gröfsten 
Trägheitsmoments, so kann man, indem man durch die hori« 
zontalen Schrauben die beiden Haupta^en in der horizontalen 
Ebene gleich oder ungleich macht, bewirken, dafs der Weg der 
momentanen Rotationsaxe ein Kreis oder eine Ellipse ist 

5) Wenn man aber weiter so ändert, dafe von den Axeü in 
der Horizontalebene die eine zur Axe des kleinsten, die andere 
zu der des gröfsten Trägheitsmoments wird, in der Richtung der 
Spindel also die Axe des mittleren Trägheitsmomentes liegt, ao 
trennt sich der Pol der momentanen Drehungsaxe von der Spindel, 
und die Bewegung hört wegen der schiefen Lage der Spindel 
bald auf. 

hn letzten Theil des Aufsatzes giebt Hr. Maxwell noch die. 



8. Byclremechanik. Giaaült, 48T 

Atarendtttog dta bstmiBta^, um die Erschetn^ng dfr. Priieesmn 
MT Aii9diauttfig SU brißgAD, und »war (wie bei Burr und Eu^^t) 
ndem er des UntersHitoungspunki ein wenig uater oder Sbtf 
den Schwerpunkt legt Gleiehzeilig macht Hr. Maxwbli. Amtmd 
aufmerksam, daia die momentane RotatimiBaxe der Erde weg^^n 
der Ungteichheit der Trägheilsmomenie der letateren ein Wenig 
gegen die Axe der Figur veränderlich aei. Ea folgt tueraus 
kleine Aenderung der geographischen Breiien, deren Periode, 
dem Verhältnifs jener Trägheitsmomente abgeleitet, 325 Tage 
beträgt. < v.'M, 

Physiologische Mechanik. 

Literatur. 

Giracd-Tbulon. Du principe qui pr^side an in^caDisme de 
la nalalion chez les poissons, et da vol chez les oiseaux. 

C. R. XLUi. 1034-1035; Cosmos IX. 612-613. 



8. Hydromechanik. 



Magncs. Memoire sur le moavement des liquides. Ann. 4. 

chim. (3) XLVI. 234-253. Siehe Berl. Ber. 1850, 51. p. 167. 

C. GiBALLT. Note sar les couditions relatives aux surfaces 
qui limitent ta surface dune masse fluide en mouvement. 

C. R. XLIII. 48-50t. 
Hr. GiBAULT macht die Bemerkung, dafs der Gleichung, 
welche man in der Hydrodynamik für die an der Oberfläche be* 
findlichen Theilchen ansuw^den pflegt, nicht diejenige Bedeu- 
tung zukoumit, welche man ihr gewöhnlich suschreibt. lat F s 
die Gleichung der Oberfläche, so ist jene Bedingung bekanntlich 
die, dafs för F s auch noch die Gleichung stattfinden mufs 
dF dF, dF , dF, dP ^ 



|3S S. Hydromediaiiik. 

D«r V^fosser ceigt nim) dafs dS«8e Gtetehmtg jiietit mth'' 
WMMlig fwderl, dctfs «in FlüMgkttitslheUchM sieU der Ober^^ 
Ittehe FiteO «ngefa^e, 8obaU M Mir zu irgend einer Zeil 
Migehört hat; sondern sie drückt nur aus, dafs die Curve, welche 
das Theüehen beschreibt, die Oberfläehe bertthH, und dafs rie 
omnillelbar ver uncf nach der Berührungsstelie sith auf derselben 
S«ile dieser OberfIKche befinde; eine Bedingung > auf welche diu 
Niitur der Sache selbstverständlich fyihren tnufs. CL 



(a T. Mbybr. Ueber den vollen Ausflufs des Wassers aus 
Röhren beim Durchgang durch Verdogongen, und den 
bei dem plötzlichen Ueberspriogen zu dem gröfsem 
Querschnitt stattfindenden Arbeilsveriust. z. S.f.Matb. 1856* 
1. p.275-29tt. 

Der Verfasser versucht ^ine theoretische Begründung der 
Formel für den Arbeitsverlust, welcher bei dem plötzlichen Ueber- 
gange aus einem kleineren Querschni^ in einen gröfseren eintritt. 
Er zeigt, dafs dieser Verlust nicht, wie es auf den ersten Blick 

scheinen könnte, dargestellt ist durch — ^ — -■ Qy (wenn v^v^ die 

Geschwindigkeiten in dem engeren und weiteren Theile der Lei- 
tung, Q das Wasserquantum, y das Gewicht einer Cubikeinheit 
desselben darstellt); und zwar ist der Grund davon, data ein 
Theil des in dieser Formel angegebenen Verlustes dazu verwendet 
wird die ganze Bewegung zu beschleunigen, oder mit andern 
Wcfften die Druckhöhe, unter welcher das Wasser ausfliefst, 
scheinbar zu erhöhen. Die Ursache dieser Erscheinung fihdet 
der Verfasser, wie bereits frühere Untersuchungen Wahrscheinfich 
gemucht haben, darm, dtifs der von dem Geschwlridigkeitsunter- 
sdiiede beider ROhrentheile herrührende Druck dem Luftdruck 
an der AusflufsöfTnung entgegenwirkt. Der wirklich veridren6 
Th€il der Arbeit findet Sich dann dafgestellt durch die getvShn- 
liehe Formel 

welche sonst nach einer von d^n» Verfasser mit Recht als un- 



C.T.MrreR. Hoppt. 4g§ 

xiiKtgig beceielineten Methode ans dem Si^ke unelaslideber fester 
Körper hergeleitet wird; tmi äk^r Verlust mufe dM Wirbet* 
bewegüngen Bugedcbrieben werden, welche an der weHem ROkrt 
neben der Uebergangsstelle in die engere entstehen. 

Diese Principien, wie sehr auch ihre Evidenz «nd BehM4* 
lung vom rein theoretischen Standpunkte noch anzusweifelti teitt 
mag, fähren einerseits von selbst darauf, dafs der ArbeitsverilMl 

in — 5 — - Oy übergeht^ sobald die Knislehung dieser Wirbel- 

bewegcmgen vermieden wird, d. h. bei allmäiigem UeborgMgt 
d«r engem Rdhre in die weitere. ^ 

Ferner aber wird man darauf gefährt, dab jener der At*)«* 
Sphäre an der Ausflufsöftiung entgegenwirkend« Druck nur eioeA 
Einflti& haben kann, so lange der almosphärtsche Druck ihm 
selbst überlegen ist, d. h. der gegebenen Rechnung nach grofcer 

als der Druck einer Wassersäule von der Höhe ^^. Wird 

9 
die littft über diese Gränze hinaus verdünnt^ so kann der austrat 
tende Wasserstrahl nicht mehr die ganze weite R9hre füJlen; 
diese wird vielmehr nur als einfache Verlängerung der engeren 
wirken. Diese Gränze der Verdünnung ist durch den Quotienten 
der Querschnitte beider Röhrentheile bedingt, und zwar so, dafs 
dieselbe ihren höchsten Werlh erreicht, Avenn der gröfsere Quer- 
schnitt das Doppelte des kleinern beträgt, wo zugleich die Ge- 
schwindigkeit in der engern Röhre ihren gröfsten Werth hat. 

Der Verfasser betrachtet die Contraction eines Wasserstrahls 
m der Nähe der Ausflufsöffnung als einen analogen Fall, indem 
der. conirahirte Theii gleichsMi eine engere Röhre bildei, durch 
welohe daa Wasser zu flieiaen genötbigt ist» 

Der EioOuC» der Reibung und anderer stprenden Ursaoheti 
ial nicht beriiekaichiigt. Cl. 



R. HopFB. DelermioatioD ef Ibe motion of conoidal bodies 
through an incompressible fluid. Qa.J.of math.j. 3Qj-3i5t. 

Die Abhandlung des Hrn. Hoftb ist im Wesentlichen eiifi 
RepcodttClion des Auij^Atsei, über welchen bercila iai Bari* Bet^ 



4 46 ^* Hydramechanik. 

Ifi54. f). 174 g^«proehra worden, ür. Hoppb belra^hiei bekannt* 
Ueb fidtationskorper, deren JDberSäcbe durch Gleicbungen von 
eigentbüiniieher Form dargestellt ist, und welcbe die volktändige 
Integration der hydrodynamiseben Gleichungen sulassen, wenn 
iMn arniimml, dafs der Körper seiner Rotationsaxe parallel fort- 
bewegt wird, und dafs die Geschwindigkeiten sich als Differen« 
tialquotienten einer Function darstellen. Hr. Hoppb beschäftigt 
sich in dem vorliegenden Aufsatze nun auch mit dem Fall, wo 
die durch jene Gleichung dargestellte Oberfläche in mehrere ge- 
iremtte Räiiiiie «erfällt, und also gleichzeitig mehrere Rotations- 
körper darstellt, deren Axen in einer geraden Linie liegen, und 
weiche mit denselben Geschwindigkeiten in der Richtung dieser 
Uoie bewegt werden. Er findet, dafs dann durch die Bewegung 
der Flöesigkeit eine Kraft entsteht, welche die einzelnen Körper 
von einander zu trennen bestrebt ist. CL 



W. S. Okbly. Demoostration of the equation of continnity. 

Qu. J. of math f. 31 5-31 ßf. 

Eine sehr kurze und einfache Ableitung der Continuitäts- 
gleichung, die sich unglücklicherrweise genau ebenso bei La- 
ORANGE (Mec. anal. II. 297. BERTRAND^sche Ausgabe) vorfindet. 

Cl 



CiMMCB. üeber die Bewegung eines Ellipsoids in einer 
tropfbaren Flüssigkeit. Grelle j. LH. 103-I32t. 

Der vorliegende Aufsatz schliefst si<^h an eine Notiz von 
DiRicBLBT (Berl. Ber. 1852. p. 113) an, in welcher derselbe die 
Bewegung einer Kugel in einer troplbaren Flüssigkeit analytisch 
behandelt hat. Dort war zugleich auf die Möglichkeit hingewie- 
sen, dieselbe Aufgabe für ein Ellipsoid eu behandeln, welche 
der hauptsachlichste Gegenstand der obigen Abhandlung ist. 

Es werden Eunächst die allgemeinen Gleichungen entwickelt 
für die gleichseitige Bewegung eines Körpers und einer den 
Raum nach allen Seiten erfüllenden Flüssigkeit, immer unter 
der VorausaietEttng, dafs die Geschwindigkeiten der Fiäasigkeits* 



OkKLT, €l.tBiGH« f4if 

tfceifeheii tt«h ab DiSireBliatquolieiileii einer Fanetfon naeh den 
Coordinafen darstelien lassen , und ohne dafs die Reibung der 
Flussigkett an sieh und an der Oberflache des Körper» berück- 
sichiigi wird. Es findet sich, dafs die erwähnte Function sieh" 
äts ein linearer Ausdruck der sechs (translatorischen und rotato- 
rischen) Geschwindigkeiten darstellt, welche der Körper in jedem 
Augenblicke besitat; und die Coefficienten dieses Ausdrucks sind 
Functionen der relativen Coordinaten, welche einem Flussigkeüs« 
theilehen in Beaug auf das in dem Körper feste System seiner 
Hauptaxen sukommen, ein Coordinalensyslem, dessen Einführung 
för die ganae Rechnung sehr wesentlich ist und darauf hinweisly^ 
xonäehst immer die relative Bewegung der Flüssigkeit, den Kör«- 
per als ruhend gedacht, aufzusuchen. Die Bestimmung dieser 
sechs Coefficienten hängt allein von der Gestalt dis Körpers 
ab, nicht aber von seiner Bewegung, und kann also für jeden- 
Körper a priori vollzogen werden. 

Da hierdurch die Geschwindigkeiten der Fltissigkeitstheiichen 
auf die Geschwindigkeiten des festen Körpers zurückgeführt sind, 
so ist es nun auch möglich, den Druck an jeder Stelle der Flus« 
ngkeil auf diese Elemente zurückzuführen. Man findet, dafs der* 
selbe aufser dem von der Schwerkraft herrührenden Gliede einen 
Theil enthält, der aus den BeschleunigungeA auf lineare Weise 
zusammengesetzt ist, mit 'welchen der Körper seine Fortbewegung 
und Drehung ausführt, und aus einem andern, welcher eine ho- 
mogene Function zweiter Ordnung der gedachten sechs Ge- 
schwindigkeiten ist, und die Coefficienten sind wiederum Func«^ 
tionen der relativen Coordinaten des betrachteten Punktes. Indem 
man nun die Componenten und Rotationsmomente bestimmt, 
welche für den Körper aus dem an seiner Oberfläche wirkenden 
Druck hervorgehen, findet man dieselben sämmtlich von dersel- 
ben Form wie eben den Druck, jedoch mit constanten Coefficien- 
ten; und wenn man insbesondere Körper betrachtet, deren Gestalt 
in Bezug auf ihre Hauptebene symmetrisch ist, so zeigt es sich, 
dafs jede der drei auf d^n Körper wirkenden Componenten aufiier 
einem von der Schwerkraft abhängigen Theile ein Glied eolhalt, 
welches der entsprechenden Beschleunigung proportional ist ünd^ 
außerdem eine Function zweite Ordnimg der sechs Gesehwhi- 



1^^ 8. Hydr^m^ehaiMk. 

(Hsk^H»-; ^nm bestehen 4ieRo4a4i(iam€iaH»le ms mem TMtf« 
w€^ber iw eHtapreehend«« Botutioofib^HhleuMgiuig ppoporiuHMil 
ist, und WS «kitr äbntiche«^ Function z^weiler Or<tniipg, ohne ak^r 
v«ft der &ebw6rkr«ft abhängige Glieder »ufsuweipen. Dies läfai 
sieb auch ao auaapracheBi dafs die laechaniMShefl Gleicbungeii (im 
die Bewegung de« Körpers gewisse CoiTectieneii; der Masse (ver- 
^fchiedeii für drei gegen einander senkrechte RiehUwgen) und der 
Tre^eitsmoinenle erhalten, während sogleich Glieder hinsutreteü» 
wekbe van den aweiten DiQ9i«niSiOQen der secba Geacbwindig* 
keiten abhälfen. Die letztem fallen fort, wenn der Körper ohns' 
Drehttiig varwärta bewegt wird, oder wenn er sich um eine feei 
mk ihm verbundene Axe dreht (Pendel). Dann seigen sieh Wr 
gjkich die relativen^ Bahncurveft der Theikhen (den Körper e4s. 
ruhend gedacht) unahhängig von der Geschwindigkeit, .mit 
welcbeF der Körper seine Bewegung auaführt. 

Die Anwendung dieser Frincipien auf das Ellipioid geataitelL 
die vojUkojntiMne BestiaiiiiAing der Flüeaigkeitflbewegiingen, wenn 
di^ii(elbe in der Richtung einer Uauplaxe ohne Dceiiung fnrtge^ 
schoben» odc»- um eine seiner Hauptaxen ohne Foftbewegung ge-^ 
dreht wird. Dioch hat der Uü&tere FaU eipt nur theoretietbefr 
Int^riessis, um- so mehr, da hi^ die veriinchlässigte Riiihung die 
Ersqhfinung vorzugsweise bestjmmen würde* 

In B^ug auf die Kugel ist JAsbesofldere die Bewegung eioes> 
Pendels im Wasser, behandelt; die erhaltene Correction. der Pe»* 
daltenge schetn^ iodtb den BeebedHuegen nicht gans wk eair 
sprechen. C9L 



J. Plateau. Recherches expörimenlales et theoriques sur les 
figures d*6quilibre d'une masse liquide sans pesaoteur. 
Troisieme sörie. Theorie des modifications que subissent 
sous rinfluence des mouvements vibratiores les veines 
liquidiBs laocöes par des orifices circulaires. M^m.d.Brux. 
XXX. 1. p.l-56t; Cosinos IX. 286-294; Arch. d. sc, pliys. XXXIK. 
taO't.ld?; inst. I8S0. p. 3^3-364; Pfiil« Mag. (4) Xl'V. 1-22, 431«45t; 
Ciiaeiite YI; 222-2^ 

ä M4es. Bai^MMi* sur le mäoaeire de M. Plamau: Reoher* 
cb^s e^i&ri»eQtales sur les fi|;ura6 d'^uilibra d'uQe niM^e 



Platcack. 141 

Kquide sans pesanteur, y s^rie. Btiti. d. Bftix. j!sm. t. 

p.4-14ri* (€1. d. so. 1856. p.4-l4); last. 1856. p.l5lh463. 
J. Plaiea^. Sur les Ib^ories r^ceotes de la eoBstitetioin des 
yeioei^ liquides laiiciäes par des orific6s cireulaires. Butt, d; 
Arax. XXIU. 1. p. 737-755 (CL d. sc. 1856. p. 205-22ai>; ?hil. Mfig. 
(4) XIL ?86-297; Inst. 1856. p. 429-432; Ann. d» chioa,. (3) l.- 97: 
108; Poee. Abd. XCIX. 594-610; Cosmos X. 19-23; Z. S, f. Natun*» 
X. 43-44; Cimento V. 182-187. 

Pie zuM6t angefahrte gröfsere Arbi^ii des Hro« Pi^AtaM 
biUek ^e Fariaet»uj9g seiner fcühefen Betr^cbbvRgea über 4ie 
Nutur 4ea ^Msfliebendeii Strahls» in welcher er geilere Felge^ 
rungeft aus seiner ßrundhypelhese mhlf 4ßb mmiQh die ^apü^ 
laren l^räfte die Hauptursacbe der behaMdeUen Ejjscheiaung seiepi 
lUMli dafs dj^ Wirl^ttDgen derselben mit. den CapiU^eRseheiwpg^ 
«A üuhewdeOy dem Gewicht der Schwere entoageiien Flttssigkcsiiti* 
nassen volUU#dig verg^eiehbar seien, eine Uyp^eee, welche 
▼ea wdero Physijieiin weht mibeduigi engenomineo M'orda» int^ 
E«k vifid ^lerdings niemand kugMn, daJs bei der ZerßiUtiog 
eiikea. Sfrahla 19 Tsepfen, welche ie einiger Entfernung 99^ def 
iMisiufs4Ai}ing vor sieb geht^ die capillareo. Kräfte, ein. weeent» 
liehM MefoeoA bilden^ a^ eben ao wenig kann man dJA Mögiieb^ 
kieit abweisen, 4ak die Bewegung tind die Scbwenkraft <üieWii^ 
kiingeni diMej^ Kl^äfte binretebend BMidj£i)i«en kann, um dje- 4nf- 
ajdiiaf^r nnmitteJU^arer Analogieen wenigaiens: gewagt ersebein^n 
ui laasen. Und che ikeoMiacbe' Ableitung qualitativ ähnlicher 
Erscheinungen^ wie die Natur sie bietet, darf man vieHei^hlk nicfat 
c^inpual als ein Zeichen fiir die Zweekmäisigkeit den Xhnorie be* 
trachj^:, ao lange die Theorie» als blofses Rä^onnement auflre« 
^od, dmrobaus keinen A^haU fnr die nutnecisch-e Vergleicbung 
der Resultate bietet. 

In der vorliegenden Abhandlung wendet Hiv P^ate^av 
aaine Pmneipien vorzugsweise anf die; von SiAvjaij: bnoba^^hteten 
AnacbiMellungm an, welehe m. ^.nkr/ecdt barablallender ^ifirili 
bfii Aniwesenfaeit) vom Tönw »eigti, welehe er selbst durch 4iu(* 
inllen auf emt Membran, eder welche ein m seiner Nabe befind« 
liehet viMkaliaches Inatr^unent hervorruft, bden» Hn Phi^ßMiM 
d«nta m^gfiAy daCi diesA Ami^«i^l«agen BunMhsl* Eolc» der be^ 



^44 ^« Hydromechanik. 

^nnanden Tropfenbildung sind (und sieh abo auch bei Mangd 
jegh'chen Xpn^ in geringem Grade zeigen mufsten), und dafs die 
SchvvingUDgsdauer des Tons, welchen der Slrahl beim Herab- 
fallen auf eine Membran erregt, der Zeit gleich ist, weiche zwi- 
schen einer Anschwellung und Zusammenziehung in dem Strahl 
verfliefst, zeigt er dann, wie unter Umständen die durch diesen 
Ton an der Ausflufsöffnung hervorgebrachten Vibrationen die 
Wirkung der tropfenbildenden Molecularkräfle vergröfsern, also 
die Erscheinung intensiver machen; wie fremde Tone, sobald sie 
mit dem gedachten in Einklang stehen, eine gleiche Wirkung 
hervorrufen, die sich aber in verwickelter Weise modificirt, wem. 
der Ton sich von dem ursprünglichen Tone des Strahles entfernt, 
u. s. w. Auf diese Weise bringt er der Reihe nach die von 
Savart beobachteten Erscheinungen mit seiner Theorie in Ein* 
klang. Dagegen hat er neue Beobachtungen hinzugefügt über 
Strahlen, welche eine seitliche Geschvi^ndigkeit haben. Die Er« 
klürung der Scheiben, welche der Strahl dann im Allgemeinen 
bildet, und welche offenbar hauptsachlich von der verschiedenen 
Zuflttfsgeschwindigkeit an verschiedenen Stellen der Oeffnung 
herrühren (wie Magnus in seinen im Berl. Ber. 18&5. p. 92 
besprochenen hydraulischen Untersuchungen aus einander setzt), 
ist wohl der schwächste Theil der vorliegenden Arbeit Dagegen 
sind interessante Beobachtungen gegeben über die AuflSsung «fie- 
ser Scheiben in einen oder mehrere zusammenhängende Strahlen, 
welche man bemerkt, sobald die tiefere Quinte, Octave etc. des 
dem Strahle eigenthümlichen Tones angegeben wird; und zu- 
gleich giebt Hr. Platbau seine theoretische Ansicht über diese 
Erscheinung, welche nach ihm auf der zusammengesetzten Pe- 
riode beruht, welche die Geschwindigkeiten der aosfliefscnden 
Molecüle durch die Molecuiarwirkungen und die angegebenen 
Töne erhalten. 

Der Bericht des Hrn. Maus enthält einen Versuch war 
Aufstellung einer der PLATBAu'schen entgegenges^etzten Theorie, 
welche die Capillarkräfte geflissentlich ignorirt und alles alt 
einzige Folge der Schwerkraft betrachtet wissen will. Um <fie 
Polsationen des Strahls zu erkliren, sieht sich Hr. Maus genS- 
thigt, Sehwankongen in dem Druck enzunehmen, weieheii eber* 



Maoii. Platbav. .Havbw. {45 

h«H> 4ar AurfbilaSfiimg ^ Bkrimenie MaMe durch die umge- 
benden ruhenden FliUsigkeitoschiehien erleide, Schwankungeny 
welche entstehen sollen»* weil die Trägheit der Flüssigkeit ^ie 
verhindere, der an der Ausflu£s5Amng eintretenden Contraction 
<4uie Zeilverlust in ihrer ganzen Ausdehnung %u folgen. 

Hr. Platbau antwortet dieser seltsamen Theorie, indem er 
•ie, sowie andere, insbesondere die von Magnus aufgestellte, su 
widerlegen sucht durch den Nachweis, dals in einzelnen Fällen 
jedenfalls der EiofluCs der Schwerkraft der Wirkung der Mole- 
colarkräfte gegenüber gering sei, wie bei einem horizontal austreten- 
den Strahl, der bei sehr geringer Fallhöhe bereits zerreifse* Auf 
absolute Schärfe kann natürlich weder dies noch das Frühere 
Anspruch machen. Cl. 



Hagen, üeber den Einflufs der Temperatur auf die Bewe- 
gung des Wassers in Röhren. Abb. d. Berl. Ak. 1854. 2. 

p. 17-98t. 

Während man im Aiigemeinen angenommen hat, dais die 
Geaehwindigkeit des Wassers in Röhren mit Erhöhung der Tem- 
peratur sunehme, hat Hr. Hauen in der vorliegenden Abhand- 
lung das merkwürdige Resultat erwiesen , dals diese Geschwin- 
digkeit Anfangs swar mit wachsender Temperatur zunimmt, dann 
«her ein Maximum erreicht, sich eine Zeitlang vermindert, und 
dann von einem Minimum ab wiederum zu wachsen beginnt Die 
Curve also» weiche man erhält, wenn man die Temperatur zur 
Absciase wählt und die zugehörige Geschwindigkeit zur Ordi- 
nate, hat zunächst einen aufsteigenden Schenkel, senkt sich dann 
und steigt endlich in einem zweiten Schenkel wieder auf, wel- 
cher jedoch ganz anderen Gesetzen zu unterliegen scheint als 
der erste. 

Die Gestalt und absolute Lage der Curve hängen aber nicht 
von der Temperatur allein ab, sondern auch von der Weite und 
Länge der Röhre, durch welche das Wasser ausfiiefst, sowie von 
der angewandten Druckhöhe, und zwar so, dab bei gröberer 
Weite und bedettfenderer Druckhöhe sehr bald die Punkte des 
Maximums und Minimums, welche niemals sehr weit von ein. 
FoctMlv. ±np.lXL 10 



14^ 8. HjTdl'AiM^haDifi« 

ani^t enHfertit }kgm^ iem Gifri^rpuilkte w mi iilttor chtteeibM 
faUtii. DMin allerdings komml at«« nur d«r zvvtito Schenktt Mt 
Erschekuitig; und dies ist wohl der Grund, weslmlfe die w» 
Hrn. Haobn beobaebleten Erscheinungen früher nicbl wefarge» 
nommen sind. Ebenso falle» bei sehr engen Röhren* und sehr 
ktemer DriMkhöhe M-axinun» imd Minimum über de» Siedepunkt 
hkiaus, «md hier kommt also nur der ersie Schenkel der Curve 
eum Versebein, welcher wie jener ein Aukteigeii, aber eui* slei«* 
leres, zeigt. 

Dieser UmsUbide wegen besohrünkte «ch Hr. HAemi auf 
Rühren, deren Durchmesser zwischen 1 und 3 Linien belrugeB^ 
Das Wasser flols aus einem Geßh, das auf conslantem Niveau 
erhalten wurde, durch die untersuchte Röhre nahes» horizo«ilsl 
aus, und dann über die Kugel eines Thermometers in ein Gefäfs, 
welches zum Abwägen der in bestimmten Zeiten ausgeflossenen 
Wassermenge bestimmt war. 

Das Wasser, weiches Hr. Hagbn zu seinen Beobachtungen 
anwandte, war Brunnenwasser. Es kam zunächst darauf an, die 
Veränderungen zu iiestinunen, welche das speetfiMhe Gewicht 
desselben bei verschiedenen Temperaiiiren erfuhr. Um die s e lben 
daraustellen^ gelangt Hc Hauen ui dem Ausdrueke 

(r-8,030)* ^ 
^ 56^91 +Q*fi^708, 

wo O das Vohimen eines Lothes Wasser bei der Temperatar s 
bedeutet. Man sieht, dafs dasselbe bei der Temperatalr 3;6IM^ 
(Reaumur) seine gröbte Dichtigkett erlangte. Die ZaMea sind 
nstMich von der speciellen B^ssehafienheit des Brunnenwassers 
abhängig. 

Hr. Haoen beschäftigt sich nun zuerst mit der Untersuchung 
des ersten Schenkels der Curve. Nennen wir die Druckhöhe k, 
und c die ihr entsprechende Ausflufsgeschwindigkeit, so kennte er 
di^ Beisiehung beider durch die Oleiehung daraleHen 

hi dei> CoaÜcienlen ist q der Radios^ i die Länge dw Aöhna^ 
wfihfSiid f^Oiß'^^f^ CsttstanUa bezeichnen, weleba- wn der Naior 
da» BMire nicht mehr abauhänge» scheinan. 



Der enfli Tlieil dKtai» Andvütks, wddfaei' Ton e unabhängig 
i$ty «wetditv daher aeigi, tlaflr der Ausßofe bei eiiieia gewiseen 
ndeh iiieiiliehett Dnitke d^mieeli aufMre« kann, ist naeh Hrn. 
I1*0BN der capiUare Druck, wekfaen der auatretende S^ahl an 
eefaier Oberflaefae erflifart, und wcieber der Druckhöfae evleegen- 
wirkk Diteen Droek hat bekanntKch Hr. Haobn auch in frShe- 
reu Abbandiitilgoi doreb eine äpannong der Oberfläche eraetat, 
ig» AnBcbittii an die Voraiellimgen, welche Thomas Yoono in die 
Theorie der Capiilarität eingefülirt hat. Es bezeichnet dann fi 
die Anaahl von Lethen, durch welche die Spannung eines 1 Zoll 
br«ileii StreiÜDAa der Waaaereberfiftche gemesien wird, f dasOe- 

wicfit eines CubikzoUes Wasser := j^. 

Der aweite Theil des Ausdrucks für A giebt denjenigen Theil 
der Droekhöke aa, weleher amr Uebefwiadnng des Rcnbungfeh 
wideratandes verwendet wird, die WiderataadsftMie. Man «eilt, 
dais aie der ersten Poteni der Geschwindigkeit proportional ist. 
Der Caeffidenl ^fieser Geaebwindigkeit iat dem Veknaen der 
Röbre pföportianal;^ ein besondere» inleresse aber verdient der 
Nemier. Man kann nämlieb die Bedeutung der stete s^ kleinen 
Cenatanin a dahin aussprechen, dafis sie die Dieke einer der 
Röhrenwand anliegenden, sehr dönnen, aber doch merkbehen 
Waasecanfaicbt beseichnet^ welehe wahrend der ganun Bewegung 
in Ruba bleibt) indeCa innerhalb derBeB>en ein WaaaercyMnder aieb 
faitaobiefal. Hr. Hawh niomt hierbei Gekgenheii, genauer auf 
die nethwendige Vorstellung einzugehen, dals die in der RShm 
bewegte FlQ^sigkeit aus unendlich vielen eoncentrischw Cylin- 
dern bestehe, die sich in einander in der Weise fortschieben, dafs 
der mittleae die grttfste (Geschwindigkeit hat, und die Geschwin- 
digkaÜMi naeh aufiien hin nbnehmM. Er nimmt an, dafi^ die 
Onaeftwindigkeilen auf einander Mgender gieiefr dicker Cyiinder 
in afühmeüather Reibe abnehmen (was wohl nur als Annäherung 
betarnehtet werden kann), und leitet hieraus den gedachten Aus- 
draek fär den Widerstetsd ab« Zugleich führt dies auf eine phy- 
sibnünefan Bedeaiuni; der konstante ß^ nämlich 

10» 



448 S. Hydromechanik. 

WO fi die Kraft bedeutet, welche erforderlteh ist, um die Form 
eines Wasserwärfels von 1 Zoll Seite in einer Secunde so zu 
verändern» dafs die eine Seitenfläche um 1 Zoll verschoben wird. 
Der dritte Theii endlich stellt die GeschwindigkeitshShe dar, 
d. h. diejenige Druckh5he, welche man durch Vergleich des aus** 
fliefsen^en Wassers mit einem fallenden Körper erhält Es ist 
bekanntlich bei dem Durcbflufs durch eine Ansaizrohre sur Dar« 
Stellung dieser Höhe erforderlich, den theoretischen Wertfa 

A = j- zu ersetzen durch h = ttt^» "wo h bei geringer Druck- 

hohe bis auf 0,7 sinkt. Die Vergleichcmg dieser Formel mit dem 
ersten Theil des letzten Gliedes in der obigen Formel giebt 

o/ = Tp-, woraus k nahezu = 0,76 gefunden wird. Beiläufig 

giebt Hr. Haobn eine rein theoretische Erklärung ffir diesen 
Cöefficienten, nach welcher er ebenfalls diesen Werth annimmt. 

Von den eingeführten Cöefficienten zeigten nur ß und ß^ dre 
Noth wendigkeit, sie von der Temperatur abhängig anzunehmen 
(die Capiilarconstante also nicht). Und zwar erhielt ß eine der 
Temperatur proportionale Correction, ß*, allerdings überraschend, 
eine Correction, welche der Cubikwursel der Temperatur pro- 
portional wurde. 

Der Verfasser wendet sich nun zu der Besianmiung der 
Maxima und Minima, und findet die Temperatur durch die Oe» 
schwindigkeit e und den Radius q der Röhre dargestellt mittdsl 
der Formein: 

Maximum ^t = 4,397 -f 0,01825 c — 1,274 . jc 
Minimum Vv = 4,397 + 0,01825 c -• 1,047 . fc. 
Das Eintreten eines MaximMms und Minimums glaubt er dadurch 
erklären zu können, dafs die gesteigerte Beweglichkeit des Waa» 
sers bei einer gewissen Temperatur innere Bewegungen veran« 
lasse, welche zunächst auf die Ausflufisgeschwindigkeit vermin- 
dernd wirken, bei gesteigerter Temperatur aber eine gewisse 
Gränze nicht überschreiten können, wo dann also die gröfsere 
Beweglichkeit auch wieder eine gröfsere Ausflufsgeschwindigkeit 
hervorruft. 



Habtivs. 449 

Der sweile aufsteigende Sdieokel gab eine ähnliche Glei- 
chung für die Druckhöhe wie der erste; aber an Stelle der dort 
gegebenen Widerslandahöhe tritt hier ein Auadruek von der Form 

wo m ein CoefBeient ist, der aus einem constanten Theiie be- 
steht und aus einem anderen, welcher der Quadratwurzel der 
Teoiperatur proportional ist. 

Den Schiufs der Abhandlung bildet die Vergleichung älterer, 
besonders von Bossut angestellter Beobachtungen mit den vor- 
fiegenden Formeln; welche eine hinlängliche üebereinstimmung 
in den meisten Punkten darbieten. Cl 



J, Harting. Ueber kleine Wirbelbewegungen in Gemischen 
von Wasser und flüchtigen Flässigkeiten. Poee. Ann. XCYII. 

50-67t. 

Hr. Hartino beschäftigt sich mit einer Erscheinung, auf 
welche E. H. Weber aufmerksam gemacht hat (Berl. Bor. 1854. 
p. 7). Ein Gemisch von Alkohol und Wasser, welches aulserdem 
fein vertheilte leichte Korperchen enthält und Luftblasen ein- 
schliefst, seigt an diesen Blasen kreisende Bewegung der Körper- 
theilcben. Hr. Hartino. ist geneigt , dieselbe der Verdunstung 
des Alkohols zuzuschreiben, welche innerhalb der Luftblasen vor 
sich geht. Er machte denselben Versuch, indem er den Alkohol 
durch andere Substanzen ersetzte, und fand noch bei Holzgeist 
und Aceton ähnliche Bewegungen, nicht aber bei Schwefelätheri 
Chloroform, Terpenthinöl , wonach er es als eine Bedingung für 
den Eintritt dieser Bewegungen glaubt ansehen zu dürfen, dafs 
die in Rede stehende Flüssigkeit die Eigenschaft haben müsse) 
sich mit Wasser in jedem Verhältnisse zu mischen. Cl 



450 ^« HjdmiMhaDik. 

Pwow. (Jeher cUe iGeset«e der SdiwiagiiBgefi mn fittssig- 

Der ¥erfaMeT v^rsoehl einige fiiei»ei«le «her DteciMiea 
derjenigen Integrale für kleine Bewegungen einer Flüssigkeit in 
cylindrischen Getäfsen zu geben, welche schon Poisson aufgesteili 
hat. Sein Räsonneinent enthält mehrfach Ungenauigkeitea» anf 
welcJie die deutsche Uebersetzung in Anmerkungen bereits auf- 
merksam gemapht hat, und die erlangten Resultate sind von kei- 
ner ii^ofsen Bedeutung. Es liegen zugleich Beobachtungen vor^ 
aus weichet) die Dauer der an der Oberfläche eotsteheodeo 
Schwingungen mit den theoretischen Formeln verglichen werden 
soll, ohne dafs indefs über die Art der Beobachtung etwas N'i^ 
heres angegeben wäre. CL 



Brascbmann. D^termioalioQ des posilions d'6quilibre des corps 

flottaotS. Bulf. d. natural, d. Moscou 1855. 1. p. 111-149; Eaman 
Arch. XV. 282-329t. 

Der Verfasser spricht, Bezug nehmend auf eine Abhand- 
lung von Dawidow (Erman Arch. VII. 359), von einer wesent- 
lichen Vereinfachung, mit welcher er die Theorie der. Meta- 
centerflächen bereichern wolle. In der That ist das von ihm 
erlangte Resultat aber von keiner allgemeinen Bedeutung, und 
fliefst für diejenigen Korper, auf welche es überhaupt anwendbar 
ist, von selbst aus der gewöhnlichen Theorie. Die Voraus- 
setzung, welche er über die von ihm betrachteten Körper macht, 
ist nämlich die, dafs die Schwerpunkte paralleler Schnitte in 
gerader Linie fiegen und dafs der eingetauchte Theil der Ober- 
fläche von jeder geraden Linie nur in zwei Punkten geschnitten 
wird. Das triSl bei Oberflächen zweiter Ordnung und unter ge- 
wissen Umständen bei Frismeii zu, und diese Korper sind es 
denn auch, auf welche der Verfasser seine Theorie anwendet. 
In diesem Falle giebt er für die Auffindung der Metacenterfläche 
folgende Regel. 

Es sei z = /*(jr, y) die Gleichung der Oberfläche des Kör- 
pers. Man löse dann die Gleichung /'(jr, jf) = ajr -f % 4* ^ ^^^^ 
X und y auf. Diese Auflösung giebt, der oben gemachten Vor- 



Popow. BaiiAMiiAjr«« Watziobil. |{(^4 

aittseUUDg SU Foige>awei Werihe or^jr,, durch y ausgedriicki, 
und swei WerÜi9Ai Jt, diTfli <r #t«|g|d«a|kt N|in bilde hierauf 
die Gleichungen 



4^ 



9>,(«*i •>*,<?)» 



und ersetze sie durch die folgenden 

Wenn man die aus diesen Gleichungen gewonnenen Werthe von 
o, 6 in die Gleichung 

dZt= adS--bäfi 
einfuhrt, so ist die entstehende Gleichung die Differentialgleichung 
der Metacenterfläche. 

Der Verfasser wendet diese Rege! auf Körper an, welche 
von einer Kbene und einem Paraboloid oder einem fiUipsoid 
begränzt werden, und ^auf ein dreiseitiges Prisma, von weMtem 
nur eine Ecke eingetaucht ist. CI. 



WiTZ9€ftEL. Die neuem hydraulischen Untersuchungen. Z. 8. 
f. «atb. 1856. 1. p.29-47t. 

Die vorliegende Abhandlung giebt kurze Notizen über frü- 
here Untersuchungen der Gestalt und Geschwindigkeit eines aus- 
fliefsenden Strahls, um sich dann der weitläufigeren Reproduction 
der Abhandlung von Magnus über diesen Gegenstand zuzuwen- 
den , über welche bereits im Berl. Ber. 1855. p. 92 gesprochen 
worden. Ch 



Fernere Literatur. 
G. MAinARDi. Dei movirneoli di uo semi-elissoide omogepeo 

galleggiante in uo liquido. G. delV Ist. Lomhardo Yill. 321-324. 



15^ 9« AcPooiediMrik. 

9. AeroneokaBik« 



SoNDHAi}88. Note suF la forme des veines gazeuses ^mises 
par des orifices circniaires. Ann. d. chim. (3) XLYI. 253-254. 
Siehe Berl. Ber. 1852. p. 130. 

T. Tatb. Od a new double acting air-pump with a Single 

Cylinder. Phil. Mag. (4) XI. 297-300t; Arch. d. «c. phy«. XXXU. 

146-147. 

— — Od certain modificalions of the form of the new 
double acting air-pump with a Single cylinder. Phil. Mag. 

(4) XI. 360-363t; Arcb. d. sc. phys. XXXII. 147-147. 
Hr. Tatb giebt verschiedene neue Conslructionsarien einer 
Luftpumpe an» welche indefs sämmüich auf ein Princip hinaus- 
kommen. Es wird nur ein Cylinder angewandt; der Kolben aber, 
welcher sich in demselben bewegt» besteht aus swei fest verbun- 
denen Scheiben. Bewegt sich derselbe nach oben, so wird aus 
dem Über der obem Scheibe befindhchen Raum die Luft ausge- 
trieben, unter der untern aber verdünnt, und dieser verdünnte 
Raum tritt zuletzt mit dem Recipienten in Verbindung. Umgekehrt, 
wird der Kolben herabbewegt, so entsteht oberhalb ein luft ver- 
dünntes Prisma, welches zuletzt mit dem Recipienten in Verbin- 
dung tritt, und unterhalb wird die Luft ausgestofsen. Die ange- 
brachten Modificationen sind vornehmlich Ventile in den beiden 
Scheiben, welche den Kolben bilden. Cl. 



J. J. SiLBBRMANN jeuno. Applications d*un nouveau Systeme de 
robinet ä des machines pneumatiques aspirantes et fou- 

laotes. C. R. XLll. 1051-1054t; Cosmos YilL 610-612; Poeo. 
Ann. XCVlil. 638-642; Inst. 1856. p. 211-211; Z. S. f. Naturw. Ylll. 
358-359; Z. 8. f. Math. 1856. 1. p. 382-384. 

Der Hahn, welchen Hr. Silbermamn anwendet, ist sechsfach 
durchbohrt, in der Weise, dafs zwei «der Gänge, vertical und am 
untern Ende gebogen, die Communication zwischen zwei' Reci- 



Tavb. SiuxaxAmi« Chowrb. WMbBRiDei. 453 

pMlea und iwes VenlileD hersusiellen besiimmt sind, von welchen 
aeh das eine nach ab«n» das andere nach unten öffnet; zwei^ 
aftdore Gänge , welche sich in Gestalt eines X begegnen, ohne 
lieh SU treffen j werden benulst um die Verbindung «wischen 
fieaen Ventilen und Recipienten umzukehren. Endlich befinden 
sieh noch swei horiaontale Gänge in dem Hahn , welche an den 
EndMi rechtwinklig gebogen sind, und welche die Ventile unter 
richy und die Recipienten unter sich in Verbindung setsen können. 

CL 



W. D. Cbowne. Researches od tbe velocities of currents of 
air in vertical tu^es, due to the presence of aqueous 
vapour in the atmosphere. Proc.ofRoy.Soc. Vlll. 177-178; 

PhU. Mag. (4) Xin. 291-292i; Inst. 1857. p. 236-236. 

Die Vorrichtung, welche Hr. Chownb zur Untersuchung der 
Luftströme in einem Zimmer anwandte^ ist im Berl. Ber. 1855. 
p. 106 beschrieben. Er hat nun mit seinem Anemometer auch 
<{uantitative Messungen angestellt^ indem er es zunächst über 
einem mit Wasser gefüllten Aspirator befestigte und diesem das 
Wasser mit einer gewissen Geschwindigkeit entzog; hierdurch 
erhielt er die jeder Geschwindigkeit des Luftstroms entsprechende 
Umdrehungsgeschwindigkeit des Anemometers, und konnte somit 
umgekehrt aus der Umdrehungsgeschwindigkeit desselben auf die 
Stärke des Luftstroms schliefsen. 

Er fand wiederum, wie früher^ die Geschwindigkeit des in 
einem Zimmer aufsteigenden Luftstroms mit dem Wassergehalt 
der Luft steigend, unabhängig von der Temperatur. €1 



W. E. WooDBRiDOB. On the measurement of the pressure of 

fired gunpowder in its practical applications. Sillimak J.^ 

(2) %SJL l&3*l59t. 

Der Verfasser theilt Beobachtungen über den Druck der 

eaM mÜ^ welche betm Abfeuern eines Geschützes entstehen, die 

«r jedMSh mir als vorläufige betrachtet wissen will. 'Er bediente 

«rii dnes mirl Gel gefüUlM oylindrischen Piesometers von Stahl'; 



154 ^^' EUHtMkftt fettw* Kifp#r. 

ein PMm, ^elohes 4m ein« Enck im OfUodtrt mtkUoCi mmk 
fhurcfa äuraern Druck dag Otl eoioprinMrle, gib dM MmCb das 
ümckes.. Dieser Apparat wiird« a«f 4eak Gmchaii anttelsi omt 
IMilea Schraube bdTestigl, welche die Verbiadwg inifc dem km 
RauM desselben herstellte. Der entwiclceke Druck fand sich t 
bis an 1400 Atmosphären ansteigend« Bei der Berechnung wunk 
indefs nicbt darauf Rücksicht genomnMi, dafa mSgiieherwniat 
die Wirkung eines heftigen, kurz dauernden Drucks wegen dar 
veränderten speciiischeh Wärme eine andefe sein kann als die 
eines gleich grofsen Drucks, allmäKg angewandt. Der Verfasser 
verweist in Bezug auf diese Verhältnisse, die er glaubt ermitteln 
zu können, auf eine nächste Reihe von Untersuchungen. Cl. 



Fernere Literatur. 

C. Gabussi. Sulia direzione degli aerostati. TonroLiNi Ann. 

1856. p. 148-193. 
SiEMKN. Improved air-pump. Mecli. Mag. LXIV. 61-61. 
J. GuiLLET. Description d'uo spirometre. C. R. XUll. 214-216; 

Cosmos IX. 295-298, 676-677. 

B. ScHNKPF. Note sur un nouveau spirometre d'une sen^i- 
bilite et d'une simplicitö exlrömes. c. R. XLIlI. 1046-1049; 
Cosmos IX. 603-606. 



10. Elasticität fester Körper. 



Bancalari. Sur les forces molöculaires. Cosmos VIII. 50i-503t. 

, Hr. Bancalari sielU als allgemeines NattTgeflete hm, daCs 
^e RetwJtante der auf ein MMe^üt eines K^e» «wirkenden Kräfte 
iadireefc {Mpertieaal iei der dritten Polens des (VkleeniArnbalaMli«» 
«nd direet proportional der VeränderuH^ dee Mokonbrnbilandefti 
lal deaneeb X ifie Reaulkanto der nnf im Mofetül 



Kräfte, x die frühere Entfernung der Moiecüle, und jr' die jetzige, 

80 8oH Jl' s= — ;^j^ «ein. 

Wird s. B. ein fester Körper aus einander gezogen, so seist 

flr. Bancal4R1 x' — X = if , und es ergiebt sich K = 4.>f» ' 

Bringt .also bei einem Metaltdraht die ziehende Kraft W eine 
VergrÖfserupg if des Molecularabstandes hervor, und ferner die 
ziehende Kraft K die Vergröfserung cf' = n^ des Mole<;ular- 

wttmdei , so ist -57, a« . , ,,3 : ; — i — tt^? ss — unter der 

nicht gerade unstatthaften Annahme, dafs df und auch ndf gegen 
jr verschwindet. Es ist demnach bewiesen, dafs zu einer nfachen 
Verlängerung eine nfache ziehende Kraft erforderlich ist. 

Es liegt auf der Hand, dafs derselbe Schlufs sich ergeben 
haben würde, wenn in der Formel für JI' an die Stelle der dritten 
Potenz des Molecularabstandes eine beliebige andere Potenz des 
Mobcularabstendes träte. Es kann ako das Bisherige keinen 
Beweis für die Richtigkeit des BANCALARi'schen Gesetzes liefern. 

Hr. Bancalari ist indefs der Meinung, dafs aus seiner Formel 
auch das Uravitations- und das IVlARiOTTB'sche Gesetz als specielle 
Fälle berffieCsen. Um das Gravitationsgesetz abzuleiten, nimmt 

er JO« in der Fermel R = ■■ ■ »., verschwinde jr gegen 4/, 

JT I VI/ 

so dafs Bf ssz — SS — würde. Dies ist indefs ein Trugechluls. 

Aus S! s= — j^ folgt, dafs Ä' mit x' — x zusammen gleich 

Null mrd» Man darf also für x aieht einen beliebigen Werth 
der Entfernung zweier Mokcule annehmen; sondern es muh für 
X diejenige GröCse des Molecularabstandes gesetzt werden, für 
welche Bf ss wird. Es kann demnach, wenn von der Gravi- 
lelion die Bede is^ nur x ae- 00 sein. 

BMinüt nm C die Anziehung, weieke in der Eitfernung 1 
«usgeäbt wird, so hat man 

«, x' — X j ^ 1 —X , Jl* 1 x'—x 

Dm.mmtm Ftdor 6m MMen Aiasdnieks ist aber 



f 56 1^* Elasticität fester Korper. 

= =- = 1 wegen jr = oo, 

1 — - 

Nach dem BANCALARi'schen GeseU wäre also R' = --^f undnich^ 

C 

wie Hr. Bancalari meint, Jt' ss —^. 

Wenn nun auch schliefslich das MARiOTTE^sche Gesetz als 
eine Consequenz des vom Verfasser aufgestellten Salzes sich er- 
geben mag, so ist zu bemerken, dafs man mit der Kenatiult der 
Resultante aller auf ein Molecül einer gegebenen Gasmasse 
einwirkenden Kräfte wenig oder gar nichts gewonnen hat, wenn 
man, wie es in Wirklichkeit der Fall ist, diese Resultante auf 
keine Weise aus Componenten abzuleiten weifs. Kr. 



DB Saint-Vbnant. Resistance des solides. In»t. 1856. p. 457-459t. 

Da die Berechnung des Widerstandes, welchen prismalische 
Körper gegen Biegung leisten, wesentlich von dem Trägheits- 
moment des Querschnittes und dessen Hauptaxen abhängt, so 
hat der Verfasser zur Ermittlung derselben folgende elementare 
Sätze aufgestellt, auf welche sich die Bestimmung des Trägheits«* 
momentes und der Hauptaxe zusammengesetzter Flächen redu* 
ciren iäfst. 

Es sei J das Trägheitsmoment einer Fläche (o dann ist 

1) für ein Trapez, wenn man eine der nicht parallelen 
Seiten sur Axe nimmt, und durch y und y^ die Abstände der 
gegenüberliegenden Ecken von derselben bezeichnet, 

2) für ein Dreieck, wenn eine beliebige Gerade in der 
Ebene desselben die Axe ist, und y, y^, y^^ ihre Abstände von 
den Ecken bezeichnen, 

3) für dasselbe Dreieck, wenn man die Axe parallel ni der 



DS SAIHT - Ve» AHT. i 5 7 

vollen dureh den Schwerpunkt legt, 

Ferner seien u und v irgendwelche rechtwinklige Coordinaten 
eines Punktes; dann erfordert die Bestimmung der Hauptaxe die 
Berechnung der zwei Trägheitsmomente 

J = / rVfti, •'/ = / u*d(o, 
und des Integrales 

JiC = / uvdio. 
Es ist nun 

1) für ein Rechteck, wenn die Axen der u und v mit deti 

Seiten parallel sind und wenigstens eine durch den Schwer- 

pwkt gehl, 

jr = 0, 

2) für ein rechtwinkliges Dreieck, wenn die Coordinaten- 
axen parallel den Katheten sind, 

und zwar -f-, wenn die positive Seite einer der Coordinatenaxen 
in der vom Scheitel des rechten Winkels aus g^zähUen Richtung 
der ihr parallelen Kathete liegt, während die positive Seite der ' 
andern Coordinatenaxe entgegengesetzt genommen wird, und — , 
wenn beide gleichartig gewählt werden. 

3) Sind a und b die Coordinaten des Schwerpunkts, so ist 

Ä| = Jf -|- foab , 
wenn K auf Axen bezogen ist, von denen wenigstens eine durch 
den Schwerpunkt geht, K^ auf beliebige zu den ersteren paral- 
lele Axen. 

Wenn man den prismatischen Stücken vorspringende Kanten 
oder Rippen giebt, so findet der Verfasser, dafs dadurch der 
Widerstand gegen Biegung nicht immer vergröfsert und sogar 
zuweilen verringert wird, wofern die Quantität des Materials mit 
oder ohne Rippen dieselbe ist 

Will man nämlich Vergleiche dieser Art anstellen, so muk 
man, da der Widerstand gegen Biegung mit ./, der Widerstand 

gegen den Br^ch mit «*- proportional ist, wenn v^ die Entfernung 



4^5g 10. EiMtiftitiH £e«teK Karper. 

der äufsersten Faser von der Axe beieklui»!» di« Wntfie v«» 

J J 



in beiden FäUen mit einander vergleichen, um rein numerische 

Werthe zu erhalten, und zwar weil J von der vierten uftd -r 

ü 

von der dritten Ordnung isL 

Hr. DE Saint-Vbnant berechnet nun in verschiedenen Fällen 
Tabellen für derartige Querschnitte, vt^ie sie im Vorhergehenden 
bezeichnet sind, und findet aus denselben, dafs die Ausdrücke 

--, — r—i sowohl wachsen als abnehmen können. Hr. db Saint- 
Ol" v^Vio^ 

I Vbjiant bemerkt aber nicht, dafs sich sehr leicht dieaar Ucber» 
gang von Wachsen in Abnehmen und umgekehrt ohne Weitüw 
ermitteln und erklären läfst, wenn man die Minima der vorste- 
henden Anadrücke sucht. Giebt es dergleichen nicht, so mufs 
ein conlinuirliches Zunehmen bei geeignetem Arrangement ein* 
treten. Giebt es dergleichen, so findet der bezeichnete (Jeher- 
gang statt. Hierdurch sind wir überhoben, seine Tabellen zu 
reproduciren. Da z. B. für ein regelmäfsiges Kreoz, dessen 
Dicke e ist, und für welches jeder Doppelarm die Länge a hat, 

o t 1 ae* + ea'— e* 
cc = 2ae— £?», J = — -^ 

ist, und da der Ausdruck 

für den Werth - = 1,5 zum Minimum wird, so mufs der Widerstand 

gegen Biegung von — s= 1 bis — s= 1,5 zunehmen, dann ab« 
e e 

nehmen. Statt dessen giebt Hr. de Saint- Vbnant eine Tabelle fiir 

diesen Bruch, indem er denselben für eine Reihe von WertfaeH 

zwischen — =1 und — = 4 berechnet, wobei sich natürlich 
€ e 

er giebt, daüi bei — = 1,5 ein Uebergang vom AlMiehmeD zum 

Wachsen Statt findet. Auf diese Weise werden folgende Formen 
behendelt: 1) das oben bezeichnete regebnafdge Kreuz; tf tiat 



KraüS) dtiPtti kiMr«r Kern €Jn Quadrai ist, dessc» Arne ihr« 
Axen in den verlängerten Mitteiiinie» haben, aber von geringerer 
Dicke als die Seite des Quadrates sind; 3) ein Kreuz, dessen 
Arme in den Verlängerungen der Diagonalen liegen, und endlich 
4) ein kreisförmiger Querschnitt, an weichem auf ähnliche Weise 
vier Rippen 'angelegt sind. Ad. 



DE Saint- Venaät. Sur la vitesse du son. Inst. 1856. p. 21 2-21 ef. 
Ea iti bekannt, dafs die Formel für die Fortpflanzungsge- 
schwindigkeit des Schalles V = ]/— i in welcher // den Druck 

der Luft und q ihre Dichtigkeit bezeichnet, mit der Erfahrung 
wkhl jibereiastimmtf und dafs Laplacb eine Verbesserung der- 
selben gegeben hat, indem er F = v— setzt, wo rundcj die 

SfMffatjBsghep Wärinaü bei respective coostantem Diuick und con- 
alajalar Oi^hti^it bedeuten. 

' Geht man auf die ßntwickluDg beider Ausdrücke zurück, so 
Sßdßi mM sehr baMi dafs sie auf zwei Voraussetzungen beruht^ 
¥tHi deoea Msher nur eine einer genauem Discusaion unterworfen 
wurde» nämlich die VorausaeUKung des MARioTTE'schen Gesetzes. 
Dia ttübediagte Gültigkeit desselben ohne Rücksicht auf die 
Tam^atur begründet die NBWTOM'sche Formel; die Annahme, 
daCi daa Verhältnib des Druckes zur Dichtigkeit eine blolse 
Fim^lioQ der Temperatur ist, führt zum Ausdrucke von. Laplacb, 
wobei bemerkt sein mag, dafs das Temperaturgesetz dabei gleich- 
gOMig iat Da aiah auch die LAFLACE'ache Formel nicht in völ-> 
%er Uebereinatimmaog mit den Beobachtungen findet, so hat 
LAüBMQn eii anderes Druckgesetz p = qy, wo y gröfser als 1 ist, 

and FoissoN p ss ^*4'^i? ^^ Gründen, die hier nicht erörtert 
werden dürfen, weff diese Gesetze dem IVf ARioTTB*8chen und Gay« 
Lus8Ac*schen Gesetze widerstreiten. 

Nur beiläufii;, glaubt der Berichierstatier auf einen Irrthum 
aufmefisam machen zu dürfen, der sich in der vorliegenden Ab- 
hMidlung vorfindet» in welche das LAoaamHB'aoba Geseta ans der 



160 1^ Elastizität fester Körper. 

LAPLACB'schen Theorie abgeleitet wird. Indem nämlich der Ver- 
fasser aus der letztern die Gleichung 

dp __ cp 

e ' 

entnimmt j integrirt er dieselbe und findet p ss Cq^^ , also daa 

/• 
LAGRANGB'sche Gesetz, wenn man y = — » 1,3748 setzt Aber 

^1 
die LAPLACE'sche Theorie beruht auf der Gültigkeit des modifi- 

cirten MARiOTTE'schen Gesetzes; es kann also nicht aus derselben 
ein Resultat gezogen werden, welches diesem Gesetze wider- 
spricht. Hr. DB Saint- Venant hat bei dieser Integration nicht 
berücksichtigt, dafs dp und dq Variationen sind, deren Verhältnifs 
nur in einem bestimmten Sinne durch die rechte Seite der Glei- 
chung vertreten ist. 

Die zweite Voraussetzung,-, welche bei der Ableitung der 
Schallgeschwindigkeit sowohl von Newton als Laplacb gemacht 
werden roufs, liegt darin, dafs man genöthigt ist, die Entwicklung 
so zu geben, als wenn sich ebene Wellen in einem Yings amschlos- 
senen LuKcylinder bilden, und dafs das Gesetz der elastischen Krifte 
zu Grunde gelegt werden mufs, welches für einen massiven Cy- 
linder gilt, der in der Axenrichtung ausgedehnt oder comprimirt 
wird, ohne dafs transversale Bewegungen der Molecäle en^ 
stehen. . Da bei Berücksichtigung der Temperatur auch seüliehe 
Druckkräfte vorhanden sind, so ist diese Voraussetzung eine nichl 
begründete, und es ist die Absicht des Verfassers die Theorie da- 
von frei zu machen. Ob ihm dieses gelungen, mag dahin geatelil 
bleiben; er nimmt jedenfalls Veranlassung die Resultate, welche 
er in dem ersten Versuch hierzu im Inst. 1850. p. 4^ ^) gegeben 
hat, zu rectificiren. Dieser sowohl wie der vorliegende beruht 
auf der Anwendung der allgemeinern Grundgleichungen der El«- 
slicität fester Körper. Legt man die jrAxe in die Richtung der 
Fortpflanzungsgeschwindigkeit, so hat man aus der Elastidtäts- 
tbeorie unter Voraussetzung eines anfänglichen Normaldruckes JV 
und seitlichen Druckes G die Gleichung 

(I) iV.. = JV+(3G+iV)g+(6-JV)|+(G-JV)g 
') BerL Ber, 1856. p.113. 



DK Saint-Vihant. f §4 

sur Bestimmung des Normaldruckes an einer beMebigen SMie 
der j:Axe, wobei u, t w die VerriicLungen bezeichnen. Will 
man die Gleichung hier anwenden, so mufs man iV = — p und 
^xx ebenfalls negativ setzen, weil die Efaisticitätstheorie N als 
Zugkraft voraussetzt. Da Hr. de Saimt'Vbnant in der citirten Ab- 
handlung diesen Umstand übersehen hat, so werden seiae iN^me-», 
rischen Resultate daselbst unbrauchbar. Bevor nun der Verfasser 
diese Rectification eintreten läfst, .giebt er noch an, wie man die 
Wärmewirkungen in Anschlag zu bringen hat; indessen enthält 
sein Räsofinement viel Willkürliches. Der Inhalt dess^ben ist 
etwa folgender. 

Es sei Qf die Temperatur, welche in einem Luftquantum in 
Folge der Druckveränderung und der Verdichtung frei wird, Q^^ 
diejenige Temperatur, welche dem Luft<}uantum entzogen werden 
nutfs, damit es ohne Drückveränderung dieselbe Verdichtung 
erleide; dann ist lefcht einzusehen, dafs 

bt, wo c und c^ die specifischen Wärmejyi bei respective con- 
siantem Druck und constanler Dichtigkeit sind. Nun sei d die 
lineare 'Auadehnung eines Luflmolecules bei einer Temperatur- 
erhöhung von 1 Grad. Dann ist dieselbe ^ 9fi für die Tem-* 

peratur 8^, daher 

rftt _^ rf«; _ rfw; ^ ^ 

dx '^ dy ^ dz '^ '' * , 

was durch Subalilution in (I) eine Vermehrung des Druckes 
iV^TJt um 

— ©^(3G+iV+G-iV+G— iV) == —e,^{bG—N) 
giebt y also 
(2) iV,,=JV+(3G-iV)^+(G-iV) J*+(G.iV)^ -Ö,(J(5G-iV). 

Ubei Q^ zu beslipfimen» berechnet der Verfasser die Con^ressioi^ 

an . dv , äw 
da^'^Af^dz 

des Lttftmolee&ies aus der Temperatur 9,t als —3&.&n xtfd 

FortMbr. iL.rfcit. XII. II 



|£^ 10. Elüstwkat fester Körper. 

SmM dftdtirdi» 

l /rfti , rfe; ■ rfwN 

Qie^s m die GUichutg 

c ^ Q. + Qji 

sübslituirt, giebi 

al40 wegen (2) 

i3f iV..= JV+(36-iV)g+(6-iV)|+{6-iV)g' 

Will man nun den in der ßichlung der Bewegung wirken- 
de Druck pxx beatimmcn, wenn gar keine transveraalen Dila- 
tationen stattfinden, so eriiält man durch SubstituUon v«n 

,.= .-(|(^+4)-i(4-p)^. 
und. durch Substitution in die Bewegungsgleichung 

^W '^ dx 
die Fortpflansungsgeschwindigkeit 

<^) • ^=y[f!i(|+*)-i('-7)}i- 

Dieser Werth geht für — = 1, d.h. wenn man auf Wäfmeiref- 



änderungen nicht Rücksicht nimmt, in 

über, den Hr. de Saint- Venant in der citirten Abhandlung ohne 
weitere Entwicklung, jedoch mit umgekehrtem Vorieichen von py 
gegeben hat. Er benutzt nun (4)„ um die daselbst gegebenen 
Resultate zu corrigiren, hebt aber hervor, dafs diese Formel von 
4er Njiwtpfv'acheiii und LAPLAcn'schen zu wesentticb abweicbft, 
um sie als Correction derselben betrachten zu. 



DK SüIHT-VcWAlllW i%g 

Da G nicht bekannt ist, nuch nicht aus Formeln, welche 
PoKsON^) gittbi, t^ämHch 

entnommen werden kann^ weil da& Geset» der Molecularansiehung 

Jt unbekannt ist, so bestimmt Hr. db Saint - Vbnant umgekehrt 

aus der bekannten Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Schalle» 

den Werth für 6, welcfter seiner Gleichung genügen mufs, und 

«war findet er 

G = 65U*, 

wobei p = 10332,91* angenommen war. 

Gegen dieses Resultat entsteht sofort insofern ein Bedenken, 
welches Hr. de Saint- Vbnai«t etfwahnt, als 6>p werden mfiCite, 
weil der Coefficient G-^-IV^ welcher in der allgemeinen Elastici- 
tätstheorie zur Bestimmung der tranaveraalen CampaAenfte des 
Druckes dient, hier in 6—;^. übergeht und als Coefficient positiv 
bleiben müfste. Um diesem Umstand aufzuklären stellt der Ver- 
fasser Vefmuthungen auf, zu deren weiterer Begründung neue 
Unter»uchungen der Geometer und Physiker beanspruohl werdM^ 
so dafs wir das Weitere fuglich übergehen können. 

Hingegen zieht der Verfasser noch einen zweiten Schlufs aus 
seiner Theorie , der dieselbe mit den vQh Duhamal ') gegisboBM 
Entwicklungen in Uebereinslimmung bringt. 

Wendet man nämlich dieselbige nicht, wie bisher geschehen 
ist, auf ein unbegränztes Medium, sondern auf einen Körper mit 
begränzteti Dimensionen, z. B. auf eine metallische Stange, uv> an 
deren Oberfläche allein der Druck N = — p sieh bafindei,« so 
hat man aufser dem Werth von Nxx unter (3) zwei analoge für 
Pfyyf I^zz' Da diese aber an der Oberfläche = iV werden müs- 
sen, ao kann man aus den Gleichungen 

iV,, = iV, iV,,=:jV 

die Werthe Tür 

dv du) 

d^' dz 

enlwickcln und in (3) substituiren. Dieses giebt 



;') i. d. TBc. poljt. 1829. Cafa* 21. p. 4f>. 
') K d. FEc. polyt. XY. Cah. 25. 



11 



464 10- filastlcität fester Körper. 

'^y ''* 2(5G-JV)^+2(G+JV)''*' 



und 



lyo 



*--"=«l' 



(5G-iV)f(6+JV) 



ist, und die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Schalles 



=yf 



F irt hier offenbar der gewöhnliche Rlaslieitätscoefficient. Wenn 
man N =■ — p als sehr klein gegen 6 vernachlässigt, so entsteht 

J£= -, 

5 + - 
was DvHAMBt gefunden hat, und wenn e ss c, ist, entsteht 

WM die alte Theorie giebt. Ad. 



DE Saint- Vknant. Sur les consöquences de ta th^orie de 
r^lasticit^ en ce qui regarde la th^orie de la lumi^re?. 

Ittit. 1856. p. 32-34t. 

Indem der Verfasser von Neuem die Thatsache beleuchte!» 
dafs es nicht möglich ist, den sämmtlichen Bedingungen zu ge- 
nügen, welche aus der Existenz der doppelten Strahlenbrechung 
hervorgehen, wenn die Vibrationen den Wellenebenen parallel 
sind, bezeichnet er die bereits durch Caucht*s Untersuchungen 
eingeführte dritte Welle, wenn sie auch nicht sichtbare Licht- 
wirkungen giebt, als eine noth wendige und such) die EihwSnd^ 
gegen die Existenz derselben, welche zur Folge hat, dafs die 
Hypothese des Parallelismus der Vibrationen mit den Weilen- 



«W Saiw- VgllAII«. I Qg 

ebeoen nur aog«näberl riehlig isl, tu enikräAes^ indem er witifM 
Gauchy s Rä^oonemeDi wiederholt, als auch eigeoe Grande daftr* 
aufführt un4 scblieCitich eine genauere Untersuchimg der npii* 
sehen Nerven von Seilen der Pliysiologen als wunaehenawerth 
beaeichnet^ Ad. 



DK Saint-Venant. Memoire sur la torsioo des prismes, avec 
des consid6rations sur lear flexion ainsi que sur F^quilibre 
intörieur des solides ^lastiques en g6n6ral, et des for- 
males praliques pour le caicul de leur rösistance ä divers 
efforts s'exercant simultan^ment. ' Mem. d. sa?. ^tr. XIV. 

233-56et. 
— — Memoire sur la flexion des prismes ^tastiques, sur 
les gKssemenls transversanx et loogitudinaux qui Taccoin- 
piigo^it, lorsqu'elle ne s'opere pas unifernii^meni ou en 
arc.de cerde, et sur la forme courbe aflfecl^e aiors ^&r 
les aections transversales primiirvement planes. C.R.XLK 
143-I45t; Inst. 1855. p. 262-262; Cobidos YII. 159-160; Liav- 
TiM.« J. 1856. p.89-186t. 

Wir haben bereits sehr ausführlich den wesentlichen Inhalt 
beider vorliegenden Abhandlungen in den Berl. Ber. 1863. p. 122 
und 1854. p. 94 vorgeführt, indem die von dem Verfasser gege- 
bmen Aussage daau benutat wurden, und beschränken ^ana daher 
dwaafy auf die mit grofser Vollständigkeil gegebenen mathema- 
liadien Eolwieklungen der Theorie nach dem vom Verfaaaer be- 
folgten Principe der sogenannten gemischten Methode, welche 
beiden Arbeiten zu Grunde liegt, hinzuweisen. 

Attfeerdem wird die Aufoftwksamkeit das Lesers noth durch 
eine Reihe elementarer Entwicklungen gefesselt, welche «um End« 
11^ haben, Elesultate der Anwendung eines sehr hoch liegenden 
Cäleüii auf synthetisi^he Weise lur Anschauung zu bringen, in- 
dena Grundbelrachtungen über Molecularwirkungen angestellt 
werden, welche jene Resultate a priori geben. 

Da£s hiarbei zuweilen die Evidenz statt der mathematischen 
NatkwendǤkeit Beweismittel werden muis, liegt in der Natur' 
diaaaff Dazatellungan, welchen die angestrengtesten Bemühungen' 
dar Mathematifcer und Physikar noch nicht die nödiige VoHkom^ 



|fl(5 10. ElMti«kAtliMler Körper. 



geben k^naten. Der AbJiandking üfber die Biegung geht 
eine £mli«king verms, welche eine sehr vollsländige hi^lerieehe 
UÄersMobt über Üe ivkeren Arl>eften dieser Theorie giebt mi die 
gmmmmi t Lileratiir derselben «nthäit; sie entwickelt «isdenn dte 
Bestiminung der Coefficienten in den Ausdrücken der elastischen 
Kräfte als lineare Functionen der Dilatationen und Gleitungen 
unter den verschiedenen Voraussetzungen, welche die Isotropie 
und Nichtisolropie auferlegt. Den sämmtlichen Bedingungen des 
elastischen Gleichgewichts bei der Biegung kann durch die Theorie 
des Verfassers gfsni^gt werden, wenn man die Biegung nur unter 
dtm Einflufa einer ejnsigen Kr^ft entstehen läfstp und v<m;i ge- 
wissen SU vernachlässigenden Veränderungen an der . ^4>dQüehe 
d^ zu bi^^^n Prismas absiebt» ^auf dessen Oherflüche keine 
ii^l^tm i^räfte wkkm dürfen. i)ie ß^ultate g^ra abo a. B. 
fa#i gleichflEiäfsig vertheilter Belaatuag weht; sie aetoen aber «ich 
nksM voraus, da£s das Prisma isairop aek Die Krümmungen der 
Querstilmittey ivetefie die Prismen bei der Biegung erieiden» wer- 
daa isehr aargföltig für ganae Klassen derselben entwickelt and 
durch Zeichnungen anschauUch gemacht. Ad. 



A. T. Kwüraa. üd»er den EuAris der TdrapenAur auf ctte 
El^^stkilM dw ierten Körper und ioabesondere der Mefenite. 

GöMing, Nacl^r. J855. p.219-:^22; lost. 1866. p.262-2i»2, IttflU 
|). J.W-156J BhIL c|, St. Pet. XIV. 273-284, 289-299; Cpinpte-i«ndu 
anou. 1855. p. 1-22j Mem. d. St. Pet. (6) VI. 397-494t. 

Die Ai^eit dm Verfassers, weleke von der Götftinger Societat 
der WiaMnaobaften gekr5nt wurde, aerfallt in aw^ HaitpttheHe: 

1) ßinfkifa der Warme auf die elastische Kraft der festen 
iUtrper^ ao lange die Temperaturerhöhung UeibeiKl iat; 

2) Varändernngen der filasticitüt, wenn die WUrasewirkimg 
aufgehört hat. 

Bfida WirkMgtn aind sehr veroehiedenartig. W«nn die Tem- 
pffatur iMftianDt, at vermindert sioh die E4aatmtiil jedeaqial; 
akfr dt^ WirnaawirkttBg angehört hat und der Ktfifwr in 
uiiiqpri»g^ch« Vamperalnr auräckgekahii iat^ so nimmt dia&k- 



«iWlil ihr« MfaMre Stürke tiiciii «fvMtr m und seigitiehiii Mhr 
liiHiiliÜkfcti W«M bald TeraMhi«, hM immmuieti. 

Ocr VeifjMMr kftt io der Abhandlwig nur daa dj 
il0BMl dM* ElasiMlilt berückaiehligt, d. h. er hm dM 
der Wimo auf die eksUsehe Kraft nur durch ScbwiNguitgeii^ 
IVmweraal^ md TerBianssehiwMiguBgen) beatimoit üiil eiwidiiMi '' 
gM Aber den fiwfiofa der Temperetar auf das aialiwhe Mooieiit 
bat er awar aageaftetti; aber er beaetohnet sie ah aiMatigeii, weil 
die bleibende Aeaderang der FiexioM* und Toraiefliwinkel mA 
BrhMmig der Temperatur io grefa wird» dafs die vorttbergeheaNle, 
welche beebaefalet werden aoJl, gsani darin verschwindet, und 
w«il eine elaatiacbe Nachwirkung eintrilt, welehe gana entgegen» 
geaelate Wnrkungen hervorruft. 

Die elastische Nachwirkung, weiche bewirkt, dafii die Wie^ 
derheralellung des elastiachen GleichgewichU nach Entfernung 
der äufsern Kräfte auweüen erat nach mehreren Tagen eintritt^ 
wenn sie überhaupt stattfindet , hat der Verfasaer beaenders bei 
den Torsionsschwingungen untersucht, und in diesem Falle ein 
empirisches Geseta zu ihrer Berechnung gegeben, welches er 
durch die Gleichung 

darstelit, wo ii^ die Schwingungsdauer für unendlich kleine Bögen, 
A die beobachtete Schwingungsdauer bei elastischer Nachwirkung 
und einer Amplitude a ist, / und q Länge und Radius des tor- 
dirten Drahtes sind und k ein Erfahrungscoefficient iat. Der Ver- 
fasser legt einen besondern Werth auf diesen Coefficienten k, 
den er jedoch völlig variabel findet, aowohl für verschiedene Me* 
talle, als auch für dasselbe, wenn es einer andern Arbeit unter- 
worfen wird, und nennt ihn den Flüssigkeitscoefficienten. 
Er mitat nämlich die elastische Nachwirkung einer Eigenschaft 
der festen Körper bei, die er DickBüssigkeit nennt, und welche 
die Reaction gegen ein Verschieben der Theilchen aufhält, wäh- 
riftd die dthanifiaMgen, d. h^ die eigentfieh Masigen Körper, nach 
«falgeii VibgaMencn aehr bald in dieielbe aurückkehren. 

Die aebr MMaatehen Beobachl«»gen, wtelehe 40t VerUM» 
an veracUedenen Metallen gemacht hat, können wir bkf üMt 



tAS 10. £latti«lftl fttter Körper. 

iMedergebeti; wir bemerkeh daher nur, dcib er tur &*iMliliiiig 4^8 
Einflusses der Wärme auf die BiegungselasliciUit ekwo verlMd 
gMeUUn Metollstab «uersl am untern Ende befestigt Md am 
freien Ende se ablenkt, dafs er langsam sohwingl, dann denaelbta 
Slab am obern Ende befestigt und am untern ableidct. Dk 
Beobaohtüngen im ersten Falle macht er für drei versehtedene 
Temperaturen, für die gewöhnliche, für eine höhere und eine ate- 
devere, im »weiten Falle nur Cur die gewöhnliche^ weil der Ein* 
itiCs der Temperatur in diesem Falle nur sehr gering ist. bt 4^ 
und f die beobachtete Sohwingungsdauer in beiden FäMen für 
die gewöhnliche Temperatur 0, t[ die Sehwinguogsdavel' im 
ersten Falle für eine andere Temperatur & und ß die Quantitäl^ 
um welche sich die Elasticität für jeden Temperaturgrad verrin» 
gart, so wird 

gesetzt. 

Die Torsionsschwingungen werden an einem herabhängenden 
Draih allein beobachtet und durch 



"=^(^-0 



berechnet, wo V die Schwingungsdauer bei erhöhter, / bei ge- 
wöhnlicher Temperatur ist 

Die Beobachtungen bei erhöhter Temperatur reichen bis zur 
Temperatur des siedenden Wassers. 

In einem Abschnitt hat der Verfasser die bleibenden Aende- 
rungen der Elasticität beobachtet, welche er einer Veränderung 
der Elasticitätsgränze zuschreibt, nachdem der ursprüngliche 
Temperalurzustand wieder hergestellt ist. Aä. 



MoaiN. Resistance des matöriaux. c. R.XLIIJ. i^3d-94lt; Inst 
1856, p. 401-401; Cosmos IX. 538-538. 

In einer »weiten Ausgabe seiner Vorträge über praktiaebe 
Mechanik bat der Verfasüer von Neuem die Gültigkeil ein^ 
Hypothesen unUriueht, welche in der Festigkeilalehre aagenom- 
met» werden. 



Hdrui. 168 

. Alf» HmoKiittiHi'i V/ersMben über die. Biegw^; von prism«» 
lischen Kerpern bis sum Bruche, welebe den &felg hatten» dafii 
OnfseMen früher durch Ausdehnung als durch Compreeaioii die 
Grinse der Elasticiiäi überschritt, während für Eisen das Gegen- 
tbeil stattfand, hat man den Schlufs gesogen, dafs der Widerstand 
|egen Ausdehnung für verschiedene Körper bald starker, 4)ald 
schwächer als der Widerstand gegen Compression sei, und in 
Folge dessen die Gültigkeit der gewöhnlichen Gesetze der Bie- 
gung angegriffen, welche die Widerstände der äufsersten Pasern 
gegen Auedohanng und die Widerstände der innersten Fasern ge«* 
gen Oompeasion als einander gleich voraussetsen. 

Der Verfasser hatte nicht die Absicht die HonoKiNsoN'schen 
fteMlale aoaugroifeft; aber er wölke sieber steHoo» ob nicht in- 
nerhalb der Gränaen der ElaaticHät die gangbare Theorie ihre 
Gältigkeit b^ehäb, «umal auch die Ausdehnungen für GuCMiaen 
und Eisen selbst bei den HoDOKiNSON'sehen Versuchen» innerhalb 
dieser Gränsen, wenig von den Contraclionen abwichen. Er hat 
daher eine grofse Reihe experimenteller Untersuchungen veranlafst, 
vMlehe an prismatischen Stücken sowohl von Tannen* und Eidien- 
hoif als von Bisen und Gofseisen angestellt wurden, und folgende 
Resultate erhalten. 

1) Die Verlängerungen der Fasern auf der convexen Seite 
und Verkfirsungen derselben auf der concaven Seite sind 
einander gleich. 

2) Beide sind proportional den Belastungen, welche sie her- 



3) Sie sind proportional ihrer Entfernung von der Schichli 
welche durch den Schwerpunkt des Querschnittes geht 
Ifiordiireh sind die Voraussetzungen, der alten Theorie von 
Neuetti bestätigt, und swar durch Versuche, welche weit über 
die Grimsen hinausgehen, innerhalb welcher praktische Coüstrue- 
tionen ausgeführt werden. M. 



if^ 10. ElastieÜi« «Mter KSfper. 

W. Bkil. Tbe Iaw8 of tbe sirengrti of wrDogiltWf^ ca9t iroo. 

mech. Itiig, LXV. 579-58*1. 
Der Verfasser hat ähnliehe Untersuchungen angestellt wie 
die im Vorstehenden von Morin angegebenen. Die vorliegende 
Note über die Resultate derselben giebt auch mit denselben über- 
einstimmende Schlüsse in Bezug auf die Voraussetzungen der 
gangbaren Theorie. Aä. 



J. {brav. Oo the mode of teatiog l>aildjfig fiMterialß, «id 
an account o( Ibe luarble used in Iba estowiaii of tM 
ÜDited Statte« Capitol. Sii.<aMAii J. (2) xxiL a»-^. 

Es sind die Verindcrungien des Marmor« «il ««d dme Pe* 
litiir aowolil imter comptmirendm Kräften, «h unter eiflffMimi 
MaiiHMrachUgen bcsdirMben, und fikerhaupC mir tedmiach wMh 
lige ReeulMe erhallen wwtken. Äd. 



H. TutKAUPP. Die Tli^orie der HAngebHlckeB, mit besoo* 
derer Rücksicht auf deren Anwendung beerbeüel. Haas»** 

▼er 1856. p. l-120t; Z. S. f. Math. 1856. 2. p. 99-100*. 
Der Verfasser hat in der vorKegenden Schrift aus den ihm 
bekannten Arbeiten über die Theorie der HSngebrttckea das We* 
sentlichate und Wichtigste entnehmen und in überaichUieher Weiae 
zusammenateiien wollen, ohne dati er dabei die Absiebt hatte 
neue Theorieen zu schaffen. Nur zur Darstellung der eraten Ge- 
aetse der Oscitiationen einer Hängebrücke, wekhe m der That 
nach der vorhandenen Theorie zu sehr verwickeilen Recknungen 
ffifart, ohne dafs diesefben dem technischen Zwecke vBltig ettt* 
aprechen, hat er den Versuch gemacht eine eigene Theorie auf* 
neteUen, indem er die «rsten Grundgeaetse auf einem weBig«r 
- strengen, aber desto einfacheren Wege entwickdt 

Das vorgeateckte Ziel durfte der Verfasser erreicht haben, 
wenn auch manche Bntwickeiungen kürzer gegeben werden konn* 
ten. Da aber die Theorie unter allen Umatänden der Vervoll- 
kommnung bedarf, ao iat in seinem Werke dadurch eine eben ao 
geechiekte wie voUstaod^e Darstellung der Art und Weiae ent* 



Bbll. fIteRY. TfELKABtrr: "ScrlSmilch. 171 

^UmSeii, m% VItre Autoren, namcntKch Kavibr und GeRstNitit, 
verfahren, und es wird dem Ingenieur durch Lasung dieses Werk- 
ebene das ShiAram und die Benuteung der weillaußgen Origmisl- 
werfce flberflissig gemacht, tnnrel in demselben audi die ver« 
sdiiedenen Tafbellen gegeben sind, welche zur Beredinung der- 
ar^er Gonstruefi^neh gebraucht werden. Man findet in dem 
Werke aNe Umstände berücksichtigt, welche zur Prejedirung einer 
HfingebrüdEC noihwendig sind, also nicht allein die Darstellung 
vJrULcher Ketbenbrückanlinien» bei welchen die eigene Belastung, 
die Belastung durch die Brückenbahn, durch die Tragestangen 
u. s. w. in die Rechovog gezogen ist, sondern auch die Besikn- 
mung der Form von den eigentlichen Ketten und Spannketten 
md dewn ämmdomig über dm Mütxpfeilern, lerner die Form- 
Veränderungen der Hängebrücken mit einer oder mehreren Oeft» 
nungen unter ruhiger iMid fcewe^gler Last. Die Literatur dieses 
Gegenstandes ist überdies neoht vollständig angegeben, und es 
sind mehrere wirklich ausgeführte Kettenbrücken als Beispiele 
benutzt worden. Ad. 



0. SgblOiiilch. Die gleichgespannte KettenbrückeDlinie. z. s. 

f. Math. 1856. 1. p. Sl-SSf; Otterprogratnm der poljtechniscben 
Schule zu Dresden 1855. 

In einer zuerst von (jerstnbr und dann von Kulik bearbei- 
teten Darstellung findet man die Berechnung der Kettenlinie 
unter der Voraussetzung, dafs dieselbe gleidimäfsig gespannt und 
ihre Horizontalprojeclion gleichmäMg betastet iel. Wenn nimtidi 
der Querschnitt q in der Weise veränderlich construirt wird, dafs 

T 

die auf die Flächeneinheit kommende Spannung — überall die- 
selbe bleibt, und dann die Belastung für den laufenden Fufs der 
Projection durch 6, Querschnitt und Spannung im Scheitel 
pureb 9o ^>nd 7^, das Gewicht dar Volnnmlmt ditneli y beoeieh^ 
net wird, so finden QBjtSTllfai und Kdlik 

HW^.jpsäHi faMlMttale äb§€iB96 eMes (Punkte, l>czogeii Mf 4w 



172 ^<>* SlatlHatiit fQ«l«r Koq^er. 

Seheitel, und % der Winkel ist, welchen jdifrTanfOßte i^ CuKyc^ 
an dii»er Stelle mit der orAxe bildet. Um nun aus (1) die Glei- 
chung der Curve zu ermitteln, benutzt Gerstnjbr eine Reihen^ 
entwickeluBg, die eben so complicirt als ungenau ist, während 
Hr. ScHLÖifiLCH, mit dessen Bezeichnungen wir gleich die Glei- 
chung (1) geschrieben haben, die Bemerkung gemacht hat, data 
dieselbe sich genau integriren läfst und dann verhfiltnibmälsig 
einfache Endresultate giebt Indem derselbe nämlich (gT afus (1) 

entwickelt, ^g ^ = ^^ setzt und nach x integrirt, findet er sofort 

(2) . . . y = il./8ec^»toP:2M.. 

Wo ^0 

Nennt man a die halbe Spannweile, h den PMI, so folgt 
hieraus zunächst 

(3) . . . ft = /fsec^^tyyo(6 + yyo)]^ 

wo 

T T 

f = —2- a= — 

die absolute Festigkeit bezeichnet, ferner umgekehrt q^ wie T^, 
wenn man den Hülfswinkel d durch 

(4) /sec« = -^ 

einführt, als 

Selzt man noch der Kürze halber 

so wird schliefslich 

y = I./sec^, tgT = *tg-j, q^q^secT, T^qf, 
und das Gewicht der ganson Kelle 

Für dto sp«cwU«i FaU, dals die g|«te|iiiliCNfi. Belastung fort- 
fiUl^ tho GmG geaetel «vd, kt die vrilatäBdigo «Di^clittlinii^ 



* AirtrMtfetMtt. <73 

4ir IHieoricl^ ohne deütontntwickefQitg rine sehr aH^ utid be- 
kannle. Ai, 



AoTBNHBiHKR. ZuF Theorie der Torsion cyiindrischer Wellen. 
Z. B. fi Ifatli.. 1856. 1. p.212-216t. 

Der Verfasser setsl die Noth wendigkeit einer Längenvecr 
änderung.der Pasern ei^ies kreisförmigen CyÜnders bei der Tor- 
sion voraus, indem er dadurch, dafs die Pasern gei^wungen wer- 
den die Form einer ScfaraubenUnie anKuniihmen, auf einen Wider- 
stand in denselben schliefsl, der die Endflächen des Prismas 
einander nähert, also die Axe und das ganse Prisma verkürst 
Wenn diese Voraussetzung richtig ist, so mufs eine Faserschiebt 
existiren, wo die sich aufwindende Paser ihre ursprüngliche Länge 
beibehält; diese nennt er die neutrale und bestimmt sie auf 
folgende Weise. 

Die Faser der neutralen Schicht bildet nämlich die Hypote- 
nuse eines rechtwinkligen Dreiecks, des^n eine Kathete der Bo- 
gen a^ und dessen andere =s ^[L*— a'9*] ist, wenn g> den Tor- 
sionswinkel der Endfläche, L die Länge des Prismas vor der 
Torsion, also auch der neutralen Faser ist, und a den Radius 
des Cylinders bezeichnet, den die neutralen Fasern bilden. Eine 
Faser im Abstände x von der Axe hat aber die Länge 

mithin ist die ausdehnende Kraft derselben für. die Querschnitts- 
einheit 

Li 
wo E den Elasticitätscoefficienten gegen Ausdehnung bezeichnet, 
und die Componente derselben längs der Axe (= Z), und senk- 
recht zu derselben (= JC) 

Von den Kräften Z verlangt nun der Verfasser, dafs sie sich 
gegenseitig das Gleichgewicht halten, weil keine äulsere Kraft in 
der Längenrichtung vorhanden ist^ die Kräfte X geben ihm durch 



t74 10. EhMti^m fetter Korper. 

Uur Momeiii äiien BmXtMg mm ToraiiuuNiiMitiii i» §pwiMielMB 
Theoiii. Es wird nämlich 

f InxdxZ 

= ^''^^-°''''' lf-'^Wi-'-.V+*Vl-<f^>-l}, 

daher 

Hod M «iMebt dano <fie aUerding» höofc^ eiafaihe GMolMuig 

und fiir kleine Torsionswinkel 

« = A = 0,707 Jl. 
Ferner triebt 

wahrend das gewOhniiche Torsionsnioment 

-, nTR*m 

^• = -r-r 

ist, wetm T den EfasticitStscoefiicienten gegen Gleiluttg beteidbiet, 
so daCs 

M MIM nTR*q> . nE.R*w* 

wird; wobei Tgr ilf^ wegen der Kleinheit von ip die erste An- 
näherung gesetzt ist. 

Der Verfasser bemerkt nun, dafs der Werth iff^ als pr0- 
portional mit der dritten Potenz Ton^ lüein-gomig iakum ge- 
wöhnlich vernachlässigt werden zu dürfen, und bestinmit überdies 
die Ausdehnung^ respective VerkünHU^ dW Faser in- der fialfar- 
nung x in, der ersten Annäherung zu 



475 

4mk drigtn WeiAk vm «• «iilMtHiiiri» w» «iir F^rf^r 
lnl» 4iCi 4ia VcrküwMig ibr Aw «mt die* V«4iin§ariuig d«r äuCMi- 

ften Faser einander gleich sind und den Werth ^ == -j — |^ 
baben, und man auch 

setzen kann, wann T = iJS angenommen wird. 

Seist man daher nach Poncblbt als äubersten Werth der 
Ausdehnung für Schmiedeeisen innerhalb der Elasticitätsgränse 

l _ 1 

L "" TSBo' 

so erciebt sich 

Af j _ I 

welcher Werth bei Versuchen Sber die Torsion sich der Beob- 
achtung entsiehen mufs. Wenn aber der Yerfasser aus seiner ^ 
Darsteftung den Schlufs sieht, dafs die Längenveränderungen der 
Fasern nicht snr Bestimmung d^s gewöhnlichen Torsionsraomentes 
benutzt werden können, wie dies s. B. in der Ingenieurmechanik 
voft Wbisbach gesehiehl, so befindet er sieh in einem bedeuten- 
den Irrihum« Aus seiner Darstellung geht nämlich nur hervor, 
dals die vorausgesetste Verkürsung des Prismas einen 
Effect, niederer Ordnung liefert als die Querverschiebungen des 
Prisoias. Letstere geben mit q> proportionale moleculare Verän- 
d^ungen, während et eben nachgewiesen hat, dals die Verkür* 
sung des Prismas eine, mit 9* proportionale Veränderung derFa- 
um und ein mit y* proportionales Moment liefert. Wenn aber 
das Prisma sich wirklich nicht oder nur unmerklich verkürst, so 
sind die Fasern erst recht gezwungen sich zu verlängern, weil 
sie aus getaden Linien in Schraubenlinien übergehen müssen, ohne 
d|ils sich die Distanz ihrer Endpunkte ändert. Der Berichterstatter 
ist der Ansicht, dals der citirte Beweis in der Ingenieurmechanik 
von Wbisbach von ganz richtigen Principien ausgeht und dafs 
nur an der betreffenden Stelle der Elasticitätscoeffident zu ändern 
ist, indem berücksichtigt werden muls, dals der Elastidtätscoeifi- 
cient der Ausdehnung einer Faser unter Wirkungen» welche keine 
Volumen Veränderungen hervorrufen » ein anderer isi als bei Vo- 



f 76 10. Biattidlttr fcMer Rdrper. 

lumenveränieruiigeB. BeseiDhuel nSiulieh 6 dm GbMiii^gtcwfi* 

cienten und k dee Coefficienim, mü welcMm dk yokiam$imd§ 

rung zu mu^iplicireii ist^ uu die entsprechende Kraß lu erluilief^ 

so ist bekanntlich 

3k + 2G 

der Elasticitätscoefficient für die Ausdehnung eines Prismas, weil 
dabei Volumenänderungen stattgefunden haben. Da aber bei der 
gewöhnlichen Torsion keine Yolumenänderung eintritt, so hat man 
k = anzunehmen, also 

zu setzen. 

Weisbach hat den ersten Werth für £ beibehalten und kann 
deshalb die numerischen Resultate aus andern Werken nicht an- 
ders mit den seinigen in Einklang bringen als durch Correclionen. 
Die Theorie selbst erleidet aber dadurch keine Aenderung. 

Ad. 



F. W, N&WMAN. Suspension bridge. Qu. J. o£ matli. I. 38a-39^^ 

Der Verfasser berechnet die Elemente einer gleichgespannten 
Kettenbrückeniinie, indem er die Belastungen durch die Bräcken- 
bahn und Tragestangen durch das Gewicht einer den Raum 
zwischen der Kettenbrücke und der Horizonfalprojection dersel- 
ben einnehmenden Wand ersetzt, deren Dicke von unten nach 
oben so zunimmt, dafs die Spannung jeder Flächeneinheit des 
Wandquerschnittes überall dieselbe bleibt und zugleich mit der 
überall gleichen Spannung der Flächeneroheit des Kettenquer- 
schnittes übereinstimmt. Die Bestimmung der Länge eines be- 
liebigen Kettenstücks führt auf ein elliptisches Integral der ersten 
Gattung; die übrigen Integrationen lassen sich mit Logarithmen 
endlich ausführen. Ad. 



J. Mr6. DouMu Memoire sur le moavemenl des dfffi^reats 
(MHote d'ooe barre cyliodrique donl la temp6ralore varie. 

J. d. l'Ec. polyt. XXL Calu 36«, p. l^S3t. 

Den wesentlichen Inhalt dieser Abhandlung haben wir bereits 
im Berl. Ber. 18ö4. p. 127 mitgetheilt. Rs liegen jetzt die ausfiihr- 
Hehen mathematischen Entwicklungen vor, welche sich im Aus- 
suge nicht geben lassen. Ad. 



W. Tbomson. Elements of a mechanical theory oi elasticity. 

Proc. of Roy. Soc. VJll. 85-87; Pliil. Mag. (4) XJI. 539-540; PliiJ. 
Trans. 1856. p. 481 -498t. 

Der Verfasser hat zu den schon zahlreich vorhandenen Ent* 
wieldaDgen der Grundgesetze der Elasticitätslehre eine neue hin- 
logefögt, die er, wie es scheint, nur als Basis für seine weitern 
Untersuchungen benutzen will, da sie auf wesentlich neuen Prin- 
cipien nicht beruht. Ad. 



E. Saug. Theory of the free Vibration of a linear series of 

elastic bodies. Proc. of Edinb. Soc. III. 360- 362t. 

Die vorliegende Note enthält nur die Anzeige eines Werkes, 
in welchem der Verfasser nach der Weise» wie Nbwt6n zur Be- 
stimmung der Schallgeschwindigkeit die schwingenden elastischen 
Theilchen eines Körpers in einer geraden Linie anordnet, beliebige 
elastische Körper neben einander, legt, um daraus eine Theorie 
zu schaflen, durch welche der Effect des Zusammenstofses einer 
Reihe durch elastischeTuffer verbundener Waggons berechnet wird. 

Nachdem es dem Verfasser gelungen war eine Methode zu 
fnden, vermittelst welcher die zu Grunde gelegten DifTerential- 
gleichungen integrirt werden können, bemerkte er, dafs sich die- 
selbe Methode auch dazu anwenden läfst, um die Bewegungs- 
gesetze einer beliebigen Anzahl von Planeten zu finden, wenn 
die Anziehung der Distanz proportional ist. Ad. 



Foffifchr. d. Phjt. XU. 12 



W. ^DHR. MittbeikiA«^ ufc»er Versiidbe mit IIa: GoniBu% 

österr. Ing. Ver. 1856. J^q. 3, 4- 

Pa dJesj^Axen Tör GU^bahnwagon besoDii^« cooatrvirl wa- 
ren^ 90 w^r ^ wichtig» ihren Wid(^rdtiin<t g!^m Twmn^ #9^ 
ihre Durchbiegung in di^r MiUe uf^ die Bfegung ifi^ AMOK^ptei 
unter (i^r Wirkung von bedeutenden Kräfte %i ^iQittfijiw Di* 
Resultate dieser Untersuchung finden sich in diesen Mitlheiluogen 
tabellarisch zusamroengeslellt. Aä. 



>m*i» " I I IP II 



Feltbn und Glillkaumk. Patentirte Stieret in Kote. Myt. C. 

BJ. 1856. p.64l-6S2t. 

0er Aur$4U enthält eise Orienürung üb«r dia JS0Ht$pim9 
der Fabril^ M^d gi^bt eine Tabelle (qr die abftolutt Pe«iigkeil dw 
in d^rjielben l^og^fcirtigt^n Hwfaeile. j^ 



Failproben an Gursstahlaxen. Polyt. C. Bl. 1856. p. Ii62-ii64t; 

Eisenhahnzeitnng 1856. No. 5t. 

Es wurden mit 12 Axen des Bochumer Vereins für Bergbau 
und Gufsstahirabrication Versuche angestellt zur Ermittelung ihres 
Widerstandes gegen senkrecht gerichtete Stöfse, und nach erfolg- 
tem Bruche zur Beurlheilung des Materials und der BruchflSche. 
Diese Axen lieferten günstigere Resultate als die Kaupp'scheii 
Axen, welche Im Jahre 1850 m Berlin untersucht wurden. 

1 » W 1 » > I ■ ■ ■ « 1 w - 

C, R. Bq»mimanm. Notiz über J. Jo&u;s* Verbuch«» ttber den 
Kraftbedarf zun) Lochen voo Kes^elblecbep. Diifmiii ^/ 

CXL. 327-33:?t; Cifilingeoieur (2) I. 216. 
Der Verfasser h«t aus der gr^faen Reihe von* V«ra||obWt 
über wiche wir auch im Bert. G^t 1864. p. 117 reterirl hfbeot" 
nach der Methode der kleinsten Quadrate eine empirische Formel 
abgeleitet, um die Kraft zu berechnen, welche zur Lochung eines 
Bleches aufzuwenden ist. 



BesekkMl F die SclmUlfläciie, d. h. die P^rifJieric des L^ 
nuiltjplieirt in seine Stärke in engl. Quadretsollen, ferner 
k die Kraft für einen Quadratzoll des Loches in engl. Pfunden, so ist 

, *=r 62725— 2822,34^, 
för Ou<^<ii'Atmillimeter und Kilogramm 

* = 44,102—0,0030761*1 
Die Starke des Bleches war bei diesen Versuchen switehen  
imd 1 Zoll. Ad. 



A. C. BBNoiT-DtJpoRTAa. Berechnung der. Axendimensionen 
Tür Eisenbahnwagen. PolytC. Bl. ias6. p< 701-71 4t; Tesino- 

logiste 1856 Mars p.3l5. 
Der Aubats enthält TabeUen über die Axenstärke und über 
die Dimensionen der äulsern und inpern Axenschenkel für ver- 
•ehiedene Belastungen. Die Tabellen sind nach sehr einfachen 
Formeln berechnet, bringen aber nicht alle Verhältnisse in An- 
schlags welche hier berücksichtigt werden müssen. Ad. 



P. fioii.KdiiL Note sor i*öla$tieit^ du oaoutchottc vuicanis^. 
C. B. XLII. d3a-^937t; DiNei.Ka i. CXLL 265*268; Poljt« C. Bl. 
1856. p. 1170-1173. 

Der Verfasser giebt Tabellen über beobachtete Zusamosen^ 
drückungen dieser Substanz unter sehr verschiedenartigen Be- 
lastungen. Er findet, dab die Zusammendrückbarkeit derselben 
sdir variirt. Es giebt ein Maximum derselben, bei der su den 
Versuchen verwandten Probe unter einer Belastung von A^^ auf 
den Quadratcentimeter , von der Art, dafs diesseits und jenseits 
desselben die Zusammendrückbarkeit sich schnell vergrötsert und 
vermindert; bei mehr als 3^ und weniger als 1^ Belastung war sie 
weniger schnell, und bei 11,5'^ trat eine bleibende Deformation ein. 
Hr. BolLBAU bemerkt übrigens, dafs die Art der Bereitung der 
Substanz einen, sehr wesentlichen Einflufs auf ihre Elasticität aus* 
übt, und dals man daher bei Vergleichungen nur Proben gleich- 
artiger Fabrication wählen darf. Ad. 



iV 



480 ^0. ElMtkitftt fetlar Kkper, Stmut mid 

H. R. Storkr and (]. Stoivorr. Od giUta percha tubes. Silli- 
MAM J. (2) XXI. 445^44<>t; Proc. of Bostoa Soc. nat. bist. V. 7B9k 

Der Aufsatz berichtet über das Verhalten von Guttapercha- 
röhren verschiedener Dimensionen unter bestimmten Pressungen« 



Fernere Literatur. 

N. Fbrgola. Sülle COncussioni. Memor. deir Acc. di Napoli 1. 
3-16. 

G. MAlftAfcDl. Eqailibrio di un filo elastico. G. deir Ist. Lom- 
barde VIII. 308-310. 

R. Mallrtt. On the physical conditions involved io the €oa- 
struction of artillery, and on 8ome bitherto anexplaioed 
causes of Ibe destruction of cannon in Service. Irith Trans. 

XXIII. 1. p. 141-436. 

H. Rbsal. Memoire sar le moavement vibratoire des bielles. 

Ann. d. mines (5) IX. 233-279. 

Jo€RAVsKi. Remarques sur la r^sistance d'un corps prisma- 
tiqae et d'one pi^ce compos^e'en bois el en t^ie de fer 
ä une förce perpendicaiaire d leur longueur. Aan.i. ponu 

et chauss. (3) XI]. 328-351. 

A. W. Volkmann. Versuche über Muskelreizbarkeit. Leipz. Ber. 

1866. p.l-lO. 



t1. Terändeningen de» Aggre^tzustandes. 



A. GeFrieren, Erstarren. 
B. Scbmelsen. 

C. A u r 1 ö s u n g. 

MMR. üeber die Bedingungen der Untösiicbkeit der Körper. 
Ltssie Ann* C. Sd-STf* 

Hr. Mob« führt zahlreiche meist anderweitig belcannte Fälle 
an, W0 in AnflSaung enthaltene Salze abgeschieden werden durch 
denContact mit anderen glc^ieharügen oder ungleichartigen festen 
Körpern. Dahin gehurt die erst nach längerer Zeit erfolgende 
ToHatändige Ausscheidung des schwefelsauren Baryts, des klee- 
sam*«! Kalks imd der pfaoq>horsauren Magnesia aus den verdünn^ 
les Au^ungen, in denen sie durch Zersetrang entstanden iind^ 
wobei die suerst gefällten festen Theilchen das noch Gelöste' 
aHwÜig an sieh niederaefalagen. — Durch eine analoge Wirkung 
m^eietmüger fester Theile belegen sich, wenn man die Innen- 
wand eines Glasgefafses, In welchem sieh eine verdünnle Auflö* 
steig voti Weinsteinsäure in Salasäure befindet, durch Retben mü 
Oinem Giaastabe rauh gem«€ht hat, die gestrichenen Stellen mü 
laiigen KrjataHen. — Als Folgerung aus diesen Wahrnehmungen 
wird der Satz ausgesprochen: die Löslichkett eines Körper» ist 
nieht allein von seiner Verwandtschaft zum Lösungsmittel, son- 
dern auch von seiner Anziehung zu festen Theilen seiner selbst 
und anderer Körper abhängig. Wi. 



PpAFr. Einige Versuche aber die LöslichkeitsverhäUnisse 
ton Satzgemengea LizaieAan. XCIX. 224-231 1; BaoMAMirJ. 
I/XX. f«M4d; Cbmn. C. Bl 185Ö. p. 801-003; N. Jahrb. f. Pharm. 
YL 214-214} Qiep^ Gas. 1857. p.l«-18. 

Diar RitabaMii aisf gwlogiaehe Vorkoonnniase veranlable den 
dia LMMikoitaverbÜtiriaao von Sdsgemengen zu slu- 



diren. Es wurde zuerst die LSalichkeil eisiger Saite in Waeter 
von 0® ermittelt, wobei aber, um Täuechung dureh UebevaäUiguf^ 
zu vermeiden, die Sättigung nicht dureh Auflösung in höherer 
Temperatur und nachgehende Abkühlung auf 0*, sondern durch 
anhaltende Digestion bei letaterer Temperatur bewirkt wurde« 
Es lösten 100 Theile Wasser VQU O"" * 

6,155 Theile NaS; 38»067 tÜgS; M,I07 CuS. 
Aus diesen Salsen wurden Oemenge bereitet, sodann dar 
SaUgehalt der bei 0^ gesättigten Lösung solcher Gemenge er* 
tnpUeU* Die Sali^ eroiedrigitn ihre LSalMdieil gegenseitig; Mir 
r^aS war in dem Gemenge immer in gröfserer Menge gdtnU als 
alldi«; ebenso verhiell steh K5. -*- (Jm sieh den UnsUfaiden, 
weWbe beim Auslaugen der Gesteine durch hin^MBchgehende» 
Wasser eintreten, mehr aazunabern, liefe bs«i Wasser in der ew* 
Staaten Temperaii»r von Q® dureh die Sakgemenge flitrijreA imiA 
heatimnite den Salzgekail der «blaufenden Flüasigkeit. . Di«.äi«iM 
waren jetat in gans anderen Vefhaltniaacn aufgettomHiea ala hei 
der Dai^ateUung geaiMtigter Lösungen. Die Lödbchkeü jedba ' ein^ 
sekidiSaUea zeigte sieh auehhier durch die Anwesenheit der aaip 
dereo hedeulend veiändert Wurde derselbe. Verstttk mit Weaain 
von 100® ai^^tellt^ so waren die Verhältnisse der an%enMnme<* 
ntn Salie wieder ganz andere als bei 0^ — ftbin sieht hjenn% 
4$k man aus der Löalichkeiti welche jedes Sab fitar sieb hesilat» 
IttSineQ unbedÄngten Schkifa manhen dasf auf die Menge, weldm 
sin IMbei^afhufft vta Wasser aMs einem Gemenge mdbiewr Snla« 
anfannelmib vermag. Wi. 



^/»^f^rmm'm^ 



H. LoBWBL. Observations sur la sursaturalion des dissolu- 
tions salines. Sixieme memoire. C. a.XLtll. 709-712; Aoo. 

d. chim. (3) XLIX. 32-58t; Imt. 1856. p. 366-366. 

bi seinen früheren Arbeiten^ deren ia dea Beck; Ber» 1860^ 
1851. p. 268 .und 1855. p. 163 wiederholeoUieh CrwihiHiiit ge* 
tha^ ist, hak H^Lenwai« hereilla naahgewiaaen,. dab vonllaä, 
NaC und MgS in verschiedenen KrystalMmnen avsehidsende Me* 

^■^^^^^ ^t^^^tV '^ *Pn^v ^^^^ ^'^^^^^^^P^r^^^^^^" ^T ^^^WP^^^^^aa^^^^ ^^^^v^^ViP^^y ^ ^^^^^MMn^^n9 

aimb eiff» vfisuhig^ttw JiiteliaMwil in Ws 



«hitdtfMLMlMiikeil.wM almr mhi tdwiibl dtinelt ^ V^^cM^^ 
^to WaatevgelNittB IwiMgi 0k ^ieUüO» dureh #rtMf ^«r- 
Hiw i iMiwi i Befohftffwheil; <ktfiy e» giebi sw«i VefMn^ 
doBgcn von NaC mü 7 HO, deren LöBlichkeii sehr verschleddii 
if^ 4fti8dt^ ^ MH5h l%lr M^§. -^ In seinem 6eetifit«n Memoir 
hmthUti^ weh der Veffüsser h^upesächllch mit dem V^i'frutUn 
dem eebw«fekttur«n Natrens in deinen ver^hiedetfen Mödifieafio- 
M». — Seleher M^diAeattonen werden dre? untef^ehiedeft : da^ 
unMirtr^e, iM lOHO und das 7H0 enfhahende Satz. Wif d dds 
Ml mit l&ÜO ih itinHtk KtjStathvtAsier geschmolzen, so schefi- 
fcl dtk itt ^mt nach beginnendem Sfiederr verschlossenen Getits 
wm&trkitl»9^aS «Itf kryslallinischea Pulver aus. Beim beginned- 
dcü BttalMi 18at «Mir nach und nitfehf ein Theil des aüsgeachid- 
dW€n Sah^ x^Met auf; sinkt dii« Temperatur ab^r unter 18^, 
a^ aciNMe» sidi KtystaMe mit 7 HO ab. Die wasserfreien Kiy- 
aMlle haben eme; geMu beathnmfe Ldslichkeit, vi^elche bis tu dtt 
eXlvthmeft Grüme woaämM mii^ aibnehnfender Temperatur, fü 
MMiefen TempsMrtttretf stheint das wataerfreta Sals in aelfler L9- 
äMg beiM Verbindungen mit dem Waaaet einaugehen; m niedri- 
gmT(Mfptihl»Mm {matt tS'^ biMen sich dhr Kristalle mit 7 HO, 
di« ab<0r afl «fit nteh 6 bis 7 Monaten tdiständi'g abgeschle- 



Du lOHC^ eiilballende S'ak beaital eine mit der Temperatur 
LtfaAehkeit in VVaaaer, deren Maximum (56 Theifir 
Saia auf fea TheHe Wasser) bei Sd"" ikfgt Nacb 
SaY-tWsic'a Af^aben hegt däa Haitimum bei 32,73^ und eä aui4 
mn Mr,4ö» Theita iraaaerfreiM Sab geföat. Bei deti Auiföstmgd- 
i waiit ft ttt dea Verfaaaers trat eiti Ueberschufs des Salzea miC 
10II& tiriiafinfen*; dies fiberacfrftsafge Sah achmofk let 34"^ nacft 
mid nach; dal>ei schied sieh wasserfreies Sals aus, und nun ver- 
wandelie aich auch das in die Lösung aufgenommene Sals in 
die waasattraio iModifiealioity deren LosUdkkeit geringer ist, näm- 
licfa bei M^rrtrr 49,öarheffe in 10(/The1fen Wasser. Hr. Loewbl 
veroiitthe^, düfi die abw^dhende Angatre von Gat-Lussac aus dem 
VerbandeMi^ der wasserfreien Modifteation in seinen Auflösun- 
gen au erfühlen sei. ~^ ^ Temperaturen über 34^ verwandelt 
«eh das Sik mii 10H<^ t» waaaerfl'^i^a' Na8, dessen Löatichkeit 



184- II. C. 

mii der Zunahme, der Temperatur atmiinml bis 103^17^, 
SiedpuiilLi der gesätUgien Aufiöaiuig; au» dieaem Verhaltai er^ 
kläri sich leichl das Auftretjen eines Maximums der LMwIikeil 
bei 34«. . . 

Das schwefelsaure Natron mit 7 HO, welches sich aus gß^ 
sättigten Auflösungen ausscheidet, die man in verschlosseneo 6e- 
fäfsen hat erkalten lassen» ist die löslichste Modification; seine LSs* 
Uchkeit nimmt zu mit zunehmender Temperatur bis bu einem 
Maximum (55 Theile wasserfreies Salz in 100 Theilen Waaaer) bei 
27^ Bei dieser Temperatur schmilzt das überschössige Sals in 
seinem Krystallwasser (schneller bei 28 bis 32«); wasserfreies Sab 
scheidet sich aus; auch das Salz in der Lösung verwandelt sich 
in die wasserfreie Modification, und die Lösung hat daim fiur den 
der letzteren zukommenden Salzgehalt. — DieKrystalle mit 7H0 
erhalten sich nur in der Mutterlauge, aus welcher sie sich aua* 
geschieden haben und in verschlossenen Gefalsen; an die Luft ge- 
bracht werden sie undurchsichtig und verwandeln sich in Kry- 
stalle mit 10 MO. — Wegen dieser Unbeständigkeit des Salzes 
mufste bei Bestimmung der Lösiichkeits Verhältnisse, namentlich in 
höheren Temperaturen, ein besonderer KunstgriCT angewendet wer- 
den. Die verschlossenen Gläser, in denen sich das Salz in Tem* 
peraturen wenig über 0° ausgeschieden halte, wurden vorsichtig 
geöffnet und dann ein Theil der Mutterlauge mit einer zuvoi* er- 
hitzten Pipette entfernt; nachdem der VerschluIiB des Gefalm 
wieder hergestellt war, konnten die Löslichkeitsbestimmuiigi^ ver- 
genommen werden. Die Löslichkeitsverschiedenheiten der drei 
Modificationei^ welche in d.er erwähaten Weise in etnaiülf r i^bci^ 
gehen, sind zu ersehen aus folgender Tabelle, jn wekhes wis 
einen Auszug der Zusammenstellungen des Verfassers gfbeit 





r^aö NaS-flOÖ NaS+7Ö 




1 00 Tbeile Wasser 1 00 Theile Wasser i 00 Tbeile Wasser 




Ifiteo waaierw Kweu-wmwr- lösen' waMer- 




freies Sali. freiet Salz. {reiotSiii. 


0» 


- hfiX 49.62 


10 


- 9^ 30^ 


1& 


- . 13^20 33^ 


18 


03^ X6jaO 4hM 



tfefami«. fg( 





' . iVaS 




NaS+lÖft lSaS4-7fl 




ieen«ilcWaMer lOOTkäfeWtaMr lOtfTtieUaWancr 




lös«ii i»ai««r- 






freies Salz. 




freie» Salz. freie» Salz. 


20» 


52,76 




19,40 44,73 


25 


51,53 




28,00 52,94 


26 


61,31 




30,00 54,97 


30 


50,37 




40,00 


33 


49,71 




50,76 


34 


49,53 




55,00 


40,15 


48,78 ] 


2 




45,04 


47,81 1 


§ 




50,40 


46,82 ! 


j 




59,79 


45,42 . 


< 




70,61 


44,351 


CD 




84,42 


42,96 1 


je 

es 




103,17 


42,65 ) 


z 





Der Verfasser spricht schliefslich die Ansichi aus, welche er 
auf verschiedene Beweisgründe siütil, dafs weder die MoJecüle 
des Salzes mit 7 HO, noch die mit lOHO mit ihrem Wasserge- 
halt in der Auflösung exisliren, obwohl sie sich auch in Äuflö* 
sung von den wasserfreien Salzmolecülen unterscheiden müssen, 
da ihre Löslichkeit eine andere ist; dieser Unterschied soll aber 
in einer unbestimmten molecularen Modification bestehen. 

m. 



P. KREMsas. Ueber die tOSlichkettscurvea einiger Salzatome 
Qod die Siedepaokle gesättigter Salzldsuogen. Psee.Ann. 

XCVIL I.22t, XCIX. 25-Ä7t. 
W^m mall die Löatielik«taverhiltiiisae der Sake oHt «tonder 
rergirieben ttill, a» ist es nattrarendig bei der AiiflteuQg atti 
Ctefce riältigm ig :«g veraieideit, weMie leieht da eintritt «^ wo tüM 
sieb gesiütigle AttlUkmngeii durrii AbkOhlung iter LttaungeB vm 
hailc^tr Tempieratair bis zur beginnenden KrTtlaMiaatioi} versdttA 
Bie» anditii fif. Ba»mft» bei aeiiien naoesieiiBealiinmiinj^eB da«* 
«u sminb i ii, dafi^eriMe bis an- gewtUsebletf Tmp^itfiiir 
ytmm$m nach eiM ^SkMde laiig ottt d* 



48« 11. CAHtfimg. 

dcneo .Kyy«tiU«B «ciuilttit«» M«hh«r «Mter CoattaaUrhaltoB der 
TemiMralur «•» JeUtwe« aMitnrt«. -> timA dmeoi Vcri*far«i 
wurden Mfemfe, von den frftheren, vitiUbeB der Fehler der Ueber- 
sättigong Mibaftet, etwas abweichende Reaultate erlMiten (et iat 
die Gcwictitaaenge Waaatr angegeben, wdehe bei der Teaifp«- 
ratur t sur Lösung von einem GewichUtheil des bt i ges eta U« 
Saiies erforderlich ist). 

I 0" W 40» W M* IW itO* 140* 

Nai5l 1,22 i,«l 0,81 0,«6 0,57 0,49 — — 
rifair 3,63 2,61 1,9» 1,«0 1,32 1,10 - - 
NaJ 39,75 11,03 6,95 4,79 3,61 2,96 - — 
RBr 32,13 14,44 7,55 4,39 2,95 2,01 — — 
RJ 21,11 12,29 7,7d 6,40 4,02 3,10 — — 
6a6l 4,38 2,70 1,92 1,29 1,02 0,79 - - 
NaBr 1,29 1,13 0,9fr #,90 0^9 0,87 — — 
NaJ 0.63 0,56 0^48 0,39 0,33 0,32 0,31 0,30 
KBr 1,87 1,55 1,34 1,18 1,07 0,98 — — 
KJ 0,79 0,70 0,63 0,67 0,53 0,61 — — 

BaBr 1,02 0,96 0,88 0,81 0,74 0,67 - — 
fi»S 7,07 3,49 2,02 
t^aS- 2,01 1,44 0,96 0,52^ 

f LiCl f Li^ t UC 

0" 1,57 0» '2,07 0* 130 

20 1,24 20 1,32 102 128,5 

65 0,96 40 0,69 

96 0^7 7» 9fii 

140 0,73 109 9,44 
160 ' 0,69 110 «^ 
Uii ■• geÜMieMn Vfmätm wmim «•< die tw Ütmtgtw ic 

•»Arn» 4ßt^ GonürMtieii «•» tiuevek dar Z« 




I» 



taa| ÜHigMieMi«* Wc^w Ü^ftmi« 



vm^^afä 4m OrigiDll votwmm^ da Mk tm 

.Hr. Krbveiw 9iicht feroer Beziehungen swiachea den bot 
AöAlsiiiig erforderlicben Wassermengen und den Siedpunkten der 
hitmgn. Er Temmthet, dbfs dfe gröfeere LfcifeMeit eines Sri-* 
wt9 auf einer gfSiseren Affinicn euoi Wasser beruhe» dafi» di«s^ 
Mier mÜ grSfserer Energie surfidcgehalfon und erst durch eine 
^rtfl^ Tcmperilureiiiwirkw|[ abgesi:hiedei» und ia Damf ( v€w*^ 
wandelt werden könne. 

Es wurden fofgende Siedepunkte der bei der Siedetedfiperatur 
gesättigten Auffösungen beistehend benannter Salse bestimmt: 
J^aü siedet bei 102' kI siedet bei 102« 

NaSr . 109 Rßr - 104 



]Si4^ 


- laa 


It« 


•< u». 


H^ 


.133 


Ü6 


10fr 


Na« 


- M»» 


KCt 


II»» 


Na8r 


- m 


KBr 


lU 


NaJ 


141 


KJ 


119 



Zo «nv^tofMPk ist, dafo ewge SaUe (NaN, NaCl alc.), waktk« 
im iibarsäUiigjtoa AuflyDsungen au existireBi aabainiBD,. wiB& man im 
Lä«wg«ii durdhi Siaden MManlvirt« «»wia der Sättigitngffpuiilil 
an einGtfwiw» iibersahBiltMris^ unter Ahseheidung einer grMniF« 
ren Müge von Krystallen ihren Siedepunkt plStslich um 
Grade erniedrigen. Wi. 



P. KanM». üebep cÜ^ModifiaatioB der oNMlereDi Eigenschaft; 

Poaa. Aon. XCIX. 58-63t. 
Ut. iBMMBia Im sebaB aMhriMli daraitf a ii fc iai tsau » ge* 



Saab Tssaiea^ ordnai» kAma, in dte BNW 
dtovIfttlelgliaiAM aekr nahe 4m m H Awmm WMk 
4at haMev fodgliniev. Deflii« aNü 



^11 



av^ wiav a i a i t^' -awaafisai' >aawaw^ tfaia^ nae^-vwi 



rW ". <5-v; 



bei vielen Verimiflüogei»» die wülküHiflli Mt äBW C^mfwmtHb 
dergeflleHi werden kfinnen, der FaU isl, Müh das pfayÄalisilit 
Verhalten der Mittelgtieder in der MiUe stehen werde «ummIhrI 

dem der Endglieder. Hr. Kremers hat die Abweichung f ~ «^ 

des beobachteten Werthea (m) von dem naeh obiger Anakehl be^ 
rechneten Werthe (A) berechnet für die Löalicbk^itaverjiäljhiiMM 
aolcber Triadenglieder (s. B. KBr ala Mittelglied awisthen KCl 

und KJ) durch eine Reihe von Temperaturen. Die Grobe ^ 

ergiebt sich dann bald positiv, bald negativi und swar geht sie in 
mehreren Fällen zwischen 0® und 100® unter Wechsel der Vor- 
zeichen durch den NuUwerth hindurch. — In ähnlicher Weise 
werden auch die räumlichen Verhältnisse und die Siedpunkte sol- 
cher, Triaden bildender Salsgruppen verglichen. 

Der Verfasser hält es — ohne sich näher darüber zu erUii* 
ren — für möglich , dab ebenso wie die Löslichkeit aach das 
Atomgewieht von der Temperatur abhängig sein könne. Er giebt 

— -r — ) des beobachteten 
und des als mittleres berechneten Atomgewichtes an für die Mit* 
lelglieder solcher Triaden und spricht seiner eben erwähnten An- 
sieht gemifs die Vermuthung aus, dafs es wohl für jed^ Gruppe 
eine Temperatur geben möge, bei welcher die Differ^z der ntttt-< 
leren Eigenschaft auch für das Gewicht des Atoms gleich Null 
werde. Wl 

P. KzBmas. Ueber die Modificalion der mittleren Volumina 
einiger Salsatome und deren Lösongen« Pose. Ans/ XCIX. 

4d5-445t. 

Die toisidbend: erwäfanle Ansiciit, woMeh ommi 4m Mktel- 
§lied einer Triade enlelsnden imJkmknm ai* der Vrrtimgm^ 
der beiden Endglieder und demnach erwarten darf^ defe ^ fkf^ 
sHialiSirhen Eigenaehaften des ersloveii in der Mitte siehe» wlisi 
•ivieehin denen der beiden ktefensn, Wirt wnniiitlist anf die ¥•« 
lame der fitamenle und der flalasiame, in w^eüe jene ab I 



4le yw^wmim ter Ai^ötmgfA ton Salim» mMn» 
Mittelglieder in Triaden bilden» bei verschiedene ConcentraÜMa^ 
gTMlen rs. B. NaCI lils Mittelglied swiechen KCl und LiCl), in* 

dem auch für diese die Differens — ? — ermitleil wird. 

Zum Behuf der Berechnung der Atomvolume besiimaH 
Hr. KnsiiBRs die spedfischen Gewichte folgender Sähe: ^ 

Spfc-Gmcht S|M»0«wiclU , > 

UCl 1,998 tÖi 2334 

NaBr 3,079 feßr 3,271 

LiC 2,111 Na6r 3,339 

LiS 2,210 kJ 3,979 

LiN 2,334 l^a5* 4,277 

Am Schiufs des AufsaUetf wird eine Zudaromenstellung aller 
bekannten Atomvolumina der Salze gegeben, sodann eine Tabelle 
der specifischen Gewichte der Auflösungen von LiCI, BaCI, SrCi| 
CaCl, BaBr, SrBr, CaBr und NaJ bei verschiedenem Salzge- 
halt. , Da deren Mittheilun^ zu viel Raum erfordern würde, so 
müssen wir deshalb auf das Original verweisen. Wi. 



V. Hauer. Apparat zur ßestimmuDg der Lösiichkeitsverhält- 
Disse von Salzen bei höheren Temperaturen. Jahrb. d. geol.' 
ReidisaDst. 1856. p.186-187f; Pbil. Mag. (4) XIII. 304-304. 

Dieffir A^Miral h^i den Zweck die LöslicbkeitsverhÄllpisfl](| 
yenSslMabeiTeaip^rMuren au bestimmen, die über ihf«m.Sjed<» 
pimkl U#geii. — In einem kupfernen Cyiinder mit #afgcacbrobe-i 
Vfm Of^el i«l aeitwirts ein drehbarer Rapfen eingdaasen, wel-$ 
€lm M mmm ^mtfi m M^inea GeGUs von^c^^miitrai bhaH 
lligit «r^.Naehdem da» äalf auf d^n Boifen des mii dem Llh 
IHgqpMtM gpifpleii Pylim|ffrs««|brachl Vt» vird dif gf^wtaftoMM 
IIUBpMtur Mrvprcofttfeii, po4«nn. das. kleine Geräls, dessen Oe9r 

mff^ nach witei^ ifMMTtwiurt avfwärtB gedreht u^d imik 

^ l i Pil« <^>#»»^ WP,leieht ^>eif|tipiiien yie yie( Sali» bei jlm 



4 ff 11. D. CoiMlMMi^MU lt. S« Abiorptioii. 

(MAeg g«iitel war. ITIi 



D. Ctndensaiion. 



E. Absorplipn. 

L. CabioH. Naohweisang des AbsorptioM^esetzes für Ammo* 
niakgas. IxitmiB Ann. ZCÜL. 129-164t; Clem. C.BI« iaS6. p. 7M- 
795; Phii M^. (4) XIU. 119-119. 

Wir hobrnt im Berl. Ber. 1855 äiier mehrert fron BimsMf 
entweder selbsl oder doch auf seine Vefanlasstnig von anderen 
ausgeffihrte Unlersuchnngen berichiet, welche sich mit den Ge- 
setzen der Gasabsorption durch Flüssigkeiten beschäftigten; an 
(iiese schliefst sich die in Rede stehende Arbeil des Hrn. Carius. — 
Durch die früheren Versuche war die Richtigkeit des Dalton« 
ßJBNRT'schen Gesetzes, wonach die absorbirte Gasmenge ceteris 
paribus dem Druck, unter welchem die Absorption erfolgt, pro- 
portional wSchst, Rir die Gase von minder hohem Absorptions* 
coefBcienten nachgewiesen; der Verfasser wünschte diesen Nadk* 
weis auch lu führen für die Absorption des Ammoniakgs 
diureh Wasser, welches letztere bei niederer Temperatur 
lieh mehr als das Tausendfache seines Volums von genannimn 
Gase aufnimmt. 

Da die Angaben von Thomson und H. Davy über den Ab* 
sorptionscoefficienten des Ammoniakgases bedeutend von einander 
ibwJehen, so muTsle tuerst dessen Werifi bei mMlerMn Alm«- 
sphArendruck ausgemillek werden; sodann kam es liaMMf an m 
bealimmen, wie dieser Wertfi sich verlndert mit d«A VeriüM^ 
mgen 4m Drucks. *^ Der AteorptiMicodfieient lies AaMMnlalN 
gatea kMnle ans den berate M der nef hu^dig ey Mira $ä^ 
Mirten Orinden (Bert. Ber. t85fr. p. IM) aieht dmieh Aas ^ 
Wwmn'wdkt Verfahren der Meeinng, smdenr mir attf 
fhf^ gefunden werden, iaNiem man ^ Hange dm In 4tr' 1%^* 
tanainheit geam^er AnüBaung ealMtaii« Casaa 4tfaliHiailWi 
«M vardüMiiar Sefawafelaia^ van Imkaaüam «Gahill ImmMmMm 
A n fcert am betofta man aNr nrndi ilarKi'iMiiüi 4mMim f^ 



«rnnten Volumeinheit d«r Maung tnihaiteoen Watservolanos; su 
dieser gelangte man mit Hülfe des specifischen Gewichts, weichet 
daher bei jedem Versuch besonders su ermitteln war. 'Sonach 
serfiel jede Beobachtung in drei Theile: in die Sättigung des 
Wassers mit Ammoniakgas, in die Ermittlung des Ämmoniakge- 
haltes in der gesattigten Lösung» in die Bestimmung des speci- 
fischen Gewichts dieser letttereii. 

Da die Absorption des Ammoniaks durch Wasser sich sehr 
schnell mit der Temperatur verändert, so mufste sowohl bei dem 
Absorptionsvorgange die Temperatur durchaus constant erhalte» 
ab auch bei den darauf folgenden Bestimmungen jede Tempera- 
lurveränderung durch Berührung etc. vermieden werden«. Hierauf 
wurde bei der Anordnung der Apparate, welche auaführlick 
beacbriebeo werden, besonders RäcbBicht genommen. — Der in 
einetn grofseren Glasgelafse mit Wasser der gewünschten Tempe- 
ratur befindliche Cylinder, in welchem das zuvor durch eine 
Waschflasche mit verdünnter Kalilösung gegangene Gas absorbiri 
wurde» war so eingerichtet (indem an einer Stelle die Wand ver- 
dickt und so ein durch einen eingeschmirgelten Glasstab luftdicht 
versdiiiefsbares kleines Gefäfs entstanden war)» dafs, nach Ent« 
femuni^ des sur specifischen Gewichtsbestimmung erforderlichen 
Quantums der Flüssigkeit mit|elst einer Pipette, die Messung der 
tum Versuch verwendeten Flüssigkeit und deren Sättigung mit 
verdünnter Schwefelsäure unmittelbar in demselben vorgenommen 
werden konnte. Das mit der Pipette herausgehobene» genau be- 
kannte Flüssigkeitsvolum liefs man in ein auf der Wage ins 
Gleicbgewtchi gebrachtes Probirröhrchen voll kalten Wassers tre- 
ten und eranittelte so dessen absolutes, sowie demnächst das spe- 
eifiecfae Gewicht der bei der Versuchstemperatar t gesättigten Auf- 
IdMing. km leteteren Beelfanmungen wurde folgende Formel ab- 
geleilet, ^e Mi e das spedfische Gewicht s emer Ammöniakllüs- 
aifkril tvsArioM ads Futielioii der- SM^utigstemperatur I: 
e » 0,8ia»-f »»0(n6M 9i ^0,(X»0M>9l* 

"dMllVMren «U verdiümilerSchwefelsIate von bekanntem ' 
SUniigAall kMAte mtm nm ieiehl das Gewicht p^ des Amm«-^ 
^ikp itf 4sMi Gehirn i^dnv je^Mtlgtin AnAanng besHbimen; es' 
yt^imm'99^1ß dl» 4n I» eMfeaMMe VN^wt^üHon, m GttiMk€elh> 



f9il IJ. B. AbM^ktioB. 



 . 



timetern ausfi:edrückl, daher — ^-^ s Q das Gewicht des von der 
^ vs — p 

Volumeinheit Wasser beim Druck P des Versqchs absorbirteo 
Gases. Daraus findet man endlich den AbsorptiooacoefficianleB» 
d. h. das Volum des beim mittleren Barometerstand von der Vo<*. 
lumeinheit Wasser absorbirten Gases 

^ 773 0,76 

worin d das specifische Gewicht des Ammoniakgases» 773 Cubik- 
centimeter das Volumen von Is' atmosphärischer Luft bei 0^ und 
760*^ Druck. — Aus sechs bei verschiedenen Temperaturen an- 
gestellten Versuchen wurde folgende Interpolationsformel abge- 
leitet, welche es gestattet, den Werth von c für jede beliebige 
Temperatur i zu berechnen: 

c ^ 1049,624 — 29,4963/+0,676874r— 0,009562 li'.' 

Zur Prüfung des Absorptionsgesetzes wurde derselbe Weg 
eingeschlagen wie in früheren Fällen. *- Man liefs Gemenge aus 
Ammoniak und Wasserstoffgas in verschiedenen Verhältnissen vom 
Wasser absorbiren und wendete dann auf die Resultate dieser 
Versuche die von Bunsbn unter Voraussetzung der Richtigkeit 
des Absorptionsgesetzes abgeleiteten Formeln an, welche es ge- 
statteten, aus den Beobachtungsdaten das Verhältnifs des dem 
Absorptionsversuche unterworfenen Gasgemisches zu ermitteln. 
War das so erhaltene Rechnungsresuitat in Uebereinstimmung mit ' 
der ditect gefundenen Zusammensetzung, so lag darin eine Be- 
stätigung der Anwendbarkeit von Bunsbn's Formeln, mithin auch 
des Absorptionsgesetzes auf das Ammoniakgas. 

Folgende Bestimmungen wurden erhalten: 

^"""^SS^"" Ab8orpüometr»eh EadiomaKiKli 

Ammoniakgiis . . 86,18 86*71 

Wasserstoffgas . . 13^82 14,29 

Die Prüfung des Geselses wird um so Schürfer» ]o mdur . 
Ammoniakgas absorbirt und je mein' davon a^cK dar Absorplioo 
noch rückständig ist; diesen beiden Bedingmigen konble gMOgI 
werden j indem man eolweder in dem Ga^emoBge dtn Aaim»^ 
makgeh^lt aohr grob nahm jm Verlijiltatfi tum Waiswrtolj^ edinr . 
die itlieiH'i>irei|de Waseerm^oge ^eiur fering. Die eiffnihamBAm. 



dMNier beMen Modtfi^atranüi des V^ suchs suchte 
der Verfasser nach Möglichkeit su beseitigen, worüb'er er in der 
SHsläbriiohM B^scfai^eibiMig des aBgeweoNleten Verfahrens das Nä- 
Jmne aogiebl; weh die auf solche Weise erhaltenen Resultate der 
BereduuQigf verglichen mit der eudiometriseheB Bestiminung, ge- 
raiehteti in befriedigender Weise sur Bestiitigiaig des AbsarptiDna* 
gesetoes. 

Am SchUttse seiner Arbeit Iheilt Hr. Carius eine Tabelle 
mü über den Amineniakgebalt in GewichtsprooMen (g) einer Auf- 
iSsfiag v4Hn specifischen Gewicht s bei + 14*^ C, welche berech* 
nel ist nach der InterpolalionsforfBel , 

s ^ 1,00025— 0,004425^ + 0,000033 49^*, 
Bu deren Ableitung seine Versuche ihm das erforderliche Material 
boten. Wl 



G. HARLkr. On the couditioD of the oxygen absorbed into 
the blöod during respiralioo. Proc. ofRoj. Soc. Vlii.78-82t; 
Phil. Mag. (4) XII. 478-48J ; Arcfa. d. sc phys. XXXHL 343-546; 
Cliem» Gas. 1866. p. 196-199, p. 456-459; Eadmamn J. LXIX. 301> 
303j Inst. 1857. p. 48-48; Chem. C. Bl. 1857. p. 577-577; Viashow 
Arch. (2) L 107; Cosmos X. 510-511. 

Der Verfasser woIHe die bekannte Angabe von Magnus pro- 
iMy woaaeh der Sauerstoff der atnsosphärisehen Luft vom Blut 
nur absorhiri und von* demselben» ohne mit seinen BeatandtheUen 
Verknndongen eimugehen, dem Innern der Organe «ugeführt wer* 
den soll« — Zu dem Ende wurde frisehes Ochsenhlttt mit wie- 
dejrholentlich erneuten Luftportionen bis ««r Sättigung mit Sauer* 
Stoff i^aebätlelti dann 24 Stunden bei mutier Temperatur in einer 
versehlos^eMn^ sur Hälfte nut Luft erfüllten Flasche «ifbowahrt 
Die Analyse der Loft ergab nachher in 100 VoliuntheUen: 

10,^ Sau^atoff, bfib Kohlensäure, 84,53 Stickstoff j . 
mitlun.war ibr^ ZuaanamcQsetauiig bedeutend verändert ~ Aebn« 
fii^ ß/NttUN^ steten sieh hei anderen Versuchen hei aus» die mit 
BImI^ 4mi der Faserstoff entaogei), aB^estellt wurden. — Da mehr 
SMerstoff ventchwuuden wiur, uls^wr Bildung der KobloBfliiure 

FortMhr. d. Phji. XU. 13 



:i|9( 11. F. Siede», Terdarapfen. 

gediUfit h«lle, sa tiMiiile em Theil' de88elk*ii> a«4wMll%* i^^^ 
wendet sein. 

Der Verfos»er raehle ferMr Bit emiHelfr, weMie J^eetandt- 
iKeiie des Bluts diese VeränderMüg derLufl hmpIs&chKeli b^vtk^ 
k^. — Es ward» frischer, mit Wasser angefeucikletev Fasersüiff, 
Bliileoagiiliini, BlnlsartHn und Hdhnereiweife jedes^ ffir sieb dem* 
selben Verfahren unterworfen. Die betreffende Luftverän^mMig 
wurde namentliob dtiroh erslere Sut>slanaeii, in* weit germgerenn 
Grade dun^i ^e fceidm^ letzteren bervargenifen. — Reines Bhil- 
kftmalin, in einem luflei^jfiüliten, vei'sehtossenen- 6ei^ monatelang 
aufbewahrt, hatte ebenfalls «Hier KehleiisikirebihhMig einen Tkeü 
des Sauersloffis der Luft aufgenoinmen. Wi. 



F. Sieden, Verdampfen. 
A. W. Hqpfmawn et F. B. Duppa. Sur le bromure de tilaniuni^ 

C. R. XUI. 352-354; lüst. 1856. p. 78-79, p. 414^15; Arcli. 4. sc 
phys. XXXr. 349-351, XXXIf. 230-232; Berl. Mooatsber. 1856. 
p. 154-157; Chem. C. BI. 1856. p. 290-291 ; Ann. d. dii'in. (3) XLTII. 
164-166; Proc. of Roy. Soc. VIII. 42-44; Eavmanm J. LXTIII, 253- 
234; PoGG, Ann. XCVII. 5lO-512t; Ctmento IM. 153^-155; Z. S. f. 
Naturw. VIII. 629-530; Phil. Mag. (4) Xil. 232-235; Chem. Ga«. 
1856. p. 138-139; Arch. d. Pharm. (2) UXXXVIIL 43^43* 

K«rf bai* scliofi vor, kMgerer Zeit an mehiferefi BeispieAm 
iMMrtigewioMn, daf« bei Verlrelwng von 1 Aequivalent Chlor m 
einer Ghlorverbmdung durch eki Aequtvai'eiil Brom itv Siede- 
punkt im Miltel um 23^ sIeigt. Diese Bemerfcmg' kann mr Feal*» 
sleliimg der wahren Por mel oianeher Verbmdungeii benaM wer* 
den; so sehtofe Mopp aus daa» Umalaiide) düfr di«SfedMemp€P»» 
Cur votn firoiMilicism um- 94* hfther Itegl als* die ^mt C^rar- 
licium , auf die- Richlrgkeit der Pormet SiCt, fEb* leteiev^s. — 
Hr. OwpA steifte auf Vevaithwsuff^g vöa Hvn. Hofvmüm dte bis 
jelil unbekaanle BrcmirvovbkNhiig dee- THaM> dais mdeai er emeii 
Miom- von Bvoim u»feer hollrodief CüüMritae lAer eine' Miaclliiiig 
1WI Tilanaüure^ iwd KoMe iMleie. B» feiid dtaSiedputtM dieser 
V^vbMHltaNig' Im 2ar C, ato^ wtm 9V fa«liM> ah dto dts GMftr* 



lÜHWf dtattto flthlMit Mm Nr. HepraAlm^ 4äis 4ieP#irm«l bodtr 
V«rbinAiHgeii^ sowie üt der Titansäure, TiR,, niiihtn dag Atom* 
gMriebl Ao» Tilati9 «Mit '^M^, wie bwiter afigenommeni sondern 
36^39 fein tnüäse. Wi. 



H. Kopp. Ceber die Siedepunkte entsprechender Brom- 
und Chlor verbitlfdmigenr tfnd (Sie Föftnehi der Silicium- 
und Titanverbndttftgen. LuiNoten. XCVUl. 2«5-27it; Oieia. 

C. Bl. J866« p. 565-567; PiiM. Mag. (4> XU. 190-192; Ann. d. ohim. 
(3) XLVU. 166-1 69t. 

Hr. Kopp bei»erkt zu der vorstehenden Mitlheilung der Her- 
ren HopFMANK und DupPA, dals seine schon aus dem Jahr 1846 
dattrende Angabe über die regelmäfsige SiedpunLtserhöhung um 
32* ddrdl Austausdh von I Aequivalent CMor gegen I' Aequi- 
vafent DVom durch später l)eicannt gewordene Beobachtungen/ 
me auch durch mifgetheilte Beispiele näher dargethan wird, nichl 
durchgehend bestätigt worden sei. Ueberfaaupt lehre die Erfith- 
rang, dafs efne derartige, der 2üsammenset^ng entsprecliende 
fti*gefii)ä(argbeit der S^iedpunklsditferena^en keineswegs immer crtatt^ 
finde; dfa nun die Analogie mit den Zinn Verbindungen/ serwie atrefr 
nameiftfiefk der Isomorphismus des Rutiis und dfes ilattirfichen' 
Zhinorfds ffir die Annahme der Formef TiO, sprechen, so sei 
man nicht Irerecfttigt, gestülpt auf die in Rede irtehenden Sied- 
pottltsbesthmnungen, das Atomgewicht des Titans und dief Per- 
mel seiner V.erbindungen su verändern. Wi. 



&M€m. Veraoehe über Verduiidiiuig^hüMHMoe in Fffaüzen. 
Tagebk. d. Natofi: in Wien p.97-97t; Amb. d. «e. pbjs. XXXIII. 
tZ4ht24; hmU iS57. p. 53^55; Liter. Gaz. 1856. p» 862-862* 

Folgendes sind die Ergebnisse der vom Verfasser angestell- 
leB! VmmmImu Om VeinkiBatuftg Aütk 4m Pi«nao» hiiigl: von 
immttbim Bedingtngttti ab wie die freie Ve r J to Mt n agi hk a» 
likiMilkeA» Im* SemiMsdMila tmi Wind, am aehwMislen id 

13' 



496 11« G. LEioi!MFftosT*scber YeimMk. 

feuchten NäcMen; Aurnahme von Wasser aus der Lttft keMite 
nieinaJs beobachtet werden. — Es bestätigte »ch, was schon 
Halbs gefunden halte, dafs die immer grünen Pflansen weniger 
verdunsten als die periodisch vegetirenden. Wi. 



G. LfiiDBNFRosT'scher Versuch. 
BüFF. Memoire sur la Ihöorie de Texpörience de Lbidkn- 

FROST. ADD. d. chim. (3) XLVIll. 195-197. Siehe Berl. Ber. 1850, 5J. 
p. 285. 

BouTiGNY. Rotation des corps ä fetal sph^roidal. Cosmog 

VIII. 404-404t, 644-644t. 

In der ersten Notiz wird angegeben^ Hr. Boutigny glaube 
bemerkt zu haben, dafs die im sphäroidalen Zustande rotirenden 
Flüssigkeiten sich immer von rechts nach links drehen; er meine 
daraus die Rotation der Planeten um die Sonne erklären su kön* 
nen. — In der zweiten iMittheilimg wird ein Versuch des Herrn 
BouTiGNY, bei weichem ein kleiner Kegel von Guajakpulver im 
Innern eines rotirenden Wassersphäroids sich an dem Boden des 
erhitzten Gefäfses fest erhält, von ihm selber ausführlich be- 
schrieben. Hr. BouTioNY ybetrachtet aber hier die beharrliche Ro- 
tation des kleinen Flü^sigkeilssphäroids von links nach rechts 
oder von Osten nach Westen als einen Beweis für die Axenum- 
drehung der Erde. WL 



A. CiMA. Su d'un fenomeoo singulare che si presenta 
allorcheun liquide si fa cadere a goccie sopra lasuper-^. 
ficie d'un altro liquide della stessa natura o di natura 
di versa. Cimento III. 586 -393t; Arch. d. »c. phju. XXXIII. 

225 -227t. 

Es ist eine bekannte Erfiahrung, dafs Wassertropfen, auf eine 
Wasserfläche herabfallend, eine Zeitifing ihre Tropfengeslall be- 
haltend über der Oberfläche hadaiifen. Hr* Cima wurde dnrcb 



BoüTIGHir. ClMA. 197 

Bemerkungen von Buff über das LBiDEHFRosT'fiche Phänaiben, 
welches nach seiner Ansicht mit der erwähnten Thalsache in 
Zusammenhang steht^ daw veranlafst, letztere näher zu studiren. — 
Er hat den Einflufs der Temperatur untersucht und die gröfste 
Höhe bestimmt^ aus welcher die Tropfen herabfallen können, ohne 
ihre Tropfengestalt sofort zu verlieren. — Dies Maximum der 
Höhe ist im Allgemeinen gröfser^ wenn die Fiüssigkeitsoberfläche, 
auf welche die Tropfen auffallen, convex ist, wie sie in einem 
bis zum obersten Rande gefüllten Gefäfse erhalten werden kann; 
doch tritt die Erscheinung auch ein bei planen oder concaven 
Oberflächen, wenn schon weniger leicht. Beim Wasser und bei 
Seesakauflösung nimmt die gröfste Höhe ab mit zunehmender 
Temperatur, wird endlich Null bei einer gewissen Temperatur, 
bei welcher also das Phänomen überhaupt nicht mehr wahrge- 
nommen wird. Unter den Umständen des näher beschriebenen 
Versuchs war die Maximumhöhe für Wasser bei 7®C. = 13""", 
wurde bei 26° C = 0. — Beim Alkohol wächst das Maximum 
der Hohe mit zunehmender Höhe bis 19°, nimmt dann ab, wenn 
die Temperatur iioch weiter gesteigert wird; bei 60° trat die Er- 
scheinung überhaupt nicht mehr ein. 

Hr. CiMA ist der Meinung, dafs der Vorgang durch das Zu- 
sammenwirken mehrerer Ursachen bedingt werde. Zuvörderst sei 
dabei der Widerstand zu berücksichtigen, welcher an der Ober- 
fläche der Flüssigkeiten, theils in Folge der Cohäsion, theils in 
Folge einer aus der Einwirkung der Molecüle auf einander hervor- 
gehenden Spannung, dem Eindringen eines auffallenden Körpers 
entgegengesetzt werde. Aufserdem müsse auch das Vorhanden- 
sein einer verdichteten Luftschicht an der Flüssigkeitsoberfläche 
von Einflufs sein auf das Eintreten der Erscheinung, welche end- 
lich auch von der verschiedenen Zähigkeit der Flüssigkeiten 
(diese soll nach Urb beim Alkohol gröfser sein als beim Wasser) 
abhängig sein werde. ' Wl. 



196 11. G. LBi9jEjiVjiosv*#€li^ versuch. Bnio. 

B. Btzi6. lotoftio ttfla mamoda del prof. A. Cim a. CioMato I?. 

Hr. Brzio macht, mit Bezugnalime auf d^ vorstehend be- 
sprochenen Aufsatz von Cima, darauf aufmerksam, da& er schon 
1818, veranlafst durch seine Wahrnehmung an den von auf^rts 
bewegten Rudern abfliefsenden Wassertropfen, dasselbe Phfinomen 
genauer untersucht habe und zu ähnlichen Folgerungen gelangt sei. 

WL 



Zweiter Abschniti. 



Akustik. 



19. Physikalische Akustik; 



]. LiooTiLLB. Sur deax m^moires de Poisson. c. B. XLII. 
465-470; lost. 1856. p. 105-105; Lioutillx J. 1856. p.l-ef. 

Dai Integral der Gleichung 

ay _ ay , ay , ay 

a<» "" "a?"+ a/'+'a?'' 

auf welchem wesentlich die Theorie der Fortpflani ung dea Scbalia 
in einem gasförmigen Medium beruht, ist nach Poisson (Mem* 
de TAc. IIL), indem er nachwies, dafs das Integral der Differen- 
tialgleichung Geniige leistel, 

wo da das Element einer Kugelfläthe von dem Radius 1 ist» ^ 
ß, y die Winkel des nach dem Element gehenden Radius mit den 
Coordinaten bedeuten, und für < = die Gleichungen bestehen 

• g> s= f(x, y, z); ^ s= F{x, y, z). 

Hr. LiouviLLB seigt, daCs dieses Integral aus einer von Pobso9 
1807 (J. de rEc. polyt. Gab. 14. p. 334-338) erhaltenen Formel 
abgeleitet werden kann, wodurch direct die Allgemeinheit des 
Integrals bewiesen wird. Rk 



202 ^^' Pi)y«kaliscbe Akustik. 

A. BIasson. £tudes exp^rimentales sur le mouvemeDt des 
fluides ^lastiques. NouveHe tb^orie des iDStrameDts ä 
veot. Inst 1856. p. 140-140; Ado. d. chim. (3) XLVIII. 5-23t. 

Der Verfasser hat mit conischen Röhren in derselben Weise 
wie früher mit cylindrischen Röhren zahlreiche Versuche ange- 
stellt, und gelangt zu dem Resultat, dafs beide Arten denselben 
Gesetzen folgen, und daher die Schwingungserscheinungen in bei- 
den durch die von ihm angenommene Reaction des aus der Mund* 
Öffnung austretenden Gasstroms und der Luft in der Röhre er- 
klSrt werden müssen. 

Die Töne waren dieselben, mochte die gröfsere oder kleinere 
Grundfläche des Kegels auf die Platte der Mundöffnung gesetzt 
werden^ und die Bäuche waren, vom Ende der Röhre aus ge^ 
rechnet, um die halbe Wellenlänge des Tons von einander ent- 
fernt. Die Lage der Knoten konnte auch bei diesen Versuchen 
nicht bestimmt werden. War die kleinere GrundRache des Ke- 
gels mit der Platte verbunden, so änderte sich der Ton durch 
theilweisen Verschlufs der gröfseren Endflache nicht; aber man 
erhielt eine gröfsere Reihe von Tönen. Ein hoher Ton kann 
durch sehr starken und durch sehr schwachen Druck des Win- 
des hervorgebracht werden, was für alte Arten von Röhren gilt, 
und worin der Verfasser eine Erklärung der Palsettstimme findet. 
Die Lage der Stimmwerkzeuge sei nämKcii» wenn ein bestinunier 
hoher Ton angegeben werden soll, dieselbe für die Bruststimme 
uttd die Falsettstimme; aber die Bruststimide verlangt einen schwer 
hervorzubringenden starken Wind, während die Falsettstimme be- 
ijuero dareh schwachen Luftdruck gebildet wird. 

Den polemischen gegen Zamminer gerichteten Theil der Abr- 
htindiung können wir um so mehr übergehen, als wir in dem 
Bericht über die frühere Arbefl des Verfassers (Berl. Ber. 1853. 
p. 162) unsere von der des Hrn. Masson abweichende Ansicht über 
tim Erklärung der erhahenen Resuhate angegeben haben. 

Ä*. 



XttMMtTc (Jeber die Combinatiomttea 6«ii.MMit8lMr4i6% 
p.27d*285; P^m. Aan. XCJX. 497-Mat; Z. S. £ Natsnr. YÜL 
524-526; Yerh. d* Aft^rh. Yer. d. SheUih il«56« p. LXXV-LXXYUi 
Arcb. d, sc. phja. XXXIY. 141-145; Cimento Y. 284-289. 

Wcwi m uttd n die Schwioi^iagwMea sweier Töne^ und 
a 4iAd b gm%t 2iaklea «nd, so irt am^im dieAniuihl AtrStSb^ 
mUnt di#fSchwi9giiDg»Mlilde«Coaibiaali0MtiinB der (^-f^— Utas 
QrdMinf;« Da am und in» die SchwittgttngflMhleji der harmoHk 
scheu ObeiiöM «ad, wmd die TSne i» uttd #i ym saklmi b»» 
gleitet werden, so entelehi die Frage» ob Stfibe tmd Combiiui* 
üoDBlöne höherer Ordnuog direct durch etnC^che Töne, denen der 
Verfasser nur die Schwingungsforui a sin (bi -{• c) suschreibt, er- 
zeugt werden können, oder ob su ihrer Erzeugung begleitende 
Obertöne erforderlich sind, und sie nur aus diesen als Stöbe oder 
Combinationstöne erster Ordnung resultiren* Der Verfasser beab- 
sichtigte, diese Frage durch Versuche mit einfachen Tönen su 
mliebaidw* welcbe er deduroh herstellte, defs er eineo tönenden , 
Körpeft eine StiiMsgabel, die ihre Schwingungen AMr w^oig dar 
Luft.mittheUto, oiit Einern fleaaoator verband^ der densdUMi Grimd* 
tM, aber andere Obertöne hatte als der tönende Körper. Dft 
die GatAMi'schM uabaroionischeB Obertöne nicht bei allen Ga* 
bek daeaelbe Verheltaüs tum Gruadton haben, und Mberde« 
RMaw (Repert d. Phys. HI. 55) gefunden haUe, dafs die Sün»* 
gabeln 4ie obere Octave ihres Grundions geben, auch Sbsmok'o 
Beirf»4cbtiing (Pooo. Ann. LVIU. 265), dafs der Ton d eines gi&* 
seriM» Pokal« ilae tf| euier Saite, und n^ einer SÜiMigab«! % 
einer Saite aum Mitschwingen brachte, auf haraieiiiaehe ObertAM 
hiiimes, so waren zunächst die Ohertöne der ensuweaitndMi 
Stiviepcabein eu ermitieln. 

Zu dieseoi Behule wurde eine Stimmgabel an ihren Stiol 
mit einer selteMBraMgen Fläche veraehan, welche, wenn äsen di* 
Gabel auf die Saite eines Monochords setste, diese nur ift eiM» 
PlHlU beräfcrtoi hihI das Abgleiten verhinderte. I« Allgemeinen 
ipver 4tr Ten 4er ai^eeeUafeneii und auf eine beliebige SleUi 
d«r Seite geaetftt« Gebel wenig n^emebiliJ^- Versdwk mtm 
aber die Slimm§iik^$ bie (tit Uk^^ eiaea TheUa der Siüe ein. 
MnlMplw» der Länge wur» weM« im GeuaAw 4er Qtkai 



204 12* Physikalische Akustik. 

SO hörte man mii einmal diesen Grandton laat anschwellen und, 
wenn man die Gabel weiter fortrückte, eben so schnell wieder 
verschwinden. Die Stelle, welche das Maximum der Resonanz 
gab, war nicht ^^^ lang, so dafs die dem Grundton zugehörige 
Sakenlänge mit grofser Genauigkeit bestimmt werden konnte, wo- 
bd iweckmafsig der andere Theil der Saite durch ein unterge* 
fldhobenes Tuch gedämpft wird. In gleicher Weise findet man 
durch weiteres Verschieben die Saitenlängen fttr die Oberldne 
der Gabel, neben welchen der Grundtoo kaum gehört wird. 
Die Untersuchung ergab für 5 Gabeln: 
Grundton Obertdne 

fi ft «•« 

«. «i *•*. 

*. *. h 

Die Gabeln gaben also alle die Octave des Grundions xxsA 
den ersten unharmonischen Oberton, dessen HMie im Verfaältaifii 
zum Grundtoh nach Chladni 6^, nach diesen Versuchen zwische« 
h% und 6} ist. 

Es kam daher hauptsächlich darauf an, die Octave des Grund- 
Ions aussusehliefsen. Zu dem Ende wurde die Saite eines Mo- 
noehrods nach unten gekehrt und in der Mitte ein Hilkchen an- 
gekittet, an welches dietjabel, nachdem sie angeschlagen, ge- 
hängt wurde. Die eine Hälfte der Saite wurde gedämpft, und 
an der anderen durch BeschVverung mit einem Siegellacklröpf« 
ehen unharmonisch gemachten Hälfte ein Steg so lange verscho- 
nten, bis sie den Ton der Gabel gab. Die Saite giebt auf diese 
Weise laute und lang anhaltende reine Töne, ungefähr von der 
Klangfarbe der Stimmgabel, nur etwas dumpfer, dem V ähnlich, 
weshalb man leicht verleitet wird, sie für eine Octave tiefer zu 
ballen, als sie sind* 

Eine zweite Metbade, den Grundton der Stimmgabeln mit 
Attsschkils der Obertöne der Luft mitzutheHen, bestand in der 
ifaiwendung resonirender Röhren. Sie waren aus Pappe, öy» 
ÜBdriscb, an dem einen Ende gedeckt, imd an dem anderen Ende 
dureh oiae Platte mit eenoeniriseher Oefinung gescMessen. Die 



Hblmho&vz. H^g 

Ttne» weUro 5 R&hren vra gteicfaen Grondtfeen vri% 4ie der 
6j|beln liererlen, wena mm fiie durch eine enge Röhre anblieSi 
wareB 

Gnindtoo Obertöoe 



b 


de»^ 




''. 


rf«. 


*. 


fr 


«» 




«1 


A«, 


«4 



*. *. f. 

Es waren also diese Rohren ungeeignet, die Oclave des 
Grundions durch Resonanz zu verstärken, was auch ein beson- 
derer Versuch mit der Gabel b^ und der Röhre b bestätigte. Da- 
gegen zeigten sie eine mächtige Verstärkung des Grundtons, ohne 
die rasch abnehmenden unharmonischen Obertöne der Gabeln, 
wenn man sie etwas verklingen liefs, ehe man die Gabein vor 
die Oeffnung brachte, merklich hören zu lassen. 

Da die Röhren eine stärkere Resonanz gaben als die Saiten, 
und in Verbindung mit den Qabeln leichter zu handhaben waren, 
so bediente sich der Verfasser in den folgenden Versuchen meist 
dieser Röhren und einer sechsten, die durch einen Stempel ver- 
ändert werden konnte. 

Mit den einfachen Tönen der 5 Gabeln und einer anderen^ 
deren Ton sich zu b wie 7 : 4 verhielt, und welche durch aufge- 
kiebiea Wachs auf g erniedrigt werden konnte, wurden nun fol- 
gende Cambinationstöne erhalten. 



Primäre Töne 


Combinationston 


SchwingUDgs 
der primären 
Töne sa einander 


rerhältaiss 
dM ComU- 


^ f. 





2:3 




U K 


B 


3:4 




h d. 


B^t 


4:5 




rf. fi 


B^i 


6:6 




fi •*! 


B^t 


6:7 




at^ i, 


Ä-i 


7:8 




* ft 


es 


3:5 


2 


rf, •#, 


B 


5:7 


2 


d, b. 


f 


5:8 


3 


* «•. 


f 


4:7 


3 



ftH 12. Ph^ayuabdie Akustik. 

bl aik» diomi PiUeii iMmle 4cr V«rf«Mr k«litf Oomfcaia 
tkmUHne höherer Oritmig wahrnehiMHy während rb«i detiTtee« 
der Orgelpfeifen, der Sirene oder der Violine sehr wohl Cfbi 
nationstöne zweiter Ordnung« jedoch bei Weitem schwächer als 
die ersten Combinälionstöne, gehört wurden» z. B. bei 

den Tönen 4 und & der zweite Combinationston 3, 

99 9i '^ 1> ' M >» 99 ^9 

» » ^ >J " )» » 99 A 

>t >» *^ T) Ö >» » it !• 

„Aus diesen Tharsachen/' sagt der Verfasser, „entnehmen 
,,wir das Resultat, dafs das menschliche Ohr HXllström^s Com- 
^»binaiionstöne zweiter Ordnung bei einfachen Tönen von der 
„Stärke, wie sie unsere mit Resonanzröhren versehenen StinHu- 
„gabeln geben» nicht zu erkennen vermag, wohl aber bei sofchen 
^Tonen gleicher Stärke, welche, wie die der Orgelpfeifen, Sire- 
,»nen, Violinen, mit Obertönen verbunden sind. Wir dürfen daraus 
„wohl den Schlufs ziehen, dafs, wenn wir bei Tönen mittlerer 
„Stärke Conibinalionatöne zweiter oder höhere Ordnung deutlich 
„hören, diese durch die höheren Nebentöne der primären Töne 
„erzeugt sind.*^ 

Die Versuche über Stöfse bestätigten die von ScHEmLBR und 
RoEBBR aufgestellten Gesetze, und der Verfasser glaubte in allen 
Patlen die entsprechenden Combinationstöne zu hören, namentlich 
bei der unreinen Quarte f^b^ den Combinationston zweiter Ord- 
nung 6, bei der unreinen grofsen Terz den dritten Combina'^ 
tionstpn. 

Int«M§MHi4' siiMl fwigeifite angeführten Beispiele. 

Als die einfachem Töne der Gabeln b und 4^ und das nicht 
genau mit diesen stiniAKnde f eines Claviers angegeben wurden, 
hörte der Terfasser sowohl die beiden Combinatioiistöne B^i 
^n /und ^und von b'nnd d^ mit einander, als* aucA das f des 
Claviers mii dem zweiten Combinatkmston f vm b und d^ Schwe* 
bungen machen. 

Ebenso- gaben die Gabeln d^ and f^ mit b des Claviers 
Stöfse, wobei ein schrwebendes B^i gehört wurde. 

Wenn die durch a^ifgeklebtes^ Wachs verstimm^ Gabel b^ 
und die Gabel b gleich stark tönten, s« stiefsen sie deiiliich mit /^, 



tmt' Um ambt <kr Ockme «6, , wd€h0 dwlttek* lleHdrfreMI, 
Wiiiii 4er Üehm To» ühenvi^f, wvrdeii WMrig g«bttri. ^uMkir^ 
gikM mit tf, dMlKdi die Si^Um Am bodho CooikfMliMMMiie f 
iN»n M| and nfjft. * 

iÜMmil'war afeo nacligrwiesen, dab mmh «inlMbt 1l«e 
C um b n i att — i Hhnt hüierer Mtmuag ftraengM. Biese gcfcniglM 
J€dMh »ach dt»m V orhgw f mv dweh db ftgwteft^e Veraüfw 
IniBff itn^er Welitiv in de» SehrwebiMigen, wodnrch die faiteNaiMt 
waf das Vierfadie erhöhi werden kann, lar WahroehtBUii^, natd 
dl» Remitlal der bisherigen ünlamiebuiig der tsefemn Combin»* 
liaDel9iie wied dahin amge8p»fteh«o,^^da£i eaifadia Ttae nur 
aoiel» tnfere: Cm— binatiopeiaBfc thuftiidi iiören taesen Iriliineii^ 
dene» SfkmnaffiMpwM gtaieh' der IDifferana der Schwingung^ 
saMitt der primäeea' Ttee ist» md dth, weaat CoafeiMalMOstSne 
anderer Oedanag danebeii eaMÜran» dieee «» sekwachi sind, ca 
bei auKsiger SttrU der prisMieen T6to ^em 01m liSebar -m 
werden. Wenn bei nisammengeaelalett Tö»ei» CeaibiiialimeiilM 
höherer Ordnung oft sehr deutlich auftreten, mieserfe wir diese 
daher für CMibinatiimstöne des höheren BeiUine erlüaren'*. 

Bei diesm Untersuchungen entdeckte der Verfaiser, auerst 
durch die Resultate seiner theoretischen EnLwiekelungfini aurmerk« 
sam gemacht^ eine neue, merkwürdige Act von Combinations- 
tonen, wekba häker sind als der höhere der erseagenden Töne. 
Wie aweä Töne* m und n die Combinationstöne am — li^i geben, 
so erzeugen sie auch Combinationstöne von den Schwingjangs- 
zahlen am-^-bn. Der Verfasser nennt die ersteren Differenz- 
töne, die letzteren Summalionstöne. Die Summationstöne 
sind, wie die Differenzlöne, um so schwächer, je grofser a-f-A 
ist, und der erste Summationston ist schwächer als der erste 
Differenztofi« Es war daher schwierig, die Sununationstöne bei 
Stimmgabeln wahrzunehmen. Indessen gelang es doch, folgende 
Fälle zu beobachten. 



• 




SchWffl|^II||ST€riwfl!lllS9 


PBmira.röaA 




dar priaaäjraflc 


^ des SuBUBS- 






Töne 


tioDstons 


». /; 


ä. 


2:3 


5 


Ä*i 


«k 


a:4 


7 


K< 


<?t 


4:5 


f. 



fw 



12. PhyrtfcüMichi Akurtik. 



JR«dit gut holt mM die StumaUenaMne bei OrgeIpMfem 
iMn d*s Ohr den btidea MimdsISdMii oülMrl, en^ 4m hSherea 
)^«r beidm T8m angidi und dann d« ti^Cnw, aul wetduai 
dann der noch höhere Sommalionston gehört wird» wetcbei^ 
wenn nnckl eine der beiden Zahlen m und n ein Midttphim der 
anderen isl, sieh van den harmmaeile» Obartönan ualeiaeheidet 
Attüh die Pli]Faharuu>tt&a läM die SmBflnlionrtdne gul hSreo» 
tmoB man atarkaa Wind giebt Von allen aber die beale Gele« 
jjMheit gewifarl 41t von Dovb (Bert. Ber. 1851, 5h 311) be^ 
«ehrtebene mehraiioioiige tSirene, an welcher die CeoibiMlioM^ 
itae fiberhaopt ao laut hervortreten, wie an keinem anderen In* 
atMment, und die meiat diaeonirenden Suamiationalefte sind ea» 
welche die Ackorde der Sirene ao rauh und nuMfinend maehait 
Der erate SttOMRalionalon von € und e iat g. Man utiler-^ 
Mheidet ihn von dem tweiten harnaoniacheB Oberlen jf dea C^ 
wenn man luerat C angiebt und dami c» worauf daa g ab sugleich 
ertönender Snmmationaton stärker hervortritt. 
Femer gaben 

C sa2y 6 = 3 den Summationston e ^ 5; 

6 « 3, p rr 5 - - c, = 8; 



6 = 3, 

C=4, 
fi=5, 
« = 6, 



e = 4 
fi=5 
6»6 

c. =8 



ft= 7 
<= 9 

giB, ') = 13. 



Auch der zweite Summationston konnte bei folgendem Ver- 
hSitnifs der Sirenentone wahrgenommen werden. 

2:3; «weiter Summationston 2. 2 4-3= 7; 
2:3; - - 2.3 + 2= 8; 

3:4; 



5:6; 
4:5; 



2.3 + 4= 10 
2.5 + 6= 16 

2.5 + 4= 14 



In den drei letaten Fällen hätten auch die Summationatöne 
U, 17 und 13 gehSrt werden mfiaaen; aber ea war eu schwie- 
rig, dieae dissonirenden Töne mit dem Ohr featauhalten. 

*) Der Terfasser giebt, wohl aus Venehen, den Samaiationston zwi- 
sehen b and b an. 



Hn.iaioi.Ts. 209 

Theorie der Combinalioiieldne. 

Der Verfasser schliefst sich der OHM'schen Ansicht an, dafr 
nur SchwiogUDgen voo der Form . a sin (bi -f c) als einfache Tönt 
¥em.oaiiDeD, und andere Schwingungsformen von dem Ohre, so 
wie voo dem Mathematiker in der FouRiBR^schen Reihe, in einr 
bebe Töne dieser Form aerlegt worden. Wohl kann der Sinnes- 
eiodruck einer nicht einfachen Luftbewegung durch Gewohnheit, 
mangelhafte Aufmerksamkeit oder geringe musikalische Bildung 
des Ohrs als einfache Empfindung im BewuCstsein aufgenomooen 
werden; aber diese Empfindung ist dann nicht Ton« sondern Klang 
SU nennen. Der Argumentation Sbbbbck's für die Ansicht, dab 
jeder periodische Impuls einen Ton erzeuge, dessen Schwingungih 
sahl gleich der Zahl der Impulse in der Zeiteinheit ist, auch 
wenn die ersten Glieder der FouaiBR^schen Reihe fehlen oder 
verbältnilsmäfsig klein sind, wird entgegen gehalten, dals m^Q die 
im Ohre anlangenden 6chwingungsformeo nicht kenne. 

Den Stofs zweier wenig von einander verschiedenen Töne 
leitet der Verfasser zwar auch aus dem Zusammentreffen ent- 
sprechender Theile der beiden Wellenzüge ab. Aber da die Luft-* 
bewegung im Stofs nicht die Gestalt einer einfachen Welle hat, 
so ist für ihn die Annahme, dafs aus einer raschen Aufeinander- 
folge von Stöfsen ein Ton entstehe, somit selbst die bisherige 
Erklärung des ersten Combinalionstons unstatthaft. Auch wird 
die Empfindung des Zusammentreffens entsprechender Theile der 
Wellensüge nicht mehr zugegeben, wenn der Unterschied der 
Schwingungszahlen nichX sehr klein ist. Wenn z. B. das Verhält- 
niÜB der Töne 3:7 ist , so müfsten nach folgender Figur 




um einen Combinationston zu erzeugen, in a, i, c, d und e „gleich- 
artige Eindrücke auf das Ohr hervorgebracht werden, während 
dioch ..von einer Aehnhchkeit der Qurventheile keine Rede sein 
kann*". 

Fortsdtf. 4 Ph|s. ZU. 14 



i^Hfi 12. Ph)^liia1flrdtre Akustik. 

„Durch di6setJeber!6glingen auf das ühgfertÖgiende der bishe- 
rigen Theorie äufitierksam gemacht, glaubte „der Verfasser** einen 
Fingerzeig, der auf den richtigen Weg führen konnte, iti d^ta bift^ 
her wenig beobachteten Umstände zu entdecken, dafs die Cdm- 
bihatiönstöne nur bei starken primären Tönen auflrelett, tind IhYe 
Intensität in einem viel schnelleren Verhältnifs zu wachset] schieftit 
als die der primären Tdne* Danach schii&n die Entstehung der 
Oömbinationstöne von einer gröfseren Weite der Oseinationen 
äbzutiängen, als sie bei Schallwellen gewöhnlich angenommen 
%vird, und durch Vernachlässigung der höheren Potenten dfer 
Verschiebungen zur einfachen Superposition det Schallbewegungen 
ftihrt, „bei welcher Oömbinationstöne gar nicht vorkomtneti 
können.** 

Indem nun die beschleunigende Kraft der ersten und äer 
zweiten Potenz der Verschiebungen proportional gesellt wird, 
gelangt dei-' Verfasser durch ein besonderes IntegratiC^sverfa'hren 
tur Zerlegung der Bewegung eines von zwei einfachen Wellen- 
zügen afCcirten Punktes in eine Summe einfacher Bewegungen, 
welche düfsef den erregenden Tönen auch dän DilTerenztÖnen 
und den auf diesem Wege zuerst entdeckten Summatiönistönen 
entsprechen. 

Der Verfasser bezieht dieses Resultat vorzugsweise auf die 
Bewegungen des Trommelfells, indem er den Stiel des Hammers 
als beweglichen materiellen PuYikt annimmt, welchen das elastische 
Trommelfell in einer bestimmten Lage festzuhalten sucht. Die 
Cbmbinaliöns- und Sununationstöne wären danach zwar objectiv 
in Bezug auf unsere Empfindung, brauchten abcr nicht nothwen- 
dig aufserhalb des Gehörorgans zu existiren. Aufserdem aber 
wird die Anwendbarkeit der Theorie und ihrer Resultate «uf 
jedes Theilchen eines elastischen Mediums, also die Lufttbeilcben, 
ausgesprochen, wenn dasselbe von hinreichend starken Wellen- 
zügen afficirt wird. 

Es sei die Masse des Punktes m, die Entfernung desselben 
Mr Zeil < von der Lage des Gleichgewichts jr, die dadurch her- 
yorgerufene elastische Kraft ajr-^-bx^f und der Druck zweier 
Wellenzüge respective f sin (pi) und ^sinC^f+e). Aisdlmn hat 
man die Bewegungsgleichung 



Die8e Gleichung «erlegt sich, wenn man 

(2) . . . . J? s»s «JTj -f **'^t+ «'«^^S + • • •! 

(3) . . . . f^^f,, 

(4) ^. . . . sr = «jFi 

und cKe mil gleichen Potenzen von b muttiplifiirien Quader eia- 
«eln gleich Null seM, in 

(5) . ifcT.-fw-j^«— /; sin (p«)—y, »in (^ -{.»), 

(7) . fljr, + m_p2- = _a6j7,jr,. 

Das vollständige Integral der Gleichung (5) ist 

(8) X, = Jlsin(fy^ + A)+iisin(;i<) + t?srn(flff + c), 

wo A und A die Constanten sind, und 

-- -- / 1 -, — ^1 ' 

m/p' — a nuf — a 

Dm erste Glied ex^ der Reihe (2) UeCerl also den eigenMi 

Ton des schwingenden Punktes von V — Schwingungen in der 

Zeit 2», der, wenn auch im Anfang vorhanden» jedenralis schnell 
erlÖ8c4ien eoU, und die erregenden Töne p und f mit den v«i 
einimder 'iHiaUängigen Schvvinguagsweiteii %u tmd 2t;. 

8eM man den Werth x^ aus. <kr Gleichung <6)' in (6), so 
erhält man 

4- 2 UV sin (pl) sin («gfi-f c^} 
a= — * 14 (y • + u») — 4 !#' cos (2p«) 

-- ii;* POS (2g<+2c) + <^v»8[(p — </)!-/:] 

— 14« ÄQS [(/!+.?) # + c]i, 

und iliMr3U» .duri:h lAtegcation 

14* 



22 12« Physikalische Akustik. 



2(4m7*- a) """ "'''• ^ "^^ ^ m(p — <y)*- o 

WO A^ und A^ conslaiH sind. 

Das zweite Glied «V, der Gleichung (2) liefert also wieder 

den eigenen Ton Cy—) des Punktes, und dann die Octaven 

(2p) und (2q) der erregenden Töne, den ersteh Differenxton (p — q) 
und den ersten Summationston (^-f ?)• ^^' ^'^^^ letzteren €*uv 
•um Factor haben, so nehmen ihre Amplituden im quadratischen 
Verhaltnils der Amplituden der Töne p und q in «jt^ ab. 

Wendet man die Rechnung auf das Trommelfell an, und 
setzt, da der eigene Ton desselben m Verbindung mit den trägen 
Massen der Gehörknöchelchen und des Labyrinthwassers ziemlich 

tief sein wird, i/ — <p — flf, so ist 

s*buv a*buv 

m{p — q)^—a mO»+ijf)* — a' 

also der erste Differenzton starker als der erste SummatioDston. 
Vernachlässigt man a, so ist die Amplitude des Differenztons bei 

(3 I 2* 
A_ty ) = 26, bei der Quarte 49, bei der groCsen 

Terz 81 mal so grofs als die Amplitude des Summationstons. 

Das dritte Glied der Reihe enthält die Töne 3p, 3q, 2/i-f 9, 
2p — 9, p'-2q, p — 2qy also die zweiten harmonischen Obertöne 
und die zweiten Differenz- und Summationstöne. 

Die in der Bewegungsgleichung gleich ojr+ftjr* vorausgesetzte 
asymmetrische Wirkung der elastischen Kraft findet der Verfas- 
ser den Bewegungsbedingungen des Trommelfells entsprechend, 
welches durch den Stiel des eingewachsenen Hammers nach innen 
gezogen wird. Diese Asymmetrie des Ohrs zeige sich auch in 
den Stöfsen d^ Octave, welche, wenn sie langsam erfolgen, mehr 
einem Wechsel der Klangfarbe als der Intensität gleichen, und un- 
gefähr wie U — (S — U— (S klingen, während das Ohr zu Anfang 



und in der ^ Mitte des Siofses von enigegengeselslen Luftbewe*- 
guog^i attetri wird. 

Uebrigens wurde auch die objective Bzislenx von Combina- 
tioBsUaen auber dem Ohr dureh daa Mitaehwingen dünner Mem* 
brMMD nacbgewieaeB. 

Ueber daa eine Ende einer cylindrischen Röhre von 1^ Zoll 
Durchmeaaer wurde eine dünne Kaulachukmembran geapannti und 
daa andere Einde. mit einer Platte , die mit einer Oeffnung ver- 
sehen war, geschlossen. Bei dem . Grundton e^ sammelte sich 
aller Sand an den Rändern der Membran. Brachte man nun die 
Mündung des Rohrs über eine mehrstimmige Sirene, von welcher 
xwei Löcher reihen geöffnet waren, so aeigte der Sand den Ton e^ 
an 9 wenn der höhere der beiden Töne e war. Bei steigender 
Tonhöbe i^am dann die Membran wieder zur Ruhe, und gerieth 
amn «weiten Male, und awar in stärkere Bewegung, wenn der 
Sommationston die Höhe e, erreichte. . 

Die Wichtigkeit der vorliegenden Arbeit des verdienstvollen 
Veriaaaera macht es dem Berichterstatter aur Pfficht, aeine Be- 
denken über dieae Theorie der CombiQationatöne in der I^Une, 
welche einem kritiachen Bericht augewiesen ist, auszusprechen. 

Zunächst iat es doch unbestreitbare Erfahrungaaache, dals 
perioiKach wiederkehrende, idenüsche oder analoge Impulae, wenn 
sie schnell genug auf einander folgen, die Empfindung eines Tons 
eraeugen, mag die Form der Impulse sein, welche sie wolle. 
Wenn auch die kleinen Schwingungen elastischer Körper sich 
der Form asin(&l-fc) nähern, so folgt dagegen aus der aua- 
nabmalosen Entstehung der Töne durch beliebige Impulse, dafs 
dieae Form aur Erzeugung der Töne nicht noth wendig ist. Dem- 
nach müssen die Stöfse erster Ordnung, welche auch nach dem 
Verfaaaer durch einfache Superposilion der Wellen zweier Töne 
entaftaben, nothwendig, wenn aie achnell genug auf einander fol- 
gen, den ersten DifTerenaton bilden. Der Verfasser macht zwar 
den Einwurf, dafg die abwechselnde Verstärkung und Schwächung 
der beiden Weilenaüge, wie sie in den Stöfsen stattfindet, nur 
dann eintrete, oder nur dann von dem Ohr vernommen werden 
könne, wenn die Differenz der Töne verhältnifsmärsig gering ist, 
und zeichnet als Beispiel eines negativen Resultate die Curve dea 



244 ^^ Phyi(kirHft«fi« Akustik. 

Zusuttlinenlrelfens der beiden T&ne 3 und 7. At^e^eben aber 
davon, dars die Zeichnung in geraden Linien atisgeAlllvt iil, Mid 
darbet die sehiefM Lriii^n gleich geneigt sind» vmd mttmmd an- 
stehen, kl äy hj ^, d, e die Mitletpunkle der Ntffxkna d«r Bewegwig 
zu erkennen. Auch ist diese Art der geometmehen Dar»l«llwi||' 
nkhl die geeignetste, die Mittelpunkte der Msncinia zvsamtoen- 
gesetzter Bewegungen für das Auge zu markiren, welebea iü- d^r 
Auffassung der Bewegttngsformen von dem Ohr so sehr über« 
troffen wird. Auf ier Orgel stofsen tiefe, nahe zusammeftiiegeiide 
Ttoe so stark, dafs es Regel ist, in der Tief« nur wdt abatobeaAs 
Tdne gleichzeitig anzuschlagen. Wenn aber zwei Töne eiwia voft 
dem Verhäilnifs 8:9 in der Tiefe Siöfse geben, so mttfBen «ie, 
wenn die Sohwingungszahlen 800 und 900 in der Stcuade sind» 
einen Combinatiotistön von der SchwingungssiM 100 eneugen» 
Sind aber in einem Falle Stdfse und Differenztdne objeottv da»« 
selbe, so sind sie es in allen, Pillen, mag eine Zeicimuiig die 
akustischen Verhältnisse in die Augen fallend daratelieft oder nicht. 

Die Theorie des Verfassers giebt nun den Differensto» {p ^q) 
unter der Voraussetzung, dafs die elastische Kraft ojp^bs* sei» 
und liefert ihn nicht, wenn A s 0. Nach dem Voralehende» 
aber mnfs der Differenzton vorhanden sein, auch wenn ( es 0, so 
dali also die von der Theorie verlangte Bedingung überftmig, 
und der Differenzton nicht erklärt ist unter der hinreichenden Bt^ 
dingung, dafs die elastische Kraft dji* sei, abgesehen dav«ii, dafe 
der gefundene Ton (p—q) ein einfacher Ton ist, was der eral« 
Combinationslon nicht sein kann. 

Wenn wir auch augeben, dafe selbst für beliebig l^letne Eimm* 
gationen die höheren Potenzen derselben in Betracht geai^m 
und dadurch genauere Reaoltate erhalten werden können, so ist 
anderseits «am realen Verständnifs der Heaultate die Kenwlnib 
der numerischen Werthe der Ooeffieienten der einielMti PotaMw 
erferderüeb. Man hat z. B, für Pendekebwingunge» 

**Jr . X is l /jrV I 

^ = -^««T ' -^iT-— Tärä (t) -I 

Wnllte mtm nun bei kleinen Pendelschwingungen 

^^ I ft • ... rf*x 

— aX'-iji;* statt 3-3- m ax 



4^-^-r-* »•«.. jp. 



vmipbtectvt^iwk P4e SchwiDgupe^n der I^^ftlh^ilcb^n, ^^( wpli;l|f; 
4w V^rX^Hs^r el^enIaUfi »eine Xl^orie i|nwaid«t, scheinen uos ^e^ 
dti«« «MUg 4^n PeAdelschwinguqgeD 9]«^ so uusjrippiQtri^Qh^Ci 
3ql|wi^gimg«i) PU sein» wie sie die Foroi ^+&^* vQr^^§^eUV 
Ai|^ b^arf e« wpbl nicht der Annahme. asyoAwetrischer $pbwif|7 
guogen des Trommelfells, um den Unterschied der Einwirhui^ 
eiasr Ituftve^cüchtuog und d^r einer tuftverdün^o^g t^f die <^f hör- 
nerven zu erklären. Ist aber & a 0, und niüfste mm, um eine 
höhere Potens "einzuführen, 



dt' 

setzen^ so verschwindet das Glied, welches die ersten Differenz- 
und Summationstöne giebt. 

Ferner scheint uns auch die Art der Integration nicht geeignet 
zu sein, um zu Resullaten zu führen, welche den akustischen Be- 
nciiuDgtn e»tq)recben^ wie auch dif» evballeiieo ResuiUile waM 
ili^ht (|ls mit der Erfahrung übereinstimmend betrachtet werden 
können. 

Wird der Schwingungszustand eines Körpers, z. 3. einer Saite, 
durch eine FouRiEn^sche Reibe ausgedrückt, so sind die Constan- 
tc^ durch den aDfänglichen Ort und die anfängliche. Geschwin- 
diD;keit der einzelnen Punkte bestimmt, und diese können so ge* 
geben sein, dafs alle Glieder aufser einem beliebigen verschwinr 
den. Dieses Glied, welches, wie jedes andere, ein Integral der 
unveränderten Differentialgleichung ist, aus welcher die Reihe 
abgeleitet wurde^ giebt dann den alleinigen Ton der Saitei und 
mufs di|her auch Qoch einen der Töne geben, wenn di^ ihm entr 
sprechende Bewegung eine relative in Bezug auf andere Bewe« 
gwgen ist. Die Gleichung (8) ist aber nicht ein Integral der 
Gleichung (1), sondern der Gleichung (ä) oder,* onl « multiplicirt, 
der Gleichung (1), wenn man das Glied bjc' wegläfst. ^ioch 
weniger können die Gleichung (9) und die, welche map durch 
Fortsetzten^ der Rechnung erhallen würde, als Integrale von (1) 
betrachtet werden. Die Summe der erhajtenen Integrale ist ziyiir 
das Integral von (1), aber jedes einzelne genügt dieser Bedingung 
nicht, und ist daher ohne physikalische Bedeutung. 



{fg 12. Physikalische Akuftik. 

In Besug auf die Resultate selbst bemerken wir, dafs naeli 
den Formein der eigene Ton des Punktes constani ist, mithin, 
wenn derselbe, wie z. B. beim Trommelfell nicht bu becweifehi 
ist, rasch verschwinden soll, in die Gleichung (1) der Widershmd 
der umgebenden Massen als Function der Geschwindigkeit ein- 
zuführen ist, wodurch aber die Gleichung wesentlich verändert 
wird. 

In der Gleichung (9) ist der Coefficient des ersten Differem- 

tones — 7 -i . Nähert sich nun der Differenzton {p — a) 

dem eigenen Ton y— des Trommelfells oder der Lufttheilchen, 

so wird seine Intensität unendlich. Nimmt man auch an, dafs 
durch Einführung von Widerständen diesem Mangel der Formel 
abgeholfen werde, ohne sie im Wesentlichen zu ändern, so würde 
jedenfalls eine bedeutende Veränderung der Intensität mit der 

Aenderung von p^q in der Nähe von p — qf = y — , oder von 

p-^q =s 0, wenn man a = setzt, folgen, was mit den bisheri- 
gen Erfahrungen nicht im Einklang ist, nach welchen eine Ab- 
hängigkeit der Intensität der Combinationslöne von der Höhe 
nicht bemerkt wurde, und Stöfse (die wir mit niedrigen Combi- 
nationstönen für identisch halten müssen) wenigstens nicht um so 
besser gehört werden, je langsamer sie sind. Auch nehmen nach 
den eigenen Erfahrungen des Verfassers die Intensitäten der Stö&e 
erster Ordnung sicher nicht im biquadratischen Verhältnifs der 
Intensitäten der Töne ab. 

Bei der kleinen Terz (5 : 6) verhalten sich nach den Formeln 
die Amplituden des ersten Differenzions und des ersten Summa- 
.tionstons zu einander wie 121 :1, also ihre Intensitäten wie 121': 1," 
während der Verfasser nicht allein den ersten, sondern auch den 
zweiten Summationston der kleinen Terz gehört hat. 

Die eigene Ansicht des Berichterstatters über die Entstehung 
der Stöfse und Combinationslöne, welche derselbe vor zwei Jah- 
ren in der physikalischen Gesellschaft vorgetragen hat, hier mit- 
zutheilen, wurde die Gränzen eines Berichts überschreiten. JfA. 



WfiiTHBm. Remarques h roccasion d'une note de M. Zam- 
MiKSR sur le moovement vibratoire de Tair dans Im 

tayaiUL C. R. XLir. 493-494t; Inst. 1856. p. 105-106; Arali. d. 
•€. phjs. XXXI. 536-336. 

Hr. Werthnm glaubt bemerken zu müssen, dafs die Ver- 
suche von Zamminbr (Berl. Ber. 1855. p. 193) nicht genügen, das 
Urtheil des letzteren über die WeRTHEiH^sche Correction der 
.Pfeifenlängen su begründen, bestreitet jedoch im Allgemeinen 
nicht, dafs die Correctionsformet durch Hinzufügen eines Gliedes 
zweiter Ordnung in vollkommeneren Einklang mit der Erfahrung 
gebracht werden könne. 

Zamminbr beabsichtigte aber nicht, eine verbesserte Cor- 
rectionsformel aufzustellen, sondern hn Gegentheil die Unanwend- 
barkeit einer solchen empirischen Formel überhaupt nachzuweisen. 

Rh. 



C. Haiecb. Sulla rifraziooe del SUOOO. G. deir Ist. Lombarde 
VIII. 404-410t; Cimento V. 5-14; Arch. d. sc. phys. XXXV. 126-130; 
PoGO. AoD. CHI. 163-166. 

Veranlafst durch die Vermuthung, dafs der Schall wie das 
Licht an der Trennungsfläche zweier homogenen Mittel so reflec- 
tirt und gebrochen werde, dafs der Sinus des Einfalls- oder Re- 
flexionswinkels und der Sinus des Brechungswinkels sich zu ein- 
ander wie die Fortpflanzungsgeschwindigkeiten in den bezüglicheB 
Mitteln verhalten, stellte der Verfasser folgende Versuche sur 
Ermittelung der Brechung des Schalls an. 

Zur Aufnahme der Gase oder tropfbaren Flüssigkeiten, welche 
der Schall durchlaufen sollte, um dann in die umgebende Luft 
äberzugehen, diente eine cyiindrische, metallische Röhre von 77""^ 
innerem Durchmesser und veränderlicher' Länge, welche an bei- 
den Enden durch dünne Membranen oder Lamellen geschlossen 
war. Diese Röhre wurde in einem Zimmer horizontal so an- 
gebracht, dafs sie senkrecht gegen eine zu einem anderen Zim- 
ner führende Thür gerichtet war, durch eine Oeffnung der.ver- 
seMossenen Thür ging, und mit einem Ende in das andere Zim- 
mer reichte, lieber das in dem ersten Zimmer befindliche Ende 



248 1^ FbysikaliMh« Akiutik. 

wurde das offene Ende einei: zweiUii, nach der Vevlängerung d^ 
ersten gerichteten Röhre geachobeo, die 9uf d«r anderen S«tte 
in einem nach aufsen geschlossenen Kästchen endigte, in w^l^lies 
als Tonquelle eine durch ein Uhrwerk angeschlagene Glecke 
oder eine Taschenuhr eingeschlossen war. Auf dem Fubboden 
in dem anderen Zioimer waren um die Projection des MitlelpunkU 
der Endfläche der Röhre als Mittelpunkt mehrere graduirte Kreis-* 
bögen von verschiedenen Radien gesteichnet, deren EiatheiluBg 
von der Projection der Verlängerung der Axe ausging. 

Die ersten Versuche geschahen mit einer Röhre» die an den 
Enden durch Diaphragmen senkrecht auf. der ^xe gescUosam 
war. Das Maximum des Schalls, welcher in dem ^weit^n Zim* 
mer durch das äufsere Diapl^agina hindurch fortgepfUni^t wurde, 
fand sich, mochte die Röhre mit atmosphärischer Luft oder einem 
anderen Gas gefüllt sein, in der Verlängerung der Axe. Wurde 
dafin die Röhre durch ein Diaphragma geschlossen, dessen Ebene 
vertical, aber nicht senkrecht auf der Axe war, so fand man, 
wenn die Ri(hre atmosphärische Luft enthielt, das Maxiaium dea 
Schalls ebenfalls in der Verlängerung der Axe. War aber die 
Röhre mit einem anderen Gas gefüllt, so befand sich der Ort des 
Maximums des Schalls Kvvar noch in der durch die AJ^e gehen- 
den Horizonlalebene, änderte aber seine Lag^ mit der Natur des 
Gases und der Neigung des Diaphragmas gegen die Axie, ufid 
seine Abweichung von der ursprünglichen Richtung konnte d«*^ 
durch gemessen werden, dafs man einen oder mehrere Kreisbögw 
entlang ging, und an den Stellen, wo das Maximum des Schaüi 
gefunden wurde, vom Ohre ein Bleiloth auf den FuÜBl^od^Q 
herabJieCs. 

Durch die beschriebene Vorrichtung War möglichst verhütet, 
dafs der Schall auf anderem Wege als die Röhre entlang Mm 
Ohre kam. Ein Theil der Versuche, besonders die ersten, wurde 
in den ruhigen Stunden der Nacht gemaoht. Da der VeA^fass« 
immer seinem eigenen Ohre mifstraute, so log er theiJs Personen 
von ausgeeeichnetem Gehör, theils solche Personen hinzu, welche 
nur schwierig schwache Töne hörten, und sich deshalb beaondera 
Bu den Versuchen eigneten, indem sie aufserhalb der {UchüMg 
des Maximums. gar niehls vernahmen. 



Baisoh» 219 

SoNOBAUM ^) hatte seioe Schaülinse aus Collodion construirt. 
Der Verfasser verschaffte dich z^in Verschlufs seiner Röhre noch 
dünnere Membranen von wenigen Tausendstein eines Millimeters 
Dicke durch Ausbreiten einer Auflösung von Kautschuk und 
GuUapercha auf Glas. Nach und nach wandte er jedoch viel 
dickere Membranen derselben Substanz, Membranen von einfachem 
oder mit Ricinusöl gemischtem Collodion, Giimmerplatten, gewöhn- 
liches Papier, animalische Häute an, ohne einen anderen Unter- 
schied als eine Aenderung der absoluten Intensität des Tons zu 
finden. Die Richtung des Schallbündels der gröfsten Intensität 
war dieselbe, wenn unter übrigens gleichen Umständen nur die 
Art und Dicke des Diaphragmas geändert wurde. 

Anfangs verjagte der Verfasser die atmosphärische Luft aus 
der mit dünnen Membranen geschlossenen Röhre durch einen 
lang anhaltenden Strom des einzuführenden Gases. Als er aber 
entdeckt hatte, dafs festere Diaphragmen dieselben Erscheinungen 
lieferten, schlofs er die Enden mit Glimmerplatten, und liefs das 
Gas in die mit Wasser gefüllte Röhre eintreten; auch konnten 
nun Versuche mit tropfbaren Flüssigkeiten angestellt werden. 
Ämmoniakgas aber war nur auf die frühere Weise einzuführen. 

Die Länge der Röhre, welche von 0,15'» bis 4,26" geändert 
wurde, hatte keinen merklichen Cinflufs. Nur schien es, dafs das 
Maximum des Schalls deutlicher hervortrat, wenn die Länge nicht 
geringer als 1™ war. 

Die folgende Tabelle enthält die. mittleren Ergebnisse der 
Versuche. Die berechneten Werthe sind unter der Voraussetzung 
abgeleitet, dafs sich der Sinus des Einfallswinkels und der Sinus 
des Brechungswinkels zu einander wie die Schallgeschwindigkei- 
ten in den bezüglichen Mitteln verhalten, wobei für Luft, Wasser- 
stoff, Kohlensäure und Brunnenwasser, unter Vernachlässigung 
der geringen Temperaturdifferenz, die bekannten re^pectiven 
Schallgeschwindigkeiten bei 0® genommen, und für Ammoniak 
und schweflige Säure die Schallgeschwindigkeit aus der Dichtig- 
keit berechnet wurde. 

Berl. Ber. 1852. p.]56. 



220 



J2. Physikaltscbe Akastik. 



VVasserstoffgas 

Ammoniakgas 

Leuchtgas 
Kohlensäure 

Schweflige Säure 

Brunnenwasser . 



BracbongtwlBkcl 
gefonden berechnet 


8»- 


8" 50» 


7 — 


6 22 


29 20» 


30 22 


•25 — 


26 50 


25 10 


— 


49 50 


48 19 


33 20 


32 33 


62 30 


61 22 


40 - 


39 24 


7 40 


7 58 


5 40 


5 37 


6 15 


— 


5 10 


— 



Prif ma von Einfallswinkel 

. 35^50' 

. 25 ^ 

. 41 — 

. 35 50 

. 35 50 

. 35 50 

. 25 — 

. 35 50 

. 25 — 

. 35 50 

, 25 — 
Gesättigte Kochsalzlösung 35 50 
1 25 - 

Der Verfasser sieht aus diesen Versuchen folgende Resultate. 

1) Die Schallstrahlen brechen sich beim Uebergang aus einem 
Mittel in ein anderes. 

2) Der gebrochene Strahl befindet sich mit dem einfallenden 
in derselben auf der Trennungsfläche senkrechten Ebene. 

3) Das Verhältnifs des Sinus des Einfallswinkels cum Sinus des 
Brechungswinkels ist constant für ein gegebenes Paar von Mitteln. 

4) Dieses Verhältnifs ist angenähert gleich dem Verhaltnifa 
der heut zu Tage angenommenen Schallgeschwindigkeiten m bei- 
den Mitteln. 

5) Verschiedene Töne werden gleich gebrochen. 

6) Die Richtung des gebrochenen Strahls ist unabhängig von 
der Natur des Diaphragmas, welches beide Mittel trennt, und auch 
vielleicht von der Länge des V^eges, welchen der Schall in den- 
selben Mitteln durchläuft. 

7) Man kann Linsen zur Concentration des Schalls construi* 
ren, und zwar kann die Concentration sowohl durch convexe 
als concave Linsen bewirkt werden. Die convexen Linsen wür* 
den deif Ton concentriren, wenn sie mit Kohlensäure oder wahr- 
scheinlich besser mit schwefliger Säure, die concaven Linsen, 
wenn sie mit Wasserstoff oder mit Wasser gefüllt würden. Rb» 



LlÜSAJOVS. 281 

LiASAjoiJs. Memoire sar F^iad^ optique des oiöuvements vi- 

bralOtres. C. R, XLUI, 973-976, XLIV. 727-727, XLV. 48-52; 
Inst. 1850. p. 411-412, 1857. p. 237-238; Co8mo» IX. 626-629, XL 
80r83, 110-112, 431-432; Ball. d. 1. Soc. d'eüc. 1856. |>. 699-705; 
Aon. d. cbim. (3) LI. 147-231t; Liter. Gaz. 1857. p. 1594-694; Ci- 
meDto VI. 67-70; Proc. of Roy. Inst, 

Der Verfasser hat seine, ini BerL Ber. 1855. p. 209 erwähnte 
Methode der optischen Untersuchung der wSchwingungen zu einem 
abgerundeten System ausgebildet. 

Schwingungen eines Körpers. 

Um die Schwingungen einer Stimmgabel sichtbar zu machen, 
befestigt man an dem Ende der äufseren Fläche einer der Zinken 
einen kleinen Metallspiegel, und bringt, damit die Leichtigkeit und 
Dauer der Schwingungen nicht gehindert werden, an der ent- 
sprechenden Stelle der anderen Zinke ein gleiches Gegengewicht 
an. Auf den Spiegel leitet man einen durch eine kleine OeiTnung 
gehenden Strahl Sonnenlichtes oder elektrischen Lichtes, und 
lifst den reflectirten Strahl auf eine Fläche fallen, zwischen welcher 
und dem Spiegel eine achromatische Linse so angebracht ist, daüs 
aie ein möglichst scharfes Bild der leuchtenden Oeffnung giebL 
Auch kann man direct das von dem Spiegel reflectirte Bild eines 
dhige Meter entfernten Kerzenlichtes beobachten. Öder man um* 
giebt eine AROAND*sche Lampe mit einem Blechcylinder, welcher 
durch eine kleine Seitenöffnung das Licht auf den Spiegel fallen 
läfst, und beobachtet das reflectirte Bild der leuchtenden Oeffnung 
mit einem kleinen Fernrohr. 

Schwingt nun die Stimmgabel, so sieht man, wenn die Dauef 
des Lichteindrucks beträchtlich gröber als die Dauer einer Schwhi- 
gung ist, den Weg des leuchtenden Punktes als leuchtende gerade 
Linie, die an den Enden, wo die Bewegung am geringsten ist, 
die gröfste Helligkeit hat, und aus deren Länge die Weite der 
OsciUationen der Gabel berechnet werden kann. Dreht man die 
Gabel um ihre Axe, so wird die Linie eine WellenUnie, welche 
durch die Höhe und Weite der Wellen die Gröüse und Schwin- 
gmigsdauer der OsciUationen der Gabel anzeigt. Statt die Gabel 
SU drehen, kann man den von dem Spiegel reflectirten Strahl auf 
einen zweiten Spiegel fallen lassen, welcher sich um eine der 



222 12. , PhyvMiaUMlie Akattik. 

Schwingimg^ebetie des StroMs paraUele tmd auf dietem seokretlät 
gerade Linie dreht. Auch sieht man die WeHenlinie» wtw das 
Aage von der ruhenden Linie schnell tur Seüe bew^l wird. 

In gleicher Weise können die Schwingungen beliebiger fester 
Körper durch Anbringen spiegelnder Flächen sichtbar gemacht 
werden. Die Versuche des Verfassers geschahen jedoch meist 
mit den bequem zu handhabenden Stimmgabeln. ' 

Optische Zusammensetzung zweier SchwingUAgs- 
bewegungen nach ders^elben Richtung. 

Zwei mit Spi^eln versehene Stimmgabeln imerdea so neben 
einander gestellt , da£$ ihre.Schwingungsebenen zusammen faUen 
und die fast parallelen Spiegelflächen einander sagekehrt sind. 
Das Licht wird fast senkrecht auf eine der Spiegelflächen gdeütet^ 
fiUU von dieser auf den anderen Spiegel und dann ins Auge oder 
nach deai Durchgang durch eine Linse auf leine parallele Ebene. 
Etei dieser Anordnung sind y wenn die Lichtquelle nicht zu .nube 
ist, die Bewegungen des leuchtenden Punktes nahe proportional 
der Summe der Bewegungen beider Spiegel. 

Tönen beide Gabeb im Eanklang, so sieht man je nach der 
üebereinstioimung oder Verschiedenheit der Phasen eine laifgern 
oder kürzere Linie, welche, wenn die Schwinguqgeo in gkicbem 
Verhällnifs abnehmen, sich in gleichem ftiaafSfte verkürzte Die 
Linie r«ducirt sich auf einen Punkt» wenn die Schwingui^an 
gleich und enigegengesetat sind. 

Sind die Töne der Gabeln wenig von einander verachiedenf 
so verlängert und verkürzt sich die Linie abwechselnd» «nd die 
Vevlängerungen geschehen, abgesehen von der Verzögernii^ de« 
Schalls, gleichzeitig mit den Stöfsen. Durch ßeohaehtung 4ec 
Linie iäfst sich also ohne Beihülfe des Ohrs der Unterschied 
zweier nahe liegenden Töne bestimmen. 

Der Verfasser giebt folgende geometrische Erklärung die 
Stofse zweier wenig von einander verschiedenen Töne und. der 
Veränderungen der leuchtenden Linie unter der Voiraussetaniigi 
daCs die nach derselben Linie gerichb^ten Schwingungen eines 
Punk4es durch 

a sin 2/1^1 und a^amlipini^2n{at^ßi] 



nusgecfrückt H^tsrd^, wo n tttd a^ CmbtaAt^, n und A-f it dte 
Aficahfeti der Sthwmgung^fi iti der Z^teinheil aind, und f die 
S&eH, ß dm PhasMunlefscIiied bedeutet 

Man besdi^eibe in einer durch die Sehwingungsriehtving ge* 
tegtevi ebene um den Mittelpunkt der Schwingungen zwei Kreise 
vdn detk Radita d und a^. Läfst man auf dem ersten Kreise 
Vorn Bndptmkte des wf der Sehwingungsrichtung senkrechten 
Radius aus einen Punkt nach der positiven Seite hin gieichmäfsig 
in der Zeiteinheit die *Kl*eisperipherie n mal durchlaufet), se grebt 
die Projection dieses Punktes Huf die Schvnngungsrichtung in 
jedem Augenblick den Ort des schwingenden Punktes an, wenn 
blbls die Schwingung a sin 2nnt bestände. Ein «werter Punkt, 
welcher auf der iKWeilisn Kreisperipherie von einem um den Bo* 
gtn flä^ ,^n nach der Richtung der Bewegimg vorwärts gelegen 
nen Punkt in demselben Sinne die Kreisperipherie gieichmäfsig 
in der Zeiteinheit (n-f a)mal durchläuft, giebt in gleicher Weise 
die Schwingungen 

flj sin [2ji7ti 4- 2niat + ß)]. 
Die Summe beider Bewegungen, 

a sin 2nnt -(- a^ sin [2nnt + 2;r(a< -f ß)]f 
wird also durch die Projection eines dritten Punktes auf die 
Scfawingungsrichtung gegeben, welcher der Endpunkt der Diago- 
nale desjenigen Parallelogramms ist, weiches durch die nach den 
beiden Punkten gehenden und mit ihnen beweglichen Radien be- 
stimmt ist. Sind die beiden Schwingungen im Einklang, so ist 
a^si^, «nd «ber 'Phaeenuntersdtied ß, mithin das l^ewegJidse 
Parallelogramm constant. Der dritte Punkt <MisofaFeibt also «einen 
Kreis, und die resultirende Bewegung ist ein constanter Ton von 
gleicher Tonhöhe mit den componirenden Tonen, dessen Intensi- 
tät durch die constante Diagonale bestimmt wird. Sind aber die 
TStie wenig von einatider verschieden, so wächst der Phasen* 
tmterschied {at + ß) proportional der Zeit Die Diagonale nimmt, 
wenn ß<,^f ab bis ai-j-ß ^ ^, v^ sie gleich der Differenz det* 
beiden Radien wird. Der Endpunkt derselben beschreibt also 
eine sich zusammenziehend^^ Spirale, deren Windungen jedoch^ 
tvefnti ä sehr klein ist, sich vtfn Kreislinien sehr wenig unter- 
scheiden, und einen an Stärke abnehmenden Ton darstellen, bis 



234 ^^ PkysikalSache Akastik« 

die Intensität nur der Differenx der Radien entepricht. Von da 
nimmt die Diagonale und mit ihr die Stärke des reaultirenden 
Tones wieder lu, bis sie, wenn at-^-ß s= 1, der Summe der Ra-» 
dien entspricht, um dann wieder wie vorhin abzunehmen. Diese 
abwechselnde Zu - und Abnahme des Tons ist der Stofs, und die 
Zu- und Abnahme der Wege, weiche die Projection des Eadr 
punkts der Diagonale auf der Schwingungsrichtung beschreibt, ial 
die Verlängerung und Verkürzung der leuchtenden Linie. Die 
Anzahl der Stölse oder der Verlängerungen und Verkärzungan 
der Linie in der Zeiteinheit ist a. 

Will man diese Besiehungen algebraisch ausdrücken, so hat 
man tür die resultirende Bewegung des schwingenden Punktes' 

a sin 2nni -f ^i sin [2HHi + 2n(at -f /})] 
sc [a -f a^ C0J5 2n(at + ß)] s>n 2nnt -f ^i cos 2hnl sin 2n{ai-' ß) 

:= ABin(2nni'^B), 
wo 

A = V[a^ + «? + 2öai cos 2n{a( + j^)], 
.^ft^ o, sin2yr(a< + /y) 
* a + a^cos2n(at''ß)* 

Sind beide Bewegungen von gleicher Periode oder ist a = 0, 
so sind A und ß constant, und die Periode der resultirenden Be- 
wegung ist gleich der der componirenden. 

Ist aber a nicht Null, so sind A und ß und mit ihnen re- 
spective die Schwingungsweile und die Schwingungsdauer perio- 
dische Functionen von U Die Periode ist — , und die Schwin- 

a 

gungsweite osciliirt in derselben zwischen der Summe und dar 
Differenz der Radien. 

Zusammensetzung zweier Schwingungsbewegungen 
nach zwei auf einander senkrechten Richtungen. 

Zwei Gabeb werden so angebracht, daüs ihre Schwinguqga- 
ebenen senkrecht auf einander stehen und ihre Spiegelflächen 
parallel und einander zugekehrt sind. Die Schwingungsebene 
der einen Gabel sei horizontal, die der anderen vertical. D^ 
Licht einer etwas entfernten AROANo'schen Lampe fallt durch die 
kleine Seilenöffnung de« Blechcylinders fast senkrecht auf einen 
der Spiegel, von diesem auf den anderen Spiegel und dann in 



ißB.mit cjnetn Uckiem Fernrohr bewaffnete Auge. Die Baku des 
beobachteten lettchtenden Punktes kann dann als in einer verti- 
eilen Ebene iiegend angesehen ^werden, und Ae horifontalen und 
¥eriieaien Bewegungen desselben sind nahe proportional den Bo" 
wegu&gen der entsprechenden Gabeln« Unter der Voraussetzung, 
ith diese Bewegungen einfache Sinusfunctionen der Zeit sind, 
IgüAi der Verfasser folgende Interpretation ihrer Zusammen« 
tetsong. 

Man d^nke'sich einen verttcalen Cylinder, dessen Axe durch 
die Ruhelage des Punktes geht, und dessen Durchmesser gleich 
der Weite der horiiimtaien Schwingungen ist Durch den Punkt, 
der sich ust deon A^ige in gleicher Höhe befindet, lege man eine 
hoiizralale Efo^ie) und nehme an, data die Kreisperipherie (,,initt» 
Iprer Umfeng" genannt), in welcher diese Ebene den Cylinder^ 
mantel schneidet, mit gleichförmiger Bewegung von einem swei* 
tau Punkt, den wir ,>correspondirenden Punkt" nennen wollen, in 
entaprechender Richtung in derselben Zeit durchlaufen werde, in 
welcher der leuchtende Punkt eine heriaontale Schwingung macht 
Zugleieh ertbeile man dem correspondirenden Punkt, aul dem 
CjUnd^rmantel eine verlicale Bewegung gleich der des leuchten-, 
den Punktes, und lasse seine Projection auf die Ebene der Bahn 
des letatecen su Anfang der Bewegung mit diesem zusammen- 
f#Uen. Dann fallt die Projection des correspondirenden Punktes 
imaier mit dem leuehtenden Punkt suaammen, und die Bewegun» 
giB beider sind, wenn man von der geringen Divergenz der Seh» 
linieii absMiht, für das Auge dieaelben. 

Nehmen wir nun an, das Verhältnifs der Schwingungazahlen 
der borisontalen und verticalen Bewegungen sei 1:1 bei überein- 
stimmenden Phasen, und die horizontalen Schwingungen werden 
durch X SSI asn2n7wt, die verticalen durch g = bsm2tmt aus- 
geiMekt Die s seito positiv nach rechts, die y positiv nach 
eiben. ' Der correspondirende Punkt mufs sich dann, wenn er 
^^en innen gesehen um denCylmder von rechts nach links läuft, 
sa Anfang der Zeit auf der VorderflSche des Cylinders in der 
Geraden befinden, welche den leuchtenden Punkt im Zustand der 
Ruhe mit dem Auge verbindet, und seine Bewegung geschieht 
Psilsihr. 4 Fhjs. XIL 16 



ttC 12. Fh^äkBimke Akattik. 

von liier aus nach rechts aufwärts. Pa — == — , so bewegt er 

•ich in einet Ebene, w«lch^ dureh |«i« G«Mde fiht wd jpU 4ir 

Horisontalebene einen Winkel macht , dessen Tangente — ist 

Seine Bahn ist alpo eine EUipse, die aber dem Augf Jip 4«r 
BewegUDgsebene des leuphteaden Punktes als «ise gerade ^in$ 
erscheint, welche mit der Horizontalebene denselben Winkel jPMf!^ 
wie die Ebene der Ellipse. Die^^ Linie ist iiß B^ 4«i ,ii»uch* 
tenden Punktes selbst. 

Ist der PfaiiaenuDtersehifd aiebi NuH» SAadern 

so befindet sich der eorre^ondirende P«)k(; ku Anfang 4«r Ceit 
auf dem mittleren Umfang» von 4nnen g«sehM, um dm Bogol 
ß,2an weiter nach links, und bewegt sidi von hier aus auf dem 
Cylindermaiitel in einer Ebene, weMie durch seinM anftagtieheii 
Radius geht und mit der Horisontaiebefte dmseUien Winkel maebt 
wie vorhin. Die Bahn ist also der vorigen eongmeoil, und wM 
von dieser gedeckt, wenn man den Oylinder um seine Axe rnftt 
.den Winkel /9.2fr im SiniM 4ler Bewegung dreht, fhro Prejee- 
tion auf die Bewegungsebene des loucfatenden Pfmkloe oder Ült 
Bahn des leachtenden Punktes eelbsl ist M^r nun eiM SIlipaOi 
deren grofse Axe {wenn niehi a «> 4^) um so mehr v#b der Iri* 
htren Richtung abweicht «md die um so breiter wM, je giÜMr 
ß ist, bis, wenn /9 » 4, die eine gleich i gowordMe Axe vorlieil 
ist. Wenn ß weiter wächst, erleidet die Ellipse die 4eo Terigiea 
symmetrischen Veränderungen, in BoKug auf die müttare Verti«- 
^le in umgekehrter OrdiMing, und redueirt sieh, wenn ß«m^ mä 

eine nach links unter dem Winkel arc tg — gegen die Horizont 

tale geneigte gerade Linie. Von da durchläuft sie die vorigtp 
Veränderungen in entgegengeoetstefli aSiaae, bei, wenn ß m %$ 
wieder eine vertioale Axe b und eine horiseatale Axe«, aad 
redueirt sich« wenn /9 «« 1 , wieder auf eine nach reabts unter 

dem Winkel orctg— gegen die Horisontale geneigte G^ade. 



mr«m.4ie TJiM iü EmkliMg amkI, bkibi die Ellipse, ab- 
▼on ihrer dlldiiligeii V«r«inderung nit den schwächer 
werdenden Tönen, constant, und es läüii sich aus ihrer Lage und 
GüliÜ der Phaamuafcecschied «ad dbis Veiäättdls der Schwin- 
gungsweiten der Töne bestimmen. 

Sind «her die Töne etwas von einander verschieden, so 
ot^iiri die £llip«e, als ob man dea Cylinder um seine Axe 
drthte» und die Zeil einer Oscillaiion oder einer Umdrehung des 
QrUndero iol die 2eit, in welcher die Ancahl der Schwingungen 
UOi Sias 'vtraohseden ist. Vm diese Zeil su bestimmen, beob* 
•cbtet d^ Verfasser die Zeitdauer von einer Reduction der Ellipse 
a«f fi»e gefade Linie oder einer Deckung der vorderen und hin- 
UiM fliafanliilfle des norrespendirenden Punktes bis su irgend 
esHT tpilnreik 

Nehmen wir nun an, dafs sieh die Atisahl der horisonialen 
SdMviagnngcn lu der der verlicalen wie die beiden rekliven 
PlMwcMen p uad qr verhalte. 

Wenn die Dauer des Lichteindrucks grülser ist als die Zeit, 
in welcher p horizontale und q verticale Sdbwingimgeii erfolgen, 
8* efcstll man wieder eine ieste Cnrve, wdthe sich in gleicher 
Wüie wie vorUtt construiren iMfst. Ist der Phasenuntorschied 
Nitfi no ttbt man den eerreipondirenden Punkt von dem vor- 
dnraten Punkt des mülferen Umfange aus p mal gleichfBrmig um 
dm Cylinder herumgehen, wfihrend er sugleich q verlicale Schwin- 
gungen ausfuhrt. Die Bahn des leuchtenden Punktes berührt da- 
her jede der verticalen Seiten d^s Rechtecks^ in weichem sie liegt, 
p und jede der horijKonialeii Seilen q mal. Man kann also das 
VerhiUntfs der Töne aus der Zahl der verticalen und horisonta- 
Uß Berührungen ablesen« 

Ist der Phasenuuterschied nicht Null, sondern 
s = sin {2npnt •' ß .2n) , y = sin Inqni^ 
so erhalt man die Fi^ur, wenn man den Cylinder mit der vori- 
gen Bahn des correspondirenden Punktes um den Winkel ßss2n 
um seine Axe im Sinne der Bewegung herumdreht. So oft die 

Drehung ^ beträgt, decken sich die hinteren und vorderen Theile 

16' 



22g 12. PhyailuyMhe Akustik. 

der correapondirenden Curve. und e» mnk daher » um des Ton* 
verhäitnifs abzuleten, jede SpiUe einmal und jede Beriihrwf. 
iweimal gerechnet werden. 

Stehen die Schwingungssahlen nicht genau in dem Verhiliiifi 
piqf und werden durch 

X » snl2{Hp'-a)ni'{'ß.2nif y « 2nqfH 
gegeben, so wächst der Phaaenunterschied in der Zeiteinheil um 
a.2TSf und die Curve ändert sich so, als ob derCylindor in der 
Zeiteinheit amai um seine Axe gedreht wurde. Da in dieser 
Zeit a.2q Deckungen der correspondirenden Curve erfolgen, ao 
ist die Abweichung der horiiontalen Schwingungen von dem 
Verhäitnifs p:q in der Zeiteinheit gleich der Anaahi der Deckun^ 
gen, dividirt durch 2f . Zagleieh ergiebt sich nach dem bekam* 
ten Gesela der Stöfse (Dove Rep. III.), dals die Zahl der SIMm 
gleich ist der halben Anzahl der Deckungen. 

Es läfst sich also vermittelst dieser optischen Methode eben 
so wohl wie durch Slöbe die Abweichung aweier Töne von einem- 
einfachen Verhäitnifs ermitteln und dadurch die absolute Schwin» 
gungszahl eines Tones finden. 

Der Verfasser hat eine solche Bestimmung mit drei Gabeln 
ausgeführt, und ffihrt zur Begründung des Vorsugs seiner Me- 
thode vor der der Stöfse an, daCi Schbiblbb zur Bestimmung der 
absoluten Schwingungszahl des a 56 um vier Schwingungen von 
einander verschiedene Gabeln von a bis a anwandte. Wir kön- 
nen dieses Urtheil nicht dadurch gerechtfertigt finden, dafs ScBam* 
LBR sich zur Erreichung der äußersten Genauigkeit einer so 
aufserordentlichen Mühe unterzog, müssen vielmehr die Anwen* 
düng der Stölse für weit bequemer und nicht uiinder genau hal- 
ten als die optische Methode, obwohl wir überzeugt sind, dafii 
diese ein wichtiges Hülfsmittel für akustische Untersuchungen 
werden wird. 

Die angewandten Gabeln waren A, B, C, von welchen C 
ungefähr 128 halbe Schwingungen in der Secunde machte, A et- 
was tiefer als die kleine Terz T-rrJ unter C und B etwas höher 
als das Intervall y unter C war. 



8S9 

'A iM C gtbM ndi mimh CMipIrar k ptxhiUige 12 Coin* 
fMenrai in 8&;2»; »ßF 35^'; iü Mittel 33,66^; 

JB und C 30 CoincidensM in 60,8"; 61,4"; 61,0^^ im Mittel 

Der Unterechied swiechen A upd JB wurde niclil durch das 
optische Verfahren, sondern durch Beobachtung der Stöfse be* 
iteitat, und eie gaben 180 Stdfse in l'ö^iO''; 1'59,2»; im Mittel 
l'W,l«»119,R 

Die Vergieichang des Compteurs mit einem Chronometer 
ergob fBr den mittleren Red«clions€oefficiettten der Z^ während 

des Versuchs t^qj^- 

Hicmaeb war in eioor Secundo de« Compteurs A um 

12 30 

' i^ ^^ halbe Schwingungen tiefer als C, B um „ ^, n halbe 

O.ilOtDO 7.ol,o 

JMbwiligmigon tiefer «Is -y €» und der Unterschied »wischen A 

2.180 
and £ betrug *,g , halbe Schwingungen. Es war demnach 

in halben Schwingungen 

T^ 6 ^ "" 6Üü0Vll9,i 6.36,66 + 7.61,06/' 
oder 

C = 128,07. 

Zwei andere Versuche gaben 127,80 und 128,45, also die drei 
Versuche im Mittel 128,08. 

Dieses C gab mit einer anderen nicht ganz zwei Octaven 
höheren Gabel 19 Coincidenzen in 76'', wonach die Schwingungszahl 

disr letBtoren sich auf 4.128^06— ^ »512,07 berechnete. Die 

Afecte Bestimmung mit Hülfe einer Sirene ergab 512,77. 

Dieses Beispiel beweist, bei der geringen Abweichung von 

,Kj« der Tonhöhe, allerdings die Anwendbarkeit der optischen 

MstbodOy ober nicht den Vorzug derselben vor der Methode der 
SlöCie. Denn einestheils hat es der Verfasser für zweckmäfsiger 
gehallen, die Diffelrens «wischen A und B durch Stöfse als durch 
optfaehe Coinddensen su messen, und dann zeigen die Messungen 



980 12. Pfayrtiliiitp-Akartik. 

durch Stöüpe, mmoU ia 4m k^M aiid«en<«i deif» AUnidlinig 
mitgetheiUen BdapieUn wie is iem angtfalrtm^ eine OMiMlib 
gröüiere Ueberekislimimiiig uater eMum ^cr als die MeaitaigMi durch 
optische Coincidenzen, wie es auch bei den tn den SchwingMi^ 
verhältnisseii ö:6 und 6:7 gehtrige» ctomphditaB Vigarm nicht 
anders erwartet werden kan». 

Dafs man aur BestimimiDg ahsoluler Schwfagungniahlf n> dth 
SiÖfse auch mit wenigen Gabeln und swar von geringerem Di- 
mensionen ais obige auarewhen kann, ersitkl man a.B. au der 
CombinatiMi folgender Gabob TOtt ofcwia 

C=120, £=153i, ^rrl58i, «^«182 
ganaen Schwingungen. Die Quinte CG giebt 4 StdCse (ä) in der 
Secunde. Dor Ehreiklang CJB6, da die SchwingongszaM des Coni*> 
binationslons von C und E 33^^ die des Conbinationstona Tim 
£ und 6 28i ist, giebt 5 Stöfse (b). Die Quarte CF liefert 
4^ SiUm (€), und endlich gci>en £ und F mit einander thamfUf ^ 
Aus diesen (oder anderen gefundenen) StAden la(st sich um» 
gekehrt nach der Formel 

die SchwiagungssaM von C und danach die der übrigen TBne 
berechnen. 

Verallgemeinerung der Methode. 

Um die Schwingungen eines Körpers au uotersiicheni ohne 
durch Anbringung eines Spiegels seinen Schwingungssustand sa. 
verändern, bedient sich der Verfasser einer besonderen Stimm» 
gabel, „Comparateur^ an deren einem Schenke! otaK dea Sple>» 
gels das von einem Mikroskop geticwte Objectiv mit 4et Axn 
senkrecht gegen die Schwingungsebene, uq4 aa deren andtrem 
Schenkel ein Gegengewicht befestigt ist. Auf dem au unter- 
suchenden Körper wird ein Punkt leuchtender gemacht als seine 
Umgebung, und der Comparateur in solche Lagt gebmehtj dA 
durch das in passender Entfernung vwi dem Obje(Aiv> befeaÜgllB 
Ocular ein deutliches mikroskopisches BÜd de» Punktes eraoheint» 
und die Schwingungen des Pimktea aenkrethl gegen- die SdivriUr' 



LlÜMMMM; gff 



gmg^ 4m O^M iiAd. Dm Miwiü^nKM d«» GMipflrulears 
Mdbtl w ir dwtt dttreh CotfiMMtiM mit den SchwiDgimgen mMt 
#iM «wr MMMkr StInvingfiiigMalil, mC wtleher in der End* 
•Mt dMtr aUMih«is du Pimkl leuehiend gemaohl ist, beMiMM. 
Bi ii» Miitfcflrii%, dtti ComparalMr, me «ine HiürsgaM» liicht 
mli ^r N#i«)dg»hel in EteUMg, MMlero «Iwm nfnchM^n d4^ 



Vibrationen von FlussigkeitM ktenen dtdwvh miteraialtl 
«mftlM, dafii «MD CKMB kleinen' Spiegel m eine ron thMn be- 
tagte Ifembran klebt Der VeHoeser komile anf dieae Wttea 
im AmpMIbeatev der Sorfcrane^ indem er daa Ueiil a«f eine Wan4 
ii < i€ iiren lieb, die Sdiwfaigtmgen «eigen ^ in tieiche eine MenK 
brib dnr^ 4a» Blaae» eines einige Meter entferalen Klap|dtotfM 

Anwendungen. 
' Beiwniillieli tchfieb Sa^aat die StiMTse der gegenseitigen Eith 
Ü i hu ng der sehwii^endett feilen Kürper tm. Der Verissaerfiind 
^mmimakk seines Verfahrens, dsfs vwm nahe ioi Einklang beindi^ 
M» Siteittgabeln, auf demselben TrSger befestigt, keine «Mrk« 
Mie Binwirbung 9»f einander ainüben, wenn ihre Ttoe s« weit 
tmi eÜMider terscbieden sind, dab sie deutUdie SWfae gehen^ 

Wurden aber awei im Einklang befindliehe tStimmgabefai auf 
dHMdben TVttger befestigt, so aehwsiig die eine aaiil, wenn dMa 
Schwingungen der mdeven durch Streichen mit einem Violin^ 
bogen erregt wurden, und die elUpiisehe Figur der rechtwinklig 
eembffilHMi SthwingungeB leigle denselben Pbasenunterschied, 
niechle di# eine oder die andere Oabel gestrichen werden. Die« 
SM« ftaaemMileiiaehied änderte sic^ «cht, wenn, wBhrebd beide 
•dbein tlMMf die Se hwingi n i gen der einen, ohne sie «u unterikre*» 
dien, dliitii Siseiohen seit dem Bogen verstirkt wurde»; die 
nMpae Migle nur die Veränderungen in der Lage und den Di^ 
mmiioien^ weiebe der Vei|^dfserung der Schwingungen der einen 
•ftbel sntspuiilnifc Weasr die Gabehi durch Unterbrechung und 
INedarerregnng der Sehrwingungen in eben* anderen Phasenonterw 
sMed gebradtt, und dum sieh seftat überlassen waren, so gmg 
damelhe aüaiiiiig in dsn nesmateB Phaseniinteraehied über. 



9^ 12. PhyjMh>linh< AknMu 

w^ito WoBQte auf folgende Weiee nacl^ewieeen wtcdtA^ Kimm 
Gabeiln^ deren Töne nicht genau in einem einfaebtn VerhSiUife 
standen, nnd von welchem der höhere etwas w hodi war, gabiO» 
rechtwinklig mit einander conUiiiiirl^ eine.iangaAm oaeiUiraBd*Ea«> 
gur* Diese Oacillationen wurden hingaamer, weim Bian die, bfrr 
here, schneller, wenn man die tiefere Gabel in stärkere. Schraw* 
gungen versetsle als die andere. 

Um die Schwingungen einer Saite s&u unterauehen» wird^eiM 
Streeke derselben mit Rufe geechwiirst> an einepa Punkte dl» 
Bufs weggenoaunen, und die blofegeiegie Stelle beleuchtet, odgr 
ibWA^kmäCnger eine Stelle der Saite dweh die Bremiliiiie ejuea 
der ' Sehwiogupgsrichtung parallelen Cylindcrs beieucbM» Qk^ 
beleuchtete Stelle betrachtet man bei rechtwinkliger Gombinatkill 
der Schwingungen durch das Mikroskop eines Comparaleura. 
Man kann auf diese Weise die Saite na<A dem Caei|Ntriitettr 
atimmen, und zwar nicht blofs nachdem Einklang, semderu amk 
nach einem anderen einfachen Verhältnis« Der VerJaaaer .err 
wähnt, dafa er kein anderes Mittel mehr aum Stimnueii aeioei 
Monochords anwendet, ^ür bequemer miisseo wir jednefa-.dail 
Stiowen einer Saite nac^h einer Stimmgabel, am besten ein^ 
Hüifsgabel, vermittelst 4er StÖfse halten, was ja aitriiiin Paria 
nach Scheiblsr's Anleitung «um Stimmen von Klavierioatnmfar 
ten angewendet wurde, wozu die optische Methode achwerltch 
zu verwenden wäre. 

Wenn der Grundton der Saite mit dens Companataur im 
Einklang ist, umi sie so in Schwingung versetat wird, data aie 
nur 4en Grund ton giebt, so siebt man<eine unveräadeificbe EMipa»* 
Zieht oder schlägt man dann die Saite an einer beliebigeP.'SteMei 
ao erhält die Figur eine gezähnte Gestalt, und leigt je nach der 
afficirten Stelle das Auftreten dieses oder jenes harmoniacheil 
Tones. Steht der harmonische Ton in einem räifachep Verhält-* 
nils zum Grundton, so bleibt die geaähnte Curve eonataott 141 
anderen Falle läuft die Zahnung an der£Uipae entlaiig» ätioMttt 
der harmonische Ton, aber nicht der Grondten, niit dem Gettir 
parateur, so oscülirt die Ellipse, ohne dab (die jJiahmng relM» 



Abe» iV0dnr lUr Ctondton neeh 4er harsiraiMli» T«li 
mM dem Cootparaiwr, m o a ri tt i r t di« ElHpae^ wid die 2^hiiiiilg 
ralirl um dieselbe. Die Ni^übereniilinMiiung des GrundleM 
eiMr Seile mit den bermeniteheD Tönen, eine Felge der unveU« 
kernmenen Hemogeaalat, kenn mm leicht doreh Abheften einee 
Ueineo Gewiehle eder durch GKihen der Seile an einer SleUe 
bewiiieQ. 

Wenn die Sehwingongen eweter reeb&winkKg combinirte^ 
CMeln eebr nebe m einem einfeehen VerhäUitt(8 eichen» eo deckea 
Mb, wenn die Dauer dee Liehldindmekee grölmr eis die Deiwr 
einee Umlaiifa ist» die auf einander folgeiiden Lagen dof rotnen* 
den Cm*ve Ibeilweiae, und die Linien werden nach der Riebkn^ 
d» RMation bin breiler , wäfarend oe auf der eitgegengeielslto 
Seile abnehmen. Weichen die Ttee etwea mehr ven 4em vm«*. 
nen Verhäknib «b, bo siehl man neben jedem Bcgen einea Cwh 
venmnlaiife einen mweüen u. a. f., und ea läCii eich aoa der AneebJ 
der neben einander sichtbaren Linien die Dauer dea LiehieindrMke 
beregnen. Zwei Gabelnj nahe von dem SchwtegungaverfaKltniCEi 
1:2» von welchen die tiefere ungefUhr 120 halbe ScbwingungCR 
in der Seeuade oMcfate» gaben für einige Augen 3^ für andere 4 
neben einander liegende sichibare Linien. Die' Dauer des Liebt« 
eindrucks war also ^ bis ^ Secunden. Die Gabel von 120 hal- 
ben Schwingungen gab mit einer anderen Gabel, welche nahe 

um eine grofse Ters T— J höher war, eine unstetige Figur, wie 

tion einem dunkeln Schatten durchlaufen. Ea war also die Dauer 
dea Lichteindrucks, die indessen von der Helligkeit der Curve 
md der DmdLelheit des Gesichtsfeldee abhängt, übereiaslimmend 
mü dem vorigen Versuch» nicht ^ ^ r» S^cunde. 

Dauernde Erregung der Schwingungen einer 
Stimmgabel. 

An den Enden der Schenkel der Gabel nach aulaen m der 
Richtung der Sohwingungen sind awei Stäbe von weichem Eiaeai 
bcffeatigt» üit in festen Spiralen schwingen, deren Dralb sugleich 
um einen Elektromagneten geleitet ist. Der federnde Anker dei 



^34 1^ Fhymm4lth Akustik. 

Mj^el^ wM mit der maoMm StknmgäM <iier imrtm 
^Iter sweita* ÜM^r^tave in Einkkiffg gtbrachl* Dttt EnAtf imr 
Ptfder tw^hr nach der I t Mhai^e vM'VavehüLT kv ein Oeüfi'tfit' 
9aetkmlll«r und AÜBebal) um dareb ibiwwhMlndes BhlauelM» 
einer Spilse fn das Quecksilber den eMiUtsebeoSlrMi Mi a uiili e 
Iben, der von &tm eine» Pel der Batterie amn Qoeekeilber g«* 
leitet wird. Um die Uebereinstimmung der SchwingangM» der 
Peder ndl den Sehwingungen der €M»el n beoriMlefl^ beindet 
aiell an der Feder eine kMne melalUache Plalle mit einep (Mk 
iNMg; durch weMle das Liebt einer Lampe Mrf einen Sfrtegel im 
Qülbtl iüllt^ und rbn dkeem in^ et» anfgeeieMe» kleinea ffei ut el » 
üiTetti it fird, durch wetehee mm das Bild der Oeffinung beeb^ 
aültlel. DI» U^ebereinstiinmang der Schwingmigen dev feder mal 
dir Gvbel braucht nieht voUkemmen, e af dein nur Mbr nahe eih* 
rriebt m sein^ da die Imlnclien der Spiralen nieht alltin die- veHi- 
iMMMm» IMereinstmufnang» aondem auch den gttnatigaiett'Plla^ 
ehted beRtviritI'. • 
Der Ahhandtung ist eine ausAhrllohe «latheniaiiaehe Dlfe^ 
4ffe Ptgnren und die genaue Zeiehming der ta t^raelne« 
leere» PhaaenontenHiieden gehSrigen chnmtosiieehen^ CiaNeifk 
feivien mehrerer hlervalle beigegeben. M. 



DcBAWL, Da fFottement consid^rö comme cause de rnoor 
vements vibratoires. CR. XLli. 97d-d85t; LioutilliJ.1856. 
p; 234*^47; Imrt. 1856. ^. 198^00; Areh. d. n€. pMyi. XXSK*n«-3l«( 
CSiaeniar 1¥. 39^300. 

¥er Mngerer Zeit (18Se bis 1S40; Repert. d. Phy«. Iff. 81) 
hatte der Verfasser die Schwingun]B;en' einer von ehientf l^lllk* 
bogen gestrichenen Saite unter der Voraussetzung berechnet, dab 
die Einwirkung des Bogens in der Reibung desselben beatdie, 
welche, unabhängig von der Geschwindigk«t, die Saite mit einer 
tmk Dmeh propoMiowakM und nach der reiaU««» B«lNg«^g des 
Bvgenf gffrithteiMnr Kraft affiefre^ Es ergah eich: 

1)» Wenn die Geschwindigkeit des Bogens grBfeer ist nl» daa 
äw Geechwmdigheil der Säte, »Miiii die Rnäb^ 



MM* wt' ttiraluitg d^ BoigMfiiAf ttiijg wifW', §0 gicivt 8k 
Smi0 JtftseiBen Tta, als wem sie frei «ehwtnfgf, iMd muft bd 
etmliMevi Druck de» Bogens ebMia wie bei freier ScifiMn^ 
guog fflifdl ekliger Zelt doreli Miltheiking dei* Bewegung dn die 
Öfligebm^ zur flube kommen. 

^ >W^n« die Geschwindigkeit des Begenv geringer iit alk 
die grUffte Oeo^bwindigkeit der Saite, so wirk! die Reibung amf 
i» divjefliigeft Haibscfrwingttng der Saite, weldle d«r Bvgenlih«* 
nmg Mt^geitgesetat iai, immer nach der RkhMing des BogMI^ 
lud» dw Dauer der Hatbechwiagimg iai Acveilte wie b« ftvltr 
8cbwn|;ung. Iir der entgegengeseMen HaibsehrwingiiAg itw 
Mk^ akh^ die Riehtimg der Reibung um, wenn die Aesellw{ffdl|p^ 
bat 4» Saite grSfMr wM ala die des Beigen», w#duntft^ M 
Ehmer dieser Haibsobwingung Terttngert wird. Die Bw/m ehM 
ganxen Schwingung isl alM grSfear ala bei freier ßcbwingwiig« 
und' dkr Siüe gieM einen Ton» welcher liefer ist als d(# Onmdten. 

Diese theoretiseben Fotgermgel^ wurden v«ii deitt' VeMisaar 
Aarcb Versueha bestättgt. 

Du jedodt die hiermilr nachgewiesene Erregung ^ro« MiwAlN 
gongen durch gfeitendie Reibung wenig behamnl gewn^w Mi 
vM^ den pb;fsik9K8chen Lehrbüchern unbeaelilet gebiiabm ia^ «* 
^bt 4ar VerfSBser m der vorfiegenden Abhandimg eine po{NN 
llre Evkftrung dieser Biregvngsweise unter der alMn^< Vüw 
aiwsetaui^ des Frincips der SoperposMen der S^hwingw^sn» 
wvlriiei sich m seinem „Memoire' sur Ic» vibrationa d'u»#)RriUtai# 
de p«hflB üMMrielft'* enlMMieit fndeti 

Nttch dieseiu Princip kann die Bewegung emetf gegnbewH» 
9fMm9 rott' Pmblen, weiche gegenseitigen fiinwirkttn|eii und 
conalanten äufseren Kräften unterworfen und- durch» GlaiehMigM 
tfWikcbitt din €oerdiiiaten* mi« einander ^i$rb«ttdien sind, wenn 
d* AjpiteBi nur wenig butf der Lage des G^eichgewiebta ge liiaall i r 
ial^: in« folgender Weise» als die resnltirende ftswegnng uiilnvMW 
S y s i em e- bel^adtler wer^teir. Man* nebüe MfCt disi g«gebciNir 
Syettfias btilaWg iriele Systeme dcfftelbnh Punbto an an, dura« 
ikftftMg dir Zeit die Samme der ÜMrdhiaten, die Suhmm d«? 
Ow^hwhidigMlitoinpeiMitefr und die Smtfine derCo iifmil H 



tS6 12. PhynkaBMhe AkaatilL 

dftr ävltereii Kräfte naeh jeder von drei Ai^a, weltii« irgeiNl 
eiDem Punkte in den verschiedenen angenommenen Syalemen an«> 
gehören, respective gleich sind den Coordinaten, den Geacbwia- 
digketlscomponenlen und den Componenten der äufserta Kräfte 
desselben Punktes in dem gegebenen System» oder kOrter: dab 
die angenommenen Systeme su Anfang der Zeit in Besng auf 
LagCi Geschwindigkeit und Sufsere Kräfte für jeden, einseinen 
Punkt das gegebene System ausammensetsen. Alsdann ist Ür 
jede Zeit die Summe der Coordinaten und die Summe der Ge- 
^windigkeitscomponenten eines jeden Punktes in den angenMw 
menen Systemen respective gleich den Coordinaten und den Ge^ 
sehwindigkeilsGomponenten desselben Punktes in dem gegebsoen 
Sgratem, oder das gegebene System ist- für jede Zeit in Besag auf 
QMrdiMten und Geschwindigkeitscomponenten der einselneii 
Punkte die Resultante der angenommenen Systeme. 

Wird nun ^ Gleichgewichtslage eines elastischen Körpers» 
der «eb in irgend einem gegebenen Zustande kleiner Sehwin- 
gmigen befindet, durch constante äuÜBere Reibung verändert, aa 
kein, man sieh die Bewegung als aus den Bewegungen diessel- 
ben Körpers unter swei verschiedenen Bedingungen susammen«' 
gescist denken. Die eine Bedingung ist die, dals sich der Kör* 
per in der nenan, dnrch die Reibung bestimmlen Lagedtfa 
Gieiehgewiehts unter dem Einiufii der reibenden Kraft, aber ohne 
anAagbehe Geschwind^keit der Punkte befinde. Die andere 
Bedingung ist die, dafs der Körper nicht von äufseren Kräften 
(der Reibung) angegriffen wird, die anfänglichen Coordinaten der 
eiiielnen Punkte aber um die (su eompeneirendfn) Coordinaten«* 
ündernngen vermindert werden, welche sur ErfüUnng. der ersten 
Badingnng erferdin^lich sind. 

Die erste Bedingung hat keine Bewegung zur Folge. Die 
MTiite Bedingung giebt, da der Körper keinen äulaeren Kräften 
unterworfen ist, dieselben Bewegungen me bei freier Schwin* 
gmn§» Die Superposition beider Bewegungssuetände giebtaleo 
dieselben Schwingungen om die neue Gleicbgewiehtalage, woMio 
bei . rekliv gleicher anfänglicher Lage der Punkte und gleioher 
Geschwindigkeit um die erste Gleichgewiehtslago 



ohne Reibiiiig staUfindeii würde. Daraus folgt, däb'der Ton eines 
schwingenden Körpers durch constante Reibung nicht geändert 
wird. 

Aendert sich die Richtung der Reibung, so geschieht die 
Bewegung am swei abwechselnde neue Lagen des Gleichgewichts» 
wodurch eine Vergrdfserung der Schwingungsdauer, oder bei hin- 
reicheiid starkem Druck an der geriebenen SteUe ein Knoten ent- 
stehen kann. 

Wenn die Reibung ihre Richtung beibehält , aber sich all- 
milig ändert, so kann man annehmen, dafs sie eine kurse Zeit, 
in welcher der Körper jedoch eine grofse Anzahl von Schwin- 
gungen ausrührt, constant bleibt, und dann plötzlich in den neuen 
Werth übergeht. In jedem dieser Zeilräume, folglich während der 
ganten Zeit der Bewegung, ist der Ton derselbe wie ohne 
Reibung. 

Wenn die geriebene Stelle, wie bei Anwendung eines Violin- 
bogens, einige Ausdehnung hat, und sich nur allmälig ändert, so 
kann das Zurückweichen der geriebenen Fläche auf der einen 
und das Vorschreiten derselben auf der anderen Seite, gegen ihre 
ganze Ausdehnung während einer kurzen Zeit vernachlässigt wer« 
den. Sehr inconstantes und umherfahrendes Reiben wird indels 
keine regelmäCsigen Schwingungen hervorbringen. 

Die Gültigkeit dieser allgemeinen Folgerungen für Transver-? 
salschwingungen der Saiten und Stäbe, sowie für Loogitudinal» 
Schwingungen wurde durch Versuche bestätigt. 

Um Transversalschwingungen einer Saite durch gleichmäb^e 
Reilmig an erregen, wendet der Verfasser eine Rolle ein» welche 
gegen die SaHe drückt und sich um eine der Saite parallele Axe 
dreht Die Saite giebt Anfangs den unveränderten Grundton. 
Wenn aber die Rolfe mit hinreichender Geschwindigkeit gedreht 
wbd, so verschwindet der Ton, und die Saite bleibt in einer Lage 
stehen» welche von der des natürlichen Gleichgewichts v'erschie- 
den ist. Durch langsames Drehen der Rolle wurden reine Töne 
erhalten, welche tiefer als der Grundton waren. Auf gleiche' 
Weiee wurden transversafe Stäbe zum Tönen gebracht. Bei 
grMaerer Geschvmidigkeit der Rolle hörten ifie Töne auf» undi 



j||g 12. PhyiiMUcfte Akmtik. 

durch iMgMoiM Dnebra ,eoUt4Dd«Q Ttee, w(Bldie Mm: vmm  

als der Grundton. 

Longiiudinalschwingungen eines Stabes wurden dadurch 0p^ 
regt, dals zwei RoUen» dtren Axen senkrecht auf der Richtung 
des Stabes waren, sich auf entgegengesetaten Seiten deasalbaü 
drehten« Je dünner der Stab ist, desto mehr wird sich dia Wir« 
kun^ der Rollen gleichmäHBig auf den zwischen ihnen liiig en d w 
Querschnitt vertheilen, und eine Bewegung der Querschnitte pft» 
raliel der Richtung des Stabes angenonunen werden können. ' Der 
Ton war derselbe wie der durch irgend eine andere Ursache^ 
a. B. einen StoCs, hervorgebrachte Longitudinalton, sowohl wen» 
der Stab an beiden Enden frei, oder an einem Ende frei, oder 
an beiden Enden fest war. Bei schnellerer Drehung oahas der 
Ton ab und verschwand, und die Lage der Querschnitte eal* 
sprach der neuen Lage des Gleichgewichts, was jedoch wegev 
der geringen Verschiebungen schwieriger als bei Transversal- 
bewegungen zu ermitteln war. Die geringe Geschwindigkeit dar 
longitudinalen Bewegungen gestattete bei dem angewandten Ap- 
parat nicht, durch langsames Drehen der Rollen Töue von gröbe^ 
rer Tiefe a|s der Grundton hervorzubringen. Rb. 



T« Rrnz und A. Wolf. Versuche über die Unterscheidung 
^ dilFerenter Scbalislärken. Yieeoeot Arch. 1856. p. 185-193; 
Poo«. Ann. XCVIH. 595-604t. 

Die Versuche geschahen mit einem von Visroadt anfofe«' 
benen Apparat in folgender Weise. £io 17d^"' lavgee boijaoii- 
tales Brett war auf seiner Oberseite mit einer Längsri^ne ^ner- 
sehen I in welcher sich ein unten und an dep Seiten gut m^ 
achliefsender hölaerner Ständer verschieben JieCi^ auf deaaeai 
oberes, ^ut gepolstertes Ende eine Taschenuhr gelegt wurde» lUt 
dem vorderen Ende des Breites war ein verticslea, nach dar 
Seile der Uhr gepolstertes, und in der Höbe der Uhr mil mier 
gepolsterten Oeffnung versehenes Brett fest verbunden. In diese 
Oefihung (Qbrlocb) wurde das Ohr so gele|lb dafe die AliUe dbsr 



FUen und jfem MiMdpunkl te Uhr io Atrmiim kß^ 

rfnhk '^tiiikrt wvrd«. Di» itfge iAm OhnB «rurde 4U^fi^ 

ImriMiitolt m4 Mie 'VMiäial« Am Kudamm SpiegatffciiM «ik 
NM ib«tiiMMM StellM te SywylMdes MiMfr Gmdig -m 
Deckaog erhielt Neben der Rinne seigle eine Scale die St$tt 
femung des Mitielpunkts der Uhr von der KreniungMieile der 
Faden» welche bei beiden Beobachtern 20»"" von der Mündung 
des Gelitirgangs entfernt war. Zti Anfang des Versuchs» wenn 
das Ohr in die richtige Lage gebracht war» worden die F8den 
Eurückgeschlagen und die Schläge der Uhr durch eine vor -das 
OJuiieb gdMbeM Pappscheibe unvern^biabar fomaohi. Dann 
WMde dio Papptt)}eibo «nlfemft» und Mfhdem die Uhr $ Semt^ 
4m fphint war» wia4er vorgeadioben» wovsuf nueh cwier IcunM 
Md in 9iha Versuche« gleieken Pause der Seball d$r Uhr km 
«or mdove» Ealferjiung derselben wieder h Sacmdm kmik^ 
mIMI "worda. Der Hiieor hatte mm «i enlscheidon., weldkfr 
von Mden Schällen der stärkere ww^ Unier Atf ViSrMf« 
setsung, dafs sich die relativen Schallslärken umgekehrt su ein« 
ander wie die Quadrate der Entfernungen der Uhr von der Mün- 
dung des Gehorganges verhielten» ergaben sich schliefslich fol- 
gende Resultate. 





WoLF*8 Urtheil. 


Rbnz's Unheil. 


BdiAiTe Sdun«tiike 

a) 1000:919,5 

b) 1000:846 

c) 1000; 778 

d) 1000:716 


««<*«« .SS^B •** 

66.5 29,3 14,0 

84.6 17,6 3,7 
81,1 8,2 10,5 

100 — — 


«*«« SZ '«^ 
63,3 28,8 15,8 
85,6 6,8 7,5 
97,2 1,8 1,9 

100 — — 



Dir Sicherbeit des Uctheils Mbai aiso mit der Differei» d«r 
Sollstärken su» so 4s£p «SfsbsligriUMa voo dtxn VerlültiiiCi 
MK):72 4f44lVcb von einander unterschieden wui^den. Bm g^ 
mfßfen iSc^aUdifiePMMn w^ dir [Jnaidierheijt.b«i4«r ^iftmk^ 
Irr («ik fM*b» mit Awmiüwf der. AoomJiüis 4^ ^^ >« wel«h^ 



bMierkl mrd, d«ft sieh Hr. Rsm mk Moiik toicfcllKgt, ifait 
Wov nicht. SehaHgrSfiMi vra dem VerbStUiiCi 100: «2 wiütai 
um wenig ttfter richtig von einander miUrschieden «k nasiebcr 
ttnd falsch. Das Unterscheiduogsvermögea des Ohrs für Schall^ 
itttensiUtteti iai somil erheblich geringinr als für Toftfaöhen. Nach 
d«r IMHuDg der Verfasser nimmt dasselbe iii oft» der Schall- 
sllrke bis au einem Haiümiwi, ¥«d wo es wieder abaehoMSi 
wird. JM. 



Nowak. Ueber Pbtrina's elektrische Harmonika. TageU. 4- 
Naturf. in Wien p.78-78t; Inst. 1857. p.l2-]2; Liter. Gas. 1857. 
p. 45-45. 

„Princip dieses Apparates ist das des NsBF'schen Hammera^ 
statt des Hammers wird ein Stäbchen genomipen, dessen tvan^ 
▼eraale Vibrationen den Ton geben; man hat vier Stäbchen van 
verschiedener Lange neben einander, deren Bewegungen durch 
Hebel gehemmt werden, welche dirch Tasten regiert werdeos 
Das Instrument ist besondera sEur Erseugung der CosabinatiMa« 
ttee in Schulen brauchbar.** M. 



J. S. C. ScflWBioGBR. Ueber Magnetismus in akustischer Be* 

Ziehung. Abb. d. naturf. Ges. za. Halle 1855. 1. p. 145-190t. 

Die Tendens der Abhandlung ist, einen Zusammenhang des 
Tons mit dem die Molecüle „umkreisenden Schwungmagnetis- 
mus**, sowie des ,, nachklingenden harmonischen Dreiklangs** mit 
der Rotation der magnetischen Erdpole und kosmischen Zahlen- 
verhältnisse — „Weltmagnetismus'*, „Weltharmonie** — nach- 
luweisen, Betrachtungen, welche den Verfasser 1814 sur Vorher- 
berechnung der 1851 von Lassbll entdeckten ersten beiden Uranus*, 
trabanten Ariel und Umbriel gefQhrt haben. Wir gestehen, daft 
wir in den vielfachen angefahrten akustischen Erschemungen 
keinen Zusammenhang des Tons mit Magnetismus oder Elektrt- 
ciHt, und noch weniger in den Verhältnissen der ümhuCw»iten 



NOWAS. &MHWtt««tA. NoARIBfBBRe. gif 

und der Enlferoangen der Planeten und der Trabanten eine Be- 
«ehung sumliafttliliiJehefi' Dr«UMg au erklnnen vermögen. 

Der Verfasser bringt die unbeachtet gebliebene Beobachtung 
Perrot's (C. R. XI. 1064) ivieder in Erinnerung, dafs der Ton 
einer Stiaimgabel verstärkt wird, wenn man sie in Berührung 
nnl einer Flainme bringt. Die Verstärkung des Tons ist bis zu 
einer gewissen Gränze um ' so grSfcer, je mehr sich die Gabel 
bei wiederholten Versuchen erwärmt. 

Das starke Echo, welches verwitterte Mauern geben sollen, 
wird von dem Verfasser durch resonirende Röhren in denselben 
erklärt Rb. 



NöRRBVBBHG. Akustische Intcrfereozröhre. Ber. d. Freiburg. 
Ge». I. 43-45t. 

Diese Röhre ist in eine Wand eingemauert, die zwei Zim» 
mer von einander trennt. Sie besteht eigentlich aus zwei Röh- 
ren, die aber den Eingang und den Ausgang gemein haben. Der 
nicht gemeinschaftliche Theil beider Röhren ist U förmig gebogen, 
und die Biegung der einen Röhre ist um 12 Zoll länger als 
die der andern. Am Eingange der Röhren im ersten Zimmer 
wird ein Ton angeblasen, dessen Wellenlänge 24 Zoll beträgt. 
Am Ausgange der Röhren im zweiten Zimmer ist dann kein 
Ton hörbar. Er tritt aber hervor, wenn man die Biegung der 
einen Röhre durch einen Schieber verschliefst. Kr. 



Fortochr. 4. Phjs. XXL 16 



la PIqrMokigMclie AtortÜL. 



Literatur. 

A. Gbigbl. Zur Lehre von aHij^horisehM Wiadeiliall. ¥mk, 
d. Wörxb. Ges. TU. 75-86» i^ KVU-XVUI. 



Dritter Abschoitt. 

Optik. 



w 



14. Theoretische Optik. 

D<sr Befichi über dieits Capilel folgt an Sehlusae dw Bartes« 



15. Lichtentwicklang and Phosphörescenz. 



L i t e r a t a r. 
R. BiANCBRr. De Fa production de la tomiere ehez les Imo^ 

pjres. Arch. d. sc. phj4. XXXI. 213^215. 
k B. ScüftKretea. Observation^ dur 1a noiice pr^e^enteF. 
Arcb. d. sc. phys. XXXI. 215-^17- 

M. Ghatb. Sur la phospborescence de la neige. Bull.d.Brux 

XXUI. 1. p. 256-257 (Cl. d. sc. 1856. p. 98-99); Cimento lU. 438- 
439; iDft. 1856. p. 228-229. 

T. Haktig. Ueber das Leuchten des weifsfauleu Holzes. 

Arch. d. Pbara. (2) LXXXVIII. 193-194; Chem. C, Bl. 1856. 
p. 911^^912. 

BiBtraE». Pbosphoresciren des Ghlorophans. TageM. d. Naturf. 

in Wien p. IM-f03; LÜar. Gaz. i857. p. 46-46. 



246 1^* Spiegelung und Brechoog des Lichtes, 

16. Spiegelung und Breehang des Lichtes« 



MintsTBiii. lieber ein Instrament zur Bestimmaog des Bre- 
chung^ und Zerstreuungsvermögens verschiedener Medien. 

Poe«, Ann. XCVIII. 91-98t. 

Das Instrument dient zur Bestimmung der Brechungundices 
für die festen Linien des Spectrums. Es iäfst sich leicht auf* 
stellen und erfordert nur ein kleines dunkles Zimmer. Ein ein- 
fach construirter Heiiostat wirft d^ie Sonnenstrahlen in den Spalt^ 
welcher sich im Brennpunkt eines achromatischen Objectivs be- 
find«!. Dtt Strahlen teilen sedkrechf auf die eine brechende 
Flicke des Prismas, und der Winkel, welchen die austretenden 
Strahlen mit der ursprünglichen Richtung ^inschUefsen, wird mit- 
telst Femrohr, Fadenkreuz und Kreis gemessen. Alle Theile des 
Apparats (aufser dem Heliostaten) werden von demselben Gestell 
getragen, welches so ewgerichtet ist» dafe die richüge Eipstellwg 
bequem verificirt, und auch der brechende Winkel des Prismas 
leidit gemessen werden kann. 

Die genauere Besehräbung dieses von W. Wenn noch be> 
soaders eapfehlenen lastrumento mufs im Oiri|^l naehgeseheS 
werden. Wir vermissen darin die Antike der Vkaht, Das- b- 
stottmeMl wird m der Werkstait des Verfassers auf Beateiking 
angefertigt; der Preis ist nicht genamii #1. 



HöBios. Eine neue Methode Krystaltformeü darzustellen. 
Jaftrdsber. d. schles. Ges. 1856. p. 15-15f. 

Makbach hat in der schlesischen Gesellschaft eine Nelis .mit- 
g^tkeüt über cKe von Hm. M^anüs ang^ebe^e MetbHe, KiyelalH 
formen darzustellen. Sie berahi auf der Wirkinig 4er Winkel- 
spiegel. Zur Darstellung der tesseralen Krystalle dienen drei 
Planspiegel, welche so zusammengeatelit sind, dais sie eine kör- 
perliche Ecke bilden, deren Kanten 46^ 60* und 90* betragen. 
Für die tetragonalen, hexagonalen und rhombischen Krjatall- 



MwtULUtwn. MÖBiim. t7. Htterfemiz die« Lichtes. Jamim. 247 

formen w^rdim swei S))tegd besäglidi mR 4y oder 60* «d^r 90* 
Neigimg angewandl. Bin Bialtehen oder Slrafeheii Papier, In 
geeigneter Weise «wischen die Spiegel gelegt, giebt nailt^kt sei- 
n«r SpiegelMder jede belieiMge HrystaUfortn. Bt, 



17. lalevfereiM des Lidhte». 



J. Jamin. DescripUoo d'uo nouvel appareii de recbercbes, 
tqmd6 mt laa intaMreoces. aR.XLli.4S0-48örf; iMt tSMw 

p. «7*1^7; CoflB^yill. 264-264» 277-2$0t) Arch. d. m. pky«. XXXII. 
«Sf«;.?^«. Ann. XCVIAI, 345-34»^; CkieaCo IIL l^[ft*^126J Z. S. 
i: Natur«, VUI, 44-45. 

Dies Instrument ist wegen seiner durch einfache Mittel er- 
nsshtd» fia)pfiMllirhk«l vom^ hSebaten Inieresae. D«s au Grunde 
liegcBda Gcdapkia iat felfaDder« Schneidet omhi cim gitt gt-r 
iiBliilw», abcM Ghsptatta in twei Theia, md alattt dk«s p»« 
nailab aa eiMnl«r sa. aui^ dub ein UchtalsaUf wekiMr von. dtv 
eiatai saflosüil #iid^ aiiah die awaila triit, ao wir4 das aurf iKa 
€»^ste iillende Strahl in awat TMe galbaill; dar mm «wrd M 
der Vorderfläche, der andere an der Hinterflfiche des Glases 
reflcctirt. (Die übrigen Theile werden ihrer Uchtsehwächc we- 
gen nicht beachtet) Jeder dieser beiden Theifo wird von <|ef 
sweitm Glasplatte auf analoge Weise gespalten. Von den vier 
nun vorhandenen Strahlen gehen swei von gleicher Phase auch 
denadben Wieg, fitoinch der an der VardkrUteha der CHijectiv- 
phftte imd an der HhüerAllcfte der Ocufarplalte reflecitrte einer- 
aefts, tmd der an <Mr Hinteiftche der Objeeitvplatte nnd an dar 
VordiüMtebe di^ ÜcMtarpKrtle refl^ctirte andereraetts. Neigt man 
mm dt^ PlsUen du wenig, so eriiahen diese SiraMen anen Ging«- 
uBtgr it M e d , mid es entatehen htarferenaalreifan. Diese Brschei- 
dWig' WUt rieh Irei Woüenlidhl itAt MoÜmb Auge IdeM l^ee*- 
MMakk Ubl flaan nun ein liegrilnales Strahlenbdndel aof «e 



24d ^^' bterfereoz des Lkhtes* 

01])|ectivplaUe ralleoi und scbiebl zwiacken beide PUUen swei 
Röhren so ein, duls der eine der sur Interferens gelangendes 
Strahlenzüge die Länge der eralen Röhre, der andere die der 
zweiten- Röhre durchlaufen mub, so iat das InptnuBent feri^;» 
Jede, auch die geringste Veränderung der Medien, welche in 
diesen beiden Röhren enthalten sind, wird durch eine Verschie- 
bung der Interferenzstreifen angezeigt werden. Es ist klar, dals 
das Instrument zu den vielfältigsten Untersuchungen braudibar 
sein wird; der Verfasser zählt eine Anzahl dergleichen auf, die 
er in besond^c^ ^i^baOdliiRigen ^ u i>f handeln d^nkt. (yergl. unten 
p. 262). Bt. 



Car«£rb. Productioa des lames diaphanes minces, ao moyen 
de dissolulions resineuses, ei sur un papier a cooleurs 
changeantes obienu par rapplication de ces lames. 

Deuxieme note. C. R. XLIl. 689-690t; Cosmos VUi. 403-403; 

In$t. 1856, p. 150-150. 

Hr. CARRBaB hat die im BerL Bef. I8S5. p.264f erwähnlw 
Vetsuche fortgesetet. Aufldsangen von BerBsteui, GmoBigvIt^ 
Mastix erwiesen sieh als braueUbar, am bastai $km die Aaphafti»* 
. Ifoung* ' Taa Eneugung gefärbter Papiere empfiehlt Hr. ümnas 
eine Avflttsung von gesehmolseiiem Bersstein mi4 Mau« in «rnnr 
Mischling von Benzin und Terpenihinfil. JM. 



H. Meyer, lieber einige Beugungserscheinungeu. Pooe. Ann. 
XCVIII. 133-137t. 

Aehnlicbe Erscheinungen wie die von Poppb (BerL Ber. JS&4. 
p.277t) beschriebenen laasen sich beobaohten, wenn man aof 
eine Glasflache einen Tropfen Wasser bringt, und, denselbsHi 
nahe vor das Auge haltend, nach einer entfernten Lidih|nMI#' 
hinsieht. Der Tropfen aeigl ein^ helie Scheibe mit d^tUcheo 
InterfeTjenzstreifen an den Rändern* Ea ist eno ^^ß^ißß^i^ 
eracheinung» wie daraus hervorgeht, dab man die Stretfw auob 
dann noch wahrmmint, wenp.dfi^Auge jiur die öofieiolm StriMea» 



G^aMwe. Mktba. SineKoxBiauNK. Ei8xiii.on. 1^49 

aofmniiiit» also das Bild des Tropfens nichi mehr mit dem Bilde 
der l4i^;|li|c|i^i|e susammeiiralU. Bringt man statt dßä Tesf^ns 
eiBOD duDkelen Fleck auf die Glasplatte > so treten die aus der 
Theorie bekamiten Beugungserscheinungen ein. Bi. 



SxRGB DJB BiRiiKE. Appdrence singuliere de Tombre que 
prpjett^ un bätoo porl6 iraosversaiemeot par id homme 
qoi marcbe daos la direction du soleU. C« ci. XLlll. 966- 
987t; inst. 1856. p. 413*413; Po«o. Ann. C. 98-98i. 

Wenn der Verfasser einen 2,5 bis 3 Centimeter dicken Stock ^ 
setikreefat gegen die Richtung der Sonnenstrahlen schnell bewegte, 
so bemerkte er im Schatten des Stockes eine Lichtlinie, die in 
der Richtung, der Axe des Stockes verlief. ßt. 



EisBNLOHR. Apparat zur Erzeugung der NEWTOff'schen Farben* 

ringe. Ber. d. Freiburg. Ges« 1. 2-2 1* 

Nach 'Fiii€K*s Angabe wird eine Flasche, in welche eine 
Ltang wm 1 Thcil Seife in 400 Theilen Wasser gdiracbl iai, 
darah fiedan htftfirei gamaebt und dsMi vevschloaaan. üur€b 
SaUWafai wird ein Seifoivwaaserliäiitehen berTorgebrachi, wel« 
ehaa dia ganie Bfeite der Flasche ttberspmnt; Hr. EissNMmi 
▼craelBt dann die Fli|sche auf der Schwuagmascfailie in raseha. 
AttoliM) «od man siebt Jn dem Häutehen van der MMe aus 
enge Ringe entstehen, die aUanUig an Durchmesser ranehmen» 
Ua andliali die Farben dar ersten Ordnung aliein in {bedeutender 
Anaddmtng ersoheinen. Mr. 



260 fS« 9pectmiii. Absorption äpt Liclites. Objedfr^ Fkrbeo. 

19. Spectmin. Absorption des Limites. 
Objecfive Farben« 



Stokks. Deuxieme memoire sur le chaogemeot de r^fran- 
gibüit^ de la lumiere. Ann. d. chim. (3) XLVL 380-d83; Z.S. 
f. Natunr. VIL 268-271; Der. d. Freiburg. Gew. I. 49-^1, 97-99, 
Siehe Bert. Der. 1853. p. 244. 

Angstböm. Das prismatische Spectrum des elektrischen Fuo- 

kens. Z*£l. CMath.iasa. I. pu 57-^. Si^UBovl. Be«, 186^ p. 251. 

A. Sbcchi. Siii Colon delle sleHe. Ani de' n«M>i hm» ¥ii. 

155-137. Siehe Berl. Der. 1855. 1^280. 



CftooiRs. Recherches photographiques sur le spectre solaire; 
chambre obscure ä spectre et quelques- aoes de ses 

appHcatiODS. Cotmos VIII. 90 -95t*» Bull. d. 1. Soc. photogr. d. 
Loiidres 1856 Janv. 21; Fom. Am. XCVIf. 616-622; Z. S. f. Math. 
1856. 1. p. 320-320. 

In dieser Notii i»l eine Caaiera ohaeiura befohriebeni fv^lcfae 
viHi Htn. GaoesM fär pholographische Zwvdk« iua eimr Quaimf« 
Unse und wwm hitiler cHMiider gealeltlM Qiiarspriflaite ao cot^ 
aUmirt iat^ Mb mt tm Bild deai SpMlmtia auf der photogrfepiii«* 
adm Pklte entwirft. Die Quarspriamen aiwi m f^aeiuiitteii, 
dtfe die in dier BaelriMiig der kr3f«iaU0gi!epfaiBeli0n hmt 
geiwndaa SirahliM die UeiMte AUenki^jig etieiiieD. Hr. 
bei foM dieaer Caoaera onter attidiereoi beobaefabei: 

1) kn Speclnmi de» SMaeniiehlD aind diei StnUfb ja 
der Linie G so intensiv, dafs <iie swischen F- md^ 6 
dagegen verschwinden. Im Gaslicht dagegen sind die letiteren 
die wirksamsten. Hieraus läfst es sich erklären, weshalb fiir 
Photographieen im Sonnenlicht ein Bad von Jodsilber die empfind- 
lichsten Platten liefert, während für Gaslicht eine Mischung von 
Jod- und Bromsilber vortuziehen ist. 

2) Ein dunkel orangefarbenes Glas hält alle chemischen Strah- 
len des Sonnenlichts ab; es ist undurchsichtig fär alle Sirahlen 
jenseits £ 



CftooiKWk. J.Miii.f.w- Bi»iMLMMu . 1^94 

3) Dm AlAMiphäre hüH «inen grofoen TbeU 4er brecbbar* 
stell Slniblj0ii suröek. Oak«c isi das violette Eade dß$ Spedrims 
«n ausgeikehiilesUn^ iveiui die Sonne am höchsten steht Bt. 



J. Mollbr. lieber die Photographie des Speclrums. Ber. d. 
Freibifrg. Ges. I. 193-198; Poes. Ano. XCII. l35-]d8t; Inst. 1856. 
p. »4-94; Z. S. f. Naturw. VW. 173-173. 

IDine Anseige von Photographieen des Sonnenspectrums, 
welche von dem Photographen Hase angefertigt werden, und 
dureh Dibrnfkllnbr^s Buchhandlung zu Freiburg i. B. su belie- 
hen sind. ßt. 



W. EisBNLOHB. Die brechbarsten oder unsichtbarea LichW 
«tnAieif im B^ugong^ctfuto imd ihre WettenMinge. 

PsM^ Aask XCVIH. HS^^JK^t Comos IX. 261*252; Arel^. d. sc 
pbyskXXXHL 21^230 ;i Aoo» d. Mm (3) XLIX. 504-507; Silumoi 
J. (2) XXII. 400-402; Cimeoto IV. 436-438; Tagebh d. Natuif. in 
IVien p.56-5«; loit. 1857. p.6-6; Lit. Gaz. 1857. p. 45-45. 

Per VffiiaiMr hat die WeileaiMig» der brecbbanten Sirab* 
k» ipeflsessM welehe in eioeoi objeciiv geiaaehteo uad auf eioMi 
flw r aao ir e ad en Schirm aiifgefangcisen Ben^ungae^actrum vor« 
kaiMn- £>!• vor der PublieatiQn dei EssawACH^schM A^bail 
(Beri. B«c. 18&&. f^VOi) aiigeateUte Uoteraueiiung atebt an 
Sabärfa inosjarQ 4ar letatare» aacbj. als Mchl die* Wtlienläiiyi 
Csater Linien m^^abeo wird; di^^en gewähren die gßtme tUr 
t^e md die im Verlauf der Untersuebnng g sitia ehten Beah- 
aisbbiagen ein grolacn Ipterasse. 

U9B Benfunginpeslrua» stnlU Uv« EisnHLonn anf ftlfl^inds 
Weise ber. Die Sonnenstrahlen werden von einem Heliostaten 
in. einen verfinsterten Jiaal geworfen; das horiaontale Strahlen- 
bMdal wird sedivan v^n einem fsinan verliealen Spnit a he|pänat» 
weleber im Saale, Mnen Meter voaa Fensterladen entfjprnt, au(- 
flHltill ist» In. ein^m Abatand J von s» welcher awiadieii 4"" 
nnd 12" variirt, steht sodann ein achromatisches Oiyetttiv von 3p* 
Brennweite^ eingelassen in eineai verliealen Sefafrm. Der Sehirm 



252 ^^* Spectnim. AbsoipHon des Lichte«. Objective Farben. 

ifl mgleich TrSger för die BeugungsgiUcr, wetdie ntttleisl des- 
selben vor dem Objecliv beresligt werden können. In der Ver- 
eimgungsweile B, welche der Enlfernimg A und der Brennweile 
des Objectivs entspricht, ist derjenige Schirm aufgesteiti, auf wel* 
chem das Beugungsspectrum aufgefangen werden soll. Der Ver- 
fasser hält dies Verfahren, die Beugungserscheinungen zu beob- 
achten und einem Zuhörerkreise darzustellen, für neu^ in der 
That möchte bisher wenigen Physikern ein so .grofses dunkles 
Zimmer zur Verfügung gestanden haben. Auch das beoutite 
Gilter wird seinesgleichen nicht viele haben. Es ist von Schwbrd 
verfertigL Auf ein mit Rufs und Firniüs überzogenes Planglas 
von 54'*"" Länge sind 1440 parallele Linien von 13'"'" Länge mit 
aufiserordentlicher Genauigkeit gezogen. Der Abstand zwischen 
den Mitten je zweier Linien beträgt 0,0375'"'"; die Breite jeder 
Linie ist 0,0116'"*". 

Wurde das Spectrum auf einens durchaiehtigen Schirm auf* 
gefangen, so sah man in den Spectren erster und iweilcr Ord- 
wng Sf und S^ die aUrktten der FnAUNROFEii'aehen Linien «wi- 
schen den glänzendsten Farben. Die Spectra 9 und Sf^ waren 
durch einen dunkelen, unbestitnmt begranzten Raum getrennt. 
Ebenso war der dunkele Raum zwischen dem Violett bei H des 
Speetrums 9 und der Mitte üf , da wo das Licht in das ültrS'^ 
vioittt übergeht, unbestimmt begrälizt. Wurde dagegen eia 
fluorescirendes Medium (getränkte Papiere, ein Lineal vos^ Urm^ 
ghis u. s. w.) an die Stelle des. Schirms gesttsi, so wurden die 
imieren Spectra 5^ g^g^n die AGtte hin deutlich mid „voIHlooi- 
men seharf und bestinmit begranzt^ ^Sie waren auf Papteren, 
welche mü schwefelsaurem Chinin getränkt waren, am Mngslev. 

Die Wellenlänge der Strahlen, welche das Speetrum ^ naek 
mnen begränsen, wurde bestimmt. Sie folgt miltelsl der Fermdn 

k SS esintfß und ^i ^ =^ 7 

aus dem Absland e der GitterVffniingen Ton einander, dem Ab^ 
stand J des v^m der betreffenden Ltcblsorle auf dem Schirm 
gebUdelen Streifens von der Milte itf , und aus dem oben definir^ 
ten Absland B. 

Pur diese Formel giebl der Verfasser eine AMetang so 



(aufisten der teMr« welche mii Schwmd*» ,,BeugungaetseMiiiNi« 
gen*' Dicht vertraul sind. In derselben nimint sich die Behauptung auf 

p. 364 wunderlich aus, dars 1 I gegen Eins verschwindend . 



iti 



klein sein soll. 

Für den vorliegenden Fall läfst sich nun wegen der Klein- 
heil von yi 



setzen, so dafs 
wird. 



Ig^stsinV'^'-g- 



1 — ^"^ 



Für die Wellenlänge Ajr der Linie /* ergab z. B. eine Messung - 

J = 93"»«, ß = 7220»"», 
also 

V = 0.0374» • 75^) = 0,000483««». 

Fiy^imiiaFim hat geiunden 

1^ = 0,000485"»«». 

Äff dem Chininpapier war die Gränze des Spectrunos gegen, 
die Mitte hin so scharf bestimmt, dafs man sie bis auf ^■"'" genau 
angeben konnte. Der Verfasser maafs den Abstand der äufsersten 
Strahteü'rei^ts von denen links uhd addirte, Wegen der Ausftrei«- 
tiufg der Streifen, dazu die Breite des niitlersteh S^altbiMes. 
Diese Summe gab dann 2 z/. 

Auf dem Olriimipapier ergab sieh Mr die Wellentinfge üi^ der 
bredibarsten Strahlen im Mütel 

' A« »0,000854 0. 

EssECBÄcn hat für die Wellenttnge von Stokbs* Lmi^ My 
gefunden 0,0003«& 7 und ffir N 0,000349 8. 

Auf dem Uranglase^ sieht man die GrMnzen des Spectmttis« 
gegen: die MiUe hin ebenMls sehr «eharf; das S^ctronf ist «Aer^ 
kfirier» und 4ie kleinste beobachtete* Wettenlänge Kegt twioeben? 
(^OeoaSB 6' und 0,000091 I, 

De die OeSnung am Heliostaten ziemlich grofe wat^- so Meto 
der Verfasser später einen grofsen^ Theil der weniger brechbaren 



m 18. Spectrum. Absorption des Lichtes. ObjectiTe Farben. 

Strahlen dureh ein vicietles 6läa ab; lias ^End« des fipecfraim 
encbien dann noit noeli grSrserer SdfSrfe, und war auch auf ge* 
wShnliebeni Papier von deraelb^n liänge. Der Raum iwischen 
ima ersten und sweifcen Spjectrum «svar mit abgestoftem Ucht^ 
ausgefüllt. Dagegen hörte auf ünerPorcellantafel das Spectrum 
bei der WellenlSnge 

0,000396 bis 0,000401 3-« 
auf, also ungefähr bei H. 

Der Verfasser bestimmte nun nach derselben Meätode auch 
die Weilenlänge Xr des «lufseriten Roffa und erhielt 

Xr = 0,000706 4. 
Hblmholtz hat gefunden (Berl. 3^. 1856. p.276f) 

0,660761 7. 

Der Verfasser beobachtete also ein Spectrum, welches nur 
eine Octave umfafste, während nach K^hmiohTz und Essblbach 
das Spectrum ein Intervall von einer Octave und einer Quarte 
erreicht. 

Hierdurch erledigt sich auch .der Zweifel, welchen Hr. Ci- 
SBNLOHR am Scblufs seiner Abhandlung gegen die AmMlhflie «ue* 
spricht, dafs der Bergkrystall Liohlstnfhlen durchlasse, für weiche 
dtts Glas opak ist Bt. 

W. SiMMiionii. Die Welieniäiige 4ßr i)r«icbb«r8teQ and der 
,fiQf Jodsilher obf^ioisch wiirkeDdeo Strahlen. Pom« Aw. 

XCIX. 1&9-I65t; Silumam J. (2) ^III. 116-116. 

In ^Keamn Naehlrag bu der ohen besproehenen Abhandlung 
besehreibt der Verfasser einige PbolCf^apÜeai Beittes flirngtmgn 
spectnims. Es geht aus der Belnachtong derselben hervor, dals 
Äi ShttUen, ^mafehe auf Jodsiiber wirken, zwischen iden iWdllen- 
Üngen 0,000354»» und 0,00043»"<i> eingeBeUossen und, ako «wi- 
«gdiOD JP und t6 »aufliiH'en, wie isueh Crookcs (s. «beo p/250) 
hMMriKi ImH. ,Am Schltib beschreibt. der Verfeaser noch tdie ßi^- 
eehtiniiiigeit, iwelche (eintreten, mewi 4as ftei^uttgsspeetaBmi wie« 
der durch ein Prisma gebrochen wird (Sttieh diese iieiilen iitb • 
ehftttiv dfliiRtetfen» Bi: 



Faraf Saii-«M8teMi. ünterewhiing des grftoM Stoin» 

watuw ilBillSorieo. Pmo. Au. lECVIL ddl-daaj:; OheiB. €. SL 

1S&6.^JMk1S§4 ^)ii. Mag. (4) XI. 3^6-327. 

D» VMütiMer befehreibl da« V«ifcftl4en ^i griinen rSMb 

vM Elntene viridis gegen RMg^ntteii wd gegen 4a8 Lkfai. Di» 

auf dem Filter gesammelten Thierchen geben , getreeknet wid 

mit Alkohol extrahirt, ein smaragdgrünes Extract mit gelblichem 

SMh^ welches Uulrolb floareseirt ^Das gcftroeknete Extract gi^bt» 

in Sehw^Math^ oder Terpenthindl aafgelftsl, eine ebenfatti ilark 

hkrtrelh iflaoreaelrende Fitaigkeü. Af . 



Fürst VON SAcu-floRSTVAi. Oeber die Flaorescenz eines Stoffes 
in der Rinde von Fraxinns excelsior. Poee. Add. "XCYli. 

637-638t, 644-644t; Chem. C, «. M56. p. 382-382. 
Dieser Stoff, dessen Bereitung der Verfasser näher beschreibt, 
seigt eine stai4e, 'blaue Fluorescens. Blaues Kobattglas hält aber 
diejenigen Sonnenstrahlen ab, welche das abgeslufle 1>laue Licht 
enMigt^i >die FVBssigkeH Ihorescift dann schwefdlgelb. Aehn- 
UobM beoboelMle der VeiTasser bei der Clmiin- und Aescuiin- 
iMmg. "P^GWifDORrp bemerkt, dafs der Stoff auch im blauen 
InductiMslicht schwefelgelb erscheine. - 9i. 



Fürst &iui«Hoa8TMAi. Flaorescenz des Aescutetins. Pooo. 
Aon. XCVIII. 189-190t; Z. *S. f. Natorw. VIII. 213-214. 

Das Aesculetin entsteht, wenn man das Aesculin mit Sali- 
sitte oder wenig verdOnnter Söhwefelsäure in tter Wärme des 
WasseAades 1)ehaiittelt, wo 'es sidi dann nadi dem Erkalten in 
pKsmAtisdhen Krystallen abscheidet. Es VMi MCh in ^iner con- 
eentrtt'ten Lösung von Soppeltschw^fligsaurem Ammoniak in der 
Sre'tfhitfe auf, und wenn man dieser Lösung BarythydrdtlSsung 
lusöttt, so Witt die achweSige Säure des überschiissigen Ammo- 
niakaalses als schwefligsaurer Baryt nieder, und die 'Fittsai^kek 
wird durch Aufnahme von Sauerstoff an der Luft blutrotb. Der 
Verfatter bemerkt nun: die rotbe Fluoresceni des Aesculelins 



18. SpectrudI« AhsorptüM dei lMt^§. SALM^RoRtmAA. 

imgt an m Orange des SoBfieMpecirums mid entredd aicfc %i4 
zum Violett, ist aber am »larkalen it» grflnen Titeil dea Spec- 
trums. Die blaue (vor der Einwirkung von Sauerstoff geachfitile) 
FtüBsigkeit seigt im Priama einen scbwaraeii Abaorptionaalr^ifen, 
der das Gelb und einen grofaea Theil vom Roth einniaunt Bi; 



Fürst VON SALM-HoR&THAa. Beobacbtoogeo über Fluoresoeos; 

Poao. ^00. XCVIII. 343-345; Z. S. f. Naturw. VIL 546-549. 

Der Verfasser legte in einen Kasten , der aus Sohciheii .-««li. 
blauem Kobaltglaae gebildet und nur auf der Seite dea Beob« 
achters offen war, einen Würfel von Uranglas; derselbe leigte 
nun eine schwefelgelbe Fluorescenz. Das Kobaltglaa war für 
das abgestufte Licht opak. Bt. 



R. BönGKB. Ueber die Fluorescenz des KaliumplatincyanQrs, 

Po66. Ann. XCVn. 333-334t. 

Hr. BöTTOBR corrigirt seine frühere Mittheilung (Berl. Ber. 
1855. p. 278t) dahin» dafs nicht eine wälarige» aondern eine sehr 
concentrirte Lösung des Kaliumplatincyanürs die Flvoreaceas- 
erscheinungen beobachten lasse. Bt. 



BöTTCBR. Einfachste Bereituogsweise des Kaliumplaüncyaoürsr 
zu Versuchen über Fluorescenz. Jahresber. d« Frankf. Ver. 

1855-1856. p. 24-25. 

Nach dieser Vorschrift versetzt man eine concentrirte Lösung 
von Platiochlorid mit einer Lösung von Liebig^s Cyankalium im 
Ueberschufs. Ein hellgelber Niederschlag, herrührend von einem 
geringen Gehalt an freiem Kali im Cyankalium, löst sich durch 
Sieden auf; man dampft dann die Flüssigkeit etwas ab und iälal 
sie sich abkühlen; in kurser Zeit kryatallisirt das Kaliumplatin* 
cyanür in feinen Nadeln heraus. Bt. 



B<TMfe]i. r. Baboo.J. MfLLBii. Sse««. Gbailich. Osahit. 257 

C. H. L V. Babo und J. Müller. Die Flaoresceoz erregende 
Eigenschaft der Flamme des Schwerelkohiensloffs. Ber. d. 

Fwib. Ges. f. 99-101; Poee. Ano. XCVII. 508-510t; Cliem. C.Bl. 
1856. p. 354-355; Chem. Gaz. 1856. p. 243-244; Arch. d. Pharm. 
(2) XCL 330-331. 

Die Verfasser machen auf den Reichthum an wirksamen 
Strahlen aufmerksam, welche die Flamme des Schwefelkohlen- 
stoffs besitzt. Hr. v. Babo hatte schon früher den Reichthum 
dieser Flamme an chemischen Strahlen bemerkt. Das durch ein 
FUnlglasprisma entfaltele Spectrum dieser Flamme zeigte im 
violetlen Ende eine ungewöhnliche Intensität und ferner drei 
htUe Linien» zwei im Gelb und eine im Grün. Bt 



Secchi. Sur e phäoomene de ia fluorescence produit par 
la lumi^re 6leclrique. Arch. d. sc. phy«. XXXI. 2i2-2i3t. 

Das elektrische Licht zwischen Kohlenspitzen lieferte dem 
Verfasser auf Chininpapier ein Spectrum, dessen ultraviolettes 
Ende in drei Zonen getheilt schien, die durch dunkle Zwischen* 
räume getrennt waren. Bt 



GnAiLicä. lieber Doppeifluorescenz. Tagehl. d. Naturf. io Wien 
p.56-56t; lost. 1857. p.7-7; Liter. Gaz. 1857. p. 45-45. 

Aus dieser Notiz ist nur zu entnehmen, dafs Hr. Grailich 
an einer Reihe von Platin cyanüren eine dichromatische Fluorescenz 
bemerkt hat, welche von homogenen Lichtstrahlen erregt wurde. 

Bt 



6. OsANR. Beitrag zur Lehre von der Fiuorescenz. Poee. 

Ann. XCYil. 329-33]t; Cbem. C.Bl. 1856. p. 159-159, p. 401-402; 

Phil. Mag. (4) XI. 324-326; Cosmos YIU. 446-447. 
— -^ Beitrag zur Fiuorescenz. Verb. d. Würzb. Ge«. VII. 

128-129t; Arch. d. Pharm. (2) XCI. 315-316. 
Das einzige Neue in diesen Beiträgen ist die Bemerkung, 
dafs durch Aufgiefsen von Alkohol auf Kienruls eine fluorescirende 
Fl&ssigkeit gewonnen wird» welche das Eigenthümliche darbietet, 

Fsrtsdur. d. Pbys. XU. 17 



<^fs das reflectirle Lic)^ blavk, das in <)ie ^ F|Iu88id^eiJ^ eing«<kuQr 



J. H. Gladstonb. Oo fluorescence. Ediob. h (2) ll|. |6|^-166. 
Siebe Berl. Ber. ^^54. r. 2^2 . I 

— — T On, some dichraojialic phenomena among sqlut^p^^ 
and ihe raeans, of represepting ihecn. A^ljen. J8^6. p.i09!f- 

" 1092; Edinl>.J.(2) IV. 331-332t; lost, 1856.' p. 407-407; Sj^llima^t 
'•' J. (2) XXli! 412-415; Rep. of Brit. Assoc. 1856. 2.*p.lÖ-lb. ' ' 

... Q^jivissei.ysiwgea b<M>e(i für 4»e verschÄeiiJ^n^ Slra|)|f |i, 4fi^ 
Spec^iIVms so ver^W^d^He 4ib^J(ptiop^iferwög^^ 4^^^ fie. ifff 
durchgelassenen Licht von wechselnder Farbe erscheinen je nach 
der Dicke der betrachteten Schicht. Die vorliegende Notiz Iheilt 
nup mit, 4ß(^ Hr. Gladsvonk eine QJnlersuohiing s^her Lömui- 
gen autfg^iUhrl habe, indem er die Löaung in ein keiH^aAgeB 
iGUa ffibkf vop.deii Spalt de» F^naierlAdjins s^W«^ uad Mti die 
v^waehiedcMnäpaalren btoha^tHe; <diii fntsU^ntimt ¥i«iMii4^ 
LMki mfficUftdifue UiokeA d^r . Sohichi dunchlML . Mt* < i 



J. ö, Gladstowk. Somje experimeute illusitradiv^ ^f i\e recfir 
procal decomposition pf salts. J. ofcbem. Soc, I3fc 144-I56f; 

Eadmaiin J. LXIX. 257-262t. 

...•,' iM . • ' ■ . . • • .-. ' 

Pici ^lUsph^ix Er^j^hainj^e^ werden in dj^j^eip ^t^ft^ nffg 
i|?^o.fern bepiihr^:^|j^ siq a^ Erkennungsnailld f^ ^hefjofßo^^Pj^ 
cesse i^ienen. ßt. 



B. WiTzscüRfi. 6k Epseheincmgen d^r Fluore^cMz o^^fHiet 
lüserB IN^per^ion. z. s. f. Math* 1856. «. p. 16D-I77t. - 

Ein Be^ric;M) ü|)er die betrefifencileA AvbcoAen yo^ Stokes und 
Hblüholtz. ßu 



-h. 



G^UlftroiTic. Wurzs€HKL. Maxwell. Swan. ZAiiTKi^flcu. f JLfi 

J,,C, Maxwell.»' Oü Ihe tbeory of Compound, colours.vw|h 
refere^ce^to mixtures of blue. and yellqvv ligbt. .^A^en, 
'isHe. p^'lO94rl093; E4inb"./j/(2) IY.'a35-i37l; Inst.'l85.6/ p. 444- 
' 444; Rep. of Brit. Assbc. 1856. i. p. 12-J3. ' ' ' * 

In diese^ Notiz werden einige, Versuche evw^nt, welche 
Hr. Maxwell mjt, seinem i^arbenkreisel (Berl. Ber. 1855. D. 281t) 
anffe^t^llt hat, um mit. seinen Grundfarben das Grün hei;vor%u- 
bnogenr welches, bestimmte Mischungen von biaqen und gjejbfjlP 
rulyern zeigen. ßt. 

W. SwAN. ' Od a new roethod bf observiog the speclraj ^ 
"' Stars!'' Phil. Mag. (4) XI. 448 -430t; Arcfi. d. sc. phjs. /iXXU. 

"""215-215. ■""" ' * ' 

Die Schwi^ngMteM> welche die Beobachtung des, Sp^ctruins 
der S|eri^e^ und die Messung der Ablenkungswinkel für die festen 
Lioiep^ darbieten X werden, nach dem Verfasser vermieden ^ Y^^W 
(D4|n^ ein Prisip.a 'Unu>itt^lbar Ifinter dem Horizofitalglas eihes SejXr 
I^U^ uid in der Verlängerung der Axe des Fernrohrs anbringt: 
man sieht dai)n im, Spiefi[el das Bild des Sterns und direct sein 
Specirum, und kann den Ablenkunj^svvinkel am^Sextanten^bles^n. 

jj^j^jjRs^l,^ i;)ep.cri;?ione di pao ^pettrom^Jro e. d^gji esgfit 

j rifpf^ti, ps^ggiti coo essp, risguafda^^ti. i ^aipb^^meöti ,cb9 

/sf o^s^ervano oello sp^ttro solare.. .Pado?a p. i-8t._^,.> .,,,.^ 

, %ia^fl| ^wfBJ: ConYc^linsfiiX VAP».,liß*" ßfei^qweiJi^ st^jli 
Prisma, im Brennpunkt der ersten Linse der Spalt, durch, .i|iiAf 
ifl^€^.di^,X4l?{i^ftrai^ntejpli;efsn^^ PJißfil,ist das l|lstu^I^le^^ , Der 
yc|rsml iatvPJ^ ^^A^N^QF^il'scbeÄ fcinien or^cl^i^pe«! nuf e^eq; 
Qj^Üffn. i^i^t |4^uMic^ ia Jl>8»^ Eql/erjwWft. yc|q dQi;.^^^ii|f#4if^ 
fjqn4€?:ÄVn 4er Rirfferw^ P^^&'^i Wi diei^ÄOgenawilen ^ftngrtWr 
4j^|liniep in, 4e!P| Ej^Ufl^tu^g 0,64S?», . Wie. hieraus ^ (f ich^gr 
^t d/^r. bfJ|f^n|Qtt^9 An$i<^^lo^ des, Verfassers, über bei^de, ^rlt^ 
f(oii, ^iiiii^n, J(^^e^ .s^U, . lÄf8A,8i54.«iW d^w weil^^rfn.,Vw^A^».4^ 
Ä*WftiF<AMB^P«hffl«}0. , , ,,. / » .,„ .. : . . , I 4^1 .,ß 



260 ^^- Spectrum. Absorption des Liclitea. Objective Puben. 

W. SwAN. On Ihe prismatic speclra of the flames of Com- 
pounds of carbon and hydrogen. Proc. of Edinb. Soc. Ifl. 
376-377; Edinb. Trans. XXI. 411-429t; Edinb. J. (2) IV. 149-150; 
PoM. Ann. C. d06-3d5t. 

Die in Rede stehenden Flammen bestehen im AUgemeineD aus 
swei Theilen, dem inneren blauen Kegel, welcher dem Brenner 
oder Docht zunächst liegt, und dem äufseren, meist gelblichen 
Mantel. Das Licht des letzteren wird durch die geringsten Spu- 
ren beigemengter starrer Körper, welche hier zum Glühen JLOm- 
men, modificirt; namentlich reichen die kleinsten Spuren eines 
Naironsalzes aus, um eine intensive gelbe Färbung hervorzubrin- 
gen. Das Spectrum dieses Theiles bietet dem Beobachter keine 
charakteristischen Eigenschaften. Es ist z. B. bei einer Bunsbn'- 
schen Gaslampe, welche sich für diese Beobachtungen vorzugs- 
weise eignet, leidlich hell, dehnt sich ohne die mindeste Unter- 
brechung von der FRAUNHOFBR*schen Linie C bis nahe zu der 
Linie H aus, und zeigt durchaus keine hellen Linien aulser der 
schon von Fraunhofbr beobachteten gelben Linie Jl. Wenn 
diese ursprünglich fehlt, so kann sie durch Hinzuthun einer ge- 
ringen Spur von Natron hervorgerufen werden. 

Dagegen wird der untere Theil der Flamme durch Bei- 
mengungen schwerer geändert; sein Spectrum ist von hellen Li- 
nien durchzogen, welche von dunkelen Zwischenräumen getrennt 
sind| und deren Zahl und Lage tmabhängig ist von dem Material 
des Brenners, und auch bei den verschiedenen untersuchten Sub- 
stanzen von der Zusammensetzung O'H' oder O'H'O^ dieselbe 
bleibt 

Die fünf hellsten dieser Linien hat der Verfasser durch 
<*> ßf /> '> ^ bezeichnet. Von diesen ist er Frauiwoper's Jl, und 
wahrscheinlich der Flamme des Kohlenwasserstoffs nicht eigen- 
thfimlich, sondern nur durch Beimengungen erzeugt. Zwischen 
o und ß ist ein äufserst dunkler, fast lichtloser Raum. Die Linie 
ß ist von schwach gelbgrüner Farbe, und begleitet von vier 
iquidistanten Linien, welche mit zunehmendem Abstand von ß 
an Helligkeit abnehmen. Nach einem sehr dunkelen Intervall 
folgt die aufserordentlich glänzende Linie y von schwachblauer 
oder theegrüner Farbe, begleitet von einer schwächeren Linie y^. 



Die näciitte Linie i ist der wenigst gebrochene Rend eines brei- 
ten LichtbandeS) welches vier fsine Linien enthäU, und eine blasse 
Aschfarbe besitzt. Mach einem dunkelen Intervall folgt schliefs- 
lieh die Linie ^, welche su einem glänsenden, purpurfarbenen 
Bande gehört, und von einer schwächeren Linie e begleitet, wird. 

Der Verfasser hat die (durch ein FllntglasiH'isma bewirkten) 
Minimttinablenkungai der Linien a, ß, fy d, ^ beobachtet und 
mit denen der festen Linien des Sonnenspectrmns vergliehen; es 
ergab sich^ dafs (vielleicht mit Ausnahme von a) keine der bellen 
Linien mit den dunkelen genau coincidirt^ obschon die Linien 
beider Gattungen einander ziemlich nahe kommen. 

Die Resultate der Messungen sind mitgetheilt; die Verglei- 
chung der verschiedenen Spectra unter einander ist entweder 
nach den Resultaten der Messungen vorgenommen, oder es sind 
das Sonnenspectrum und das Spectrum der Flamme gleichzeitig 
mit demselben Schlitz beobachtet; ebenso sind die Spectren der 
'veradhiedeBen Flammen durch gleichzeitige Beobaehtung mk dem 
Speetroro der BuNssN'schen Gaslampe verglichen. 

Um von der Lage der hellen Linien x eine Verstellung, ra 
geben, theiien wir die Tabelle IV mit, welche eine VergleichiD|f 
beisammenliegender Linien im Sonnen- und Kohleiiwasaerfftaff* 
spectrum enthält. 

Sonnenspectrum« 

Linie iblenkims Bnebvagiiiidei 

D 48M8'13" 1,621079 

6, 49 2 55 1,628659 

F, 49 49 2 1,636407 

G 50 35 4 1,644068 

Kohlen wasserstoffspectr um. 

er 48» IS' 14" 1,621083 

f 49 3 34 1,628769 

«3 49 48 41 1,636349 

i 50 35 28 1,644147. ßi. 



^^ 19. Geschwindigkeit des Lichtes. 

;1». • Öeschwinäigkeit des Lichtes, ^ 



Jp. J.AMIN. Sur 1a vitesse de 1a lumifere daiigVedu ä diverses 

' iemperatare^. C. R. XLin. ii9i-iid4t; ln»t. 185!?. p;453-454; 

•i»ote'6. Atart. €1 478J47StrArai. d. sc: phys. XXMV. 25^-524 j'^Ctf/'- 

i «miif ]L J4^5,'16r-M(>; Z. 8; f. Natur*. 45C. 469«-4Ta ' ' ^ "• 

In dieser Arbeil macht Hr. Jamin eine interessante Anwei^ 
düng von seinem oben p. 247 näher b^scliriebenen Interferenz- 
refractor. 

. ächon lange hat die Frage ein besonderes Interesse erreffi, 
ot der'^rechungsindex des Wassers bei 4° C. ebenso eir Maxi- 
mum erreiche wie die Dichtigkeit, oder ob er bei abnehmender 
Temperatur stetig wachse. Gilt nämlich das letztere, so fällt der 

Emissionstheorie fbi'dert/ Tu 'äeW' Oeuvres de ^r. Arago 'W^. 
b'ÄentSfiqaes 1f sJhd die Btei)bachtihgen nShdr'beschriiebenJ 'Welche 
Jlf«Aöti'Wi'^nt^the5dtirig d'ör*Ftagö 'sdr* rfehi 'Jährfe 4*^15* aüig* 
staft^lfat.' Im W^rl. Ber. »WS»,' 51: pi'SWf i'^ äutih liiW^^tti^fti 
dafs es Hr. Jamin im Jahre 1850 unternommen hatte;'* dt^'^ecü^ 
achtungen mit Hülfe vM 'AiiAGbVIhtäl'feretizrefractor (vergl. Berl. 
Ber. 1854. ^^'ST^f) förtzusetÄ^n.. Dies Instrument bot indefs 
nicht zu überwinden(^e Schwierigk^eiten dar; dagegen konnte der 
Verfasser mit seinen^ Instrumei^t zupäctist leicht A^n allgemeinen 
Gang der Veränderungen, weFchen der ßrechun^^index mit der 
Temperatur unterworfen ist, beobachten, ohpe eine Messung an- 
zustellen. ' ' 

Zwischen. die b^den reflectirenden Platten wurde eine Glas- 
zelle eingeschobei), welche ihr^r ganzen Länge nich durch eine 
Scheidewand In' zwei Abtheiiun^en^etheilt war. 'Uie eine wurde 
mil iVasser, die andere später mit "Eis gefüllt. Ene interferiren- 
den Strahlen durchliefen ^ie erste,_parallel mit der Scheidewand. 
Diejenigen von ihnen, welche dicht bei der Scheidewand vorbei* 
gingen, mulsten dann eine kältere, die ferneren eine wärmere 
Wasserschicht durchsetzen. Vor dem Einfüllen des Eises sah 



man nun in dem reflectirten Strahlenbändel das Bild der Scheide- 
wand wie eiltet 4srHc£le'Lilft/^uAd^)ii^ihölizoniiHSi Interferenz- 
streifen schnitten diese Linie unter «inem rechten Winkel. So- 
bald, die Wand abgekühlt wurde , entstand, eine Biegung der 
Streifen in ier Nähe der Wand, und zwar in eutem solchen 
Sihne^ dafs eine Zunahme des Brechungsindex bei wachsender 
DK^tt^keit geschlossen werden mütste. W^nn ' rtöh' ^die iWipe- 
tabjtt !4^C. 'in der Nahe der Wand efyeichV^Sif/Mtl^^sHjW tf* 
SVnn''^^>'"ftiegun^ umkehren toii^seA; iirbfeVn Hlfer ^ih Maxi^^ 
existirt^; dies trat aber nicht ^(n ; iifl Yjeg^nthW Ifeffd didh t^ 
stetige Zunahme des Brechungsindex von 4^ bis 0® beobachten. 
Der Brechungsindex des Wassers hat also bei 4^ kein Maximum. 
'" ^<%D n^h M^sbiingM iinttisl6llen, '^uhl^h M^i Zelteü^'ieidl^ 
fgetUHobeh. 'Der ZwischetiVauiti zvrt^cheh b^dfeh wttt- 'JB^^oÄUeit, 
untf S;C^i!itde *toft Watte ^üsgefüfll. Die Strahlen, l^eldVe »difrch 
iM^Mw^fiSiUe igegatigM warben, itltterfelfi^ln d«nto*ifi]t> Aknen, 
Mdnltli« zw^e'^dttrcMÄterfati hflltbu. Ili iM- «rrslen %unk dM 
W»^«r aoJF 0^ gihalllm> iti der zueile» i»tariii%e> idi«;'Teniporaiirii 
nti'<0 biü«e^G.r #e V^rftdii^buiig i^''Slrctfen>)fMir^ flrfta^ 
lllite8"<(Dbmt>t^i^MiM'S gett^^sem- Di^ Rmnlitate >f|»dieii flidb<nafiii 
Mh Ji^iiv^dOfWli di« 'cmpiKdQhe 4i^«rmel i > / .. ..(>rM 

.rnMHi.i -^ 'jif^'te «r,^o,4)Ow>i2M8f-^o,€*oeoi «ae#' < r i 

(MMl^lllfth Dii^ 3e^b6chtMgen selbst mA' nicht mitgeUilBilti ^ 
> '(^M« in iem ^slen VldrsHeiv ditS' «in» Zfeil«naMheilM|; >«■! 
«ÜN^» KaM«rtiischttt)g g^ttftllt tff^e, sb^ feeigte sieb wihe UmkeU 
dlfr»'fMgvng in den» Momem, ^o ^dafs Wa«mr, welches ia'4mf 
l#ieilMi Abthdkin^ dier S4iiei4ewanA ^«Mftdfbt war^ fcu ^afriaMii 
bV^lAfti,» w dttfii akM> in d«r ^Thafc 'bei .0'' ein Matiniuin fflr>iili 
fi^cMM^siMeic iH liegen istilAiht. Dk) «Aenrfin^Qiigen fbriiiMH 
tigkeit'Vmd des Brechungsindex folgen also 4gAiz >vei'äblMifeit«i 
Gesetzen. BU 



't^'- M'.lr.! 


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n:;i> . .i- , » 


1 . 


n'ji»ii;> '^i 


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gf4 2^' Pbotonetrie. 

f 0. Photometrie. 



L. DE LiMBNCfiY et Sbcr^tan. Lacimetre. Cosmos YIIl. 174-I74t; 
Polyt. C. Bl. 1856. p. 570-570; Dingler J. CXLI. 73-74. 

Die Verfasser bestimmen, um die Intensitäten der Licht- 
quellen SU vergleichen, die Ansah! Fapierscheiben von gleicher 
Dicke» welche man zwischen Auge und Lichtquelle einschieben 
muls, bis der Ltchteindruck aufhört. Bi. 



U. Ponton. On solar light, with a de&criptioD of a skopie 

photometer. Proe. of Edinb. Soc. III. 355-356; Ediob. Trans. 
XXI. 363-S67t; Edinb. J. (2) III. 345-346; Cosmos IX. 555-557. 

Der Verfasser beabsichtigte die Intensität des Sonnenlichts 
mit der des gewöhnlichen Himmelslichts und diese wieder mit 
der einer Moderateurlampe zu vergleichen. Um die Farben- 
Verschiedenheiten zu elimiairen, waren die beschienenen Flächen 
von blauem Papier gewählt; jedes Auge betrachtete eine dtr 
beiden, von verschiedenen Lichtquellen bestbienenen Flächen 
durch eine Röhre; in dieser befand sich eine. Scheibe von blauem 
Kobaltglase und ein Diaphragma. Die Diaphragmen waren von 
verschiedenem Durchmesser und wurden' so lange gewechselt, 
bis beide Augen gleich helle Flächen sahen. Bei dieser, elwUs 
precären, Bestimmung fand der Verfasser, dafs bei einer Sonnen- 
höhe von 45^ das Sonnenlicht 33^6 mal intensiver war als das 
Tageslicht, und dieses 13,2 mal heller als das Licht einer Mode- 
riteurlampe, welches aus der Entfernung zwei Zoll unter 46* 
«ttf eine Fläche fiel. Bi. 



H. Wild. Ueber ein neues Photometer und Polarimeter 
nebst einigen damit angestellten Beobachtungen. Poe«. 

Ann. XCIX. 235-274t- 
Durch einen Auszug aus dieser interessanten Arbeit lä(st sich 
nur eine allgemeine Vorstellung von dem zu Grunde liegenden 



n^ LiMBKCiT und SmesiTAir. Pontom. Wiid« jy^ 

Geduiken geben. Sie ist ein Product strenger mathematiacher 
Betrachtungen, die der Verfaaeer selbst schon so weit vörkörst 
hat, als es für das Verskändnifs nur angeht. Eine ungefähre Be« 
Schreibung des Apparats wird aber das Princip erkennen lassen. 

Die zu vergleichenden Lichtquellen A und B sollen zunächst 
nur unpölarisirtes Licht aussenden, und zwar wollen wir anneh- 
men, dafs von A und B zwei horizontale Strahlenbündel in ge* 
ringem Absland parallel neben einander nac^h derselben Richtuog 
geben. In den Weg der Strahlen A wird nun eine verticale 
Glasplatte (1) eingeschaltet, so dafs die Strahlen sie unter den 
Polarisationswinkel treffen. Die an (1) reflectirten Strahlen sind 
dann nach einer horizonlaien Ebene polarisirt. Da, wo sie den 
Weg der Strahlen B schneiden, steht ein Satz Glasplatten (2), 
parallel zur Platte (1), so dafs die Strahlen A an der letzten 
Platte des Satzes (2) eine zweite Reflexion erleiden, und dann 
die Richtung der Strahlen B verfolgen. Die Strahlen B treffent 
bevor aie den Satz (2) erreichen, auf einen andern Satz Glas* 
platien (3), der um eine horizontale und auf der Strahlenrichtiuig 
senkrechte Äxe drehbar ist. Der veränderliche Einfallswinkel^, 
unter welchem die Strahlen auf (3) treffen, kann an einem ge* 
theilten Kreise abgelesen werden. Je nach der Gröfse von 9. ist 
ein größerer oder kleinerer Bruchiheil der durch (3) hindurch- 
tretenden Strahlen horizontal polarisirt. Die. Strahlen B treffen 
dann auf den Satz (2), und von den hier austretenden ist nun 
ein Theil vertical polarisirt und ein Theil horizontal. Beide 
Theile verfolgen nun denselben Weg mit den zweimal reflectir- 
ten Strahlen A, und fallen mit ihnen auf eine verticale Kalk- 
spatbplatte, welche senkrecht zur optischen Axe geschliffen ist 
Diese betrachtet der Beobachter mit einem Analysirer. 

So lange die Intensität der horizontal polarisirten Strahlen 
von der der vertical polarisirten verschieden ist, wird nun der 
Beobachter die Farbenringe in der Kry stallplatte sehen; durch 
Aenderung des Winkels f kann er es aber dahin bringen, dafa 
die genannten Intensitäten einander gleich werden; und dann ver- 
schwinden die Farbenringe. 

Da nun die Intensität der horizontal polarisirten Strahlen, 
welche von A kommen, ein angebbarer Bruchtbeil a der Intenai- 



Hat Jf d^r* ersten Lichtquelle isl, und ebenso <!ße tfatehsifäk 'tfdl' 
hbrizontal polarisirten Strahlen, Welche von B kommen, ein Bfufeh- 
theil h der Intensität V der Lichtquelle By und endlich die Intensität 
der vertical polarisirten Strahlen ein Bruchtheil c von J so hat maki 
in dem Moment der Neutralisation der Farbenringe die Gleichung 

JJa + J»ft = ,rc, 
wo b und c («"unctionen von q) sind. Aus dieser Gleichung folgt 
iä^ gesuchte Intensitätsverhältnifs 

9] _ c-b 
••" '• J« "^ a • 

Die Berechnung der Fäctoren K, ä, c mtrfs im Original tiÄlÄiJ 
gelesen werdtti. 

&er' Vorzag dieses Ptiötometers vor den sionst bttanifteii 
be^t^ht darin, da^ dem Auge fiier nicht die Aurgätre'ge^Ul "#11^, 
t^ frem^lheilen, ob zwei Flächen gleich beleuchtet' !sihd, ^ottS^it 
ittit* den Moment zu erkennen, in welchem die Purbiehrik^^ T^ff^ 
sdi^lnden. Es kann daher das VerhSltntfs d^r IntertsitatÄi; 'iM« 
4«fr Verfasser hofll, bis auf -^^^-^ oder ^Virir i^i^st diesem Iti^tu*« 
litefit^ f»festftfinM; werdbti. Während ^ie b«i den ttbrig«n PfiMMMf«* 
teth tiur ttwa bis auf yj^^ gehl. 

>!Vach Förtnahme des Glassafzes (2) kanü dirs "hi^traMefM 
aüeh tlh Pöltuinfieter benutzt wärdbn, d. h. feur fi^sffMMttirg dMr 
V^hSltnisses de^ Intensitäten der von eih und dersefbeti' lüt^MM 
^elle ausgehenden polarisirten und natürlichen StitiMen. 

T^achdettt dies Verhältnifs för zwei zu ^vergleichende Lic)ilt«< 
qtidl^n testhnmt ist, kann dann auch das V^tiiäftniis der ItMn^ 
siUlt^h beider Lichtstrahlen efmittelt werden. Zur EriSuteriMlf 
des fiiarbfei emzuschhigenden Verfahrens mufs man auf dte 'finl^ 
stehung der Farbenringe in einer Krystallplatie zuHttekg^h^n. 

D^er Verfasser hat mittelst seines Instruments dfJtt AJ>sorp- 
(Mhstf6'6Tfidenten für de^tillSrtes Wbsser b^iitimmt, und^cMiidM^ 
flft- die eihheit 1 Pjirisrer Zoll, tmd WiMer, Wddhä» duHft ttttW^ 
hWe& FÄrifpapter gegahgen war, " ■ •' . .. ./. 

fci «='0,9885, 

bei grobem Filtrirpapier '.i.,/.vi.> 

i.j;,^ ., .-. . . ÄÄ^ 0,9883,. : .„ I .|. . . . , 



bei sehr feinem 



o = 0,9939. 



JKAGRiKi. 3l. PolarisatioD. Haidingbr. ^67 

^'^'^ TDesgieicherilheih Jer^Vetfasser eine Beobachtung' intt aber 
das theilweis polarisirte iHrmmelsTicht in einem Verlicalkreis durch 
iliÄ Sonne. * Äf. 

MiiGRiiiL Npla iuiorao U si^Lema fodomalricQ prapoälo d» 

,„ J). C«^A-BiANC8i. G. deir l8^ Lombardo YUl« 419-4271. ..( 

. Dicee Note i^ ehe Widerlegung eiiiKer Abhandlilng -ym 
^BfiAH-BiA^icäi« imd ohve weiierts wisstiiteiiaftlithefl Inttiiasitt;» » 

♦..i M«^: .' ■ ' 1^ ►-*- — -»■ " .i-."".i;^ 

■•»I. :i'i • 1 ' : . . • ;'. i i >iw 

Feruere Literatur. «i 

G. LAMfiBniHi. Om ladxetaiofegt «f; Brufen «f fijumENV.Pibotor 

,.».'. -•••;••'•. . . . • ♦; ',,1.1.. I .,>v 



'.:...d 



tt: froliirisrfHbn. Optische ßigetißchiiflfeii * 
' von Krystalleii. *„ 



Mii'f . :. ..' :' • ! . " * ■> — " .. •. t ...' 

^TOKES. ' Sur la r^flexioo ni^tallique produile per diverses 

*'"si6s<dhcesnbn raöfalliques. Ann. d. chim. (3) XLti. 5o4-5dd. 

'^"^SfcKe Berl.'teer.' 1053. p. 267. ' "' '*"'''• 

" »^HiOBrfeter. ^ Wi«n. l^r.'ieVlfft llö^ltS^, Pö%b. An«: itcW. 
590t699t. 

Hr. Haidinger hat dem gewöhnlichen Reflexionsgoniometer 
ejne Gestalt gegeben, durch welche dasselbe geeignet wird, fo^ 
gende Arten von ^Messungen an einem Krystalle mit Leichtig- 
keit und Schnelligkeit auszufuhren. 

^'ty^M^utig der1(antetiWinkeI; ' ' '"' '" 

^r^ 'Mesijuhg 'd'cr-BiiuplbrechungsverhahnW;''^'^ ' ' ' ^'^^'' 
■^^Sj* llfiiisingm'Wiftkrfs^'diji^^beiaen bptischeh'Äxfeii;^ ''*'' "* 



868 ^^' P9lari8ation. Optische Eigenschaften tob Kryttallen. 

4) Messung der Winkel^ welche die optischen ElasücitSiMxeli 
mit den krystallographischen Linien machen. 

Die Leistungsfähigkeit des Instruments für genaue und scharfe 
Beobachtungen zu erhöhen, lag nicht in Hrn. Haidinobr^s Ab- 
sicht; und es unterscheidet sich daher auch die neue Construc- 
lion des Hrn. Haidinobr von der gewöhnlichen nur durch eine 
andere Zusammensetzung der einzelnen Theile. Somit scheint 
es nicht am Ort, auf die Beschreibung des Apparates hier näher 
einzugeben. — Hervorgehoben zu werden verdient jedoch eine 
an dem neuen Apparat vorhandene Einrichtung, welche, wenn 
gleich nicht neu, doch wenig bekannt zu sein scheint. (Sie ist, 
wie Hr. Haidingbr bemerkt, bereits vor länger als 10 Jahren von 
Pbtzval angegeben.) Dieselbe betrifft die Befestigung des zu 
messenden Krystalls, und besteht wesentlich in Folgendem. 

Man denke sich zwei metallene Schalen, etwa von der Form 
von (Jhrgläsern, die eine in die andere gelegt, und so gearbeitet, 
dafs die beiden Berührungsflächen genau sphärisch sind und ge- 
nau in einander passen. Ein wenig Oel, welches zwischen diese 
beiden Fläehen gebracht ist, vermehrt einerseits die zwischen den 
beiden Schalen stattfindende Adhäsion, und erleichtert anderer- 
seits die Verschiebbarkeit der beiden sphärischen Berührungs- 
flächen gegen einander. Die untere Schale ist am Goniometer 
befestigt, die obere in der untern frei beweglieh. In der Mitte 
dieser obern Schale erhebt sich ein Ständer, dessen etwas spit« 
zulaufendes Ende ein wenig unterhalb des Centrums der sphäri- 
schen Berührungsflächen liegt. Der zu untersuchende Krystell 
wird nun an dieser Spitze mit etwas Wachs befestigt, und kann 
sodann mit Leichtigkeit durch die Kugelbewegung der obem 
Schale in die zur Messung erforderliche Lage gebracht werden. 

N. 



P. Dbsaiks. Description d'un appareil de polarisation. C. R. 
XLIU. 435-437t; lost. 1856. p. 310-311; Cosmos iX. 249-250. 

Um den Mittelpunkt eines horizontal gestellten Halbkreises 
sind zwei Alidaden beweglich. Beide sind durch ein Gestänge 
in der Art verbunden , dafs sie mit dem Durchmesser des Halb- 



DcftAUft, VOLGEA. 269 

krewes stets gleiche Winkel machen. Das auf der Peripherie 
des Halbkreises fortgehende Ende jeder der beiden Alidaden tragt 
eine vertical und gegen die betreffende Älidade selbst senkrecht 
gestellte Turmalinplatte (oder ein in entsprechender Weise ge« 
stelltes NicoL'sches Prisma). 

Stellt man die beiden Alidaden so, dafs die eine in die Ver«> 
längerung der andern fallt, so hat man den gewöhnlichen Pola- 
risationsapparat. 

Giebt man ferner den beiden Alidaden eine beliebige Stel- 
lung, und beresligt in dem Mittelpunkt des Halbkreises einen ver- 
ticalen und dem Durchmesser des Halbkreises parallelen Spiegel, 
so hat man ein Instrument, welches sehr bequem ist, um die Ab«> 
hängigkeit zu beobachten, in' welcher die Beschaffenheit des re- 
fiectirten Lichtes zur Gröfse des Reflexionswinkels steht. N. 



6. H. 0. VoLGBR. Der Asierismus. Wieu. Ber. XIX. 98-l]6t; 
Inst. J856. p. 177-178. 
Eine von den natürlichen Abstumpfungsflächen der stumpfen 
SSulenkante begränzte Arragonitplatte zeigte im durchgehenden 
Licht einen parhelischen Kreis, welcher mit der krystallographi« 
sehen Hauptaxe parallel stand. Nachdem dagegen die beiden 
Gränzfiächen der Platte geschliffen waren, trat an Stelle jenes 
parhelischen Kreises ein anderer, welcher senkrecht zur Haupt- 
axe stand. Die erste Erscheinung ist nach Hrn. Volgbr's Ansicht 
der äufserlichen Schraffirung der Krystallflächen, letztere dagegen 
dem innern GefUge des Krystalls zuzuschreiben. Der vorliegende 
Aufsatz beschäftigt sich nur mit den Erscheinungen letzlerer Art, 
und giebt über diese folgende Beobachtungen. 

1) Saphir. Eine senkrecht zur Axe geschliffene Platte zeigt 
drei einander unter 60^ schneidende parhelische Kreise, deren 
jeder senkrecht steht gegen eine Fläche des Grundrhomboeders 
(Jl SS 86^4'). Ferner: Eine senkrecht zu einer Fläche des Grund- 
rhomboeders geschliffene Platte zeigt einen parhelischen Kreis, 
der gegen dieselbe Fläche senkrecht steht. 

2) Kalkspath. Hier ist die Erscheinung der parhelischen 
Kreise ganz analog der beim Saphir. Wenn dort jedoch das 



27p 21 • Polarisation. Optische Eigenschaften von Krystallen. 

Grundrj^oin.bo|eder die Stellung d^r jv^rh^lischen^KJreise ibei- 
stiiniritei sa ist hier beim Kalkspath . nicht das (den Blälte^durch- 
gangen parallele) Grundrhomboeder, sondern das erste stum- 
pfere Rhonxbo^der maafsgebend für die Stellung dpr j^^rbeli- 
schen Kreise. So zeigt z.B. eine Platte^ welche gbiichzfjitjg 
geg^n eine Fläche des Grundrhomboeders und gegen eine Fläcl^e 
des ersten stumpferen Rhomboeders senkrecht ist, einen gegeu 
die letztere Fläche senkrechten parhelischen Kreis. 

3) Penn in. Eine senkrecht zur Axe geschliffene Platte 
zeigte drei unter 60^ gegen einander geneigte parhelische Kreise 
von grüner Farbe. Eine parallel der Axe geschliffene Platte zeigte 
parheijsche Kreise von. verschiedener Färbung (grün und rolh). 

Babinct hat di6 Ursache für das Auftreten der parhelischei^ 
Kreise in den Blätterdurchgängen des Krystalls gespeist, und die 
Behauptung aufgestellt, dafs die parhelischen Kreise immer senk* 
recht gegen dieselben stehen. Hiermit ist aber die vorstehende 
Beobachtung am Kalkspath im Widerspruch« Hr. Volgi^b leg^ 
nun Gewicht darauf, dafs beim Kalkspath die für die Stellung 
der parhelischen Kreise maafsgebende Fläche des ersten stupipfe- 
ren Rhomboeders häufig als Zusammensetzungsfläche von Zwil- 
lingskrystallen vorkommt. Er ist der Ansicht^ dafs jeder Kalkr 
spathkrystall aus einer Unzahl lamellärer Individuen nach jenem 
Gesetz zwillingsarlig zusammengesetzt ist, dafs diese Zusammen- 
setzung nicht nur nach einer Fläche des genannten Rhomboeders, 
sondern gleichzeitig nach allen drei Flächen desselben aus<^ 
gebildet ist, und dafs der Grund der in Rede stehenden Lichl,- 
erscheinung in dieser zwillingsartigen Zusammensetzupg zu suchen 
SCI. N. 

f. V. KoBEiiL. Stauroskopische Beobachtungen upd über ein 
Cpmplemenlärstauroskop. Münclm. gel. Anz. XLII. 4. p.78-8^; 

" Krdma NN J. LXVIII. 225-2331. 

— — Stauroskopische Beobachtungen und über Ple9- 
chroismus. MüncliD. geh Anz. XLIII. 4. p. 1-38; Eadmann'). 
LXIX. 217-250f. 
Hr. V. KoBELL wendet das von ihm cönstruirle Stauroskop 

(Berl. Ber. 18o5. p. 3ll) an^ um bei einer grofsen Menge voq 



>IIßl 



^^,^ifA%Lh, %^fAC^,, «94 



j|]^ d^nv^ibcin in y|E|r$chied^i?^n Richiungm gesichi;i^^^ciX siujl-.,. P.if 
](l€;^;|^t^ (jSupnANN J. LXIX. 240-244 zu^namewgealellt), jja^ m^ 
chen Hr. v. Kobell über die Lage der HaiipUchniUe. gjel^^pgt^ 
H8!W^ UW..aj8. ^in.^ B^slätigwg dfcr pRESNC^-'s^h^n T^pvifc an- 
gi;£(«he|]^ werden. . ' . p 

P« die Untersuchung dea Diqtiroisauis einei KFyßtallpiaite 
dje, Ki^putnifs ihrer HaupUj^hpide erfordert, die Hauptechnitl^ ßi<;^ 
f^r niit Hülfe des Stauroskpps besijamien lassen, so kann .^ip)- 
8^s Inslrunie.iU ai^k für Untersuchungen ij^er den Plepcfaroisj^:^!!« 
von Nutzen sein. 

^ , P^^, iC^ipplienfientärstauroskop ^es Hri;^ v. Kob^x,!« unter- 
sche^d^^ sie}) von, dein gewöbiilichen Stauroskop dadurch» dafs.aq 
Stelle des anal^fsireadei^ Turipalias {oder Nicols) e^l Kalkßpi^Ui^ 
brqchstück ai^eyendet .wird. ^^ 



U. MARbACH. Ueber die Enantioüjorphie . i^nd die oplii»cl 
GigeoächaileQ von Kryslallen des tesseralen bysteips» 
Po66. Ado. XCIX. 451-466t; Jahresber. d. schles. Ges. 1856. p. 16-16. 

j Zy^ deijt drei circ^?rp9JI*fi?iFen4^p l^ryiljaU^n n^^^.r^gi^äi:?» 

S^sl^n^is, ^i^mlicfe ,^ 

Chlorsaures Nalfvop . .....,,... 8^° . ,, 

^ßromsau^es Natron..^ . . ... * • . . $4 , 

Essi^aure^ IJranoi^dnalroD , • . 4^ 

I^omnat |;egenwärt]g qoc|i qjq vierler hinzu . . r oi 

'. * Natriumsuifantioiom 6 . , , 

Die rechts stehenden Zahlen bedeuten^ ,d|fle<Qre|p^fjg( ^e^* j^f^^^ 
sationsebene für I Pariser Linie Dick.?t mxd |ür gelbes. Ljfil^, in 
Graden ausgedrückt. i 

Ueber die Abhängigkeit ^fis oplischfn V^rh^Uep« .von der 
Krystallgestalt giebt Hr. Marbach für das cblors^aur^. ^^ron und 
das Nalronsulfa^i^Uuionii^t folgetide R^el. 

Der Krystali ist optisch rechts oder IjpM dfehe^^d, jp ii^^^l- 
dem seine Gestalt, eine Copbination des rechts ge^i^^U^Pjffjfj 
tpeders mit dem re<;ht8 od^r links gestellten Tetraeder ist. -rr^ 
^ricbternMitter bjUi diese Worte für miy^r3t4J941i^i V^imjt||9l 



272 21- Polarisatioo. Optische Eigeoschaften von KrystaUeo, 

jedoch aus der Art und Weise, in welcher Hr. Marbach die Be- 
Belohnungen „rechts gestellt*" und „links gestellt** bei Gelegenheil 
des Nalronsulfantimoniats anwendet, dafs das von Hrn. Marbach 
gefundene Gesetz in Folgendem bestehe. 

Der Krystall sei so gestellt, dafs der Beobachter eine Würfel« 
flache desselben gerade vor sich siebt, und dafs die durch diese 
Würfelfläche abgeschnittene Hauptkante des Pyritoeders vertical 
stehen würde. Alsdann ist der Krystall optisch rechts oder links 
drehend, je nachdem der Beobachter von den beiden ihm bei 
dieser Stellung des Krystalls sichtbaren Tetraederflächen die 
obere zur Rechten oder zur Linken hat. 

Zuweilen waren beim Natronsulfantimoniat beide Pyritoeder 
entwickelt, und dann war es nicht möglich den Charakter der 
Circularpolarisation aus der Krystallgestalt zu erkennen. 

Beim bromsauren Natron waren stets beide Tetraeder vor- 
handen, das eine meistentheiis stärker ausgebildet als das andere. 
Jedoch zeigten sich Kry stalle, in welchen dasselbe Tetraeder 
die stärker entwickelten Flächen halte, in optischer Beziehung 
bald gleich- bald verschiedenartig. 

Hrn. Marbach ist es gelungen das optische Verhalten des 
geschmolzenen chlorsauren Natrons zu untersuchen, und nach* 
zuweisen, dab auch hier (eben so wenig wie bei wSfsriger Auf- 
lösung) keine Circularpolarisation stattfindet. 

Ferner liefs Hr. Marbach Krystalle des bromsauren Natrons 
in der concentrirten Auflösung des chlorsauren Natrons weiter 
fortwachsen und fand, dafs Kern und Hülle der so gewonnenen 
Krystalle in optischer Beziehung bald gleichen bald entgegen- 
gesetzten Charakter hatten. 

Folgende vier Krystalle 

Jodstibälhyl (Sb-f-3(C, + Hj+J), 
Oktaedrischer Borax (NaO + 2BO, + 5HO), 
Bromsaure Talkerde (MgO-j-BrO.-f 6H0), 
Bromsaures Zinkoxyd (ZnO+ BrO, + 6HO), 
steimtlieh dem regulären System angehörig, besitzen keine Cir« 
cuiarpolarisation, üben aber auf das polarisirte Licht eine Wirkung 
aus, welche der früher bereits von Hrn. Marbach am bromsauren 
Niekeloxydul beobachteten (Berl. Ber. 1855. p. 295) ähnlich ist. iV. 



MäMMASm, RoLUtA.]!]!. 22» CircularpalarisatiQii. DoBRmrvAirr. 273 
H. MAMAca Sor im oouveau foit de formation erislailine. 

C. R. XLUK 705-706t> 8Q0-802f; Goomos IX. 415-416; InsL 1856. 

p. 357-357; Cimeoto IV. 307-308, 450-450; Sillimah J. (2) XXIU. 

114-114, 
Einem hemiedrisch nicht ausgebildeten Krystall des chlor - 
oder bromsauren Natrons kann man die hemiedrischen Flächen 
dadurch geben» dafß man dieselben mit einem Messer anschneidet, 
und. den Krystall sodann von Neuem in eine concentrirte Lösung 
legt. JV. 

W. RoLLMAMM. Ergebnisse optit^cher Untersuebangen an Be- 
knoileo. Jakrb. d. geoL Reichsaast. 1856. p.836-83lt. 

Ein aus einem Belemniten geschliffenes Prisma, dessen bre- 
chende Kante in der Axe des Belemniten lag, zeigte im durch- 
gebenden Licht awei vollkommen getrennte senkrecht gegen ein- 
ander polarisirle Bilder und dazu noch zwei ebenfalls senkrecht 
gegen einander stehende, parhelische Kreise. N. 



99« CircalarpolariftatioD. 



DuaauiurAüT. Note sur Tacide tartrique. CR. XLILii2-ii4t; 
Inst. 1856. p. 52-53; EBDMAirir J, LXIX. 199-202. 

Die Anomalie, welche die Weinaäurelösungen in der Drehung 
der Polarisationsebene und der Dispersion zeigen und die dureh 
die Anwesenheit von Borsäure oder einer kräftigen Base wieder 
aufgehoben wird, hatte Biot dadurch zu erklären versucht, daCs 
die aclive Substanz mit inactiven Lösungsmitteln vorübergehende 
Verbindungen eingehe in nicht stöchiomelrischen Verhältnissen 
und wechselnd je nach der Coneentration (vergL Berl. Bes-. 185SL 
p. SS97)^ Hr. DuBAiiNFAUT dagegen ist der Ansieht, daCs sie vom 
chemischen Gesichtspunkt aus durch. die Ealstehung von beskimmp 
Um: V^iibuiduiigen in stöchiometriachen Verhältnissen zu ^klären 
sei uf d, bciogi daffM* folgende Heweiafuhrung ba« 
ForUehr. d. Phys. lU. 18 



274 ^- Cin^olavpelarisalioD. 

WehisättrelösiMigen, wckhe in varaofaiedmen Propovtionte 
Migeferiigi und bei verschiedenen Temperaturen sWiieheli -f lO® 
und 4-25° müBomäure gesättigt sind, besitzen eiti fär dieSitti- 
gungslemperatur constantes und den Mengen vorhandener Wein- 
säure entsprechendes Drehung6verm3g«n und zwar im Maximum, 
wtelühes dre Borsäure mitzutheilen vermag. Ihr Dtspersrond- 
verflögen entspricht ebenfalls dem allgemeinen Gesetze, Welches 
behn Bergkryst^n, Zucker etc. beobachtet ist, abct diet ist n^öht 
vollkommen der Fall, wenn nicht den eben angeführten Betütt- 
gungen Genüge geleistet v(^urde. Die chemische Zusammen- 
«eteuaig solcher Lösungen ist nur die, dais nahezu auf 1 AeqiAi- 
valent Borsiure, BH', 2 Aequivalente Weinsäure 2(H^€*HK)^*) 
kommen; in vei'dtinntea JLö&ungen ümAei sich etwas mehr Bor- 
säure, was der Verfasser auf Rechnung der VerwattdischäCt des 
Wassers zur Borsäure setzt. Diese Verwandtschaft wird in con- 
oentrkten Läsuiifen durch die Anwesenheit der weiniswren tier- 
säure modificirt, stört aber die bestimmte Verhindiing der lelztern 
nicht weiter, wenn ihr Genüge geleistet wird. Verdünnt man 
daher eine richtig angefertigte weinsaure Borsäurelösung mit 
blofsem Wasser, so vermindert sich der Drehungswerth der Wein- 
säure und es«ändert sich ihr Dispersionsvermögen; geschieht aber 
die Verdünnung mit Wiitetr, >^ckeft vtthat mit florsaure ge- 
sättigt war, so bleiben Rotations- und Dispersionsvermögen un- 
verändert. ' 

Airf dieselbe Art eiUärt audi Hr. Ddbrunfaut die Ersdiei- 
nungen, welche die durth Schmelzen tnodificirte Weinsäire im 
Gemenge mit Borsäure darbietet (vergL BerL Ber. 1890,51. p.461) 
und welche er trotz der dagegen erhobenen Einwände (Berl. Bei-. 
1850, 51. p. 463, 464) als zwei besondere Säuren mit geHtogert^r 
äältigimgecapadtät betrachtet, (miem diese swei Säuren bei Oe» 
^eawart Von Borsäure Anfangs geringeres Rotationsvefmdg«!! 
^Mtceii» wächst dieees in dem Maafse, wie die Säuv«R nümtfig 
kk die i^ewihnüche Weinsäure iUier^ehen, bis su dMi nenrttiAkll 
Betrag des Maximunss, welches der bestimmten Verbindung iwi« 
idMn Boraänre und Weinsäure Bukoomit 

Obwohl Hr. Dubhünfaüt eelbat eingestellt, <diii die von ütti 
angenommene Verbindung ^B+3A)-{.2-(C'H^O'''+2A) leiiler 



DimauwAirv. 275 

dtr In« jttil Miannt^n (/lasaeii von Weinsäuren Sdhien angehdrti 
80 könnte man aieh daräber leichter hinwegseUen, als darüber, 
dafii er nicht nur keinen einzigen ejqyerimentellen Beleg beibringt 
•4ftr aiub nur andeutet, wie er jene Resultate gewonnen habe« 
sandam dafs auch gewisse seiner Daten nicht mit denen Bior's 
stt vereiabaren sind. Nach Hm. Dübrvnpaut nämlich mufs die 
Weinslural6s«ng asit Borsäure gesättigt sein, wenn sie das ihr 
lukaounende Drebungsvermögen und die normale Dispersion be* 
sitnen soll» naeh Biot dagegea reicht ^^^ Borsäure hin» um die 
baiden lelaterwähnten Eigeasciioften »&r Geltung zu bringen. 
Unfl awar geacbiebt dies nach Biot selbst in der verdiinntesten 
Weinsäurelösung, nach Hrn. Dubbuiwaut aber ändert sich das 
DisparsionsvenDOgen sogleich, wenn eine gesättigte Borotartrat- 
iSamig mit reinnm Wasser verdünnt wird. Wenn also eine be- 
atimmta cbaauaehe Verbindung die Ursache von der Wieder* 
harstailiuig des normalen Oisperaionsvermögens sein soll, so kann 
aa die von Hm* Dübrunfavt oben angeführte nicht allein sein 
und man mufs mit Biot eine unbeschränkte Anzahl derselben 
aaMhoMSi. Dabei bleibt übrigens immer nicht aufgeklärt, wie 
in einer an Borsäure jedenfalls rieipberen Weinsäurelösung dnrch 
Verdünniing 4tk8 Dispersionsvermögen in Hrn. Dubrumfaut's Ver- 
anfhen sich geändert hatte. 

Bis Hr. DwBumrAUT das Detail seiner Versuche bekannt ge- 
ncuicbt haben wird, läfst sich eine Einsicht in die möglichen Ur^ 
aachen seiner von Biot abweichenden Angaben nicht gewinnen. 



DasBunvAiiT. Note aur le sucre de lait. C.R.XL1L 228-233t; 

lo»t. 1856. p. 61-63; Cosmos VUl. 375-376; Ebdmahv J. LXVIIL 
422-427J Z. S. f. Naturw. VIII. 366-367; Ardi. d. Plivm. (2) 
LXXXVm. 72-74. 

Dia acbott im Jahre 1846 von Hrn. Duerunfaut am Stärke- 
aueker (Krtoiekucker, Traubensucker) gemachte Beobachtung, 
dais deasan Dnehungsvermäkgan in einer frischen kalt bereiteten 
wäCsrigen Lösung gröfser ist unmittelbar nach der Lösung als 
mi%% Stnndan ap#ter, lälst sidb nooh besser atudken in einer 

18' 



276 ^^* Circularpolarisatioa. 

Lösung desselben Zuckers m Holzgetst, weil letztere das grOfsere 
Rotationsvermögen längere Zeit beibehält als die wäfsrige. Un- 
ter den übrigen auf die Ebene des polarisirten Lichts drehend 
wirkenden Substanzen hat keine einzige jene Kigenschaft des 
Krümelzuckers gezeigt, aufser dem Milchzucker, jedoch in anderem 
Maafse. Während nämlich das RotaUonsvermögen des THsch ge« 
lösten Stärkezuckers das doppelte von dem spätem ist, beträgt 
das des frisch gelösten Milchzuckers If von dem seines gewöhn- 
liehen Drehungsvermögens. Die Rückkehr des ungewöhnlichen 
zum gewöhnlichen Zustande erfordert je nach der Dichtigkeit und 
der Temperatur verschiedene Zeit; sie findet sehr langsam beiO* 
und augenblicklich bei 100® statt. 

Diesem stärkeren Drehungsvermögen entsprechen andere Ei- 
genschaften des in der Lösung enthaltenen Zuckers. Denn die 
bei 4- 10° gesättigte Lösung, welche 1055 spec. Gewicht hat und 
0,1455 Gewichtstheile Zucker enthält, kann bei -flO* verdunsten 
bis zu einem spec. Gewicht von 1063, also einem Gehah v<ni 
0,2164 Theile Zucker, ehe sie anfängt Krystaile abzusetzen. Die 
Löslichkeit des stärker drehenden Milchzuckers verhalt sich dem- 
nach zu der des gewöhnlichen wie 3:2. 

Erwärmt man Milchzucker mit einigen Procenten Schwefel- 
säure bis 100®, so verwandelt er sich in gährungsfahigen Zacker 
und die Bildung des Maximums desselben fallt zusammen mit der 
Steigerung des Rotationsvermögens um 1^ des ursprunglichen. 
Man kann dann aus der umgewandelten Substanz 0,37 vom an- 
gewandten Milchzucker an Alkohol vermittelst Gährung erhalten 
und es ist in der gegohrenen Flüssigkeit ein Körper enthalten, 
der rechts dreht, nicht gährt und auch nicht Milchzucker ist 
Setzt man aber über diesen angegebenen Zeitpunkt die Einwir- 
kung der Schwefelsäure fort, so ändert sich auch der gährungs- 
fähige Zucker ohne bemerkbare Aenderung des Drehungsvermö- 
gens der Lösung. Der gährungsFähige Zucker konnte auf keine 
Weise krystallisirt erhalten werden und dadurch sowie durch sein 
Verhalten gegen Salpetersäure unterscheidet er sich wesentlich 
von dem in den Trauben enthaltenen Zucker, mit welchem man 
ihn bisher identificirt hat. 

Das Verhalten des Milchzuckers gegen Salpetersiwe iüt sehr 



Paatbo». 277 

kemcrkeiMwerib. Im Begmn der Einwirkung Irili wie bei der 
Behandlung des Milchzuckers mit Schwefelsäure - eine Steigerung 
des DrehuogsvermÖgens um l'^ des ursprünglichen ein, weiter- 
hin wird die Drehung 0® und während dieser Zeit geht die Er- 
leugung van Schleimsäure vor «eh, von da an bildet sich eine 
Siibslans, welche die Polarisalionsebene um | so stark als der 
Mäehsoeker nach rechts ablenkt und weiche mit der Bildung von 
Oxalsäure als dem Endproduct der Reaclion verschwindet 

Die Einwirkung der Salpetersäure auf das Senegalgummi ist 
ähnlich. Die Drehung desselben nach links geht^ wie schon Biot 
beobachtet, durch Säuren nach rechts über, durch Salpetersäure 
wird diese Ablenkung in dem Maafse wie Schleimsäare entsteht, 
umgeändert und zwar so stark nach links wie die ursprüngliche 
Drehung des Gummis war. Bei weiterer Einwirkung der Salpe- 
tersäui« entsteht Oxalsäure und hierbei verringert sich die Links- 
drehung zunehmend, ohne jedoch 0° zu erreichen; es bleibt in. 
der Motterlauge schiiefiilich eine linksdrehende Substanz (ob auch 
bei hinreichend lange fortgesetzter Einwirkung?) Es bildet sich 
also hier wie bei dem Milchzucker die Schleimsäure aus einer 
rechlsdrehenden Substanz, aber die Oxalsäure scheint ihren Ur- 
sprung in einer linksdrehenden Verbindung zu haben, während 
beim Milchzucker das Entgegengesetzte der Fall ist. 

Aus den Mittheilungen über die chemischen Eigenschaften 
des Milchzuckers entnehmen wir nur, dafs der Verfasser die Zu- 
sammensetzung desselben bei 100^ zu C'H'K)'* und bei 150'' zu 
C'*H*^0'' fand, übereinstimmend mit Städblbr's und Krause's 
Versudien^ und dsis der Zucker Verbindungen mit 3 Atomen 
Kali oder Natron unter Verminderung des Rotationsvermögens 
und mit 1 Atom Kalkerde eingehen kann. We. 



Pastbur. Note sur le sucre de lait. c. R. XLll. 347 - 351 1; 
InttU 1856. P.9J-92; Chem. C. BL 1856. p. 253-255; Cosmos VIII. 
376-377; Eadmann J. LXVIU. 427-429; Z. S. f. Naturw. VIII. 
367-367; Arch. d. Pharm. (2) LXXXVIII. 74-76. 

Seit der ersten Beobachtung Voobl's, dafs durch Behandlung 
des Milebwckers mit verdünnler Schwefelsäure eine krystallisir- 



978 22- Cimdavp«Aariftation. 

•bar€ gährangtfahige Zuokerart calalelie, hfti maa ^liMt alcU für 
StärketBcker gehalten. Die neiicslen Unicrwnhiingett v«i Uemi 
Pabtbur seigen jedoch, dafs diese Annahme falsch sei. Die Zucker- 
arl ist eine biaher nicht bekannte, wird von H»m PMirBUB L ac- 
te se genannt und unteraeheidet sich dvreb nehaere Eigeneohjften 
wesentlich von dem ihr äufserHch sonal ähniidMO Stärkeeucker* 
Die Lactoae krystallitirt wie der Stärkeaucker in aedüseiM- 
gen rhomboidalen Tafeln, aber die Kryatalle sand in dev Aegel 
in der Mitte UnsenfÖr mig verdickt, härter, terbreeMicker und ucr- 
Ucher ausgebildet , auch scheiden sie sich leichter and häyiigcr 



Ekle Verbindung mit Chlornatfium konnte Uaher nkihl ge- 
wonnen werden, waa beim Stärkecueker leicht au erreicksB iat» 

Die Auflösung der hei 100® getrockneten Lactoae in Wnaaer 
lenkt die Pelarisatioosebene für 10»«» Schichtendicke um Bfl^* 
nach Rechts ab, wenn die Lösung 24 Stunden nnek ihrer Anfer- 
tigung untersucht wird; geschieht dies aber aogleich nach v«ll- 
endeter Auflösung, so ist die Ablenkung =as 139,66 

Gwricht Gewicht SpecGe- Tem- AWm^ faVlSr 

der des wicht der peratur kuog in ^ f{& rrffl 

Sabstanz Wassers Lösung C. 500»* i^»r^ 

24 Stunden nach 
erfolgter Lö- 
sung I,2a45s< 61,056^ 1,008 8' 8,64* 83^22 

Sogleich nach 
der Löfluttg . 1,2845 61,056 1,008 - 14^ 139,«« 
Den Unterschied der Ablenkungen swiachen (nach bereiteten 
und Siteren Lösung« glaubt dev Verfasser in den DiffsroBaen 
der latenten Wärmemengen «wischen dem gelösten und kryalalii- 
siVten Stoff suchen zu dürfen , ohne dafs sich daffk- direete Be* 
weise geben lassen. Die Lactose besitzt also dieselbe Eigen* 
thümlichkeit wie der Krömelzucker (s. oben p. 275 Dubrunpaut*s 
Beobachtungen). 

Unter sonst gleichen Umständen giebt die Lactose, mit Sal- 
petersäure behandelt, ungefähr doppelt so viel tSchleimsäure als 
der Milchzucker und mit Hülfe dieser Reaction lassen sich die 
klainelen Mengen Lactose erkennen« 

Während der Gähfui^, wekhe die Ladose erkidely spaltet 



9*9 

lie Mk nkhi» iamn wannniKi aus der enlividwiitA Kohlentäur« 
iim «fiMetele Aleag» SUioker berechnei und untersuchl in ▼er*- 
fldMdeneB Xttlen die g&hmde Flüssigkeit mit dem Poiarisatione* 
apparat, ae findet man genau dteseibe Ablenkung » welche man 
Mick AlMüg dea aevsetalen Antheita ßir den Rest imiersetater 
Laeioee erwavta» mofe. 

Gelegentlich der Mittbeilungen über die Krjstallferm des 
Stirkeauekers in dieser Verbindung mit Chlornatrium macht Herr 
Pastbua die Bemerkung dafs Schabus in der krystallographischen 
Bestimnmng dieaer Kärpef einen Irrthum begangen habe. Der- 
selbe beschreibt aJa KrystaUform dea StärkeiHiokerSy was augen- 
scheintldi dessen Verbindung mit Kochsalz ist ^). Aber auch selbst 
dabei hat sich Sohasüs garrl, denn jene Verbindung gebort nicht 
dem dsei-1 unid einaxigen (hexagonalen) System an, sondern dem 
(rhombischen) ein- und einaxigen und es Iritt nur hier der Fall 
ein, der beiip schwefelsauren Kali und auck sonst nicht selten 
siok darbietet, dafs^ da der Winkel des Prisma nahe 130^ ist» Zu- 
aammengrupfiiruBgeni von KrystaUtheilen unter 60^ 90^ 120'^ eiu^ 
treten« Oaes erkennt man sofort im polarisirten Licht. Hr.. Pa*< 
STEUR legt besondern Werth auf die Berichtigung dieses Irrthrnns^ 
4a jeoie Verbindung als hexagonale das erste Beispiel wSre, dafs 
eine optiseh einsxige Substanz auf die Polarisationsebette ablen* 
keiid einwirkte. Darum hat er auch senkrecht auf die Axe ge* 
sehliffene KrystaUe von Slärkezuckerkocbsala an Biot eingesendet 
und dieser hat si^ mit ob Sbnarmont überzeugt/ dafs dieselben 
op|is((h tveiaxig sind. We. 



3iOT, Note sur l'emploi du mot glucose. C. R. XLIL a$i-352t; 

lost. 1856. p. 92-92 j Chem. C. Bl. 1856. p, 255-256; Cosmos VllL 
377-377; Esdmann J. LXVIII. 429-430; Arch. d. Pharm. (2) 
LXXXVfll. 331-331. 

Auf die Unzweckmäfsigkeit des Worts Glukose, als eine Be- 
zeichnung für Stärkezucker und sonst jede feste Zuckerart aufser 
dem, Rohrzucker, hatte Hr. Biot schon 1842 aufmerksam gemacht. 

>) Dieselbe Betnerkuog macht auch schon RAMMSLSBtRS neoeste 
Faissh* ia d. krystalkgr. Chemie p. 21>7. We. 



2g0 ^2* Circvlarpolarisatimi.' 

Er ibut es jetot mit Recht von Neuem aad moüvirl eeinci» Ein- 
sprach gegen jenes Wort durch die Hinweisung auf die weseiii» 
liehe Verschiedenheit der mit diesem Namen belegten Stoffe. 
Dafür bietet der Stärkeeucker ein schlagendes foispiel. 

Je nach der Methode der Behandlung Icasn man ans Stüske 
wenigstens dreierlei Arten Zucker erhalten und diese knken sehr 
verschieden ab: 

Ablei^iins iir dsa 

gelben Strahl und 
100«» Dicke fa]^ 

eine Probe aus alten Fabriken , durch lange 
fortgesetzte Behandlung mit Schwefelsäure 
erhalten + 51,43* 

Probe von Pbligot, mittelst Schwefelsäure 

dargestellt . : -f 61M 

Probe von Jacquelain mittelst ^f^j^ Oxal- 
säure gewonnen +100,67 

Es leuchtet ein, dafs wenn man eine Bezeichnung als syno« 
nym für Körper verschiedener Abstammung anwenden will, völlige 
Identität ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften vor» 
banden sein mufs, sonst entsteht nichts als Confüsion. 

Nicht minder scheint uns hier die Gelegenheit geboten, den 
deutschen Männern der Wissenschaft, welche das Wort Glukoae 
bei uns ebenfalls einzubürgern drohen y den Protest Hrn. Biot's 
recht eindringlich zuzurufen. Wir haben nicht nöthig, jenes Wort 
au gebrauchen, da wir schon die Bezeichnungen Starkesocker, 
Traubenzucker, Krümelzucker besitzen und es dürfte nur noth* 
wendig werden, für die mit verschiedener Rotationskraft begab- 
ten aus derselben Substanz abslammenden Sorten genauere No- 
menclaturen einzuführen. Vielleicht würde am zweckmäfsigsten 
die Hinzufügung der Grade des Drehungsvermögens sein, z. B. 
Stärkezucker von 51°, 6P u. s. w. Da aber die Eigenthümlich- 
keit des Stärkezuckers, in frischen Lösungen stärker zu drehen, 
als in älteren, früher nicht bekannt war und man häufig kaum 
ermitteln kann, unter welchen Umständen in älteren CJntersuchun- 
gen das Rotationsvermögen bestimmt wurde, so könnte der obige 
Vorschlag erst ausgeführt werden, wenn eine Revision des Dre- 
hungsvermögens mit den zur Zeit bekannten Species Stirkezucker 



BtefeAi». IHniiiimfA.üT. 281 

f^rgenommen «t. GMehseitig mifiBlen darni die ftbrigen Namen, 
wie Tmiibtnsiiekery Hamsaeker ete« an der Stelle, wo die Iden- 
ätÜ oHcbgewieten iaiy als SynonynM en^eerdnet werden^ wenn 
man sie niohi gani aufgeben will. Es könnte aueh als GaUnngs- 
name für alle mehr oder weniger undeuilich krystallisirenden 
Ziiiekararlen die Besachnung Krümelcacker (gl. manamelonnee 
der Fnowosen^ gewählt und die Species mit Hinsufügung ihres 
RolatiaiiaTianBSgens ausgesondert werden, wobei die bisherigen 
Namen, von der Abatammung oder dem Vorkommen entlehnt, 
ab Synonyma dienen können. We. 



A. B^gbaup. Snr la Variation da pouvoir rotatoire du sucre 

de f^Cule. C. R. XLVII. 640-645t; Cosmos VI«. 377-377; Inst. 
1856. p. 142-142; Cimeoto HL 232-234. 
DoBRDMPAUT. Note sur la rotation variable du glucose ma- 
meloDD^ de raisin. C. R. XLli. 739-7411; lost. 1856. p. 161- 
161; Cimeoto 111. 268-269. 

A. B^CHAMF. Sur la cause de la variatioo du pouvoir rota- 
loire du sucre de f^cule et sur l'existence probable de 
deux variöt^s de glucose amorphe. C H. XLIl. 896-900t; 

. Gimeato III. 470-471 ; £rdmak]i J. LXIX. 433-438. 

Die auffallende Aenderung im Drehungsvermögen, welche 
Hr. DuaauNPAUT an einer Stärkezuckerlösung (siehe oben p. 275) 
und pASTBua an einer Lösung von Chlornatriumstärkesucker kur£ 
nach der Auflösung verglichen mit längere Zeit nachher beob- 
achteten^ hat auch Hr. Bechamp ,zum Gegen9taDd von Unter- 
suchungen gemacht. Er ist zu dem Resultat gekommen, dals 
diese Aenderung auf einer Entwässerung des krystaüisirten 
Stärkezuckers in der Lösung beruhe, die alimälig vor sich geht 
bei gewöhnlicher Temperatur , aber sogleich bei 100^ Solche 
Erscheinung kennt man auch am Eisenoxydhydrat und Kupfer- 
oxydhydrat. Die Verbindung C*'H''0'*-|-2H ist daher nur im 
krystallisirten Zustande beständig und in Lösung kurz nach voll- 
endeter Auflösung y alimälig entwässert sie sich in letz lerer bei 
gewöhidieher Tc»pera(ur, und »adi einer gewissen Zeit^ die von 
4er Temperatur abhängt, ist die Entwässerung vollendet^ in der 



282 2». Gimlarpo] 

Zwi8€ken««U ki ^eder beobacliMe DMliiiRgtwiniMl eiom mIoIiot 
LöAiing nur die ResuUanftc aus 4«m DrehwigftwiDluil ilw ftcboa 
eiUwässerten und de« n^h unvcffändertttt AntkeiU der SubstM«. 
Um dies nactauweiseiii bat Hr. Bbchamp {olgcndts Verfahren in 
seiaeii Verauehen eiogeachla^M. 

Zunächst wollte er sich versichenii dafii seine aun Iflalichfr 
Stärke dargesleihe Zuckerart mit der des Hrn. DunnvMnynr ide»* 
tisch sei und bestimmte deshalb den Drehunga/wviLei der.biB mmu 
Gleiobhleiben dea Gewichls i« trocknen Vacuo getroekneten'fiiih» 
stanz t) sogleich nach vollendeter Aufiteung» weickn IfrMiwilen 
dauert, dann 2) nach schnellem Kochen und Abkühlung in kaltem 
Wasser, was 20 Minuten in Anspruch nahm» und endlich 3) sechs 
Stunden später. Die Resultate sind berechnet nach BwrB9M»T> 
Formel 

la]g = ag—, 

worin Og der beobachtete Drehungswinkel in einem Rohr von 
200*"*" Länge, V das Volum der Lösung in Cqbikcentimeter bei 
t Temperatur, p das Gewicht des angewandten Zwkevß uiid [ajg 
das relative Drehungsvermögen Cur 100"^ SchichiteDdicke beadch- 
nen. Die Beobachtungen sind in nachstehender Tabelle «uaam- 
mengestellt unter 1), 2), 3) entapredbend den oben erwähnten 
drei Stadien der Flüssigkeit Die 2i^bl 4 bedeutet eii^ja Versuch 
mit demselben krystallisirten Zucker 48 Stunden pa^b b^^ndigti^r 
Lösung 



^ 


P 


r 


t 


' «e 


[«Ir 


1) 


1,997 


30,2 


14« 


12,76» 


+ 96,41» 


2) 


1,997 


30,2 


14 


7,63 


+67,69 


3) 


1,997 


30,2 


14 


6,89 


+82,0» 


4) 


2,744 


42 


12 


6.8 


+62,04 



Da nun Hr. Dubrunfaut das Verhältnifs der Drehung gteich nach 
vollendeter Lösung zu dem schliefslich constant gewordenen 
= 66:36 setKt, so läfst sich aus dem Mittel der OrSfee [a]g der 
Versuche 3) und 4) vermittelst der Gleichung 

66 _ _£_ 

35 "" 52,03 
das aflifangtiche Drehungsvermtgett der obigen ifankerafl be»> ch— ^ 
und danach stallt aidi jr»98>ll beraoa. Der Veranolil ergiak 



DvmMnrvAUT. 3^3 

9S^r ^i^ «• fiahe^ .Mi eiiie Uentilät der obigefi Znckerart mit 
4tr Hm. ümiiONFituv's anndioibar erschenik. 

ßi ist ekilesehleiKl, daüi die Zafat 52,04 nur dureti die V^yr- 
MMetmog erbatte» ist, daCi der kryslalKnrIeZttcicer 0'*H^O^*4.2H 
•dne ZutaMineffMetsung in der Lösung beibehahen habe. Hat «r 
aber «eine 2 Aequivalenle Wasser verloren, so ist die Zahl fttr • 
das DrehHngsvermdgen eine andere und sie Jäfst sich für den 
Veraoeh 4) %, B« finden, wenn man in die obige Gbiohung die 
GrMse einsettl, welche den 2,744s^ krystalBsirten Zuckers an 
waasirfreiatt eMieprioht. Diese GvBüe ist 2,4944 tmd mit Hülfe 
^iaaar berechnet sieh [a]^ für obigen Fall m 57,3^, wenn alle 
übrigen Factoren dieselben bleiben, denn 

^*^- 2:5544 = "T- = ^^'^' 
Diese Hypothese von der freiwilKgen Entwässerung des kry- 
staHisirlen Stärkezuckers fand ihre Bestätigung durch das Expe- 
riment. Es wurden 1,854^** desselben Zuckers zuerst im Vacuo 
getrocknet 9 dann bei 100^ entwässert und hinterliefsen 1,^848^, 
also die von der Theorie verlangte Menge. Diese wurde in 
Wasser von 2d^ innerhalb 35 Minuten gelöst und mit dieser Lö- 
smig theik sogleich (a), theils nach 48 stündiger Aufbewahrung in 
wohl verschlossenem Gefäfs (6) die Ablenkung ermittelt. Dasselbe 
geschah mit feuchtem Zucker, der unmittelbar bei 100® entwässert 
Wurde (o) und nach 24 stündiger Ruhe untersucht (d) 





p 


r 


( 


ag 


l«]e 


(«) 


1,664 


29^ 


12» 


6,58« 


+67,6.3 


(*) 


1,684 


29,5 


12 


6,54 


+ 57,33 


(c) 


2,686 


d»,4 


14 


9,97 


+67,46 


(^ 


a,686 


30,4 


14 


9,96 


+ 67,33 



Demaaeh würdeim MKHel das Rotationsvermögen von C ^'H ^*0 '* 
für iO»^ b7M sein. 

B^reebnat man auf dieselbe Art aus Pasteur's Bestimmun- 
gen der drehenden Kraft des Traubenzuckerchlornatriums die 
(Mise ftir den darin enthaltenen Zucker als wasserfreien, so er- 
gWbl aieh [«]^ tm 55,77, eine Zahl, welche nidit bedeutend von 
der obigen abweicht. 

Dieian^ Angaben des Hrn. BicAAMf stellt Hr. Dubrvnfaut 



284 2^ CivoiilarpolariacitifHi. 

eine andere gegenüber, welche das Gegeniheil von den eraferen 
behauptet. Hr. Dubrunfaut hat sorgfältig dem Stärketucker doa 
Wasser entzogen, ohne dafs er seine kryataliinische StrucUir ein- 
bufste, und fand daCs alsdann seine Lösung dieselben awei Dre- 
bungsvermögen manifestirte, wie früher von ihm aogi^eben ist, 
die im Verhältnifs von 2:1 stehen. Wird aber der Siäy4eauckcr 
durch Schmelzen entwässert, dann zeigt seine Lösung dasselbe 
constante schwächere Rotations vermögen, über welches Herrn 
Bbchahp's obige Mittheilung handelt* Es ist dabei so^ar -gldch* 
gültig, ob das Schmelzen des Zuckers bis zur Entwässerung des* 
selben fortgesetzt war, oder nur einen Augenblick ohne Waaser- 
Verlust stattgefunden hatte. 

Hr. DuBRUNFAUT bleibt daher bei seiner frühern Ansicht, dals 
tiefere Aenderungen der Molecularconstitution die Ursache der 
beiden verschiedenen Drehungsvermögen sind und dafs dieselben 
abwechselnd entstehen durch Krystallisation und Lösung oder 
Schmelzung. Auch meint Hr. Dubrunpaut, vielleicht werde sich 
künftig herausstellen, dafs dieses verschiedene Drehungsvermögen 
nur die Aeufserung allgemeiner Eigenschaften der Krystallisation 
und Lösung für besondere Fälle sei, während der gelöste Milch- 
zucker nicht nur dieselbe Abweichungen in der Drehung, sondern 
auch noch eine andere Löslichkeit besitze. 

Rücksichtlich der Nomenclatur bemerkt Hr. Dubrunfavt, dafs 
er den Zucker mit veränderlichem Drehungsvermögen „Trauben- 
zucker'* (glucose de raisin) nenne. Aus dem Stärkemehl kann 
man einen ähnlichen Zucker darstellen; aber man kann, auch aus 
derselben Stärke einen Zucker mit dreifacher und unveränder- 
licher Rotationskraft (glucose trirotatoire) gewinnen. 

Zufolge der eben erwähnten Angabe des Hrn. Dubrunpaut 
ha^ Hr. Bechamp weitere Versuche angestellt, um die Differenzen 
aufzuklären. Die Frage drehte sich augenscheinlich um die Thal- 
sache, daCs Hr. Dubrunpaut einen ohne Schmelzung eniwässerien 
Traubenzucker zu seinen Versuchen gehabt haben mulste, weffiier 
die veränderliche Drehung besafs, während auch nach Hrn« Du- 
brunpaut der durch Schmelzen entwässerte Zucker, der amor^ihfy 
ein constantes Drehungsvermögen besitzt. t 

Da Hr. Dvbrunfaut nicht angegeben hat, bei weteher Tem* 



peratur er oemen Zocker entwässert, ckme dafs dabei Sehmekung 
eintrat, so hat Hr. Bechamp selbst die Temperatur durch Versuche 
ftiden müssen. Der durch Krystallisiren aus Alkohat von einer 
sldFk drehenden dexrtinähnlichen Substanz befreite Stärkezucker 
schmilzt unter gewöhnlichen Umständen bei 70^ bis 80^ wenn er 
aber vorher im Vacuo getrocknet war bei 90® bis 100^ Im 
trocknen Luftstrom verliert er unter 50® nur hygroskopisches 
Wasser, zwischen 55® bis 60® langsam auch das Hydratwasser; 
ist letcteres entfernt, dann kann man ihn getrost bis 80® auch 
KK)® erwärmen, ohne dafs er nun schmilzt. Aus 3,355^"« wurden 
in 3 Stunden 3,026 erhalten, die Theorie verlangt 3,05. 

Die Drehungsversuche ergaben folgendes Resultat: A) mit 
Zucker, der zwischen 60® bis 80® entwässert war und B) eben 
solchem, der nachher noch 4 Stunden bei 100® erhalten wurde. 

A) Ablenkung für 100""" Dicke sogleich nach ge- 

schehener Lösung, welche 25 Minuten be- 
anspruchte +94,96® 

Ablenkung für 100»» Dicke 14 Stunden später +65,79 

nach ferneren sie- 
ben Stunden +57,26 

B) Ablenkung für 100*^ Dicke sogleich nach der 

Lösung +90,02 

Ablenkung für I00»>" Dicke 14 Stunden später +65,20 

nach ferneren zehn 

Stunden +57,38 

Die niedrigste Ablenkung in diesen Versuchen stimmt nahe 
mit derjenigen überein, welche Hr. Bechamp in seinen ersten 
Versuchen (s. oben p. 282) erhalten hatte. Aber es leuchtet auch 
ein, dafs es in der That zwei bestimmte Arten wasserfreien 
Stärkezuckers giebt, von denen die eine, bei 100® leicht schmelz- 
bar, ein constantes Drehungsvermögen von 57,3® besitzt, die an- 
dere dagegen, unschmelzbar b«i 100®, in ihrem Rotationsvermögen 
wechselt und mit diesem allmälig nach dem constanten 57,3® sich 
zuwendet. Wenn Hr. Bechamp in obigen Versuchen für die stär- 
ker drehende Modification nicht gerade die doppelte Ablenkung 
von der gewöhnlichen, wie Hr. Dvbrunpaut, fand, so liegt dies 
ifetteicM daran, dafa im- innern^ seines entwässerten Zuckers doch 



286 22. Cif»iilarp#kimotkm. 

ei&a unbe^iU^nde partkUe SeiundbuDg eiMg^ri^iui su 
schieß. 

^ Die uQflchinelzbare Modificatioti geht unUr WatMr flogWck 
in C'%l^'0'*-f 2H über mid diese nachher aUntaig in dBe sdiOMh* 
bare C"H»0". 

Es ist ako ^n ^resentiicher Unterschied zwischen dean kty* 
stallisirtefi und dem amorphen Zucker, der sidi nicht aur ib der 
Ablenkung, sondern auch in der Löslichkeit ausspridit« Der eine 
löst' sich in beliebijger Meiige und liefert höchst contentnrte iSynipB 
mit coniBtanter Ablenkung bis som Zeitpunkt der begimieddfBll 
Krystallisation; der andere hat nur eine besÜMoite begtäbzte 
Löslichkeit. We. 



DiiBRiNFAUT. Note sur Tinuline. C. R. XLIL 803-8O6t; Cosmoa 
VIII. 473-475; Inst. 1856. p. 174-^75; Cim^nto III. 265-268; Kan- 
MAHN J. LXIX. 208-211. 

Das reine Inulin besitzt nach Hrn. Dubrunpaut zwei ver- 
schiedene physikalische Zustände, die von dem Verfahren des 
Trocknens bedingt sind. Es ist entweder durchscheinend me 
das Gummi oder undurchsichtig wie Stärkemehl , besitzt aber in 
b^den Fällen dieselbe chemische Zusammensetzung. 

Bei -f 10^ und einer Feuchtigkeit von 40^ des Hygrometers 
(welches?) befindet es sich in dem Zustande einer stabilen (?) 
Hydratation und verliert» wenn es bei derselben Temperakur in 
trockne Luft gebracht wird, 0,1125 seines Gewichts. Bei 100® 
steigert sich der Verlust auf 0,16; von da an kann man es bis 
180® ohne weitere Veränderung erhitzen, jenseits dieser Tempe- 
ratur wird es gelb, schmilzt bei 190® und beginnt sich zu zer« 
seUen. Bei 100® besteht es aus C''H'"0'®, bei + 10® in trockner 
Lua aus C''H'®0'®+Ö und für den feuchten Zustand hei +10® 
nimmt Hr. Dubrumfaut die Formel C'*a'®0'®-f-3U an. Das 
specifische Gewicht des letztem ergab sich zu 1^1 , das des 
wasserfreien würde demnach == 1,462 sein« 

Das durchsckeineode, wasserfreie hulin wird in Wasser im- 
durchsicbi^» bläht sich unter VVaaserbindung auf und nsrfiilk in 



Kftilwr «voll -^"»Diitiihiiietwr, welche Meht #e doppeke Bre- 
cinDg -wie die StärkekOrner zeigen. 

1008^« ^es fAI^Hnti 0*"H"0'*+3Ö» "^ Wswser eu 1 Liter Vo- 
Ittiki gelöst, lenkten in einer Schicht von 5U0">» um — 19,2144 
ab, da)rdU8 ergiebt sich 

[aj^trr -38,43, 
la]r = -29,46, 

und das Retatiensverniögen des luulins C^MV^O^® würde dem- 
nach sein 

[a]^«_44,9, 
[a]r = -34,42. 

Bei -f 10^ ninunt Wasaer nur 0,005 seines Gewichts Inulin 
au( bei -f ^^ ^ine viel grölsere Menge und bekanntlich scheidet sich 
während des Brkaitens nicht wieder so viel Inulin aus, als nach 
der Löslichkeii in kaltem Wasser geschehen sollte. Diese Eigen* 
Schaft, übersättigte Lösung zu bilden, ist jedoch von keiner Aen- 
dening im Drehui^gsveraiögen begleitet, wiewohl sie eine analoge 
ftk^ecularäaderui^g wie beim Stärke- und Milchzucker andeutet» 

4^ ^^V^^ Weise kann daa laulin mittelst Bierhefe ia weinig^ 
Ciährui^ versetzt werden, mag <es in Wasser suspendirt oder ge^ 
li^ sfun, aufser wenn es durch Wasser bei 100° in Zucker ver- 
wandelt ist Diese Um wAndlux^ geschieht ohne Kochen hei 100** 
vollständig nur langsam mit blofeem Wasser, dagegen bekanntlich 
sehr sebn^l unter Mithülfe von Säuren. Der dabei entstandene 
Zucker ist, wie Bouchabjdat schon bemerkt, unkrystallisirbar und 
liMbsdrehend und, wie Hr. Dvbbmjnfavt hinzufügt, identisch mit dem 
Fruchtzucker und dem umgewandelten Rohrzucker. Nach voll- 
en^eter Ueberfjühruqg in Zucker ist die Drehung des Inulins auf 
I der ursprüngUchen gesteigert. Der Zucker, welcher trocken 
wohl die Zusammensetzung C^*H^'0^' hat, geht ohne Spaltung 
in die alkoholische Gährung über. fF«. 



2ä8 22. CkcuiArpoiamatioo. 

J. Jraniban. Sut i'huUe essentietle GOfitenoe daos Talcoal d« 

garance. C. R. XLll. 857-8S9t; imt 1866. p« 176-17«; ChmiI» 
III. 469-470; Kumamh J. LXIX. 204-207; Ln»M Abu. CL 94-97; 
Chem. Gaz. 1856. p. 241-242; N. Jahrb. f. Pbarm. VJI. 196-196. 

BioT. Remarques ä l'occasioQ de cette coaunaoication. 

C. R. XL». 859-859t; Inst. 1856. p. 176-177. 

J. jBANjRAfi. Note sur le camphre de Bornöo relir^ de Tal- 
cool de garance. C. R. XLIII. 103-104t; LiSBie Ann. Cl. 97-97; 
lost. 1856. p. 260-260; Chem. C. Bl. 1856. p. 672-672; Arch. d. 
Pharm. (2) LXXXIVII. 332-332. 

Aus den zuckerhaltigen Substanzen der Krappwunel gewinnt 
man im südlichen Frankreich seit einigen Jahren einen Weingeist 
von eigenthümlichen sehr unangenehmen Geruch. Hr. Jbanjbam 
hat denselben auf seine Beimengungen untersucht und darunlef 
aufser den auch im Tresterbranntwein enthaltenen Propyl-, ButyK 
und Amylalkoholen die Anwesenheit eines festen Kamphers und 
eines Kohlenwasserstoffs constatirt. 

Der Kampher setzte sich theils aus dem Weingeist von selbst 
ab, theils wurde er bei der Destillation aus dem Antbeil von 
230® Siedepunkt und darüber erhalten. Nuch dem Reinigen imd 
Sublimiren stellt er sich als weifse Krystalle von kampher- and 
pfefferarligem Geruch und brennendem Geschmack dar, welche 
alle Eigenschaften und die Zusammensetzung des Borneokamphers 
(aus Dryobalanops) besitzen, aber die Polarisationsebene nseh 
links ablenken, und zwar für lOO^ Schicht um —34,5^ durch 
Behandlung mit heifser Salpetersäure geht dieser Kampher, wie 
der Borneokampher in Laurineenkampher über, aber ebenEstts 
mit entgegengesetztem Rotationsvermögen und zwar gleich gra* 
fsem. Denn eine Bestimmung gab für 10O°>" Schicht des im 
Alkohol gelösten Kamphers — 47,3® (der Laurineenkampher lenkt 
um +47,4® ab). 

Der Kohlenwasserstoff, welchen man beim DestilKren des 
rohen Krappweingeists bei 140® auffängt und der mehrfach ge- 
reinigt, bei 160^ siedet hat den eigenthümlichen Geruch des rohen 
Krappweingeists und die Zusammensetzung des Bomeens C'®H'®, 
ist also isomer mit dem Terpenthinöl. Die geringe Menge desselben 
reichte nicht hin, um sein Ablenkungsvermögen zu untersuchen. 



JlAMnAN. BlOT. BiCHAMP. 280 

Es giebt iriso swei parallele Reihen isomerer Kampher von 
gleiebem aber entgegengeselateio Drehungsvermögen^ nämlich 

RachtsdreheDd. Linksdrebend. 

Der fesle Borneokampher aus Der Kampher aus Krappwein- 

Dryobalanops. geisl. 

Der daraus mitlelst Salpeter- Der aus ihm miltelst Salpeter- 
säure dargestellte Laurineen- säure gewonnene Laurineen- 
kampher. kampher. 
Die Kamphersäure aus Lauri- Die Kamphersäure aus Matrica- 
neenkampher. riakampher. 
Da der aus dem festen Kampher des Krappweingeists mit- 
lebl Salpetersäure gewonnene Kampher alle Eigenschaften und 
aueh gleiches Drehungsvermögen in demselben Sinn wie der 
Kampher aus dem Matricariaöl besitzt, so hätte Hr. Jbanjban wohl 
diese beiden ebenso . identificiren können, wie man das Product 
aus Bomeol mittelst Salpetersäure mit dem Laurineenkampher 
identificirt. 

Zu der Mittheilung des Hrn. Jeanjban bemerkt Biot, dafs es 
nun a^on viele Beispiele dafür gebe, dafs die Rotationskraft einer 
Verbindung erhalten bleibt, modificirt in ihrer Intensität oder auch 
in ihrer Richtung, wenn der Verbindung ein Antheil der Zusam- 
1— ieltnngibesUttdUieile entiogeo oder ein neuer 4niheii hinui- 
geffigl wird, vorausgesetzt nur, dafs durch die dabei stattfindende 
chemische Einwirkung nicht diejenige Atomgruppe zerstört wird, 
an welcher das Dreliungsvermögen haftet. Cr erinnert an die 
fiatdeduiogen Pastsuk's in Bezog auf die beiden Weinaäucen 
und Chautard*s rücksichtlich des Matricariakamphers und der 
damui entstehenden Säure. We. 



BicuAHP. Memoire sur ies produits de la transformalion de 
ta fäcule et du ligneux sous rinflaence des alcalis, du 
cU^rore de zinc et des acides. C. B. XLIL 1210- 1213t; 
mU 1856. p. 234-235; fiaDMAaii J. LXIX. 447-450. 

Concentrirte Lösungen von KaKhydrat oder Chlorcink ver- 
wwMn das Starkemehl in Kleister, der sich allmäiig verflüssigt 
und dorehsichtige Lösungen bildet, aus denen sich nicht mehr 
Fttiidir. d:PliTv.'Xll. 19 



290 



32. Circularpolarisation. 



organisirte (structurlose) Starke gewinnen ISfst. Diese ist atilös- 
lieh in kochendem Wasser und bildet keinen Kleister mehr. 

Durch verdünnte Schwefelsäure oder Diastase wird bekafnnt* 
lieh Kleister sehr schnell gelöst und das Product davon hat man 
Dextrin genannt. Hr. Bechamp aber hat beobachtet, dafs im er- 
sten Augenblick der gelöste Kleister sich vom Dextrin durch 
seine Reaction gegen Jod und sein äufserst starkes Rotations«^ 
vermögen unterscheidet, und er nennt dieses einen eigenthüm* 
liehen Löslichkeitszustand der Stärke '). Unmerklich geht die ids- 
liche Stärke in Dextrin und hierauf in einen nicht gährungsfShi- 
gen von Dextrin und Zucker verschiedenen Stoff über. 

Concentrirte Schwefelsäure und eben so die Salpetersäure 
fuhren bei gewöhnlicher Temperatur je nach der Zeitdauer ihre 
Einwirkung 9uf analoge Resultate. 

Dafs mäfsig concentrirte Essigsäure zwischen 100** und 190^ 
die Stärke modificirt, ohne sie in Zucker umzuwandeln, haben 
schon BioT und Persoz beobachtet. Hr. Bechabip erhielt mit 
Hülfe von Essigsäure Producle, die mit zunehmender Einwirkung 
immer löslicher wurden, während ihr Ablenkungsvermögen abnahm, 
und alle nicht gährungsPähig. Nachstehende Tabelle zeigt di^ 
Reactionen der Producte und ihr Drehungsvermögen für lOO""" 



Müa 



FarbuDg mit 
JodlosuQg 



Verhalten gegen 

Alkohol m 

25 Cubikcenti- 

meterauflOCu- 

bik€eDtUDfier 

Fiassigfceit 



AbleokuDgs- 

venndgen för ' 

lOOuMn 



reichlicher 
Niederschlag 



1. Während 1 Stande bei 100". rein blau 
Etwas trabe Flüssigkeit 

2. Während 2 Standen bei 100^ 
Darchsichtige Flüssigkeit 

3. Während 4 Standen bei 100^ 
Durchsichtig 

4. Während 8 Standen bei 100". 
Klar wie Wasser 

5. Während 12 Standen bei 100''. 
Klare Flüssigkeit 

6. Noch weitere 12 Standen bei 
lOO«" and 2 Standen bei HO" 
bis 120". 

7. Weitere 6 Standen bei ISO"* 
bis 130" 

8. Weitere 8 Stunden bei 120*" 
bis ISO" 

') Dem Vtrfasser scheinen die Mittheilungen foo 



blan ein we- 
nig yiolett 

rSthlich- 

gelbllcli- 
braan 



soh wache 
Triibnng 

keine Trfi- 
bang 



+ 210,63" 
+ 2e6,98 
+ 207,50 
+ 206,32 
+ 206,32 
+ 141,82 

+ 158,86 

+m,t6 



P« mhi «ilf« D^trm diir^h dM Scthwi^felaäur^ ii) T^w^f^ 
um^Wim^c^ wird, ao fiodet ^ch last in jed^m Slürkf^up^jer §m 
nidU cihri||if#rabig«9 durfüi Alkohol atMoheM^b^re^ Prpdpcl, (»it- 
wi^iIm 40ob pwei StQ^^ die sich durch g^ringfss^ Prehmi|;sK^ri|i$r 
gf»p md Hygroskopie aiis^eichnen, Hn B^pHAur «ähM niehr^iv« 
I>9;iltriPe ayf, di^eo AW^kungsvermögm zwi^eheo (8^ wd i^ö^' 

Wap 6|ot iq »i^iqen fi:uh?rf0 Ahb«iidlu9gfq O^xlrip mit 
[mig « ^ 212* Ablenkung n^nni, h^eichnei Hr* B^qham? mi) 
Utaijduer St$rU w^co der B^ämmg ^"''^h Jod- 

Pi« i^ldlutoie (ßflMmwQJUf) wird durch cpnctpiriri» Sc^i^^^ 
M-^ 4Ml«r S#jM«tf re i«era( in tmn ßr«! v^wandislt, dfldq g^lü^ft^ 
(üUt iilr^r auf Wj$«er9U3ate aU uidSslicb^ gnUertartig^ Masie wif - 
d4^ j^trau». MffP k#mi 919 aber «ii<?h aia ^ine jpf) Wa«9f;r l^alicluf 
G^lhrjt frhaUf^n und «war in zyv^l Mpdifi^Moqen^ die «ine iat 
l^iofo dfr .iSalictb^ Störke, di^ andere, von ßfac^wat GwoiMbi 
api»er Pi^jUirin genaoia, bat ein viel geringeres Ablfnkuogsvfr^ 
nptBgeii als letaterea nfid ivird v^n Hrq. B^phamp C^IJulpai»- 
da^ltrin g^awa. AU^ diwe iSalicfeep Prpduclf verwanden lil* 
diireh yerdümite SfdiwefelnÄur^ beiu> ^wänuen in Zucker. 

J>aa AblenkiingpverndSgen der liialiqb^n C^linlose ia( = P, 
vmt^nmi dee der löe)il(ben ^Okk^ das grplai« bekannt^ i$U Pia 
ImHflS^em gehM waaentUch dpr untöalicbefi (;eliulo8e an, d^rtn 
LAanttg in rAwbeoder Sala8ä^rf^ oi^bt ablenkt. E$ iat bemarkena"» 
werth, dab mn ppUf^ph inactivejr S^iff in eigf^n ^cUven varwimdplt 
wff4in k«o- IP^e. 



L. PasTKua, Isooiorphisme eotre des corps isoroerea, les 
UD$ acüfs, les autres inactirs sur la lumiere polaria^e. 

C.R.XL1I. 1259-1264t; lost. 1856. p. 243-245; BaoMAaa J. LXX. 
349 -3M. 

An den ßarytaalaen der beiden Ain^lschwefelsäuren (s. BerL 
Ber. 1655^ p. 314) hat Hr. PAaTsua recht bemerkenswerthe Kirren- 
achaft^n entdeckt, welche ein nenea Licht auf den Zusaaimenhan|^ 

lU^MM» L LXi. 1 9bßr IMkfte »tlkfkB änfctkannt gabUeben m 
fein. IV0. 

19* 



292 ^2- Circularpolarisation. 

zwischen der Krysbllform und den optischen Rigenschaften einer 
Substanz werfen. Bisher stellte sich heraus, dafs man aus ge- 
wissen hemiedrischen Flächen an Krystalleh schliefsen durfte, 
dafs sie im gelösten Zustande eine Ablenkung der Pdlarisatibns- 
ebene bewerkstelligen, während umgekehrt aus der drehenden 
Eigenschaft einer Flüssigkeit auf die Hemiedrie des darin enthal- 
tenen Körpers geschlossen werden konnte. Andererseits ist es 
auch bekannt, dafs manche Substanzen hemiedrisch krystallisiren 
und in ihrer Lösung inactiv gegen die Polarisationsebene sind, 
wie z. B. der Quarz , der ameisensaure Strontian und chlorsaure 
Baryt. Dafs es aber zwei Verbindungen giebt von entgegen- 
gesetztem Rotationsvermögen und völliger Isomorphie 
ohne hemiedrische Flächen, ist etwas Unerwartetes, da man 
den Isomorphismus eben in der gleichen Anordnung der Atome 
sucht. Und doch sind der links- und rechtsdrehende amylsdiwe- 
felsaure Baryt völlig isomorph, und dasselbe findet statt mit den 
Blei- und Barytsalzen derselben Säuren und den Alaunen ideft 
activen und inactiven Amylamins. Alle Mittel, deren man sich 
sonst mit Glück bedient, um eine für gewöhnlich nicht hemie- 
drisch krystallisirende Substanz zur Manifestation dieser verbor-^ 
genen Eigenschaft zu zwingen, haben bei den genannten S^ren 
ihre Dienste versagt. Selbst die Verbindung mit einem for sich 
activen Körper, dem Cinchonin, führte nicht zu dem erwarteten 
Resultat, sondern bestätigte auf besonders überraschende Art den 
völligen Isomorphismus. Das inactive und active amylschwefet- 
saure Cinchonin bilden nämlich schöne gut bestimmbare Rrystalte, 
die zwar stets hemiedrische Flächen zeigen, aber beide auf ganz 
gleiche Art. Offenbar kommt hier die Hemiedrie nur auf Rech- 
nung des Cinchonins. Dabei ist zu bemerken, dafs nicht nur eine 
Dissymmetrie in der Molecularanordnung durch das polarisirte Licht, 
sondern auch in der Löslichkeit die Salze der beiden Amylschwe- 
felsäuren von einander unterscheidet. 

Es giebt demnach Körper, deren Molecule nicht unsymme* 
trisch angeordnet sind, welche aber beim Uebergang in den festen 
Zustand unsymmetrische (hemiedrische) Form annehmen und man 
konnte sagen, es ist ein unsymmetrische^ Gebäude (der Kristall) 
mit symmetrischen Materialien (den Atomen) aufgeführt. Dahin 



gadteen dec Qmu», cUArsaiive Baryt imd ameiaeiiMUPe 
StoiMi«aB. 

Aarf^eMeito giebi ea Körper mit uttsymnidtmchar Anord* 
nung der Atome, wakbe beim UebergaBg in de» festen Zuatan^ 
Me regelfliSftige (homoedritcke) KryatallgeataJt atinelimeB und 
man kann aablien Kryatall betrachten als ein aymmetiäsches 6e» 
htade mit unsymmetriachem Material, wie man ja einen Würfel 
aiia imregefapälaigeii Teliaedem censtruiren könnte. Belsg dafQr 
aiftil «fie Salae der beiden Amylscbwefeisättren. IFe. 



E. RoaiQUBT. Note sur le diab^tom^tre, appareil destioö ä 
mesurer le sucre dans ies urines diabötiques. C. R.xrjll. 

920-921 1; Cosmos IX. 404-406; Inst. 1856. p. 393-393. 

Wegen der Schwierigkeit der Erfüllung gewisser Bedingun- 
gen, unter denen BioVs Polarisationsapparal nur richtig anzu- 
wenden iai und wegen des su hohen Preises des SoLBii'fichen 
iial Mv. RoBi^usT einen neuen Apparat vorgeschlagen , ledigfidi 
aum Zwieek 4er ZnekerbeatiBuikung im Urin, deshalb Diabeto» 
meler genamt 

Der Apparat brnteht aus xwei NiooL^schen Prismen, awi* 
sehen denen das Kohr mit der Zuckerfiüsmgkett eingeaehaltet 
wivdt einer rechts- and linksdrehenden Quaradoppelplatte und 
einer Lopa. Die Quarsplatle hat 7,&°^ Dicke und giebt daher 
eiB bllaÜeh-grfinliehea Licht, welches mit dem in den künstliehen 
"Flammen aieist vorherrschenden Roth coroplementär ist und da* 
bei sehr empfindlich. Sb befindet sich zwischen dem Polarisator 
imd Analysator md swar in dem Brennpunkt der Lupe, welche 
Bwiaclien -ihr und dem Polarisator eingeaehaltet ist. Die Bin- 
tfaeilung des Kreises, in welchem der Analysator aich bewegt 
(5* rechts und ö^ Unks von der mit der Axe des Apparats au- 
sammenfallenden senkrechten Ebene), ist so eingerichtet, dafs io•^ 
der Grad vm Znoker ho Litre Urin entspricht Die Winkel- 
amplÜBde von 10° des Analysators entspricht der Ablenkung, 
vadchn eine Quarsplatte von V^r""* dm polarisirteii Strahl mit* 
^^a^en wilrde und diese Platte selbst entsprieht einer Schiehl 
vjon ,1M^*. Fiüasigkeit, dto iasiUlre QOsr» Hamaoeker enthilL 



294 22. Circslwp^MsatioB. 

A a fc wri i ig ni tsl Mi App«r«i «m bMreglioliMr Artii mit 
schwach grünlichen Glas befestigt» um nöthigenfalls de» 
seinfa der rolhim äirahlen der FiMDtne, wddbM 4im QiHi#idop- 
l^laile «rieht «usgelöasht hat, wegniiisfc ttHB « 

Bei 0« des gelheUteii Kreisei ist dM GesidUsfiiM MMmeiaH 
gtsftrbi; «mn legi dM a00"<» lange Rehr Ait dMto dttroh Bksi*^ 
teeig enlMrbtefl und mit seineto gteidie« Vekam Waaaer wm^ 
dttnhteii UHn ein tihd dreht (▼eravageeetst, der Um ist ath e> 
haHig) den Analysater UA aar V«U%eii gieidniiäMgeil Wjedea^ 
herstellung der blaavioletten Farbe. Jeder Grad der Drehung 
giebt is» Zucker in 1 Litre Urin an. We* 



DoaatJEiPAdT. Note sur le sucre intervertij» CR. XLI1.90i-905t; 

ln«l. 1856. p. 260-262; Rromanm J. LXIX. 438-442. 

Da seihe frülier im Jahre 1847 tind 1649 daiKaiegteii Ab- 
aieiiten über die ZusammeMettung des aul S äu sa a behsmitllsa 
RehNdaketis (des sogenarniten ungewalidelleA Z«ckH«) InalBsr 
unbeachtet geblieben sind^ so setst Hr. DuBaimrMiT dieaatfMS 
nechmats vcrifctändiger aas etmaider und, wie Sr aieh auedMIckt, 
in einer btf reiflieheren Farm. 

Der iltr Umwandlung beniHale R^hrauckelr war chemiaeh 
faiti» hMle 1,630 speelisehts Gewicht il«d die ZuaamaaaMetaimg 
(3iiH>tO'' (42^ Pr^ent Keihleastoff), seine AUeakteg 
lm]g i« -h 73^64^ grdfser als wie sie Biot fand und dies 
ik. DvaauNFAUT greiserer Reinheit aeiaas Materials au. Naah 
i0r Umwandlung mit Säorea hatte er das ¥an Biot emiitbtlta 
Dvehungaveiwiögen mid awar wirde dies bei + 14"^ {mg ^ — tt»069 
sein^ abgennmmen die ZuMmmeMsetanng C'*H'*0''. Bei -f 6S* 
varoMderte sich seine Aiilenkang um die Hälfte u*d bei 90* Ww 
sie tu 0. 

Daf bei idO<* im leeren Raum gatroehnete «aigewaMdalkB 
Snaker hat aal 0,06 4as GewiehU des Rabrauabers auganamman 
und ditee Znaahnm entspricht 1 Aeqniiralant Wnss»; m faatnbn 
Mn Vlia ZnaamMansalnmg CYl'^O'». Danach «ndsrt eich fsi^ 
mA wird^ inf C^H'^O'' beradinat, bei -f 14'«- ^aS^CtB; bn^ 



redwtl mm 4^8 aW auf die ZuMmmMselnuig C^*H'.H)«H2ä» 

Ubi MMi ^m Symp umgewandeltm Zyeken feet werdciiy 
80 kryttallisirl ein Mchlflclrdiender Zucker au«, walehtr bei lOQ^ 
ma C^*H'*0>* keatehi und geliM die beMea RoUtionavermögen 
(«. obM pk SM) beaiUI, die censtant und mit denen des Harn- 
üRkeie und Traubenauekers identiseh su tein seheinen. Es iai 
nanHch [a]^ = + 53,2 für C**H*«0»* und « + 48 für C"H**0". 
Di» 2»hl 46 ettmait sehr nebe mtl der ven Bwt für gereinigten 
Hemsttcker gefundenen (47) absein und ist diejenige, welche 
[fr* DoBRUNPAirr für seine glueose menorotatoire anniimni. Mit- 
leiat dieser Daten berechnet sich das anfängliche Drehvermögen 
dieses Zuckers in Lösung, welches dem krystallisirten Stärke- 
sucker sukommt, au 

[a]g = + 106,4 für C"H**0" 
la]ff = + 96 für C"H'*0'*. 

Ea Übt sich der umgewandelte Zucker in seine swei Con- 
aHluenten aerlegen, wenn in seiner aehnfachen Menge Wasser 
gt¥M er mit 60 Procent Kalkhydrat behandelt wird. Die fast 
eietarrte Masse besteht aus einem Gemenge der Verbindung des 
reehtsdrehenden Zuckers mit Kalk, welche sich ala Lösung ab- 
pressen lafat, und einem unlöslichen Theil, welcher eine basische 
Verbindung ven 3 Aequivalenten Kalk mit 1 Aequivaient links- 
drebenden Zucker ist. Dieser Zucker, mittelst Oxalsäure abge- 
aehieden, ist durchaus unkrystallisirbar, identisch mit dem Zucker 
aus Imiltn, besteht in Vacue getrocknet aus C^'H**0^* und hat 
M^dee Drehungsvermögen 

[a]g «= — 106 bei + 14* 
[a^ - 79,5 bei +62» 
[aj^sr -. 63 bei +90« 

Vergleicht man diese Zahlen mit den obigen für die Dre- 
hung des umgewandelten Zuckers und erwägt, dab die Tempe- 
ratur auf die Intensität der Rotationskraft des Stärkeauckers von 
wenig oder keinem Einflub ist, so mub man die mit der Tem- 
peratur atark veränderliche Drehung des umgewandelten Zuckers 
auf Rechnung des in ihm enthaltenen linksdrehenden Antheüs 



296 ^^* Circvtair^ariiation. 

Aus 4mk VofbmdteiiMki »weier i^uckerarlwi von miUfg^gm^ 
gesetztem Drehungsvermögen ist swar nicht bewieicii, i$k die- 
selben im umgewandelten Zucker gernde in gMebeo A^quiva- 
kmen aich bjefindeii, was durch die Gteichuog 

2.(C»»H*»0'») und 2H = C**H**0*' und C"H»H)«» 
Roliv&ucker reohlsdrehend linkadreheiMi 

aagedeutel wird. Aber Hr. DunwuNFAUT brngi eine 
bei, welche dem Schhifs günstig ist. 

Der umgewandeile Zucker mii der 
Ü'*H**Ü»' beaitat bei +14*^ für [a]o = -26,6W. 
nun aus ^ Aaquivaieoi reehtodrehenden imd ^ Aequiiui|«it ttoke« 
drdiendeB» sa mufs aich sein Rotationsyerani^gen aus daiun 4et 
bj^j4au Canstitueutenzusaiamenaetaen; es ist aber das dea reeMa* 
drehenden = 53,2, das des iiuksdrehenden sst 106, aiae 
106 53,2 

- "2" + *ir = ~ ^^'^ 

Aka dieser Zusammensetzung erklärt sich auch eine Erachei* 
nuQg hei der Gäbrung des umgewandelten Zi|ckerai weiche Heit 
DyaauKFAUT (ruber fermentation elective genannt hat. Gwaii 
während der ersten Hälfte der Gährungsdauer bleibi daa Ableaii 
kungsvermögen d^i* Zuckerflüsaigkeit unverändert und aa acheini 
aJa ob auerat ein optisch neutraler Zucker aerseiat wäRe. Diaaer 
ist aber zu betrachten als ein Gemenge von 2 Aequivalenten des 
r^chtsdrebenden und I Aequivaleiit des iinksdrahenden, dera» 
Ablenkung = ist. Der Zucker, welcher während der aweilM 
Hälfte der Gährung sich zeraetat, ist demnach ein Gemengt von 
2 Aequivalenten des hnksdrehenden mit 1 Aequivalenl des rechla- 
drehenden und besitzt, zu C^'H^'O*' genomipen» ein AblenkttOga.- 
vermögen [a]g = — 53^304 bei -f 14^ Dieses ist aber genau 
so grofs wie das das Stärkezu^kers vi>n gleicher Zusammen- 
setaung, nur nut entgegengesetzten! Vorzeichen. W. 



hj^k PiHia Oeber'<lie Vervr€fii^N»arkeil des MirgcHRLicii^ftchen 
K^lirauiliDiissaocbttrometer 211 cbMmch leclmidchfeD Probeni 

Wmu Bw. X^I. 492^SSOt; Che». C. Bi. I857w p.)-12, p. S4«-39; : 
Die Ursache, d«fs Mitschbrlich's PolarisaiiMisMeeharonaler 
trete manelier Vorsage ver den ührigeA litttmmenten der Art 
m wwig «Ufeaieineiiifiii^Mg gefunden hei, MMkt Hr. Pool We- 
berin,' daCi oian an jene«» Inelruaenl nicht genau genug 
der Temperatur auf die DrehuDgsandenwgen des 
für die besliiuinle Adfar^dioge keimi, währmd 
f&r SoKBii.'s Saccharioieter von Ci.namT ermilftelt 
nnd kl TaMbniMrm gebraehl iat (siehe Berl. Ber. 184& |k 20ft^ 
AHsfdtags ist dies ein fttr dcii Gebrauch von MmcHBRüicR'e Ap« 
-püni SU ieehinschen Zuckerproben sehr wiehl^eB Erfordernifii 
und Hr. Pohl hat demselben su genügen versucht, indem er den 
TempeiatarcinOttfii auf die Drehungsänderung des durch Säuren 
onigev^andelten Rohrsuekers ermittelte, und swar innerhalb M* 
Hai 36/1 * C.9 bei denon experimentirt su werden piegt. fir fand» 
«Ms bei vier Löenngen umgewandelten Zuckers, die aus derselhen 
SnämUma in verschiedenen Verdünnungen bereitet waren, die Aen» 
demngen der Relaltonskraft tn ein und derselben Ldsui^ zwi« 
eeben -f M^ und 26^1 ®C. den Teosperaturunterschieden proper'* 
tional waven^ and daCi sioi da der Rohrsucker und der zugleieh 
entilehende Stnrkeauoher von der Temperatur nicht afficirt wer- 
dan, mir ak eine Function des vorhandenen Pruchtsuckers au 
Mmehlen sind. 

Das Verfahr«!, welches Hr. Pohl bei seinen Versuchen ein* 
sobiof» war ^eaes: es wurde eine reine Rohrsuckerlttsung von 
hsalim aitor Ablenkung, » D, durch viertelstündiges Erwärmen 
nü verdünnter Saiasaure bei -{-68 bis 72^ umgewandelt, und deren 
Dneimng, « U^, erimüelt* Aus den Versuchen ergab sich für 
II -^ 0^ die ünmese der Drehui^en D und tf', da D^ einen ne* 
galiven Werth hol, und aua ihnen wurde diD — IV)^ d h. die 
Aendem^g des DnshungaverMÖgens für 1* C. berechnet. 

EJnter der Apnalnne, dafa d(l/ — ü') proportional mit den 
WertbsM Ten O und IV an- oder abnehme, wurde aus den er* 
haltanen Millnlavefthan die Ae nd e rong im Drebungsvermö^^ 
D—D für r C. und 1' Unterschied von D—IV berechnet » 9. 



298 ^- Circu^wpDlaritarion. 



Wem nun D—B^ 4ie DMhraw der Abkndbuigea vot iumI 
nach der Umkahrung mittelal Sahatam fär 16® €. badMtoi, ao 
ial dar numerische Werlh dieaer Diffarena bei irgend eiaitr an- 
dere» Temperaittr i 

Alle Beatimmungen mit MiTscHnnLicu'a Appnrai baaifhen 
aieh auf eine Länge dea Beobachtungsrohra von äOO***» and Inwln 
de paaaage. Ea pflegen aber ven den Verkäufern dea InttnutieBla 
hiniig Beobeebiungaröiiren verabfolgt n werden i wriaht ninhl 
genau die normale Lange haben und dann mula der Beebnahtir 
die fehlerhafte Länge ala VerhältnifMahl der Noroudlänge in die 
Fermel der Gleichung dnaelsen. Ea tat diea von Wiebligkoili 
da kleine Längenunterschiede ven 2 bis 3"^ aebon Differemen 
von 2 Procent auamachen können. 

Wenn in einer Lösung so viel rechta* und linkadrehendair 
Zucker gemiacht aind, dal& die Ablenkung nur -jhi^ beträgt, ao 
kann man dieses nicht mehr genau beobachten, weil die Farbe»* 
gräme awiachen Blau und Violett au verwaaehen ist Hr. Pohl 
verbessert diesen Uehelstand dadurch, dab er ein halbruiidca 
GKmmerblättchen von 0,04 bia Ofiß^"^ Dicke iwiachen dem Po- 
lariaator und dem Beobachtuagsrohr einschaltet. Dieses Glioi* 
merblittchen haibirt daa Gesichtsfeld und leigt bei gewiaaer Dro- 
hung des Analyaators eine blauviolette Farbe von grober Em* 
pfindKchkeit. Sind daher beide Nicola auf Kreuzung geatellt» 
so ist die eine Hälfte des Gesichtsfelds dunkel, die andere iarbig 
erleuchtet; wird nun eine Zuckerlösung eingeschaltet uad man 
hat daa Glimmerblättchen auf die Farbe blauviolett eiogeatellti 
ao erscheint beim Drehen des Analyaators an der Stelle, die. dem 
Drehungavermögen der eingeachalieten Löaung ankommt, daa 
gerne Geaichtsfeid blauviolett. Die nonnale Stellung «M für 
dioaen Fall so erlangt, dufs man ohne eingeaehaltete drehendo 
FMaaigkeit den Analysator auf 0^" atellt aad den Polariai^or ao 
lange dreht, bia das Glimmerblätfeelwn Uauviolett erachaiat 

Da für die Ermittlung dea featen Zvtkmrgehalla in Rohr- 
•aekerlöaungen die Kenntaüa dea spedfidchaa Gewiehia det Lf* 
aoth w aa di g iat and mnaehe Beobachiar keiaM Appaoai nor 



Bestimmong des spectfischen Gewichts besitzen, so giebt Hr. Pohl 
eine emfacfae fctJMili M^ M#.M l«4Mirem 

in 20O» Schicht lenkt is» Rohreticker in 50 Cubikeenti- 
meter Flüssigkeit um 2,6667, es enthalten daher SO Cobikcenti- 
mMt elfter MkMgen Ltf^ung bei einef Ablenkung von O Gra- 
den an Eudter Z 

f^) ^=2:^7» 

«Wd 4m iNweealip Ztt«Jk.arg»h«lt P b«tr|gt b«i de» sped^MlMfi 

_ 0.75D 

Kann nun S nicht bestimmt werden, so wägt man Ib^^ der 
Zuckerlösung ab, verdünnt sie mit Wasser bis zu 50 Cubikcenti- 
meter und ermittelt ihre Drehung. Dann ergiebt sich aus (A) 
ihr Zuckergehalt und ihr procentiger Gehalt ergiebt sich zu 

Pc=3i.0,75D, 
wenn das ßeobachtungsrohr 200""' lang war, sonst zu 

^ • r 

wo r das Verhallnifs des Rohrs zur Normallänge von 200^*^"" aus» 
drückt. 

Die weiteren Details der umfangreichen Abhandlung des 
Hrn. Pohl enthalten die für die Technik wichtigen Prüfungen 
von Gemengen der Zuckerarten, von Säften der Runkelrüben und 
ies Zuckerrohrs und der bei der Fabrication des Zuckers fal- 
lenden Zwischen- und Endproducte, ferner die Prüfung von Trau- 
bensaft und Weinmaisch, von Stärkezucker und Dextrinlösungen. 
In Bezug auf dieselben verweisen wir auf die Originalabhand- 
lung. We. 



300 2^« Phjtiotogiiche Optik. 

93. PhyMDlAgiMlw Optik. 



W, ß. B0GBB8. ObservaüoDS od bioocalar visioa Silli^ij^i J^ 

(2) XXI. 80-95t, 173-189t, 439-439t; Edinb. J, (2) HL 210-217. 

Wenn man eine gerade Linie und zwei einen WinkeLein- 
schliefsende Gerade siereoskopisch combinirl, so würde der eine 
Wkikelschenkel mit der geraden eine Linie bilden, welche sidi 
vom Auge zu entfernen, die andere aber dem Auge su niham 
scheint Obgleich man nun nicht «igleich beide schiefen Linien 
mit den Geraden combiniren kann, so isl dennoch die Wirkung 
dieselbe. Hr. Roobbs schreibt die Erscheinung dem raschen 
Wechsel in der Combination bald mit der einen, bald mit der 
anderen jLinie eu, doch wohl mit Unrecht. Denn wer einiger- 
mafsen im Doppeltsehen und im Combiniren durch Doppelt- 
sehen geübt ist, kann sich des Bestimmtesten überzeugen, dafs 
ohne allen Wechsel, den man deutlich wahrzunehmen im Stande 
ist, dieselbe Erscheinung eintritt. 

Diesen Versuch hat Hr. Rogers in mannigfacher Weise ab- 
geändert, immer mit demselben oder ähnlichem Erfolge. 

Nach Whbatstonb's Beobachtung können zwei an Gröfse 
nicht sehr von einander abweichende Kreise, Quadrate etc. ste- 
reoskopisch combinirt werden und geben als Resultante eine Fi- 
gur, welche an Gröfse zwischen beiden Bildern liegt. Hr. Ro- 
gers hebt nun hervor, dafs der Einflufs der Verschiedenheit für 
horizontale und verticale Richtung sehr verschieden ist, und dafs 
für den ersten Fall eine weit gröfsere Verschiedenheit zulässig 
ist, als für den letzleren. Bilder, welche in verticaler Richtung 
gleicbgrofs, in horizontaler aber sehr verschieden sind, können 
combinirt werden und zwar nehmen auch hier solche Theile, 
welche nicht können zugleich combinirt werden, an dem Re- 
liefbild Antheil. 

Die Form der Curven, welche durch Combination von Ge- 
raden und Kreisbögen, sowie von Kreisbögen unter sich eolate- 
hen, wird von Hrn. Rogers geometrisch bestimml; er findet für 
dieselben innere Kegelschnitie. 



Roitli. HfnrvrstKR. Öffkl. 304 

^61 der tdnocularen Combfnation von Figuren, ^reiche zu- 
gfetch in H8he und B^ile von einander verschieden sind, scheint 
eine Rotation eines oder beider Augen mitzuwirken. Man Icann 
fich von ider Kraft der Combination am besten einen Begriff 
machen, wenn man 3 wagerechte parallele Linien mit 3 anderen, 
welche enger an einander gesteift sind, combinirt. Die Resul* 
lante ist ein Liniensystem von 3 Linien, enger als die erstereti, 
WiAer'als die zweiten.* 

Die Versuche sind mannigfahtg und gut gewählt. Mit der 
'^h<!orie aber kann man sich nicht ganz zufrieden geben. Bü. 



D. Bbiwstb«. On Mr. Rögebs' tbeory of binocutar vision. 
Pro«: of KdiaK. Soe. 111. 356-d58t. 

Hr. Brbwstbr bestreitet die Möglichkeit, zwei Linien von 
ungleicher Länge so zu combiniren, dafs sie deutlich als eine 
einzige gesehen werden. Das eine Ende müsse jedesmal un- 
deutlich gesehen werden, wenn das andere fixirl wird. Er glaubt, 
dafs die scheinbare Combination zwei anderen Ursachen zuzu- 
schreiben sei, nämliöh einmal einem raschen Gleiten der Augen 
von einein Ende zum anderen, sodann der Erinnerung an die 
Combination des einen Endes, wenn das Auge rasch darauf zum 
andereli gelangt ist 

Auch die Combination zweier ungleicbgrofsen Figuren er- 
scheint Hrn. Brbwstbr problematisch, dem ungeachtet ist sie 
aber dtech möglich, wenn die Figuren nicht sehr abweichende 
Dimensionen haben, wie Rogbrs gezeigt hat. Bu. 



}.}. Ofpbc. Notizen über Stereoskopie, insbesondere aber 
• ekie einfftdie, vergröfsernde Modification des Slereofekops 

ohne Spiegel und GlSser. Jahresber. d. Frankfurt. Ter. 1^5- 

' Hh Op^bl war durch die hdnahe voNstäifdige Gleichheit 
der beiden BiTder einer phirtograpMrten Landschaft überrascht, 
besonders da sfe ein so deutHdi'es, 9chi)nes Relief gaben und ver- 
mulhete, dafs hier die Itlusion einem ganz aiKdcfreft PHhcipe, als 



dem de« eigeoUiipheQ Stereoakepi wmisebrMhiii mi, je 4l|^ et 
ohne Zweifel möglich sein miieee, dieeelbe euch ipiMebik ewei 
volikonnneii gleichen Bildern ohne opliscben Apparet berffrw- 
bringen. Hr. Orm meint die Erklärung eu finien ip dur Ver** 
riogerung der PereUaxe durch diji relative SteUvng beider üjU'* 
der und dem dadurch bewirkten Hinaunrücken deraelben in dif 
Feme- 

Nun construirt er einen Apparat, in welcbemi nech d^m vm 
BmwfTER wohl tuerst ausgeaprochenep Principe, BiUer <|urch 
Verringerung der Axenconvergenn in die Fern« gerlickt, uii4 
durch Doppeltsehen combinirt werden. Dadurch aber erhält noian 
nur ein Vergrößern und ein Hinausrücken in die Ferne, nicht 
aber den specifieoh-atereoekopischen Effect. Die Anwtndupf pei^ 
spectivischer Zeichnungen hilft diesen Efect etwas stieker hrr- 
vorbringen. Mu. 

Fayr. Sur un nouveau Systeme de sl^r^oscope. C.R.XUIf. 

^3- 674t; Poee. Ann. XCIX. 641 •642*; Z. A. i. Natnrw. TRI. 
&24*524» IX. 468-466; Cosaot lX.374-$7St( ineV ISMt P* 341^-341»*; 
Arcli. d. 8c. pliys. XXXlll. 221 -221% Uter. Gez, 1856. p. 807-307; 
DiireLiE J. CXLIIl. 316-316; N. Jahrb. f. Pharm. YIL 120-120. 

Zur Erleichterung des Doppeltaebene wr CombmtiMi ite- 
reoskopischer Bilder schneidet Hr. Fayb zwei Meine litehef» if^ 
im Durchoiesser, imgeßbr in der filnUiefieui« der beiden Augen 
in ein Blatt Papier und hält dasselbe swischeo 4as Auge iiie4 
die Zeichnung, Es wird dadurch leicMer, die fMcbtung 4er 
Augenaxen den Bildern aneupasaep. Ak^ 



ZiKSLLi. Nene Methode die BHder im Reliof zu sehen. 
Z. 8. f. Math. 1856. 1. p. 320-321; La laorii^re; I9«i|ii phoesir« ^' 
1856. lüo. 10; DIJI0LBE J. CXL. 31MIM- 

Um irgend ein photographiaches Bild mit elereeekepiselwm 
Effecte ta sähen» tMl Hr« Xm^lu des 0ild 3 Ns 4 Meter von 
eineati Fe«#ter enlfsmi m$f, si«abi nw den g ee igiw^eti ^tüidpmiktt 
auf» un 4Us BUd durch ein Dny|ielfatnmhr su beehnetMe» m4^ 
sinht es imi init vAilkomnen stereeek<epi<ifiioni £fisele bnrfnr- 



FaTI. Zl1ltl.&f. ßoLDiCllMlOT. MiTtft. HcMBHlft. 303 

tf^iMü. Die ttU«r 9oHen wb möglich mit eihem dunklen "Räh^ 
meti ufä^eft^n sein: llu. 



H, GoLDscHMiDT. Sui' la Vision ster^oscopique. Cosmos IX. 

657-657+. 

Hr, G0LO8CHIIIDT beobachtete bei der Betrachtung einer ste- 
reoskopitchen Landschaft, dafs bei der Bewegung der Augen 
nach den Seiten hin die vorderen Theile der Landschaft sich zu 
bewegi^n schienen, während die hinteren stille stehen, gerade wie 
ii(i der Natur, Mit einem Auge fällt die Illusion ganz weg. 

Bu. 



H. Mbtek. Beitrag zur Lehre von der Schätzung der Ent- 
fernung aus der Gonvergenz der Augenaxen. Arch.f.Oph- 

thalm. II. 2. p. 92-94+. 

Whr kSnnen die Entfernung nur solcher Gegenstände genau 
aehatxen, welche wir auch fixiren können. Wagerechte Linien 
könntfn aber als solche nicht fi^rt werden* Werden in irgend 
einer Weise Fäden in verschiedenen Entfernungen vom Auge 
horizontal ausgespannt, so können sie unter gegebenen Umstän- 
den als in. einer Ebene liegend gesehen werden; die Täuschung 
verschwindet, sobald die Fäden vertical gestellt werden, denn 
alsdann werden dieselben in verschiedene Ebenen versetzt, weil 
sie genau können fixirt werden. ßu. 



in. ifawaKMBa« Ueber die Anfertigung der stereoakopiacbeo 
Bilder« CMeLw x. lxxxix. iii-j^if. 

Bekanntlich hat man zuerst von Hrn. Hisssembr gelungene 
perspectitische Zeichnungen für das Stereoskop erhalten. Wo 
es auf die dritte Dimension nicht ankommt, wie bei viel^ ge« 
iMIhMtehen stereeskopischen Zeichnungen, stnd dieselben überaus 
Icitdit ausEofHhren. Soll aber aMb die dtrUle DimensiM deuttieli 
hervorgehohen werden, so rnufs man die perspectiviseken Orund« 



304 33« Ph7iioJ<)gMcii<{ QptM^* . 

negein su Hülfe nehmen, die jeder ohneSchwieqgk^t. 
wird, der mit perspectivischem Zeichnen überhaupt v^farMt iel. 

Bu. 



LuGKOL. Stereoscopic experiment. Sillimah J. (2) XXIf. 

104- 104t. 
Hr. LuGEOL nahm die beiden Bilder für ein stereoskopiaches 
Porträt einer Person auf» indem er den Kasten an deraelben 
Steile lieCs und nur die Stellung des Sitzenden veränderte; fBr 
das erste Bild mufste er in das Objectivglas schauen, fttr das 
zweite aber nach einem Object, das in einem Winkelabatande vom 
nahe 45® sich befand. Wenn man diese beiden Bilder iai Ste* 
reoskope vereinigt, und der Beobachter sich nach links oder 
rechts dreht, so scheinen die Augen des Bildes wie lebend %u 
folgen. Bu. 

SuTTON. Sur la th^orie du st^r^oscope. CosnoslX. 3l3-3i9t. 

Versuch, einige praktische Regeln für die AuAialune der 
Bilder theoretisch zu begründen. Bu. 



Hblhholtz. Ueber die Erklärnng der stereoskopischen Er- 

ScheinUDg des Glanzes. Yerh. d. naturii. Ver. d. Rheial. I8S6. 

p.XXXVIlI-XLt. 
Hr. Hblmholtz stützt sich darauf, dafs in der täglichen Aus- 
übung des Sehens matte Flächen beiden Augen immer gleich 
stark beleuchtet und gleich gefärbt erscheinen müssen» bei gtta» 
zenden Flächen dagegen der Fall vorkommen kann, Mb 4m eine 
Auge von dem an der glatten Oberflache mehr ^ader weniger re* 
gelmäCng gespiegelten Ljehie getroffen werde, das andere nieht» 
so dafs dabei dem ersteren Auge die Fläche in gröberer Hellig- 
keit und, wenn das gespiegelte Licht eine andere Farbe als die 
Fläche hat» auch in anderer Farbe erscheinen kann a|s dem an- 
deren Auge, üiß Anwendung auf die Eirtstehung des stereoako- 
pisohea (ikuk%e9 ist nun sehr eiiifacl^* 



LtMvÖL. SVTT0K. Uklmhölts. CLAviyiT. 305 

Hr. Hbchiioltb hebt' noch kärvor, dafs diese ErfahruDgen 
für die Lehre von der Identität der Nelzhautstellen von entschei«* 
dender Bedeutung sind, insofern daraus folgt, daCs die Empfin- 
dung eines jeden einzelnen Auges puch einzeln zum Bewusst- 
sein kommtv dafs also das Einfachsehen mit beiden Augen nicht 
die Folge einer anatomischen Vereinigung der entsprechenden 
Nervenfasern, sondern die Folge eines Actes des Urlheils ist. 

Bu. 



A. Claldet. On various phenomena of refraclion Ihrough 
semi-lenses or prisms, producing anomalies in the illusion 
of stereoscopic inaages. Proc. of Roy. Soc. Viii. 104-110; 
Athen. 1856. p. 1029-1029; Cosmos Xf . 283-285t ; Inst. 185f>. p.346- 
34ßt; Phil. Mag. (4) Xllf. 71-75; Rep. of ürit Assoc. 1856, 2, p. 9-10. 

Oft tritt bei der Vereinigung stereoskopischer Bilder das Re- 
lief gekrümml aus der Ebene heraus, weil verticafe gerade Li- 
nien durch Prismen betrachtet krumm erscheinen. Um diefs zu 
vermeiden, müfste man durch den mittleren Theil der Linse hin* 
durchsehen, dann aber fallt die nothwendige Verrückung der Bil* 
der weg. Die optischen Axen müfsten also eine beinahe genau 
paraflele Lage erhalten, wie wenn sie nach einem entfernten Ge- 
genstande gerichtet sind. Diese Lage zu erreichen und zu er- 
balteTi bedarf es einiger Uebung. Dann aber tritt das Relief viel 
schöner hervor. 

Man sieht auch bisweilen die Gegenstände aus dem Rahmen 
vortreten, so dafs der Rahmen dem Auge näher als das Bild ist, 
bisweilen auch umgekehrt. Das Letzte namentlich ist unnatür- 
lich; um es %u vermeiden giebt Hr. Claudbt mi, man müase 
beim Zusammensetten der Bilder zu*ei verticale Linien des Kah- 
mena. näher an einander stellen, als zwei verticale Linien im 
Vordergrunde des Bildes. Die Erklärung beider Erscheinungen 
Ut^ auf der Hand. Bu» 



FortMltf. d. Pbji. XU. 20 



306 23. Phjwokgitdie Optilu Bmwwviii. Wim^rsToirB. 

6. 9mw«teii. R^clamatioD da priorit^. Cotm» VW. 549-552t. 
WuRATSTONB. R^ponse aax aBsertioos de 64p D. BAswsTtt. 

Cosmos YIII. «25-628f. 

(n dem Cosmosliefte vom 15. August 1854 wurde cfine Aus- 
sage des Hrn. Brbwstbr angeföhrt zum Beweise , dafs Whbat- 
STONB nicht blofs der Erfinder des Spiegelstereoskops, sondern 
auch des Refractionsprismenstereoskops sei. 

Dies giebt Hrn. Brbwstbr Anlafs zu einer hitzigen Recla- 
mation, wobei Hr. Whbatstonb's Verdienste dermafsen herunter- 
geßetzt werden, dafs ihm aufser der Construction des |,unbraiicb* 
baren, nur von wenigen Professoren gekauften <' Spiegelinatru* 
mentes nichts mehr übrig bleibt. Nun aber ist diese Cooatruqtion 
das Coluoibusei gewesen und nachher hat man mit LeicbUgkeit 
andere Instrumente construiren können. Gewifs würde sich Herr 
Bjiibwstbr nicht wenig darauf zu gute thun, wenn er das Spiegel- 
ilistriment erfunden hätte. Vollkommen unwichtig 13t auq di9 
Frage, wer zuerst Porträts in das Stereoskop gebracht hat, eiff 
V<erdie»sty das sich beide Herren zuschreiben ui|d möglicherwej^ 
aiieh beiden gehört. Könq^n nicht ^ ja müssen nicht beid^ auf 
dansalben Einfall gekommen sein? 

leb verfolge diesen Streit nicht ins Einzelne. Es bat ^waa 
äqfs^ßt ßemühendes, wenn Männer von solchem Range auch um 
Dioga willen in den Haaren liegen, walche ganx gut jedem im-r 
abhängig angehören können und wenn dieser Eifer cur Wahriwig 
das aigf nep Verdienstes im Gioen für d^a Aq^ejreq wahrf^a Ver- 
dienat blind macht. Uu, 

Gastoraiii. Ophthairnoßcopa Cqsdmhi VUL $i2|-$i2t. 

Eine kleine, wohl nicht sehr brauehbare Modifleatioii des 
Augenspiegels. Bu. 

A. Wbbbr. lieber die scheinbare Umkehrung des Erhabenen 

und Vertieften. Arch. f. Ophthalm. IL i. p.l41-146t« 
Wenn man einen Siegelabdnick, der von der Seite belench» 
tet ist, durch eine Linse umgekehrt betrachtet, so giebt es Stel- 
lungen, in denen man sich mcht erwehren kann, statt der Pa- 



Castoraiti. WfeBBA. MaüwoM. Breton. Goodsir. 3iQ7 

triM iie Mitfiae sii isehen. .)ed«iiraih «ragt hienu die Unikeh- 
rmg des SchatleDs bei (Oppcsl, BerL B^l*. 185^. p. 333f ). Dafs 
sie aber nicht alleinige Ursache ist, bemerkt man sogleich, Wenn 
iMA dMi Qt^eMteiud einer aligemeiti^n Beleuchtuiig aüdsetst. 
Auch hier tritt 4ie Umkehrung ein, sie idt aber nicht so behr 
zwingend) tiMd mufs unvollkommener Aceei»mod«tion Augeschrie- 
ben werdem Dt». 



J. P. Maonöik. Memoire sur rajustement de Toeil aux difife- 
renles distances. Arch. d. sc plijs. XXXl, 309-3i6t. 

Hr. Maunoir nimmt es auf sich, aus älteren Beobachtungen, 
die er angestellt hat, und ohne sich auf Widerlegung der neue- 
sten Arbeiten über Accommodation einzulassen (wohl weil er sie 
nicht kennt), die Accommodation auf Krümraungsveränderungen 
der Cornea zurückzuführen. Wenn aber die Linse irgend einen 
Theü an der Accommodation habe, so sei jedenfalls ihr Binflufs 
nicht wichtig und nicht unersetzlich. Bu. 



Brkton. Adaptation de la vue aux difförentes distances, 
obtenue par une compression m6canique exerc6e sur le 
globe OCulaire. C. R. XLlII. 1161-1162t; Inst. 1856. p.455-455t; 
Co»ino8 IX. 690-690*, X. 29-30. 

Hr. Breton hat an seinem Auge beobachtet, dafs die Ac- 
commodation durch einen Druck auf den Bulbus verändert wird. 
Es kann dies mit Gestaltsveränderungen der Cornea zusammen- 
hängen, ßu. 

Gmüsimi. NMice respecting recent discorveries on the adju- 

steiDient o( tbe eye to distiiict viaieo. Proc. of Edinb. Soe. 

m. d43-d47t; Sdiob.J. (2) HL 539-342. 

BftfhSfl riffi RefetffI (lb«r die Cii/iiiBK-*HBLiityoLt£'scbett Vi^ 

t«t8uehcti^geU| dte Accoitttnodalioi^ betreffend (s. Berl. Ber^ iSM, 

p.8I»^ uttd 19». p.324t> Bü. 



20* 



308 ^* Pfaysiologisdie Optik. 

A. FiCK. Einige Versuche über die chromaüscbe Abwei** 
cbung des meoschlicben Auges. Ardi. f. Opbthalm. II. 2. 

p, 70-76t. 

Hr. FicK versieht unter Irradiation einug und allein diejenige 
scheinbare Verbreiterung heller Objecte, welche bei ntöglichst 
vollkommener Adaptation gesehen wird und gleichwohl in rein 
physikahschen Vorgängen ihren Grund hat, also eine objective 
Verbreiterung des Netzhautbildes ist, so dafs Täuschungen der 
Seele ausgeschlossen sind ; um diese Irradiation aus der chroma- 
tischen Abweichung des Auges zu erklären, stellt Hr. Fick fol- 
gende Versuche an. 

Vor einer Lampenflamine steht ein Schirm mit schmaler 
Spalte, so dafs jnan einen schmalen, leuchtenden Streifen auf 
dunklem Grunde sieht. Man bemerkt bei weiter Pupille nur nam- 
hafte Irradiationsverbreiterung des Streifens; bringt man nun durch 
einen zweckmäfsig angebrachten Spiegel ein Bild der Lichtflamme 
ins Auge, so zieht sich die Pupille und damit auch das Bild des 
Streifens sichtlich zusammen. 

Wird die Lichtlinie mit einem rothen Glase betrachtet, so 
fehlt das Zusammenschrumpfen und das Verbreitern. 

Man betrachtet eine feine Lichtlinie durch 2 Löcher, wie 
beim ScHBiNER^schen Versuch. Ist das Auge nicht auf die 
Lichtlinie accommodirt, so entstehen 2 Spectren, welche sich 
entweder die rothe oder die blaue Seite zukehren; bringt man 
die beiden durch passendes Verrücken zum Decken, so bleibt 
die Lichtlinie noch verbreitert, aber ungefärbt. 

Dieser Versuch gelingt um so leichter, je naher die durch 
die kleinen Löchlein eintretenden Strahlenbündel einfallen; dazu 
bedient sich Hr. Fick folgender Einrichtung. 

In ein dünnes undurchsichtiges Blättchen sind zwei gans 
feine, convergirende Linien geschnitten, in ein anderes nur eine. 
Man legt sie über einander, so dafs die Ritzen einen von Mier 
Geraden durchschnittenen spitzen Winkel bilden; schiebt man das 
eine Blättchen hin und her, so decken sich die beiden Kreise, die 
im Auge entstehen, mehr oder weniger; berühren sie sich ^erade^ 
so messen die beiden Punkte den Pupillendurchmessen Bu. 



A. FiCK. MiTBH. 3^9 

H. Meykr. üeber den Eiufhifs der Aufmerksamkeit auf die 
Bildung des Gesichtsfeldes ^Oberhaupt und des gemein- 
schafUichen Gesichtsfeldes beider Augen im Besondern. 

Arch. f. Ophehaim. II. 2. p. 77-92t. 

Im Anschlufs an den optischen Versuch, den wir im Bert. 
Ber. 1850, 51. p. 507f besprochen, und eu dessen Erklärung 
hat Hr. Meybr einige Versuchsreihen angestellt, aus denen wir 
Einiges mitzutheilen haben. Da sich in jenem Versuche unzwei- 
deutig eine ungleiche Beiheiligung der beiden Netzhäute bei der 
Bildung des Gesichtseindrucks ausspricht, so hat er diese genauer 
verfolgt. 

Wenn man binocular 2 Bilder, von denen das eine roth, das 
andere aber aus zwei scharf begränzten Farben, z. B. gelb und 
Mau, zusammengesetzt ist, combinirt, so erscheinen an den Treil- 
nuogsstelien dieser Farben diese immer in ihrer Reinheit, das 
Roth mischt sich nicht damit. 

Wenn man zwei Kreuze, von denen das Eine aus einem ver- 
iicalen grünen und einem horizontalen rothen Streifen besteht, 
das andere aber gerade umgekehrt zusammengesetzt ist und bei 
wekbeti zugleich im Einen der grüne, im Anderen der rothe 
Strafen durchschneidet, combinirt, so wurde bei ungleicher Be- 
leuchtung der primitiven Bilder nur die Färbung des stärker be- 
leuchteten wahrgenommen; war aber die Beleuchtung eine gleich 
gt^e, so erschien eine vollständig gleichmäCsige Färbung und 
das einfache Kreuzbild war* entweder durchaus grün oder durch- 
aus roth, auch der mittlere Theil desselben, wo doch jedenfalls 
beide Farben combinirt wurden. 

Bei diesem und ähnlichen Versuchen sieht man in dem ge- 
meinschaftlichen Gesichtsfelde immer nur dasjenige auftreten, 
was in den einzelnen Gesichtsfeldern die Aufmerksamkeit beson- 
ders fesselt. Der Wettstreit, welcher dann auftritt, wenn in kei- 
nem der beiden Gesichtsfelder Etwas enthalten ist, was die Auf- 
merksamkeit besonders fesselt, ist in einer alternirenden Aufmerk- 
samkeit auf die einzelnen Gesichtsfelder begründet und nicht in 
einer alternirenden Erlahmung der beiden Netzhäute. 

Dieser Einflufs der Intention beim Binocularsehen führte 
Hirn. Meter auf die Untersuchung desselben Einflusses beim Se- 



31 23* PbysiologU«be Optik. 

lw mit l^ioeopi A^g^ Hierzu iwifatf der blinde Fleck beob- 
achtet Averden. Wie (riij^e^ VoLK¥Ai9n(, $0 hraehie aiicbi dlerr 
Mbybb die Diwch|^ireuzung%9tßl{e wmt au^ Z Parb^i) «i^mliniirien 
Kreuzfigur auf den blinden Pletk und fand, ddfsi b^ gleicher Leb- 
baftigkeit die Farbe 4^s yager^^l^m Sin^lwn if4fb4«r ui>d öfter 
auftrat, aU die de« senkrecbXej^, ued djifi^ ferner die F^rbe tif 
leichleatep erschein!, weiche 4ie Aufau^rksaioJ^eiit wv Ql^>^^ wf 
sich zieht oder aieh am ^tärk^ten yon) Qruiitile ^Mi/^bt^ Btu* 



H.Meyer. Ueber die Strahlen, die ein leuchtendev PnokH 
im Auge erzeugt. Pi^B. Aaa. XCVIL :ia3r260ir. 

Hr. Mbybr beschreibt, wie seinem kur^siehligen Auge ew 
leuchtender Punkt in ver9chied«nen Entfernungea diiroh die Skrillt 
und ohne solche erscheint. Die Beobachtungen stimmen mii ftö* 
heren überein. Cr schliefst aus verschiedeneiii hier Mcbl milM^ 
Uieilenden Versuchen folgendes. 

Die beim Beobachten eines entfernten, kleinen leachto»dMi 
Punktes auftrelenden Strahlen sibd wahrscbeidich BtugiingsKmeii, 
verursacht durch die Spalten der Linse odtv durch ä» M umwm 
gung der in die hintere Linsenkapaek eintrelenden Ad^m, voraus- 
gesetzt, dafs mal» annehmen kann, d&fs sie be> vf rdeikiedenen Bm>- 
obachtero a»ehr oder weniger absorbirt sind. 

Die innerhalb der deutlichen Sehweite wahrnehmbaren, Bogen 
u. Sw w. sind ebenfalls durch Beugung bedingt« Bt$. 



H. Mbyer. Ueber Beugungserscheiaungen. Poeo. Aon. XCVIir. 

214-242f. 

Im AnschJuDs ap dic^ Beoba.qhtungex9, ^qi> denen ii», Beul. Bi^. 
1855. p.Sf37t die Rede war, b^t Hr. Meyeq. qinigi^ neue« Wg^ 
ateUt, zu denen namentlich kjuua^sichtige. AMgj?n< häufig genug G^ 
legenhei^. finden, wei)|i mk ^*B. die 3riUe. mit Wa^qrtriöpfqheii 
bedeckt. 

Uebj^riiiijuptp. w^n dl^,Au^Q.ewfi9 kji^eo^. teqcfit^djeo Punkt 
ioneichAlb. qd^jc aprsediallb d^, die^jiMliob/^t^ Scji^j^t« belracjbM, 



ttMiBeft SieugMgMnchthMingtB eiiltlcli«& Dit beugende Kante 
kt die ki». Hn MteMM hält de» naeh duten binuen, Mcb innen 
aber roth^n Hing, welcher 4m vergrSfoerte Bild umsebiiebt, für 
dte effiltf bmtciie Fraftse der an Rande der Pupille verursachten 
B— j^uagierichainung. Der iMere Tbett der maschenartig aui«- 
ga lrt il at c a Licblsebeibe labt aicb naeh Hr»<. Msuvm aicbi durah 
blolaey aoa I^ipSleMande eataiandene Beugung erklärenw 

Seine Erklärung müsaeo wir einetweilen dahingeslelU sein 
kaaen« 

Wenn aber Hr. Mbybr behauptet ^ die nicht vollkommene 
Acfaraitialie dea Augea veraiög« die farbigen Ränder a» dem 
Bilde eine» innerbalb oder aufirarhaib der deutlichen Sehweile 
aWi befiadebden leaehtenden Pwikte» nicbi gana au erklären, so 
kSnMO ww durch aeine Beweiaführung durcbati» nicht befriedigt 
werden und würden in grolae Verlegenheit gerathen, wenn wir 
^ewiaae firacheiaRingen, wie folgende durch Beugung, erklären 



Wenn maai den» Auga einen leuchtenden Punkt in gröberer 
Entfernung, ala die^ Weite dea deutlicben Sebena, darbietet, ae 
aieM e» ihn al» blaogerandete Sebeibe (für mein Auge mit grö- 
fiterer vertnder Aa^ehnung); als fotbgerandete aber innerhalb 
^ dMtlidMi Sehwteite (fik mich mit gröfserer horiaontaler Aua^ 
MMIung)i Der Uebergang. einer Figur in die andere geschiebt 
dmttll ein vertical blau, und horizontal roth gerandetea Bild, das 
gewib nicht durch Beugung entstehen kann (vergl. Berl. Ber. 
1865. p. 330). Bu. 

Sbgcin. Couleurs accidentelles. Cosmos IX. 39-39t* 

Hrn. Sbguin wurde folgende Beobachtung mitgetheilt: Wenn 
man schnell neben einem Gitter vorbeigeht, das auf ein in den 
(fänden gehaltenes weifses Papier Schatten wirft, so sieht man 
deutliche rothe und grüne, bisweilen auch anders gefärbte Bänder 
darauf entstehen. Die Licht- und Schattenlinien, welche sich 
mit einiger Schnelligkeit folgen, sind Ursache dieser Farbener- 
acheinung, Bu. 



3(2 ^* PftiriMogi»€k«.Optilu 

J. ). Of»£l. Neue BeobaebUiagfift uod Veraada^ «iier 4HM 
eigeolbüiDÜche , noob weoig bekauote BeactionsUiäügkaii 
des men$chlicbeD Auget^. Po«». Ann» XCIX. 540T56it« 

Betrachtet das Auge einen in bewegter • Welle feetetdieiidm 
Punkt einige Zeit Test, ohne der Bewegung bu folgen, iumI imä* 
det sich nachher nach einem festen Punkte, se tchekil auch Jkt* 
ser sich zu bewegen, aber in entgegengeaetster Richtung. 

Der Versuch gelingt besonders, wenn die Bewegung gleich- 
mäfsig und andauernd, aber nicht sehr rasch ist, wenn die -Be* 
trachlung wenigstens eine Minute andauert, das Auge aich aber 
während der Zeit in Ruhe befindet. Der %u fixirende Gegen^ 
stand darf keine durchaus homogene Oberflicke haben» 

Hr. Oppbl sann auf eine VorrichUing, mn diese Eracheinmig 
Buweilen hervorrufen au können. Er heifst dieselbe Antirriieoakep. 

Im Principe ist der Apparat, wie folgt, consiniirt: Es wM 
dem Aoge entweder eine scheinbare oder wirkliche Fertbeweguni^ 
andauernd gezeigt und dabei beständig ein Punkt fixirt, da« Auge 
sonach auf einen festen Punkt gewandt, der nun auch in enU 
gegengesetater Richtung sich bu bewegen scheint» 

Die scheinbare Fortbewegung wird durch einige. paraUelib 
sieh fast berührende Waben, die mit Spiralen überaogen sind 
und in gleicher Richtung gedreht werden, hervergehradU. Die 
wirkliche Bewegung wurde mit einem Papierstreifen ohne. Ende 
und Bwei Waisen hergestellt. Bu* 



A. V. Grakfb. Heber Myopia in distaos, nebst Betrachtungen 
über das Sehen jenseits der Gränzen unserer Accommo- 

dalion. Arch. f. Ophthalin. IL 1. p.158-186f. 

Oft haben sehr kurzsichtige Augen von entfernten Gegen- 
ständen deutlichere Wahrnehmungen i als weniger kurzsichtige. 
Augen, welche noch in 2 Fufs Entfernung lesen können, vermö* 
gen entfernte grofse Objecle nur in ihren allgemeinsten Umrissen 
wahrzunehmen; dieser Zustand heifst Myopia in distans. 

Jedenfalls ist der Grund in der accommodativen Thätigkeit des 
Auges zu suchen und ist wohl eine auf perverser Thätigkeit des 
Accommodationsapparates zu basirende Erscheinung, krafl deren, 



OfPB^. T. CbuBis. 348 

wtnn einmai eine scharfe Accoauuodaiion unmöglich ist, nim 
nicht mehr der relativ günstigste Zustand der Acoommodalion, 
sondern geradezu ein conträrer eingeleitei wird. 

Diese Erklärung wünschte Hr. v. GsAarB thatiächJieh tn er* 
weisen und verfuhr dabei, wie folgt: 

Wenn man mit verdecktem Einem Auge fernere und nähere 
Punkte fixirt» so verändert das verdeckte Auge auch seine Sfcei« 
lung bald zu grölserer, bald zu geribgerer Convergenz. 

Oasselbe tritt ein» wenn man vor das freie Auge Zerstreuungs- 
gläs^r von verschiedener Brechkraft hält« Hr. v. Grabfa hat 
dieses Mittel schon orthopädisch bei Schieleoden anfewandl» 
Man kann also die veränderte Stellung eines vom Sehacte aus- 
geschlossenen Auges als Index für den Wechsel im Accommoda- 
tionszu^nde des zweiten im Sehacte fungirenden Auges betjrach- 
ten; dieses Mittel benutzte Hr. v. Graefb zum Beweise seiner 
Erklärung. War nämlich beim Sehen in die Entfernung das 
Auge nicht für den Fernpunki sondern in conträrer Weise* aeooo^ 
modirt, so mufste auchy wenn das Gesichtsohject über den Fern- 
punkt hinaus allmäiig enftXernt wurde^ das zweite verdeckte Auge 
etwas nach innen abweichen; di^s trat auch in der That ein und 
siwar gerade dann^ wenn das plötzliche Verschwommensefien eot- 
aiand; ferner zeigte sich, dafs wenn der Patient zuerst mit bIo<v 
fsem Auge in die Entferaung sah und aladann ein achwacbea 
Concavglas vorgehalten wurde i das halb verdeckte Auge um 
Etwas von seiner Stellung nach auben abwich, ein Beweis, daii 
der Bre<^ungssustand sich verringert Hr. v. Graifs schliefst 
einige Betrachlungen an über Wahrnehmung von Zerstreuungsr 
kreineoi und dehnt sie namentlich aus anf das Sehen der hyper** 
presbyopischen Augen, die, obgleich nur für convergirende Strah* 
Jen accommpdationsfähig, doch nahe Gegenstände deutlieker se« 
hen können j ala ferne. Es leitet sieh dies auf die natürlichste 
Weise daher, dafs beim Nahesehen die relative Grofse der Zer* 
atreuungskreise zum Bilde kleiner ist. Auch Staaroperirte zeigen 
oft ein gleichea Verhallen. B$i* 



814 23. WkffMoffiBtU O^tik. 

G. WiLfl^dN. Kesearches on cortotrr-biiodness, wilfc a suppte- 
meat, an tbe dangef altmdiffg the present System (ff 
railway and marine coloured sigMis. Edfinb. J. (3) IT, 39^ 

327; DiMiiM Jf. GXLVr. 25-28t' 
Hr. Wilson hat eine grofse Menge fdrbenbHtfder Augeir beoib- 
AcMet utid mitersucht, t^cflcher sieh in jeder tVei^e an die Beob- 
achtungen von WaMmann, ^BäftBCK etc. anschliersen. fir. Wil- 
son glaubt, iaü unter 20 Personen je eine der fragliehen Oi^ 
siehesf^ter habe. Zur Erklärung demselben hat er lein^ neuen 
V«rsih5he geifiachC. Hingegen lenkt er die Aufilr^ksainkeit auf 
die tu Signalen rerwendefen Farben. Mfan dürfte eigentlich keiAt 
aHf iMt Oesiehtrfehlei* behaftete P^r^dnen suttt Dienst vi5twe6- 
dett, tff^ aber statt Farben GcfstaKeW Und Bewegungen tu Sigfta« 
len branehen. Bu. 



W.Pmk. Ou oolMr-^büodnesa »mm. elRoy. 9«c. ¥IIL i72-t77*; 
PWL Mag. (4) Xifi. 2d2-28dt. 

Hf. P»Ltf teM^t aefbsl äü FafbeMbKndftei«. Aifcf ^aitiMK 
attK!h<Aiiingen, die ei' »Mit, glaubt ^ atiff folgende WeiM erkll« 
ren ivt kSnn^ti. Ef niatnit drei OrtAldfafben an, nämlidl Rottr, 
Gelb Md Bhti. Von diesen unterscheide! er genaa daa OeA 
Md dusr Blau; dsf» Bloth Agcfgen sieM er ifichl^; CarttMisin^ er«» 
ieheiM ihm atlhwaf^. FölgKtsh istf fnf ihtf OtMg^ gki^ eitHM 
dbtfrkel^ OelB, Violett gleich einem* dunkden BkKt. Ueber dtss 
OrfM hat €f Migeifde Ansidifc WeiCs M eigettflilShr dii^ MRaeiifa^ 
vtm n<rtfr, Gfelb* und Blatt. Da ffir ihtf aber daa Roth* flieht e«!^ 
aflri, so be^teM a^in Weife nur äü§ Gelb und ßlatf. Deshalb 
Thttti ihth Otlih äii ein mehr öder IVettiger heiles WeHsr ersctMi^ 
neti. ttters«^ «rgJetot fiji<fh, dafo er aucli ffänfig Räth und GrM 
aiff dtMtlder yertrechsett. Denn tvenn ain Roth, welches gemischt 
M teil Welis, d. h. mM Reth, Oelb und Btsu, ton de« beiden 
KsttttM Fai«eiy eben s« viel ^nlhitit wie ein g^awiss«» GHto, aa 
müssetf dieses Roth und dieses Grün in seftteifl Auge danaelbM 
Eindruck hervorbringen. Kr. 



WiLioN« Pols. Tysaam*. JÜIaocwell. 3^5 

JbftROAtiH Oo a pecttliar case of oolMi^bitodttess. Hil.liag. 
(4> XL ad9-aai»; SiuiMAN J. (2) XXIL ]43-l46lr; Ar«}i. d. $u 
fbcft. XXXUI. 221-225*. 

D«r Fall von Farbenblindheit, welchen Hr.TvNDALL «nlHbll, 
ist von seltener Art. Fr betrifft einen Seemann, der gewohnt 
war, seine freie Zeit mit Sticken zuzubringen. Er strengte sich 
«issl an, in üe Daauneruiig hinein zu arbeiten und verlor bat der 
Aa0tre«gODg plStzlich das Vermögen, gewisse Farben na «ater- 
acbeiden; von der Zeit an blieb er farbenUind. Bf maeMe dabei 
mehrere von den gewöhnlichem Farbenverwechslungen. Angestellte 
Verswihe^ mit eMttriseJUeai Licht sind besonders inteffossarit. Er 
aalte im Sfactrtim m» biaa und gelti wab«. Als ihm aber daaeh 
fin roihm Gka piötdich das eiekiriscbe Lieht gezeigt wurde, riaf 
er aaa: „4a$ ial rolh!*' E? glaubte wieder im BesUaa der norasa- 
kn Farhraperception aa seio^ abea vergcjbenay «ie kehrte nicht 
^den Die Verwecbahmg eines Silbersläeks mit eiaem gleich 
groiaen Goldatäek wird auch anderswo erwähnt. 

Bin änderet aNtgetheiltet Fall unregelmäÜNgen Seheat' iat 
folgender: 

Eia aas|geaeiehaelev KiinsUer betracJrfete einen levaen^ teuchr 
taadaa Punki uad sah um denselben, eine» helle» weifaen Gkma, 
der sieh mü Asr Zeit in eiae Reihe farbigea Rioge auftfete, die 
er aiahfc meb» iaa werdea Loattte. Es waten die Riage, weiahe 
dwah ein- oak Lycopetdiumsaamen. bestfieutea Glair geaehen wea- 
dm. Dt» Sita, diür* Bnseheinutig suchl üt. TynaALi« auf der 



h C* Mäxwrll. Oo tbe uoequal sensibility of (he foramen 
centrale to light of different colours. Atlieo. 1856. p. 1093- 
1093; Ediab. J. (2) IV. 337-337; lost. 1856. p. 444-444; Rep. of 
Brit. A880C. 1856. 2. p. 12-12. 

Hr. Maxwoxl will einen dunklea Fleck von länglicher Form 
im Blauen des Spectrums beobachtet haben, der aber bei der 
Bewegung des Spectrums nie aus dem Blauen hinaustritt Er 
glaubt die Erscheinung dem foramen centrale retinae a uschreiben au 
müaaen. Man kann ihn am besten wahrnehmeni wenn maa beim 



316 23. Phystologisdie OpHk. 

Auge akwechseind geilbe und blaue Papiere vorbeigehen Mst, 
indem aladann der Fleck abwechselnd verschwindet und erscheint 
Versuche mit NicoL'schen Prismen sollen die Ansicht unter- 
stutzen. Bu. 



G. Wilson. On ihe transmisston of actioie rays of ligbl 
• tbrough the eye, and iheir relation to tbe yetlow spoi 
of ihe retina. Proe. of Edinh. Soc. IIL 371-375i; Ediob. J. (2) 
IV. 147-149. 

Wartmann hat in seinem „Deuxiime memoire sur le Dal- 
tOtttsme*" die Behauptung aufgestellt, dafs die ehemischen Strahlen 
des Spectrums, weiche die brechbarsten Strahlen begleiten, von 
den Augenmedien nicht durchgelassen werden. Da die Versuche 
mit GuajakharK angestellt waren, so schien es wilnsehenswerlh, 
mit empfindlichem Reagentien die' Augenmedien su prüfen. Dum 
und Spiller haben auf Ersuchen des Hrn. Wilson diese Unter* 
Buchung vorgenommen, und zwar bedienten sie sieh des beim 
taibotypischen Processe angewandten Silberjodids, welches dureh 
einen Anstrich von Gailo*nitrat des Silbers empfindlich gemacht 
war. Damit fanden sie, dafs allerdings die chemischen Lichtstrahl- 
len auch die Augenmedien zu durchdringen im Stande sind. Die 
Frage, welcher nun Hr. Wilson seine Aufmerksamkeit zuwandte, 
war: Wekhe Veränderung erfahren die chemischen Strahlen, wenn 
sie auf den gelben Fleck fallen? Er glaubt, dafs das Licht, welches 
den gelben Fleck durchdringt und nach den lichtempfindenden 
Nelzhautelementen zurückgeworfen wird, in höherem oder gerin- 
gerem Grade der chemischen Strahlen beraubt sein mufs, bevor 
es eine Lichtempfindung erregt, wenn sich nicht der gelbe Fleck 
von allen anderen uns bekannten durchsichtigen gelben Medien 
dadurch unterscheidet, dafs er die chemischen Strahlen zurückhält 

Einigen Betrachtungen, welche Hr. Wilson daran knüpft, 
können wir keine besondere Wichtigkeit zuschreiben. Bu. 



Wilson. Muu.ui. R«uexT. 347 

H. MOlleb. Aoatomißciie und physiologische Uotersiicbwgen 
Ober die Retioa des Menschen und der Wirbeltbiere^ 
Z. S. f. wu«. ZooL YIII. 1. p. 1-122; Areh. d. sc. phjß. XXXU. 
243 -245t. 

In dieser Abhandlung, mehr anatomischen Inhalts, bemüht sich 
der hochverdiente Verfasser zu zeigen, dafs dieselben Schichten, 
welche die Retina des Menschen bilden, in derselben Reihenfolge 
bei den übrigen Wirbelthieren fast ohne Ausnahme auch vorhan* 
den sind. Ferner unterstützt er mit neuen Belegen, dafs die 
Stäbchenschichl und nicht die Nervenschicht der Retina die em- 
pfindenden Elemente der Retina enthalte (Berl. Ber. J852. p. 338f ), 
indem jede Nervenfaser in ihrem ganzen Verlauf von mehreren 
Lichtbüscheln getroffen wird, die Eintrittsstelle des Sehnerven 
aber gerade umempfindlich ist, der gelbe Fleck, der empfindlichste 
Theil keine regelmäfsige Anordnung der Sehnervenfasern enthält, 
u. s. w.; besonders aber ist zu bedenken, dafs die Stabschicht- 
elemente mit der Kornerschicht und durch diese mit den Zellen 
und den Nervenfasern zusammenhangen. Auch die PuRKiNJC^sche 
Aderfigur hilft die Empfindlichkeit in die Stäbchen versetzen 
(Berl. Ber. 1855. p.336f). Bu. 



C. RouGBT. Recherches anatomiques et physiologiques sur 
les appareils ärectiles. Appareil de radaptation de Foeil 
chez les oiseaux, les principaux mammiferes et Thomme. 

C.R.XLII. 937-941 1; Cosmos VI IL 559-560*; lost. 1856. p.193-194*. 
H. MOllbr. R^clamation de prioril^, adress^e ä roccasion 

d'une communicatioo räcente sur Tappareil dadaptation 

de Foeil. c. R, XUI. I2i8-I2i9t. 
C. RouGBT. R^ponse ä une r^clamation de priorit^, adress^e 

par M. MüLLBR ä roccasion du memoire sur Tappareil 

d*adaptalion de Foeil. C. R. XUI. i255-ia56t; intt 1856. 

p. 245-245*; Cosmos IX. 9-9^ 

Hr. RouoBT theilfc fiber den kreisförmigen Muskel der Iris, 
den er bei veraehiedenen Thierklaasen verfb^ hali Einigea ml 
und veraiiehl aus aeineii Beobachtungen iim Müwirkimg w» 
AMommodation dta AugM zu erweiaeo. 



318 23. Pllysiokrgisdie Optik. 

Einer Prioritätor^elaiMlion 4e» Hrn. Müllkii, der für sich die 
erat« Beobachtung des kreisf5rmigen Muskels in Ansprach nimml» 
begegnet Hr. Rotjgbt damit, dafs dieser Muskel schon lange beob- 
achtet, von den frühern Beobachtern aber falsch gedeutet wor- 
den sei. Bn, 

AcBBRT und Förster. Ueber den Kaumsinn der Netzhaut 
Jahresber. d. scliles. Ges. 1856. p. 33-34t. 

Ais Hauplergebniüs der nicht mitgetheilten Untersuchungen 
wird Folgendes angegeben: 

Nahe an einander liegende Punkte werden nur in geringer 
Entfernung, weiter von einander entfernte Punkte in etwas grö- 
fserer Enlfernnng von der Augenaxe wahrgenommen. Dies be- 
ruht nicht auf einer mangelhaften Brechung der^ Augenmedieo, 
sondern lediglich auf der Anordnung der Elementartheiie der Re- 
tina. Diese Anordnung aber vermittelt den Raumsinn derselben. 
Die Feinheit des Raumsinnes der Netzhaut nimmt von ihrem 
Centrum nach den seitlichen Theilen hin ab und zwar in stei- 
gender Progression. Die Abnahme der Feinheit des Raumsinnes 
ist in verschiedenen Richtungen der Nelzhautradien verschieden 
und zwar stärker nach oben und unten, als nach innen und aulsen. 
Der blinde Fleck ist nicht als zwischen die Netzhautelemente 
eingeschoben, sondern als wirklicher Defect anzusehen. Die Ab- 
nahme der Feinheit des Raumsinnes verhält sich in verschiedenen 
Augen ungleich, auch bei demselben Individuum. Er steht mit 
der Fern- und Kurzsichtigkeit in keiner Beziehung. Der Raum- 
sinn der Netzhaut verhält sich dem Raumsinn der Haut analog. 

Bu. 

F. DoiARDiN. Remarques Mr oertaines dispositions de Tap- 
pareil de la vision chez les insectea. C. R. XLIl. ^i^^Mi; 

last. 1856. p. 194-1 94t. 

Aus eivigeii noch unpiiblicirten Beobachtungen doa Hrft« Du- 
uaDiN wird milgetbeilt, dafs der AeoomaiodatioAsapparai der la^ 
0C«iea auf dar Anwesenheit ainas TrochatiiBetsea bef uii*, weldMo 
sieh nach Bed&rfniCi füllt oder laart. S^wia aaii bei Vfigob od 



AoBUiT iiji4 FojlsTCft. Dgyjia»!«. M^kaad. Literatur. 9f0 

Saugetbieren der Ein- und AustritI des Blutes zur Accommoda- 
tion iw^mtl^t wird, »B spielt bei dtn iMeeMt» ^Ije Luft dlieatlbe 
Rolle. Bu. 



E. B. Si&QUARD. Kesearches od the action oF certain parts of 
the solar spectrum upon the iris. Proc. of Roy. Soc. VIIL 
M3-234*; Phil. Mag. (4) XUi. 520-521t; Arch. d. sc. phy«. XXXVI. 
370-871» 

Hft S^QiUBD liefs nicht wie früher Licht, welches durch far- 
bige Gläser hiodttrchgegangen war (Berl. Ber. 1847. p. 182)» son- 
dern die verschiedenen Theile des Sonnenspectrums^ auf die 
Iris ^ines aus der Augenhöhle gelosten Auges fallen. Er fand, 
dafs die Fähigkeit Contractionen der Iris zu erzeugen, fast aus- 
schliefslich dem Gelb, und nur in sehr geringem Grade dem 
Orange und dem Grün zukommt. Bei einem Aalauge dauerte 
die Irritabilität der Iris sechzehn Tage lang, nachdem dasselbe 
aus der Augenhöhle genommen war. Kr. 



Feroere Literatur. 

Tyii9ALU Sqr te st^röoscope. Cosmo« IX. 231-236, 261^2^; 

9. of photogr. Soc; Cioeoto lY. 426-436u 
-^ — bventioQ of the siereoscope. uter, G»z. i856. p. 806- 

807-, J, pf pJiotogr. Soc. 1866 August p,21» 

D, Brswstsil The 6lereoscope. Lit Gaz. i856. p. 830-831. 
& M«i$sNiC9. Die Lehre von den Beweguogeu des Auges. 

i^rch. f* Ophthalm. U. 1* p. 1-123. 
W. Zphsrdbb. lieber die Beleucbtpog des inneren Auges 

durch heteroceotriscbe GlasspiegeL Arch. f. Ophtlialm. II. 2, 

p. 103-130. 



820 ^< Chemische Wirfc«iiigen des Lichtet. 

f4. Chemische Wirkungen des Lichtes. 



R. BuNSRN und H. E. Roscob. Pbotochemische Untersuchungen. 
Zweite Abhandlung. Maarsbestinomung der chemischen 
Wirkungen des Lichtes. Proc. of Roy. Soc. VJII. 235-238; 
Po66. ADD. C. 43-88i; Rep. of Brit. Assoc. 1856. 1. p. 62-68; Phil. 
Mag. (4) XIIL 521-523; lost. 1857. p. 303-304; Liter. Gaz. 1856. 
p. 166-166, p. 956-956; Eedmann J. LXXL 129-138; Arch. d. sc 
pbys. (2) L 145-149; Phil. Traos. 1857. p. 355-380. 

lieber eine erste Abhandiuog der genannten Verfasser, welche 
ihren Untersuchungen über die chemischen Wirkungen des Lich- 
tes gleichsam als Einleitung diente, ist im Berl. Ben 1855. p. 344 
bereits in der Kurse referirt worden. Das Resultat, zu welchem 
sie damals gelangten, war in der Hauptsache dieses, daCs auf die 
Zersetzung des Chlorwassers durch Bestrahlung ein zuverlässiges 
Verfahren zur Messung der Lichtintensilät, oder vielmehr zunächst 
der chemischen Lichtwirkung, nicht begründet werden könne. 

In dieser zweiten Abhandlung beschreiben nun die Herren 
BvNSEN und RoscoE eine Methode, die sich unter Anwendung 
der erforderlichen Vorsichtsmaafsregeln, welche aus einer genauen 
Berücksichtigung aller obwaltenden Umstände hervorgehen, für 
den genannten Zweck als vollkommen brauchbar erwiesen hat 
Das Studium dieser Methode hat sie überdies mit gewissen Ei« 
genthümlichkeiten der chemischen Lichtwirkungen bekannt ge- 
macht, welche für die liefere Einsicht in diesen Vorgang von 
grofser Wichtigkeit sind. — Nachdem wir das angewendete Ver- 
fahren, so gut es ohne Abbildungen möglich ist, in der Kürze 
beschrieben haben, wollen wir auf die Thatsachen naher ein- 
gehen, welche sich den Verfassern in Beziehung auf die che- 
mische Wirksamkeit des Lichtes ergeben haben. 

Drapbr hat bereits in seinem Tithonometer die Volumver- 
minderung, welche ein Gemenge aus Chlor und Wasserstoff unter 
einer absorbirenden Flüssigkeit durch Bestrahlung erfahrt, als 
Maafs der chemischen Lichtwirksamkeit angewendet. Sein Ver- 
fahren war aber ungenau, weil er während des Versuchs den 



0nii^k nkibi eontlant erhkelt, auch die aiMrarbirende Ptflangkeit 
TOT dem Begme der Meaaung nicht mit dem Gasgemenge von 
eonstantem MeogungaTerhältnib gesättigt hatte; aus beiden Grün- 
den mnfiite die Menge des verschlackten Gases, abgeaeben von 
der durch Saksäurebildung bedingten Absorption, Schwankungen 
erleiden, die Volumveränderungen des freien Gases durften also 
als ein genaues Maafs der chemischen Lichtwirkung nicht be- 
trachtet werden. 

Die Verfiftsser, denen man bekanntlich auch höohat wettb^ 
votte Uotersaehungen aber die Absorption der Gase verdankt, 
vmen besonders befähigt allen iderartigen Umständen Rechnung 
SU tragen, und die daraus erwachsenden Schwierigkeiten der 
Untersuchung zu überwinden. — Zuvörderst mulste die Zusamt 
naensetzttog des senmtiven Gasgemenges durchaus constant und 
mit Sicherheit bekannt sein. Es erschien am zweck mälsigsten ein 
aus 1 Volum Chlor und 1 Volum Wasserstoff bestehendes Ge- 
menge anzuwenden, welches man aus wäfsriger Salzsäure durch 
Elektrolyse erhält. Drapbr hat zwar ausdrückHch angegeben, 
daÜB auf diesem Wege ein Gemisch gleicher Volume Chlor und 
Wasserstoff nicht erhalten werden könne, die Verfasser überzeug- 
ten sich jedoch durch eine Reihe sorgfältiger Versuche, deren 
Ergebnisse mitgetheiit werden, von der Irrigkeit dieser Angabe. 
I>afs dies elektrolytisch bereitete Chlorknallgas im Dunkeln un- 
veränderlich ist, wurde dbrch eine besondere Versuchsr^he nach- 

> 

gewiesen. Auch nach 21 ständiger Aufbewahrung unter Abechlufii 
allen Lichtes wurde der ganze Chlorgehalt noch unverbunden 
vorgefunden. 

Der ApiMurat, in welchem das so «rhaltene sensitive Gas- 
gemiach der Lichtwirkung ausgesetzt wurde^ hatte folgende Con- 
straelkm: Das Gaagemenge wurde in einem cyUndrischen Glas- 
gdäCsan Kohlenpolen, die durch, innerhalb des Gefäbes mit einem 
GlasÖberzug versehene, P|atindräbte mit vier Kohlenzinkpaaren 
eommonicirten, aas verdünnter Sabsäure entwickelt,' welche, zur 
Vermeidung einer Wiedervereioigung der Gase durch Contact- 
Wirkung, die Pole ganz bede^en mufste. Das entweichende 
Gas ging durch einen Wascbapparat in das mit einem Olashahn 
FsrtKhr. d. Pl^s. UL 21 



332 24. Chemitclw UTivkiiiigaii des Lidites. 

alMiperrbifre, 2 bw 3 CnbikoeiilineUr WMseir CiaiMd« haoklMii- 
gefafs^ weiches bis xum Niveau des Absorptionswaasers geschwint 
war. -*- An Ii^zteres ist ein boriaontal tiegeodts gethciUcs Elehr 
luftdieht angesetat) welches in ein kleines Giaagefaft iBüadUft «dl 
dureh das in demselben «ntbolteae Wasser a^[esperrt itl. Letir 
teres communicirt mit einem Condensationsgefäis E^ in welobeoi 
sieh HoUkohle mit awischengestreutem Kalihydrai befindet Ein 
sweiter derartiger Condensationsapparat G steht durch ein, um 
iem Eintritt in den Wascfaapparat abgeleitetes Seitenrohr mit 
dem Gasentwickhingscylinder in Verbindung. Durch eine gimig 
nete Vorrichtung war es möglich gemacht den Gasatrom bald 
bei überwiegendem Druck von 6 her durch den Insolationsappa- 
rat in das Condensationsgefäis E zu treiben, bald auch demsejhea 
die entgegengesetzte Richtung nach G hin anzuweisen. Auch 
konnte die Gasentwicklung, wenn es nöthig war, dureh Einschal«* 
lung einer Wasserschicht in den Zuleitungsdraht der galvaniachen 
Batterie augenblicklich auf ein Minimum reducirt werben, ohne 
dafs der Slrom ganz unierbrochen wäre. Durch diese Einricb- 
tungen wurde in einer Weise, die hier nicht näher ang^ebeli 
werden kann, der Druck, unter welchem das Gasgemenge ia den 
verschiedenen Theilen des Apparats stand, nicht nur iwähread der 
Dauer eines Versuehs sondern auch in den Zwischenaetten der 
Versuche consiant erhalten, letzteres war aber aur Bewahrung 
des stabilen Absorplionsgleichgewichts, nachdem dasselbe durdi 
anhaltendes Gashindurchleiten einmal erzielt war, durchaus notfi- 
wendig. 

Bei der grofsen Empfindlichkeit des Apparats war ea vor 
allen Dingen erforderUeh jeden Wärmeein&ttfs abauluiüen. Dies 
geschah einentheils in Bezug auf die Wärmeasitlheilting vma dsr 
Umgebung durch zwisdiengesleUte Scfairme, und indem matt das 
Insolationsgeflils in eine an der Hinteraeite eines Sehiims m^ 
gebrachte filechkapsel emsehloIs> deren Deekel zwei farUo«» 
Gtinimefblättehen bildeten, welche von der einfaUende» SfaralH 
long durchdrungen wurden; imlerntheils — insoweU es datasf 
ankam die Wärmewirkung der Strahlung selber aoaanachiiefastt n 
dareh fiinaehsbung einer Wasaeraänie von 80^'» Länge auf der 



•Bufaft d^ Bmror darch «Im ConveiLliMe g^gangeMb Lickl- 



. B«i AiisleUttBg von ProbeverBuchen wurden die Ver^Mser 
«üiädttlairf ekien inerk«Hlrdig«n Vorgang aufaserksatti, weUien 
Me als idioUehaMaohe Indootiim beMioliDen und tma GegMstoud 
ipätorcr juafilhrlieker Unieraoebungeii gemaeht habmi. Es Uml 
niaiKcb die TeUe Wirksamkeit des Lichks auf das tiasgeme&ge 
mcbt m eraten Augenblicke der Bestrahlung, sondern wmier erst 
mcb AWauf v€o> etwa 8 Miouten ein« Die im Anfange der Be- 
alrslilu&g aUraäUg wachsende Abnahme des Oasvohiins in d«r 
Zaiteipheit wurde von diesem Punkt an coostant« Dias Eintreten 
dieaes Conslabtwerdens mulste erst abgewartet werden, bevm* 
■oui durch die Beebacbtung ein vergleichbares IMaafs der eheni- 
sollen Liehtwirksamkeit gewinnen konnte. 

Zur PrüAing der Brauchbarkeit des Apparats und «m den 
Einflufs der Nebenumstände kennen zu lerneiiy war es iHkliig eine 
litditqttttte von ceostanter Intensität bei verschiedenen V-ersuchs- 
reihen zur Verfügung tu haben. Als solche wurde bei den Mfc- 
lieren Vcrsuchei» die Flamme eines ScoTT^soben Brenners bemihet, 
deren gedfster Tkeil durch Schiraie abgeblendet war, während 
mm das Liebi eines Ausschnitts aus denfcnigsn genau bestimmieti 
Theil des Flammenmantds, wo sich, wie durch besondere Beob- 
aebtangen nachgewiesen war, die Liditintensität am langsamsten 
«tt der Höbe änderte, cur Wirkung kam. Bei späteren Versuchen, 
wefehe eine noch grnfisere Conatans der Flamme wüntehenswerth 
■Mehteii, Würde statt des ScoTT^sehen Brenners eine andere Vert'- 
ridifamg angewendety bei welcher das brennende Gas im Innem 
mit durcUSdiertem Boden, versehenen Kastens aus eiwein 
n, bei schwankenden Gaa«ufkifs als Regulator wk-kendea 
WiMHunien unter sehr geringem Dtttsk (0^ bis 1«»» WasserhMte) 
anaatrömte. -«> Die Verfasser waren nun «mäehet benrtthi die 
BednqgKttgen featsustellen nnter denen ihr Verfahren eenstanle 
md btaucfabere Reanitate gab, namentikh kam e» darauf sn t^ 
ennitiefa»» welchen Conoentmliensgrad die Salxsäure im ßas- 
eutnrieyni^sgefafi beaittett mnfste, um ein hinreiobend sensitives 
SU tieCerny sodann » wie lange das Hindurctitreiben 

21» 



324 2^* Chemitdie WifluiDgeii tfes Lichtes. 

des letileren dureh den Apparat gedauert haben onrfstt, um alb 
Luft zu entfernen^ und die abaorbirende Flüssigkeit aur Emekang 
etiles statischen Gieicbgewichta der Absorption mit dem Gaa^ 
gemenge zu^ sättigen. — In ersterer Beziehung ergab sieh, d«ls 
das durch Elektrolyse erhaltene Ghiorknallgas unbrauchbar wurde, 
wenn der Gehalt der Zersetzungsflüssigkeit an Salzsäure von 30 
auf 23 Procent gesunken war. Das HindurcMeiten des Gases 
vor Beginn der Beobachtungen muCste sehr lange, 3 bis 6 Tage 
hindurch, fortgesetzt werden, um den gewiinschten Zweck niit 
Sicherheit zu erreichen. Luftzutritt zu dem Wasser des Appa^ 
rata muis durchaus vermieden werden, denn schon ein imgemein 
geringer Luftgehalt (ein Billiontel der ganzen Gasmasse) zerstört 
die Empfindlichkeit des Gasgemenges, welche dagegen im Zu- 
stande vollkommenster Reinheit aufserordentlich grob ist, so dafa 
selbst das Abendlicht nach Untergang der Sonne noch Explosio- 
nen veranlassen kann. 

Bei Anstellung des Versuchs wurde wahrgenommen, da(s 
nneh wieder erfolgter Ausschliefsung des Lichts noch eine gerhige 
Z«t bis zur vollständigen Beendigung der Wirkung vcrflob, ae 
dafs noch nachträglich eine kleine Verminderung des Gasvolums 
eintrat. Da die Verdnignng von Chlor und Wasserstoff unlnr 
Wärmeentwicklung erfolgt, so war anzunehmen, dafs sieh ein 
Gleichgewicht zmschen Wärmeentwicklung im Innern und Wärme- 
abgabe nach Aufsen herstellen und daher die TemperiBtair des 
Gases während des Versuchs höher sein müsse als die der Um- 
gebung. Da man die in der Zeiteinheit entbundene Wärmemenge 
bwechnen konnte aus der Menge des gebildeten Chlorwaaaer» 
Stoffs, so kam es nur noch darauf an den Abkfihiungseoefficien» 
ten des Insolationsgeffifses zu bestimmen — was durch einen 
besonderen Versuch geschah — um auch die Tempenilurctfa&^ 
hong, wekhe eintreten mulste, durch Redmung zu finden. Aus 
dieser und der derauf folgenden Au^leichung nach Beendigang 
der Liehtmrkung erklärte sich vollkommen die nachträgliohe 
Volnmverminderung, ohne dafs man goiöthigt gewesen wäre eine 
sich nach Beendigung der boletion vdfauehende pfaetoeheosisehe 
Nachwirkimg anminehmett. Diese dmrch die Vereinigia^ dei 



imd Ko«6M. 325 

GUm» nvfc df» WasattmUiff bsdnigle T«iiiperattireriiSfaiMg betrug 
aber MxkB verschiedenen Vertucbsfeihen nur 0J3^ bis 0|96^ 
koMiie. dah«r auf den VorgMg .der Vereinigung niebt von be* 
stemendem oder nodifieirendein Ek^aCs sein. -^ Da der oben 
bnts beiritfiebene Kaslenapparat die HersieUmg einer durchaus 
ednalänten Elamme gestatteley so war dadurch Geiegenbeit aar 
Ansnhnmg von Verniehen gegeben, welehe geeignet waren, über 
einige nuf die chemiaebe Wirkimg des Lkkia beaügliche Fragen 
Anfhbifwig au versebafiEtn. 

Bei Inanchen Naiurforschem erhält sieb noch die Ansicht in 
Geltung» dftls dkse chemische Wirkung nicht sowohl durch Liebt 
gewiaier firoshbarkeit sondern viehnehr durch ein besonderes 
Aliens ansgefibt werde, danach wäre es nicht gestattet die aU» 
geoaeinen Gesetae der optischen Lichtwirkungen auf die chemische 
Aelion ohne Weiteres ui übertragen, es erscbieii daher wän« 
schmswerth den Satz^ dafs die Wirkung dem Quadrate des Ab* 
atandea «ungekehrt proportional sei, auch für die photechcnrisohe 
Aetion.dinect nachaiiweisen. Versuche, die unter Anwendung dev 
Kaatenflamme au diesem Zweck angeatellt wurden, fielen im Sinne 
der Bestätigung dieses Gesetaes für die chemische Lichtwirkung 
atUL * — Bestimmungen der Liclitintensität einer au verachiedenen 
Zeiten in gleicher Weise dargeatellten Kastenflamme gaben genau 
immer daaaelbe Reaultat, wodurch die Brauchbarkeit der Me« 
tbede .nachgewiesen war. 

Wenn die in dem Kastenapperat dargestellte Flamme au vor« 
aebiedenen Zeiten bei gleicher Anordnung des Verbrennungsvor«» 
gangs ven.gleicher chemischer Wirkung sein sollte, so hätte auch 
dea verbrennte Gas in seiner Zusammensetiung unverändert ge- 
bbebnn sein müssen, die chemische Analyse zeigte indessen, wenn 
glteicb nur geringe, Schwankungen in dem Verhältnifs der Be^ 
standtbeile dea au verschiedenen Zeiten angewendeten Gaaea« 
Man mufste daher annehmen, dafs die chemische Wirkung der 
Ausstrahlung durch diese veränderlichen Bestandtheile weniger 
bedingt werde« Diese Betrachtung führte auf eine Untersuchung 
cur Beantwortung der Frage: von weldien in der Flanuno enb- 
hnltenen GemengtheÜen die chemiscbe Wirbing der StaraUung 
vonugaweifte abhängig aei« 



8S6 ^« ChemiMbe Wifkomea 4cs Lichtet. 

B« wurd« eine miher bwAriihffae VankArtom; 
welche es gestattete, duroh Steigerung oder Hemmnig ibe Imt^ 
■ülritta abwechsehid eine, m Folge «ier velliündigen VM'hnin—^ 
euer Kohle, nicht ieuoktende oder die gewöfariidie halte «nd 
ruasende Leuditgeiflnamie, oder enrilielif dureh Bivfükni^ einea 
wü versehiedenen Subatanaan getränkten Kohlenoflindera in 4ie 
Flamme» veraehiedentlidi gefärbte Flaomien lu erhallen. -^ Wäh^ 
rend die StraMuog der leuehlenden Flenune eine bedeutende 
chemische Wirkung hervorbrachte , veraehwand diese aefisri ak 
die Flamme durch Oeffnung der angebrachten Zugifieher nicht 
kttchtttd wurde, man acheini dabo* annehmen au müsaca) dafii 
die chemisch wirksamen Strahlen voraugsweise von den gUhen» 
den Kohlentheilchen ausgesendet werden» NSchal der Kehle 
aeheint das verbrennende Kehlenexydgaa am meistett aar ehemt« 
sehen Wirfcsasikeit des ausgestrahlten Lichtea beiautragen« Auf 
letatere war auch die Färbung der Flamme dureh fraaade KOr» 
per von grorsem Einflub. Flamasen wddbe dureh die Chler* 
Ycrbindungen des Lithiums, Strontiums, Kahnma, Nairiume und 
Barynms roth, violett, gelb und grün gefärbt waren, saigten keine 
melabare chemiacbe Wirksamkeit, dieae war aber sehr bedeutend 
bei der fahlen Flamme dea CUerantimona und bei der durah 
Chlorkupfer grün gefärbten. 

Bin Biniluls der Temperatur, bei welcher die Versuche an- 
gestellt wurden, auf die Grölse der chemiachen Aeüen war awi» 
sehen 18° und 26* G. nicht aii bemerken, au^ waren Schwan- 
kungen des Barometerstandes awiachen 746 und 760^^ ohne Bii^ 
iuls, doch haben spätere Untersuchungen geaeigt dafe der Vor* 
gang durch Dichtigkeitsverschiedenheiten des Chlorknallgaaee 
modificirt wird, für diese daher bei Vergieichung reradiiedener 
Beobaehtungsreihen erforderlichen Falls eine Correciur angebrachi 
werden mub. Wl 



W. C. WmwRn. Ueber die Einvwkuog des Lichts auf Chlor* 
Wasser. Peea. Ann. XCYII. 3Q4r5iOJt. 

H«. Wrrrwm bemüht sich aeme im Berl. Ber. 1895^ p. MI 
erwähnte Methode aur Bestimmung der intenaüät dea Liehta «ad 



Wifkungto «itf CbiorwMMV gegm die EÄ- 
nWMlmigen vMi BvMMN und iWftcoB m rechlfertigen* Da in- 
d fWi w difl*e JUchlfotUguDg in 4er Hauptoache nur durch die 
BüneriMHig ^(ghrt wird» daC» BuMtafi «öd R(moo& voa aeieem 
VfffaliMe ••Mii.höbaren Grad der Geaauigkeii und Zuverlämg« 
Wit vaaUngan, al» er aelbai dieaeoa beimeaee» inswiaeben aber 
die^ Ceoaiinten au dmaarlben Zweek eine Melhede aiigegeben 
haben» ilt^elche allen, auch den sirea^aien Anforderungen au ent- 
aprechen acheint , so wird es nicht nöthig sein auf die Unter- 
auehungen des Hrn. Wittwer ausfuhrlicher zurück zu kommen. 



RoussiBü. De riodure de plomb photograpbique. Ann. d. dum. 
(3) XLVII. 154-163t. 

Hn Rousaiev hat .die Beobachtung gemacht» da£s das Jpdblei 
Wi gieüier SchoeUigkeit durch das Licht verändert wird» diese 
(9i'miß$wg ist aber nicht unmittelbar wahrneho^ar, da die 
g^lbe Ferbe dea Präparate unverändert bleibt; nur wenn zugleich 
SMrba aiigegen, zeigt sich eine grüne Färbung» entstanden aus 
datt^Vioieti der Jodatärke und dem Gelb dea unverändert ge- 
bliebenen Jodbleis» 

. Wird, naohdem sich diese Einwirkung dea Uchta vollzogen 
hat, daa Jodblei mit doppeltkohlensaurem Kali zersetzt und ao* 
d«Ml des Bkä durch einige» Tropfen Essigsäure gelöst, se bleibt 
die vHdette Jodstärke allein zurück« Die Gegenwart der Luft 
aebeini bei dieser zersetzenden Wkkung des Lichts nicht erfor« 
detikihi vvemgßimsk vollzog sich dieselbe in Wasserstoff und Koh** 
lanajhire in gleicher Weise. 

Hr. RoussiBU benutzte dieses Verhalten des Jodbleis, indem 
er Papier mit einem Gemisch aus Jodblei nrit Stärkekleister über- 
zeg, zur Darslellung photograpUseber Abbildungen von Spitzen, 
Federn, Blättern u. dergL — Nach kurzer Bestrahlung erschien, 
giäa auf gelb, ein Bald dea Gegenstandes von wunderbarer Treue. 
Bessere Abbildnngen wurden erhallen, indem ein mit Harzseife 
und Sieske geleimtes Papier zuerst in Bleizucker, dann in Jod- 



328 24. Cbemiflclie Wirkviigen des Lichtet. 

kaliuiiiiösimg getaucht, wodureh abo in der Maeaa mm H i mimt 
achlag von Jodblei entstand, darauf der Bealrahkng auagaedal 
wurde. Das Biid wurde nachher mit einer SalmiakauflAatmg 
behandelt, um das Jodblei lu serselaen, und dadurch 
teren Einwirkung des Lichts vorsubeugen, et erschicD 
lett auf weifs. An der Sonne genügt eine Bestrahlung von l bia 
4 Secunden, welche im Schatten auf 1 Minute verlangerl werden 
mub, zur Darstellung des Bildes. Wu 



Zantedbscbi e Borlinetto. Delle differenze che intercedono 
fra gli effelti prodotli dalla luce e dal calorico sopra i 
cloruri e joduri dargenlo. Wien. Der. XXl. 243-258t. 

Hr. Zantbdbschi glaubt die Frage nach der Identität oder 
Verschiedenheit von Wärme und Licht entscheiden %u könneoi 
indem er ein und dieselbe optisch impressionable Subslam bald 
von 0® bis 100® und weiter bis zur Temperatur des schmelaen« 
den Bleis erwärmt, bald der Lichtwirkung ausseist, und die in 
beiden Fällen eintretenden Veränderungen vergleicht. Versuche, 
wie diese, werden asur Aufklärung über den in Rede siebenden 
Punkt freilich wenig beitragen können, indefs sind einige der er- 
haltenen Resultate in anderer Betiehung von Interesse, sollen 
daher hier in der Kurse erwähnt werden. 

Jodsilber zeigte, je nachdem es aus Jodsink, Jodkalium, Jed» 
ammonium oder Jodcadmium dargestellt war, ein verschiedenea 
Verhalten gegen das Licht. Die aus beiden ersteren erhaltenen 
Proben der Verbindung erlHlen, in Wasser vertheill, nach Uf 
Bestrahlung im directen Sonnenlicht nur eine geringe Farben» 
Veränderung, das aus dem Jodcadmium dargestellte Jodsilber war 
schon nach 3^' bis 4'' dunkel geworden. Auch bei der Erwir* 
mung sur Temperatur des schmelzenden Bleis blieben <lie beidw 
ersteren unverändert, während letsteres dunkel wurde. Ob das 
Jodsilber in allen Fällen vollkommen frei war von einei; Beiimn- 
gung der Verbindungen, aus denen es ausgeschieden war, wurde 
nichl unteraucbt; die Niederschläge schieden sich auch mit ver- 



Oweliwhidigk«it ab, das Jodiilber «us Amn J^dcad* 
aMum am langsaBialcn. -^ Wurde die Fälung mit einem Uaher« 
Behufs von salp^rsaurem Silber bewirlil, se erlitten die Jerfailber* 
niederseUäge swar alle eine Briimung durch Bestrahlungi diese 
aber trat wieder am schnellsten und stärksten ein bei dem aus 
Jodcadmium gefällten. 

Die aus den verschiedenen Jodverbindungen erhatlenen Nie- 
derschläge wurden nun auch noch unter Anwendung von Ceilodium 
xur Anfertigung photographischer Proben benutsL In allen Fällen 
zeigten sich die bei Ueberschufs von salpeters^urem Silber ent- 
standenen Niederschläge am brauch barslen; ein unter Anwendung 
der gelösten Jodverbindung im Ueberschufs erhaltener Nieder- 
schlag war immer wenig impressionabel. War das Jodsink aus 
chemisch reinem Zink bereitet, so stand der aus demselben erbaU 
tene Niederschlag von Jodsilber dem ans Jodeadmium dargest^ 
ten an Brauchbarkeit nicht nach, anders verhielt sich, wie oben 
angefahrt, das mit käuflichem Jodsink bereitete Jedsilber. 

Durch Erwärmung traten gewöhnlich Veränderungen des 
Jodsilbers ein, welche schwächer waVen als die durch Bestrah- 
lung hervorgerufenen, aber in demselben Sinne erfolgten; auf 
diesen Binflufs der Wärme mufs in der Photographie Mcksiehl 
genommen werden. Zu bemerken ist dafs sieh die Veränderun- 
gen des Jodsilbers durch Wärme bis in das Innere der Masse 
erstreckten, während durch das Licht nur ^ie Oberfläche gefärbt 
wird. Wi. 



ZAimnEsCBi e BoBLiMmo. Delle irradiazioni ohimichey e della 
necesaitä del loco foco s4^parato d^ queUo deile irradia- 
zioni calorificbe e laminose. Wien. Ber. xxi. 52i-5;^t. 
Die Verfasser halten es nicht fttr tweekoiälsig, wie es die 
englischen und viele franiösiscbe Optiker thun, die ObjaetivMaseii 
der pfaotographisehen Apparate so zut constrniren, dali die Brenn- 
punkte der optischen und chemischen Strahlen zusammenfatteoi 
weil dann auch der Brennpunkt der Wärmestrahlen, welche eb^- 
falls auf das JodsUber eine zersetsende Einwirkung ausäben, auf 



aSO 24. Gbmitch« WMui^mi^LMbtef. 

dimUM Stelle iailt. Daduieh wird dw GrmHitoii der BiUer 
irülMs^ die Umriaae werden hart und unbeatiHinai Die Objeelive 
von VetoTLÄNDCB, bei denen beide Brennpunkte gekrcnnt aind» 
eraebeinen deher geeigneter sur Ersielang achöner PhoiogrepfaMn. 



Zantbdmcbi e Borlinetto. Dei limiti di impressionahilitä delle 
sortanze fotograficbe; delf iofluenza delle superficie. oei 
fenomeoi fotogenici; della loro chiruica nalara; deimiglio 
ramenti apportati all' arte eliografica. Wien. Ber. XXII. 

261 -268t. 

Die Verfnaaer erinnern in dieaer dritten Notis an die ander- 
weitig (^kannte Thataache, dafs für verachiedene Substanzen daa 
Meieiaavm der cbennaahen Liehtwirkung in veraekiedene Th^ 
des Speetruma fallt, ao für Jodsilber aoüserhalb dea Violett, fiir 
Bromsilber in die Mute des Blau. — lieber die Vertheilung der 
ebemiadMn Liohtwirkung in» Speclrum» sowohl für itie ge* 
nennten al» auch für einige andere Verbindungen (Chlor* 
kupfer und ChloraUber, welches sich verschieden verhält» je 
aeebdeea ea mitteki Chloratrontium oder Chlorbaryum oder aitf 
gnlvnMaefaeni Wege erhalten iat) werden weitere Mittheilon^ 
genueht. 

Denailäehai folgen einige Bemerkungen «ur praktischen Pho- 
tographie, namentlich über Versuche welche angestellt wurden 
um die besonderen Vorzüge des Collodiums und dea Eiweiüsea 
SU prüfen und mit einander zu vergleichen. — Die mit Collodium 
erbeitenen Proben fielen »war achöner aua ale die mii Eiweila 
erhaltenen, aber, während der Collodiumfiberzug nach dem Aua- 
trocknen schon in einigen Minuten seine Empfindlichkeit verlor, 
blieb der Eiweilaakerziag uogeEähr 14 Tage lang impreasienabel. 
Wcirde ein OoHodimnäberaiig noeh mii einer Eiweifssohieht be- 
deckt, ae ertheitte ihm dieae dieselbe längere Dener der Wirk^- 
aemkeit. Wi. 



Z4imM««n «aA B«iiLtir»rto. Literatvr. 33| 

Fernere Literatur. 

Magnss-Labbns/ tieber den Einflufs des Lichts und der 
Wärme aof den reioen Aetber in Berübrung mit der Luft. 
Arch. d. Pharm. (2) LXXXYI. 308-308; J. d. pharm. 1854 Oct. 
p.270. 

X. LAHimtBt. Ueber die desoxydireDde Wirktmg der Son- 
nenstrablen auf Eisenlösungen. N. Jahrb. f. Pharm. TL 147-147. 

DAOiBsr. Ob die actioo of light bn tbegeriDiDetloBofaeeds. 
Rep» of Brir. Amoc. 1855. 2. p. 56-M. 

EiDwirkoDg des Licbts auf das Worzelwacbstham der Pflanzen. 
Ar«li. d. Pham. (2) LXXXV. 63-64. 



WistfenschaftKche Anwendungen der Ptiotographi^. 
Literatur. 

W. GaooKM. DMcriptkiii of ihe wax-paper pcM^is ei»pk>y^ 
for tbe pholo-aieteorograpbic registration« of iba RadcUffe 
Obaervatory. Badcüffe OU. 1864. ^[1]*(XXBI]; Suumas J^ 
(2) XXIL 159-178. 

Sf cMi« SvM» fotografia bioari. cinenio IV. laa-iM« 



f 5. OptMche Apparate. 



J. LiKBiG. lieber Versilberung and Vergoldaog von das. 
LuBiG Ann. XCVIII. lS2-ia9t; Ber. d. tecbn. Comm. d, Kgl. Ak. 
d. Wiss. in München; Cbem. C. Bl. J856. p. 369-371; Dikgi^be J. 
CXL. 199-204; PoJyt. C. BI. 1856. p. 733-738; Cimento HI. 164-166; 
E&DMAjiir J. LXVili. 316-319; Phil. Mag. (4) XII. SS^SSyZ. S. t 
Naturw. VH. 553-555; Chem. Gai. 1856. p..21^216; N. Jahrb. f. 
Pharm. VI. 154-156; Verh. d. Prefsburg. Ver. 1856. 2. p. 53-53. 

Zur Herstellung fehlerfreier Spiegel hat der Verfas9er auf 
V. Stbinhbil*6 Wunsch ein Verfahren ermittelt, um Glas in der 
' Kälte zu versilbern. Man löst lOs'*" geschmolzenes salpetersaures 
Silberoxyd in 200 Cubikcentimeter Wasser au( und setxl- so viel 
ätzende Aminoniakflussigieit zu, bis die Lösung klar ist. Hierzu 
giefst man nach und nach 450 Cubikcentimeter Kalilauge^ vom 
speei&dien Gewieht 1,06, oder Natronlauge vom spec. Giewicht 
1,095. Den dabei eintretenden schwarzbraunen ^SederschIag 
bringt man durch einen neuen Zusatz von Aetzammoniakflässig* 
keit zum Verschwinden. Diese Mischung verdünnt man dann so 
weit mit Wasser, bis sie ein Volumen von 1450 Cubikcentimeter 
einnimmt. Die Mischung wird dann tropfenweise mit einer ver- 
dünnten Lösung von salpetersaurem Silberoxyd vermischt, bis 
ein bleibender, starker grauer Niederschlag entsteht, und zuletst 
soviel Wasser zugefügt, dafs man im Ganzen 1500 Cubikcenti« 
meter Flüssigkeit erhält. Die Kali- oder Natronlauge mufs frei 
von Chlormetallen sein. Unmittelbar vor der Anwendung mischt 
man die Flüssigkeit mit yV ^^^ i i^^^^ Volumens Milchzucker- 
lösung, welche einen Gewichtstheil Milchzucker in 10 Theilen 
Wasser enthält Das zu versilbernde, sorgfältig geputzte, Glas 
wird auf eine passende Weise in die Flüssigkeit gehängt, und es 
schlägt sich nun, bei der sogleich eintretenden Reduction, ein 
Theil des Silbers auf dem Glase nieder. Schliefslich wird die 
Platte mit warmem destillirten Wasser gewaschen, mit feinem 
Polirrotb und Saromt polirt, und mit einem FirniÜB aberzogen. 



Linie. Lj^s. Pbtitjia». t. Roeunm. ^33 

VergvMungen von Glas Ueften sidi nur mit hetis^h Fttifleig- 
koitcii ▼ornehmen, und erwieten aich überhaupt ^ts tehwieriger. 
Die Beschreibung des Verfahrens ist im Original nachzulesen. 

Bf. 



J. LöwB. lieber die nasse Versilberung des Glases auf kal- 
teo) Wege. Dinglbr J. CXL. 204-20öt; Chem. C. Bl. 1856. 
p. 491-493. 

Die oben beschriebene LiEBiu'sche Methode erfordert eine 
▼OB Cbiorverbindungen und kohlensauren Salsea freie alkaiieche 
Lauge. Da eine solche, namentlich im Grofsen, schwer herzu- 
stellen ist, so empfiehlt Hr. Löwe ein anderes Verfahren, in wel- 
chem eine Li^ige von Aetzkalk angewandt wird. BU 



J. 'Pbtitjean. Improvemenls in silvering, güding, and platini- 

zing glass. Chem. Gaz. 1856. p.318-320t; Pogg. Ann. Cl. 
313-315t; Notices of tlie meetingg of tlie Roy. lost. VI. 308; Mech. 
Mag. LXV. 4-5; DinglirJ. CXLI. 438-441; London J. ofarts 1856 
Jaly p.34; Chem. C. Bl. 1856. p. 909-911, 1857. p. 615-616; Z. S. 
f. Naturw. X. 387-387; Siluman J. (2) XXIV. 268-269; Polyt. C. 
Bl. 1857. p. 1100-1101; N. Jahrb. f. Pharm. VIII. 107-107. 

,,Das Verfahren des Hrn. Petitjban besteht wesentlich in 
der Bereitung und richtigen Anwendung einer Silberoxyd, Am- 
moniak, Salpeter- und Weinsäure haltenden Lösung, die fähig ist, 
bei gewöhnlichen oder etwas erhöhten Temperaturen metallisches 
Silber auf Glas abzusetzen.*" Bf, 



Y. RoGisTSR. Ueber die Anwendong ebener Spiegel zum 
Telegraphiren. Dikglie J. CXLI. 269-2741. 

DscHeit rechmirt die Prioritfit der Brfimtm^ Yen S|fiegel^ 
takgraphen, iiaiäA wie sie LsstimRB (Berl. 0er. 1616. p.866f) 



334 2S. OptiadiB ApiMNta. 

aagagibw iiat, fär 4eB veMt#ilMiieB Hrn. v. RooittüB« wekh» 
äbalMbe Apparate adioii vor 12 JahrM cotiilruiri «ad Jm fctyts^ 
scheu lUlitiirbehörden inilgetfieilt hab«. Die ZaiebM Miiridi 
dabei durch rasche Drehung eines Spiegeis hervorgebraohly wel- 
cher bei einer bestimmten Lage das (erforderlichen Falls von 
einem zweiten Spiegel reflecürte) Sonnenlicht der entfcrnien 
Station ausandte. BL 



Martin de Brsttbs. R^clamation de priorit^ adress^e ä Toc- 
casioD d'une communicatioii coDceraant le Systeme de 
t^^raphie aotaire de IL LBSBcaas» G. R. XLlIf, dO*59t; fo«(. 
1856. p. 254-254. 

Der Verfasser erinnert daran, dafs er im Journal des armes 
speciales vom Jahre 1851 einen Aufsatz publicirt habe, worin 
sich Vorschläge zur Benutzung des elektrischem Lichts zu tele- 
graphischen Signalen finden. Die längere oder kürzere Dauer 
der Lichtsignale soll ähnlich, wie in Lesburrb^s Vorschlag, die 
Modificationen der Zeichen liefern. Bi» 



I Imray. Distanzmesser. Polyt. C. BI. 1856. p.598-599t; Lon- 
don J. 1856 Febr. p. 83. 

Das Instrument soll dazu dienen, die gegenseitigen Entfer- 
nungen von Objecten zu bestimmen, welche sich mit dem Beob- 
achter in derselben geraden Linie befinden. Ein Fulsgestell 
trägt einen horizontalen getheilten Stab; an dem einen Ende 
desselben ist ein Fernrohr so befestigt, dafs seine Axe gegen die 
Richtung des Stabes senkrecht steht Der Beobachter sieht 
durch das Fernrohr auf einen, nur zur Hälfte belegten, Spiegel, 
weicher unter 45® gegen den Stab geneigt ist. Der Stab trägt 
men zweiten Spiegel, welcher dem ersten zugekehrt, und gegen 
den Stab unter emem beliebig zu stelienden Winkel geneigt ist 
Maa varsehicbt luui dan zweiten Sfaegel iäaga des Siebes, bis 
er die. von #rstM beehieblfitaa Ol^eGia anigahsadca» SlniUMi 



HARTiir M BanvBi. Imiiat. Komunu. $S6 

in 4er Biohtwig 4Us SUbet sinn ersten Spiegel eehiekt Denn 
lieh* der Beebaehier »«gieieh des Okjecl und eein (dnreh &we^ 
melige Reflexion entstandenes) Spiegelbild. Ist q> der Winkel, 
welchen die Normale des zweiten Spiegels mit dem Stabe ein- 
schliefst, und a die Entfernung des zweiten Spiegels von der 
Axe des Fernrohrs, se ist a Ig29> die Entfernung des Objectes 
A vom Beobachter. Kennt man nun durch Messung von ^^ oder 
durch eine Beobachtung den Werth von tg 2g>, so kann man 
leicht die Entfernungen aller Objecte bestimmen, welche in der 
verlängerten Axe des Fernrohrs liegen. Bt. 



K. KoRisTKA. üeber eine neue Methode, Höhenwinkel mittelst 
Reflexion zu messen. Gau«xaT Arch. X;CY11. 275*290t. 

Die Conslruction dieses für Reisende bequemen „Reflexions- 
hypsometers'* ist im Wesentlichen folgende. Unterhalb der 
optischen Axe eines in der Hand zu hallenden Fernrohrs, ist in 
einem Ansatz eine Libelle angebracht, welche um eine horizon- 
tale Axe drehbar ist. Ein ebener Spiegel, unter 45** gegen die 
optische Axe des Fernrohrs geneigt, ist in demselben so befe- 
stigt, dafs er das Gesichtsfeld vertical halbirt, und ein Bild der 
Luftblase der Libelle in der Bildebene des Objectivs entwirft, 
wenn Fernrohr und Libelle horizontal stehen. Wird nun da« 
Fernrohr um einen bestimmten Winkel in der Vertiealebene 
gedreht, so verschwindet das Bild und erscheint eiti wieder an 
dem fräbereo, durch einen horisontalen Faden markirtsn Or4, 
weiBB die Libelle um den gleichen Winkel in die liocizontale 
Lage zuriickgedreht wird« Dieser Winkel wird an einem Greii- 
hegen abgelesen. 

Um das Verhkiben des FernreJkrs in der Vertiealebene eeor 
trolliren zu können, hat der Verfasser den Querschnitt dsf Li^ 
bellcttröhre oval gewählt, und durch den Punkt ihrer Oberläche, 
welcher dem hSehsien Punkt der Luftblase in der normeidii 
Lege enhiprtebl, «wei Linien^ eine perellel der Lingsaxe der li- 
belle» ttiul eine eenkrcoht darauf geeege«. 



336 ^' Oprische Apparate. 

Der Verfasaer giebt eine specielle Beachreibiuig und Theorie 
•eines Inairumenia, das sich ihm auch praktisch bewährt hat. 

Bt. 



W. E. Mbtfokd. Improved theodolite. Mech. Mag.LXiy.265-270t. 

Die hier beschriebenen Verbesserungen sind meist speciell 
technischer Natur, und lassen sich auszugsweise und ohne Figur 
nicht wiedergeben. ^ Bt, 



Le Molt et Robert. Lentilles ä eau et r^flecteurs ^lectrotyp^s. 
CoBinos IX. 564'565t, X. 505-506; Polyt. C. Bl. 1857. p. 476-476. 

Eine Kugelkalc^tte, aus einer gul geblasenen Glaskugel ge- 
schnitteni wurde auf einer ebenen Glasscheibe befestigt, und der 
innere Raum mit einer durchsichtigen Flüssigkeit gefüllt. Diese 
planconvexen Linsen leisteten als Beieuchtungslinsen gute Dienste. 
Desgleichen benutzen die Herren Le Molt und Robert als Re- 
flectoren gläserne Kugelkalotten, welche auf der convexen Seite 
galvanisch versilbert sind. Bf. 



PoKRo. Lunelle Napoleon III. Cosmos IX. 4oi-4o4t. 

Diese niedlichen Fernröhre sind nur So*»"* lang und gestat- 
ten dennoch eine zehnmalige Linearvergröberung. Das Rohr 
•itftt auf einer hohlen Handhabe, und ein Druck mit dem Dau- 
men auf eine bewegliche kleine Scheibe bewirkt die richtige 
Einstellung, so dafs das Instrument für den Gebrauch auf Rei- 
sen und im Kriege den höchsten Grad der Bequemlichkeit er- 
reicht zu haben scheint Nur der Preis von ISO Francs ist noch 
SU hoch. 

Es ist eine geschickte Combination von drei Prismen aus 
FKnt- und Kronglas. Das erste, achromatisch, mit convexer 
Vorderfläche, dient als Objectiv; die eingetretenen Strahlen wer- 
den dann nach unten reflectirt, erleiden in dem tweiten, im 



MiTFOBD. Lk MoLT und Robert. Porro. ▼. Littrow. 337 

Handgriff enihaltenen Prisma eine zweimalige totale Reflexion, 
wenden sich nach oben zurück, treten in das Ocularprisma, wer- 
den hier in die horizontale Richtung refleclirt, und treten aus 
einer convexen Fläche aus. Das Fernrohr ist aufserdem mit 
einem passenden Fadenmikrometer versehen. Bt. 



K. V. Littrow. Ueber lichte Fäden im dunkeln Felde bei 
Meridianinstrumenlen. Wien. Ber. XX. 25.3 -260t; Inst. 1856. 
p. 247-247. 

Die Asteroiden sind zu lichtschwach, als daCs sie sich mit 
dem gewöhnlichen Mikrometer (dunkle Fäden auf beleuchtetem 
Felde) beobachten liefsen. Der Verfasser hat nun ein Mikrome- 
ter construirt, welches lichte Linien auf dunkelem Felde zeigt, 
und sich am Fernrohr so anbringen läfst, dafs man nach Belieben 
entweder das alte, oder das neue Mikrometer benutzen kann. 

In den Weg der Strahlen, welche von der gewöhnlichen 
Beleuchtungslampe ausgehen und durch die hohle Axe des Fern- 
rohrs in den Würfel eintreten, um auf die Beieochtung8elli{»se zu 
fallen, ist innerhalb des Würfels eine matt geschliffene Glasplatte 
eingeschoben, welche nur die mittleren Strahlen (welche die 
ßiripse nicht treffen würden) auffangt. Diese Platte ist auf der 
glatten Seite mit einer Mischung von Copalfirnifs und Rufs über- 
zogen, und in diesen Ueberzug ist ein Liniennetz so geritzt^ dafs 
die Linien an den Stellen, wo sie sich kreuzen würden, unter- 
brochen sind. Hierdurch wird jede Ansammlung von Licht im 
Gesichtsfelde vermieden. Das Licht, welches durch die Linien 
dringt, fällt auf einen runden Planspiegel, welcher gegen die op- 
liftcbe Axe des Fernrohrs geneigt ist und die auffallenden Strah- 
len dem Segment einer kleinen Linse zuschickt, welches, aufser- 
halb des vom Objectiv kommenden Hauptstrahlenkegels stehend, 
im Brennpunkt des Fernrohrs ein Bild des hellen Liniennetzes 
entwirft, ohne die vom Gestirn ausgehenden Strahlen zu hem- 
men. Die Lage dieses Bildes gegen das Fadenkreuz hängt von 
der Stellung des Oculars ab. Will man nun mit hellen Linien 

Fortscbr. d. Pbys. XII. 22 



338 ^^' Optische Apparate. Rkblbubkr. 

auf dunkelem Felde beobachten, so dreht man die Beleuchlungs- 
ellipse so, dafs sie keine Strahlen von der Beleuchtungslampe 
erhält; und will man dunkele Linien auf hellem Felde haben, so 
verdeckt man die kleine Linse durch einen vorgeschobenen 
Schirm. Bt 



A. Rkslhubkk. üeber Stampfer's Lichtpunktmikromeier im 
Fernrohre des Meridiankreises der Sternwarte zu Krems- 
münster. Wien. Ber. XX. 314-326f; Inst. 1856. p. 248-248. 

Dies Mikrometer erfüllt denselben Zweck wie das vorsie- 
hende, und hat sich im Gebrauch seit dem Jahre 1852 bewährt 

Die von der Beleuchtungslampe ausgehenden Strahlen fallen 
nach ihrem Durchgang durch die Beleuchtungsellipse auf swei 
Thermomeierkügelchen; diese reflectiren das Licht aaf eine Shti- 
Itch wie oben angebrachte Linse, welche dann im Brennpunkt 
des Fernrohrs die Bilder zweier lichtschwacher künstUcher Sterne 
erzeugt. Man moderirt das Licht derselben so, dafs es dem des 
beobachteten Sternes gleich ist, und bringt ihre Bilder succcssive 
piit dem des wirklichen Sterns zur Deckung. Bi. 



S, Stampfer. Zusatz zu vorstehender Abhandlung. Wien. Ber. 
XX. 327-334t. 

Dieser Zusatz enthält nähere Erläuterungen der Mikrometer- 
construction, Vorschläge zu Modificationen u. s. w. Bt. 



E. BatJCKE. Obje.ctträger aus Canarienglas. Wien. Ber. X». 

430-432t; Chem. C. BI. 1856. p. 923-925; Z. S. f. Natarw. IX. 
178-178; DiHOLER J. CXLIV. 438-440. 

Hr. Brücke benutzt Objectträger aus Canarienglas für das 
Mikroskop, wenn er genöthigt ist, blaues Himmelslicht anzuwen- 
den. Die Linsen der Mikroskope sind meist für Wolkenlicht ge- 
wählt, und diesem ist das durch Canarienglas gegangene Himmets- 



STAMma, B«ifeMK. l^n»ftA€zBK. Wsmbam. BAtutt. Rood. 339 

lieht Shnlicher id der Zttstotoiensetiuiig als das miürliehe; ^^ 
wird nämlich ein Theil der brechbarsten Strahlen abgestuft, und 
em anderer ThaU ^bsorhkt Zugleich werdsD die Qb'yüü^ selbst, 
welche möglicher weise fluerescireii köQotea, ver den wirkaame» 
StraUw geachtttat« Bi. 



l SeoLAC^BK. Beschreibung eines neuen eioracbeja Hand^ 

mikroskopes mit Flüssigkeitsliose. Jahrb. d. geol. Reichsanst. 

1856. p.97-99t. 
Die Kugel ist in einer genau sphärischen Ptatinform gebla- 
sen, und verläuft in eine kurze Thermometerröhre. Sie ist mit 
Terpenthin5l bis zu | der Röhre gefüllt, so dafs sich die Flüssig- 
keit ungehindert ausdehnen kann. Die Fassung besteht in einer 
Messinghülse, welche eine Objectiv» und eine kleinere Ocular- 
Öffnung frei läfst und zugleich als Handhabe dient. Ein passen- 
der Objectträger ist an der Hülse verschiebbar. Bt. 



F. H. Wbnham. On the aperture of object glasses. Silliman 

J. (2) XXI. 103-104t; J. of micro'sc. scieoce 1855 Oct. 
J. W. Bailby. Remarks od Mr. Wbnham's paper on the aper- 
ture of object glasses. Silliman j. (2) XXI. los-ioef. 

Eine Discussion zwischen den beiden Herren über die Frage, 
inwieweit Objectivlinsen mit grofser OefTnung bei Objecten nütz- 
lich sein können, die mit Canadabalsam überzogen sind. Bi. 



0. N. Rood. On certain adaptalions of Ihe Compound mi- 
croscope. Silliman j. (2) xxi. 106-11 if. 

Die Abhandlung enthält Bemerkungen über die Benutzung 
des Mikroskopes zur Bestimmung der Krystaliwinkel, Brechungs- 
indices etc. Bt. 



22' 



340 ^ Optisdie Apparate. »Aii^vwi. litentfvr. 

n'klWM. Zur Mikroskopie. Terii. 4. oatarb. Vcr. d. Rhdal. 
1856. p. SJ-^Si. 

Bemerkungen über die Wirkong sehief auffallender Strahlen, 
welche bei Objeetiven mit grefaer Oeflhung oder hei der Ver* 
dttokehiiig der Objectivmilte durch eine kleine «idurehaiehtige 
Seheibe (atop) hervortritt, ober den Condensor u. a. w. Der Ver- 
faaaer theilt dieae Bemerkungen mit für Leaer» welche mit der 
engBachen mikrogkopiachen Literatur nicht vertraut aind. ßt. 



Feraere Literatur. 

Paarv. Einige Bemerkungen über Fernröhre. Mitth. d. naturf. 
Gel. in Bern 1856. p. 1 37-152. 

Sro.NBT. On a^ collimator for completing the adjustments of 

reflectlDg teleSCOpes. Atliea. 1856. p. 1094-1094; Inst. 1856. 
p. 451-451; Rep. of Brir. Assoc. 1856. 2. p. 30-31. 



Vierter Abschnitt. 



W Armelehre. 



36. Theorie der Wärme. 



H. Helmholtz. On the iuteraction of natural forces. Phil. Mag. 
(4) XI. 489-518; Silliman J. (2) XXIV. 189-216. Siehe Berl. 
Ber. 1854. p. 377. 

R. Clalisius. On a modified form of the second fundamen- 
tal theorem in the mechanical theory of heat. Phil. Mag. 

(4) XII. 81-98. Siehe Berl. Ber. 1854. p. 369. 

A. Moritz. Rectification d*une erreur döcouverte dans la 
table de JVl. Rrgnallt relative k la force ^tastique de la 

vapeur d'eau. Inst. 1856. p. 377- 379. Siehe Berl. Ber. 1854. 
p. 386. 

MoKiN. Rapport sur les appareils propos^s pour le chauffage 
sans combustible, au moyen d'une force perdue ou uon 

employöe. CR. XLII. 719-725; Inst. 1856. p. 149-149; Cosraos 
VIII. 432-43S, 455-462, 472-473; Cimento III. 449-453; Z. S. i: 
NaIurw.VIH. 45-46-^ Diitqua J. CXLI. 187-191; Polyt. C. Bi. 1856. 
p. 865-886. Siehe Berl. Ber. 1855. p. 372. 
C. P. Smyth. Note on solar refraction. Monthly notices XVI. 
120-123; Cimento III. 435-438. Siehe Berl. Ber. 1855. p. 368. 



A. V. Baumgartnbr. Von der Umwandlung der Wärme in 
Elektricität. Inst. 1856. p. 450-450; Wien. Ber. XXII. 513-522t. 

Hr. V. Baumoartnbr sucht die bisherigen Anwendungen des 
Geaelses von der Erhaltung der Kraft dadurch zu vervollständi- 
ge», dafs er die Verwandlung von Wärme und Elektricität in 
iiMndev nackbsuwei^en sucht. Wenn eine galvanische Säule ven 



344 2^- Theorie der Wärme. 

passender Stärke durch einen Draht geschlossen wird, welcher 
abwechselnd aus gleich dicken Platin- und Silberstücken besteht, 
so werden alle Platinstücke glühend, die Silberstücke nichU 
Daraus schliefst Hr. v. Baumgartnbr, dafs beim Uebertritte aus 
Silber in Platin ein Theil der Elektricität in Wärme verwandelt 
wird, dagegen beim Uebertritte von Platin in Silber ein eben so 
grofser Theil von Wärme in Elektricität. Es ist dies wohl nicht 
so paradox gemeint, wie es klingt, da in den nachfolgenden Er- 
örterungen aus einander gesetzt wird, dafs der elektrische Strom 
eine Bewegung sei, die sich den Wellenbewegungen ähnlich fort- 
pflanze, und dafs diese Bewegung, wo sie Widerstände trifft, in 
Wärmebewegung übergehen könne. Nach der gangbaren Vorstel- 
lung der Physiker ist in einem solchen Falle die Quantität strömen- 
der Elektricität, entsprechend der überall gleichen elektrodynami- 
schen Wirkung des Drahts, in allen Theilen des Drahtes dieselbe, 
und nur die Erschütterung der Drahtmolekeln, welche als Wärme 
erscheint, in den gut und schlecht leitenden Theilen verschieden, 
und es würde von dieser Ansicht aus der von dem Verfasser ver- 
suchte Beweis nicht als solcher anerkannt werden können. Hm. 



V. Baumgartnkr. üeber den Elnflufs, den die neueren Arbei- 
ten über Warme auf unsere Grundbegriffe üben müssen. 

Tagebl. d. Naturf. io Wien p. 78-79; Inst. 1857. p. 12-13t; Liter. 

Gaz. 1857. p. 45-46. 
Hr. V. Baumgartnbr bespricht hier in einem vor der Nalurfor- 
scherversammlung gehaltenen Vortrage, die Vorsteliuiigeiiy welche 
man sich nach der mechanischen Wärmetheorie über Absorption 
der strahlenden Wärme/ Wärmeleitung, Wärmecapacitat, Wärme- 
menge machen müsse. Hm. 

V. Baumgahtnbr. Das mechanische Aequivalent der Warme 
und seine Bedeufnng in den Naturwissenschaften. Diefeier- 

iiclie Sttztiiig der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften am 

60. Mai 1856. Wien 1856. p.9-37; Dinolia J. CXLVI. l»l-204t. 

Ein populär wissenschaftlicher Vortrag, in einer Festsitzung 

der Wiener Akademie gehalten, worin die Lehre von der Erhalt 



T. BAvmARTNBii. Rbcch. Grote. 3|.5 

der Kraft und eine Reihe ihrer allgemeinen Polgerungen 
$mB einander gesellt werden. Hm. 



F. Ruca. R^capitulaüoo tr^s-succincle des recherches al- 
göbriqaes faites sur la th^orie des effets m^caniqaes de 
la chalenr par diff^renls auleurs. Lioutillb J. 1856. p. 58-75t. 

Hn flsECH scheint es übernommen zu haben, aus seiner frü* 
heren sehr allgemein gehaltenen und sehr weitläufigen Arbeit*) 
einen kurieren und verständlicheren Auszug zu machen, bei wel- 
chem die neueren Arbeiten von Clausius mit berücksichtigt sind. 
Man kann nicht sagen, dafs diese Recapitulation sehr kurz gefafst 
(teea-suocincte) sei, oder als sehr verständlich empfohlen werden 
könne, weil Hr. Rbbch durch Anwendung einer Menge unbestimm- 
ter Functionen seinen Formeln eine Allgemeinheit zu erhalten 
sucht, die hier gar keinen Zweck hat, das Studium des Aufsatzes 
aber aufserordentlich erschwert. Hm. 



W. R. GaovB. Corrdlation des forces physiques. Troisidme 
Edition traduite en frangais par M. Moigno, avec des notes 

de M. Sbguim aio6. CimentoIV. 275-288; Cosmos IX. 666-672t. 

Das Werk von Hrn. Grovb '), welches im Wesentlichen eine 
mit vielen hübsch erfundenen Versuchen illustrirte populäre Dar- 
stellung der Lehre von der Erhaltung der Kraft enthält, ist von 
NoieNO in das Französische übersetzt worden, und wird von ihm 
bei den französischen Lesern mit vielen überschwenglichen Lo- 
beserhebungen und theologischer Begeisterung eingeführt, wobei 
er auch die Kunst des Uebersetzers zu loben nicht vergiCst. 
Ueber seine eigene Sinnesänderung betreffs dieser Sache tröstet 
sich MoiONO witzig genug mit einem Spruch aus der Apokalypse, 
den er auch den Lesern zuruft: Accipe librum et devora illum, 
et faciet amaricari ventrem tuum, sed in ore tue erit duice tam- 
quaail mel. Für den französischen Leser liegt denn natürlich der 
Honig dariU) dals „die grofse Idee von der Identität der Wärme 

*) LioUTiLLt J. 1853. p. 357-568; Berl. Ber. 1853. p.404. 
•) Vergl. Berl. Ber. 1848. p. 66. 



346 ^' Theorie der Wärine. 

und Arbeit eine französische idee" sein soll» ^^zuerst 'dureh <Us 
Genie des grofsen Montgolpibr aufgehellt". Als CuriosuBi ftu 
erwähnen wäre noch Moigno's Conjeckir, dafs im Buche der 
Weisheit Salomonis (Cap. 2, Vers 21) gesprochen wird 1) vom 
einfachen Maafsverhältnifs sieh verbindender Gase, 2) von dem 
einfachen Zahlenverhältnifs der vielfachen Verbindungen sweier 
Körper, 3) von den festen stöchiometrischen Gewichtsverhalt- 
niasen; denn es heifst dort: Omnia in mensura et numero et 
pondere disposuisü. 

Sbouin hat das Buch mit erklärenden Noten begleitet 
Während Hr. Grove nur davon spricht, dab alle Naturkrafle ge- 
genseitig auf einander einwirken können, und während die vor- 
liegenden Thatsachen höchstens zu dem Schlüsse bereefatigeii, 
dafs alle Kräfte Bewegungskräfle seien, sucht äBOuirf die Ansicht 
durchzuführen, dafs alle Kräfte nur verschiedene Erscheinungs«^ 
weisen von Nbwton's Gravitationskraft seien. Bin Tfaeil der 
Massenatome wird als ruhend und im Gleichgewicht befindlieh 
gedacht, und bildet die wägbaren Körper; ein andrer Theil der- 
selben Massenatome schwärmt mit grofser Geschwindigkeit im 
Welträume umher, und bildet die Imponderabilien. Durch die 
Einwirkungen dieser letzleren auf die ersteren Atome wird die 
Ausdehnung der Körper erhalten. Der Referent hegt starke 
Zweifel, dafs diese Hypothese bei einer vollständigen matbema- 
tischen Prüfung derselben sich als ausreichend bewähren möchte^ 
obgleich Moigno die darin enthaltene Erklärung der Cohäaion für 
eine der glänzendsten Eroberungen des menschlichen Geistes 
hält Jim. 

J. PmKH. On the origin of the central heat of tbe giobe. 
Mech. Mag. LXV. 130-132t. 

— ~ Ou tbe origin af solar, plaoetary and stellar heat 

aud light Mech. Mag. LXV. ]dö*157t. 

Hr. PiTTBR stellt sich die Wärme als einen Stoff vor, welcher 

bei der starken Oompression der Materie im Innern der Welt- 

körper aus dieser ausgeprefst werde, wie Wasser aus einem nassen 

Schwamm (Gleichnifs des Verfassers, nicht des Referenten), fim. 



PiVTBR. GaOTI. 347 

W. JL GiofE. Sofloe experiments s;howiog ihe appareiit coii- 
ver§ioo of eleciricity into mecbanical force. PhU. Mag. 

(2) XI» 225-227t; Aroh, d. sc. phys. XXXll. 50-52. 

— — Infereoces from tbe oegation of perpelual moiioo. 

Phil. Mag. (4) XL 315-a22t; Proc. oi Roy. loftt 1856 Jao. 26; 
Cosmos VIII. 219-224, 272-276; ArcL d. sc. phys. XXXIl. 47-50; 
Mech. Mag. LXIV. 199-201, 220-222. 

Hr^ Gbovb bespricht kl den vorsiehenden Aufsätien die wech- 
selaciligen BesiekuDgen zwischen den verschiedenen Naturkraften 
in expathnenteller und populärer Weise, wobei er manche neue 
interessante Versuche beibringt. Er schhefst sich dabei im Gän- 
sen den von Mayer, Joule, W. Thomson, Clausius, dem Re- 
ferenten vertretenen Ansichten über die Erhaltung der Kraft an, 
unterscheidet aber nicht immer ganz scharf zwischen den Be- 
griffen der Kraftintensität und der Arbeit. So berichtet er z. B. 
in den beiden Aufsätzen über elektrische Versuche, deren Ge- 
meinsames es ist, dafs elektrisirte Körper unter dem Einflufs ih- 
rer eigenen Abstofsung oder fremder Kräfte bewegt werden, wo- 
bd denn je nach der Richtung der Bewegung die freie Spannung 
(oder Potentialfunction) der Eiektricität vermehrt oder vermindert 
wird, und demgemäÜB auch die davon abhängigen Gröfsen Schlag- 
weite, elektroskopische Wirkung u. s. w. wachsen oder abnehmen. 
Hr. Grovb scheint geneigt anzunehmen, dafs dabei Eiektricität 
selbst verschwinde und in Arbeit verwandelt werde, und glaubt, 
dafs diese Thatsachen aus den gewöhnlichen theoretischen An- 
sichten über Eiektricität nicht hergeleitet werden könnten. In- 
dessen folgen sie in der That daraus. Das Maafs der Arbeit, 
welche durch die Elektrisirung eines Körpers geleistet wird , ist 
das Product aus der Masse der Eiektricität und der Potential- 
function. Aendert man die Form des elektrisirten Körpers, so 
ändert man bei gleichbleibender elektrischer Masse die Potential- 
function, und 2 war proportional der dabei von den elektrischen 
Abstofsungskräften positiv oder negativ geleisteten Arbeit. Nä- 
hert man z. B. zwei durch einen leitenden Faden verbundene 
elektrisirte Kugeln einander, welche übrigens wohl isolirt sind, 
so stfifst sich ihre Eiektricität gegenseitig stärker als vorher ab, 
und obgleich die Menge der auf*beiden vorhandenen Eiektricität 



348 26- Theorie der Wärme. 

nicht zunimiiii, nimmt doch ihr BeAtreben von den Kugcltt za 
entfliehen zu; es wird deshalb die Schlagweite gröfser, und wenn 
wir eine der Kugein mit einem Elektrometer verbinden, geht 
mehr Elektricität auf dieses über als bei grSCserer Distanz der 
Kugein. Die Steigerung der Wirkung entspricht hierbei aber 
eben nur einer Steigerung der Potentiaifunction (sogenannten 
freien Spannung), nicht einer Vermehrung der Menge der Elek- 
tricilät. Es wird hierbei nicht Arbeit in Eiektricität verwandelt, 
sondern die vorhandene Elektricilät nur in eine engere WirJcmigs* 
Sphäre zusammengedrängt. Hm. 






R. Hoppe, lieber die Wärme als Aequivalent der Arbeit. 
Poeo. Ann. XCVII. 30-34t; Sillimam J. (2) XXI. 409-411; Phil. 
Mag. (4) XII. 75-78t. 

R. Glausius. Notiz über den Zusammenhang zwischen dem 
Salze von der Aequivalenz von Wärme und Arbeit und 
dem Verhalten der permanenten Gase. Poee. Ann. XCVifl. 

173-178t; SiLLiMAN J. (2) XXII. 402-403. 
W. J. M. Rankine. On heat as the equivalent of werk. 
Phil. Mag. (4) XII. 103-104t. 

Hr. Hoppe giebt eine vereinfachte Darstellung der Folgerun- 
gen, welche aus der mechanischen Wärmelheorie für Gase fliefsen, 
wobei im Wesentlichen derselbe Weg verfolgt *wird, wie ihn 
W. Thomson schon früher eingeschlagen hatte'), nur dafs statt 
des Volumens und der Temperatur hier das Volumen und der 
Druck als Urvariable betrachtet werden, und die Aufgabe streng 
nur für vollkommene Gase gelöst wird, bei denen aufserdem die 
specifischen Wärmen als unabhängig von Volumen und Druck 
betrachtet werden. 

Dagegen entwickelt Hr. Clausius die Gründe » warum er 
früher ein complicirteres Verfahren einschlagen mufste, und weist 
nach, dafs sein Verfahren allgemeinere Gültigkeit hat ah das 
von HoppB. Der Hauptunterschied liegt darin, dafs Hoppe die 
Unabhängigkeit der specifischen Wärmen von Temperatur und 
Volumen voraussetzt, was jetzt allerdings durch Regnault^s 

*) BerL Ber. 1850, 51. p. 570. 



Hoppe. Clausiüs. Ramkiüc. Clausius. W.Thomson. 349 

Versuche bestätigt i$t, früher aber den Vorstellungen der meisten 
Physiker widerspracli» 

Hr. Rankine verwahrt sich gegen eine Bemerkung, wodurch 
der englische Auscug von Hoppb^s Arbeit eingeleitet wird, und 
welehe die Darstellung von* Hoppe auf Kosten der früheren ähn- 
lichen Arbeiten zu bevorzugen scheint. Hm. 



R. Glausius. On the discovery of the true form of Carnot's 

fanction. Phil. Mag. (4) XI. 388-390f. 

W. Thomson. On the discovery of Ihe true form of Carnot's 

fUDClion. Phil. Mag. (4) XL 447-448t. 

Hr. W. Thomson hat die Behauptung, dafs Carnot's Tem- 
peraturfunction gleich der absoluten Temperatur, multiplicirt mit 
dem mechanischen Aequivalent der Wärmeeinheit, sei, einige Male 
als eine Vermuthung von Joule bezeichnet, weil Joule sie ihm 
in einem 1848 den 9. December geschriebenen Briefe ausgespro- 
chen hatte. Dagegen remonstrirt Hr. Clausius, indem er für 
HoLTZMANN (Bcrl. Ber. 1845. p. 98) die erste Auffindung jener 
Formel in Anspruch nimmt, und für sich selbst die erste richtige 
Auaekiaudej-aetumg der. Principien, auf welche jene Formel ba- 
sirt ist. 

Hr. Thomson citirt in seiner Antwort nur die betreifenden 
Stellen aus seinen Aufsätzen, um zu zeigen, dafs er die An- 
sprüche von Hrn. Clausius in keiner Weise hat beeinträchtigen 
wollen. 

Referent mufs dazu noch bemerken, dafs die Ableitung jener 
Formel von Holtzmann auch dann vollkommen richtig ist, wenn 
man sich auf den Standpunkt von Hrn. Clausius stellt, da sie 
aus den Differentialgleichungen hervorgeht, welche für unendlich 
kleine Temperaturintervalle gelten, und die Differenz zwischen 
Holtzmann's und Hrn. Clausius Ansichten und Gesetzen erst be- 
ginnt, wenn jene Formeln integrirt werden, um Ausdrücke zu be- 
kommen, welche für ein gröfseres Temperaturintervall gelten. 

Hm. 



350 ^^« Theorie der Wärme. 

W. Tbomson und I. P. Jocle. üeber die Wärmewirklingen be- 
wegter Flüssigkeiten. Poes. Ann. XCVII. 576-589. Siehe BerK 
Ber. 1853. p. 412. 

«— — On tbe thermal effects of flaids io motion. Froc. of 
Roy. Sog. VUI. 41-42; Phil. Mag. (4) XII. 466-466f ; Mech. Mag. 
LXIV. 275-275; Inst. 1857. p. 31-31. 

In Fortsetzung ihrer zur Bestimmung der Form von Car- 
not's Temperaturfunction unternommenen Versuchsreihen (BerL 
Ber. 1853. p. 412 und 1854. p.361) über die Temperaturen von 
Gasen, welche durch sehr feine Oeffnungen ausströmen » haben 
die beiden Beobachter auch Wasserdampf in derselben Weite 
ausströmen lassen, und gefunden, dafs für jedes Pfund Ueber- 
schufs des Dampfdruckes über den der Atmosphäre eine Abküh- 
lung um 0,2 Centigrade eintrat, so dafs der Dampf stets wärmer 
als 100® und trocken entwich, während bekanntlich sonst, wenn 
der Dampf aus einer einzelnen gröfseren Oeflhung entweicht, 
wobei seine Theilchen eine grofse Geschwindigkeit erlangen, 
welehe geleistete Arbeit repräsentirt, eine beträchtlichere Abküh- 
lung eintritt. Bm. 



] 



J. P. Joule and W. Thomson. On the thermal effects öf floids 

in motion. Proc.of Roy. Soc. VIII. 178-185; Phil. Mag. (4) Xlfl. 
286-291 1; Inst. 1857. p. 233-236. 

Die Autoren haben bisher nur die Temperatur untersucht, 
welche Gase schliefslich annehmen, nachdem sie durch enge 
Oeffnungen geströmt sind und ihre erlangte Geschwindigkeit 
durch Reibung wieder fast vollständig verloren haben. In «dem 
vorliegenden Aufsatze gehen sie auf die Bestimmung der Tem- 
peratur in solchen Punkten der Bahn der Gastheilchen ein, wo 
diese noch eine beträchtliche Geschwindigkeit haben. Aus den 
allgemeinen Gesetzen der mechanischen Wärmetheorie ergiebt 
sich zunächst, wenn T die absolute Temperatur (gerechnet von 
— 274® C.) der zufliefsenden, als vollkommenes Gas betrachteten 
Luft bezeichnet an einer Stelle, wo ihre Geschwindigkeit gering 
ist, t dagegen an einer Steile, wo die Geschwindigkeit einen hohen 
Werth 7 erreicht bat, wenn ferner a die Schallgeschwindigkeit 



W. Thomsom und Joule. 354 

und k das VerhältnÜB der specifischen Wärme ist, dafs dann 

T ^ 2 aJ 

sein inufs, welche Reibungswiderstände auch dagewesen sein 
mögen, vorausgesetzt nur, dafs die Luft keine Wärme abgegeben 
oder empfangen habe. 

Nun kann man q nicht durch Beobachtung bestimmen. Man 
kann nur ermitteln, eine wie grofse Quantität Luft im Ganzen 
durch jeden Querschnitt der Röhrenleitung fliefst, und demgemäfs 
berechnen, wie grofs die Geschwindigkeit Q der ausfliefsenden Luft 
sein würde, wenn man ihre Dichtigkeit als unverändert ansehen 
dürfte. Die Autoren nennen Q die reducirte Geschwindigkeit. 

Wenn keine Reibung in der Röhre slaltrände, würde sein 

Dieser Ausdruck hat ein Maximum, wenn 

i = 0,83 T, 
und dieser Maximalwerth ist 

-^ = 0,578. 
a 

Da bei gewöhnlicher Temperatur (13® C.) die Schallgeschwindig- 
keit a etwa 1115 engl. Fufs beträgt, so ist die gröfste reducirte 
Geschwindigkeit, welche ausströmende Luft von dieser Tempe- 
ratur abnehmen kann, 644 engl. Fu£b. Die Abkühlung würde 
dabei 19 Centigrade betragen. 

Diese Rechnungen sind unter der Voraussetzung gemacht, 
dafs keine Reibung staltfinde. Durch Reibung kann die reducirte 
Geschwindigkeit jedenfalls nur vermindert, nicht vermehrt wer- 
den. Bei Versuchen, wo die Luft durch enge Oeffnungen in 
KupferplaUen von 0,029, 0,053 und 0,084 ZoU Durehmesser aus- 
flofi^, fanden die Verfasser, für diese Oeffnungen berechnet, eine 
reducirte Geschwindigkeit von 550 Fufs. Da jenseits der Oeff- 
nun j sieh der Luftstrom wohl noch etwas znsammenBieht, würde 
sie an dieser engsten Stelle noch etwas höher ausfallen. 

Dogegen nehmen nun Thermometer nnd therinoelektrische 
ßlemenle nicht eo niedrige Tempererturen an, wie sie der Rech- 



^ I 



352 ^^' Tbeorie der Warnpe. 

nung^ntch in den schnell bewegten Theilen der Luft aUltfinden 
sollten. Die Verfasser glauben dies daraus erklären su müssen, 
dafs gerade an der Oberfläche fester Körper, welche in einen 
solchen Luftsironn eingesenkt werden, eine sehr intensive Reibung 
und Erwärmung der Lufttheilchen stattfindet. Sie finden dies 
experimentell bestätigt an Thermometern und thermoelektriscben 
Löthstellen, weiche mit grofser Geschwindigkeit durch die Luft 
im Kreise geschwungen werden, ein Verfahren, welches neuer- 
dings empfohlen war, um die Lufttemperatur unabhängig von der 
Strahlung kennen zu lernen, aber zu diesem Zwecke nicht an- 
gewendet werden darf. Auch unter Umständei;, wo Wärmestrah- 
lung keinen Einflufs haben konnte,, liefs sich durch schnelles Um- 
schwingen des Thermometers seine Temperatur leicht um PF. 
steigern. 

Bei den Versuchen mit Luft, welche durch kleine Oeffnun* 
gen flofs, ergab die Rechnung viel gröfsere Unterschiede zwischen 
der Temperatur der Luft und des Thermometers, für eine Ge* 
schwindigkeit von annähernd 1780 Fufs einen Unterschied von 
137^ C. Danach erscheint es wahrscheinlich, dafs auch die Me- 
teorsteine, welche mit einer Geschwindigkeit von 6 bis 30 engl. 
Meilen sich durch die Luft bewegen, derselben Ursache ihre 
Wärme verdanken. Hm. 



A. Kmökig. Grundzüge einer Theorie der Gase. Berlin 1856« 

p. l-8t; Chem. C. BI. J856. p. 725-730; Pooe. Ana. XCIX. 315- 
322; Inst. 1856. p. 408-408; Z. S. f. Math. 1857. J. p. 170-187; 
Arcli. d. »c. pliy». XXXIII. 137-139; Ann. d. chim. (3) L. 491-497; 
Cimento VI. 435-441. 

Hr. Krönig hat eine Hypothese über die Conslituiion der 
Gase und die Art der Wärmebewegung in denselben aufgestelltt 
welche durch ihre Einfachheit sehr überrascht und doch im Stande 
ist über die Erscheinungen, welche ruhende oder langsam ver- 
änderte Gasmassen von beliebiger Temperatur darbieten » voll- 
ständigen Aufschlufs zu geben. Selbst für diejenigen, die nicbl 
geneigt wären, eine von den bisherigen Vorstellungen der Phy- 
siker ziemlich abweiehende Hypoihese anzunehmen, mufa diese 



KiMvi«» 353 

Hypttbese Int^eaa« hubeo^ Wfil die gandnatmen F#lg«nuigen 
jeder mecbaDifcben Wfimetheorie l^i ihr se leicht und schlagend 
heraoaiprii^en. 

Hr. Krönig macht die Annahme, dafs die Gasthcilchen gar 
keine Fernwirkungen auf einander ausüben, sondern in gerader 
Linie und mit constanter Geschwindigkeit in den verschiedensten 
Richtungen sich durch den mit Gas gefällten Raum htnbewegen, 
bis sie auf einander oder gegen die Wand eines Gelabes stoben, 
dunn aber wie vollkoflaiuen elastiaelie Körper turückgeworfen 
werden. Er nimmt zweitens an, dab die absolute Temperator 
proportional sei der lebendigen Kraft der bewegten Gaspartikelchen. 

Der Druck gegen die Wand wird hervorgebracht durch die 
Stöfse der Gasatome gegen die Wand. Nennen wir also die 
Masse eines Partikelchena nt, seine gegen die Wand senkrechte 
Geschwindigkeit c, und die Zahl der Stöfse in der Secunde, 
so ist der davon herrührende Theit des Druckes gleich mea. 
Denken wir uns das Geiab paraUeiepipedisch, und nennen die 
betreflende Flaohe 92, die darauf senkrechte HAhe j:*, so ist ftlr 

jedes einselne Atom die Zöhl der Sibtse a = ^, der davon her* 

rührende Druck abo -k-~ . Ferner ist 4ie Wirkung, welche alle 
Atome susammen^ deren Zahl n sei, auf eine FlScheneinheit von 
jfs ausüben, offenbar proportional — , und so erhalten wir den 
Druck p 

xyz V ' 

wo A eine Constante und v das Volumen des Gases ist. Setzen 
wir mc^ gleich der absoluten Temperatur f, so ergiebt sich 

welches der Ausdruck des MARioTTB^schen und GAY-LussAC*schen 
Gesetzes ist 

Die Wärmemenge Q ist gleich der lebendigen Kraft sämmt- 
Ifcher Gasthcilchen zu setzen, also Q s= nmc* ^ nt Setzen wir 
in gleichen Vohimina einfacher Gase gleiche Zahl von Atomen 
voraus/ so wird b^i gleicher Temperatur auch die darin enthal- 
tend Wärmemenge gleich sein. 

FMtMltf . 4 Phjt. XIL 23 



3^4 26. The«H« <1^ Wime. 

Dm ftp*ciinclie WKraie fer |;(«icb«i Vtolimi «rgi^M iidl 4ä^ 
dach liir vencbiedene Gate »Ib gleidi, iMid fiir ft&e^ ikhwtlnt «h 
unabhängig vom Volum, wie es auch die mechanisoh« WCrme« 
Uieorie ToraQssetst 

Lä£st n^an 4a« Gas in einen Iteren Raum MMiMmen, also 
sich ausdetmen, ohne Arheil £U Terrichlen, so kann dabei die 
Geschwiiidigiieit itdt Oüitloine» alto die Temperatur MSht gdin- 
dert werden, eulsprechend der Hypothese von MAVfea über die 
Natur der Gase. Dehnt sieh das Gas dagegen aus, indem ein 
Stempel lurückgesogen wird, so werden die gegen diesen an^ 
prallenden Gaspartikelchaa mit geringerer Geschwindigkeit lurfick* 
geworfen^ da« Gas wird sich ablnihlen. 

Die ■aechaniseken und thermischen GrundphSnomene der 
Gnse werden also ton dieser Hypothese leicht und ^roflstlind^ 
erklärt. Referent erlaubt sich nur tu hem«rken, <liiis rn^ ge- 
wisse kleine Abänderungen daran •vergenommen Werden mOssc», 
am die Mögfiehkeit vnn soiehen Bewegungen der LuRmassie m 
erklären^ wie a. B. dio SchliUhewegung «eine 4st, hti Welcher ver* 
scbiedene Tbeile derselben Luftmaase verschiedeoe Goachwindig* 
keit haben. Bei der Schallbewegung üben die Lufttheilchen 
Kvifl« gtegcn einander ma^ von denen die ursptihigfiche "Foran 
dMT KEWio^schen Hjrpotheae absUrdhirt^ Indosaan Übi «ich Mfih 
die Schallbewegung erklären, wenn man annimmt, da(s im All- 
gemeinen die Gaspartikelchen keinen langen Weg aurücklegen, 
ohne von anderen Partikelchen getroffen und surückgewdrfen su 
sein. Damit dies ge s c h e he n kVnnte, mäftHe «entweder, der Durch- 
messer der PartikelcHen nicht ui klein gegep ihren mittleren Ab- 
stand sein. Oder besser noch wäre es wohl vorausaiisetaen^ dab 
die Partikelchen unendlich klein seien, und nicht durch Stob, 
sondern durch Abstofsungskriifte %uf -einander wirkten, die erst in 
Distsnsen thatig werden^ welche g^en daa «dttleram Abstand 
der Gaspartikelchen sehr klein sind. Streng genommen ist ja 
auch der StDÜi nichts anderes als einr Ahitofsuag imlmr dem 
EinfluBse solcher Kräfte. Dadurch wUrdis Um. Knimn's Au^ 
nähme den biaharigen physikuliscben VorstcUiuigm äfcnlieher, 
und deshalb vielleicht manchen Physikern annehoabarer warden» 
ohne etwas von ihren wesentlichen Vorf^gen fimufrüfam . lim. 



JL/A;:ikMitML On ikeOff of lieat. PhM. JMag. (4) XU« d9il-4A2i. 
' ' Hp/YIariiison setzt suenit die GrtHi)de aus einander j weiche 
daftir sprechen, dafe strahlende Wärme mit Licht idetitiseh sei, 
und in Vibrationen bestehe, welche senkrecht gegen die Fort- 
pfianxungsriGhtung geschehen. Dagegen läfst er die gewöhnliche, 
wi^ 0ttMen49 y/ärme aus Vibrationen bostehen, weiche nfich 
allen drei Dimcoiiionett ijifochdben. Er sokrtibi übrigeas diese 
Vibrationen den wägbaren Theilchen der Körper tu, vnd leugnet 
4ie ImpondarAhitto». Wie .er die Sofafwierigloeiten einer solchen 
.AiVi^bw? «horwipdel^ li^fsl mk W« 4em ^^fi>i^en k^r^m Aus- 
JWgf 4^ Ahh^dlwig mhi ühfis^en. Hm. 



R. Cuosius. Ueber die Anwendung der mechahischeti 
Wärmetheorie auf die' Dampfmaschine. Poee. Ann. XCVII. 
441-476^ 5l3rö&8f; MJi. üag. (4) XII. .^1*^65, 336-354, 42fM4A; 
Sjtf.9^m^ Jl. (?) KXH. 18pr»oa, 364^374, If^JOtf^ 2^6. 

, Jib-^OMiimMfi «>ebt ^ier «j^e T>be(»ri# «dar D^^Co^nchine, 
AMÄri.Alf^ diefSjy^ 4lfiv ine^cbMis«^ Ak^£i^«fiAb^orie ijp»d name^^ 
ii^ a«ich auf 4ie 43ere!chw99in der Oicfatigkeit des gcnättigten 
Pao^f^p melifhp m aalhs^ wfiKt a«gapitfdl( IpaU» ipit Hülfe 4^ 
Hy^mlMfafW ^jfiMh^s^^ d«a saM«Q» 4iurqh .di^ U^iUaiFMcbung^ 
y/ni ^liLp Mi¥) Thomson im Wf sefiMidben ab ithatiä<UUicb rict^tig 
iuiaMitig^ ifljji. ^ wwden amäctiail die figtnicfaaft^f» dfr mit 
Wasserst^fib .gwiiA^^tm Oiwple» ao w#it aie bei df^* JPimv^- 
maschine in Betracht komgien, aus der veränderten Form des 
CARMOT'schen Princips, welche Hr. Clausius ') aufgestellt hatte, 
noch einmal entwickelt, und unMiitlich der Fall genauer unter- 
m^y W> /M>lf}ber Painpf, ohne W^rpie w ifvnpfangen und ab- 
V^m/dikP^^ Vfk einem iS^afs^ enthalten, Ä9(> wialches Jang^am sein 
.yi[|lumm ü#4wt, ^ da£s ^ liwB^^ m^ aj^o unter 4r|>ei>s- 
UÄatlWft .ai|sd|i|t^t. ;^s wir4 d^na die Wirl^wg ^eiiifr mfigj^^t 
vA)U(ov(wene9 Al^aehiiie «uptwanpht, >vob^i va» der Rfeib^g .dur 
||l9sfhJi*fAMi«U^ <^ «iiiw4ai:s vaiy Vpi;|i%|i4eii«fw ^n«a.^cbAd- 
lichei^, Raumes abstrahirt wird, und j^,(Üfvy» m miii w i ^ i^ n 4^ &e#- 
sels mit dem Cylinder als yollkommen leicht vorausgesetit wird. 

>) Berl. Ber. 1854. p. 369. 

23* 



356 ' 2^* Theorie der Wime. 

Der VerfaMer gelangt dabei wesentKch m denselben iUMÜUitaii 
wie Rankinb '). Schliefslich werden noch die Einwirkungen der 
genannten Unvoilkommenbeiteo der Maachinen auaröhrli^ erörtert 



J. P. JouLB. Note on CLAtwiim's application of the mechanical 
theory of heat to tbe steam-engine. Piiii. Mag. (4) XII. 

385-386t. 

CLAUSII38. Reply io a note of Jodle. PfaU.Mag.(4)Xli.4^r46dt. 
Hr. Joule verwahrt sich dagegen, dafs er seibat nicht von 
Anfang an die MAYER*sche Hjrpothese ober die Natur der Gaae 
sollte für richtig gehalten haben , und Hr. Clausius erkennt 
dies an. Hm. 

L. M. P. GosTB. Memoire sur la relation entre la tempöra- 
ture de la vapeur et sa tension. C. R. XLIII. 90-9it. 

Hr. CosTB geht von der alten, jetst widert^en Annahme 
aus, dafs die specifische Wfirnie eines Gases dorch Comprearinn 
vermindert werde. Er verlegt femer den absoluten Ndlpunki 
auf — 222* C* und behauptet, dab die spedfischen Wärmen ge- 
sättigten Dampfes sich umgekehrt wie die von diesem Noliponkt 
aus gerechneten Temperaturen verhalten. Daraus conslnmi er 
eine Formel für das Verhältnifa von Temperatur und Drack des 
gesättigten Dampfes, welche sich aus den Gleichungen 
,- ^ 322 

2- = P 

ergiebt, wenn man m eliminirt. P ist der Druck in Atmosphi* 
ren, t die Temperatur, von —222* an gerechnet; das -f Zeichen 
gilt für Temperaturen unter 100*, das — Zeichen für htthere. Die 
Formel enthält swei willkürlich lu bestimmende Oonstanten, 
nämiidi A und die Lage des absoluten NuHpunkIs, und pafti, 
wie jede Formel mit iwei Constanten thun mub, siemlfch gttt 
mnerhalb gewisser Gränien. Bm. 



') Berl. Ber. 1854. p. 366. 



JovLi. CLAvsm* Com«. 'LseaA»»« t4.Sktdijtc. 357 
Lbmaivb. Note 8ar ia chalear latente des vapeors. c. K. 

XUI. 2f 3-215; Inst. 1856. p. 60*61; PoM. Ann. XGVill. S49rd52t. 

Wenn Wasser in Dampf übergehl, so ändert sich seine 'spe- 
cifische Wärme in die viel gröfsere des Dampfes. Der Formel 
von Rbonault für die gesammte Wärme des Dampfes 

(^ = 606,5 + 0,305 f, 
wo i die Temperatur, von 0® ab gezählt, bedeutet, legt Hr. Lb* 
GRAND deshalb den Sinn unter, dafs darin die eigentlich latent 
gewordene Wärmemenge 606,5 susammengefafst sei mit derjeni- 
gen, welche nöthig sei, um den Ueberschufs der specifischen 
Wärme des Dampfs bei der Temperatur i su decken, so daiii 
«rstere doch wie hei Southbiui als constant angesehen werden 
dürfe. Nur freilich mufs hier als specifische Wärme des Dampfes 
nicht die bei conatantem Druck noch die bei constantem Volumen, 
sondern die bei constant erhaltener Sättigung betrachtet werden. 

Hm. 



V. Sbydlitz. Relation zwischen der Wärmecapacität, Tempe^ 
ratur und Dichtigkeit der Gase, insoweit sie dem Ma- 
RioTTB'schen Gesetze unterworfen sind; Anwendung dieser 
Relation auf die Schichten der atmosphärischen Luft und 
auf barometrische Höhenmessung, sowie Bestimmung der 
mittleren Höhe der Atmosphäre. Pooe. Ann. XCVJlf. 77-90t; 
C;otmos IX. 386-386. 

— — lieber die Temper^turabnahme in den Luftschichten. 
Pooe. Ann. XOX. 154- J 56t. 

— — Die Hypothese. Die Wärme ein Product aus Tem- 
peratur und mechanischer Kraft, und die Theorie der 
Aequivalenz von Wärme und Arbeit. Poee. Ann. XCIX. 
562-574t. 

Der Verfasser entwickelt in diesien drei Aufsätten eine Reihe 
von Theoremen ul^er die Eigenschaften der Gase und Dämpfe, 
über die Temperatur der verschiedenen Schichten und die Höhe 
der Atmosphäre aus einigen Itypothesen, die ihm von den wenig» 
sIen Phystkem als richtig mSditen aogegeben werden, a. B. dafs 
Temperaturgleichgewicht iwischen iwei Luftmasaen herrsefaty wenn 



358 2^ Tli«drie ikr Wftnm.' > 

bfide. in gletdicin Kwo» g^kh viel Wärme tnlhallwK iemtr d%t$ 
die Wännflaitffigen in zwm gleickm und gleich dichita Lirfliiia8- 
sen .sieb wie die Quadrate der Temperaturen verhalten. Dem 
entsprechend wird für die Warmevertheilung in der Atmosphäre 
denn auch zunächst die Annatime gemacht, dafs alle Lufttheilchen 
gleiche Wärihemengen enthalten. (Jebrigens mufs tleferent be- 
kennen, dafs ihm sehr vieles ih den Aufsätzen unverständlich ge- 
blieben ist, und deshalb den Leser, welcher sich dafür interes- 
sirt, auf die Originatabhandlungen verweisen. läm. 



G. PlaHb. Memoire sür le catctfl dö I* chöleuf söUife re^M 
etl un poifl! queleotK^ne de la snrface de la letre, dlärl^ 
l*hypdtbese d*üne absoiplidn d« la öbalefir par Tatiboöphdre. 

C; R. XLIH. tO»5-1«97t. 
Hf. Plarr hat den von Pouillet aufgestellten Ausdruck') 
(1,7633) p' benutzt für die Sonnenwarme, welche auf ein Quadrat- 
centimeter einer gegen die Strahlen senkrechten Fläche fällt, 
nachdem die Strahlen die Dicke s der Atmosphäre durchdrungen 
haben, und daraus berechnet, wie viel Wärme ein Quadralcenti- 
meter der Erdoberfläche im Laufe eines ganzen Sommers und 
Winters empfängt. Beide Jahreszeiten werden durch die Aequi- 
noctien geschieden* Hr. Plarr berechnet die Dicke . d^r Eis- 
schichten, welche durch die ganze von der Senne kommende 
Wärmei A, und duroh den die Atmosphäre durehdriogenden Theil, 
Ht im Sommer geschmolzen werden kennen, and findet für, den 
Aequator h « 17,8*", O =3 U>9"'; von da waehseii sie und errei- 
chen ein Maximum, k von 19,4"" in 25® Breite und H ven i;2|7» 
in 18^ Breite. Von da hilen sie bia zum Pole, wo ihre Werthe 
14,8'" und 6,1"* erreichet). Vom Aequator bis zu gewisaeiS Breiten 
(70'' im Sommer, 34»5' im Winter, 50<' im Mittel) i«l die vn der 
Erdrinde absorbirte Wärme gröber ala die von der Atmosphäre 
absorbirte, ßta Pole umgelKehrt. 

Im Mittel für eme ganze Hemiai^häre wird geaehmoken ei^ 
Eisachieht von 18^"* im Sopimer« ymfk iO|i9» im Winter 



PuuHi': FmciB. T. Babo. 359 

St wtfdM gstehinelitii 11>9* im SMioier, 6,1" im Winter 
durch die rM der ßrdoberfläebe afesorbirt« Wärme, 7" im Soin- 
mer, 4,8» im Winler durch die vmi der Atmosphäre abserbirte. 

Um. 



Fbick. tieber eioen neuen Apparat für die Spannung des 
Wasserdampfes im lafleritillten Baume. Ber. d. Freiburg. 

Gei. I. lOS-ICSf. 

Ein Glasgefäfs ist durch einen sweifach durchbohrten Kork 
geschlossen» Durch die eine Durchbohrung ist eine als Mano- 
meter gebogene, durch die andere eine gerade Glasröhre ein- 
gesetzt. Mittelst der Luftpumpe und einer Chlorcalciumröhre 
wird das Gefäfs mit trockener Luft gercilit^ dann Quecksilber in 
die Manometarröhre gegossen und endlich auf die gerade Röhre 
ein Glastrichter mitteist einer Kautschukröhre aufgeseilt, weiche 
letatere mit einem Quetachhahn versehen ist Bringt man nun 
Wasser in den Trichter und iäfst davon einige Tropfen in das 
Gefäif fUefsen^ so zeigt das Manometer die Zunahme der Span* 
nung an. Kr* 



▼. Babo. Ueber die Spaonkrafl des über Salzlösungen be- 
findlichen Wasserdampfes. Ber. ci. Freiburg. Ges. I. 18-20t. 

Durch Vcraoche, die nidil näher mitgetheilt sind, findet 
Hr. V. Ba»# unler anderem > dafs die verschiedensten Salie in 
Btuthung Aof dif SpaBnkraftavermiQdfrung des Wasserdampfee 
bei veracbiedenen Temperaturen demaeiben Geaetze folgen^ oder 
d«(s zwei Lösungen verschiedener Sake, welche gleichen Siede* 
punki beaitzeB und die Spannkraft des reinen Wasserdampfes bei 
dieaem Punkte um eiAeo gewissen Bruchtheil vermindern» die 
proptriionale Verminderung der Spannkraft auch bei niedrigeren 
Temperaturen hervorbringen. Kr. 



360 ^* Theorie der Wtene. 

A. W0LLNBR. Ueber den Eänfhirs des Proceolgehalles auf die 
Spaookrafl der Ü&mpfe aas wässerigen Saizatiflösungen. 
laaugaraldissertalion. MvAdien 185«. p. s-27f . 

Der Verfasser verspricht sich nähere Auskunft über den Zug 
der Saizlheilchen zum Wasser aus Beobachtungen über die Ver- 
änderungen, welche die Spannkraft des letzteren durch Aufnahme 
gelöster Salze in verschiedenen Verhältnissen und bei verachie- 
denen Temperaturen erleidet. — Ueber diesen Gegenstand sind 
nur von v. Babo ') Versuche angestellt, die indessen, wie Hr. Wüll- 
NBR näher nachweist, wegen gewisser Mängel des Verfahrens 
kein genaues Resultat geben konnten, weshalb denn auch das fiir 
Chlorcalciumlösungen gefundene Gesetz, wonach die Spannkraft- 
erniedrigung unter 100* proportional derjenigen sein soll, welche 
beim Siedepunkt eintritt, kein Verlrauen verdient. 

Von den drei Fragen, welche sich darbieten: Welchen Ein- 
flufs hat der Procentgehalt der Salzlösung auf die Verminderung 
der Spannkraft? Wie wird die Spannkraft modificirt durch die 
chemische Verschiedenheit der Salze? Wie wird die Spannkrafts- 
Verminderung caeteris paribus durch die Temperatur bedingt? — 
beabsichtigte der Verfasser zunächst nur die erste zu beantwor- 
ten. Sein Verfahren war folgendes. 

Er liefs mit der zu untersuchenden Flüssigkeit angefüllte 
Kügelchen in wohlausgekochkeA Barometern aufsteigen, nachdem 
die Spitze derselben zuvor unter Quecksilber abgebrochen war. 
Beim Füllen der Kügelchen bemühte man sich zwar die Luft 
möglichst zu entfernen; indessen konnte dies nicht vollstiiidig er* 
reicht werden, da ein Auskochen der Lösung,, weil es deren 
Procentgehalt verändert haben würde, nicht zaiäsaig war. Un 
den hieraus entstehenden Fehler lu berichtigen, wurde der mit- 
telst eines Kathetometers abgelesene Quecktilberstand in den se 
vorbereiteten Rohren verglichen mit demjenigen in einem andern 
Barometer, welches in gleicherweise behandeltes, alte ebenfalls 
lufthaltiges, Wasser enthielt. Zog man von letzterer AUesong 
den der Temperatur entsprechenden Dampfdruck des Wassers 
nach Rbonault ab, so ergab sich die bei den vorliegenden Ver- 

') Berl. Ber. 1847. p. 75. 



Wd&ftUBiiv CaloritcslieüiiselliBeii. 361 

suchen wegen des Luftgehailes der Lösungen ansubringende Cor- 

In solcher Weise wurde für die Auflösungen von Kochsals 
und Chbrkab'um bei verschiedenen Concenirationsgraden, welche 
für erstere von 4 bis 32 Procent, für letztere von 2,5 bis 30 Pro- 
cent in regelmäfsigen Intervallen sunahmen, bei Temperaturen, 
die für jede Versuchsreihe constant blieben, die Dampfspannung 
bestimmt. Diese Beobachtungen führten zu einem allgemeinen 
Satz, welchen der Verfasser in folgenden Worten ausspricht. 

„Die Verminderungen der Spannkraft der Dämpfe aus ver- 
schiedenen wässerigen Lösungen eines und desselben Salzes ver-» 
hallen sich bei gleicher Temperatur direct wie der Procenigebalt 
dieser Losun|i^n." 

Uebrigens wurde bei 174* C. die, Dampfspannung des reinen 
Wassers von liybl*"^ durch einen Gehali der Lösung von 4 Ptroc. 
Kochsalz um 0,34"*% von 5 Proc. Chlorkalium um OySö"*"" erniedrigt. 

Den Grund der Verminderung der Spannkraft sucht Hr. Wüll- 
vmu darrin, dab jetzt ein Tbeil der expaodirenden Krefl der Wirme 
dttreh die Anziehung der Salzmolecüle gegen das umhüllende 
Wasser ausgegiiehen werde, daher bei einer bestimmten Tem« 
peralur schon unter geringerem Dampfdruck em Gkiehgewichls* 
sttsland eintreten könne; Es sei nun Mehl begreiflich, dafe dicf 
(yröfse dieser molecuhireii Anziehung dem Salzgehalt proportional 
seilt müise. Wi, 

Calortsche Maschinen. 
Literatur. 
Ehic880?i. New dir engine. Mech. Mag.LXIV. i-5, 487-489; Üimg- 
Lza J. CXL, 259-265; Polyt. C. BI. 1856. p. 449-456. 

B. Chbverton. Od the caloric engine, and od Ihe nature of 

motive power. Mech. Mag. LXIV. 82-85. 
J. RAMfißorroM. The caloric eogioe. Mech. Mag. LXIV. lio-iii. 
Pascal. Mixed-vapour engioes. Mech. Mag. LXIV. 241-244; 

Polyt. C. Bl. 1856. p. 783-788. 

C. W. SiEMKws. The regenerative steam engine. Mech. Mag. 

LXV. 55-57, 79-81 ; Liter, «az. 1856. p. 188-188. 



30S 2*^' WärmeevtcbeiiniigeD.M ohemittbeti Processen. 



97. Wäriiieers«$lieinoiigeii bei ehemiselieii 

Processen. 



MiTscHBRLiCB. Note sup la chaleur qai se döveioppe, lorsqne 
les crislaux de soufre fondu chaogent de forme cristallioe. 
Ann. d. efaim. (3) XLYI. 124-126; Cimento HL 231-232. Siehe Berl. 
Ber. 1852. p. 415. 

T. Woo»8* Oq tbe extsteoce of multiple proportioo in the 
qaanlkies of beat, or equivaleot aileratioD of interaal 
Space of bodies, caused by definite changes of State as 
.produeed by ohemical combioaliOQ or oiberwise. Prec.of 

Roy. Soc. IU. 4-7t, 211 -211t | Cosmos VIII. 499-501; Plul. Bfag. 
(4) XU. 65-^; Z. S. f. Naturw. YIIL 214-215; Init. 1856. p.a91* 
39n Chem. Gaz. 1856. p. 116-119. 

Hr. WooM geht van 4er BetrachUmg aut^ dafs das Volvn 
alkr Körper beetebe aus dem Vclyn der materiallen Molaeüfe 
und dem Voltti» der leereo ZwiscfaenrfiiHDe. Er meint nunt dafa 
bei aUes VarSndaruagen, welche die Körper eineetbeils beim 
Uabergang aas einer Aggregattorm in die andere» andemthaila 
baim. antreten, in ohemiaehe Verbindungen erleiden, «ucb die 
Verändiirungen der leeren Zwischenräume sich für die veracbie» 
denen Körper nach multiplen Verhältnissen vollziehen. 

Als Maafs der VeränderilAg d^r Zwischenräume betrachtet 
Hr. Woods die Wärmeentwicklung; er hält also seinen oben er- 
wähnten Satz für bewiesen, wenn die Wärmemengen, die sich bei 
der Verbindung der Aequivalente verschiedener Körper mit einem 
und demselben, z« B. mit Sauerstoff, entwickeln, Multiple derselben 
Zahl sind. Dies bestätigt sich ihm nach einer Zusammenstellung 
der Ergebnisse, welche sowohl er seibat als auch andere Fer^ 
scher bei ihren betreffenden Versuchen erbalten haben. 

Wir lassen die von Hrn. Woons gefundenen Zahlen folgen, 
obwohl kein Uribeil über ibren Werth gestattet ist, da die Ein- 
seinheiten der Vnraudie nicht mitgetheiU werden. Wird smr 
Wärmeeinheit diejenige Wärmemenge genommen, welche IOOOf 



' • ' 'Wo#«i. J««7M^ W#Mnr.* SeS 

W^ttMT #n W. w9wtksXy 80 werieit mcb deb -B^Btkbnlingen 
dte V«ffiMfeiB die bei OjtydolioD von je I Aeqüivalent «ntliuil- 
deiira'WteldtaiaKgeil itirch die. beigesvtalM-Zftfalen amgtdriobl. 
JmI 0^. Stickflioff 1,6. Süber 1,6. QüeebillMr 2^4. P«U 
kidltufr 2,42. Moijjrbdän 4^. AiUimon 4^« Kobali 4^8. 
' Wismuth 4,82. Nickel 6,5. Cadmium 8,18. Mangan 10,4. 
Barium 12,8. Aluminium 16,16. 
In derselben Einheit ausgedrückt ist aber die latente Wärme 
de^ Ewres . . . , ^ 0,1608 = 0,6.^, 
de^ Wadserdaoifyfeg . ^ 1,287 =i 0,8. f. Wl 



J.fP. JouLi. Oii< tbe heat dbs^rbed i» chomical d^oomposi- 

iiOQfli foM.'4f Roy. Soc ym. 6(^63f; PbiL Mag« (4> XIL 15^ 

T. VV00DS4 . Ibe Bbfiorption of beat by dec4)n^aUio& PU« 
Mag, (^ at 74*7&tt a33-aa7lr» 
Hr. Woods macht bekanntlich Anspruch darauf, 4en Säte, 
dirfk bei dar Z^riateinig dtitMr V^fbindmg «o "tM WSfme absor- 
biit wifd^ wie -ttch bei der Vereiiv^ufig der Elemente toi^sprOhg« 
Kell «Aiwiekell bat, luerat aiwgeaproehen- und oip^rtaMlitdl 
evmeaen ati haben. Hingegen bemerkl Hr. Joi»a in der enrt^ 
erwihnlen N^i», dafa er mcht allein in einer der ftwnzöiiaeheih 
Akademie im Mire 1849 überreiehteA (indessen erat im Phil. 
Mag« für 1862 verMfentliehien) Experimeiflaluiiterauchimg die 
Riebtigkeü dleaea Sataea nacbg^Mfieaenl, a«n4artl sehon vor 1^ 
geaeigt habe, daf6 di^ Wärme, ni^tdia bei der Elektrolyse d«ft 
Waaaers latent werde, der Wärmeentwieklttrig durch den- eMcM«* 
atsb^n Strem «ntaogen werde; augieieh habe er> darauf hinge#i«« 
aen, dafe die Wänneokeiige, welche bei der Vereifrigeng ven 
Satiereleff mid Waaseraloff zu Waaser entbunden wird, gieidk sei 
dtTJeNigan) welche, der auf Elekirolyae des Waaaers ^rerweadeten 
elekiriacben kttetasHI« aotkpreclie. -^ Hiergegen bemerkt Herr 
WooitewoM tncht iHlit Uni^dil, data darin eiti klarer Ausdruck 
jjaaatfl Gteelaea aadil enthalten sei; laa WeaeMlieheti möchte ea 
aber doch auf Eins hinauskommen. — Ueber die MontätefHige 
aMwUbe^sene eerl. Ber. 1850^!6h p»603. 



364 27. WärmeeracfceiiNiiigeii M dMniBicbeii Proeefteii. 



Auch den Sati» dab die bei der Verkrtnnung 
Aequivalente der Subalansen enlwickelteii WärmeoMMigeii ala 
MaaCs ihrer Verwandtschaft sum Saiieritoff beiraehld werde« 
kSnoen, dea Hr. Woods ebenfails als seine Originalidee in An- 
spruch niiomty will Hr. Jovlb schon ver ihm aefgestelli haben. 

m. 



Ddhrunpaut. Note sar la chaleur et le travail möcanique 
produits par la rermenlatioD vioeuse. C.R.XLI1.945-94at; 

Cosmos VIII. 574-576; Inst. 1856. p.l89-]9J; EaDMAMir J. LXIX. 
443-446; Z. S. f. Naturw. IX. 316-318. 

Man bat bisher noch niemals die Wärmemengen su bestim* 
men unternommen, welche sich bei den molecularen Umlagernn- 
gen entwickeln, die sich in organischen Verbindungen voUsiehen. 
Hr. OuaauMPAUT hat dies suerst Tersacht in Besiehung auf das 
Zerfallen des Zuckers in Kohlensäure und Alkohol bei der gei- 
stigen GKhrung. 

Die entwickelte Wärmemenge wird verwendet einestheüs sur 
Erwärmung der Flüssigkeit und des Gefirses, andemtheils aur 
Bildung und Erwärmung des entweichenden Wasserdampfes und 
der Kohlensäure; ein Theil entweicht durch AbkOMung nach 
auben; endlich wird ein Antheil bei der Entwiekhmg der Keh- 
lensäure unier dem Druck einer Almosphäre «ir Leistung von 
mechanischer Arbeit verbraucht Diese verschiedenen Wärme* 
antheile hat Hr. DunauwAUT aus den Daten eines su diesem Zweck 
angestellten Versuchs Inseln bestimmt Die Wärmeabgabe nach 
auben konnte gefunden werden, indem die Zeit ermittelt wurde^ 
welche nach Beendigung des Processes nur Abkühlung des 6e- 
fifses auf die Temperatur der Umgebung erforderlieh war. Es 
ergab sich daraus, dafs durch diesen Verlust die Temperatur der 
Flüssigkeit während des viertägigen Verlaufs der Gährung um 4* 
erniedrigt sein mutete; da nun im vorliegenden Fall eine Erwär- 
mung der gährenden Flüssigkeit um 10,05® beobachtet wurde» ao 
mufeten statt dessen 14,05® Temperaturaunahme in Rechming 
gestellt werden. 

In der Flüssigkeit, welche der Gabmng unteraogen wwdsy 



DDMvmAOT. C. W.SiKMnm. 805 



^tmnn cBthaHm 2560'«' krystailisirlNirOT Zueker; dar«» Mieden 
■idi lldt^ Alkohol. Die GtMmmtwärmeentwiekehmg beirag 
9M9li Ctlories; die durch die mch entwickelnden 1166^8^ Koh-» 
iMilure bei Ueberwindung des atmosphümchen Drucks geieistele 
Afbeü war i« 6 861644 Meterkilogramm, weiche äquivalent sind 
■rit 14535 Calories; danach worden bei der GShrung Überhaupt 
399450 Calories entwickelt, von defien etwa ^ auf Leistung meeha* 
Biacfaer Arbeit verwendet wurde. Wiren die lldG^Kohlensliire 
durch Oxydation des Kohlenstoffs gebildet worden, so hätte die 
Wiirmeentwiekelung mehr als das Siebenfache derjenigen Menge 
betragen, welche bei Entbindung des gleichen Gewichls an Kohlen«* 
säure durch den GShrungsprocds frei wurde. Wu 



C. W. Sfiwiisi ImproYemeota io cooling «nd in freeciog 
water and other bodies. Reperr. of pat. iav« (2) XXYll. 

296- 299t. 

Hr. SiBMBNs hat einen Apparat sur künstlichen Abkühlung 
von Flüssigkeiten oder festen Körpern construirt, dessen Einzeln- 
holten ohne Abbildungen nicht wiedergegobon wefden können; 
wir begnügen uns damit, das Allgemeine der Einrichtung kuri 
ancudeuten. 

Die abankühlende Substana befindet sich in einem verscKlos- 
aenen Metallgefafs von möglichst grober Oberflache, rings um- 
geben von krystalUsirtem Chlorcaicium oder einem anderen als 
KSltemischung brauchbaren Salsgemeng. In das bereits auf eine 
niedrige Temperatur abgekühlte Sali dringt durch eine passende 
Vorrichtung auf 0* erkaltetes Wasser, um die mit bedeutender 
Temperaturemiedrigung verbundene Auflösung cu bewirken. Die 
sich allmäUg erwärmende Lösung flielsl oben ab und wird dann, 
da sie immer noch eine niedrige Temperatur besitzt, zunächst 
dazu gebraucht, um sowohl das femer anzuwendende Salz, als 
auch um das zur Lösung bestimmte Wasser, welches durch ein 
von ersterer umgebenes Soblangenrohr (a) flielst, abzukühlen. 
Nachdem dieaer Zweck erreicht ist, vrird die Lösung zuriSchst 
durch eine Pumpvorriehtung in das Kühlgeflifs ehies mit 6inem 
Helm und SeMangenrohr (b) versehenen Abdampfkesseis gebracht. 



%%% 28. PhysiologiHh^iiWäivieerscktioiNli«^ (29. Wärmeleitang. 

w^kbetf 4mth ein iSobwimMrvälilii «nit dMir inMüi tk» KMttb 
eMnutiniairti ^ d»C» di^ m KMUgefal« durdi deti'eiii^wviDheiMinii 
Diuia))f vorgewärmte FliKssigkfiU d«n Kecsel imaaer bb M dar 
erforfkclichfft H^Imb geftiUt ^bält. In letateffem vrin4 di« fiiftb^ 
Miwng bi» iw ^eei^eiMi GoMenlnitfoa eihgiedicki, idana nur 
Kry^talbiatiofi «bgelaseen md »omil mir erneuleo AitwMdwig 
wieder giewonnen. Dm von 4er Lösung ^eitdmmfienie Wttaut 
g«hl 44Mrch die i^iiesi SehlMgent^hns b ^indn/ond triR eodJicb 
aus df w kAzte«en , oaehidem saiM Ttmptratfi» auf 0^ «rniadrigt 
i#i, ii die SflliakKiHnar Mfüdc, aun die Amfliöaung'ilaa fiaisea tu 
b#wirUn< Wi. 



f8. Phymologieeh« WirmeerBcheiirangeii. 



%%. Wirmeleitung. 



«. 
w Hftui^R^BK. Exp^ie»ca« aur la eondflkOiibiUi^ ealorifique 

de qiielqoaß iroi^e». ^pn. d. ct^i«. (3) XLY(^ l26-lS{f^ Sith» 

Bari Ber. 13^2. p.42D. 

BBaTAA^D. Xh^eme relaiaf ä h^ eoDditipn d'^qinlib^ß ca- 
lorifique daps aio Qorps bomogßQß. C. ü. XLll. 3A7^347t.. 

I» einem unbegirmslw hoin^genfii Körper jial: die Badingwg 
für da$ GieidbgewicM der Temperatur bakaMtteb 

Hr. 3»RTRAW thailt wu» mit , .dajb er acben ^or .einigen JabrM 
g^fuodian ibabc^ tdaifs diese fiisdingHng gleicbbadf^^nd 4at wt 4ar 
fo%ei|dea " 

Für das XenQiP^rAiwgheicü^ewichi ,4^ KAr(tm^iiat>ea «|Slh% 
imd ^^jvuweich/wd» defa 4m Tamiw^tMr i«d«9 baUnbige» ^iHib(#^ 



gleich sei der miUleren Tenperatnr einer Kugel, welche mit 
einem willkürlichen Radius um diesen Punkt beschrieben ist. 

BU 



DuBAMBL. Memoire sur le mouvemeot de I« ohaleur dans 
UD Systeme quelcoocpie de poiots. C. B. XLmi. i-isf. 

Der Verfasser nimmt ein System materieller Punkte von va- 
riabeler Temperatur an, welche umgeben sind von einem anderen 
System von Punkten, deren Temperaturen swar von Punkt su 
Punkt verschieden^ aber in Besug auf die Zeit constant sind; 
hiersu fügt er noch die Bedingung , dafs sämmüiche Wärme- 
strahlen , welche von einem PiUik^ des ersten Sjalems ausge- 
schickt werden, entweder von Punkten desselben Sys^ms oder 
von Punkten des vweiten Bu^efangen werden. Der Wärmeaus- 
tausch, welcher zwischen ewei Punkten während der Zeü dt statt- 
findet, ist proportional ihrer Temperaturdifferena und tiner von 
ihrer Masse und ihrer Entfernung abhängenden Constanten. Be- 
■ei ch pe t flm nmi »eeh mit m das ProducI aus der Masse ftnä 
der sp^cifiscben Wärme eines Punkles, so erhalton die Gfeichun^ 
gen für die Bewegung der Wärme die folgende Perm: 

mi ^ = B-€v, + P{v,-v,)+Q{v,-v,)j^ .... S(vn^v,h 

elc., wp t^t»«,.-. vh die Ten^MraAuren der Pankte des ersten Sy«* 
stems sind , und die Constanten ß und C vsm der dSivwiirkiiiig 
des «weiten Punktsssystems auf das eivte heri-iilhren.' 

Bedankt «an^ dufs .die Cbnstanten i <^ . . in der flweiten, 
dritten ik s. ^iHr Gleicbunf ^edarkthr^o» »so katm man das;Syitem 
der n Differentialgleichungen auch in folgender Form schreiben: 

!m,-^=:J«f,--iV,i;,+(l,2K + (l,3)i;, + ...(I,nK * 
m, ^ - M. - N,v, + (J,!)«;, +(2,3)e, + . . . (2,n)i;. 
mn^ «= i»f.-iV.i;„+(»,l)e;,+(ri,2)i;. + ..>,n-l)i;^^, 

wo (l,ir)... (n,fi— l) cofistante CoeffiOfefMn «dind, wcAbhe die Be- 
dingung 



368 2?- Würmei^JUwg* 

/ 

erfüllen. 

Nennt man w^...tv„ die Temperaturen der h Punkte, bei 
welchen Temperaturgleichgewicht stattfinden würde, so dafs die 
Gröfsen w also die Gleichungen 



(2) 



iO ^ M, _JV,ic,+(l,2)ir, + ... (I,»)w„ 
V) «= M,-iV.io. + (2,1)ir, + ...(2,ii)it;n 

fO = M„~JVnU?n + (w,l)u?, + .., {n,n—l)Wn-i 
erfüllen, und substituirt man in (1) 

Wj = Wi + «?1 , «^,=11,+ U?, ... V„ = 14« -f Wn , 

SO verschwinden die Constanten M, und man erhält 

im^ -^ « -^ JVjii, -|" (l,2)tt, -f ... {l,n)un 
m.^ = -JV.ii.+(2,lK + ...(2,f»)u« 

Durch diase Substitulion ist die Frage also auf den speeieUen 
Fall Burückgeführt, wo die Punkte des zweiten Systems die feste 
Temperatur haben. 

Der Verfasser setzt nun die particulären Integrale 

in (3) ein, und erhSit cur Besüamrang der Constanten a, .. an 
und l die Gleichungen 

!«^X_iV, +(l,2)«,+(l,3K + . '•(»>»)«« « 
(2,1) + (m,X-iV,)a.+(2,3)a, + ... (2,n)a„ « 
(3,1) + (3,2)«. + (m,A- JV>, + ... (3,ii)an « 
(w,l) + (ri,2)a, + (ri,3)a.+ ... (m„X— JV»)«« = 0. 
Die Gleichung »ten Grades für 1, welche hieraus resultirt, ;denkt 
sich der Verfasser in folgender Form geschridien. Aus den n — 1 
lotsten Gleichungen des Systems (4) bestimme man die Gröfsen 
0.9 a,... CTfi) und setze ihre Werthe in die erste Gleichun|; ein; 
man erhält dann (indem man den Nenner nicht fortschafll) eine 
Gleichung ^K) sc 0, wo qf(l) eine ganae und eine gebrochene 
Function von l enthält. 



Die Summe der n möglichen particulären Integrale giebl nun 
das allgemeine. Von je swei Systemen parliculärer Integrale» 
welche verschiedenen Wurzeln X^ und X^ der Gleichung q>(X) s= 
entsprechen und die dadurch bestimmten Constanten 

?»> ^8 ••• *«> ^i> fl^s' ••• ^« 
enthalten, läfst sich leicht der Satz beweisen, dafs 

(5) . . «ij + m^a[a'i + m^a'^i + • • • ^nolnvln » 
ist. 

Die Gleichung q>{X) sz hat lauter reelle, positive und un^v 
gleiche Wurzeln. Das Erste folgt leicht aus (5). Wären näm«r 
lieh imaginäre Wurzeln vorhanden, so würde man für X^ und Xg 
zwei conjugirte imaginäre Wurzeln wählen können; dann würden 
die Producte a^a^l, «',«'/... Summen von je zwei Quadraten wer* 
den, und es wäre dann die Gleichung (5) nicht mehr möglich. 

Für den Beweis des Zweiten genügt ein einfacher Schlufs« 
Wären negative Wurzeln vorhanden, so müfste die Temperatur 
mit der Zeit ins Unendliche wachsen, was der Annahme wider* 
spricht, dafs der Wärmeaustausch der Temperaturdifferenz pro* 
portional ist. 

Zum Beweise des Dritten ist die beschriebene Form von 
g)(X) besonders günstig. Es läfst sich leicht einsehen, dafs eine 
doppelte Wurzel von g>(X) auch die Gleichung 

g/{X) = 
erfüllen müfste; aus (4) folgt aber 

= m„un +M) ^5^+ (n,3) ^ + ... (m^X-N)^, 

und wenn man die it— 1 letzten dieser Gleichungen resp. mit 
a^t tfg*«* On multiplicirt und dann zur ersten addirt, so kommt 

qif(X) ««14 + m^al -f m,aj + ... mnCti, 
was nicht verschwinden kann. 

Die Con^tanten C lassen sich aus den gegebenen An£anga* 
IMMhr. d. Phyt. XU. 24 



370 ^^' WifMlekung. 

ttmpcratureffi (u*) in ^kannler Weise bestimmen; wegen der 
Gleiehoog (5) nehmen sie die Torrn an 

Es ist auch leicht su sehen > dafs die Werthe^von u^... Un mit 
wachsender Zeit sich immer mehr der Null nähern, die Tempe*' 
raturen der variabden Punkte also den Oleichgewichtstempera- 
turen immer näher kommen, sowie dafs diese Gleichgewichts" 
temperatur für alle Punkte die mittlere Anfangstemperatur wird^ 
wenn gar kein System von Punkten mit constanter Temperatur 
vorhanden ist. ßi. 

fl. J. GooiLLACJo« Memoire sur la conduetihihtd des m^taox 
pour la chaleur. Abd. d. chlm. (3) XLYIIL 47-64f. 

Hr. GouiLLAUD hat von seinen Versuchen schon im Jahre 
1852 (Berh Ber. 1852. p. 421t) eine vorläufige Nachricht gege- 
ben; von den seit dieser Zeit veröffentlichten Versqchen von 
WiBDfiTMANN und Franz hat er auch in der vorliegenden Redaction 
keine Notiz genommen; so hält er z. B. auch die Wahrnehmung 
fHr neu, dafs das reine Zink die Wärme besser leitet als das 
Eisen, wa/s allerdings mit Despretz's Ansicht im Widerspruch 
sieht» aber von Wiedemann schon im Jahre 1855 ausgesproehen 
ist (Berl. Ber. 1855. p. 376f ). 

Zunächst hatte der Verfasser die Absicht, das Gesetz der 
constanten Quotienten für lange Stangen einer neuen Prüfung 
zu unterwerfen. Wie bei Despretz's Versuchen waren Löcher 
in die Stangen gebohrt^ welche die Thermometerkugelfi aufnah- 
men. Das eine Ejide der Stangen wurde durch eine Lampe er- 
wärmt. Ga macht sich nuti sonderbar, wenn der Verfasser über 
diese Beobachtungsmethode sagt: „Die Temperaturschwankungen 
der Umgebung ändern die Constanz der Temperaturüberschüsse 
(in den verschiedenen Thermometern) viel bedeutender als die 
Schwankungen in der Temperatur der Wärmequelle. Jene 
Schwankungen sind der Art, dafs man zuweilen genöthigt iat| 
alle Beobachtmigen zu verwerfen , die in einem Tage gemacht 
sind.** Statt die Versuche so abzuändern, daCs diese Fehlerquelle 
vermieden wurde, beobachtete der Verfasser von Stunde zu 



GOÜILLAUD. 37 f 

Stunde, bis er zwei auf eiaauder folgende, vollkommen identische 
, Beobachtungsreihen fand. Nimmt man . noch die Erklärung des 
Verfassers hinzu, dafs die aiii längsten (15 bis 16 Stunden) fort- 
gesetzten Versuche nicht diejenigen seien, welche ihm das meiste 
Vertrauen einflöfsten, so wiRd man wünschen, dafs der Verfasser 
einige solcher „identischen"' Beobachlungsreihon mitgelheilt h'iU»^ 
Die mitgelheilten Beobachtungen an zwei Eisenstangen und einer 
Bleistange zeigen eine Abnahme der Quotienten bei zunehmender 
• Entfernung der TheroMmeter von der Wärmequelle/ Dasselbe 
zeigt sich bei drei Zinkstangen von verschiedener Länge and 
Dicke, welche aus derselben Masse gegossen waren. Der Ver* 
faster hält indessen die Abweichungen nicht für erheblich genug, 
«m das Gesetz nicht (unter denselben Bedingungen, unter welchen 
das NcWTON^sche Abkühlungsgesetz gilt) aufrecht zu erhalten. 

Bei den drei Zinkstangen verhielten sieh die reciproken Qua^ 
dratwurzeln aus den Dicken fast genau wie die Logarithmen der 
mittleren' Werthe der (Quotienten. 

Der Verfasser sucht zweitens in der für kürzere Stangen 
geltenden Formel 

die Constante A als Function der Wärmequelle, der Dicke ud4 
Länge der Stangen etc. zu bestimmen. Er findet ^ dafür eine 
Formel durch folgende Reflexion. Nach dem Eintritt des statio- 
nären Zustandes mufs die letzte Schicht (am nicht erwärmten 
Stangenende) eben so viel Wärme ausstrahlen, als sie durch Lei- 
tung empfängt. Bezeichnet also k die innere, h die äufsere Lei- 
tungsfähigkeit, l die Länge der Stange, t/^ den Temperaturüber- 
schufs am Ende der Stange, so n^ufs.die Gleichung bestehen 

andererseits ist 

aus der Combination beider ergiebt sich 

. T{ka—h)e''°^ 

^ "" (»a + A)if«' + (ifl— A)e— '' 
■oder, wenn man im Nenner das zweite Glied wegen der Kleinheit 
▼on e"*' gegen das erste vernachlässigt, 

2V 



372 '29. Wärmeleitung. Fbankihhiim. JiLBzirow. 

Für Stangen mit quadratischem Querschnitt und der Dicke 
2£ iat nun 

^ -kB' 

alsi» 

2— gg 

Der Verfasser findet, dafs diese Formel seine Versuche sehr 
gut wiedergiebt Er theilt die Berechnung eines an einer Ziokr 
Stange angestellten Versuches mit;, dieselbe Stange läfst eine ganse 
Reihe von Verificationen su, wenn man die Länge / ven wer«* 
schiedenen Thermometern aus rechnet. Die berechneten Wertfae 
für die Temperaturüberschüsse fallen im Allgemeinen etwas Idki« 
aer aus als die beobachteten. Bt. 



Fravkenbeim. Wärmeleilungsfäbigkeit des Quecksilbers. Tagebl. 

d. Natiirf. in Wien p.78-78t; Inst. 1857. p. 7-7;. Liter, Ga». 1957. 

p. 45-45. 
Nach dieser Notiz hat Hr. Frankbnhbim gefunden, dafs das 
Quecksilber zu den Metallen gehört, welche die Wärme am besten 
leiten, und dafs seine Leitungsfähigkeit für die Wärme mit der 
für die Efektricität genau übereinstimmt. Bi* 



JAlrznow. Recherches sur la coDcluctibilit^ du sol pour ta 

Chaleur. Bull. d. St. Pet. XIV. 363-364t. 

Nach der vorliegenden Notiz hat Hr. Jelbznow die Lei- 
tungslahigkeit des Erdreichs untersucht. Im gewöhnlichen, treck«» 
nen Zustande leitet die torfhaltige Erde am schlechtesten; auf 
sie folgen Thon, Sand und schliefslich die schwarzen Erden (Tche- 
mozem). Hr. Jeleznow hat diese Resultate erhalten, indem er 
dünnwandige Metallcylinder mit den Erdarten füllte, bis auf 30^ R. 
erhitzte, und dann die Zeit der Abkühlung von 5* zu 5* beob* 
achtete. Hr. Jelbznow hat ferner während zweimal drei Tagen 
stündliche Beobachtungen über das Eindringen der täglichen Tem^ 



30. Specifische and gebundene Wärme. Gebrüder Avvolt. 3^3 

peraturtchwankuDgen in das Innere eines schwarsen Erdreichs 
ausgeffihrt. Die Variationen verschwanden in einer Tiefe von 
2^ Fufs, waren dagegen in einer Tiefe von einem Fufs noch sehr 
bemerkbar. Bt. 



SO. Specifische und gebundene Wärme. 



Gebrüder Appolt. Ueber ein Mittel zur Bestimmung hoher 
Temperaturgrade. Polyt. c. Bl. 1856. p.439-44it; Mitth. d. 
haDDor. Gew. Yen 1855. Nö. 6. p.345; DuroLBa J. CXXXIX. 395^ 
396; Chem. C. Bl. 1856. p. 333-335; Z.S. f. Natorw. Vif, 6ÖO-551; 
Bali. d. I. See. d'eoc. 1857. p. 186-188. 

Die Herren Appolt benutzen ein Verfahren zur angenäher- 
ten Bestimmung hoher Temperaturen, welches in ähnlicher Weise 
auch bereits anderweitig zur Anwendung gekommen ist. — Fär 
eine Reihe von Legirungen aus Zinn und Kupfer nach verschie- 
dtaen Verhältnissen wird die Schmelztemperatur ermittelt, indem 
man sie einzeln auf einer mit 1 oder 2 halbkugelflSrmigen Vtt* 
tiefongen versehenen Eisenplatte von bekanntem Gewicht «um 
Schmelzen erhitzt^ dann bis zum eben beginnenden Erkalten er- 
tftarren läCst, darauf die Eisenplatte in eine Wassermasse von 
bekannter Temperatur und bekanntem Gewicht trägt, und die 
eintretende Teraperaturzunahme bestimmt. Dadurch . erhält man 
die Data zur Berechnung der Temperatur der Eisenplatte im 
Eratarrungsmoment der Legirung. — Aus diesen Legirungen wer-» 
den Kügdchen geformt und dann mehrere derselben von ver-* 
dchiedener Zusammensetzung in die auf einer Eisenstange ange«> 
brachten Vertiefungen gelegt, welche darauf in den Raum ein- 
geführt wird, dessen Temperatur gemessen werden soll. Dabei 
müssen die Legirungen so gewählt werden, dafs die zu bestim- 
mende Temperatur zwischen die Gränzen ihrer Schmelzpunkte 
mit; die Temperatur des Raumes liegt dann naturlieh zwischen 
den Schmelzpunkten der schwerschmelzbarsten der noch ge- 
schmolzenen, und der leichtschmelzbarsten der starr gebliebenen 
Legirungen. WL 



37^ 31. Strahlende Wärme. 

Fernere Literatur« 
BöTTGER. Feslfrieren einer von aufsen mit Wasser beoetz- 
ten Kupferschale, in welcher ein Tropfen Schwefelkohlen- 
^sloff rasch verdampft wird. Tagebl. d. Naturf. in Wien p. 103- 
103; Liter. Gaz. 1857. p. 46-46. 



31. Strahlende Wärme. 



WitBBLwr. Note sar la diathermanöit^ da verre ä diverses 

Cemp^raturea Ann. d. chim. <3) XLVII. 206-207; Cosmos IX. 
448-448; Cimento IV. 150*151. Siehe Der!. Her. 1852. p.426. 

P. Deaains et DE LA Provostatb. Transmission de la chalear ä 
travers les liquides. Rapports enlre ieur transparence et 
leur diathermanöit^. inst. 1856. p.8i-8i-i-. 

Eine Lö9UQg von Jodslärke erfährt bekanntlich eine bedeu- 
tende Farbenänderung, sobald man sie stark erwärmt. Die Her- 
ren Dbsaiüs und de la Provostaye fanden, dals die erhiUte 
Lesung merklich diathermaner ist für die Strahlen einer. Laoipe 
aU die kalte Lösung. Liefs man die Strahlen derselben Lanpe 
durch kaltes und heifses Wasser geben, so zeigte siek in beiden 
Fällen keine verschiedene Einwkkung auf das Tbermoekop, 

Wurde ein GefäCs mit grünem manganaaurem Kali «wischen 
die Lampe und das Thermoskop gestellt, und das. Tbenneekap 
SD weit entfernt, dafs die Wirkung auf dasselbe nur gering war, 
so ganügte ein Zusatt von wenigen Tropfen Sohwefekaiire mar 
Lösung» um dieselbe durchsichtig zu machen und sugleich eine 
bedeolende Einwirkung * der durchgehenden Wärmestraiüe& auf 
das Tbernloskop beobachten zu können. 

Man sieht aus diesen Versuchen, wie groCi der Binflub ie^ 
den die Farbe einer Lösung auf deren AbsorptieMÜhigkait lir 
die auffsUenden Wärmeslrahlen ausübt. Fr. 



P. Dif Aiirs u. DE LA Prot«8TAyi« EhMUükfoomE, EittucbFooti. 375 

f . 

Ei.HBA Fbons. On the beat in tbe smi's rays. Siluman I. 
(2)KX1L 377-381 1; Pliü. Mag. (4) XIII. I«7-172; E<iiiib. J. <2) Y« 
191-192; In«U 1857. p. 219-220. 

Der Verfasser hat mit Hülfe eines LBstiB'acken Differential- 
thenHBinetcrs mit gesehwartlen Kugeln , an desaen Stelle auch 
bei anderan Versuchen 2 Quecksilberthermometer ebenfeils mit 
gescfavrorzten Kugeln benutzt wurden, die Wirkung der S^mnen- 
Strahlung unter verschiedenen Bedingungen zu bestimmen ver- 
sucht. Aus den in der Abhandlung gegebenen Zahlen würde 
sich ergeben, dafs der Unterschied der Temperaluraagabe des 
beschatteten und besdueneneB Thermometers wächst mit der Tem- 
peratur der umgebenden Luft. Die Thermometer befanden sich 
unter einer verschlossenen Glasglocke; die eingeechlossene Luft 
wurde künstlich erwärmt. 

Am bedeutendsten zeigte sich die mit der Temperatur der 
umgebenden Luft gesteigerte Wirksamkeit der Sonnenstrahlung 
sobald die Strahlen durch eine Unse concentrirt auf die Ther«» 
moDieterkugel fielen. 

Es mögen einige Angaben über die beobachtete Warme hier 
folgen. 



Temperatar d«r Luft 
40» F. 


Temperatar in der Sonne 

46» F. 


Oiffereni 
6* F. 


48 


66 


8 


54 


66 


12 


63 


60 


17 


78 


.100 


22 


76" f. 


TeapMttir in dar Smm 
82» F. 


VinH'lD Foens iwllM. 
i04*fi'. 


. 78 


88 


114 


84 


96 


130 IV. 



BoMCB FMtB. Circom«taiiC€S affectmg tbe beat of the aan's 
rays. (fauLiHAH h (2) xxn. 382-3d3t. 

Die in der Abhandlung gegebenen Resultate der Unter- 
siiehungen des Verfassers sind folgende. 

Die Wärmewirkung der Sonne ist gröfur in verdichirter Lttft 



376 ^^' Strahlende Wime. 

als in verdünnker, gröfser in feuchter als in trockener L^ft. Die 
gröfste Wirkung der Sonnenstrahlen beobachtete Hr. Eunicb Footb, 
wenn das Thermometer von Kohlensäure umgeben war. Das 
Thermometer stieg» unter übrigens gleichen Umständen von der 
Sonne beschienen, im Wasserstoffgas auf 104® F. , in atmos}riiän- 
scber Luft auf 106® F., in Sauerstoffglis auf 108® F., in koUensaaren 
Gas auf 126® F. Fr. 



P. StfTTB. Intensity of the radiation of the heavenly bödies. 

Mech. Mag. LXT. 588-588t; Liter. Gaz. 1856. p. 831-831; Cosmos 
IX. 495-496; Arch. d. sc. phys. XXXIV. 9a-91t. 

Hr. Smtth hat auf der Guajaraspitze auf Teneriffa in einer 
Höhe von 2703,5"" unter vielen anderen Untersuchungen auch 
einige über Wärmestrahlung der Sonne und des Mondes ange- 
stellt. Für die Versuche mit Sonnenstrahlen zeigten sich die 
mitgenommenen Thermometer als ungenügend. Die Wirkung 
der Sonnenwärme iiefs das Quecksilber der Thermometer über 
die Scala (82,2 C.) hinaus in die darüber befindlichen Kugeln 
steigen. Bei den Versuchen über die Mondstrahlung wurde ein 
Thermomultiplicator angewendet, dessen Nadeln unter Einwirkung 
der Strahlen auf die Thermosäule eine Ablenkung erfuhren. Herr 
Smyth schätzt die Wirkung gleich dem dritten Theil der Wir- 
kung einer Kerze in 15 Fufs Entfernung (vgl. Mblloni BerL Ber. 
1846. p. 274). Fr. 



PowLLST. Aolinographe, instmment qui marqae les histants 
de la jonrn^e auxquels le soleil se montre oo se cache 
et la duröe de ses apparitions ou disparitions. c. EL XLü. 
^i3-917t, 1042-1 047t; Co«mo« VIII. 556-557, 628-629; In«t. 1856. 
p. 181 -181; Poee. Ann. XCIX. 621 -625t; Cimento lU. 447-449; 
Z. S. f. Naturw. Vlll. 39-40; Arch. d. sc. phys. XXXII. 216-216« 

. . Hr. PouiLLBT hat in seinem Memoire sur la chaleur solaire» 
sur les pouvoirs rayonnants et absorbants de Fair atmospherique 
et sur la temperature de Tespace. Paris 1838 ^) Untersuchungen 
veröffenthcht über die Wärmemenge» welche die Sonne dem Eard- 

*>) PoM. Ana* XLY. 25, 481- 



SvrfH. POVILLIT. 377 

fcSrper in einer gegebenen Zeit zuführl, und die WSrtnemenge, 
welche zum Erdboden gelangt, um ihn direct su erwärmen und 
die Enlwickelung der organischen Erscheinungen eu bewirken. 
Die Bum Erdboden gelangende Wärmemenge ist, wegen der von 
den Wolken zum Theil absorbirten, sum Theil in den Himmels- 
raum Berstreuten WSrme, abhängig von der Menge der Wolken*, 
die sieh gebildet haben. So wird die Gesammtheit der sur Erd** 
Oberfläche kommenden Wärme nicht nur in verschiedenen Jahren 
bedeutenden Schwankungen ihres Werthes unterworfen sein, son- 
dern namentlich auch werden in einer bestimmten Gegend we- 
sentliche Verschiedenheiten in der Menge der den Erdboden er- 
reichenden Wärmestrahlen sich Beigen. Sobald eine genaue Be- 
stimmung der jährlichen Menge deV directen Sonnenstrahlung 
gegeben werden soll, genügt es nicht nur diejenigen Tage zu 
Bummiren, die als vollkommen heitere Tage bezeichnet werden, 
sondern es mufs auch die Sonnenstrahlung in Rechnung ge- 
bracht werden, welche bei bewölktem Himmel in (ntermittenzen 
oder Sonnenblicken zu uns gelangt. 

Hr. PouiLLBT hat sich nun die Aufgabe gestellt, ein Instru- 
ment zu construiren, das uns lehrt, zu welchen Stunden an je- 
dem Tage die Sonne scheint, zu welchen Stunden und wie 
lange sie hinter Wolken versteckt bleibt. Mit Hülfe der Photo- 
graphie war diese Aufgabe losbar. 

Das Instrument, der Aktinograph, ist ein aufsen weifser, in- 
nen geschwärzter Holzkasten von 20<'» Seite und !()•" Höhe. Zwei 
am Boden befestigte lothrechte Stäbe dienen dazu ein inneres 
bewegliches Stück in der Richtung der Axe so su heben oder zu 
senken, dafs es dem Boden und dem Deckel parallel bleibt; dies 
Stück hat 2«" Dicke und wird an jedem Tage, nach der Decli- 
nation der Sonne, in gehöriger Höhe befestigt. Dieser Kasten wird 
so aufgestellt, dafs zwei seiner Seiten im Meridian, und die beiden 
anderen in der Richtung von Osten nach Westen stehen; nur 
mpfs er je nach der geographischen Breite des Ortes so geneigt 
werden, dafs seine Axe derErdaxe parallel liegt. Das oben er- 
wähnte bewegliche Stück bleibt dann stets dem Aequator parallel. 
In der Mitte der drei Seitenflächen nach Süden, Westen und Osten 
befindet sich eine quadratische Oefinung von 3^ Seite, verscfalos- 



S78 31. Strahlende Wä«e. 

sen durch eine dünne, im Centrun mit eioem 4"*"* breiten krdft* 
förmigen Loch versehene MeUUplatte. 

Zur Zeit der Aequinoctien müssen dann die SoonenstrahlcB 
xwiscben 6 und 9 Morgens durch das Loch der östlichen Platte 
eintreten und ein rundes Bild auf die Seile des beweglichen Stackes 
werfen, welches für diesen Tag initten in der Höhe des Kastens 
aufgestellt ist, gegenüber den genannten Löchern. Um dies Bild 
auCsufangcn ist die entsprechende Seite des beweglichen Stückes 
ein Theil eines concaven Cylmders von 6<^ Radius, dessen Axe 
im Centrum des Lochs der JUetallplatte, und parallel der Crdaxe 
lic^t Während dieser drei Stunden durchläuft demnach das Gen- 
trum des Bildes auf dem nuttleren Durchschnitt der Cylinderfläcbe 
einen Winkel von 45^ in einer Länge von 47,1"*™, so da£s in je 
4 Minuten etwas mehr als !■"" beschrieben wird. Gegenüber den 
Löchern im Süden und Westen bietet das bewegliche Stück 
gleichfalls adche Cylinderfl^chen dar von gleicher Grölse und 
gleichem Radius'). 

Man* nähert das bewegliche Stück dem Boden , sobald die 
nördliche DecUnation zunimmt; man hebt es gegen den Deckel 
während der südlichen Dedination, damit die Bilder die Cylinder* 
flächen siets in der Mitte ihrer Höhen treffen. Ein Streifen pho^ 
tographischen Papiers^ hinreichend lang und 2*" hoch, wird an 
den drei zum Auffangen der Sonnenbilder bestimmten Cylinder- 
flachen befestigt 

So fantgt das Instrument das Sonnenbild mi allen Jahresiei« 
ten und au allen Tagesstunden auL 

Hr. PouiLLBT hat der Akademie Proben von PhotOf raphieen 
vorgelegt, die er mittelst des beschriebeneli Akünographs inner- 
halb dreier Wochen erhalte« hat Fr. 

*) Das Aufzeichnen auf der Südseite beginnt, ehe das auf der Ost- 
seite aufgehört hat; ebenso das Aufzeichnen auf der Westseite» 
ehe das auf der Südseite beendet ist 



Fünfter Abschnitt. 



ElektricitAtslehre. 



Z2. AUgemeine Theorie der Elektricität. 



W. S. Harbis. Od tbe law of elecirical and magoetic force. 

Athen. J856. p. 1090-1091 ; Rep. of Brit. Abboc. J856. 2. p. Il-llf. 

Hr. Harris richtet einen Angriff gegen die Coulomb-Poimon'- 
sche Theorie» welcher jedoch nur auf einem l^lifiiverständniCi der- 
selben beruht. Hr. Harris sagt, das NBWTON^sche Gravitations- 
gesets sei durch Analogie auf die eleictrische Ansiehung und Ab- 
stobung übertragen worden ; doch seien beide Arten von Kräften 
wesentlich verschieden. Bei der Wirkung der Gravitation bleibe 
der angezogene Körper bei jedem Wechsel der Entfernung in 
demselben Zustand; dagegen bei der eleictrischen und magneti- 
schen Anziehung werde der Zustand des angezogenen Körpers 
durch Annäherung an den anziehenden verändert, und jener wirke 
umgekehrt auf diesen zurück. Aber gerade die theoretische Er- 
mittelung der Gesetze dieser Influenz verdanken wir der Cou- 
LOMB^schen Theorie, Es sind ja nicht die elektrisirten Massen» 
welche sich nach dem NswTON'schen Gesetz anziehen, sondern 
die allerdings hypothetischen elektrischen Flufda, welche auf 
der Oberfläche der Massen nach den durch die CouLOMB^sche 
Theorie vorgeschriebenen Gesetzen vertheilt sind. So lange wir 
uns noch mit der Hypothese der elektrischen Fluida zu behelfen 
genSthigt sind, so lange wird auch das CouLOMB*che Anziehungs- 
gesetz für dieselben gültig bleiben. Jo. 



382 32. Allgemeine Theorie der Elektricität. 

W. HrrzBR. Bemerkungen zu dem Experiment von H. Rbirsch. 

Z. S. f. Naturw. VI». 38-39t. 
Im Berl. Ber. 1855. p. 394 wurde ein Versuch von Rbinsch 
erwähnt, der durch eine schwingende Saite eine darüber hängende 
Magnetnadel abgelenkt und in Schwingungen versetzt hatte und 
auf diese Erscheinung eine neue Theorie der Elektricität und des 
Magnetismus zu gründen versuchte. Hr. Hbtzbr hat sich bei 
Wiederholung des Versuchs hinlänglich überzeugt, dafs der 
Magnetismus der Nadel gar nichts mit der Sache zu* thun hat, 
und dafs ein Stabchen von Fischb^ oder Holz in Folge der 
durch die Schwingungen der Saite veranlafsten Luftbewegung 
eben so gut in unregelmäfrige Schwingungen versetzt wird. Je. 



Mailwsll. On Faraday's lines of force. Phil. Mag. (4) XI. 404. 
405t, xn. 3te-5l^. 

W. Thomson hat bekanntlich die Analogie, welche die analy- 
tische Behandlung der elektrischen Phänomene mit der des Pro- 
blems des Constanten VVärmeflusses darbietet, benutzt, um gewisse 
Probleme der elektrischen Vertheilung zu behandeln. Es mnls 
ausdrücklich bemerkt werden, dafs diese Analogie eine rein 
analytische ist und da(s Thomson gewiCs nicht geglaubt hat 
mit den Farada Väschen Kraftlinien, welche das Analogen der 
Slrdmungscurven in der Wärmebewegung sind, das Wesen der 
elektrischen Erscheinungen zu erklären. Hr. Maxwell setzt nun 
an die Stelle der Wäraiebeweguog die Strömung eines gedach- 
ten imponderabeln und incompressibeln FluidumSi welches em 
Medium durchströmt, dessen Widerstand der Geschwindigkeit 
proportional ist, und welches von gewissen Centren ausstrSmt, 
von andern absorbirt wird. Flüssigkeitsquellen entsprechen posi- 
tiver, Absorptionscentren negativer Elektricität. Wenn die Bewe- 
gung eines solchen Fluidums denselben Gesetzen gehorcht wie 
die Wärmebewegung, so ist mit der Substitution nichts gewon- 
nen; sind aber die Gesetze andere, so mufs dieselbe zu falschen 
Resultaten führen. Welcher vor beiden Fällen stattfindet, ist aus 
unsrer Quelle nicht ersichtlich. Je. 



HiTXBB. MAxurii»!.. 33. Reibungselektricitfte. B. Bic^muiBL. 3g3 

Maxwbli.. On a metbod of drawiog tbe ttieoretieai fonns 
ofFARADAr's Unes of Force without calcalaUofl. Athen. 1856. 

p. 1093-1094t; lost. 1856. p. 450-451; Rep. ofBrit. Assoc. 1856. 2. 
p. 12-12. 

Eine Notis^ die sich auf einige Fälle besieh^ in denen die 
Kraftlinien ebene Curven sind und sich leicht uad ohne Rechnung 
geometrisch construiren lassen. Die Melhode ist übrigens aus 
der kurzen Notiz nicht klar verständlich» Jq, 



33» Reibmigselektricität 



A. Erregung. 
E. Becqoehbl. Note relative au d^gagement de r^leeiricit^ 

par frottemenL C. R. XLII. 46-4dt; Inat. 1856. p. 29-30; Cos- 
mos VIII. 111-112; Arcli. d. sc. pbys. XXXL 246-247; Po»e. Ann, 
XCVni. 509-511; Z. S. f. Naturw. VlII. 357-358. 

Hr. E. Bbcquerbl hat Versuche angesteUt über die Wirb* 
samkeit verschiedener pul ver förmiger Körper, die anstatt des 
Amalgams auf das Reibseug einer Elektrisirmaschine gebracht 
waren. Dieselben wurden auf Seidenieug theils durch ihre 
eigene Adhäsion, theils mit Hülfe von ein wenig Fett befestigt. 
Als MaaDs der Wirksamkeit diente das Maximum der Schlagweite 
Bwischen zwei Kugeln, deren eine mit dem Conductor in Verbin* 
düng stand, wahrend die Scheibe der Eleklrisirmaschine mit 
constanter Geschwindigkeit gedreht wurde. 

Die Resultate sind in folgender Tabelle enthalten. 

Substanzen auf dem Reibzeug Maximam der Schlagweits 

Amalgame von Zink und Zinn, Musivgold 100 bis HO"*'** 
Talk, Seh wefelanlimon,, Braunstein, Mehl 70 - 100 

Gaskohle, Graphit, Zinkoxyd 40-80 

Stanniol, SchwePelblumen 20-40 

Bärlappsameni Seifenpulver Schwache Wirkung, 

Jo. 



384 ^^* ReibuDgselektricität. 

P. L. RiiKB. Von der Elektricitätserregung, welche man beol>- 
achtet, wenn eine Flüssigkeit den sphäroidalen Zustand 
verläfet. Poee. Ann. XCVlil. 500-508t. 

Hr. RiJKB veröffentlicht seine früheren Versuche über diesen^ 
Gegenstand auf Veranlassung der Abhandlung von Gaugain^), 
deren Resultate mit den seinigen nicht immer übereinstimmen. 
Bei den Versuchen wurden zwei Platintiegel und ein Silbertiegel 
benutzt) auf deren Reinigung vor jedem Versuch die gröfste Sorg- 
falt verwendet wurde. 

Abweichend ^ von Pouillet, Peltier und> Reich erhielt Herr 
RijKB bei Anwendung von destillirtem Wasser stets merkliche 
Ladungen von negativer Elektricität ao dem mit dem Piatintiegel 
in Verbindung gesetzten BoHNENBERGEa'schen Elektroskop. Er 
schreibt dies der zu geringen Empfinclüchkeit der von jenen Beoh- 
achtern* benutzten Elektroskope zu. 

Bei Anwendung von Phosphorsäure, Chlorwasserstoffsäure, 
Oxalsäure wurde der Tiegel stets negativ elektrisch. Coneen- 
trirte Salpetersäure gab, wiewohl sehr schwache, positive Elek- 
tricität, im verdünnten Zustand dagegen negative. Ebenso ver- 
hielt sich Schwefelsäure. Die Gränze scheint hier das Hydrat 
von 1,632 spec« Gewicht zu bilden. Pouillrt und Gaugain hal-^ 
len bei coneentrirter Schwefel- und Salpetersäure keine Elektri« 
ciiitseniwickelung gefunden. 

In Betreff der Wirkung von Kali- und Ammoniaklösung 
summt Hr. RijKk mit Pouillet, Reich und Gaugain überein; er- 
stere giebt positive, letztere negative £lektricität; bei Kalk, Baryt, 
Strontian iSadet er, abweichend von den früheren Beobachtern, 
negative. 

Salze geben meist negative Elektricität. Essigsaures Blei- 
oxyd giebt starke positive Elektricität, was mit der in England 
bekannten Thatsache übereinstimmt, dafs der ARMSTRONo'sche 
Dampfkessel eine starke positive Ladung annimmt, wenn die im 
ausströmenden Dampf fortgerissenen Wassertröpfchen essigsaures 
Bleioxyd gelöst enthalten. Andere essigsaure Salze zeigten ein 
verschiedenes, zum Thdl schwankendes Verhalten, das vielleicht 

•) C. R. XXXIX. 231*; Berl. Ber. 1854. p.433*. 



vpn einer partiellen ZerseUiuig der Salze und daraus entsprin- 
genden Ablagerungen auf die Tiegeiwände herrührt. Hr. Ruke 
ist übrigens der Ansicht, daüs die Eleklricilät von der Reibung 
der Fiüssigkeitstheilchen gegen das Platin herrührt, während 
Gauoain sich nachzuweisen bemüht hat, dafs diese Wirkung von 
der überwiegenden Reibung der Fiüssigkeitstheilchen gegen jdi^ 
an den Wänden des Tiegels festhaftenden Salztheilchen herrührl. 



B. Influenz. 

Mblloni. Unterspchnngen über elektrische Vertheilung. Z. 8. 
f. Naturw. VII. 65-67. Siehe Berl. Ber. J854. p. 443. 

Beer. Allgemeine Methode zur Bestimmung der elektrischen 
und magnetischen Induclion. Poeo. Ann. XCVIII. ]37-J42t. 

Es sei S eine geschlossene leitende Fläche. Auberhalb der- 
selben befinden sich beliebige elektrisirte Nichtleiter, welche auf S 
vertheilend wirken und deren Potential V als Function der Coor- 
dinaten gegeben ist. Es soll die Vertheilung auf der Fläche 5 
gefunden werden. Das Flächenelement sei dS^ die Entfernung 
von einem beliebigen Punkt (a, 6, c) im Innern des von der Fläche 
umschlossenen Raumes sei r. Eine Differentialion nach der von 

Q 

innen nach aufsen gerichteten Normale werde durch 3^, die 

5' 3' i9' 
Operation 3^ + "3nr+5^ ^^^^^ ^^ " l>e*«>chnet, so hat man 

nach einem bekannten Satz von Green ^) 

Via, 6. c) = / dS^ V(a, b, c), 

(1) / "^ 



P = -/l 



r-^ds. 



Die Function F' ist offienbar wieder eine Poteniialfunction, und 
der Ausdruck JV^ verschwindet allenthalben im Innern von S. 

Siehe Caelle J. XLIV. 357*. 

PoftMhr. d. ¥kf%. XII. 25 



wo 



3gg 33. ReibuDgselektricität. 

Dabei liegt F' innerhalb des ganzen von 5 umdchlossenen Raumes 
zwischen dem gröfsten und kleinsten Werthe, den die Function V 
auf der Fläche selbst annimmt, verläuft also im Allgemeinen 
gleichförmiger. 

Wendet man nun den Satz 1) auf V wiederholt an, iSo er- 
hält man schliefslich 

^flS A/^fl^ ^ffl^ 

Da jedes folgende V gleich mäfsiger verläuft als das vorher- 
gehende, so nähert sich F^^) mit wachsender Gliederzahl k einem 
Constanten Werth C, und man hat 

Daraus ergiebt sich unmittelbar für die Dichtigkeit q derjenigen 
particulären Ladung des Conductors, bei welcher das Potential 
im Inpern den constanten Werth C hat, 

1 ^ÖF^*) 

und diese Ladung erzeugt in jedem aufserhalb der Fläche gele- 
genen Punkt das Potential 

»F= (7— F. 
Ganz analog findet man, wenn die vertheilenden Masstti innerhalb 
liefen, 



=-^/- 



v=-2: 1 ^" l''^ is. 



Die CoDstante € ist hier stets Null, und wenn die Fläche zum 
Boden abgeleitet ist, so wird 

„-4. » T^'^" 



BxKE. Hamü. 3g7 

Für die magneiische Vertheilung ergiebfc sich, dafs dieselbe 
dareh folgende Oberflächenvertheilm^ magnetiacher Fiuida dar* 
gesielU werden kann: 

wo 

4nk 

und X die magnetische Inductionsconatante in der von Ghbck ge- 
brauchten Bedeutung ist. Jd. 



BsHt. lieber die successiven Entladungen zweier sphäri> 
sehen Conductoren während der Annäherung. P^ee. Ana. 
XCVIII. 242-245t. 

Durch eine Bemerkung von Ricas ( Reibungselektricitäl i. 
§228'') veranlafst, discutirt Hr. Beer nach den PoissON^sehen 
Formeln die Vorgänge bei der gegenseitigen Annäherung sweier 
gleichnamig elektrisirten sphärischen Conductoren. Wenn zwei 
Kugeln durch einen dünnen Draht verbunden sind, so dafs auf 
beiden gleiches Potential staltfindet, so ergiebt sich, dafs bei der 
Annäherung Elektricität von der kleineren zur gröfseren, bei der 
Entfernung von der gröfseren cur kleineren überströmt. Findet 
daher bei einer gewissen Entfernung zweier elektrisirter Kngdn 
eine Ausgleichung der Elektricitäten durch einen Funken oder 
selbst durch leitende Verbindung statt, so wird doch die Gleich- 
heil der Potentiale bei weiterer Annäherung wieder gestört, und 
bei einer gewissen geringeren Entfernung werden die entgegen* 
geaetaten Dichtigkeiten auf den zunächst gelegenen Punkten ao 
grofs werden, dafs ein zweiter Funke übergeht, u. s. f. Je. 



W. S. Harris. On the quantitative measurement in statical 
electricity and oo some new phenomeiia of electrical 

force. Proc. ofRoy. Soc. VIII. 166-171t^ Phil. Mag. (4) XllL 204-206. 

Hr. Harris vergleicht die Ladungsfähigkeit verschieden ge« 

atalteter Conductoren, d. h. die Elektricitätsmenge, welche dem 

25* 



388 ^3* ReibuDgselektricität. 

Conductof mitgetheilt werden mufs, um ein mit ihm verbundenes 
E^ektroskop zu einer gewissen Divergenz zu bringen. Zur Mes* 
sung der Clektricitätsmengen dient eine von Hrn. Harris unter 
dem Namen ,,Einheitsmaars** beschriebene Vorrichtung^). In 
welcher Weise die Conductoren mit dem Elektrometer verbun- 
den waren, ist nicht angegeben, obgleich es namentlich z.B. bei 
den Platten nicht gleichgültig sein wird, ob ihr Rand oder ihre 
Mitte mit dem Elektroskop verbunden ist* 

Die Resultate sind folgende. 

Die Ladungsfähigkeiten von Kugeln und von ebenen krenfSr- 
migen oder rechteckigen Platten verhalten sich wie die Quadrat- 
wurzeln der Producte aus Oberfläche und Umfang» z. B. die Ga- 
pacität einer Kugel zu der einer Kreisscheibe von gleicher Ober* 
fläche =r 1 : 1/2, Hiernach müfsten sich die Elektricitätsmengen 
auf zwei entfernten durch einen dünnen Draht verbundenen 
Kugeln verhalten = /r J : Vrl, während die PoissoN^sche Theorie 
dieses Verhältnifs z=: r^:r^ ergiebt. 

Beim Cylinder tritt an Stelle des Umfangs die Summe von 
Länge und Umfang, beim Würfel die doppelte Seitenlänge. 

Durch fernere Versuche an der Drehwage sucht Hr. Harris 
nachzuweisen, dafs die elektrische Anziehung kreisförmiger und 
ringförmiger Platten bei gleicher Ladung (Dichtigkeit) proportional 
ihrer Oberfläche ist, übrigens dem Quadrat der Ladung und dem 
umgekehrten Quadrat der Entfernung proportional variirt. 

Bei Anwendung von Kugeln lassen sich im Innern derselben 
zwei Punkte y Kraftcentra, angeben, in denen man sich die ge- 
sammte Anziehungs- oder Abstofsungskraft concentrirt denken 
kann. Dieselbe variirt im umgekehrten Verhältnifs der Quadrate 
der Entfernungen dieser Kraftcentra. Auch dies steht im Wider- 
spruch mit der PoissoN*schen Theorie. Nach dieser würde die 
Lage der Kraftcentra im Innern der Kugeln mit der Entfernung 
variiren; bei grofser Entfernung würden dieselben mit den Mittel- 
punkten zusammenfallen, bei geringer Entfernung sich den ein- 
ander zugewendeten oder abgewendeten Theilen der Kugein an- 
nähern, je nachdem beide Kugeln mit entgegengesetzter oder mit 
gleicher Elektricität geladen wären. Jo. 

Vergl. Phü. Trans. 1834. p.217, sowie unten p. 400. 



r NOBIKS. 389 

I 

A. NoBiLB. Sol teoreme fondamentale delF indazione elettro- 

Statica. Tortolihi Anu. 1856. p. 89-99t; CtmeDto III. 223-230'; 

Arcb. d. 8C. phys. XXXII. 62-65; Antologia contemporanea 1. No.2. 
Hr. Nqbile selbst beseichnet diese Abhandlung als eine wei- 
tere Ausführung der im ßerl. 6er. 1855. p. 397 besprochenen 
Note. Glaubten wir damals die in derselben ausgesprochenen 
Ansichten kurs zurückweisen zu können, so sehen wir uns jetst 
genöthigt auf eine nähere Besprechung derselben einzugehen, am 
so mehr da die Autorität von Namen wie Melloni, Nobile, 
VoLPiCBLLi, DB LA RivE diesen Ansichten auch anderweitig Em-* 
gang verschaffen möchte. 

Im Anfang der Abhandlung sagt Hr. Nobile , der Ausdruck 
„elettricita dissimulata o nello stalo latente e senza tensione ap- 
parente*" sei nur eine Benennung, die ein gewisses Factum be* 
zeichnen solle. Danach wäre also der ganze von Mblloni be- 
gonnene Streit gegen die bestehende Theorie nur ein Wortstreit, 
und es erscheint wunderbar, dafs Hr. Nobile selbst auf die Sache 
so grofses Gewicht legt, indem durch Hervorrufen von Wort* 
Streitigkeiten die Wissenschaft schwerlich gefördert wird. Sehen 
wir nun, ob das streitige Wort zur Bezeichnung der Thatsache 
zweckmäfsig gewählt ist. Die wohlbekannte Thatsache ist zu- 
nächst folgende. Auf einem isolirten Conductor wird durch An- 
näherung eines positiv elektrischen Körpers ein Quantum negati- 
ver Elektricität durch Anziehung in der Weise festgehalten, dafs 
dasselbe durch Ableitung zum Boden nicht entfernt werden kann*^ 
Dieses Quantum negativer Elektricität ist geringer als die indu- 
cirende positive Elektricitätsmenge. Die Folge davon ist, dafs 
seine anziehende und abstofsende Wirkung nach aufsen hin im 
Allgemeinen durch die entgegengesetzte Wirkung der in der 
Nähe befindlichen positiven Elektricität überwogen wird; letztere 
Wirkung aber wird umgekehrt durch die entgegengesetzte der 
negativen Elektricität geschwächt. Um diese Thatsachen zu be- 
zeichnen wird der Ausdruck gebraucht „die negative Influenv- 
elektricität ist im latenten Zustand und ohne Spannung**. Es ist 
sonst in der Physik nicht üblich von zwei Kräften, die sich in 
ihrer Wirkung auf einen Körper gegenseitig aufheben, zu sagen, 
dalii sie sieh im latenten Zustand befinden, und wenn ein compri- 



3§9 33. ReibvBgielektricität. 

oMrtet Gas durch den WiderstaiMl einer elastischen Hülle tok der 
Ausdehnung gehindert wird, wird man kaum behaupten wollen, 
Gas und Hülle seien ohne Spannung. OaTs übrigens die negati* 
ven E^ektricitätstheilchen sich unter einander absto(sen, beweist 
hinreiebend die Divergenz der elektrischen Pendel mit Influ^M- 
elektricatäi erster Art. Auf die Versuche von MfitLom, welche 
dieses Argument entkräften sollten, kommen wir unten bei Gele- 
genheit der Note von Reonani zurück. Die CouLOMB*sohe Theorie, 
welehe des Unterschiedes zwischen freier und latenter Elektricität 
nickt bedarf, reicht vollständig hin um durch das einfache Prin- 
cip der Anziehung und Abstofsung im umgekehrten quadratischen 
Verhältoifs der Entfernungen alle eleklrostatischen Erscheinungen 
vollkommen befriedigend zu erklären. Und da derselben kdnes- 
wegSy wie Hr. Nobile meint« das leitende Princip fehlt, so bedarf 
es keiner neuen Benennungen, die den klaren Sinn der Sache nur 
zu verwirren geeignet sind, indem man sich unter einem neuen 
Namen ein neues von dem vorigen verschiedenes Ding vorslelU, 
welches in der That nicht vorhanden ist. 

Hr. Nobile führt zu Gunsten seiner Anschauungsweise die 
Thatsacbe an» dafs durch ableitende Berührung, oder mit der Zeit 
auch durch Zerstreuung an dieLuft, die freie InQuenzelektricität 
zweiter Art entfernt wird, ^vährend die latente Influenzeleklricität 
erster Art zurückbleibt. 

Es ist in der That nicht klar, was damit gegen die bisher 
geltende Theorie bewiesen werden soll. Im Gegentheil bieten 
die Influenzerscheinungen eine so voUkooimene und naturgemäÜBe 
Brücke von den Erscheinungen der Vertheiiung auf einem isolir* 
ten Leiter zu denen des Condensators und der Leidener Flasche, 
und dieselben Lassen sich, soweit die Kräfte der Analysis reichen, 
mit solcher Schärfe aus der CouLOMB*schen Theorie herleiten, dals 
dies wohl der beste Beweis für die Richtigkeit des Principe und 
die Unnöthigkeit jeder neuen Benennung ist Daraus, dals, wenn 
eine Influenzelektricität abgeleitet wird, die andere zurückbleibt, 
soll folgen, dafs beide sich in verschiedenen Zuständen befinden, 
dals eise von bsiden durch irgend eine Kraft zurückgebalten wird. 
Die Cpiu^iifB'scbc Theorie giebt uns den Ursprung und die Ge- 
S9ti^ dieser Kraft genau an, während die MBLLom'sche Theorie 



NoBiLK. 394 

dm Vonsug hat un« über dieselbe völlig im Unklaren %u lassen 
und nna für die naangelnden Begriffe durch einen neuen Namen 
SU entschädigen. 

Hr. Nobile beruft sich zur weiteren Unterstätsung seiner 
Ansicht auf die im Berl. Ber. 1855. p. 399 besprochenen Ver- 
suche von VoLPicBLLi über den Einfluls^ welchen ein dritter Lei- 
ter ausübt, der an ,den influirenden und influirten angenähert 
wird — insofern allerdings mit Recht, als auch Volpicelli für 
nöthig fand den neuen Namen electricite d'abandon zu erfinden, 
um eine Erscheinung zu bezeichnen, die sich aus den bekannten 
Gesetzen der Influenz als specielier Fall ergiebt. 

Schiiefslich führt Hr. Nobile einige eigene neue Verauche 
an, welche erwähnt zu werden verdienen. Ein horizontaler cy- 
Undrischer Conductor war an beiden Seiten durch Kugelsegmente 
begränzl, deren Durchmesser gröfser war als der des Cylinders. 
Auf die obere Seite desselben wurden Häufchen von Bärlapp- 
s^men gebracht, mit der Vorsicht, dafs dieselben den höchsten 
Punkt des nächsten Endes des Conductors nicht überragten. Dem 
einen Ende des Conductors gegenüber stand ein zweiter kleine- 
rer, durch einen Draht mit einer Elektrisirmaschine verbundener 
Conductor in solcher Entfernung, dafs seine Elektricilät direct 
nicht merklich anziehend auf den Bärlappsamen wirkte. 

Wurde nun die Maschine in Thätigkeit gesetzt, so erhob sich 
der Bärlappsamen in Form kleiner Staubwirbel, welche an dem 
abgewendeten Ende des Conductors am höchsten waren und von 
da nach dem vorderen Ende abnahmen, so dafs der Staub auf 
den vordersten Häufchen ganz in Ruhe blieb. Ueber die Dimen- 
sionen der Conductoren sind keine näheren Angaben gemacht. 
Das Factum ist nicht schwer zu erklären. Da der Durchmesser 
des den Cylinder begränzenden Kugelsegments gröfser war als 
der des Cylinders, so ist leicht zu vermuthen, dafs sich die In- 
fluenzelektricität erster Art nur auf der vorderen Fläche des 
iUigelsegments ansammelte, auf dem ganzen übrigen Theil des 
Conductors Influenzelektricität zweiter Art, und zwar natürlidi 
niit nach dem abgewendeten Ende hin zunehmender Dichtigkeit. 

Noch schlagender scheint Hrn. Nobile folgender Versuch für 
9sine Ajisicht zu sprechen. Indem anstatt der metallischen 



392 ^^' Reibangselektricität. 

Probescheibchen kleine Scheibchen aus nicht leitenden Substan- 
zen wie Schwefel, Siegellack, Elektrophormasse angewendet 
wurden, erhielt man von allen Theilen des Conductors Zeichen 
von gleichnamiger Influenzelektricitat. 

Dieses Factum mufs allerdings auffallen, und es wäre sa 
wünschen, dafs der Versuch von anderen Seiten wiederholt wurde. 

Jo. 



Kbgnami. Sur la nouvelle th^orie de Tinduction 6lectro- 
Stalique de Mblioni. Arcli. d. sc, phys. XXXI. 78-79+; Com- 
sp^ndenza scientifica 1855 Nov. 2. 

Mblloni war bekanntlich der Ansicht, dafs sich auf einem 
Cylinder unter Influenz eines positiv elektrischen Körpers freie 
positive und latente negative Elektricität auf der ganzen Ober- 
fläche vorfinde, erstere nach dem abgewendeten, letztere nach 
dem zugewendeten Ende hin an Dichtigkeit zunehmend. Mbl- 
loni gründete diese Ansicht auf die Thatsache, dafs, wenn oian 
leitende, nicht isoHrte Scheiben zwischen den inducirenden Körper 
und die elektroskopischen Pendelpaare stellt, um letztere vor der 
directen Influenz zu schützen, die Pendel auch am zugewendeten 
Theil des Conductors nicht mit der entgegengesetzten, sondern 
mit der gleichnamigen Elektricität divergiren. 

Hr. Rbgnani widerlegt die Richtigkeit der Argumente von 
Mblloni auf folgende Weise. Sind die Pendel nicht durch einen 
Metailschirm geschützt, so sind sie unzweifelhaft mit der ent* 
gegengesetzten Elektricität geladen. Wird aber der Metalkchirm 
zwischengestellt, so sammelt sich die gleichnamige Influenzelek- 
tricitat in den Pendeln an, wo sie durch den Metallschirm vor 
der abstofsenden Wirkung des inducirenden Körpers geschützt ist. 
Um der Sache gröfsere Klarheit zu geben wäre allerdings wün- 
schenswerth gewesen, dafs gesagt wäre, worauf eigentlich diese 
schützende Wirkung beruht. Ofi'enbar wird der Metallschirm selbst 
durch Influenz elektrisch, und zwar negativ, wenn der influirende 
Körper positiv ist. Die negative Elektricität des Metallschirms 
ist nun ihrerseits keinesweges nach aufsen unwirksam, sondern 
wirkt modificirend auf die Vertheilung auf dem Conductor da 



RxeiTAiri. Fklici. Pabadat und Rusb. 393 

imd bewirkt auf dem zanächstgelegenen Theil desselben, d. h. auf 
den elektroskopischen Pendeln, eine Ansammlung positiver Elek* 
tricilat. Jo. 



R. Fblici. Osservazioni sopra rinterpretazione di alcune 
esperienze moderne di elellro-stalica. Cimento IV. 266-275+. 

Hr. Fblici weist, gegenüber den besonders von Faraday und 
Mblloni angeregten Angriffen gegen die PoissoN*sche Theorie 
der elektrischen Influenz, nach, dafs diese Theorie vollkommen 
hinreicht um die Resultate der Versuche von Faraday und Mbl- 
loni zu erklären. Dieselbe giebt, wie an einem einfachen, ana« 
lytisch zu behandelnden Beispiel nachgewiesen wird, vollkommen 
Rechenschaft von den Erscheinungen, welche durch einen zwi- 
schengestellten, zum Boden abgeleiteten Leiter hervorgerufen 
werden und weiche Faraday durch die Induction in krummen 
Linien erklärt. Durch die auf dem zwischengestellten Leiter 
hervorgerufene Vertheilung. entsteht in dem zunächst hinter dem- 
selben gelegenen Raum ein Feld kleinster Wirkung, indem sich 
die von den beiden entgegengesetzten Elektrici täten herrührenden 
Kräfte gröfstentheils destruiren. In gröfserer Entfernung hinter 
dem abgeleiteten Leiter wächst Anfangs die Resultante der elek- 
trischen Kräfte und nimmt dann wieder ab. Beim Condensator und 
der Leidener Flasche hat die Resultante einen bedeutenden Werth 
in dem Zwischenraum zwischen den Belegungen. In dem gan- 
zen äufseren Raum findet fast völlige Destruction der Kräfte statt, 
was Anlafs gegeben hat zu der unpassenden Benennung der „la- 
tenten'* Elektricität. Auch die Resultate der mehrfach bespro- 
chenen Versuche von Melloni sind offenbar einfache Folgen des 
Vorhandenseins eines Feldes kleinster Wirkung hinter dem Metall- 
schirm. Jo. 

Faraday and Ribss. Od the action of Don-conducting bodies 
in electric ioductioo. Phil. Mag. (4) XI. i-nf; Arcb. d. sc. 
phjs. XXXI. 48-74; Poes. Ana. XCVII. 415-441. 
Hr. Faraday und Hr. Ribss suchen durch zwei Briefe ihre 

Meinungsunlersehiede über den Einflufs zwischengestellter leiten- 



394 33, Reibungselektricitat, 

der und luobU^iiender Körper auf die elektrische laflueiiK ausm* 
gleichen. 

Was zunächst die leitenden Körper betrifil, so halte Hr. Russ 
aus der FARADAV^schen Theorie die Folgerung abgeleitet, dals ein 
zwischen den influirenden und influirten Körper eingeschobener 
Leiter die Influenz in allen Fällen schwächen müsse, da die In- 
duction nicht durch den Leiter hindurch, sondern in krummen 
Linien um denselben herum wirke. Hr. Faraday giebt diese Folge- 
rung nur für den Fall zu, wo der Zwischenkörper nicht isolirt 
sei, indem durch einen unisolirten Leiter hindurch keine Influenx 
staltfinde. Er zeigt dagegen, wie bei Einschiebung eines isolirten 
Leiters die Influenz auch nach seiner Theorie verstärkt werde, 
indem Leitung an Stelle der Induction trete, auf der Oberfläche 
des Zwischenkörpers eine elektVische Vertheilung stattfinde und so 
der Zwischenkörper die Entfernung vermindere, durch welche 
hindurch die Wirkung sich auf dem Wege der Influenz verbreiten 
müsse, Hr. R^bss setzt diesem wieder seine Versuche *) entgegen, 
nach denen es|ganz von der Form des zwischengeslellten isolir- 
ten Leiters abhängt, ob derselbe verstärkend oder schwächend 
auf die Influenz wirkt. Jedenfalls würden die FARAOAV^schen 
Induclionscurven auch von diesen Verschiedenheiten Rechenschaft 
zu geben im Stande sein, da man dieselben als ein geometrisches 
Bild der Potenlialtheorie, als die Orthogonalcurven der Flächen 
gleichen Potentials betrachten kann; nur geben sie ohne diese 
Besiehung über das Wesen der Wirkung keine Klarheit. 

Wichtiger ist die Verschiedenheit der Ansichten über die 
Wirkung der Nichtleiter. Hr. Faraday läugnet ganz bei der In- 
fluenz das Vorhandensein einer actio in distans. Er stellt sich 
die elektrische Wirkung als eine nur von Theilchen zu Theilchen 
des dielektrischen Mediums durch Polarisation fortschreitende vor; 
selbst der leere Raum ist für ihn von einem dielektrischen Me- 
dium erfüllt. Hr. Ricss dagegen, von der entgegengesetzten ex- 
tremen Ansicht ausgehend, scheint jede Annahme einer Polarisation 
der Molecüle zurückzuweisen und auch die Wirkung der Nicht- 
leiter durch eine blofse Oberflächen vertheilung erklären zu wollen. 
Zar Annahme einer solchen Oberflächenvertheilung führt ihn die 
«) Bert. Ber. 1854. p. 447. 






FAftAHAT.Dttd RfBSS. 395 

AMiogie tmi den Lcittrik Die Art und Weise, me er ihr Zu» 
•Umdekommen in seiner früheren Abhandlung erklärt, ist jeden- 
fsiis wwig befriedigend und giebt Hrn. Faraday tu gerechten 
Ginwurfen Veranlassung. Hr. Riess schrieb dieselbe nämlich 
eineai gewissen unvollkemmenen Leitungsvermögen der Isolatoren 
SU. Wie dieses aber mit ihren isolirenden Eigenschaften lu ver* 
einigen ist, dürfte schwer zu sagen sein. Hr. Faraday ceigt, wie 
oisn eine Schwefel« oder SchelUackpIaite in wenigen Secunden 
in den fraglichen polaren Zustand versetzen, respeetive die Ober« 
fiäebenvertheilung in ihr hervorrufen kann, welche sie darauf 
stundenlang beibehält. Wie kommt es, dafs die Oberflachenver- 
tbeilung nicht eben so schnell verschwindet, wie sie sich bildet? 
Hr. RiBss hat sich in seiner Antwort an Hrn. Fasaday über die- 
sen Punkt nicht näher ausgesprochen. 

Zur Darstellung der experimentellen Thatsachen dürften beide 
Vorstellungsweisen genügen. 

Eine nichtleitende Platte, einem positiv elektrischen Con- 
diietor gegenübergestellt, wird auf der vorderen Fläche negativ, 
auf der hinteren positiv elektrisch; dieser elektrische Zustand 
verschwindet mit Entfernung des influirenden Körpers. Er labt 
sich aber fixiren, indem man der hinteren Fläche der Platte eine 
Flamme annähert. Nach Entfernung der Flamme und des in- 
fluirenden Conductors erscheint dann die vordere Fläche der 
Platte bleibend negativ geladen. Hr. Risss stellt sich den Zu- 
stand der nichtleitenden Platte unter Einflufs des Conductors so 
vor, da£s die Veriheilung der Elektricität nur auf der Oberfläche 
iftattfindet Nach Hrn. Faraday dagegen sind alle Theilchen des 
Nichtleiters so polarisirt, dafs, wenn man sich die Platte in un- 
endlich dünne Schichten zerlegt dächte, jede Schicht auf ihrer 
Vorderfläche negativ, auf der hinteren positiv elektrisch sein 
würde. Die Wirkung nach auben wird in beiden Fällen dieselbe 
sein, wie aus der PoissoN'schen Theorie der magnetischen Ver- 
theilung hinreichend bekannt ist. Die Rolle, welche die Flamme 
spielt, ist aber in beiden Fällen verschieden. Nach der Ansicht 
von Hrn. Riess würde die durch Influenz des positiven Conduc- 
tors negativ elektrische Flamme die positive Leitung der hinteren 
Fläche einfach vernichten und die negative Elektricität der vor- 



306 33. ReiboogtetelEtricität. 

deren Flache bliebe suräck. Nach Hrn. Faradat hiDgegen wird 
der hinteren Fläche durch die negative Flamme wirklich eine 
negative Ladung mitgetheilt, welche nach Entfernung des Gon* 
ductors den polaren Zustand der Molecöle aufrecht erhält Ver- 
sieht man beide Flächen mit Stannielbelegungen , so kann eine 
ableitende Berührung der Belegung die Wirkung der Flaoime er* 
setsen. Man sieht leicht, dafs, wie auch die Versuche modifidrt 
werden mögen, ihre Resultate immer sowohl durch die Voralei* 
lung einer Oberflächenvertheilung als durch die einer PolarisalioB 
der Molecüle dargestellt werden können. In der That aber achd- 
nen beide Forscher in ihren Ansichten su weit gegangen su sein. 
Einerseits hat Hr. Riess gewiÜB vollkommen Recht, wenn er seine 
Stellung als Vertheidiger der CouLOMB*schen Theorie auch den 
Angriffen des berühmten englischen Physikers gegenüber behauptet; 
andrerseits aber sind gewisse Ansichten von Hm. Faraday durch- 
aus nicht so unvereinbar mit dieser Theorie, als Hr. Ribss ansu- 
nehmen scheint. Es ist der von Hm. Riess vertheidigten Theorie 
fremd, die Influenzwirkung durch eine nur von Molecöl sa Mo- 
lecül fortschreitende Polarisation sich verbreiten su lassen, aber 
die Vorstellung einer Polarisation der Molecüle ist an sich aekr 
wohl mit dieser Theorie vereinbar, wenn man sich die Nichtleiter 
als Aggregate leitender Molecüle vorstellt, welche durch nicht- 
leitende Zwischenräume getrennt sind. Die Polarisation schreitet 
dann nicht von Molecül zu Molecül fort, sondern sie befolgt 
dieselben Gesetze, welche Poisson in seiner Theorie der magne- 
tischen Influenz entwickelt hat und welche hier unmittelbar an- 
wendbar sind. Auch der Fall eines Andauerns dieses polaren 
Zustandes nach Entfernung der erregenden Ursache findet sein 
Analogen in den Eigenschaften des Stahles. Jedenfalls überhebt 
uns eine solche Ansicht der mifslichen Annahme einer durch 
Leitung entstandenen Oberflächenvertheilung der Nichtleiter, ohne 
jedoch irgendwie aus den Gränzen der CovLOiiB*8chen Theorie 
herauszugehen. Jo. 



YoLPiGKLLi. Sar rindoction 6lec(rostalique. Ttoisi^me com* 

mUDication. Arcb. d. sc. pfays. XXXII. 31 8 -324t; ToRTOi.iifi 
Ann. 1856. pi 335*341; C. R. XLIII. 719-723; Inst. 1856. p. 366-368; 
Cimento iV. 87-93. 

Die in dieser Abhandlung mitgetheiiten Versuche des Hrn. 
VoLPiCBLLi beuehen sich grölstentheils auf den Einflufs swischen- 
gertellter Leiter und Nichtleiler auf die elektrische Influenx. Sie 
haben den speciellen Zweck, nacbxuweisen, dals auch, eine In- 
fluenz durch krumme Linien im FARADAY'schen Sinne stattfinde. 
Zur Beurtheilung derselben im Allgemeinen kann nur auf das 
verwiesen werden, was oben bei Gelegenheit der Discussion 
iwischen Faradäy und Ribss bemerkt worden ist. Nur einige 
anderwtttige Versuche, die zum Schlufs mitgetheilt werden, mö- 
gen besonders erwähnt werden. Hr. Volpicblli wollte den lange 
fortgesetzten Einflufs der fortwährend unterbrochenen und wieder- 
hergestellten Influenz auf den physikalischen Zustand der Körper 
untersuchen. Zu diesem Zweck setzte er eine hohle Glaskugel 
von 40*^ Durchmesser der Influenz eines Conductors aus, wel- 
cher alle 2 bis 3 Secunden entladen und wieder geladen wurde. 
Nachdem dies während eines Vierteljahrs taglich 2 Stunden lang 
fortgesetzt worden war, hatte die Kugel ihre ursprüngliche voll- 
kommene Durchsichtigkeit verloren und war merklich trübe ge- 
worden. An einem Diamant, der auf gleiche Weise behandelt 
wurde, will Hr. Volpicblli ebenfalls eine, wiewohl sehr geringe 
Abnahme der Durchsichtigkeit und das Auftreten eines früher 
nicht vorhandenen grünlichgelben Scheines bemerkt haben. 

Ferner beobachtete Hr. Volpicblli die Wirkung der Influenz 
auf ein RuMFORD^sches Difierentialthermoskop. Der Index rückte 
etwa um 10*^ nach der Kugel hin, welche der Influenz ausge- 
setzt war. Ein metallischer zur Erde abgeleiteter Ueberzug der 
Kugel verstärkte die Wirkung. Da bei letzterer Modification des 
Versuchs die Kugel selbst gegen die Influenz geschützt war, so 
schliefst Hr. Volpicelli daraus, dafs die Influenz die Temperatur 
der Körper, auf weiche sie wirkt, ein wenig vermindert. Jo. 



S98 33. ReiboogMlektricität. 

A. FocBs. üeber das Verhalten eines feinen Springbrooneos 
innerhalb einer elektrischen Atmosphäre. Verli. d. Presburg. 
Ver. 1856. 1. p. 37-47, 2. p. 79-80; Poee. Add. CIL 633-634t; Z. S. 
f. Math. 1858. i. p. 193-194. 

Ein kleiner Springbrunnen, der durch eine im Verhällnifa 
zur Druckhöhe enge Oeffnung aufsteigt, löst sich in Folge der 
Adhäsion des Wassers an den Rändern der Oeffnung in viele 
kleine Tropfen auf, die in Parabeln nach allen Seilen aus einander 
gehen und nicht weit von der Oeffnung niederfallen. Bringt nutt 
in die Nähe des Springbrunnens einen elektrisirten Körper, s. B* 
ein mit Seide geriebenes Glasrohr, so hört im Abstand von 4 bis 
5 Schritten das Tropfenwerfen auf, und der Strahl sieht sich lu 
einer Säule zusammen, die ungetheilt aufsteigt. Hält man end* 
lieh den elektrisirten Körper ganz nahe an den Strahl, so stiebt 
er in äufserst feinen Tröpfchen aus einander. Hr. Fuchs erklärt 
diese von ihm beobachtete Erscheinung dadurch, dafs bei gröfse- 
rer Entfernung des elektrischen Körpers die getrennten Tropfes 
durch Vertheilung elektrisch werden und sich wechselseitig die 
entgegengesetzt elektrischen Seiten zuwenden. Sie ziehen sieh 
daher an, und der Strahl wird eine umgekehrte Säule« Bei grober 
Nähe des vertheilenden Körpers wird die ganze Säule stark ho- 
mogen elektrisch; die Wassertheilchen stofsen sich ab und wc 
aus einander geworfen. Jo. 



C. Entladungserscheinungen. 
S. Hauis. On a general law of eleclrical disehar§;e. Phil. 

Mag. (4) XI. 339-360t. 

P. Risss. On the law of eleclrical discharge. Phil. Mag. (4) 
XL ö24-627t. 

W. S. Habhis. Oo certain phaenomena of electrical discharge. 

Phil. Mag. (4) XII. 13Ö-l40t. 
P. RiBss. On a law of electrical heat. Phil. Mag. (4) Xll. 322-324t. 
S. Harris. Oh Ribss's law of electrical heat. Phil. Mag. (4) 

XIL 553-554t. 

Lassen wir aus dem Streit zwischen Hrn. Harris und Hm. 
R1B88 alle Persönlichkeiten weg, so reducirt sich das, was die 



FocM. Haaais. Riiss. 399 

Wissenschaft dadurch gewonnen haben mag, auf ein sehr be- 
scheidenes Maafs. Die HauptstreiipuniLte sind die Richtigkeit des 
RiES5*schen Gesetzes für die Wärmewirkting der Entladung, die 
Geschichte der Verbesserung des elektrischen Luflthermometers 
und die Brauchbarkeit des von Hrn. Harris angewandten elek- 
trischen „Binheitsmessers". 

Beginnen wir mit dem historischen Punkt, so sind vielleicht 
die Verdienste des Hrn. Harris um das Luftthermometer von 
Hrn. RiBSs zu wenig anerkannt worden. Es dürfte heut schwer 
sein objectiv zu entscheiden, inwieweit Hrn. Harris bei der 
Construction seines Instruments das KiNNERSLBY*sche Thermometer 
geleitet hat. Hr. Harris versichert freilich ganz unabhängig von 
dem KiNNERSLBY^schen Apparat den Gedanken gefafst zu haben. 
Jedenfalls weicht die Form, welche Hr. Harris dem Instrument 
gegeben, von der ursprünglichen weit mehr ab, als die von Hrn. 
RiESs gewählte Form von der von Hrn. Harris verschieden ist 

Die Wärmeeinwirkung der Entladung war schon vor länge* 
rer Zeit von Hrn. Harris zum Gegenstand seiner Untersuchungen 
gemacht worden, deren Ergebnisse derselbe gröfstentheils in einer 
Abhandlung „Ueber einige elementare Gesetze der Elektricitäf ' ^) 
zusammenstellte. Durch die unbefriedigende und zum Theil un- 
klare Form dieser Resultate sah sich Hr. Riess seinerseits zur 
Untersuchung der betreffenden Gesetze bewogen, und die Ver* 
öffentlichung einer englischen Ausgabe von de la Rivers „Traite 
de Telectricite", in welchem derselbe durchweg die von Hrn. Riess 
aufgestellten Gesetze annimmt, hat Hrn. Harris zu einer Verthei* 
digung seiner Resultate und seiner Prioritätsansprüche veranlafsL 
Hr. Harris hatte das Gesetz aufgestellt, dafs die Wärmewirkung 
dem Quadrat der Quantität der entladenen Elektricitätsmenge 
proportional, von der Gröfse der Belegung der Batterie hinge* 
gen oder von der Dichtigkeit der Elektricität unabhängig sei. 
Dagegen fand Hr. Riess die Wirkung proportional dem Product 
aus Quantität und Dichtigkeit oder, was dasselbe ist, proportional 
dem Quadrat der Quantität, dividirt durch die Oberfläche der 
Belegung, den Widerstand des Schliefsungsbogens natürlich con- 
stant vorausgesetzt. Hr. Riess begründet dieses Gesetz durch 
Phil. Trans. 1834. 



400 33. Reibungselektricität. 

Anwendung einer Batterie aus völlig gleich gearbeiteten Flaschen. 
Indem Flaschenzahl und Ladung der Batterie beliebig abgeändert 
wurden, ergab sich, dafs die erhaltenen Zahlenwerthe der Erwär- 
munc: sich durch die Formel 

T = ,.i' 

s 

ausdrücken lassen. Hr. Harris behauptet nun, dafs allerdings 
eine Abnahme der Erwärmung stattfinde, wenn man dieselbe 
Elektricitätsmenge von einer gröfseren Flaschenzahl entlade; da- 
gegen sei die Erwärmung dieselbe, wenn man dieselbe Elektri- 
citätsmenge aus Flaschen von verschiedener Belegungsoberfläche 
entlade. Eine Flasche von l-j^ Fufs und eine andere von 6 Fufs 
Belegung gaben z. B. völlig gleiche Wärmemengen. Daraus 
schliefst Hr. Harris, dafs die geringere Wärmewirkung bei An- 
wendung einer Batterie aus mehreren Flaschen nicht von der 
vergröfserten Oberfläche, sondern vielmehr von der Theilung der- 
selben und von dem vergröfserten Widerstand in der Batterie 
herrühre. Bei den Versuchen von Hrn. Risss ^) ist allerdings 
der Schliefsungsbogen constant; auf den durch Vergröfserung der 
Flaschenzahl nothwendig veränderten Widerstand in der Batterie 
dagegen ist allerdings keine Rücksicht genommen; auch ist nicht 
ersichtlich, ob derselbe gegen den des Schliefsungsbogens vernach- 
lässigt werden konnte. Leider hat Hr. Ribss vermieden auf die 
Widerlegung dieser Einwürfe des Hrn. Harris näher einzugehen, 
oder auch nur seine Ansicht über den Versuch des Hrn. Harris 
mit zwei Flaschen von verschiedener Belegung auszusprechen. 
Die Art und Weise übrigens, wie Hr. Harris den Nenner s der 
RiBss'schen Wärmeformel mit dem Widerstand der Schlielsung 
verwechseln will, kann die Sache nur verwirren, da Hr. Harris 

wissen mufste, dass die Formel ^ nicht das vollständige Erwär- 
mungsgesetz ausdrückt, sondern dafs Hr. Ribss den Einflufs des 
Widerslandes des Schliefsungsbogens einer besondern Untersu- 
chung unterworfen hat. 

Was endlich den von Hrn. Harris zur Messung von Elek- 
tricitätsmengen gebrauchten Apparat betrifft, so besteht derselbe 

<) Siehe Etisss Reibuogselektricität § 420£r. 



Rim. 404 

in ein^ LANB'schen Flasche» deren innere Belegung mit dein 
Cottduelor der BlektriftirmaBcbine^ deren isolirle äuCsere Belegung 
mü der SU ladeoden Batterie verbunden ist. Die Aneahl der Ent- 
ladungen der LANB^schen Flasche dient Hrn. Harris als Maafs für 
die in der Batterie angesammelte Elektricitatsmenge und kann 
daitt dienen unter der Voraussetzung, dafs die auf einander fol- 
genden Entleerungen der LANs^sehen Flasche jedesmal gleichen 
Elekirieitätsmengen entsprechen. Diese Voraussetzung wird aber 
nicht streng erfüllt. Wenn nämlich die Batterie eine gewisse 
Ladung erlangt hat» ist die Dichtigkeit der freien Elektricität auf 
der Oberfläche der äufseren Belegung der Maafsflasche nicht mehr 
NuU> sondern hat einen gewissen Werth, der mit der Ladung 
der Batterie zunimmt» und in Folge dessen werden die auf ein- 
ander folgenden Entleerungen der Maafsflasche einander nicht 
gleich sein. Hr. Harris nimmt zur Vertheidigung seiner Methode 
die Antorität von Faraday in Anspruch und beruft sich aufser- 
dem auf Versuche» welche er der Royal Society vorgelegt hat 
und in welchen er die Brauchbarkeit seiner Maafsflasche durch 
Vergteichung mit der bei anderen Physikern übUchen Methode 
nachzuweisen sucht» indem er eine Flasche von fünf Quadratfufs 
Belegung durch seine Maafsflasche ladet und mit ihrer äufseren 
Belegung eine LANB^sche Flasche in Verbindung setzt. Mochte 
nun die innere Belegung mit 20» 40 oder 60 Einheiten geladen 
werden, so entsprach jeder Einheit immer dieselbe Anzahl von 
Entladungen der LANE'schen Flasche. — Jedenfalls ist die übliche 
Methode die theoretisch richtigere und verdient darum den Vor- 
zug» wenn auch bei geeignetem Verhältnifs der Dimensionen der 
Maafsflasche und der Batterie die Methode von Harris annähernd 
richtige Resultate geben mag. Jo. 



P. RiEss. lieber den Einflufs der Leitung eines elektrischen 
Stromes auf die Art seiner Entladung. Berl.MoDatsber.i856. 
p. 241-263; Poee.Ann. XCVIII. 571 -595t; Arch. d. sc. phy». XXXDI. 
338-341 ; Z. S. f. Naturw. IX. 305-307. 

Hr. RiBss unterscheidet bekanntlich zwei Entladungsweisen 
der elektrischen Batterie , die continuirliche und die discontinuir- 
FsfUeltf. a. Pliyt. XU. 26 



408 33. ReibaDgselektricität. 

liehe. Letotere tritt ein, wenn der VersSgenmgswerth einet 
Theiles des Sehliefsungsbogens so grob ist, da(fl eine gegebene 
Elektricitätsmenge nicht mit hinreichender Geschwindigkeil g^^- 
leitet werden kann, in Folge dessen eine Anstauung der Elektn«* 
cität und gewaltsame Durchbrechung des Hindernisses statlfindel. 
AeuTserüch manifestirt sich die discontinnirliche Entladung doneli 
Verbiegungen, Glühen und Schmelzen der Metalidrafate, durch 
Geräusch und Liichterscheinungen. Doch kann die discontinuii^ 
liehe Entladung, wie die nachfolgenden Versuche beweisen, auch 
ohne diese äufseren Zeichen schon eintreten, welche aber dann 
bei geringer Verstärkung der Batterieladung sichtbar werden. 

Die Gesetae der Stromleitung, wie sie in der bekannten 
Formel für die Erwärmung durch den Strom 

^ - 7 1 + 4. i; 
enthalten sind, gelten nur für die continuirliche Entladung. Mit 
der discontinuirlichen Entladung treten andere complicirte Gesetaie 
ein. Dies wird an der discontinuirlichen Entladung in feateiiy 
flüssigen und luftformigen Stromleitern nachgewiesen. 

1) Feste Stromleiter. Sieben Drähte, aus demselben Platin 
SU verschiedener Dicke gezogen und genau 2 Zoll lang, wurden 
der Reihe nach in den Schliefsungsbogen eingeschaltet. Da q 
und s bei allen Versuchen constant waren und der Verzögerungs- 
werth V dem Querschnitt umgekehrt proportional ist, so hätte 
man finden müssen 

1+4 

wo die Constanten a,b aus zwei Versuchen zu bestimmen wa- 
ren. Dagegen fanden sich folgende Resultate. 

Nammer des Radius der Erwärmung , " jJ'i,. 'ü ,*'" 

Ver»uche» Drähte beobachtet berechnet '«" «^J^»^"««« 

Par. Linien 

1 0,06685 56,8 56,8 

2 5952 55,3 55,26 

3 5000 52,2 52,40 

4 4053 48 48 

5 2857 33,4 38,46 —0,132 

6 2089 24,8 28,63 0,134 

7 1850 16,6 19,19 0,135 



Wihriaod ako die Erwärmung in dm vitr ersten V^iwehf« 
durch die PoriBel etisgedrücki wird» aind die beobachteten Wertbe 
iMi den drei diiniMten Dräblen mbe uo» ein Achttel des Werthee 
kleiMr ale die b^echneten. Es ist eise bei No. 5. die discoii- 
tinBiriiche Entladung bereits eingetreten, und die Leitungsgesetxe 
Itoben sich verändert, so dals das Leitongsverniögen des Pl^tina 
acheinbar ein geringeres ist. — Dabei wurde im 7. Versuch der 
Draht glühend sersprengt^ im 6. der ganzen Läpge nach roth- 
l^end, während sieh bei No. 5. das Dasein der discontinuir- 
iiehen EaÜadung erst nach mehrfacher Wiederholung äulaerlieh 
durch stttiBpfwinklige Einbiegung su erkennen gab. 

2) Flüssige Stromleiter. In flüssigen Stromleitern tritt 
die mit Funken und Geräusch verbundene discontinuirliche Eni» 
Udung um so leichter ein, je schlechter leitend die Flüssigkeit 
ist Da durch Zusats von Salzen die LeilungsTähigkeit erhöht 
wird, ae wurde dieses Mittel gebraucht um die verschiedenen 
Entladun^weiaen hervorzubringen. Die Flüssigkeit war in einem 
Trog aus Guttapercha enthalten. Die Elektroden waren zwei 
etwa 1 Linie dicke Platindrähte, deren ebene Endflächen etwa 
4 Linie von einander entfernt waren. Vor jeder Beobachtung 
urarden diese Endflächen mit Fliefspapier abgetrocknet und o^it 
Sandpapier gerieben. Die mittleren Resultate waren folgepdeu 
In 7QI0Q«' Wasser gelöstes Kochsalz 

0«' Ss* 6s' 96* 12^ 24^ 489' 
Mittiere Erwärmung 

81,3 12,6 5,8 7,0 8,9 15,1 23,0 

Die bei destiUirtem Wasser sehr bedeutende Erwärmung 
aank also sehr schnell durch einei) germgen Zusatz von Koch- 
salz. Durch weiteren Kochsalzzusatz erfolgt ein abermaliges 
Sinken bis zu dem Minimum 5,8 und dann ein allmäliges Stei« 
gen, dem zunehmenden Leitungsvermögen der Salzlösung ent- 
apreehend Bei den beiden ersten Versuchsreihen ging ein blen- 
dender Funke mit dumpfem Knall durch das Wasser; die Entladui^ 
war discontinuirlich. Von 6S' Kochsalzzusatz ab war offenbar 
die continuirliche Entladung eingetreten. Merkwürdig ist hierbei, 
dals, umgekehrt wie bei den Platindrähten, die Erwärmung bei 
der discontinuirlichen Entladung am gröbtea ist. Unterlälst man 

26' 



404 ^^' Reibangselektricität. 

das Abreiben der Elektroden mit Sandpapier nach emem Ver- 
suche, der eine Funkenentiadung im Wasser gegeben hat» am 
bleibt nach ein - bis zweimaliger Wiederholung des Versuchs der 
Funke aus, und es tritt die continuirliche Entladung und die ihr 
entsprechende geringe Erwärmung des Thermometers ein. Den 
Grund davon findet Hr. Riess in dem Zustand der Reinheit» welr 
chen die Elektroden annehmen, die einen Strom in eine «erseti- 
bare Flüssigkeit leiten, wonach die veränderten Metallflachen 
vollständig von der Flüssigkeit benetzt werden. Durch das Ab» 
reiben mit Sandpapier wird dieser Zustand wieder aufgehoben. 
Noch wirksamer ist das Bestreichen mit Olivenöl. Benetzt mm 
die Elektroden mit einer dünnen Oelschicht, so kann man eine 
grofse Zahl von Funkenenlladungen erhalten, ohne die Oeiachicbt 
zu erneuern. Selbst in starken Kochsalzlösungen tritt durch An- 
wendung der Oelschicbt die Funkenentladung ein. Die Oelschidit 
ist hier das Hindernifs, welches die Anstauung der Elektridtat 
bewirkt und so die discontinuirliche Entladung einleitet. 

3) LuftförmigeStromleiter. Das Leitungsvermögen der 
Luft für die continuirliche Entladung ist äufserst gering. Aber 
die discontinuirliche Entladung kommt in derselben leicht lu 
Stande, um so leichter, je dünner die Luft ist. Die ErsehehMin- 
gen compliciren sich dadurch, dafs es verschiedene Arten der 
discontinuirhchen Entladung in Luft giebt (Funken-, Büschel- 
und Glimmentladung), welche nach dem Grade der Verdünnung 
der Luft und bei gewisser Beschaffenheit der Elektroden mit der 
Richtung des Stromes wechseln. Der Funkenentladung entspricht 
die stärkste, der Glimmentladung die geringste Erwärmung im 
Schliefsungsbogen. Bei der ersteren ist die Erwärmung nur 
wenig geringer, als wenn der Luftraum nicht vorhanden wäre. 
Bei hinreichender Verdünnung der Luft geht dieselbe aber in die 
Glimmentladung über, und damit wird die Erwärmung geringer. 
Dieser Einflufs der verschiedenen Arten der disconlinairlicheii 
Entladung zeigt sich deutlich in den folgenden VersoehsreifteD. 



RiBM. 4eS 



Qaeek»ilb«rar 


■ek 




Erwäfm 


mg 




in Linien 


'L 


IL 


lU. 


IV.^ 


1 




29,2 


35,3 


23,4 


32,5 


5 




34,2 


36,2 


26,9 


32,2 


10 




36,6 


35,4 


30,9 


31 


20 




37,8 


35,6 


30,4 


30,3 


40 




39,5 


34,8 


30,2 


29,6 


80 




38,5 


33,7 


30.0 


30,4 


120 


keine Entlad 


. 33,8 


30,3 


30,5 


160 




— 


33,8 


30,7 


30,6 


200 




— 


32 


keine 


Entladung 


240 




— 


keine Entlad. 


— 






Bei Versuchsreihe I. waren die Elektroden Messingkugeln 
von 4^ Linien Durchmesser, 5 Linien von einander entfernt. Bei 
Verdünnung der Luft von 80 bis 20 Linien Quecksilberdruck zeigt 
sich nur eine geringe Aenderung der Erwärmung: dagegen nimmt 
dieselbe bei 5 und 1 Linie Druck bedeutend ab. Dafs diese Ab- 
nahme nicht dem abnehmenden Leitungsvermögen der verdünnten 
Luft, sondern der veränderten Entladungsweise zuzuschreiben ist, 
ergiebt sich aus Versuchsreihe IL Bei dieser waren die Elek- 
troden zwei Platindrähte von -| Millimeter Dicke, welche in die 
Deckplatten des Glascylinders so eingelassen waren, dafs nur ihr 
Querschnitt mit der Luft im Cylinder in Berührung kam. Hr. Riess 
hat nachgewiesen ^), dafs keine glimmende Entladung stattfindet, 
wenn in sehr dünner Luft die negative Elektrode eine geringe 
Ausdehnung besitzt. Demgemafs fällt in der zweiten Versuchs- 
reihe auch die der glimmenden Entladung entsprechende Schwä- 
chung der Erwärmung fort, und die Stromstärke steigt bei wachsen- 
der Verdünnung bis zu 1 Linie Druck von 32 bis 35,3. Der Einflufs 
der Gröfse der Elektroden wird noch deutlicher durch Vergleichung 
der Versuchsreihen III. und IV. Bei diesen war die eine Elektrode 
eine kleine Platinfläche wie bei II., die andere eine Messingkugel. 
Bei der Versuchsreihe III. ging der positive Strom von der Fläche 
zur Kugel, bei IV. von der Kugel zur Fläche. Bei Verdünnung 
bis zu 10 Linien Quecksilberdruck ist die Erwärmung der beiden 
Versuchsreihen dieselbe und bleibt merklich constant. Durch 

Po66. Ann. XCVI. 190; Berl. Ber, 1855. p.494. 



406 33. ReibungselektricitSt. 

weitere Verdünnung wird dieselbe bei positiver Fl&clie bk 38^4 
geschwächt, bei positiver Kugel bis 32,5 verstärkt Jo. 



P. RiBss. lieber die elektrischen Pausen. Poee. Ann. XCDL 

l-9t; Arch. d. sc. pLfs. XXXIII. 341-342; Cimento IV. 416-418j 
Phil. Mag. (4) XIII. 261-267. 

Die zuerst von Gross ^) beschriebene, seitdem aber in Ver- 
gessenheit gerathene Erscheinung der elektrischen Pausen bestehl 
in Folgendem. Mit dem Conductor einer Elektrisirmaschine steht 
durch einen Draht eine Metallkugel von etwa 1 Zoll Durclunesser 
in Verbindung. Dieser Kugel wird ein abgestumpfter Metallkegel 
gegenübergestellt, der zum Boden abgeleitet ist und desseo Di- 
mensionen unter sich und zur Gröfse der Kugel in bestimmtem 
Verhältnifs stehen müssen. Namentlich muüs die erforderliche 
Stärke der Abstumpfung in jedem Fall durch Versuche ermittelt 
werden. Der Kegel mufs der Kugel bis zur Berührung genäherl 
und von derselben auf eine gewisse Strecke entfernt werden können. 

Wird bei positiver Ladung des Conductors die Scheibe der 
Maschine gleichförmig gedreht, so erhält man mittelst des Kegels 
von der Kugel bei allmäliger Entfernung Funken von der un- 
mittelbaren Berührung bis zu einem gewissen Abstand i bei wei- 
terer Entfernung bleiben dieselben aus und erscheinen wieder 
bei einer gröfseren Entfernung. So erhielt z. B. Hr. Ribss Funken 
von bis  Zoll Entfernung und von 2^ bis 4^ Zoll, aber keine 
von dazwischen liegender Länge. Das Intervall, in welchem 
keine Funken erscheinen, oder die Pausendistanz, wie es Gkoss 
nennt, hatte hier eine Ausdehnung von 2 Zoll. Nähert man den 
Elektroden, während sie in der Pausendistanz stehen, also keine 
Funken entstehen, seitlich einen Leiter, z. B. die Hand, ein klei- 
nes Brett, so treten die Funken wieder auf, und die Erscheinung 
der Pausen findet nicht statt. 

Hr. Ribss erklärt diese Erscheinungen durch die bei der be- 
sonderen Form der Elektroden stattfindende Vertheilung der Elek- 
tricität auf der Kugel und die durch dieselbe bedingte Vera^e» 

') Blektrische Pausen toh J. F. Gaoss. Leipzig 1776. & 



RisM. 407 

dMheil der EiitUduDgawasen. Einen Anknüpfungspunkt dazu 
^ebl die Liehtersoheinung, die man wahrnimmt, wenn man die 
Erscheinung im Dunkeln beobachtet. Stehen die Elektroden in 
der kleiosien Pausendistans, so sieht man am Ende des Kegels 
#iiien kursen schmalen Büschel, an der nächsten Stelle der Kugel 
einen bläulieh glimmenden Fleck, der mit Entfernung der Elek- 
troden an Ausdehnung zunimmt. Durch seitliche Annäherung 
eines Leiters verschwindet diese Lichierscheinung, und es treten 
^ Funken tm. 

Bei dauernder gleichmälsiger Wirkung der Elektrisirmaschine 
erhalt die Kugel in einer gewissen Zeit eine gewisse Elektrici- 
tätsmenge und damit die Dichtigkeit, die zu einem 4 zölligen 
Funken hinreioht. Wird während dieser Zeit die gelieferte Elek- 
tricitätsmenge durch Ausströmen (glimmende Entladung) vermin» 
d^rt^ so genügt die Dichtigkeit, welche die Kugei erreicht, nur 
sa Funken von geringerer Länge. Das Ausströmen erfolgt aber 
an jedem Punkt, dessen Dichtigkeit eine gewisse Gräoze über- 
sdireilet» und zwar um so stärker, je grölser diese Dichtig|ieit 
ist. Die specielle Form des Kegels bewirkt nun auf der Kugel, 
wie näher nachgei^iesen wird, eine solche Anordnung, dafs b^ 
AntiSherung über eine gewisse Gränze (hier 2^ Zoll) die Aus- 
strömung so stark wird, dafs die Dichtigkeit zu Funken von der 
entsprechenden Länge nicht mehr hinreicht. Die Breite der 
leuchtenden Kuppe, also die Zahl der ausströmenden Punkte, ist 
innerhalb der Pausendistanz am beträchtlichsten. Bei noch grofse- 
rer Annäherung des Kegels ist die Ausströmung der Kugel nicht 
hinreichend, um das Erscheinen von Funken von so geringer 
Länge zu verhindern. 

Aendert man die Gestalt de& Kegels nur wenig durch gröfsere 
jUHBtumpfung, so erhält man Funken bei allen Entfernungen bis 
zu 4^ Zoll, indem jetzt die Ausströmung zu schwach ist, um ihr 
Ersoheinen zu verhindern. Macht man dagegen den Kegel zu 
spitz, so erhält man Funken bis zu einer gewissen Elntfernung 
•und dann keine mehr, indem die Entfernung, bei welcher die 
Ausströmung schwach genug wird, so grofs ist, daCs selbst die 
«ogeschwäcbte Diebtigkeit der Kugel zu einem Funken von solcher 
LäAge tticht mehr genügt. 



408 ^^' Reibaagselektricität. 

Die seitliche Annäherung eines Leiters stSrI die tutn Aus- 
strömen erforderliche Anordnung der Elektricität auf den Blek«* 
troden und damit die Pausenerscheinung. 

Bei negativem Conductor war die Pauaenerscheinung un- 
vollkommen und zeigte sich nur dadurch, dafs bei einer gewissen 
Entfernung der Elektroden die Funken zögernd und unregeloiiCBigi 
mit Büscheln abwechselnd übergingen. Hr. Riess erklart dies 
durch die Thatsache, dafs in freier Luft die negative EiektricitSt 
viel schwieriger zum glimmenden Ausströmen zu bringen ist ab 
die positive. , 

Hr. RiEss hat Versuche angestellt über die Wärmewirikung 
der verschiedenen Entladungsweisen, die bei der Pausenersebei- 
nung auftreten (siehe die vorher besprochene Abhandlung). In 
die Ableitung des Pausenkegels wurde ein elektrisches Thermo- 
meter eingeschaltet und die Maschine bei jeder Entfernung der 
Elektroden so lange gleichmäfsig gedreht^ bis die Flüssigkeit im 
Thermometer ihren tiefsten Stand angenommen hatte. Die Er- 
wärmung nahm mit der Entfernung ab, wurde in der Pansen- 
distanz, wo blols glimmende Entladung stattfand, unmerklich, 
erreichte bei 3 Zoll Entfernung ein zweites Maximum und sank 
dann wieder bis zum Aufhören der Funken. Jo. 



V. M. S. VAU DER Willigen, üeber das geschichtete Licht im 
elektrischen Ei. Poeo. Add. XCVIII. 494-500t; Verslagen en 
mededeeliogen d. K. Akad. ¥an Wetenschappen IV; Ana« d. ehim. 
(3) L. 126-127; Cimento V. 359-360. 

— — üeber die ScbichtuDg dös elektrischen lichtes. 
Poee. Aan. XCIX. 175-176+ ; Z. S. f. Naturw. VIII. 365-356. 

Die Schichtung des Lichtes in dem von Dämpfen verscMe* 
dener ätherischer Oele und anderer fluchtigen Flüssigkeiten er- 
füllten elektrischen Ei ist von früheren Beobachtern mit Hülfe 
des RuBMKORFp'sehen Apparats beobachtet worden. Hr. van der 
Willigen findet, dafs dieselbe auch durch die Entladung der 
Leidener Flasche hervorgebracht werden kann, wenn man die- 
selbe durch Einschalten einer feuchten Schnur venögert Ohne 
die Schnur ist das Licht stärker, zeigt aber keine Schiditung. 



▼AH DtB Wl&LT^Bir. PoiSBIIIIOBn. 4|§ 

Auch die Firbuog wird durch das EinsdiaHen der Selmor vep" 
miiidef I uod geht rem weibKehen Blau in Roaenrolh über. (Herr 
VAN DBR WiLLiOBif Wendete BergamottSi an.) 

Noeh bequemer als mit dem elektrischen Eä geiingl der 
Versuch mit dem abgeschmokenen Vacuum eines BarometerS| 
ia welchem ein kleiner Quecksilbertropfen surückgelassen ist 
(nach Masson). 

Hr. VAN DBR Willigen erklärt die Schichtung des Lichts 
durch die RiBSs'schen Parlialentladungen, indem er annimmt, daCs 
jeder Partialentladung eine leuchtende Schicht entspreche. 

In der sweiten Note bemerkt Hr« van der Williobn, dab 
das geschichtete Licht in der MAssoN^schen Leere sehr leicht 
selbst ohne Leidener Flasche erzeugt werden kann, indem man 
einfach die Funken vom Conductor überspringen läfst. Je« 



J. C. PoGGBNDORFF. Elektroskopische Benutzung des eiektri* 
sehen Eies. Pooe. Ann. XCIX. 176-176t; Z. S. f.Natorw. mL 
356-356. 

Hr. PoooBNDORPP bemitBt das elektrische Ei lur Oemonelr«- 
tion der Theorie des Elektrophors. Man stellt tin elektrischoi 
Ei von kleinen Dimensionen auf den Deckel des Elektrophors, 
indem man die obere Messingfassung svmchen die Finger nimval 
Setat man nun den Deckel langsam auf den suvor erregten üankr 
kuchen, so erhält man «wischen den Kugeln im Ei eine Licht- 
erscheinung von merklicher Dauer, und iwar erscheint an d4r 
unteren Kugel das blaue Glimmlicht sum Beweise, data durch 
die Vertheilung negative Elektricität aus dem Deckel getrieben 
wiad. Beim Abheben des Deckels hat man die umgekehrte Er- 
scheinung. Isolirt man den Elektrophor, so kann man dieselben 
Versuche auch an der Form anstellen. Jo. 



440 da. aeH>uDgfttlQbtrkitA^ 

A. MüGisf in. EDtzOnduog voo Bohrlöcfaern dorch den eiek- 

tfischeQ FüDkeo. Dikgoubr J. CXU. 395-396t; Oeat«m Z. a L 
Berg- a.HätteDwesen 1856. No.34; Z« S« f. Maturw, VIII. d56-d&7. 

Die Miltheilung über die von Hrn. MAOtSTRts ausgeführte 
gleichratige Zündung mehrerer Bohrlöcher mittelst einer von 
WiNtnt SU dr6setti Zweck construirten Maschine enthält nichts 
Neues. Die Construetion der Maschine ist nicht beschrieben. 

Ja. 



D. Ifiductionsströme durch ReibungselektricitSt. 

K. W. Knochenbaüer. üeber die gemeinsame Wirkung zweier 
elektrischen Ströme. Wien. Ber. XVlIl. 143-I77t. 

Hr. Knochenhaubr hat die Wirkung zweier Ströme beobach- 
tet, welche gleichseitig in gleicher oder in entgegengesetzter 
Richtung durch dasselbe Luftthermometer geleitet werden. Die 
Ströme, deren gleichseitige Wirkung beobachtet wird, sind ent* 
treder Ztvteigströme derselben Hauptbatterie, oder (}er Haupt- 
batteriestrom und die durch denselben erzeugten Inductionsströme 
vertelii^d^iier Ordnung, oder der Hauptbatteriertrom und der Ne* 
iMibbutt^ritsti^m od^r dessen Zweig- und kiduotionsstrome. Unter 
4^m Ntibenbatteriestrom versteht Hr. Knoohbnhaoihi bekanntlich 
#i ElektricitfitsbewegUBg, weiche in einer inductionaspirale, in 
d(Mii Sehiiefeungsdraht eine zweite (Neben«) Batterie eingeschaltet 
ist, etitsteht, wenn die inducirende Spirale vom Entladungntrom 
d^r Haupthatterie durehlaufen wird. 

Hr. KNOonviiBAURR nennt zwei Ströme gleichartig, wdche 
4hre tliermische Wirkung gegenseitig verstärken, wenn sie den- 
seften Draht in gleicher, und schwächen, wenn sie ihn in ent- 
ge^eiij^etater Richtung durchlaufen; Ströme, bei welchen letz- 
teres nicht der Fall ist, heifsen ungleichartig. So ist s. B. der 
Hauptstrom mit seinen Zweig- und Inductionsströmen verschie- 
draer Ordnung gleichartig; ebenso sind die Zweig- und Induc- 
tionsströme, welche durch die Nebenbatterie erzeugt werden, unter 
sich gleichartig. Dagegen ist der Hauptstrom mit dem Strom 
der Nebenbatterie und dessen Zweig- und Inductionsströmen nn- 



MA«I0Vn». bMUEfetHAlttE. 441 

gMoIwrtig. Werden a. B. Hanptalrooi und Neb^bbaMtuMMm 
darch dMaehen TiMrmoiiielerdr«ht geleitet, to hängt d« Wivkttt^ 
von der Utege der SchHefeusgebogeo ab. Wtrd nSiaUeh der 
SehfiefavBgsbogen der Nebenbattcrie verlängert > ao niiiHnl im 
Viifkmmg^ wenn beide Slreme in derselben Riebtnng düreh daa 
Tkennomeler ianfen, mit der Verlängerung des Nebendrahtee lib; 
umgekehrt steigert sich die Wärme, wenn beide Ströme eiai 
conträre Richtung haben. Bei «ner gewissen Lfänge des Neben*i 
drahls ist die Wärme bei beiden Riefatungen des Nebenbattterie» 
strems gleieh grofs, was nicht mSgiich wäre, wenn beide Strafe 
gleiehartig wären« 

Hr. KmoHBHHAUBR «eht in diesen Thatsaehen eine Bestätig 
gung seiner früheren Ansichten, dafs der Nebenbalteriestron nidit 
als ein Ladungs- und Entiadungsstrom der Nebenbatlerie, seil* 
dern als ein Strom von ganz anderer Natur betrachtet werden 
müsse, da seine Wirkung auf den Hauptstrom von der eines 
Zweig «^ oder Inductionsstromes ganz verschieden sei. Bs schein! 
jedoch, dais die VorsteUung ein^r Ladung und Btfitladüng der 
Nebenbatterie zur Erklärung der Beobachtungen des Hrn. KlfoüftBN* 
HAWR völlig ausreiebend ist, wenn man auf die Rmn^sche An- 
sicht von den Partialentladungen eingeht Bs wird allfi^üiign 
nidM eine eimage Ladung und Entladung stattfinden» iondem maü 
wird sich dann den Vorgang so zu denken haben» da£i jedef 
Partialentladung der Hauptbatterie eine Ladung und fintladwig 
der Nebenbatterie entspricht Je nachdem nun in Felge der ver- 
schiedenen Versögerungswerthe des Schliefsimgsbegens die La* 
dungs« oder die Entladungsströme im Thermemeier mit dem 
Hauptstrem der Zeil nach zusammeniallen, wird die Zusammte« 
Wirkung eine verschiedene sein. Uebrigens mufii bei dem Arran* 
gement des Hm. KNOCHBNHAuati die Verzweigmg der Schliefsungs« 
bogm Complicationen hervorbringen^ die sehr schwer in Aechnung 
zu neben sind. 

In einem Anhang theilt Hr. KmoHmiHAUBii Versuche inity in 
denen die Bahn eines tertiären hduetieosstroitae dweh eine Neben«> 
bellerie unterbrechen ist Hier findet er non, defs der tortiSre 
Nebenbattoriestrom viel stärkere tfaermisehe Effekte heirverbringt 
als der seeundäre Indattionsstreoiy beaondere bei gewissen läatgpb^ 



IIS 33. Reibmgielelitndtilt. 

vwrhiUnisi^^ der SchlieCiuiigsbogen. Er zieht daraus den S/ckkA, 
dab es nicht der am Thermometer kaum mebbare lodttctioB»^ 
Strom erster Ordnung sein könne, der den NebeoiMitteriestreai 
eraeiq^ indem ein gleich schwacher Hauptstrom einen viel schwa- 
oberen Nebenbatteriestrom erzeugen würde. Hr. KNOCHBUBAUjni 
bedenkt nicht, dafs der Hauptstrom und der Induetionsstrom durch 
ihre Warmewirkungen gar nicht unmittelbar vergleichbar sind* 
Zwei StrKme, durch welche gldche Elektricilätsmengen entladen 
werdm, kdnnen a^r ungleiche thermometrisefae Wirkungen zeigen, 
mimaa ein Strom von langer Dauer und geringer Intensität viel 
schwächer auf das Thermometer wirkt als ein Strom von kuner 
Dauer und starker Intensität, und so ist es sehr wohl denkbar, 
dab zwei Ströme von sehr ungleicher thermischer Wirkung doch 
gleiche mduchrende Wirkungen ausüben. Jew 



iL W. KaoiCBraiiAusR. Ueber die Wirkung eines Eisendraht* 
biuHleU auf den elekiriseben Strom. Poeo. Ann. XCVII. 

Hr. Knookbmvaübr findet die Angabe von Dove, daÜB durch 
EtnÜArung eines Eisendrahtbündels in die Stromspiraie die phy« 
siologische Wirkung des Nebenstroms erhöht, die Wärmeentwidce- 
h»g hingegen vermindert wird, mit den bisherigen Erfahrungen 
imverträgfich und sieht sich dadurch zu einer Untersuchung des 
Gegenstandes veranlafst. Bei emer vorläufigen Wiederholung 
der DovB'seh^i Versuche findet er die von Dovb ausgesproche- 
nen Resultale bestätigt und stellt nun ausführlichere Versoclis* 
reihen an über den Einflufs der Drahtbündel und Eisenstäbe auf 
die Wärmewirkung und die Spannungsverhältnisse des Haupt- 
stroms, des Nebenstroms, des Nebenbatteriestroms, sowie über 
den feinflufis auf die Stromtheilung. Die Resultate stimmen 
im Ganzen mit dem, was wir bisher über die Wirkung einge- 
adiobener massiver Eisenmassen und Drahtbundd wissen, über- 
ein. Die theoretischen Ansichten des Hrn. Knochbnhauer er« 
mangeln durehweg der nöthigen Klarheit, und schwerlich werden 
die Physiker eine befiiedigende Lösung seines im Anfang der 
Abhandlung aufgestellten Bedenkens gegen Dovb*s Versuche darin 



KirocasirmiiBA. ÜAftiAisvi. Fuici. 418 

finden» „daCi» unter dem Einflufs des Drahtbfindek die Art, wie 
der Strom den Nebendraht erfa&t und durchdringt, eine andere 
ist als bei gewöhnlichen Strömen^. Jo. 



S. Marianini. Deir induziooe ieido-magneto-elettrica. Giineiito 
IV. 211-231; ArcL. d. sc, pbj». XXXIV. 236-237t. 

Für de» Strom, welchen eine Eisenmasse einer uii^;eheBdeB 
Spirale inducirt» wenn sie durch den Entiadungsatrom einer Batterie 
BMgnetisift wird, erfindet Hr. Marianiiii xlen Namon eines leido» 
ma^etoelektrifichen Induotionsstroms. Die Versuchsmethode» 
welche Hr» Mabianini aaw^et um die Geselae dieser Strome 
na untersuehen, besteht darin, dafs auf einen Eisenkern' zwei oi^r 
mehrere Spiralen gesteckt werden, durch deren eine die Leidener 
Batterie entladen wird, wodurch in den andern Inductionsatri^ine 
entstehen. Die Induction ist um so stärker, je näher die indi^ 
eimnde und die inducirte Spirale einander gerückt werden; üp 
ist ;seh wacher, wenn die Spiralen dem Ende des Eisenstabes gi»- 
nähert werden» als in der Mitte. Sie kann verstärkt werden,. io^ 
dem man mehrere Spiralen verbindet, am besten mdma Miao einen 
Eiaeoatab oder ein Drahtbündel mit einer Reihe von Spiralen 
mngi^bt, die erste, dritte u. s. f. unter sieh und mit dem Gjilvano« 
iH^ter verbindet und durch die zweite» vierte u. s. f. den EnlUr 
dimgaatrom l^tet. 

Leitet man den Indnctionsalrom durch eine Spirale» die einen 
aweiteti Eieenkern enthält» auf welchen noch eine ,aa4er^ l$pira^ 
gesteckt ist, so erhält man, einen Imloms^neleelektriseben Ii^ 
duetioBsstrom zweiter Ordnung« J^. 



R. Fblici. Sülle leggi delle scaricbe indotte della bottiglia 
di Leida. Cimento III. 208-21 3t. 

Diese Abhandlung bezieht sich auf die sieben früher ') be- 
sprochenen Versuche des Hrn. Fblici und enthält nur einige 
weniger wesentliche Abänderungen der Versuchsmetbede. Je» - 
') Berl. Ber. 1853. p.449*. Yergl. auch Berl. Ber. 1852. p.532. 



444 ^ ReibuogselelrtrkilJU. 

E. Apparate zur ReibungselektricitMt 
J. M. Gaogain. Sur un älectroscope ä double coDdeosatioq. 

AoD. d. chim. (3) XLVIIF. 170-179t. 

Das schon im Berl. Ber, 1853. p. 512 angedeutete Prindp 
dieses Apparats besteht darin, dafs die zu prüfende Elektricitäts* 
quelle zuerst zur Ladung eines Condensators von grofser Ober- 
MtAke benutzt und diese Ladung dann auf einen kleinen Con- 
densator übertragen wird, welcher mit dem Elektroskop Verbundes 
ist. Der Apparat ist vorzugsweise nur zur Unt^suehung der 
sogenannten unerschöpflichen Elektricitätaquelien (Centaotelektii- 
citSt) geeignet, bei welchen die angesammelte Elektricitätsmenge 
mit der Oberfliehe des Condensators wSchst. In vorKegendsr 
Abhandlung wird vorzugsweise dieFehle;*quelle besprochen, welche 
daraus entspringt, dafs die Firnifsschicht des grofsen Condensators 
eine bleibende Ladung annimmt, und die hier namentlich in b#- 
rBcksiehtigen ist, wegen der Verstärkung der von einer solchen 
Leitung herrührenden Anzeigen durch Debertragung auf den klei- 
nen Condensator. Theilt man der Firnifsschicht durch Reiben 
mit einem Katzenfell eine bleibende negative Ladung ovit und 
berährf die abgehobene Condensatorplatte ableitend, so giebt die- 
selbe keine elektroskopischen Anzeigen, wenn sie wieder aufgo» 
settfl wird; werden aber beide Platten einen Augenblick in leitennde 
Verbindung gesetzt und dann die Condensatorplatte abgidiobeo, . 
so erhilt man von der unteren Halte starke Anze^n positive, 
von der oberen negativer ElekIrieitSt. Die BrkUirung Uegt Mi 
nahe, als dafs ee nitthig wSre hier darauf einzugehen. Das Mittel, 
sich vor den aus solchen Ladungen entspringenden irrthtimoni 
zu schützen, besteht einfach darin, dafs man den Gegmi versuch 
anstellt, indem man anstatt der Elektricitätsquelle einen zum Bo- 
den abgeleiteten Leiter anwendet. Erhält man dabei keine La« 
düng des Elektroskops, so ist keine bleibende Ladung der Firnüs- 
schichten vorhanden. #o. 



Gav^aiw. Toms. Oamuht. 4|( 

l Thom. Nottvelle macbine ^leetriqne. CR. JCLH. 884-864t; 

€otmo» VIU. 489-489; Areh. d. sc. pbjt. XXXII. 222-222. 
Ein Papierstreif ohne Ende, etwa 20 Centimeter breit, wird 
fiber zwei mit Seide überzogene Holzroilen gespannt. Eine die- 
ser Holzrolien wird in schnelle Umdrehung versetzt, indem man 
gleichzeitig auf das über die Rolle laufende Papier ein heibes 
Bugeleisen setzt. Das Papier wird dadurch elektrisch, und Herr 
Thoi{b hat dies zur Construclion sehr einfacher und wenig kostr 
barer kleiner Elektrisirmaschinen benutzt. Jo. 



F. Pyroelektrlcitat. 
J. M. Gaugain. Note sur les propri6t6s ^lectriques de la 

tOUrmaline. C. R. XLII. 1264-1267t; Arcb. d. sc. phys. XXXII. 
324-327; Invt. 1856. p. 233-234; Cosmos IX. 11-11; Cimento IT. 
300-302. 

— — Note sur r^iectricitö des tonrmaliDes. ReiatiM entre 
la qnaotit^ d'^Iectricit^ dövdlopp6e et la vicesee du re* 
froidissemenl. C. R. XLIII. 916T920t; fast 1856. p.39a-8M; 
Arcb. d. 00. phys. XXXIV. 66-67; Cotm^s IX. 525-S2S. 

~ "-^ Troi^eme note sur r^eoiricitö des toumaliaes. 
C. R. XJLIil. 1122*1125t; last. 1656. p. 435-456; ikrck. d. «c pl^t. 
XXXIV. 67-68; Cosmos IX. 665-665. 

Hr. Gauoain untorsiiefai die £leklricitäfe der TurmatinkfjalaUe, 
ndcn er dieselben an ewei feinen Plalin» oder KnpferdriUileii 
enlhäiigt^ wdehe uai die Enden des Krystalls geschlimgeii wer- 
de». Einer dieser Drähte wird aleU zur Erde abgeleitet, der 
andere nit dem Eleklroakop verbunden, inde« die so efdudtesw 
filektricüätsnienge viel belrächtücfaer ist, ab weMi der eine Peil 
iaelhri bieihL Wird der Kryetail bis zu einer hohen Teoipereiur 
echital und dann der Abkiihiung überlasaen» ae blei)>en An£ai|gi 
die Geldblältehen unbeweglioh, da bei TenperatHree über elwa 
150 Grad die Masae des Turmalios teilend iai. Bei weüerer Ab- 
kühlung divergiren die Goldblättchen mehr und esebr, bis m mt 
dia aur E&Aladung beatimaten MaUdiplaUaD ansMben» aidi ent- 
laden und »uaaimeaCiilen uns von neMMm ait divergiiMi» Die 
AttaaU der fintkdiiiigeD in eiQer bestimntaii Zeit fcaatt ab eift 



44 ß 33. Reibunfrelektridlit 

xifoüich gmauea Maab für die Stärk« dar EleklricilStaeiitmdc^ 
lung dienen« Hr. Gauoaw suchte die Stärke der ElektrioitSta- 
eotwickeluDg zu vergrölaern, indem er eine Anzahl von Kryalallen 
zu einer Säule verband. Wurden die Kryatalle hinter einander 
verbunden y der analoge Pol des ersten mit dem antiiogw Pol 
des zweiten u. s. f., so erfolgte keine Verstärkung der Wirkung, 
v^ohl aber, wenn eine Anzahl von Kryskallen parallel neben ein* 
ander mit den gleichnamigen Polen verbunden wurden. Mitteki 
einer solchen Säule aus 15 Krystallen gelang es, eine kleine 
FaANKLiN'sche Tafel so stark zu laden , dafs die Schlagweite der 
Entladungsfunken 2 bis 3 Millimeter betrug. 

Wurde ein Krystall zerbrochen, so zeigten die Bruchstücke 
Ijeringerere Elektricitätsentwickelung als der ganze Krystall» und 
das längste Bruchstück die stärkste. Die Elektricitätsentwicke- 
lung wächst also mit der Länge des Krystalls. Die blauen und 
grünen brasilianischen Turmahne, und zwar unter dieses die 
gröCaten und durchsichtigsten, geben die meiste Elektricität 

Hr. Gauoain hat die Abhängigkeit der Elektridtäisenlwackelung 
TOB der ErkaUungsgeschwindigkeit untersucht, indem er die Tur* 
maline erst in ruhiger Luft und zweit^is in einem durch eiocB 
Blasebalg erzeugten Luftatrom erkalten liefs. Die Elekiriaitata» 
eolwickelttng nimmt mit der Erkaltongsgeschwindigkeil zu. Ote 
Angabe in der ersten Note, dafs die einer Erkaltung von n Gra* 
den ent^eehende Elektricitätsmenge zwiaehen weiten GrSMen 
variiren kann, je nachdem die Erkaltung mehr oder weMger 
aehnell erfolgt, wird in der dritten Note dahin berichtigl, dafii 
«Käse Elektricitätsmenge innroer dieselbe ist, wenn der Veranali 
ae eingerichtet wird, dafs kein Eiektrieitätsverlust aftattfioM 
^vergL unten aas Schhifs)* Daraus würde folgm, dab die m dar 
Zeiteinheit entwickelte Elektricitätsmenge der Erkaltungageachwin^ 
digkeit proportional ist« Bei allen derartigen Versuchen iai auf 
den EinflttÜB s« achten, den die durch die veraehiedene Geatab 
und Dicke der Kryatalle bedingten UngleiehmiUaigkdten der Er- 
Jmltmg auaäben. 

Hr. Gaugaui veraoeht endKch die Elektricililaealwiekelung 
«ähread der Brwirmmig mit der während der firkaltttng «lalt* 
findenden m vergleiniMk Die Iriaberigen .fieobncfatet halMn die 



GAüSAiir. 447 

tnlere bedeutend schwächer geftoiden; doch sind bei ihren Ver* 
soeben ▼erschiedene Fehlerquellen zu beachten. Die Methode 
der Schwingungen twischen den Polen einer trockenen Saute und 
die Torsionswage sind nicht anwendbar, weil, wenn man den 
KrystaH isolirt, sein elektrischer Zustand nicht nur von der au* 
genbJicklichen Stärke der Elektricitätsentwickelung herrührt, son- 
dern auch von den vorhergehenden Zeiträumen. Ferner ist auf 
den Elektricitätsverlust an die Luft zu achten, welche, wenn man 
den Krystall in ein heifses Luftbad bringt, während der Erwär- 
mung gröüser ist als während der darauf folgenden Erkaltung — 
wenigstens bei der bisher gewöhnlich gebrauchten Einrichtung des 
Apparates. Endlich hat man die Eigenschaft des Turmalins zu 
beachten, die Feuchtigkeit der Luft auf seiner Oberfläche zu con- 
densiren, welche dann ebenfalls einen Elektricitätsverlust bei der 
Erwärmung, aber nicht bei der Erkaltung, bedingt. Man muTs 
daher stets diese Feuchtigkeit durch eine vorläufige Erwärmung 
des Krystalls entfernen. Die von Hrn. Gaugain angewendete Me- 
thode ist folgende. Der Krystall wird in ein warmes Luftbad 
von constanter Temperatur gebracht, in demselben eine gewisse 
Zeit, z. B« 4 Minuten lang, gelassen, dann durch Entfernung des 
Behälters der freien Luft wieder ausgesetzt und nach 4 Minuten 
abermals in das warme Luftbad gebracht u. s. f. Nachdem ifies 
Boehoials wiederholt worden ist, wird offenbar die in jeder Br- 
kaitungsperiode verlorne Wärmemenge del- in der Erwärmungs- 
periode aufgenommenen genau gleich sein, und da auch die Zeit- 
dauer beider Perioden gleich ist, so ist die mittlere Erkaltungs- 
geschvrindigkeit gleich der mittleren Erwärmungsgeschwindigkeit. 
Die ersten Erwärmungen und Erkaltungen werden natürlich nicht 
beröeksiehtigt, sondern erst nach einer gewissen Zeit die Zählung 
der der Erwärmung und der Erkaltung entsprechenden Entladun- 
gen des Elektroskops begonnen. Um den im warmen- Luftbad 
stärkeren Elektricitätsverlust möglichst zu vermeiden, wurde die 
Temperatur nie auf mehr als 100* gesteigert und die Entladungs- 
kugeln des Elektroskops den Goldblättchen so genähert, dafs die 
Spannung immer nur gering blieb. 

Beispielsweise gaben fünf auf einander folgende Erwärmun- 
gen zusammen 24,4 Ladungen des Elektroskops, die fünf entspre* 
FortMhr. d. I1i|t. ZU. 27 



41g 34. Tliermoetektricität. 

chenden Erkaltungen 24,2 Lsidfuigen. Die bei Erwärarang und 
Erkolüing erzeugte Elektricitäteikienge ist mithiB gleick. CKese 
Gleichheit findet auch noch statt, wenn die Dauer der firwämiiinga^ 
periode von der der Erkaltungsperiode versehieden ist, und dies 
ist eine der Thatsachen, aus welchen Hr. Gauojjn das GeieU fol- 
gert, dafs einer Erkaltung um n Grade immer dieselbe ßiekirici- 
tätsmenge entspricht, mag dieselbe schnell oder langsam erfolgeo. 

Je. 



34. Thermoelektricitat 



W. Thomson. On the thermo-electric positioo of alumiDium. 

Rep. ofBrit.A98oc. 1855. 2. p. 20-21 1; Pose. Ann, XCIX, 3a4-33$. 
G. GoBB. Ueber die Stellung des Aluminiums in der tbermo- 
elektrischeu Reihe. Clieoi. C. Bl. 18^6. p.4]5-4i5t; Fhairn. J- 
and Trana. XI. 506-507. 

Hr» Thohsov ufid Hr. Goi» haben beide unahhXngig von ein- 
ander die Stellung des Aluminiums in der tbermoeleirtria^hon 
SpaniMtngsreihe untersucht und sind au ziemlich iiberainstimmeii- 
den Resultaten gekommen» indem sie beide demselben seine Stelr 
luug in der INähe des Zinns anweisen. Nur steht dasselbe nadi 
Hrn. Thomson dem Wismuth» nach Hrn. Gobb dem Aotimon oä^ 
her als das Zinn. Hr. Thomson giebt folgende Reibe Wismutb» i. 
Aluminium, Zinn, Messing, P.» Kupfer, P^, Zink^ Silber, Cai)- 
mium, Eisen, P^, P«, P, sind drei Platindräbte, die sich wabr- 
acheinlich durch den Grad ihrer chemischen Reinheit unkmebei^ 
den» Die Reihe von Hrn. Gorb ist folgeude. 

31eiglanz Kobalt  Cadmium 

Wismutb Mangan i Hplakoble^ 

Quecksilber I Zinn Graphit i 

NicM ^ Aluminium Easen 

Platin Blei Arsen 

Palladium Measipg Aatimon, Jo. 



W. THOMBON« GoftE. R0I.I.MAMM. DOMOTAN. 4|9 

W. RoLLMAfit«. lieber eine neue ihernioelektriscbe Säule* 
SiMfciBft J. CXXXIX. 422-424t. 

Hr. Roi.LHANN hat früher gefunden '), data gewisse Legirun- 
gen des Wismaths mit einer geringen Menge Zinn sieh nidbl 
mir gegen Wismuth, sondern selbst gegen Antimon in der thermo- 
elek tristen Reihe positiv verbalten. Am weitesten über Antimon 
MiNitts liegt eine Legiriing von 1 Gewichtstheil Zinn mit 14| Thei« 
len Wismuth; dagegen verhält sich eine Legining von 1 Ge- 
wichtstheil Antimon und 32 Theilen Wismuth negativer als VVis* 
math. Diese Legirungen benutzt Hr. Rollmann zur Construction 
emer Thermosäule. Dieselben lassen sich leicht in Platten von 
I"** Dicke giefsen und mittelst einer feinen Säge in Stäbchen 
schneiden. Die ganze Bearbeitung ist leichter als namentlich die 
des Antimons, was diesen Säulen einen neuen praktischen Vor* 
iug vor den gewöhnlichen Wismuth-Antimonsäulen giebt. Jo. 



M. DoNovAN. On galvanometric deflections producible by 
attritioD and contact of metals under certain circumstances. 
Irifth Trans. XXIIL 1. p.3-34; Arch. d. sc. phys. XXXIV. 63-66t. 

Die von Hrn. Donovan (im Jahre 1849) untersuchten Ströme 
sind von zweierlei Art. Zwei Metallstücke, welche mit den En- 
den eines Galvanometerdrahtes verbunden sind, werden entweder 
an einander gerieben, oder dieselben werden auf verschiedene 
Temperaturen erwärmt und in Berührung gebracht. Die Ströme 
letzterer Art, die zuerst von Magnus*) untersucht wurden, sind 
offenbar thermoelektrische Ströme. Gaugain') hat dies auch für 
erstere nachzuweisen gesucht. Die Abhandlung des Hm. Dono- 
van giebt uns leider keinen Aufschlufs über die Entstehungsweise 
und den Zusammenhang beider Arten von Strömung. Werden 
zwei Metallmassen von verschiedener Temperatur an einander ge- 
rieben, so erhält man ein zusammengesetztes Resultat. Je nach- 
dem beide Ursachen in gleichem oder entgegengesetztem Sinne 

PooG. Ann. LXXXIV. 283, LXXXIX. 93; Berl. Ber. 1850, 51. 

p.668*, 1853. p.453*. 
») Poee. Ann. LXXXUL 469; Beri. Ber. 1850, 51. p.667*. 
C. R. XXXYI. 541; Berl. Ber. 1853. p.460*. 

27» 



420 ^^' Tliermoelefctricität. 

wirken, verstärken oder schwächen sie einander. Wenn die Wir- 
kung der Temperaturdifferenz überwiegt, so kann bei abnehmen- 
der Temperaturdifferenz eine Umkehrung der Stromesrichtung 
eintreten. 

Als nolhwendige Bedingung des Stromes betrachtet Hr. Do« 
NOVANy dafs Wärme aus einem in das andere Metali übergehe, 
oder dafs beiden Metallen ungleiche Wärmemengen mitgetheiit 
. oder entzogen werden. Gleichgültig ist dabei, ob diese Ungleich« 
heit von einer Differenz der zugeführlen Wärmemenge oder von 
einer Differenz des Leitungsvermögens und der Wärmecapadtät 
oder von einer verschiedenen Vertheilung der Wärme in Folge 
einer Verschiedenheit der Form und Masse herrührt, oder ebdiich 
von mehreren dieser Ursachen gleichzeitig. Die Ablenkung des 
Galvanometers, welche durch Zuführung ungleicher Wärmemen- 
gen zu beiden Metallen hervorgebracht wird, ist derjenigen ent* 
gegengesetzt, welche der Entziehung derselben Wärmemengen 
entspricht. Jo. 

R. Fkamz. Thermoelektrische Erscheinungen an gleichartigen 

Metallen. Poee. Ano. XCVII. 34-50t; Arch. d. sc. pbys. XXXII. 
152-153; Cimento III. 235-236; Z. S, f. Naturw. VII. 177-179. 

Um die durch Schichtung der Blätter an WismuthkrystaUen 
bedingten thermoelektrischen Erscheinungen^) künstlich hervor- 
zubringen , construirte Hr. Franz Säulen aus Plättchen verachie^ 
dener Metallbleche von etwa 2^'" Durchmesser. Mittelst zweiec 
passend gestalteter Korke und dreier Glasstäbe , welche durch 
Durchbohrungen der Korke gesteckt waren, wurden die Metall- 
plättchen in einer um 45® gegen die Äxe der Säule geneigten 
Lage erhalten. Die mit den Enden der Säule verbundenen Drähte 
wurden mit den Kupferdrähten eines Spiegelgalvanometers in 
Verbindung gesetzt. Um den Leitungswiderstand möglichst su 
verringern, mufsten die Plättchen namentlich schlechter leitender 
Metalle mit verhältnifsmäfsig grofser Gewalt an einander gepreist 
werden. Die untersuchten Metalle waren feines Silber, 121öthi- 

PooG. Add. LXXXIII. 375, LXXXV. 388; BerL Ber. 1850, 51. 
p.669, 1852. p.458^ 



ge9 Silber, Silber mit 78 Proeent Kupfer, Kupfer, Messing, Zink, 
Neusilber. 

Wurde eine Seite der Säule in der Mitte ihrer Länge durch 
die Flamme einer Weingeistäolipile erwärmt, so zeigte das Gal- 
vanometer einen Strom an, der beim 121Öthigen Silber, Messing 
and Zinic ebenso wie beim geschichteten (krystallisirten) Wis- 
muth gerichtet war, dagegen bei feinem Silber, Silber mit 78 Pro- 
cent Kupfer, Neusilber und Kupfer umgekehrt. Die Intensität 
der Ströme war wegen des grofsen Widerstandes der Säule im- 
mer nur gering. Die Spiegelablenkungen betrugen in der Regel 
nur 1 bis 3, höchstens 5 bis 7 Scaleniheile; doch bürgt die con- 
stante Richtung der Ablenkung selbst nach wiederholtem Aus- 
einandernehmen der Säule für die Sicherheit der Resultate. Eine 
Säule, aus Silberplalten geschichtet, deren Ebenen normal zur 
Säulenaxe stand, gab keinen Strom, wenn die Flamme wie in 
allen Versuchen senkrecht gegen die Axe gerichtet wurde. 

Um den Einwand zu beseitigen, dals die beobachteten Ströme 
gewöhnliche Thermoströme seien, erzeugt durch ungleichmäfsige 
Wärmeleitung im Innern der Säule und daraus folgende ungleiche 
Erwärmung der Berührungsstellen der Säulenpole mit den zum 
Galvanometer führenden Drähten, wurden z. B. bei der Silber- 
säule die Silberdrähte durch Kupferdrähte und Eiaendrähte ersetzt. 
Da das Silber in der thermoelektrischen Spannungsreihe zwischen 
Kupfer und Eisen steht, so hätte der .Strom in beiden Fällen 
entgegengesetzte Richtung haben müssen. Die Richtung blieb 
aber unverändert. Es war ziemlich gleichgültig, ob die Erwär- 
mung der Säule gerade in der Mitte oder an einer andern Stelle 
stattfand. Nur wenn die Flamme einem Ende der Säule zu sehr 
genähert wurde, trat ein gewöhnlicher Thermoslrom ein, der durch 
seine viel gröfsere Intensität den zu beobachtenden Strom gänz- 
lich verdeckte. 

Aus diesen Beobachtungen sucht Hr. Fbanz eine Erklärung 
der thermoelektrischen Erscheinungen am krystallisirten Wismuth 
herzuleiten. Magnus hat bekanntlich nachgewiesen 0, dafs bei 
Berührung zweier Drähte desselben Melalles von verschiedener 
Temperatur ein bestimmt gerichteter Strom entsteht. Neben- 
•) PoGS. Ann. LXXXIII. 469; Berl. Ber. 1850, 51. p.667*. 




42ie 34. Th«rmo«Iektricität. 

fliehende Figur mdge eine kleinre Zahl der tvtr SIMe geschidite« 
ten Platten aby n^ft^, a^b^ u. s. w. vorstellen. Wird die obere 

Seite dieser Säule von der Flamme 
berührt, so werden die der Flamme zu- 
gewendeten Theile der Platten a^ a^^a^ 
stark erwärmt, während die Theile 
ft, «,, 6, kalt bleiben. ' 

Es ist milhin in jeder Platte der Grund zur Erregung eines 
thermoelektrischen Stromes gegeben, der, wenn es Silberplatten 
sind, von der kalten zur warmen Steile oder von b nach a, von 
b^ nach a^ u. s. T. gerichtet ist Die Wirkung der einzelnen Plat^ 
ten ist sehr schwach, da der Uebergang vom kalten zum war-* 
men Metall hier allmälig stallfindet. Durch Summation aOer 
Wirkungen wird der Strom verstärkt. Natürlich ist diese Er- 
klärung ebenso auf krystallisirte Korper anwendbar, bei deaen 
der Zusammenhang der Theilchen in der Richtung dei Btittter- 
durchgangs inniger ist als in der darauf senkrechten Richtung. 
Bei Berührung von Drähten von feinem Silber, Neusilber and 
Kupfer geht der Strom vom kalten zum warmen Draht, bei Zmk, 
Messing und t2l4thigem Silber hingegen vom warmen zum kal- 
ten, und damit stimmen auch die in den Plaftensäuleft beobachte- 
ten Stromesrichtungen äberein. Bei Berührung warmer tmd 
kalter Wismuthatäbe lassen sich keine entscheidenden Resultate 
erlangen wegen der SlrSme, die in Folge der krystalliniaehen 
Structur in dem erwärmten Stabe selbst entstehen. 

Sehliefsiich sucht Hr. Franz eine Anwendung der erhaltenen 
Resnltale auf die Erklärung der pyroelektrischen Erscheinungen 
zu geben. Denkt man sich die Masse eines Turmalins in der 
Weise geschichtet, wie es die Flächen des Mauptrhomboedera 
angeben, so folgt dataus, dafs bei beliebiger Brwirmung des 
Krystalls alle Schichten im gleichen Sinn ElektricitSt geben 
mfifsten und dadureh der poiare Zustand des Kiystalls hervor- 
gerufen ürde. Ja. 



W. TüoiiMMx Oii ibe eAectro-'dynaaiio pi'operties af metal». 

Ftoü. oiRay. 8oe; VIII. p. 50*55; Phil. Mag. (4) XII. 393-3ir7; 
Ili»l. 1857^ p« 15*16; Arch. d. sc. phjs. XXXIV. 149- 165; Phit 
Trans. 1856. p. 649-75lt; Arch. d. sc. pliys. (2) J. 256-269, 
— — On the electric qaalilies of magnetized iron. Rep. 
of Brit. Assoc. 1855. 2. p. 19-20+. 

Di« vorlicgdide gröfsere Abbandiung aehliefst aich unmitlel- 
bar an die Theorie der thermoelektrischen Ströme an, welche 
den aeofaateii Theil der ^^oieohanisehen WärmetbeorM'* de» Herrn 
TneMMn bildet und im Berl. Ber. 18&4. p. 466 besprocben wor- 
den ist Gegenwärtige Abbandlung enthält die experimentellen 
Belege zn den fräber gewonnenen Iheoretiscben Reeullalen. Wir 
gebea hier den Inhalt der fünf Abtheilungen^ in welche die Ab* 
lumdlung serfÜllt, so weit die detailUrte Beschreibong der Ver- 
sttobe eklen Ansauig suläfist« 

1) Ueber die elektrische Fortführung der Wärme. 
Cnrnuwa und Bmc^mm^h hatten beobaehtet, dafs das Eisen seine 
Stellung £UID Kupfer in der thermoelektrischen Spannungsreihe 
bei hohen Temperaturen ändert Während sieb bei gewöhnlicher 
Temperatur Kupfer gegen Eisen thermoelektrisch negativ verhält^ 
fiodet bei Temperaturen über 300® das entgegengesetzte Ver-* 
hatlten statt« Aehaliche Erscheinungen zeigen andere Metalle. 
Hn OnaOHSe« folgerte daraus in der oben erwähnten Abhandlung, 
dafby wenn ein galvanischer Strom in einem metallischen Leiter 
von kälteren zu wärmeren Stellen übergebt, entweder eine Ab^ 
sorptton oder eine Entwickelnng von Wärme stattfindet, welche 
der Stromintensität proportional ist, also mit der Richtung d^ 
Stromes ihr Zeichen wechselt Wird z. B. beim Uebergang des 
positiven Stromes von niederer ssu höherer Temperatur Wärme 
ahsorbirt^ dagegen beim Uebergang von höherer zu niederer 
Temperatur Wärme entwickelt, se kann man den Procefs als 
eine Fortführmig der Wärn»e von Stellen wachsender zu Stellen 
abnehmender Temperatur ansehen, und Hr. Thomsom sagt in die* 
sem Fall: die positive Elektrioität fuhrt in dem Metall Wärme 
mit sich oder die specifiscbe Wärme der Elektricität in dem Metall 
ist positiv. Im entgegengesetzten Fall führt die negative Elek- 
tricität Wärme mit sich oder die specifiscbe Wärme der Elektri- 



424 ^' ThmmoüiktHtitäU 

citäl irt Mgaliv. Aus dem Verhalten des Kupfers gege» Eise» 
folgerte Hr. Thomson, daJb die speeifische Wärme der Elekbriotat 
im Kupfer gröfser ist als im Eisen , oder mit anderen Worten^ 
daüs entweder die positive Elektricität im Kupfer mehr Wiime 
mit sich führt als im Eisen oder dafs die negative Elektricität im 
Eisen mehr Wärme mit sich führt als im Kupfer, oder endlidi, 
dafs im Kupfer die positive, im Eisen die negative Elektricitit 
Wärme mit sich führt ^). 

Die Versuche, diese Fortfährung von Wärme experimentell 
nachzuweisen und zu entscheiden/ welcher von den beseiclmelen 
Fällen wirklich stattfindet, blieben lange ohne befriedigenden Er* 
folg. Mit Uebergehung der fruchtlosen Versuche gehen wir cur 
Beschreibung des Verfahrens über, welches endlich zum Ziele 
führte. Das Princip der Methode ist folgendes. Der zu prüfende 
Stromleiter aus Kupfer oder Eisen wurde in der Mitte erwärmt, 
an beiden Enden abgekühlt; die dazu dienenden Apparate wollen 
wir der Kürze wegen Heizer und Kühler nennen. Etwa in der 
Mitte zwischen Heizer und Kühler war jederseits ein sehr emt* 
pfindliches Thermometer 'angebracht, welches die Temperatur des 
Stromleiters an dieser Stelle angab. Wurde nun in beliebiger 
Richtung ein Strom hindurchgeleitet, so stieg natürlich die Tem- 
peratur beider Thermometer in Folge der vom Leitungswider- 
stand abhängigen Wärmeentwickelung. Wegen der Unmöglichkeit, 
eine völlige Symmetrie zu erreichen, waren die Angaben beider 
Thermometer nie ganz gleich, sondern differirten in der Regel 
um 1 bis 3 Grade. Wir wollen die beiden Enden des Leiters mit 
A und B, die Angaben der Thermometer mit 7^ und 7^ bezeich* 
nen. Die Differenz 7^—7^ soll D genannt werden. Tritt der 
positive Strom bei A ein und führt z. B. die positive Elektricität 
Wärme mit sich, so wird in der nach A gelegenen Hälfte des 
Leiters Wärme absorbirt, in der nach B gelegenen Hälfte Wärme 
entwickelt. Es wird also durch diese Wirkung die Differenz D 
(algebraisch) verkleinert; wir wollen dieselbe bei dieser Stromes- 
richtung mit D^ bezeichnen. Tritt der positive Strom bei B ein, 
so wird durch die Fortführung der Wärme die Differenz D ver- 
grölsert. Die jetzt beobachtete Differenz sei D^. Die Differenz 
*> Berl, Ber. 1854. p. 472. 



W. Tm»mm. 4a& 



dm Dif crmeen D, — D^ wird also potiiiv sein, wenn 4ie peiMve 
El«ktricität Warme mit sich ffihrt Ebenso ist leicht ersichtliebi 
daCs die Differenz i>, — D^ negativ ist, wenn die negative Elek« 
tricüät Wärme mit sich führt. Indem nun in Intervallen von 
6 bis 8 Minuten die Stromesrichtung durch einen Commutator um* 
gekehrt und am Ende jedes Intervalls die Tempera turdifferem 
noiirt wird, gelangt man au mittleren Resultaten über die Rich- 
tung und Stärke der Fortführung. 

Da die Anwendung massiver Kupfer- und Eisenstäbe su 
keinem Resultate führte, so wurde, um die Einwirkung der Heiler 
und Kühler möglichst lu begünstigen, ein System dünner Streifen 
von Kupfer- oder Eisenblech als Stromleiter gewählt. In den* 
Zwischenräumen zwischen Kühler und Heizer wurden die Blech- 
streifen dicht an einander gepreüst, so dafs nur durch eine Aus- 
biegung jedecaeits ein Raum zur Aufnahme des cylindrisehen 
Qoecksilberbebälters des Thermometers blieb. An den Steliea 
dagegra, wo die Erwärmung und Abkühlung stattfinden sollte, 
waren die Blechstreifen so gebogen, dafs die durch den Heiler 
geleiteten heilaen Wasserdämpfe, sowie das kalte Wasser der 
Kühler frei zwischen denselben circuliren komite. Vor der un- 
mittelbaren Berührung des Wassers waren die Blechstreifen durch 
Kautsehukhüllen geschützt. Zur Erzeugung des Stromes dienten 
4 bis 8 Zink-Eisenelemente. Der Wechsel der Stromesrichtung 
wurde durch einen besonders construirten Commutator von mög* 
liehst geringem Widerstand bewirkt 

Auch bei dieser Einrichtung des Apparats gaben die ersten 
Versuche mit einem Leiter aus 13 Kupferblechstreifen wenig be- 
friedigende Resultate. Die Differenzen D^ — H^, die immer nur 
wenige Hundertstel eines Grades betrugen, waren in jeder Ver- 
suchsreihe zum Theil positiv, zum Theil negativ, und nur das 
Mittel jeder Versuchsreihe ergab eine sehr geringe Differenz zu 
Gunsten der positiven Elektricität. Viel entschiedener gestaltete 
sich sogleich das Resultat bei einem Leiter aus 13 Eisenblech- 
streifen. Der Strom wurde in Intervallen von je 8 Minuten 12 mal 
umgekehrt. Die sechs Differenzen D, — D^, welche den sechs 
Perioden des Versuches entsprachen, waren sämmtlich negativ, 
mit Ausnahme der ersten, welche wegen der noch nicht herfes 



480 34. TfietttMlektHcität. 

efletfleti CMdUinz der TemperaUiren immer autgeseMtfwen w^r«- 
deti mtlfste. Die fünf ülmgen ergaben ein mittiereiB Resultat ton 
0,242® KU Gunsten der negativen Elektrieität. Eine sweile Ver- 
suchsreihe ergab mit gleicher Entschiedenheit 0,257 * in demselben 
Sinne; es war mithin festgestellt, dafs die negative Elekiri- 
cilBt im Eisen Wärme mit sich führt 

Das Ton der Theorie geforderte Resultat war also doreh den 
Versuch bestätigt; denn obgleich die Richtung der FortfiUiraiig 
im Kupfer noch nieht mit hinlänglicher Sicherheit festgestelit war, 
s6 war dieselbe docfh jedenfalls im absoluten Betrage geringer 
als im Eisen, also die speeifische Wärme der Eiektricität nv 
Kupfer algebraisch grSfser als im Eisen. Doi:h war es von nicht 
geringerem Interesse als diese Bestätigung der Theorie, mi efrt- 
scheiden, ob wirklieh die Fortführung im Kupfer im entgegen^ 
gesetzten Shme stattfinde wie im Eisen. Es wurden deshalb neue 
Versuchsreihen mit dem System von 13 Kupferstreifen angesteHt, 
mit der Modification, dafs eine nach und nach immer gröfsere. 
Antahl von Blechstreifen in den Zwischenräumen »wischen Heiser 
und Kühlern entfernt wurde, während innerhalb dieser GeföCse 
der Leiter unverändert blieb. Erst nachdem in den Zwischen- 
rSnmen die Zahl der Blecbstreifen auf 2 redueirt war, ergaben 
sich befriedigende Resultate. Die beobachteten DiflerenEen wafen 
jeUt in jeder Versuchsreihe hinreichend constant, und die Mittel 
der verschiedenen Versuchsreihen ergaben ein bis zwei Zehntel 
eines Grades zu Gunsten der positiven Eiektricität, so dafs iö 
der That als festgestelit betrachtet werden kanti, dafs im Kupfer 
die positive Eiektricität Wärme mit sieh führt. 

Bei späteren Versuchen wurde der Apparat auf mannigfaitige 
Weise abgeändert. Wir beschreiben nur noch eine Form des- 
selben, welche dasftu dient, die Erscheinung auch am Platin nach« 
zuweisen, und welche zugleich geeignet ist, das Resultat leichter 
zur unmittelbaren Anschauung zu bringen. 

In die Mitte einer etwa 10 Zoll langen engen Röhre stis sehr 
dfinnem Platinblech wurde em Glasstab von 2-1 Zoll Länge ein« 
geschoben und luftdicht eingekittet, lieber die Enden der Rfifare 
wurAm Kbbler ans Guttapercha gesehobeti, dttreh welche ein 
Strim vdli kaltem Wasser geleitet werden konnte, 80 Mb zwf 



sehen beideb ein RShrenstück von 6 Zoll Längö Mi Mieb. BM 
Heiner war nicht erforderlich , indem diä Wiri&ung des Sff(rmes 
selbst die Mitte der Röhre hinreichend erwSrmte. In die 8be^ 
die Köhler hervorragenden Enden der Fl'atinröhre >^urden Thermo^ 
meterröhren eingeschoben, so dafs zwischen ihnen and dem lA 
der Mitte eingekitteten Glasstab jederseits ein Zwiichenraam von 
i Zoll blieb, und ebenfalls luftdicht eingekittet. Die Thermometer ^ 
röhren waren beiderseits rechtwinklig abwärts gebogen und thr^ 
Enden tauchten in zwei mit Weingeist gefüllte Näpfchen. Die 
verticalen Röhrenstucke waren mit einer willkürlichen Scald vet^ 
sehen. Die Enden der PlatirirÖhre standen durch QueckdHref^« 
Contact in Verbindung mit den Elektroden der stromenregenden 
Kette. Um die Stromstärke und dadurch zugleich die Temperatur 
des mittleren Röhrentheils zu i'egulireU diente eine besondere 
Vorrichtung, welche mit Leichtigkeit einen gröfseren oder gerin* 
geren Widerstand einzuschieben erlaubte. Bei Schließung de* 
Stromes entwich durch die Thermometerröhren ein Theil der itl 
den leer gebliebenen Zwischenräumen der Platinröhre enthaltenen 
Luft. Indem sodann die Stromstärke etwas gemäfsigt Wurde, slie^ 
der Weingeist in beiden ThefmometerfÖhren bis tu einer gewissen 
Höhe. Indem die Stromesrichtung wiederholt umgekehrt tmd dift 
Stromstärke passend regulirt wurde, war eä nun leicht zu beob- 
achten, dafs der Stand des Weingeistes jede^mdl in demjenigen 
Thermometer eine höhere Temperatur anzeigte, das dem Ende 
der PlAtinröfane zunächst lag, durch Welches der positive Strom 
eintrat. Bei Umkehrüng des Stromes stieg dffr Weingeist attf 
dieser und sank auf der entgegengesetzten Seite. Je gröfser di^ 
Strdmsfiärke, je heifser also der mittlere Theil der Röhre, desto 
entschiedener zeigte sich die Wirkung, bis durch tu hohe Tem* 
peratnr die Zersetzung des Kittes im mittleren Röhrentheil be* 
gann. Dieser Versuch beweist entschieden, dafs im Platin die 
negative Elekiricität Wärme mit sich führt. Auf gleidhe 
Weise wurde ermittelt, dafs im Messing die positive Elek- 
iricität Wärme mit sich rührt. 

2) Ueber thermoelektrische Umkehrungen. Cuaiitmä 
fMd) dab „wemi Gold-, Silber*, Kupfer-» Mtning- eder Zfaik- 
Arlble in VerMndttftg mit Eisen erhitzt werdoit, die AbleMkung, 






4S8 34. Tliennoeiektricität. 

welche zuerst poaiiiv ist, bei der Rothglühhiise negativ wird.'* ^) 
Mehrere andere Physiker haben diese merkwürdigen Resultate 
vergeblich zu beseitigen gesucht , und in der That ist die Um* 
kebrung des Stromes schwer zu erreichen^ wenn man die kältere 
Lölhstelle bei der gewöhnlichen atmosphärischen Temperatur er- 
hält* Dafs B^CQUERGL in der Wiederholung des Versuchs mit 
Kupfer und Eisen glücklicher war> halte vielleicht seinen Gmnd 
in einer höheren Lufttemperatur. Bei steigender Temperatur der 
wärmeren Lölhstelle nimmt die Stromintensität Anfangs zu, er- 
reicht ein Maximum bei der Temperatur, bei welcher Kupfer 
gegen Eisen thermoeleklrisch neutral ist {etwa 284 ®), nimmt dann 
wieder ab» wird Null, und endlich kehrt sich bei heller Rothglüb- 
hüse die Richtung des Stromes um. Diese (Jmkehrung iäfst sich 
am leichtesten auf folgende Weise zeigen. Um die Enden eines 
1 bis 2 Fufs langen Eisendrahtes werden zwei Kupferdrähte fest- 
gewickelt und mit den Elektroden eines Galvanometers verbun- 
den. Man erhitzt sodann eine der Verbindungsstellen und bemerkt 
die Richtung der Ablenkung. Der Strom geht vom Kupfer zum 
Eisen durch die erwärmte Stelle. Sodann erhitze man beide Ver- 
bindHOgsstellen gleichzeitig bis über 300 '^ und lasse dann die eine 
so weit sich abkühlen, dafs die anfänglich erhitzte Stelle wieder 
entschieden wärmer ist als die andere. Jetzt wird die Ablenkung 
des Galvanometers die entgegengesetzte sein; der Strom geht 
durch die warme Verbindung vom Eisen zum Kupfer. Lälat man 
beide Stellen allmälig sich abkühlen, indem man dafür sorgt, dafs 
die eine immer merklich wärmer bleibt als die andere, so tritt 
eine abermalige Umkehrung der Ablenkung ein, wenn das Mittel 
beider Temperaturen unter 284° sinkt. Andere Metallverbindun- 
gen zeigen die Umkehrung des Stromes noch leichter. Von den 
drei Platindrähten P^, P^, P,, welche schon in der früheren Ab- 
handlung erwähnt worden, verhielt sich P^ neutral gegen I^i^fer 
bei wenig über 100% P, etwa bei — 20°C.; bei P, lag der 
neutrale Punkt noch unter der tiefsten erreichbaren Temperatur. 
Da also Kupfer in dem Temperaturintervall von — 20° bis-f'^OO* 
in der thermoelektrischen Reibe von P^ bis zum Eisen fortschrei- 

^) Siebe CvBotiue's Electro - d joamics seetiiMi 104^ p. 193. Crai- 
Mdge 1827 und Cambridge Phü. Trans. 1823 addition to p.61. 



W. Thomiok. 429 

let, so mufs jedes Metalt, das bei gewöhnlicher Temperatur «wi- 
schen P, und Eisen liegt, bei irgend einer Tenöperatur hmethrib^ 
dieses Intervalls entweder gegen P, oder gegen Kupfer oder 
gegen Eisen sich neutral verhalten. Dies gilt z. B. von Biet, 
Zinn, Messing, Zink, Silber, Cadmium, Gold. 

Zur Bestimmung der neutralen Punkte wurden an einen elw» 
18 Zoll langen Draht des einen Metalls längere Drähte des an* 
deren gelöthet, die mit den Elektroden eines Galvanometers ver« 
bunden waren, wobei dafür gesorgt wurde, dafs die letzteren 
Verbindungsstellen genau gleiche Temperatur hatten. Die beiden 
Lothstellen wurden in zwei Oelbäder gebracht, deren Temperatur 
durch Thermometer bestimmt und mittelst darunter befindlicher 
Gasflammen reglilirt wurde. Für niedere Temperaturen wurde 
das Oel durch Kältemischungen ersetzt. Das eine Oclbad wurde 
erwärmt, bis sich am Galvanometer eine merkliche Ablenkung 
zeigte; dann wurde mit der Erwärmung fortgefahren, indem man 
gleichzeitig die Temperatur des anderen erhöhte, so dafs die Tem- 
peraturdifferenz immer etwa dieselbe blieb, bis die Umkehrung 
des Stromes erfolgte. Dann liefs man die Temperatur beider 
Bäder gleichzeitig sehr langsam sinken und notirte die Tempera- 
turen, bei welchen zuletzt noch eine entschiedene Ablenkung in 
der entgegengesetzten Richtung bemerkbar war, die Temperaturen, 
bei welchen die Galvanometernadel genau auf Null stand, und 
diejenigen, bei welchen sich zuerst wieder die ursprüngliche Ab- 
lenkung zeigte. Indem man die arithmelischen Mittel dieser 
3 Paare von Ablesungen nimmt, erhält man zwei Gränzen, zwi- 
schen welchen der neutrale Punkt liegt, und einen Werth für 
diesen selbst, der in der Regel innerhalb eines Grades mit dem 
Mittel der beiden Gränzwerthe übereinstimmt. Im Allgemeinen 
zeigten sich die Beobachtungen um so sicherer und constanter, 
je gröfser die Temperaturdifferenz beider Oelbäder gewählt wurde. 
Am günstigsten war eine Differenz von 100 bis 150* 0. Obgleich 
man bei so grofsen Temperaturdifferenzen nicht streng annehmen 
darf, dafs der neutrale Punkt das arithmetische Mittel beider Tem- 
peraturen sei, so überzeugte sich Hr. Thomson doch, dafs dfe 
Abweichung des wahren neutralen Punktes vom Mittel seilen 
mehr als einen Grad beträgt. Derselbe liegt etwas höher ak das 



48^0 34. Tbermpelektricität. 

IkMtei« B«i Gold, Silber und Zink waren die Re$ulUie der ver^ 
inbiedeMn Versuche wenig öberein^iimmend, was sich aus klei- 
nen Verschiedenheiten der angewendeten Gold- und Silberdräbte 
um so leichter erklär t, als diese drei Metalle bei allen Tempera- 
turen einander in der thermoelektrischen Reihe aufserst nahe ste- 
ben» Folgende Tabelle enthält die Resultate der Versuche» die 
sich leicht durch eine graphische Darstellung anschaulich machen 
lassen. Das zuletzt stehende Metall ist immer dasjenige, welches 
mit steigender Temperatur gegen dos andere in der Richtung 
von Wismuth zum Antimon fortschreitet. 



-14°C. 
-12,2 


P. 
P. 


Messing 
Cadmium 


- 5,7 


Silber 


GoU 


— 3,06 


i». 


Gold 


- 1,5 


P. 


Silber 


8,2 


P. 


Zink 


33 
36 


Zinn 


Messing 
Blei 


38 
44 


p. 


Messing 
Zinn 


44 
47» bis 71" 


Blei 
SUber 


Messing 
Zink 


bV 


harter Stahl 


Cadmium 


64 
71 


P. 

Gold 


Kupfer 
Zink 


99 
121 


P. 


Messing 
Blei 


130 


P^ 


Zinn 


162,5 


Eisen 


Cadmium 


223« bis 253" 


Eisen 


Gold 


237« 


Eisen 


Silber 


280 


Eisen 


Kupfer. 


3} CinwirkuDg ine< 


;hanischer Spi 


annung, sowie der 


Magn«tisirung auf die 


thermoelektrischen Eigenschaf- 


top der Metalle. Um den Einflufs longiludinaier Spannung auf 
<Ub ttierino«kktrische Verhalten der Metalle nachzuweisen, wut" 



W. 'I HOMSOÜ. 4.^ 

4en cuent 8 düime Kupferdrähte von etwa lOPAmd TragfÜhq^ 
keit neben einander vertical aufgehangen und durch Gewiofaie 
voU' etwa i Pfund gerade ausgespannt. AuCaerdem aber wurden 
der erste, dritte, fünfte und siebente Draht durch Gewichte voii 
% Fluad gespannt. Diefielben wurden anter sich und mit den 
Elektroden dea Galvanometers durch 9 Kupferdrähte in der Weise 
¥)etbunden« daCi die horisontalen Verbindungsdrähte abweehsekid 
In der oberen und in der unteren von zwei horiaontalen Linien 
lagen, die 4 Zoll von einander abstanden. Mittelst einer erfail«»- 
ten Glasplatte konnten nun entweder die oberen oder die unte- 
ren Verbindungen gleichzeitig erwärmt und die dadurch erseugle 
Ablenkung des Galvanometers beobachtet werden. In jeden» Fall 
ging der poaitive Strom vom gespannten zum ungespannlen Ik- 
fall durch die heifsen Löthatellen. 

Beim Eisen war die Richtung des Stromes umgekehrt yom 
uogespannten sum gespannten Draht durch die heifsen Löthstellen. 
Diese Wirkung einer temporären Spannung ist die entgegen- 
gesetzte von derjenigen, welche Magnus an dem durch den 
Drabtzug gehärteten Eiseadraht beobaehlele und welche auch 
eintritt, wenn derselbe eine permanente longitudinale Ausdehnung 
ohne die beim Drahtzug gleiohzeitig stattfindende seitliche Wir- 
kung erleidet. Ein weicher Eisendraht wurde in einem TheU ein«- 
ner Länge dureh ein bedeutendea Gewicht gespannt. Wurde die 
eine Uebergangsatelle vom gespannten zum ungeapannten Draht 
erwärmt, so zeigte sich ein Strom vom ungeapannten zum ge» 
epannten Draht durch die erwärmte Stelle« Wurden jetzt .4ik 
spannenden Gewichte allmäiig entfernt, ao nahm die Abienirang 
ab, erreichte bei eiiler gewissen Belastung den Nullpunkt und ging 
bei gänzlicher Entfernung der Gewichte in die «»tgegeoigesetzte 
über, so dafs also jetzt in Uebereinstimmung mit der Angabe von 
Magncs der Strom von dea durch Spannui^g gehärlelen Drafal 
stt dem weichen durch die warme Verbindungsstelle ging. Die 
Wirkung transversaler Zittammendrückung fand Hr. TnoMaes mit 
derjenigen der longitudinalen (temporären) Ausdehnung übereMr 
aiimniend. Der Strom ging nämlieh von dem freien zu» s eitB e fc 
siisammengedrüekten Bisendrabt dureh die erwäm»te SteUe« Damoi 



43S 34. Tbermoelektricität. 

kann man scMiefsen, dafs seitliche Ausdehntuig enigegengesctst 
wirken würde wie Längenausdehnung. 

Ein Eiaenblecfastreifen wurde in einer um 45* gegen seine 
Längendimension geneigten Richtung einer starken Spannoi^ 
ausgesetst. Wurden seine Enden mit den Elektroden eines Gal- 
vanometers verbunden und gleichseitig der eine Rand erwärmt, 
der andere abgekühlt, so entstand ein Strom in der Längenrich- 
tung des Streifens. Die Erwärmung und Abkühlung geschah 
durch zwei Paare von Blechröhren, von denen eines von kaltem 
Wasser» das andere von Wasserdampf durchströmt wurde und 
weiche, durch Papierstreifen isolirt, gegen die Ränder des Eisen- 
blechs gedrückt wurden. Die Richtung ,der Spannung war ver- 
tical, die Längsrichtung des Blechstreifens also um 45* gegen 
den Horizont geneigt. Wurde nun der obere Rand erwärmt, so 
ging der positive Strom abwärts, wie in nebenstehender Figur. 
Denkt man sich ein Zickzack von horizon- 
talen und verticalen Linien im Streifen, so 
sieht man , dafs der Strom von den qoer^ 
gespannten (horizontalen) zu den längs- 
gespannten (verticalen) Linien durch die 
warme Stelle geht, was mit obigen Resd» 
taten übereinstimmt 

Härtet man Eisendraht durch seitliches Hämmern, ao sümnt 
die Wirkung mit der einer Härtung durch permanente Verlange«- 
mng überein, ist also der Wirkung einer temporären aeitlichett 
Compression entgegengesetzt. Der Strom geht nämlich auch hier 
,iVOB hart zu weich durch warm'', wie Magnus das Resultat aus» 
spricht. Doch ist damit keineswegs gesagt, dafs dies immer der 
FaM sein müsse. Im Gegentbeil liets sich nach den bisherigen 
Resultaten vermutben, dafs, wenn das Eisen durch longüudinale 
Compressien oder durch transversale Ausdehnung gehärtet wurde, 
das entgegengesetzte Verhalten eintreten würde. Dies weist 
Hr« Thomson in der' That durch den Versuch nach, indem er von 
24 einen Zoll langen, i Zoll dicken Eisenstäbchen die Hälike 
4imA loAgttudinale Compression mittelst einer hydrauGschen Presse 
kiftete und dieselben dann auf passende Weise zu einer themie* 




•lektfischen Keite verband. Der Strom ging in diesen Fall „vbn 
weich SU hart durch warm**. 

Andere Versuche bcftreffen das Verhalten der durch plötz- 
liches Abkühlen gehärteten zu den weichen (abgelassenen) Metallen. 

Andere Versuche betreffen das Verhalten von Metalldrähten, 
die durch Torsion oder durch Hämmern gehärtet waren, su den 
durch Erhitzen und langsames Abkühlen wieder weich gemach- 
ian, abgelassenen, Metallen. Die durch Hämmern gehärteten 
Metalle verhielten sich sämmtlich dem Eisen entgegengesetzt. 
Bei Stahl, Kupfer, Zinn, Messing, Blei, Cadmium, Platin, Zink 
ging der Strom von weich zu hart durch warm, ebenso bei durch 
permanente Torsion gehärtetem Kupferdraht, während Eisendraht 
auch hier das entgegengesetzte Verhalten zeigte. 

Stahl und Eisendraht, durch plötzliche Abkühlung gehärtet, 
gab einen Strom von hart zu weich durch warm, Kupfer und 
Messing dagegen von weich zu hart. 

Um den Einfiufs der Magnetisirung des Eisens zu ermitteln, 
wurde eine Magnetisirungsspirale von 3 Zoll Länge auf einen 
2 Fufs langen, starken Eisendraht gesteckt und der aus der Spi* 
rale hervorragende Draht in der Nähe derselben mittelst einer 
Weingeistlampe erwärmt, während die Enden des Drahtes mit 
dem Galvanometer verbunden waren. Es zeigte sich nach Er* 
regung der Magnetisirungsspirale ein Strom, der seine Richtung 
weebaelle, wenn die Flamme auf die andere Seite der Spirale 
gebracht wurde und jedesmal von unmagnetischem zu magneti- 
schem Bisen durch die erwärmte Stelle ging. Die Analogie mit 
den durch mechanische Spannung hervorgebrachten Erscheinun- 
gen hefs vermuthen, dafs transversale Magnetisirung die entgegen** 
gesetzte Wirkung haben würde wie longitudinale. Dies wurde 
in der That mittelst einer aus einem langen dünnen Eisenblech- 
Strien gebildeten flachen Spirale nachgewiesen, indem der Blech- 
itreif durch die entgegengesetzten Pole zweier starker Magnet- 
stäbe, deren Enden in radialer Richtung von oben und unten 
gegen die Spirale geprefst wurden, transversal magnetisirt und 
die beiden Theile der Spirale rechts und links von der magneti- 
sirten Stelle respective erwärmt und abgekühlt wurden. Daraaa 
FortBchr. d. Phys. XII. 28 



434 



34. Tbermoelektricitflt. 



liefs sieh ferner sehliefsen, dafs a fortiori in maghelisirtem Eilen 
die Richtung der Magnetisirung von der darauf senkrechten thernnO<* 
elektrisch differiren müsse, dafs dasselbe also dieselben Eigen- 
schaften zeigen müsse wie Krystaile oder mechanisch gespannte 
Leiter. Ein Blechstreif wurde spiralförmig um einen Cylinder 
gewunden, so dafs die Windungen gegen die Axe dei Cylinders 
um 45^ geneigt waren: Der eine Rand wurde erwärmt, der an- 
dere abgekühlt und die Enden des Streifens mit dem Galvanometer 
verbunden. So wie der Streifen durch eine darüber geschobene 
Stromspirale in schräger Richtung magnetisirt wurde, zeigte sich 
ein Strom, dessen Richtung mit den obigen Resultaten überein- 
stimmt, indem, wenn man sich im Blechstreifen ein Zickzack ge- 
zogen denkt, der Strom von transversal zu longiludinal magneti- 
schem Eisen durch die erwärmte Stelle ging. Permanent magne- 
tischer Stahl zeigte zu unmagnetischem Stahl dasselbe Verhalten 
wie magnetisches Eisen zu unmagnetischem. Bei Nickel dagegen 
fand Hr. Thomson das entgegengesetzte Verhalten. Die Resul- 
tate dieser Untersuchungen stellt Hr. Thomson in folgender Ta- 
belle zusammen. 

Tabelle über den Einflufs der Cohäsionsverhältnisse 

und der Magnetisirung auf die thermoelektrischen 

Eigenschaften der Metalle. 



MeUll 


Tbermoeleklrische Ordnung, 


in der Richtung von WUmath zn Aatimon 


Eisen 
Eisen 


— - 


frei 
frei 


longitudinalgespannt 
transversal compri- 








mirt 


Eisen 
Eisen 


transversal gespannt 
durch longitudinalen 
Zug dauernd ausge- 
dehnt und vom Zuge 


weich 


longiludinaigespanni 

durch longitudinale 

Compression oder 

transversalen Zug 




befreit 




dauernd verändert 


Eisen 


durch transversales 


weich 


und von der Span- 
nung befreit 
durch longitudinales 




Hämmern gehärtet 




Hämmern gehärtet 



W. THOMflOlt. 43g 

Metall Tharmoelttklrische OrdnuDg» io der Riditung ?on Wismuth sa Antimon. 



Eisen 


durch Torsion ge- 
härtet 


weich 


— 


Eisen 


durch plötzliche Ab- 


xtTait%V 




Stahl 


kühlung gehärtet 


lYClt^ll 




Kupfer 


longitudinalgespannt 


frei 


— 


K Opfer 


— 


weich 


durch longitudinalen 


. 






Zug gehärtet 


Kupfer 


— 


weich 


transversal gehäm- 
mert 


Kupfer 


— 


weich 


durch Torsion ge- 
hartet 


Kupfer 


— 


weich 


durch schnelle Ab- 
kühlung gehärtet 


Platin 


longitudinal gespannt 


frei 




Zinn 


— 


weich 


durch Zug perma- 
nent verlängert 


Messing 


— 


weich 


schnell gekühlt 


Platin 








Zinn 








Messing 
Cadmium 


1 — 


weich 


transversal gehäm- 
mert 


Blei 








Zink 








Eisen 


transversal magne- 


frei 


longitudinal magne- 




tisch 




tisch 


Stahl 


— 


unmagne- 


longitudinal magne- 






tisch 


tisirt 


Nickel 


longitudinal magne- 
tisch 


frei 


— • 



4) und 5) Methode zur Vergieichung galvanischer 
Widerstände, angewendet auf die Wirkung der Span- 
nung und Magnetisirung auf das Leitungsvermögen 
der Metalle. 

Die von Hrn. Thomson zur Vergieichung galvanischer Wider- 
stände und zur Nachweisung kleiner Aenderungen des Leitungs- 

28* 



436 



34. Tbermoelektricität. 



Vermögens angewendete Methode beraht auf dem bekannten Prin- 
cip der WuEATSTONE^schen Brücke. Die beiden Zweige eines 
Hauptstromes sind durch eine Brücke verbunden, in welcher ein 
Galvanometer eingeschaltet ist. Die Slromintensität in dem Ver- 
bindungsdraht, also die Ablenkung des Galvanometers wird Null, 
wenn die Widerstände der Abiheilungen beider Zweigdrähte in 
gleichem Verhältnifs stehen. Ist diese Proporlionalität also her- 
gestellt, so giebt sich jede Aenderung des Verhältnisses in einem 
Zweige durch eine Ablenkung des Galvanometers kund. Ist nun 
der Verbindungsdraht längs des andern Zweiges versehiebbari so 
kann durch eine solche Verschiebung die gestörte Proportionalität 
wiederhergestellt werden, und aus der Gröfse der dazu erforder- 
lichen Verschiebung kann man auf die Aenderung des Wider- 
standsverhältnisses schliefsen. Da jedoch im vorliegenden Fall 
die SU beobachtenden Aenderungen des Leitungs Vermögens ofl 
sehr klein waren, so war schon eine äufserst geringe Verschie- 
bung des Galvanometerdrahtes hinreichend um die Siromintensilat 
wieder auf Null ku bringen. Um die Empfindlichkeit der Methode 
KU erhöhen, wurde in solchen Fällen folgender Kunstgriff ange- 
wendet. Es seien ACB und ADB die beiden 
Z^eigströme, C und D die beiden Punkte, welche 
verbunden werden mufsten um die Proportiona- 
lität der Widerstände herzustellen, so wird voo 
zwei Punkten E und F zu beiden Seiten in der 
Nähe von D ein anderer Strom EGF abgesweigl, 
welchen Hr. Thomson den multiplicirenden Zweig 
nennt. Eine Verschiebung des Galvanometer- 
drahtes längs der Strecke EGF wird jetzt die- 
selbe Aenderung in der Ablenkung des Galvano- 
nieters hervorbringen wie die Verschiebung durch 
EDF, Je länger also der Zweigdraht EGF im 
Verhältnifs zu EDF ist, desto gröfser wird die 
Verschiebung sein, welche erforderlich ist, um die 
Galvanometernadel wieder auf Null zu bringen. 
Mittelst kräftiger Ströme und eines hinreichend empfindlichen Gal- 
vanometers lieferte diese Methode gute Resultate. 

Hr. Thomson fand, dafs durch temporäre oder permanente 




W. Thomsov. 437 

Au9d«hfifing der Leilitngswiderdtafid der Melalle vermehrt wird, 
und Ewar der des Eisendrahtes mehr als der des Kupferdrahtes. 
Durch tongitudinale Magnetisirung wird der Leitungswiderstand 
des Eisendrahles vermehrt, in dem angestellten Versuch etwa um 
YirW» dasselbe scheint bei Stahldraht durch permanente Magne- 
tisirung der Fall zu sein. Durch Versuche mit quadratischen Ei- 
senplatten, an deren gegenüberliegenden Kanten die breiten Elek- 
troden angeiöthet waren, wurde die Vergröfserung des Wider- 
standes durch longitudinale Magnetisirung bestätigt und eine sehr 
geringe Verminderung desselben durch transversale Magnetisirung 
nachgewiesen. Dafs der Leitungswiderstand in der Richtung der 
Magnetisirungslinien gröCser ist als in der darauf senkrechten 
Richtung, wird schliefslich durch folgenden Versuch nachgewiesen. 
An die gegenüberliegenden Ecken A und B eines Quadrates von 
dünnem Eisenblech wurden die star- ^ 

kea Elektroden angeiöthet. Wurde 
mittelst derselben ein Strom durch 
die Platte geleitet, so ging die durch 
€ gesogene Linie gleichen Potentials 
nahezu auch durch die gegenüberlie- 
gende Ecke D. Wenn dies in Folge 
der Ungleiebmäfsigkeiten der Platte 
nicht der Fall war, iiefs es sich erreichen, indem man durch Be- 
llen ihren Leitungswiderstand in verschiedenen Theilen änderte. 
Von Ewei Punkten E und P dicht neben D war ein multipliciren- 
der Zweig EGF abgezweigt. Ein Ende des Galvanometerdrahtes 
war an die Ecke C fest angeiöthet, das andere längs EGF ver-* 
schiebbar. Die Platte wurde nun zwischen die Pole eines star- 
ken RuHMKORVP'schen Elektromagneten gebracht, so dafs sie durch 
Erregung desselben in einer Richtung parallel den Kanten AD 
und CB magnetisirt werden konnte. Durch die Magnetisirung 
wurde der neutrale Punkt G in der Richtung nach F verrückt. 
Die Linie gleichen Potentials CD war also ebenfalls in der Rich- 
tung nach F hin verschoben worden, woraus folgt, dafs das Lei- 
tungsvermögen der Platte in den Richtungen parallel BD und 
A€ im Verhältnifs zu den Richtungen AD und BC vergröfsert 
worden war, oder dafs im magnetischen Eisen der Leitungs- 




439 ^^' ^' "I*'^^^«^ 4e9 Galvanismut. 

widerstand in der Richtung der Magnetisiruiig gr$CBer Ut als b 

der darauf senkrechten Richtung. 

Jo. 



35. Galvanismus. 



A. Theorie. 

A. DR LA RivB. Note sur Taclion chimiqiie qui accompagne 
la produclion de rölectricit^ de tension dans un couple 
VOltaique. Anu. d. chim. (3) XL VI. 41-47. Siehe Berl. Ber. 1855. 
p.418. 

E. Bbcqibrkl. Recherches sur le d^gageroent de r^leciricitö 
dans les piles voUaiques. Premiere partie : Force 6leclro- 
, motrice. C. R. XLU. 1158-1162; In«t. 1856. p.217-218; Apu. d, 
chim. (3) XLVIII. 200-286t; Arch. d. sc. phys. XXXII, 224-228. 

Die sehr lange Abhandlung, deren erster Theil hier vorli^t, 
soll alle Umstände besprechen, welche auf die elektroinotorisehe 
Kraft und den Widersland der Säulen von Einflufs sein können. 
Zu dem Ende werden viele (aber durchaus nicht alle) hierher- 
gehörige Arbeiten anderer Physiker erwähnt» und dann tahlreiche 
eigene Versuche hinzugefügt, welche jenen xur Vervollständigung 
dienen sollen. Trotx der Länge der Abhandlung wäre es indeCi 
schwer, etwas Neues in derselben zu finden, wenn auch manchea 
mit längst Bekannliem nicht völlig übereinstimmt. Der Grund 
solcher mangelnden Uebereinstimmung liegt indefs vorxugsweise 
in der angewandten Methode* Nachdem nämlich Hr. E. Becqverbl 
die bisher Bur Messung der elektromotorischen Kräfte auch in- 
constanter Ketten angewandten Methoden einer Kritik unierwor- 
fep und an jeder derselben einen oder mehrere Mängel gefunden 
hat, ersetzt er sie durch eine Messung der Stromintensität durch 
die (un verbesserte) elektromagnetische Wage bei groüsem Lei* 
tungswiderstand, so dafs er die elektromotorischen Kräfte deo 
Intensitäten proportional setzen kann. Mit diesem Apparate wird 
nun alles gemessen, auch veränderliche Kräflei wie die der Gas* 



B. Bb«9Vsml. GAVftA». 439 

batteriMn. Wenn freilich auf diesem Wege Hr. Bbcoubmil die 
Kraft einer aus Platinplatten, Watsersloff und Sauerstoff bestehen- 
den Gaskette „in ihren ersten Augenblicken*' nur r= 25,6 findet 
in einer Einheit, in der ich sie =a 40,77 fand, so brauchte er 
nicht binsuiufügen : „diese Abweichung beruht vielleicht auf der 
Art, wie die platinirte Oberfläche zubereitet war''; sie beruht viel- 
mehr darauf, dafs seine Mefsmethode der Compensationsmethode 
unendhch nachsteht, weil sie die gegenwirkende Polarisaiion kräf- 
tig aufkommen läfst, wie er ja selbst fortfährt: „die elektromoto- 
rische Kraft der Gasbatterie nimmt also schnell ab", was freilich 
wieder nicht sehr neu ist. Endlich ist es auch nicht neu, daCs 
Hr. BfiCQVBRGL wegen unvollständigen Verständnisses der Arbei- 
ten anderer Physiker denselben den Vorwurf macht, die Umstände, 
unter denen sie arbeiteten, die Verdünnung der Lösungen, die 
:6tärke des Stromes etc. aufser Acht gelassen ku haben. Er 
wurde beispielsweise, wenn er beachtet halte, was ich über diese 
Nebenumstände in Bezug auf die Stärke der galvanischen Pola- 
risation selbst in den von ihm angezogenen Abhandlungen gesagt 
habe, nicht die Behauptung niederschreiben, ich hätte die Polari- 
sation dea Platins im Sauerstoff im Vorhat tnifs 24,4 : 19,8 starker 
gefunden als die des Platins im Wasserstoff; denn diese Zahlen 
beliehen sieh eben auf ganz verschiedene Flüssigkeiten. 

Der zweite Theil der Abhandlung soll die Leitungswider- 
stända der Ketten behandeln. Pz. 



J. M. Gaugair. Note sur la force ^lectromotrice des piles 
dans lesquelles on emploie des mötaux amaigam^s. C. R. 

XLII. 430-433t; Inst. 1856. p. 85-86; Arcb. d. sc. phys. XXXII. 
52-55; Cimento IV. 114-117. 

Von den verschiedenen Erklärungen, welche man über die 
Wirkung der amalgamirten Metalle in der Kette gegeben hat, 
findet Hr. Gauoain nur die von Davy zulässig, welcher darüber 
sagt: nicht eine inwohnt^nde oder specifische Gigenthümlicbkeit 
verleiht einem jeden Metall seinen elektrischen Charakter; sondern 
dieser hängt vom eigenthümlichen Zustand des Körpers, von einer 
Form der AggregaU^n ^b, wfdche ihn) ^u cheouscben Verbindun- 



440 ^^' ^' Theorie des Galvanismus. 

gen geneigt macht. Hr. Gaugain maafs die elektromotorische Kraft 
verschiedener Ketten (durch Vergleich mit der Kraft einer Thermo- 
kette) und fand Quecksilber gegen gewöhnliches Zink, mit dem 
es durch Zinkvitriollösung verbunden war, negativ; durch Zusatz 
kleiner Zinkmengen zum Quecksilber nahm die Kraft schnell ab, 
ging in die entgegengesetzte Richtung über und wuchs mit wach- 
sender Zinkmenge bis zu einer gewissen Gränze. Wurde das 
Amalgam fest, so sank die Kraft wieder. Cadmium war g^en 
Cadmiumamalgam in schwefelsaurer Cadmiumoxydlösung immer 
negativ; je weniger Cadmium aber das Amalgam enthielt, desto 
stärker wurde die elektromotorische Kraft; mit reinem Queck- 
silber war sie am gröfsten, so dafs also die von Wheatstone 
und J. Regnauld ausgesprochene Ansicht, dafs die Menge des 
im Amalgam enthaltenen Metalles auf die Stärke der erregenden 
Kraft keinen Einflufs habe, nicht allgemein richtig ist. Die Wir- 
kung der Amalgamation ist nun eine doppelte: die Cohäsion des 
Metalles wird einerseits dadurch gelockert, so dafs es fähiger ge- 
macht wird chemische Verbindungen einzugehen, also (in der 
Sprache der Elektrochemiker) negativer; andrerseits tritt eine 
neue Verwandtschaft, die« zum Quecksilber, hinzu, so dafs das 
Metall weniger fähig wird andere Verbindungen einzugehen, also 
positiver. Hiernach kann die Wirkung der Amalgamation naeh 
Umständen die elektromotorische Kraft verstärken, schwächen, 
oder sie unverändert lassen. Bz. 



R. Adie. On the hydro-electric currents generated by cou- 
ples forraed of Single metals. J. ofdiem. Soc. vm.2<^5-296t; 

lost. 1.856,. p. 291-291. 

Zwei quadratische Metallstücke wurden auf eine ebene, nicht 
leitende Unterlage gekittet und mit den beiden Elektroden eines 
Galvanometers verbunden. Das Ganze wurde mit einer Wasser- 
schicht bedeckt; sodann wurde auf eine von beiden Platten mit- 
telst einer Pipette eine Säure gebracht und die Richtung des 
dadurch entstehenden Stromes am Galvanometer beobachtet. 
Hr. Adie hat seine Versuche auf etvVa 20 verschiedene Metalle 
ausgedehnt und Schwefelsäure, Salzsäure und Salpetersäure an- 



Adis. Wrn>iMAirv. 444 

gewendet Die meisten Metalle wurden durch SahsSure positiv, 
durch Salpetersäure negativ; bei Schwefelsäure und Salpetersalt- 
säure sind die Resultate schwankender. Die experimentelle Me- 
thode scheint übrigens wenig geeignet sichere Resultate ui geben. 

Jo. 

G. WiEDEMANN. lieber die Bewegung der Flüssigkeiten im 
Kreise der geschlossenen galvanischen Säule und ihre 
Beziehungen zur Elektrolyse. Pe«o. Aon. XCIX. i77-2S3t; 
Arch. d. sc. phys. XXXIIl. 47-47, 177-186+; Ann. d. chim. (3) LII. 
224-253; Cimeoto V. 266-277. 

In dieser Fortsetzung seiner früheren Untersuchungen (Berl. 
Ber. 1852. p. 466) hat Hr. Wiedbmann die näheren .Beziehungen 
zwischen der Fortführung der Flüssigkeiten durch den galvani- 
schen Strom und der Natur der fortgeführten Flüssigkeiten auf- 
gesucht. Zu diesem Zwecke mufsten zuerst einige die Elektro- 
lyse von Salzlösungen begleitende Umstände genauer geprüft 
werden. Der Apparat^ in dem die Zersetzungen vorgenommen 
wurden, bestand aus zwfi Gläsern, in deren Glasdeckel je zwei 
Löcher gebohrt waren; durch diese war jederseits ein Platin- 
draht in die Gläser geführt, an welchen unten eine Metallplatte 
geschraubt werden konnte, während durch die beiden anderen 
Löcher Glasröhren in die in den Gläsern enthaltene Flüssigkeit 
tauchten. Ein Verbindungsstück war so an die oberen Enden 
dieser Röhren befestigt, dafs man durch Aufsaugen die Flüssig- 
keiten beider Gefäfse mit einander in Verbindung bringen, und 
durch Abschliefsen eines Hahnes . die Flüssigkeit im Verbindungs*- 
rohre festhalten konnte. Aufser diesem Apparat war in den Strom 
ein Voltameter eingeschaltet, das mit Kupfer vitrioliösung gefüllt 
war und am positiven Pol ein Kupfer-, am negativen ein Platin- 
blech trug. Das in diesem Voltameter niedergeschlagene Kupfer 
wurde als Maafs der Stromstärke benutzt, während in dem an- 
deren Apparate die in den beiden Gefäfsen enthaltenen Flüssig- 
keiten einzeln analysirt wurden, nachdem die in den Röhren ent- 
haltenen Flüssigkeitsmengen durch Oeffnen des Hahnes nach bei- 
den Seiten zurückgelassen waren. Der Strom wurde durch 12 
bis 16 DANiSLJb'sche Elemente erregt und blieb während 10 bis 



Ui 



35. A. Tbci^rie det Galfunismnt. 



12 Stunden wirkend. Die nachfolgende Tafel enthält eiae Zu- 
Sfiinoienstellung der erhi^ltenen Re8i|Itate. 



TOD einem AequiTaient Kupfer 



Zersetzte Flüssigkeit 



BescbaEoBelnRr 
Elektrode 



ning 



Schwefelsäure!. 
li. 
III. 



Salpetersäure I. 
11. 



Kali I. . . 

IL . . 

Matrqn I. . 

IL . 



Kupfervitriol L 
IL 



" HL . 

IV.. 

V.. 

VL. 

Salpet^rsaures 
Kupfer oxyd I. 

IL . 



Salpetersaures 
Silberoxyd L 

IL 

IIL 

Chlornatrium • 



Platin 
desgl. 
desgl. 

Mittel 

Platin 

desgl. 

Mittel 

Platin 
desgL 

Mittel 

Platin 

desgl. 

Mittel 

Platin 
desgl 



Mittel 



17,63 

18,881 
17,631 
18,4 

14,8 
14,2 
14,5 

24,48) 
21,52 
23 ) 

16,1 
15,3 
15,7 

18,1 
18,6 
18,3 



positive Elek- 36,0 

trode von Kupfer, 35,5 

negative Blek- 32,1 

trode von Platin 33,9 

Mittel 33,7 



Platin 

positive illlek- 
trode von Kupfer, 

negative Elek? 
trode von Platin 

Platin 
positive Elek- 
trode von Silber, 
negative Elek- 
trode von Platin 

desgl. 

Platin 



24,1 
36,8 

23,6 
53,5 



52,14 

37,8 



Procent von einem Aequi- 
val. wasserfreier Schwe* 
feisäure vom negativen 
zum positiven Pol 

Procenl von einem Aequi- 
valent wasserfreier Sal- 
petersäure vom negati« 
ven zum positiven Pol 

Procenl von einem Aequi- 
valent Kalium vom posi» 
(iven zum negativen Pol 

i Procenl von einem Aequi» 
valent Natrium vom po- 
sitiven zum negativen Pol 

i Procent von einem Aequi- 
valent Kupfer vom posi- 
tiven zum negativen Pol 

Procent von einem Aequi- 
valent Kupfer vom pesi** 
tiven zi|m negativen Pol 



Procent von einem Aequi^- 
valent Kupfer vom posi- 
tiven zum negativen Pol 



Procent von einem Aequi- 
valent Silber vom positi- 
ven zum negativeo Pol 



Procent von einem Aequi- 
valent Natrium vom posi- 
tiven cum negativen Pol. 



WllDMAIIV. 448 

Die FlüMgkeitcn l., Ii.> Ul. etc. nad immer von verschiede- 
ner Verdünnung. 

Durch diese Versuche bestätigt sich das von Danibll auf- 
gestellte Gesetz, dafs die Metalle und Basen vom positiven zum 
negativen Pole wandern, die Säuren in entgegengesetzter Rich- 
tung. Die bei verschieden concentrirten Lösungen übergeführten 
Mengen sind nahezu gleich. Dagegen ist es von wesentlichem 
Einflufs, ob die Concentration der Lösung während des Versuchs 
verändert wird, oder nicht; um reine Resultate zu gewinnen, 
mufs bei der Elektrolyse von Salzlösungen die positive Elektrode 
aus dem Metalle, welches das Salz enthält, bestehen und mög- 
lichst grofs sein, damit sich eben so viel von derselben auflöst, 
als sich an der negativen niederschlägt. 

Um ferner die Wirkung der Portbewegung der Flüssigkeit 
näher zu studiren, wurde das eine Ende der eintauchenden Röhre 
durch eine poröse Wand geschlossen. Aus einem Beispiel, der 
Zersetzung des salpetersauren Silbers, wird der Gang der Unter- 
suchung klar werden. Drei verschieden verdünnte Lösungen die- 
ses Salzes, I., IL, 111., wurden elektrolysirl. Auf 1 Aequivalent 
des abgeschiedenen Silbers enthielten die Lösungen am negativen 
Pole Aach der Elektrolyse mehr Silber als vorher 

I. 63,60 Procent 
II. 65,61 
in. 67,66 
In derselben Zeit wurden Iransportirt von der Lösung 

I. 2,559 Cubikcentimeter 

II. 2,749 

III. 9,650 
Nimmt man an, die Zunahme des Volumens der Lösung sei 
durch Ueberführung der unzersetzten Lösung bedingt, so würde 
die mit dieser übergeführte Silbermenge auf ein Aequivalent ab- 
geschiedenen Silbers betragen 

I. 12,96 Procent 
IL 13^88 
HI. 18,36 
Naefa Abzug dieser Menge werden ohne die in der Löswig über- 



444 35. A. Tt f f i c des GahaDunat. 

geführte Menge von poolivcn vun negitiveo Pole Uanspoiiirl 
auf 1 Aequivalenl des abgeschiedenen Silbers 

L 50,64 Procent 

II. 61,73 

UI. 49,3 
Die so gefundenen Zahlen führen «i folgenden Schlüssen. 

1) Die bei Anwendung einer Thonwand von dem positiven 
Kam negativen Pol transporlirte Menge der Basis bleibt für ver* 
schiedene Concenlrationen innerhalb gewisser Gränzen nahe 
dieselbe. 

2) Die transportirte Menge bei Anwendong der Thonwand 
ist gröfser als die ohne Anwendung der Thonwand hinüber- 
geführte, iiei der Schwefelsäure und Salpetersäure, bei welchen 
ohne Thonwand ein Transport der Säure vom negativen zum 
positiven Pol erfolgt, wird dagegen diese Menge kleiner. 

3) Aufser der Basis wird bei Anwendung einer Thonwand 
noch Flüssigkeit zum negativen Pol tränsportirt, und das Volu- 
men der Lösung nimmt daselbst su. Dieser Transport zeigt sich 
nicht nur bei den Salzlösungen, sondern auch bei den bestleite»' 
den Lösungen, z.B. bei Schwefelsäure und Salpetersäure. 

4) Nimmt man an, die Zunahme des Volumens der Lösmfg 
am negativen Pol sei durch einfache Ueberführung der unser- 
setzten Lösung bedingt, so zeigt sich, dafs bei verschiedenen Con- 
centrationen die so transportirten Mengen der Lösung nahezu dem 
Salzgehalt umgekehrt proportional sind, also annähernd gleiche 
Quantitäten Salz enthalten. 

5) Subtrahirt man diese Quantitäten von den durch den Sti'om 
mit Anwendung der Thonwand zum negativen Pol geführten 
Mengen Salz, so bleiben die Mengen zurück, welche ohne An- 
wendung der Thonwand gleichfalls transportirt würden. 

6) Mit wachsender Verdünnung nimmt bei Anwendung der 
Thonwand die Gesammtmenge des transportirten Salzes und die 
Menge des in der unveränderten Lösung transportirten Salzes 
allmälich ein wenig zu. 

Nachdem Hr. Wiedemann die bisher aufgestellten Theorieen 
der Elektrolyse besprochen und deren Unzulänglichkeit zur Er- 
klärung aller beobachteten Thatsachen nachgewiesen hat» spricht 



WiiDEMAim. 445 

er seine eigenen Anücblen über den Meehanismus der Elektrolyse 
aus. Er sehliefst sieh darin der Auffassung ScHÖi«BeiM's an, da(s er 
die Hauptwirkung der galvanischen Zersetaung als vom positiven 
Pole ausgehend betrachtet Der Strom tritt durch die positive 
Elektrode in die Flüssigkeit und theilt sich in zwei Theile; der 
gr&(sere durchläuft das Sals, der kleinere das Wasser. Die rein 
elektrolytische Wirkung besteht nun darin, dafa die durch die po«- 
ailive Elektrode eintretende Elektricität das elektronegative Ele- 
ment des cunächst liegenden Salzinoiecüls ansieht. Das elektro*- 
positive Element (Metall) bleibt an seiner Stelle, während das 
elektronegative zum positiven Pol gehl. Jetst findet die Vereini- 
gung des frei werdenden positiven Elementes mit dem negativen 
des nächsten Motecüls statt, wie es die GnoTTHtJss'sche Theorie 
verlaugt, ohne dafs es indefs dabei von seiner Stelle weicht. Die 
am positiven Pole frei werdende Säure und der Sauerstoff ent- 
weichen und lösen sich in der umgebenden Flüssigkeit Würde 
den freien, eiektronegativen Elementen ein in ihnen löstiches 
Metall geboten, so würden sie sich gleich mit demselben zu neaein 
£i«ls verbinden. Auf diese Weise würde nach der Elektrolyse 
von schwefelsaurem Kupferoxyd in der Flüssigkeit atn positiven 
Pol ein Atom schwefelsaures Kupferoxyd mehr sein, während 
am negativen zwar ein Atom Kupfer, von den mit ihm verbun- 
denen Elementen verlassen, metallisch niedergefallen, indefs den- 
noch die Gesammlmenge des daselbst vorhandenen Kupfers nicht 
verändert ist. 

. Zugleich mit dieser elektrolytischen Wirkung U*itt die mecha- 
nische Wirkung des Stromes auf. Derselbe bewegt alle ihm 
entgegenstehenden Substanzen vom positiven zum negativen 
Pol; zuerst das Salz, so dafs sich also die Lösung am positiven 
Pol verdünnt; dann auch das Lösungsmittel. Während die eiek- 
trolyiische Wirkung des durch dasselbe gehenden Slromantheiles 
zu vernachlässigen ist, ist das Gleiche nicht mit der meohanischen 
Wirkung der Fall; vielmehr würde der Strom in der Zeit, in der 
er 1 Gramm reinen Wassers zersetzt, 5600 Gramm Wasser fort* 
führen. Die Thonwand gestattet, die ganze Menge der forige«' 
führten Flüssigkeit zu ermitteln, da sie ein Zurückfliefsen derselben 
in Folge hydrostatischen Druckes» verhinderL 



446 ^5* ^- Theorie des Galvanismus. 

Aus der ausgesprochenen Ansicht erklärt sich, weshalb ia 
gewissen Gränzen die Zunahme des Volumens der Lösung an 
der negativen Elektrode der Concenlration der Lösung umgekehrt 
proportional ist. Innerhalb dieser Gräneen nämlich ist die Lei- 
tungsrähigkeit dem Salzgehalte nahezu proportional, also die In- 
tensität des durch das Wasser der Lösung fliefsenden Stromes 
dem Salzgehalte umgekehrt proportional. Da nun die von ver- 
schieden starken Strömen bewegten Flüssigkeilsmassen deren 
Intensitäten proportional sind, so verhalten sie sich umgekehrt wie 
der Salzgehalt der Lösung. 

Hr. WiBDBMANN hat noch einen weitern Schritt zum Ver- 
standnifs der Erscheinung der galvanischen Portführung gethan, 
indem er den Zusammenhang zwischen dem Cohäsionszustande 
der Flüssigkeit und ihrer Leitungsfähigkeit aufsuchte. In der 
Mehrzahl der Fälle wird der zur mechanischen Fortführung der 
Flüssigkeit aufgewandte Theil der Arbeit weit gröfser sein als 
der zur Elektrolyse verbrauchte. Der Fortführung der Flüssigkeit 
widersetzt sich deren Zähigkeit. Dieser Zähigkeit mufs daher 
der Leitungswiderstand proportional sein. Andrerseits ist 4er 
Widerstand um so kleiner, je gröfser die Menge des in einem 
Flüssigkeitsvolumen aufgelösten Salzes ist, weil die Menge der 
fortgeführten Flüssigkeit mit der Vermehrung der aufgelösten 
Salzmenge abnimmt; daraus folgt, dafs innerhalb gewisser Gränten 
der Leitungswiderstand der Zähigkeit gerade und der Menge des 
aufgelösten Salzes umgekehrt proportional ist, dafs also, wenn r 
den Widerstand, t; die Zähigkeit und Q die in der Volumen- 
einheit aufgelöste Salzmenge bezeichnet, 

^^ = const. 

V 

sein mufs. Diese Constante mufs für dieselbe Flüssigkeit in 
ihren verschiedenen Verdünnungsgraden dieselbe sein, kann aber 
für verschiedene Flüssigkeiten variiren, weil sich dann der Strom 
nicht mehr in gleicher Weise zwischen Salz und Wasser theilt 
Unter Zähigkeit wurde hierbei diejenige Kraft verstandeui welche 
nötbig ist, um ein Theilchen der Flüssigkeit am anderen vorbei 
in der Flüssigkeit selbst hinzuschieben. Um diese Zähigkeit ver* 
schiedener Flüssigkeiten zu ermitteln, wurde die Zeit aufgeaoclil, 



TAH Breda und LoeiMAir. 447 

Welche dne Flüssigkeit braucht, um unter constanletn Drucke 

rO 

durch eine Capillarröhre zu fUefsen. Die Gröfse — zeigte sich 

daDO in der That für die verschiedenen Verdünnungsgrade einer 
Flüssigkeit sehr nahe constant; sie schwankte z. B. bei der schwefel*- 
sauren Kupferlösung nur von 22,8 bis 24,2, wenn die Menge des 
in einer Voiumeneinheit aufgelösten Salzes von 31,17 bis 187)02 
variirte. Temperaturveränderung brachte auch nur geringe Ab» 
weichungen in jenem Werthe hervor. Bei verdünnter ^chwefeU 
saure war der Einflufs der Verdünnung bedeutender, weil man 
dann nicht mehr annehmen kann, dafs ein nur unbedeutender 
Stromantheil zur Elektrolyse verbraucht werde. Das schnelle 
Anwachsen der Zähigkeit dieser Säure erklärt, vreshalb diese 
Flüssigkeit ein Maximum der Leitungsfähigkeit bei einer Concen^ 
tratioß von 30 bis 40 Theilen Säure auf 100 Theile Wasser zeigt 

Bz. 



VAN Breda et Logeman. Note sur le Iranspot-t ^lectrique des 
liquides ä travers un diaphragme porenx. Ardi. d. sc. phjs. 

XXXill. 5-13; Pogo. Ann. C. 149-ld7t. 
fn dieser Arbeit stellen die Verfasser (denen dabei der vorher 
besprochene Aufsatz von Wiedbmann noch nicht bekannt war) 
die Frage, ob iiberhaupl eine fortführende Wirkung der Flüssig- 
keit durch den Strom vom positiven zum negativen Pol vorhanden 
sei. Ihre Resultate sind negativ gewesen; die angestellten Ver- 
suche waren folgende. 

1) Ein parallelepipedischer Trog wurde mit deslillirtem Wasser 
gefällt; der Strom von 30 GnovB'schen Bechern trat durch Platin- 
bleche in die Flüssigkeit, welche zwei gegenüberstehende Flächen 
des Troges ganz bedeckten. Die Flüssigkeit zeigte keinen Unter- 
schied der Höhe an beiden Elektroden. 

2) Der Trog wurde durch einen Glascjlinder ersetzt, in 
welchem zwei kreisförmige Polplatten von Platin einander ge- 
nähert werden konnten. Nahe an beiden Enden des Cylinders 
waren Lödier in dessen Wand gebohrt und enge Glasröhren 
eingesetzt, walche zum Theil von der Flüssigkeit gefüllt wurden. 



448 ^* ^' Theorie des GalvanUmus* . J^Müllke. 

Der Rand der Flüssigkeit blieb in beiden immer gleich hoch, 
ohne Rücksicht auf die Richtung des Stromes in derselben. 

3) Der zuerst gebrauchte Trog erhielt in einer seiner Seiten- 
wände» nahe neben der Flatinplatte , ein enges Ausflufsrohr, usd 
diagonal gegenüber ein Einflufsrohr, durch welches Wasser 'aas 
tiner MARiOTTE'schen Flasche so eingeführt wurde, dafs di« Ge- 
schwindigkeit des Zu- und Abfliefsens gleich grofs war. Wurde 
jetsi der galvanische Strom durch den Trog geführt, so war, je 
nach seiner Richtung, eine Beschleunigung oder Verzögerung des 
Abüielsens zu erwarten, es trat aber weder das eine noch- das 
andere ein. 

4) Eine lange, spiralförmig aufgewundene Kautschukrdlire 
wurde mit Wasser gefüllt, und ihre Enden durch eine ebenfiaUs 
otti W aaser gefüllte Glasröhre verbunden. Als in diesem ganz 
aus Wasser bestehenden Leitersystem ein Strom durch Induciion 
erregt wurde, war keine Bewegung irgend einer Art an einem 
in der Glasröhre befindlichen Siegellackstückehen wahrzunehmen. 

5) Wenn die Fortführung wirklich der Effect einer directen 
mechanischen Action, welche der Strom auf die Flüssigkeit aus^ 
übt, wäre, so mülste eine bewegliche Scheidewand in gleicbem 
Sinne wie die Flüssigkeit mit fortgerissen werden. Eine solche 
Bewegung konnte indefs an einer als Scheidewand vorgerichteten 
thierischen Blase nicht bemerkt werden. 

Die Verfasser schliefsen hieraus, dafs wenigstens unter des 
Umständen, unter denen ihre Versuche angestellt wurden, eine 
mechanische \ irkung des Stromes auf die von ihm durchlaufene 
Flüssigkeit nicht stattfinde. Die von Wied£mamn für die Fort- 
führung aufgestellten Gesetze ^finden sie dagegen bestätigt. Eine 
Fortführung nicht zersetzbarer Flüssigkeiten (Quecksilber) zu beob* 
achten gelang ihnen nicht. Bz^ 



J. MOllkr. Report of recent progress in physics. Smithsoh. 
Rep. 1855. p. 311-423*. 
Die Smithsonian Institution veröffentlicht hier eine Ueber- 
setzung von Hrn. J. I^üllrr's Bericht über die neuesten Fort- 
schritte der Physik § 100 bis 153 (Braunschweig I84i»). Kr. 



35. B. GiJTi|ni«eU<$ LriAün^." Si^BLnw. 44^ 

B. Galvanische Leitung. 

A. Sawklikw. Ueber die galvanische Leilongsfähigkeit der 
FlbSSigkeiteD. Sbman Ardi. XV. 56*1i6t; Uttahenyj» Sapidci 
Kasanskago Universiteta 1853. ]. p. 3-177. 

A. EauAN. Bemerkung über^ den Au^drack der StrooM&rke 
io sogeoaonteo Nebeo^cbliel^uogeD der galvmischan Kette. 

. Eajiav Arcb. XV. 13Q-136t- 

Hr. Sawblibw giebt:iii dieser Abbandluikg eine sehr schilt» 
bare kritische Ueberaicht der bisherigen Versuche, den Leit^ihgs* 
widerstand der Flüssigkeiten su bestimmen. Wir. können biet 
nur die Resultate der Analyse und der Vcrsuehe uiittheilen, zu 
welchen Hr. SawELieinr selbst durch einzelne Piaikte veranlafst 
worden ist. Die Mehrsabi aller bisherigen fiestimmuiigSsn erweist 
sieh kider darum als unbrauchbar , weil bei denselben entweder 
auf das Vorhandensein der Polarisation oder auf die Ver&ndciv 
lichkeit derselben mit der Stromstärke und Temperatur nicht die 
erforderliche Röcksicht genommen wurde. Die einzige Methode, 
welche bis jetat von der Polarisation unabhängige und darum 
brauchbare Resultate gegeben hat, ist folgende. Il^an bringt bei 
einem gewissen Abstand der Elektroden, wetehe den ganzen 
Querschnitt des parallelepipedischen, die /Fliisaigk^ enthaltanden 
Gefäbea ausfüllen, die Stromstärke durch Einschaltung eines be^ 
stimmten metallischen Widerstandes (Agometerdrahtes) auf einen 
festen Werth. Darauf ändert man den Abstand der Elektroden 
und bringt durch gleichseitige Aenderung des metallischen Wider* 
Stande« den Strom wieder auf dieselbe Intensität Pie Differenz 
der in beiden Fällen eingesehsUeten Drahtläilgen giebt dann daa 
Maafs für den Widerstand einer Flüssigkeitssäule, deren Quer- 
schnitt dem des GeKfses und deren Länge der Aei^erung des 
Abstan^es der JBlektroden gleichkommt. Diese .Methode ist im 
Weseniiichen sehen von Fbchiiba') angegeben, später, aber von 
WafeATSTONB.*)» HoRSFofio') uod. Lbns benutzt worden 1). . Ueber 

*) Masfsbeat. über d. gaW. Kette. Leipaig 1831. p. d4 
') Poee. Ann. LXII. 533*. 

») Poee. ADD. LXX. 238^ Berl. Ber. 1847. p.365. 
^) Nid»t9destoweikiger findet man io den Lehrbüchi^ni in der Regel 
Forudir. d, Fbyt. XU. 29 



456 ^' ^' Galtauistlie Leitabg. 

die Angaben von DANiffLt in Bezidtung auf deti Leitungswider- 
stand einer ringförmigen Flüssigkeitsschicht und die dadurch ver- 
anlafsten Versuche des Hm. Sawblibw ist schon früher berichtet 
worden *). 

Die B^auptung von Becqu&rbl, dafs die Leitungsfahigkeit 
der Körper sich proportional der Temperatur veHKndere, bestätigt 
sich weder für feste noch für flüssige Leiter. Dieselbe erklärt 
sieh vietleieht durch die unstatthafte Annahme Bboqvbrbl's, dafs 
die Polarisation von der Temperatur unabhängig sei. Hr. Sawblibw 
hat schon im Jahre 1844 Versuche angestellt, welche beweisen, 
dals Leitiingswiderstaiid und Polarisation beide mit waciisender 
Twifieratur abnehmen. Er erhielt mittelst eines Verfahrena, 
welches durch Combination von je 4 Beo^athtungen beide Greisen 
gieiehteitig lu bestimmen erlaubte, mit KochsablösuBg und in wiii- 
ktt#lich gewählten Einheiten folgende Resultate. 

Temperatar. Wideratand. ^ Polarisation. 

+ 8.25« 7,08 7,88 

+ 15,90 5,82 7,67 

+ 50,50 3,29 7»04 

4* 66,50 2,69 6,29 

lieber die sdion von db la Rivb bemerkte und durch die 

Versuche von HoRsroRD bestätigte Eigenschaft der Schwefelsäure, 

dafs wäferige Lösungen derselben von 1,2 bis 1,3 spec. Gewicht 

den geringsten Widerstand leisten, hat Hr. Sawblibw schon in 

den Jahren 1845 und 1846 Versuche angestellt, deren Resukale 

aber bisher nicht bekannt gemacht, weil sie auf der fehlerhaften 

V^raussetsung beruhen, dafs die Polarisation von der Stromstärke 

unabhängig sei. Da aber seitdem von BBCKBn*) Versuche p«bli- 

ehrt worden sind, welche auf .derselben Annahme beruhen, so 

sieht sich Hf . Sawblibw veranlafst, auch die seinigen mÜButheilen. 

Da dieselben im Gänsen mit denen von HoRsroBD und Bbckbb, 

sowie mit den auf gleichen VoraussetBungen beruhenden Ver- 

die Zahlen Tsn BBO^vanfeL angeführt, welche aof der Voraut- 

setzoDg einer constanten Polarisation beruhen. 

Anm. des Beriohterstallers. 
') Stehe Peoo. Ann. Erg. IT. 4S6-467; Berl. Ber. IS53. p. 478*. 
*) LiBBio Ann. LXXHl. 1, LXXV. d4; Berl. Ber. 1850, 51. p. 701. 



SAlfirBLllW. 454 

suchen von Mattbucci*) übereinstimmen, so unterlassen wir die 
Angabe der Details, Den geringsten Widerstand fand Hr.SAWsuEW 
bei Schwefelsäure vom spec. Gew. 1,215, welches überhaupt die 
am besten leitende anter allen elektrolyiischen Flüssigkeiten ist 

Die erwähnte Uebereinstimmung der rersehiedenen Beob« 
achter findet jedoch nur statt, wenn man die Widerstände von 
Schwefelsäurelösungen von verschiedener Concentration oder 
überhaupt von Flüssigkeiten unter sich vergleicht Bei weitem 
abweichender sind die Resultate der einzelnen Beobachter über 
das Verhältnifs zwischen dem Leitungswiderstand der Flüssigkeiten 
und dem eines festen Körpers. Versucht man dieselben auf gleiche 
Einheiten zu reduciren, so stellen sich Differenzen heraus, welche 
sich kaum durch die Unsicherheit der für die Reduction erforder- 
lichen Maafsangaben und der Widerstandsverhältnisse für die ver» 
schiedenen Metalle erklären lassen. Besonders fehlt jede Rechen- 
schaft über die extremen Abweichungen der Versuche der Her- 
ren Lenz und Sawelibw von allen übrigen. Da die beiden letzt- 
genannten Beobachter dasselbe Agometer benutzten, so stehen 
auch ihre Beobachtungen unier sich in ziemlichem Einklang; da* 
gegen sind die Zahlen von Horsforo und Beckbr etwa 4 mal 
gröfser. Hr. Sawblibw vermuthet, dafs dies seinen Grund in 
einer Verwechselung des Durchmessers mit dem Halbmesser des 
Vergleichungsdrahles haben konnte, sagt aber nicht, weshalb eine 
nachträgliche Prüfung dieser V^ermulhung unterblieben ist*). 

Indem sich Hr. Sawelibw nach dieser Vergleichung der bis- 
herigen Versuche zu allgemeineren Beobachtungen über die Lei* 
tungsPähigkeit der Flüssigkeiten wendet, führt ihn die Discussiop 
der in neuerer Zeit mehrfach besprochenen Frage, ob den Elek- 
trolyten aulser dem mit chemischer Zersetzung verbundenen noch 
ein besonderes , physisches Leitungsvermdgen nach Art der Me* 

*) BerL Ber. 1849. p.281. 

') Bs ist auffallend, dafs Lbnz auch die Wänneeatwickeluiig durch 
df*D galvanischen Strom im absoluten Betrag Tiermal grofser ge- 
funden hat, als die Theorie Terlangt und als sie, in Ueberein* 
Stimmung der Theorie, f on y. Qüimtüs Icilivs gefunden worden 
ist. (Vergl. Holtzmamn Pooe. Ann. XC4. 260^; BerL Ben 1854. 
p. 556 und t. Qdistus Icilios Pooo. Ann. €1. 73*.) 

29' 



452 3^* B* Gftlvanisrhe Leitung. 

taile sukonme, zu dein Resultat, dafs die Elektricitätsleitung in 
xusaaime&ge8etsten Flüssigkeilen von deren Zersetzung unzer- 
trennlich sei. 

Hr. E«MAN entwickelt in einer Note bei Gelegenheit der Ver- 
sodie von Bbcqubrbl, die auf Vergleichung zweier Stronizweige 
beruhen, in welchen Polarisationen, also elektromotorische Kräfte, 
vorkommen, den allgemeineren Ausdruck der Stromstärke in einem 
System von n Zweigströmen, welche in zwei gemeinschafllichen 
Endpunkten zusammentreffen und elektromotorische Kräfte ent- 
halten, nach den von Kirchhoff gelehrten Principien. Jo. 



J. C. PoGGENDOBPP. Elektricitäisleitung des Aluminiums. Poes. 

Ann. XCVII. 643-643t; Arcli. d. «c. pliys. XXXII. 152-152; Chem. 
C. Bl. 1856. p. 400-400; Z. S. f. Naturw. Vit. 423-423. 

Hr. PoGGBNDORPP verglich die Lei|ungslahigkeit eines Alu- 
miniumdrahtes von 0,04989 Pariser Linien Radius mit der eines 
durch denselben Drahtzug gegangenen Kupferdrahtes von 0,05079 
Linien Radius bei gewöhnlicher Zimmertemperatur. Die Lei- 
tungsfahigkeit des Aluminiums wurde s 51,30 gefunden, wenn 
die des Kupfers s= 100 gesetzt war. Das Aluminium war das 
in Paris käufliche, welches nach Salvetat^s Analyse enthält 
88,35 Aluminium, 6,38 Kupfer, 2,40 Eisen, 2,87 Silicium und eine 
Spur von Blei. Bz, 



A. Mattbibssen. Od Ihe electric conducting power of the 
metals of the alkalies and alkaline earths. Pliil. Mag. (4) 

XU. 199-199, XUI. 81-90; Cimento IV. 126-126; Poeo. Ann. C. 
177-1d3t; Ano.d. chim. (3) L. 192-194; Arch. d. sc. phys. XXXIV. 
323-325; Chem. Gaz. 1857. p. 255-255; Z. S. f. Natu rw. IX. 469-469. 

Die KU diesen Versuchen angewandten Metallproben wurden 
aus einer Presse durch eine kreisrunde Oeffnung gedrückt, so 
dafs sie die Gestalt von Drähten bekamen. War das Metall ein 
sehr leicht oxydirbares, so wurden die aus der Oeffnung austre- 
tenden Drähte unmittelbar in mögliebst sauers toffTreies Steinöl 
geführt. Metalle, welche bei gewöhnlicher Temperatur dem Druck 



Ebmam* PoeeciiDaavi. MArraiBMiof. 453 

der Presse nicht folgten, wurden in derselben erhitst, und es ge- 
lang Hrn. Matthibssbn, auf diesem ^^g^ selbst Drähte von 
Telluri Wismuth und Antimon bu pressen. Die Enden der Drähte 
wurden swischen federnde Klemmen gefafst, so dafs die Drähte 
immer möglichst geradlinig blieben. Die Messung der Wider- 
stände geschah nach der von Whbatstonb angegebenen und von 
KiRCHHorF weiter ausgebildeten Methode der Differential wider- 
Standsmessung; als Einheit diente ein Silberdraht, dessen Leitungs- 
fähigkeit für die Längeneinheit bei 0^ as 100 gesetzt wurde. Die 
Durchmesser der Drähte von Kalium» Natrium und Lithium 
konnten unnoittelbar dem Durchmesser des Loches gleichgesetst 
werden; die der heifs gepreisten Metalle dagegen wurden direct 
mit dem Mikroskop gemessen. Die Mittel aus den gefundenen 
Werlben sind folgende. Es ist die Leitungsfahigkeit von 

Natrium bei 21,7' C.» 37,43 

Magnesium - 17,0 » 25,47 

Calcium - 16,8 » 22,14 



Kalium 


• 20,4 


» 20,85 


Lilbiun 


- 20,0 


= 19,00 


SlroBiMm 


- 20,0 


= 6,71 



Der Zustand der angewandten Metalle war «war wohl nicht 
der chemischer Reinheit; es waren jedoch nur unbedeutende Ver- 
unreinigungen in ihnen zu vermutben. Pur die leicht oxydirbaren 
Metalte sind die gegebenen Werthe wahrscheinlich etwas zu klein, 
da dieselben trotz aller Vorsicht schnell anliefen, und in von 5 
zu 5 Minuten auf einander folgenden Messungen eine Abnahme der 
Leitungsfähigkeit zeigten. Kalium und Natrium untersuchte Herr 
Matthibssbm auch in Bezug auf die Abhängigkeit ihrer Leitungs- 
fahigkeit von der Temperatur. Die Metalle waren dabei in Glas- 
röhren eingeschmelzt. Die nach dem Vorgange von Lbmz für 
diese Metalle aufgestellten empirischen Formeln sind: 

Für Kalium, für I zwischen und 46,8® 

l = 20,14 — 0,0819« + 0,000235l* 
füg i zwischen 46,8 und 66,8'' 

i « 668,26 — 40,4021 4- 0,83801 1*— 0,005815 5«* 
für t zwischen 56,8 und lOO"" 
A»l%35-0/»393l. 



454 ^^ ^* ^aWaniadie Leitnog. 

F6r Nairittin» für t «wischen und 9b,4^ 

;i a= 32,54 — 0,1 172« 4- 0,000127 i» 
für t zwischen 96,1 und 120^ 

X = 23,38 — 0,07222<, 
wo l die Leitungsfähigkeit in der früheren Einheit beseiehnet. 
Der Schmelspunkt des Kaliums war 46,8^ der des Natriums 95,4^ 
Eine Fehlerquelle lag in der Zusammensiehungi welche die in 
der Röhre befindlichen Metalle bei ihrem Erstarren erfuhren. 
Hierdurch bildeten sich in den Drähten leere Räume, welche den 
Widerstand zu grofs erscheinen liefsen und die deshalb aorgfälüg 
entfernt werden mufsten. Die für die Temperaturen über dem 
Schmelzpunkte gegebenen Werthe unterliegen diesem Fehler 
nicht Die von Mattbvcci beobachtete Erscheinung, dals die 
Leitungsfähigkeit des Wiamutha beim Schmelzen wächst, fand 
Hr. Matthiessen bestätigt; er glaubt, dafs sie mit der Zusam- 
menziehung, wdche dieses Metall beim Schmelzen erleidet, zu- 
sammenhängt. In einem aus Ross'schem Metalle geprefsten Draht 
war der Widerstand bei einer gewissen Temperatur derselbe, er 
mochte bei steigender oder abnehmender Temperatur gemessen 
werden, vorausgesetzt, dafs die Erwärouing nicht über 40" ge- 
stiegen war. War dies dagegen geschehen, so war der Wider- 
stand vergröfsert; er verringerte sich über aUmälig, wenn der 
Draht sich selbst überlassen blieb. <Au 



C. Mattbocci. Sur un appareil destin^ a d^montrer et a 
meBurer la diff6reoce de Gonductibilit^ du bismutb ctir 
stallis^. C. R. XLII. 1133-il34t. 

Im Berl. Ber. 1855. p.411 sind die Versuche von Hrn. Mattbvcci 
erwähnt, welche einen Unterschied in der Leitungsiahigkeit des 
Wismuths in der äquatorialen und in der axialen Lage nachwiesen. 
Die vorliegende Note enthält eine kurze Angabe über einen Ap- 
parat, mittelst dessen man diese Unterschiede besser verfolgen 
kann. In die Zweige einer gespaltenen Stromleitung können mit 
Leichtigkeit axiale und äquatoriale Wismothstäbe geschaltet wer- 
den. Wenn die Zweige übrigens ganz gleichartig waren, so wird 
das Gleichgewicht nicht gestört, wenn zwei gleiduurtige Wismutfa- 



Mattbvcci. DisrAii». o»mBkv»> lavSinMondLoesMAv. 455 

stfbe «logciffcbAUet werdm. Der St? mi ikbtrwiegi §hw aacb d9r 
auien odtr anderen Seil«, wewi man in einen Zweig einen axialen» 
in den anderen einen äquaterialen Wisnuihatab brii^l, Bsu 



C. Desprbtz. Quelques exp^riences sur cette question: Le 
couranl de la pile peut-il Iraverser Teau sans la cl6com- 

poser? C.R.XLil. 707-710t; Co